Süd-Tiroler Freiheit fordert Umbenennung der italienischen Mameli-Mittelschule in Salurn

Foto: Süd-Tiroler Freiheit, Bozen

Die Bezirksgruppe der Süd-Tiroler Freiheit Unterland/​Überetsch for­dert die Umbenennung der nach Goffredo Mameli benann­ten ita­lie­ni­schen Mittelschule in Salurn. Der Dichter der blut­rüns­ti­gen ita­lie­ni­schen Nationalhymne sei als Namensgeber für eine Schule nicht geeig­net, beson­ders in Südtirol wegen der anti­ös­ter­rei­chi­schen Passage im Text.

Die ita­lie­ni­sche Mittelschule Salurn, die in einem Anfang der 80er-Jahre errich­te­ten Gebäude unter­ge­bracht ist, wurde nach dem Dichter Goffredo Mameli (1827–1849) benannt, dem Autor des seit 1947 als ita­lie­ni­sche Nationalhymne gel­ten­den „Canto degli Italiani“. „Das Kampflied mag in der Zeit des Risorgimento seine Berechtigung gehabt haben, in der heu­ti­gen Zeit ist es voll­kom­men über­holt. Den Jugendlichen, die eine nach Mameli benannte Schule besu­chen, wer­den mit dem Dichter des zu Kampf und Tod auf­ru­fen­den Liedes fal­sche, abso­lut abzu­leh­nende Ideale vor­ge­stellt“ so der Bezirkssprecher Werner Thaler in einer Stellungnahme.

Unter Berufung auf längst ver­gan­gene mili­tä­ri­sche Erfolge wird die Siegesgöttin zur „Sklavin Roms“ erklärt. „Lasst uns die Reihen schlie­ßen, wir sind bereit zum Tod“, heißt es im Refrain in mehr­fa­cher Wiederholung, eine äußerst unpas­sende Aufforderung an junge Mittelschüler, die nicht zum Tod, son­dern zum Leben bereit sein soll­ten. „Die Kinder Italiens hei­ßen Balilla“, heißt es wei­ter im Refrain. Damit wird Bezug genom­men auf jenen legen­dä­ren Giovan Battista Perasso, genannt Balilla, der im Jahr 1746 in Genua mit einem Steinwurfe einen Aufstand gegen öster­rei­chi­sche Truppen aus­ge­löst haben soll. Dass die Republik Genua damals mit Spanien und Frankreich gegen Österreich und Sardinien-Piemont, das spä­te­ren Italien, kämpfte, hat der Dichter wohl­weis­lich ver­schwie­gen. Das faschis­ti­sche Italien hat den zwölf­jäh­ri­gen Buben als ita­lie­ni­schen Patrioten ver­herr­licht und die faschis­ti­sche Jugendorganisation nach ihm benannt. Für die gleich­alt­ri­gen Mittelschüler in Salurn sollte Balilla jeden­falls kein Vorbild sein.

„Absolut unpas­send ist vor allem in Südtirol die anti-öster­rei­chi­sche Passage in der Mameli-Hymne. Der öster­rei­chi­sche Adler, der angeb­lich das Blut Italiens getrun­ken habe, habe schon die Federn ver­lo­ren, heißt in dem schau­ri­gen Text, um mit der erneu­ten Beteuerung zu schlie­ßen: „Wir sind zum Tod bereit“, meint auch der stell­ver­tre­tende Bezirkssprecher Stefan Zelger.

„Der Dichter eines sol­chen blut­rüns­ti­gen Liedes ist in der heu­ti­gen Zeit als Namensgeber einer Schule abso­lut unge­eig­net, wes­halb die Süd-Tiroler Freiheit die Umbenennung der Schule for­dert. Es gibt genug ita­lie­ni­sche Persönlichkeiten, die für die Menschheit Wertvolles geleis­tet haben und die jun­gen Menschen als ech­tes Vorbild die­nen kön­nen“, so Hartmuth Staffler, Hauptausschussmitglied der Süd-Tiroler Freiheit abschlie­ßend.

Quelle: Presseaussendung der Süd-Tiroler Freiheit vom 2.3.2016

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