Cum Deo pro Patria et Libertate: zum 340. Geburtstag von Franz Rákóczi II.

Reiterstatue von Ferenc Rákóczi II. in Budapest (Foto: alfahir.hu)

Vor dreihundertvierzig Jahren, am 27. März 1676, wurde Ferenc Rákóczi II. auf der Burg von Bors im Komitat Zemplén (heute Borsa, Slowakei) als Sohn von Franz Rákóczi I., Fürst von Siebenbürgen, und der Ilona Zrínyi geboren.

Als er sieben Jahre alt war, nahm sein Stiefvater Imre Thököly an der Türkenbelagerung von Wien teil. Franz lebte damals gemeinsam mit seiner Mutter drei Jahre lang in der belagerten Burg von Munkács (heute Mukačevo, Westukraine). Ab dem Jahre 1688 erzogen ihn die Jesuiten im Habsburg-treuen Geist und er studierte an der Universität Prag, wo er die ungarische Sprache fast vergaß.

Im Jahre 1694 nahm Rákóczi Prinzessin Charlotte Amalie von Hessen-Rheinfels zur Frau und wurde Obergespan des Komitats Sáros. Nach der brutalen Unterdrückung des Aufstands von Hegyalja im Jahre 1697 begann er den Widerstand zu organisieren, wurde aber im Jahre 1701 verraten und verhaftet. Mit Hilfe seiner Frau gelang ihm darauf die Flucht aus dem Gefängnis in Wiener Neustadt. In der polnischen Burg Breza (heute Berežany, Ukraine) besuchten ihn die Aufständischen von Tiszahat. In dem von Rákóczi im Mai 1703 veröffentlichten Manifest heißt es, dass Ungarn „alle Adligen und gemeinen Bürger“ zum Kampf gegen die österreichische Unterdrückung aufrufe.

Am 16. Juni 1703 betrat Rákóczi am Verecke-Pass wieder ungarisches Gebiet und stellte sich an die Spitze der Aufständischen, welche sich unter der Flagge mit der Parole „Cum Deo pro Patria et Libertate“ („Mit Gott für Heimat und Freiheit“) sammelten. Nach ersten Siegen des Bauernheeres und nach der Besetzung des Landes jenseits der Theiß, schwor ihm bis Ende 1703 die Mehrheit der Adligen die Treue. Als danach ein großer Teil des Landes in die Hände der Rebellen fiel, wurde Rákóczi am 8. Juli 1704 vom Reichstag in Karlsburg (Gyulafehérvár, rumän. Alba Iulia) zum Fürsten von Siebenbürgen gewählt.

Am 17. September 1705 wurde Rákóczi auf dem Reichstag von Szécsény zum Fürsten von Ungarn ausgerufen und am 18. Juni 1707 wurden auf dem Reichstag von Ónod die Habsburger als Usurpatoren des ungarischen Königsthrones für verlustig erklärt.

Als ausgezeichneter Organisator wollte Rákóczi einen zentralisierten Staat mit merkantilistischer Wirtschaftspolitik schaffen. Durch die Befreiung der Hörigen vom Militärdienst brachte er allerdings den Adel gegen sich auf. In der Außenpolitik suchte er im französischen König Ludwig XIV. und im russischen Zaren Peter I. Verbündete zu finden, doch seine Friedensgespräche im Jahre 1704 und 1706 am Wiener Hof scheiterten.

Infolge der Eskalation sozialer Spannungen und der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, aber auch aufgrund der Pest und der militärischen Überlegenheit der Kaiserlichen wurden die Kampfaussichten immer hoffnungsloser. In der Schlacht von Trentschin (Trencsén, slowak. Trenčín) im Jahre 1708 und der Schlacht von Romhány im Jahr 1710 erlitten Rákóczis Kuruzzen schwere Niederlagen. Im Februar 1711 zog sich Rákóczi nach Polen zurück, um militärische Unterstützung aus Russland zu gewinnen. Während seiner Abwesenheit kam es am am 30. April 1711 zum Friedenschluss zwischen dem von den Ständen unterstützten Oberbefehlshaber Alexander Károlyi und dem Vertreter des Hofes Johann Pálffy.

Der Frieden von Szatmár (rumän. Satu Mare) verfügte schließlich, dass nach einem auf die Verfassungsordnung abzulegenden Eid Rákóczis die Wiederherstellung der Religionsfreiheit, die Amnestie und die Rückgabe der Ländereien an ihn gewährleistet sein sollten.

Doch Rákóczi nahm den Frieden nicht an, sondern wählte das Exil. Zu Hause verurteilte man ihn daraufhin zu Kopf- und Besitzverlust. Rákóczi versuchte zunächst noch in Frankreich für seine ungarischen Interessen Unterstützung zu finden, scheiterte aber damit und verfasste schließlich seine Lebenserinnerungen. Auf Einladung des Sultans reiste er im Jahre 1717 in die Türkei, wo er von 1720 bis zu seinem Tod im Jahr 1735 verweilte. Am Karfreitag, dem 8. April, starb er in Rodosto am Marmarameer (heute Tekirdağ).

Nach seinem Tod wurde zunächst seinem Wunsch gemäß in der Istanbuler St. Benedikt-Kapelle neben seiner Mutter Ilona Zrínyi beigesetzt, sein Herz und seine Manuskripte wurden hingegen nach Grosbois in Frankreich geschickt.

Im Jahr 1906 wurde seine Asche in die Heimat überführt und feierlich in der Krypta der St. Elisabeth-Kathedrale in Kaschau (Kassa, slowak. Košice) begraben.

Anlässlich seines 200. Geburtstages wurde dem legendären Fürsten zu Ehren am Kossuth-Platz vor dem Budapester Parlament ein vom Bildhauer János Pásztor entworfenes Reiterstandbild gewidmet. Sein Porträt findet man auch auf den heutigen 500-Forint-Banknoten.

Im Jahre 2015 erklärte die ungarische Nationalversammlung den 27. März zum nationalen Gedenktag an den Anführer des Unabhängigkeitskrieges, den Fürsten von Siebenbürgen und Ungarn Franz Rákóczi II.

Quelle: alfahir.hu/cum_deo_pro_patria_et_libertate_istennel_a_hazaert_es_a_szabadsagert

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