Südtirol: Ein Informationsdienst stellt sich vor

Bildquelle: suedtirol-info.at

In den Jahren 1945 veröf­fentlichte die von dem vor den Faschisten aus Südtirol geflüchteten Univ.-Prof. Dr. Eduard Reut-Nicolussi geleit­ete „Landesstelle für Südtirol“ der Nordtiroler Landesregierung eine Reihe wertvoller Dokumentationen, Presseerklärungen und Monatsberichte zur Südtirolfrage. Diese pub­lizis­tisch-doku­men­tarische Arbeit war ein wertvolles Hilfsmittel ebenso der öster­re­ichis­chen Staatspolitik wie der ver­ant­wor­tungsvollen Berichtstätigkeit der öster­re­ichis­chen und inter­na­tionalen Presse.

Univ.-Prof. Dr. Eduard Reut-Nicolussi (Bild links) hatte den Grundstein für die Informationsarbeit über Südtirol gelegt gehabt. Schriftleiter des 1963 ins Leben gerufenen „SID“ wurde der österreichische Völkerrechts- und Menschenrechtsexperte Univ.-Prof. Dr. Franz Gschnitzer (Bild rechts).
Univ.-Prof. Dr. Eduard Reut-Nicolussi (Bild links) hatte den Grundstein für die Informationsarbeit über Südtirol gelegt gehabt. Schriftleiter des 1963 ins Leben gerufe­nen „SID“ wurde der öster­re­ichis­che Völkerrechts- und Menschenrechts-experte Univ.-Prof. Dr. Franz Gschnitzer (Bild rechts).

Im Jahr 1963 wurde der Pressedienst „SID – Südtirol Information Dokumentation“ ins Leben gerufen.

Die Schriftleitung dieses her­aus­ra­gend infor­ma­tiven Pressedienstes hatte der ehe­ma­lige Südtirol-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Franz Gschnitzer (ÖVP) über­nom­men. Als Herausgeber fungierten der Nordtiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer ÖVP), der Nordtiroler Landesrat Rupert Zechtl (SPÖ) und der Journalist Benedikt Posch.

Der Pressedienst geriet in Bezug auf Südtirol des Öfeteren in Widerspruch zur Wiener Bundesregierung. Landeshauptmann Wallnöfer stand jedoch unwan­del­bar hin­ter Gschnitzer und dem von ihm vertrete­nen Kurs.

Als Herausgeber des „SID“ fungierten der Nordtiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer (ÖVP) und der Nordtiroler Landesrat Rupert Zechtl (SPÖ).

Heute ist die Situation in Nordtirol eine völ­lig andere. Den früheren Pressedienst „SID“ gibt es schon längst nicht mehr. Von der offiziellen Politik wird das Südtirol-Thema als erledigt ange­se­hen, die Ausübung einer „Schutzmachtrolle“ Österreichs gegen römis­che Autonomie-Aushöhlungen hat sich auf ein bloßes Lippenbekenntnis reduziert.

Es gibt auch seit dem Jahr 2006 keine eigen­ständige Südtirol-Abteilung mehr im Amt der Tiroler Landesregierung. Das berühmte „Referat S“ unter der Leitung der engagierten Frau Hofrat Dr. Viktoria Stadlmayer ist Geschichte. Und es gibt auch keine regelmäßige amtliche pub­lizis­tis­che Tätigkeit mehr in Form von Pressediensten zur Südtirol-Frage.

Um diese Lücke von pri­vater Seite her zu schließen, hat sich ein Kreis von Südtirol-Freunden in Südtirol, Nordtirol und dem übri­gen Österreich dazu entschlossen, die notwendige jour­nal­is­tis­che und doku­men­tarische Tätigkeit wieder aufzunehmen. Zu diesem Zweck wurde der „SID – Südtirol Informations-Dienst“ erneut ins Leben gerufen. Er wird in unregelmäßi­gen Abständen häu­fig erscheinen und Journalisten, Publizisten und anderen Interessierten kosten­frei über­sandt wer­den. Der „SID“ ist kein kom­merzielles Unternehmen.

Als Schriftleiter wird es mir ein Anliegen sein, durch ser­iöse und beleg­bare Information einen Beitrag dazu zu leis­ten, dass das Thema des bis­lang um seine Selbstbestimmung bet­ro­ge­nen südlichen Landesteils von Tirol nicht der Vergessenheit anheim­fällt.

Georg Dattenböck

Quelle: http://suedtirol-info.at/ein-informationsdienst-stellt-sich-vor/

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