Von Coudenhove-Kalergi bis Bilderberg: Die geheime Geschichte der Europäischen Union

Das Pan-Europäische Manifest von Richard Coudenhove-Kalergi

1922 ver­öf­fent­licht Graf Richard von Coudenhove-Kalergi sein berühm­tes Werk: Paneuropa – ein Vorschlag. Der öster­rei­chi­sch-unga­ri­sche Adelige macht sich die Analysen des hohen fran­zö­si­schen Beamten Louis Loucheur zu eigen und führt aus, dass die moder­nen Kriege gigan­ti­sche indus­tri­el­len Kapazitäten erfor­dern. Im Umkehrschluss ist es mög­lich, Konflikte zwi­schen Großmächten zu ver­mei­den, indem man ihre Ressourcen unter eine gemein­same Obrigkeit stellt. Ein neuer Krieg zwi­schen Deutschland und Frankreich ist mög­li­cher­weise zu ver­hin­dern, wenn die deut­sche Kohle und der fran­zö­si­sche Stahl unter die Aufsicht einer bina­tio­na­len Autorität gestellt wer­den. Im Laufe sei­ner Ausführungen, in die er in die­sem Fall die Gedanken Giovanni Agnellis über den euro­päi­schen Föderalismus als Gegenmittel zum revan­chis­ti­schen Nationalismus inte­griert, schlägt Coudenhove-Kalergi vor, wei­ter­zu­ge­hen und die Vereinigten Staaten von Europa nach dem Modell der ame­ri­ka­ni­schen zu schaf­fen. In sei­nem Sinne geht es auch darum, eine Europa-Macht zu grün­den, die fähig ist, ein Gegengewicht zu den neuen Blöcken wie USA, UdSSR und Großbritannien zu bil­den. Sein Europa reicht von Frankreich bis Polen.

1926 schafft Coudenhove-Kalergi eine Vereinigung, die Paneuropa-Union, die in Wien einen Kongress mit mehr als 2.000 Teilnehmern hält. Sein Vorschlag ist die fried­li­che Zusammenarbeit zwi­schen sou­ve­rä­nen Staaten. Die faschis­ti­sche Vision eines durch Gewalt zusam­men­ge­füg­ten Europas, wo die eth­ni­schen Regionen schwär­me­ri­sch über­trie­ben und die Nationalstaaten zer­stört wür­den, lehnt er ab. Er bringt die Unterstützung einer lan­gen Liste von Intellektuellen wie Guillaume Apollinaire, Albert Einstein, Sigmund Freud, Thomas Mann, José Ortega y Gasset, Pablo Picasso, Rainer Maria Rilke, Saint John Perse und ande­ren mit.

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Weiterführende Literatur:

Die Nazi-Wurzeln der „Brüsseler EU“ von August Kowalczyk, Paul Anthony Taylor, Aleksandra Niedzwiecki, Matthias Rath (2011)

Was Sie nicht wis­sen sol­len!: Einigen weni­gen Familien gehört die gesamte west­li­che Welt und nun wol­len sie den Rest! von Michael Morris (2011)

Die Vereinigten Staaten von Europa: Geheimdokumente ent­hül­len: Die dunk­len Pläne der Elite von Oliver Janich (2013)

Verkaufte Demokratie: Weg frei in die Sklaverei? von Milorad Krstic (2014)

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