Polnischer Innenminister: Attentat von Nizza ist Folge des Multikulturalismus

Mariusz Błaszczak (Foto: Adrian Grycuk / Wikimedia CC 3.0)

Von Olivier Bault

Der pol­nis­che Innenminister Mariusz Błaszczak von der kon­ser­v­a­tiven PiS-Partei wandte sich in einer Reaktion auf das Attentat von Nizza in schar­fer Form gegen die ver­harm­losenden Stellungnahmen auf die bish­eri­gen Attentate in Frankreich und in Belgien: „Dies war ganz klar ein weit­erer Terrorüberfall. Im November ver­gan­genen Jahres war es Paris, im März Brüssel, und jetzt Nizza. Das Problem, mit dem sich Westeuropa kon­fron­tiert sieht, ist die Folge einer jahrzehn­te­lan­gen fehlgeleit­eten Politik des Multikulturalismus und der poli­tis­chen Korrektheit, deren Auswirkungen sich heute zeigen“.

„Wir müssen die Dinge beim Namen nen­nen und die Konsequenzen ziehen“, so Błaszczak weiter. „Was hat man aus den Terroranschlägen von Paris gel­ernt, ein­schließlich des Terroranschlags vom Januar 2015? Man hat Friedensmärsche organ­isiert und Blumen in allen Farben des Regenbogens auf die Gehwege gemalt – eine klare Referenz zur LGBT-Bewegung. Und Frau Mogherini, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, ist gar in heiße Tränen aus­ge­brochen.“

Błaszczak lakonisch zu den Tränen von Federica Mogherini: „Tränen sind ver­ständlich bei betrof­fe­nen Familienangehörigen und Freunden, aber nicht bei poli­tis­chen Führern, welche die Sicherheit der Bürger zu gewährleis­ten haben. Versetzen Sie sich in die Lage eines Terroristen, der bereit ist, sein Leben zu opfern, wie das bei den islamis­chen Terroristen der Fall ist. Was soll er von dieser poli­tis­chen Macht hal­ten, was soll er über Frau Mogherini denken? Wird er davor etwa Angst haben? Hier geht es um das Problem, wie sich Macht präsen­tiert. Wer an der Macht ist, hat nicht zu weinen, son­dern hat die öffentliche Ordnung sowie Freiheit und Sicherheit der Bürger zu gewährleis­ten.“

Heftige Kritik übte Błaszczak auch an der Blindheit der europäis­chen poli­tis­chen Eliten: „Am Gründonnerstag, nach den Terroranschlägen von Brüssel, fand ein Treffen der EU-Innenminister statt. Ich war dort anwe­send, ebenso wie Herr Frans Timmermans, der Vizepräsident der Europäischen Kommission [„für die Verbesserung der Gesetzgebung, Beziehungen zwis­chen den Institutionen, die Rechtsstaatlichkeit und die Charta der Grundrechte“], also jener Herr, der uns Lektionen über unsere Verfassungsgerichtsbarkeit erteilen will. Ebendieser Herr brachte seine Verwunderung zum Ausdruck, warum die in Europa gebore­nen Nachkommen nordafrikanis­cher Einwanderer sich nicht mit den europäis­chen Werten zurechtfinden. Ich fragte ihn daraufhin, was er unter ‚europäis­chen Werten‘ ver­stehe, aber erhielt keine Antwort von ihm.“

Über die Vorbereitungen seines Landes zum Weltjugendtag am Ende des Monats wies der pol­nis­che Innenminister darauf hin, dass Frankreich sich in einer viel schwierigeren Lage als Polen befände. Auch Polen hätte sich in einer ähn­lichen Situation befun­den, wenn nicht der Regierungswechsel nach den Wahlen vom 25. Oktober 2015 stattge­fun­den hätte. Błaszczak wörtlich: „Wir wür­den jetzt tausende von Einwanderern aus dem Nahen Osten und aus Afrika im Lande haben, denn das ist es, was die frühere Regierungskoalition (PO-PSL) haben wollte. […] Aber Einwanderer aus Afrika und aus dem Nahen Osten passen nicht zu uns, das ist eine Tatsache.“

Quelle: visegradpost.com/fr/2016/07/18/attentat-a-nice-la-faute-du-multiculturalisme-selon-un-ministre-polonais/

Dieser Beitrag von Olivier Bault wurde ursprünglich auf Nouvelles de France veröf­fentlicht.

Übersetzt aus dem Französischen von Pedro Alemão.

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