Die SPÖ und die Grauen Wölfe

Bildquelle: www.facebook.com/sjoe.at

Die Sozialistische Jugend Österreichs (SJ) hat per Facebook öffent­lich Kritik an der Mutterpartei geübt, und zwar in ziem­lich def­ti­ger Form: „W(hat) T(he) F(uck)“ soll die­ser Austro-Türke mit unkla­ren par­tei­po­li­ti­schen Präferenzen und noch unkla­re­ren Hintergründen im tür­kisch-radi­ka­len Milieu auf einem Ticket der SPÖ im Bundesrat!?

Aber nicht nur die SJ erregte sich über die in Tirol offen­bar schon sehr kon­kret ange­dach­ten Personalrochaden der SPÖ, son­dern auch ein­fa­che Parteimitglieder, so etwa Frau Renate Rose [Name von der Redaktion geän­dert], deren Schreiben an sämt­li­che SPÖ-Granden wir hier in leicht ver­kürz­ter Form wie­der­ge­ben:

 

Von: Renate Rose
Gesendet: Mittwoch, 28. September 2016 23:52
An: doris.​bures@​parlament.​gv.​atchristian.​kern@​bka.​gv.​at; michael.​haeupl@​spoe.​at; klub@​spoe.​at; direkt@​spoe.​at;  gabriele.​heinisch-​hosek@​spoe.​at; sabine.​oberhauser@​spoe.​atrenate.​brauner@​wien.​gv.​at; nicole.​berger-​krotsch@​spw.​at; andrea.​brunner@​spoe.​at

Türkischer Nationalist Hasan Duran wird Mandatar im öster­rei­chi­schen Parlament – mit Hilfe der SPÖ
– zum Artikel nach unten scrol­len!

Ich frage mich, was den­ken sich Verantwortliche in der SPÖ eigent­lich???????? Besonders als Frau fühle ich mich dop­pelt bedroht!!! Mittlerweile muss man Angst vor natio­na­lis­ti­schen, isla­mis­ti­schen Personen haben, wenn man sich gegen Islamismus, IS, men­schen­ver­ach­tende, tra­di­tio­nelle und „reli­giöse“ Praktiken aus­spricht, die in Europa abso­lut fehl am Platz sind! Religionsfreiheit wird benutzt um unsere Demokratie zu unter­wan­dern und die Allgemeinen Menschenrechte zu negie­ren!

Ich ver­lange die ehest­mög­li­che Einführung eines ver­pflich­ten­den Ethikunterrichts, die Schließung isla­mi­scher Kindergärten und Schulen! Ebenso muss die Verfassung dahin­ge­hend geän­dert wer­den, dass Leuten, auch nach einer 6-jäh­ri­gen Staatsangehörigkeit, die Staatsbürgerschaft aberkannt wer­den kann. Es müs­sen  ver­pflich­tende Werte/​Ethikkurse auch für Erwachsene ein­ge­führt wer­den. Diese kön­nen, bevor Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung ver­län­gert wer­den, statt­fin­den. Mit einem Abschlusstest soll fest­ge­stellt wer­den, ob die Menschen Demokratie und Menschenrechte respek­tie­ren. Unterstützung für Menschen, die vor Unterdrückung, Folter und Krieg geflo­hen sind, aber kei­nen Asylstatus, son­dern nur sub­si­dä­ren Schutz für jene, deren Einstellung unge­klärt ist und Abschiebung von Personen, die sich an Frauen und Kindern ver­grei­fen oder schwere Verbrechen bege­hen!

Es darf nie ver­ges­sen wer­den, dass wir das Recht auf Bringschuld haben und dass fried­li­che, dank­bare und inte­gra­ti­ons­wil­lige Menschen, wegen der Leute, die unser System nut­zen um es zu zer­stö­ren, die ers­ten Opfer reak­tio­nä­rer, tra­di­tio­nel­ler, angeb­lich reli­giö­ser Umtriebe sind!  Eine Ursache: Die Entwicklung der Parallelgesellschaft ist in den letz­ten Jahre exor­bi­tant gestie­gen!

Religionsfreiheit bedeu­tet auch „FREI VON RELIGION“ sein zu dür­fen! Nicht nur ich fühle mich von „reli­giö­sen“ Äußerlichkeiten beläs­tigt. Es ist über­fäl­lig, dass sich Österreich/​Europa säku­la­ri­siert und Religionen den Platz ein­neh­men, der ihnen zusteht! Nämlich Ausübung im Privatbereich und ohne per­ma­nent durch äußer­li­chen Mummenschanz und Forderungen im Namen einer Religion Andersdenkende zu beläs­ti­gen! Dazu gehört auch die grau­en­volle Praktik des Schächtens! Die erste Forderung würde Frauen und Mädchen, die durch ihre Familien zu Verschleierungen unter­schied­lichs­ter Art gezwun­gen wer­den, von einem unge­heu­ren Druck befreien. Alle ande­ren haben sich anzu­pas­sen! Es gibt lei­der viel zu viele men­schen­ver­ach­tende isla­mi­sche Länder, in denen sie sich um Aufnahme bemü­hen kön­nen. Dies gilt im Besonderen für Anhänger der Muslimbrüder, Grauen Wölfe/​Milli Görus/​ATIB/​AKP/​Erdogan, die sehr viel Unfrieden in unser schö­nes Österreich brin­gen! Religionen und Nationalismen sind die Ursachen für Krieg, Verfolgung und Folter und soll­ten im 21. Jhdt. nicht noch geför­dert wer­den, denn sie ver­hin­dern ein fried­li­ches Zusammenleben der Menschen, wenn Leute, auf­grund der­ar­ti­ger Prägungen und Vorurteile einen Weg ein­schla­gen, der unab­wend­bar zu Konflikten führt! Es darf nicht sein, dass das Menschenrecht auf Religionsfreiheit (mit allen Absurditäten) viele andere Menschenrechte igno­riert. […]

Keine Toleranz bei Intoleranz!

Hochachtungsvoll

Renate Rose

*     *     *

Hier einige Auszüge aus dem oben erwähn­ten Artikel:

www​.semio​sis​.at/​2​0​1​6​/​0​9​/​2​3​/​t​u​e​r​k​i​s​c​h​e​r​-​n​a​t​i​o​n​a​l​i​s​t​-​w​i​r​d​-​m​a​n​d​a​t​a​r​-​i​m​-​o​e​s​t​e​r​r​e​i​c​h​i​s​c​h​e​n​-​b​u​n​d​e​s​r​a​t​-​m​i​t​-​h​i​l​f​e​-​d​e​r​-​spoe/

Die Millî Görüş-Bewegung ist in der SPÖ offen­bar will­kom­men:

Türkischer Nationalist Hasan Duran wird Mandatar im öster­rei­chi­schen Parlament – mit Hilfe der SPÖ

Streitpunkt Genozid an den ArmenierInnen:

Hasan Duran ist glü­hen­der tür­ki­scher Nationalist, bis zur letz­ten Konsequenz. Auf sei­ner Facebook-Seite ruft er zum Beispiel dazu auf, gegen ein Mahnmal zu pro­tes­tie­ren, das an den tür­ki­schen Völkermord an den Armeniern 1915 bis 1916 erin­nern soll. Auch einen Bericht in Tirol Heute über die Proteste gegen die­ses Mahnmal hat Duran online gestellt. Laut Bericht der Tiroler Tageszeitung wird Duran zudem eine Nähe zu den Grauen Wölfen und der ultra­rech­ten tür­ki­schen Partei MHP nach­ge­sagt. Diese pro­pa­gie­ren das Türkentum als eine den ande­ren im Prinzip über­le­gene Nationalität. Der erwie­sene Völkermord an den Armeniern wird von ihm im hier ein­ge­klink­ten Beitrag als eine Sicht unter ande­ren dar­ge­stellt. Man könne dar­über so oder so den­ken, bis ein Höchstes Gericht ent­schei­det. Die eigene natio­nale Identität dürfe nicht mit dem Blut der geschätzt 1,5 Millionen arme­ni­schen Opfer des tür­ki­schen Terrors besu­delt wer­den.

Obwohl Duran in Verbindung mit den rechts­na­tio­na­len „Grauen Wölfen“ in der Türkei steht und den Gedenkstein in Innsbruck für den Völkermord an den Armeniern ablehnt, wird er in Kauf genom­men. Schließlich soll damit ein Nachrücken des in der Partei unge­lieb­ten Klaus Gasteiger in den Landtag ver­hin­dert wer­den.

Nach ergeb­nis­lo­sen Gesprächen mit Duran über des­sen umstrit­tene poli­ti­sche Ansichten stellte Noch-Parteichef Ingo Mayr ges­tern gegen­über der TT end­gül­tig klar, „dass Duran nicht wie­der in die SPÖ auf­ge­nom­men wird“. Sollte es nicht doch noch zu einer Lösung kom­men, werde Duran wil­der Abgeordneter im Bundesrat sein.

Besonders der letzte Satz lässt auf­hor­chen…

*     *     *

Von all den ange­schrie­be­nen SPÖ-Granden kam übri­gens nur ein ein­zi­ges Antwortschreiben, und zwar aus dem Parlament:

Von: Fiala Gabriela [mailto:Gabriela.Fiala@parlament.gv.at]
Gesendet: Mittwoch, 19. Oktober 2016 17:01
An: Renate Rose

Sehr geehrte Frau Rose!

Vielen Dank für Ihr Schreiben an Frau Nationalratspräsidentin Doris Bures, die mich gebe­ten hat, Ihnen zu ant­wor­ten.

Bitte ver­zei­hen Sie, dass ich das urlaubs­be­dingt erst jetzt tue. Zwischenzeitlich haben sich die Dinge in Tirol – wohl auch unter Berücksichtigung der von Ihnen ange­führ­ten Bedenken – anders ent­wi­ckelt, als im u.a. Artikel ange­kün­digt, sodass Hr. Hasan Duran NICHT auf einem SPÖ-Mandat in den Bundesrat ein­zie­hen wird.

Ich bin mir sicher, dass nicht nur Sie diese Entscheidung gut­hei­ßen.

Mit freund­li­chen Grüßen

Gabriela Fiala
Büro der Präsidentin des Nationalrates Doris Bures

*     *     *

Mal sehen, ob’s hält, was die Frau Nationalratspräsidentin aus­rich­ten lässt oder ob die inner­par­tei­li­che Türkenlobby nicht doch noch einen wei­te­ren „Meinungsumschwung“ bei der SPÖ bewirkt…

Hier zum Nachlesen der Artikel Die Grauen Wölfe sind längst in der Politik, der urspüng­lich am 16. März 2016 in der Lokalzeitschrift „Salzburger Fenster“ ver­öf­fent­licht wurde; auf der Internetseite www​.salz​bur​ger​-fens​ter​.at ist der Artikel mitt­ler­weile bereits ver­schwun­den – warum wohl?

 

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