Wien: Immer weniger Österreicher, immer mehr Migranten

Dr. Andreas Unterberger

Von Andreas Unterberger *)

Eine der der­zeit meist­ver­brei­te­ten Unwahrheiten lau­tet: Wien wächst, weil so viele Menschen aus den Bundesländern in die Hauptstadt zie­hen. Nichts ist jedoch fal­scher als diese Behauptung. Das lässt sich sehr leicht bewei­sen. Wahr ist näm­lich: Wien wächst zwar, es wächst sogar rapide – aber ein­zig und allein durch Zuzug aus dem Ausland, durch Arbeitsmigranten aus den EU-Ländern und durch Asylmigranten aus Nicht-EU-Ländern in Asien und Afrika. Die Zahl der Österreicher in Wien schrumpft hin­ge­gen. Und zwar im Unterschied zum Rest der Republik.

Das zei­gen die Zahlen der Wahlberechtigten ganz ein­deu­tig. Deren Zahl ist in Wien – neben Kärnten – als ein­zi­gem Bundesland geschrumpft, wenn man die Daten der letz­ten Nationalratswahl mit denen der vor­letz­ten ver­gleicht. Die Zahl schrumpft, obwohl durch die hef­tig betrie­be­nen Staatsbürgerschaftsverleihungen ohne­diese all­jähr­lich Tausende Migranten von einem Tag zum ande­ren zu Österreichern und damit Wahlberechtigten wer­den. Dieser besorg­nis­er­re­gende Umstand wird von der stadt­of­fi­zi­el­len Propaganda frei­lich geheim­ge­hal­ten.

Aber die Zahlen der Wahlberechtigten las­sen sich nicht ver­heim­li­chen. Denn die müs­sen bei jeder Wahl ver­öf­fent­licht wer­den. Man braucht sich bloß die Mühe zu machen, sie mit den Zahlen der letz­ten Wahl zu ver­glei­chen. Diese Zahlen zei­gen näm­lich exakt die Menge der öster­rei­chi­schen Staatsbürger ab 16 Jahren, die in jedem Bundesland und jeder Gemeinde woh­nen.

Im schein­bar so rasch wach­sen­den Wien ist deren Zahl in die­sem Vergleich um 1234 Köpfe geschrumpft, in Niederösterreich, dem offen­sicht­lich attrak­tivs­ten Bundesland Österreichs, ist sie hin­ge­gen in der glei­chen Zeit um 20.642 gestie­gen. Auch in Oberösterreich und Tirol macht der Zuwachs eine fünf­stel­lige Zahl aus. Gesunken ist sie nur in Wien und Kärnten. Das sind bezeich­nen­der­weise zwei SPÖ-regierte Länder. Das Burgenland ist das ein­zige SPÖ-regierte Bundesland, das noch einen Zuwachs an Staatsbürgern hat.

Diese Zahlen sind ein star­kes Indiz, dass die­ser signi­fi­kante Trend mit der wirt­schafts- und damit arbeits­platz­feind­li­chen Politik der SPÖ zu tun hat. Diese Vermutung wird auch durch die Zahlen aus den gro­ßen Städten gestützt. Dort gibt es in den SPÖ-regier­ten Städte Linz und Salzburg ein kla­res Minus an öster­rei­chi­schen Einwohnern, wäh­rend die bür­ger­lich regier­ten Städte Graz (plus 6632!) und Innsbruck ein ebenso kla­res Österreicher-Plus auf­wei­sen.

Das in Wien aller­or­ten statt­fin­dende Zubetonieren zahl­lo­ser Flächen erfolgt also kei­nes­wegs zuguns­ten von irgend­wel­chen in die Hautstadt zie­hen­den Österreichern, son­dern aus­schließ­lich für Migranten. Und – noch pro­ble­ma­ti­scher – für Spekulanten. Siehe etwa die kata­stro­pha­len Hochhauspläne im Wiener Stadtzentrum. Zugunsten der Immigranten hat sich die Wiener Stadtmehrheit heuer sogar ein Gesetz gebas­telt, dass sie auch in Parks und im Wald- und Wiesengürtel „vor­über­ge­hend“ bauen darf.

Die öster­rei­chi­schen Staatsbürger hin­ge­gen flüch­ten in immer grö­ße­rer Zahl in den nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Speckgürtel rund um Wien. Dort bilan­zie­ren alle Bezirkshauptmannschaften ein mas­si­ves Bürgerwachstum. Dort wird daher auch viel gebaut, aber nir­gendwo gibt es sol­che schlim­men Bausünden wie in Wien, wo vom Ringstraßenviertel bis zu den alten Heurigenvororten die (mut­maß­lich spen­den­freu­dige) Oligarchen- und Betonlobby offen­sicht­lich fast unge­hin­dert wüten kann. Wo es auch nie­man­den schert, dass der Rechnungshof auf­ge­deckt hat, wie sehr Grundstücke unter dem Marktwert an (mut­maß­lich mit der Partei gut ver­netzte) Käufer ver­schleu­dert wer­den.

Genauso schlimm: Parallel mit der Entösterreicherung der Bevölkerung ver­schlech­tern sich auch alle öko­no­mi­schen Kennziffern Wiens. So fällt Wien gegen­über den ande­ren Bundesländern in Sachen Kaufkraft zurück, und erst recht gegen­über inter­na­tio­na­len Metropolen. Die Kaufkraft der Wiener hat ein rea­les Minus erlit­ten, wäh­rend im Rest Österreichs gleich­zei­tig ein ech­tes Plus zu ver­zeich­nen ist. Dazu kommt die Tatsache, dass in Wien die Arbeitslosigkeit im Österreichvergleich weit­aus am höchs­ten ist und fast jeden Monat wei­ter am schnells­ten wächst, beson­ders die von Jugendlichen. Zugleich hat sich die Verschuldung Wiens in den letz­ten zehn Jahren mehr als ver­drei­facht – trotz zahl­lo­ser exor­bi­tan­ter Gebührenerhöhungen.

Diese kata­stro­phale Entwicklung der Stadt lässt sich auch am Vergleich zwi­schen den jetzt im Rathaus han­deln­den Personen und ihren Vorgängern fest­ma­chen. In Sachen kul­tu­rel­ler Bedeutung und Engagement für die Schönheit der Stadt waren einst die Herren Zilk und Mauthe von enor­mer Bedeutung. Heute hin­ge­gen ist nicht ein­mal im Gemeinderat, geschweige denn in der Stadtregierung irgend­je­mand zu fin­den, der dafür wirk­lich Interesse hätte.

Und in Sachen Wirtschaft und Finanzen kann man nur nost­al­gisch von den Namen Rieder, Mayr, Slavik und Schaumayer träu­men. Diese haben alle­samt spar­sa­mes Haushalten und eine gesunde wirt­schaft­li­che Entwicklung der Stadt zu ver­bin­den gewusst. Das waren übri­gens fast lau­ter SPÖ-Exponenten. Heute haben wir eine Frau Brauner und einen Herrn Häupl, die beide mit tota­ler Wurschtigkeit die Hauptschuld am kata­stro­pha­len wirt­schaft­li­chen Niedergang der Stadt tra­gen. Zuerst hat Häupl das Tafelgold der Stadt ver­juxt – näm­lich die einst blü­hende Zentralsparkasse vulgo Bank Austria. Diese musste auch trotz des Griffs nach den gewal­ti­gen Stillen Reserven der (feind­lich über­nom­me­nen) Creditanstalt letzt­lich ans Ausland ver­kauft wer­den, ohne dass Wien irgend­et­was davon geblie­ben wäre. Als die Bank aus­ge­höhlt und weg war, blieb nur noch das Schuldenmachen.

Der Rest der jet­zi­gen Stadtregierung wird mit einer ein­zi­gen Ausnahme (dem Wohnbaustadtrat, der als letz­ter Sozialdemokrat des alten seriö­sen Typs gel­ten kann) von Linksradikalen, Kampffeministinnen und ver­bis­se­nen Völkerwanderungs-Befürworterinnen geprägt, die pri­mär für eine mög­lichst hohe Mindestsicherung für Asylanten kämp­fen und dafür, dass die Wiener Beamten die höchs­ten Bezüge aller öster­rei­chi­schen Ärmelschoner-Träger haben. Sie haben sogar ver­hin­dert, dass die rie­si­gen Scharen von Asylanten- und Migranten-Kindern zuerst brauch­bar Deutsch ler­nen müs­sen, bevor sie am nor­ma­len Unterricht teil­neh­men dür­fen.

 

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*) Dr. Andreas Unterberger ist Publizist und Politikwissenschafter. Er war Chefredakteur der „Presse“ und der „Wiener Zeitung“ und ist heute als freier Publizist und Kolumnist tätig. Autor von Österreichs meist­ge­le­se­nem Internet-Blog „Andreas Unterbergers nicht ganz unpo­li­ti­sches Tagebuch” (www​.andreas​-unter​ber​ger​.at) sowie Vorstandsmitglied des Hayek Instituts und des Clubs unab­hän­gi­ger Liberaler.
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