Freiwillige Preisgabe der Südtirol-Autonomie? Dafür wurden die schweren Opfer nicht erbracht!

Dieses Bild zeigt den an den Folgen der Folter in der Haft verstorbenen Franz Höfler aus Lana in der Totenkammer. Das Bild wurde damals heimlich aufgenommen.

Der von ehe­ma­li­gen poli­tis­chen Häftlingen und Freiheitskämpfern gegrün­dete „Südtiroler Heimatbund“ (SHB) ist eine über­parteiliche Vereinigung und mis­cht sich in parteipoli­tis­che Belange nicht ein, erk­lärt dessen Obmann Roland Lang. Bei der Abstimmung über die Verfassungsreform am 4. Dezember 2016 han­delt es sich aber um eine über­ge­ord­nete Frage der Zukunft Südtirols.

Eingriffsrecht des Staates mit einer Generalvollmacht zemen­tiert

Die Verfechter des „JA“ zur Verfassungsreform sprechen nicht gerne davon, dass die neue zen­tral­is­tis­che Verfassung in ihrem Artikel 117 vor­sieht, dass der Staat mit Staatsgesetz in die Landeskompetenzen ein­greifen kann, „wenn die Wahrung der juridis­chen oder wirtschaftlichen Einheit der Republik oder die Wahrung des nationalen Interesses dies erfordert.“

Wir wis­sen, erk­lärt SHB-Obmann Roland Lang dazu, dass der­art dehn­bare Bestimmungen stets dazu benutzt wor­den sind, staatliche Eingriffe in die Autonomie abzu­sich­ern. Auch in Zukunft wird der römis­che Verfassungsgerichtshof angesichts dieser Generalvollmacht in einem Rechtsstreit nicht auf der Seite Südtirols ste­hen.

Dafür wur­den die Opfer nicht gebracht

Die poli­tis­chen Häftlinge der 1960er Jahre haben schwere Folterungen erlit­ten, einige blieben ihr Leben lang invalid. Sie haben ins­ge­samt viele Jahrzehnte in ital­ienis­chen Kerkern ver­bracht. Ihre Familien lebten in Armut und Not. Sepp Kerschbaumer, Anton Gostner und Franz Höfler star­ben im Gefängnis einen viel zu frühen Tod. Luis Amplatz wurde im Auftrag des Staates ermordet. Andere mussten fliehen und haben ihre Heimat ver­loren.

Sepp Kerschbaumer, damals SVP-Obmann in Frangart und Begründer des „Befreiungsausschusses Südtirol“ (BAS), im Kreise seiner Familie.
Sepp Kerschbaumer, damals SVP-Obmann in Frangart und Begründer des „Befreiungsausschusses Südtirol“ (BAS), im Kreise seiner Familie.

Diese Opfer haben nicht die erhoffte Selbstbestimmung gebracht, aber doch maßgebend zur Erreichung einer Autonomie beige­tra­gen, welche bis jetzt das Überleben der deutschen und ladinis­chen Volksgruppe in ihrer Identität ermöglicht hat.

Und nun soll das Erreichte mit einem Streich dem Belieben Roms preis­gegeben wer­den? Dafür haben die Freiheitskämpfer nicht ihre schw­eren Opfer erbracht und dafür hat auch ein Dr. Magnago nicht mehr als 10 Jahre lang in zähen Verhandlungen gekämpft, betont Roland Lang abschließend.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

 

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