Am Wochenende erneut mehr als 170 illegale Grenzüberschreitungen … und 3,5 Millionen warten noch in der Türkei

Migranten an der ungarischen Grenze

174 ille­gale Grenzüberschreitungen wur­den in Ungarn in der Zeit von Freitag bis Sonntag regis­triert. László Toroczkai, der Bürgermeister der unga­ri­schen Grenzgemeinde Ásotthalom, spricht von einer „Ruhe vor dem Sturm“, da er befürch­tet, dass die Türkei bald die Grenztore für 3,5 Millionen Migranten nach Europa öff­nen wird.

Laut dem Online-Portal police​.hu wur­den am Freitag 33, am Samstag 16 und am Sonntag 122 Menschen wegen ille­ga­ler Grenzüberschreitung fest­ge­nom­men und von Polizei und Militär zu den pro­vi­so­ri­schen Sicherheitsgrenzsperren an der ser­bisch-unga­ri­schen Grenze zurück­ge­bracht. Innerhalb Ungarns und an ande­ren Abschnitten der Schengen-Außengrenze wur­den wäh­rend des ver­gan­ge­nen Wochenendes drei Menschen wegen ille­ga­ler Grenzüberschreitung ver­haf­tet.

Nach den neuen Regeln, die am 5. Juli in Kraft getre­ten sind, wer­den die­je­ni­gen, die wegen ille­ga­ler Grenzüberschreitung inner­halb einer Entfernung von acht Kilometern von der ser­bi­schen oder kroa­ti­schen Grenze auf­ge­hal­ten wer­den, zu den Toren am Grenzzaun zurück­ge­bracht und es wird ihnen eine Wegbeschreibung zur nächs­ten regu­lä­ren Transitzone gege­ben. Gegen die­je­ni­gen, die nach­weis­lich den Grenzzaun oder eine Absperrung beschä­digt haben bzw. gegen die der Verdacht des Menschenschmuggels (Schleuserei bzw. Schlepperei) besteht, wird eine Strafverfolgung ein­ge­lei­tet. Gegen Personen, die am rumä­ni­schen oder ukrai­ni­schen Grenzabschnitt ver­haf­tet wer­den, wird ein frem­den­po­li­zei­li­ches Verfahren ein­ge­lei­tet.

Laut Polizeistatistiken wur­den letzte Woche im ser­bisch-unga­ri­schen Grenzgebiet ins­ge­samt 201 Personen ver­haf­tet und zur Grenze zurück­ge­bracht. In der ver­gan­ge­nen Woche – vom 14. bis zum 20. November – betrug diese Zahl 271. An ande­ren Strecken der Grenze und inner­halb Ungarns wur­den letzte Woche 25 Menschen wegen ille­ga­ler Grenzüberschreitung ver­haf­tet.

Ruhe vor dem Sturm

László Toroczkai, der Jobbik-Bürgermeister der unga­ri­schen Grenzgemeinde Ásotthalom, spricht von einer „Ruhe vor dem Sturm“, da er befürch­tet, dass die Türkei bald die Grenztore für 3,5 Millionen Migranten nach Europa öff­nen wird.

Über die mas­sen­haf­ten Grenzverletzungen der letz­ten Tage berich­tet er auf sei­ner Facebook-Seite:

„61 Personen, d.h. bereuts eine klei­nere Armee brach heute Morgen bei Ásotthalom nach Ungarn ein. Sie haben den Grenzzaun ein­fach durch­bro­chen. Gerade neben mei­nem Gehöft wur­den sie von der unga­ri­schen Polizei und Armee auf­ge­hal­ten. Die Schar bestand aus­schließ­lich aus kräf­ti­gen mus­li­mi­schen Männern, die aus Afghanistan, Bangladesch und Pakistan kamen. In den bei­den letzt­ge­nann­ten Länder wird kein Krieg geführt.

Obwohl seit dem Referendum über die EU-Umsiedlungsquoten für Flüchtlinge in den unga­ri­schen Medien weni­ger dar­über gespro­chen wird, dass die neuen Eroberer in Scharen nach Europa strö­men, ist es eine Tatsache, dass die unga­ri­sche Grenze wei­ter­hin jeden Tag unter Belagerung steht. Allerdings ist es für die Leute hier nicht ein­fach durch­zu­kom­men, wäh­rend sie anderswo, zum Beispiel in Italien, wei­ter­hin unge­hin­dert nach Europa her­ein­strö­men kön­nen. Es ist wohl bes­ser nicht dar­über nach­zu­den­ken, was pas­sie­ren würde, wenn die Türkei ihre Drohung wahr­macht und 3,5 Millionen wei­tere Migranten nach Europa durch­lässt, die natür­lich über die Balkanroute zie­hen wür­den. Die Türkei begibt sich mit die­ser Drohung zum Glück jeder Chance auf eine Mitgliedschaft bei der Europäischen Union. Zum Glück, denn wenn es anders käme, dann müss­ten wir fast 80 Millionen mus­li­mi­sche Türken, Kurden und Araber nach Europa her­ein­las­sen… “

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