Sprecher der Europäischen Kommission: an die Opfer von Castro zu erinnern ist eine „engstirnige” Auffassung

Quelle: alfahir.hu

Jene beschränkten reaktionären Geister, die noch nicht in der Lage sind, Fidel Castro als einen revolutionären Führer, Held von vielen und als eine historische Persönlichkeit zu sehen, erhielten jetzt einen gebührenden Rüffel – und zwar von niemand geringerem als dem Sprecher der Europäischen Kommission.

Margaritis Schinas bestätigte am Montag auf einer Pressekonferenz, dass Jean-Claude Juncker den Standpunkt der Kommission darlegte, als er den kommunistischen Führer einen „Held von vielen“ nannte. Der Sprecher erklärte wörtlich, die Europäische Union „stemple Castro nicht zum Diktator ab“.

Juncker bezeichnete den kubanischen Führer am Samstag in seiner Mitteilung als „historische Figur des letzten Jahrhunderts“, mit dessen Tod „die Welt einen Mann verloren hat, der ein Held für viele war.“ Laut Schinas habe der Präsident der EK „den historischen Weg von Fidel Castro in ausgeglichener Weise gewürdigt“, indem er ihn nur als einen „Held von vielen“, jedoch nicht allgemein als „Held“ bezeichnete.

Dies kann über fast alle blutigen Massenmörder der Welt gesagt werden, weil angefangen von Hitler, Stalin, Pol Pot über Mao bis Osama bin Laden alle in den Augen ihrer Anhänger als Helden angesehen wurden.

Es scheint, dass nach der Lehre von Brüssels neuer historischer Schule in der Zukunft auf die Empfindlichkeiten ihrer Anhängerschaft Rücksicht genommen werden soll, indem nur darauf zu achten ist, dass „in ausgeglichener Weise gewürdigt“ wird.

Der Sprecher der Europäischen Kommission wies im Namen dieser Auffassung einen tschechischen Reporter zurecht, der auf die unzähligen Menschen hinwies, die durch das Castro-Regime ermordet und eingesperrt wurden, und auch erwähnte, dass der kommunistische Diktator die sowjetische Besetzung der Tschechoslowakei im Jahre 1968 ebenfalls unterstützt hatte. Schinas schulmeisterte den tschechischen Journalisten, indem er ihm erklärte, dass solche Probleme in der „historischen und globalen Perspektive“ zu sehen sind und es ein „sehr engstirniger“ Ansatz sei, an die Opfer der kommunistischen Diktatur zu erinnern.

Leider hat diese progressive Sicht der Geschichte noch nicht die gesamte Europäische Kommission durchdringen können. So war die für Handelsfragen zuständige Kommissarin Cecilia Malmström offenbar noch nicht in der Lage, ihren Horizont „global“ zu erweitern, da sie sich in einem Twitter-Eintrag am Samstag nicht genierte, Castro einen „Diktator“ zu nennen, der „sein Volk 50 Jahre lang unterjocht hat.“ Die schwedische Politikerin richtete sogar einen Seitenhieb gegen ihre in der EK sitzenden Kollegen, indem sie ihr Unverständnis wegen der „in den Nachrichten zu hörenden Lobreden“ äußerte.

Schinas kommentierte jedenfalls kurz angebunden: „Vielleicht (!!!) gibt es in Kuba keine Meinungsfreiheit, aber sehr wohl gibt es diese in der Europäischen Kommission“. Und er fügte eilig hinzu: Malmströms Meinung, wenn sie Castro als „Diktator“ bezeichnet, spiegelt nicht den Standpunkt der Kommission wieder.

Quelle: http://alfahir.hu/az_eb_szovivoje_oktat_castro_aldozataira_emlekeztetni_szuk_latokoru_megkozelites