Entfernungen von Kreuzen aus öffentlichen Gebäuden in Südtirol

Walter Frick

In Österreich ist eine neuer­liche Debatte um ein Kreuzverbot ent­flammt. Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) hatte am Mittwoch angeregt, im Hinblick auf das neue Integrationsgesetz, das ein Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst vor­sieht, mit allen Religionsgesellschaften zu klären, ob das Kreuz in Schulen und in Gerichtsgebäuden noch zeit­gemäß ist und ob sie bleiben kön­nen.

Mittlerweile ist die Kruzifix-Debatte auch in Südtirol wieder ein poli­tis­ches Thema. So stellt sich die Grünen-Politikerin Brigitte Foppa auf die Seite der SPÖ-Staatssekretärin und spricht sich eben­falls für eine Entfernung der Kreuze aus den Schulen aus. Wenn sich Italien als laizis­tis­cher Staat beze­ich­net, so ist die Berechtigung des Kreuzes im öffentlichen Raum in Frage zu stellen, entweder haben darin alle Religionen Platz oder keine, meint Foppa.

Im März 2011 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg in let­zter Instanz entsch­ieden, dass Kruzifixe in ital­ienis­chen Schulen hän­gen dür­fen und nicht aus Rücksicht auf nicht-christliche Schüler oder deren Eltern ent­fernt wer­den müssen. Dieser Ansicht sind selb­stver­ständlich auch wir Freiheitlichen. Es kann nicht sein, dass aus falscher Rücksicht gegenüber Andersgläubigen das Kreuz aus öffentlichen Gebäuden ver­schwinden muss!

Es ist nicht bewiesen, ob ein Kruzifix einen Einfluss auf die Schüler hat, auch wenn es in erster Linie als religiöses Symbol zu betra­chten sei. Selbstverständlich kommt es auch auf das Südtiroler Volk an, ob es noch mehrheitlich die christlichen Werte lebt oder nicht? Denn es sind nicht die Migranten, die in erster Linie die Entfernung der Kruzifixe ver­lan­gen, son­dern unsere eige­nen Leute. Das sollte auch mal zu denken geben!

Wenn sich eine Brigitte Foppa von den Grünen sowie andere Menschen in Südtirol mit starker linker Prägung für ein Kreuzverbot in öffentlichen Gebäuden aussprechen, muss der Gedanke erlaubt sein, ob uns der Wohlstand in dieser Angelegenheit mehr schadet als nützt!

Der Freiheitliche Landesparteiobmann Stellvertreter
Walter Frick

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