Österreichische Asylbehörde will Afghanen loswerden

Migranten in Ásotthalom, Ungarn

Während in Deutschland noch über Afghanistan als siche­res Herkunftsland gestrit­ten wird, schafft Österreich, das vor dem glei­chen Problem mit zahl­rei­chen afgha­ni­schen „Flüchtlingen“ steht, Tatsachen. Das öster­rei­chi­sche Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) in Graz hat jetzt einem inzwi­schen voll­jäh­ri­gen Afghanen den Bescheid erteilt, daß sich die Verhältnisse in sei­ner Heimat zum bes­se­ren ent­wi­ckelt hät­ten, wes­halb er in Österreich kei­nen Schutz mehr bean­spru­chen könne. Wörtlich heißt es in dem Bescheid: „Sie sind durch eine Rückkehr nach Afghanistan kei­ner rea­len Gefahr mehr aus­ge­setzt.” Aufgrund der „nun­meh­ri­gen Volljährigkeit” komme außer­dem „Kabul als inner­staat­li­che Fluchtalternative in Betracht”: Es sei dem Mann zumut­bar, sich in Kabul eine Existenz auf­zu­bauen.
Daher, so der Bescheid, werde dem jun­gen Mann der sub­si­diäre Schutz „aberkannt”. Die ent­spre­chende Aufenthaltsberechtigung werde ihm ent­zo­gen, seine Abschiebung nach Afghanistan sei zuläs­sig.
Afghanen sind der­zeit in Österreich die zweit­stärkste Gruppe an Asylbewerbern, gleich nach den Syrern. Aber nur rund ein Fünftel der Anträge wird posi­tiv beschie­den. Stattdessen erhal­ten viele afgha­ni­sche Flüchtlinge nur „sub­si­diä­ren“ Schutz, weil für sie – bis­her – im Fall einer Rückkehr Gefahr für Leben oder Unversehrtheit bestünde. Insgesamt genie­ßen meh­rere tau­send Afghanen der­zeit in Österreich sub­si­diä­ren Schutz.

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