Türkei-Referendum: Erdogan gewinnt mit 51,3%

flickr.com/ AMISOM Public Information (CC0 1.0)

Obwohl die Wahlwerbetrommel, oder mit ande­ren, bes­se­ren, Worten gesagt: die Propagandamaschinerie hoch­tou­rig lief, ent­schied sich die Mehrheit nur knapp für die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei – lei­der reicht das trotz­dem.

51,3% der Stimmen (bei 99% Auszählungsgrad) konnte das tür­ki­sche Staatsoberhaupt, Recep Taypip Erdogan, von der macht­aus­bau­en­den Kompetenzerweiterung für den Präsidenten über­zeu­gen, schon Umfragewerte sag­ten ein knap­pes Rennen vor­aus. Besonders ein­deu­tig waren die Ergebnisse aller­dings unter den Auslandstürken: In Belgien gab es 75,1 Prozent Ja-Stimmen, in Deutschland auch über 60 Prozent. In Österreich stimm­ten laut „Ö24“ 73,23 Prozent der Türken für Erdogan.

Das gibt vor allem des­halb zu den­ken, weil die Auslandstürken von der Zukunft der Türkei in ter­ri­to­ri­al­ge­setz­li­cher Hinsicht kaum betrof­fen sein wer­den, aller­dings haben sie nun indi­rekt ihre Integrationsbereitschaft und vor allem ihr wah­res Gesicht gezeigt, näm­lich dass sie fest an der Türkei und an dem mehr als umstrit­te­nen Präsidenten fest­hal­ten.

Was nun aller­dings völ­lig aus der Welt scheint, ist der mög­li­che EU-Beitritt der Türkei. In die­sem Punkt sind sich sogar die ansons­ten völ­lig kon­trär poli­ti­sie­ren­den Abgeordneten der FPÖ und der Grünen einig: „Medien gleich­ge­schal­tet; Opposition ein­ge­sperrt; lan­des­weit Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung; Autobusabstimmungen in Österreich und Deutschland – und trotz­dem nur eine hauch­dünne Mehrheit. Damit ist eines klar: Unter fai­ren demo­kra­ti­schen Verhältnissen hätte Erdoğan ver­lo­ren.“, schrieb bei­spiels­weise der grüne Peter Pilz auf Facebook.

 

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