2.041 Nicht-EU-Ausländer in Österreichs Gefängnissen – Nur 6 wurden abgeschoben

flickr.com/ Florian Plag (CC BY 2.0)

Wie viele aus­län­di­sche Häftlinge (EU-Bürger und Bürger aus Drittstaaten) sich in Österreich auf­hal­ten und wie viele davon in den letz­ten Jahren in andere Staaten über­stellt wur­den, war mehr­mals Thema der Unzensuriert-Berichterstattung. Zur Erinnerung: Österreich hat in den letz­ten zehn Jahren 1.584 aus­län­di­sche Häftlinge – haupt­säch­li­che EU-Bürger – in ihre Heimatländer aus­ge­lie­fert. Die Zahlen gehen aus einer Anfragebeantwortung von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) auf­grund einer par­la­men­ta­ri­schen Anfrage des frei­heit­li­chen Justizsprechers Harald Stefan her­vor.

Überstellungen zum wei­te­ren Strafvollzug in den letz­ten Jahren gab es haupt­säch­lich nach Rumänien, Ungarn, in die Slowakei und nach Tschechien. Vergleichsweise wenige Staaten, wenn man bedenkt, wie viele Nationalitäten sich in Österreichs Gefängnissen tum­meln.

Insassen aus 75 Drittstaaten

Zwei Anfragen des frei­heit­li­chen Nationalratsabgeordneten Hermann Brückl brin­gen nun neue Erkenntnisse ans Tageslicht. 2.041 Nicht-EU-Ausländer aus 75 unter­schied­li­chen Nationen (samt Staatenloser) sit­zen mit Stichtag 1. März 2017 in Österreichs Justizanstalten.

427 Häftlinge stam­men aus Serbien, 165 Insassen sind alge­ri­scher respek­tive rus­si­scher Herkunft, 150 Häftlinge haben die tür­ki­sche Staatsbürgerschaft, 140 Personen sind aus Nigeria und 108 aus Marokko.

Sechs Überstellungen in ins­ge­samt drei Drittstaaten

Die Überstellung von Strafgefangenen aus Drittstaaten in ihre Heimatländer lässt sehr zu wün­schen übrig. Gerade ein­mal sechs Insassen wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr über­stellt. Konkret nach Mazedonien und Norwegen (jeweils ein Gefangener) sowie Serbien (vier Personen). Ansuchen gab es 27.

 

Weiterlesen: www.unzensuriert.at/content/0023924–2041-Nicht-EU-Auslaender-Oesterreichs-Gefaengnissen-Nur-6-wurden-abgeschoben

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