Vona verhandelte mit Botschaftern und Diplomaten über die Regierungspläne der Jobbik

Gábor Vona, Vorsitzender der Jobbik (Foto: alfahir.hu)

Zu nicht öffent­li­chen Gesprächen tra­fen sich Gábor Vona, Chef der Jobbik und Márton Gyöngyösi, Fachpolitiker der Partei,  die­ser Tage mit Budapester Botschaftern, Diplomaten und gesand­ten Mitarbeitern aus 45 Ländern. Auf der von der Partei orga­ni­sier­ten geschlos­se­nen Veranstaltung waren die Teilnehmer vor­wie­gend auf die Regierungspläne und den außen­po­li­ti­schen Standpunkt der Jobbik neu­gie­rig.  Das Treffen fand in einem Hotel in der Innenstadt statt und die Teilnehmerliste wurde geheim gehal­ten, jedoch konn­ten wir so viel erfah­ren:  

14 Länder wur­den direkt von ihren Botschaftern ver­tre­ten, die Mehrheit der Länder schickte gesandte Mitarbeiter zum Treffen. Die Besprechung wurde von einem Frühstück beglei­tet und dau­erte ca. 2 Stunden. Hauptredner war der Präsident der Jobbik – Gábor Vona, der einen wesent­li­chen Teil sei­ner Rede über die Lage der Nation den unga­ri­schen Parlamentswahlen 2018 sowie den Chancen und der Regierungsfähigkeit der Jobbik wid­mete. Er betonte, dass die Jobbik die ein­zige Alternative zur der­zei­ti­gen Regierungspartei Fidesz ist, weil die Linken, offen­bar nicht mehr an einem Regierungswechsel inter­es­siert, den Kampf auf­ge­ge­ben haben.

Thema war auch die Central European University und das soge­nannte „Agentengesetz”, wobei Vona die schwie­rige Lage einer Stellungnahme der Jobbik erklärte. Denn man kann dies ent­we­der als Unterstützung von Soros oder als Unterstützung der Regierung bewer­ten. Die Jobbik ist George Soros gegen­über beson­ders kri­ti­sch, aber Vona stellte klar, dass es hier nicht um ihn gehe, son­dern um die Machtausübung Orbans. Márton Gyöngyösi erklärte den Diplomaten dann die von der Jobbik initi­ierte Zielsetzungen der Lohnunion.

Viele Diplomaten stell­ten ver­schie­dene Fragen direkt an den Parteichef. Eine wesent­li­che Frage beant­wor­tete Vona noch­mals nach­drück­lich: Seitens der Jobbik ist es aus­ge­schlos­sen, mit der Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP) in jeg­li­cher Form zu koope­rie­ren.

Auf eine andere Frage ant­wor­tete Vona so: Ungarn muss in der Zukunft par­al­lel mit vier Großmächten, näm­lich mit Deutschland, den Vereinigten Staaten, Russland, und mit der Türkei beste Beziehung wah­ren. Dem Parteichef ist es wich­tig, dass Ungarn nicht par­tei­er­grei­fend an der Seite des einen oder dem ande­ren gegen­über­steht. Ungarns Beziehungen und Stellung muss der­art aus­ge­bil­det sein, dass man allen vier Ländern gleich gegen­über­steht. Vona sieht hier nicht Sympathien son­dern geo­po­li­ti­sche Notwendigkeiten als Grundlage. 

Zur außen­po­li­ti­schen Zielsetzung ver­sprach Vona: Obwohl die Jobbik die EU kri­ti­siert, werde es nach einem Wahlsieg 2018 kei­nen EU-Austritt Ungarns geben. Jedoch wür­den sie mas­siv die Lohnunion für die ost-ost­mit­tel­eu­ro­päi­sche Region for­cie­ren um das Ost-West Lohngefälle anzu­glei­chen, denn hier sieht er durch die nied­ri­gen Löhne ein ernst­haf­tes regio­na­les Problem. Weiters fin­det Vona es unab­ding­bar, west­li­che Verbündete für unga­ri­sche Belange zu fin­den. Diesbezüglich kri­ti­sierte er die Janusgesichtpolitik von Orbán, weil der Ministerpräsident in Brüssel andere Politik macht, als in Ungarn. 

Die stärkste Oppositionspartei hält jähr­lich zwei­mal ähn­li­che Treffen für die ver­schie­den diplo­ma­ti­schen Vertretungen ab, und die Teilnahme daran scheint für immer mehr Länder wich­tig zu sein. Die nächste der­ar­tige Veranstaltung wird vor­aus­sicht­lich im Oktober statt­fin­den. Vona wird zwi­schen­zeit­lich meh­rere wich­tige Botschaften per­sön­lich auf­su­chen, um die Regierungspläne der Jobbik auch die­sen Diplomaten nahe zu brin­gen.

Quelle: alfa​hir​.hu/​2​0​1​7​/​0​4​/​2​3​/​j​o​b​b​i​k​_​v​o​n​a​_​g​a​b​o​r​_​g​y​o​n​g​y​o​s​i​_​m​a​r​t​o​n​_​n​a​g​y​k​o​v​e​t​e​k​_​b​e​r​u​n​i​o​_​c​e​u​_​f​i​d​e​s​z​_​o​r​b​a​n​_​v​iktor

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