Erdogan-Feind Dönmez heuert bei der Partei der Erdogan-Fans an

Foto: Screenshort FPÖ-TV / YouTube

Es ist noch gar nicht so lange her, da ließ Efgani Dönmez an der Integrationspolitik von Sebastian Kurz (ÖVP) kein gutes Haar. Von dop­pel­bödi­gen Spielchen war da die Rede und davon, dass man mit tatkräftiger Unterstützung der Volkspartei AKP-Ableger salon­fähig mache und sie hofiere.

Am Freitag war davon nichts mehr zu hören, denn seit diesem Zeitpunkt sind der Ex-Bundesrat der Grünen und der ÖVP-Chef ein glück­liches Paar – beide ziehen gemein­sam in den Wahlkampf.

Fünfter Platz auf der Bundesliste

Bei den Grünen wäre Efgani Dönmez wohl nichts mehr gewor­den und zog vor weni­gen Wochen mit­tels Parteiaustritt die Konsequenzen. Zu vernün­ftig klang seine Einstellung zu Flüchtlingen, Kopftuch und Integration. Doch jetzt öffnet sich dem in der Türkei gebore­nen 38-Jährigen plöt­zlich eine neue Karrierechance. Er bekommt auf der Liste Kurz den promi­nen­ten fün­ften Platz auf der Bundesliste.

Kurz wirbt mit Erdogan-Fan auf Wahlplakat

Heftige Kritik an seinem jet­zi­gen Chef übte Dönmez, als sich Sebastian Kurz 2013 mit dem ÖVP-Nationalratskandidaten Hasan Vural auf Plakaten mit türkischer Aufschrift abbilden ließ. Dönmez behauptete auf seiner Homepage, Vural gehöre dem Umfeld der UETD an – des hier täti­gen Ablegers der AKP, der Partei des umstrit­te­nen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Eigentlich logisch, denn die AKP war damals noch als Beobachter der Europäischen Volkspartei zuge­hörig, in der auch die ÖVP vertreten ist

Kurz und Vural bis heute ein Team

Diese Mitgliedschaft endete 2014 und auch Kurz hätte klüger wer­den kön­nen, wie er es auch in vie­len anderen Bereichen vorgibt. Doch ein Blick auf die Homepage des umtriebi­gen ÖVP-Türken Hasan Vural zeigt: Immer noch findet sich ein gemein­sames Foto mit dem mit­tler­weile zum Parteiobmann aufgestiege­nen Außenminister auf der Startseite. Und Vural setzt offen­bar auf das von Kurz bewor­bene Vorzugsstimmenmodell. Er will sein:

Ihre Stimme im Nationalrat. Einer, aus der Mitte des Volkes. Einer, wie jeder von uns.

Kurz macht Fotos mit Erdogan-Fans und Dönmez, der diese schon ein­mal mit einem One-Way-Ticket in die Türkei schicken wollte, kan­di­diert auf seiner Liste. Wie passt das zusam­men? Vielleicht so, dass beide nur mit Worten stark sind, aber dann gerne einknicken. Dönmez etwa entschuldigte sich 2013 auf Druck der Grünen Parteispitze für seine Kritik an den inte­gra­tionsver­weigern­den Türken im Land.

Weiterlesen: www.unzensuriert.at/content/0024418-Erdogan-Feind-Doenmez-heuert-bei-der-Partei-der-Erdogan-Fans

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