„Flüchtling“ schreibt offenen Brief: „Kommt alle nach Deutschland!“

Fotoquelle: fr.novopress.info

Aras Bacho, ein „Flüchtling“, der im Zuge der gro­ßen Völkerwanderung von Syrien nach Deutschland kam, schreibt nun einen offe­nen Brief, in dem er sich an seine Landsleute rich­tet, die gerade die Reise nach Mitteleuropa antre­ten.

An alle Flüchtlinge, die noch auf dem Weg in die Freiheit sind: Ich rufe Euch auf, hier her nach Deutschland und Österreich zu kom­men. Diese bei­den Länder sind zwei der fried­lichs­ten Länder der Welt und die Menschen wer­den Euch akzep­tie­ren. 

Ich weiß, dass vie­len von Euch das Herz her­aus­ge­ris­sen wurde und euch nie­mand haben will. Deshalb schreibe ich Euch diese Nachricht aus dem schö­nen Deutschland.

Als ich damals hier­hin gekom­men bin, haben nur Wenige den Schmerz ver­stan­den und die meis­ten Menschen haben mich igno­riert. Trotzdem habe ich mir hier etwas auf­ge­baut. Es fehlt nur noch das Abitur, um zu Studieren.

Manchmal ist man auf sich allein gestellt. Auch Ihr seid das jetzt. Und die meis­ten rei­chen Länder der Welt wie Saudi-Arabien sehen zu. Helfen? Tun sie kaum. Niemand außer Europa hilft.

Ich weiß auch, dass viele von Euch beten und sich auf Gott ver­las­sen. Das ist schön, aber nach mei­ner Erfahrung: „Der Glaube allein hilft bei sol­chen schwie­ri­gen Situationen nicht“.

Ihr müsst euch selbst hel­fen. Deswegen mein Aufruf: Kommt alle nach Deutschland oder Österreich. Hier wird euch gehol­fen. Viele freuen sich auf euch. Hier könnt ihr arbei­ten, eure Familien ver­sor­gen und euch eine Zukunft auf­bauen.

Die Bildung ist hier auch toll. Nur zu: Die Hasskommentare gegen Flüchtlinge dürft ihr nicht so ernst neh­men. Die meis­ten Menschen wol­len euch hier haben und hel­fen.

Das Einzige, was hier Europäer und Deutsche erwar­ten, ist: Sich zu inte­grie­ren, andere Religionen nicht auf unde­mo­kra­ti­sche Art zu kri­ti­sie­ren und die Demokratie nicht ver­leum­den und behin­dern. Besser gesagt: die Demokratie akzep­tie­ren.

Meine Bitte: Nehmt bitte nicht die Route über das Mittelmeer und glaubt kei­nen Schleusern! Ihnen ist es egal, was mit euch geschieht, nach­dem sie das Geld bekom­men und euch auf das Schlauchboot gesetzt haben, seid ihr ihnen „ egal“.

Ein Schlauchboot, das nur aus Plastik und Luft besteht, kann keine 50 oder mehr Flüchtlinge heil nach Europa brin­gen. Schlauchboote sind eine große Gefahr auf dem Mittelmeer und bei der zer­stö­re­ri­schen Strömung seid ihr dage­gen nur eine Hand voll Sand in einem star­ken Fluss.

Das Mittelmeer ist groß, hat eine mäch­tige Strömung. Bisher sind viele tau­sende Flüchtlinge dort gestor­ben und die Zahlen stei­gen. Ich weiß auch, dass es kei­nen ande­ren Weg gibt, da auch die Balkanroute gesperrt wurde.

Aber bitte nicht über das Mittelmeer! Das ist lebens­ge­fähr­lich. Was ich an eurer Stelle machen würde: Gebt die Daten der Schleuser an die Behörden, damit sie in Haft genom­men wer­den.

Ich hoffe von Herzen, dass ihr bald einen neuen siche­ren Weg fin­det und zu uns kommt. Ich for­dere euch auf, nach Deutschland zukom­men. Kommt alle nach Deutschland! Worauf war­tet ihr? Ihr seid herz­lich will­kom­men!

Dass ein sol­cher Brief, eine Aufforderung zum Gesetzesbruch, denn nicht ande­res ist gele­se­nes, in Deutschland unge­straft ver­fasst und ver­öf­fent­licht wer­den darf, ist ein Sinnbild für das Europa des frü­hen 21. Jahrhunderts.

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