Chinas Wachstum birgt Möglichkeiten für Mittel- und Osteuropa

Bildquelle: MTI

Chinas Stärkung der Wirtschaft bietet Ländern in Mittel- und Osteuropa eine Fülle von Möglichkeiten, sagte Premier Viktor Orbán am Montag nach einer Sitzung, an der führende Politiker Chinas und der CEE-Region in Budapest teil­nah­men. Bei einer Pressekonferenz merkte Orbán an, dass Asiens Stellung „in der neuen Weltordnung, die sich jetzt formiert“, eine auf­strebende ist, und fügte hinzu, dass China „eine dom­i­nante finanzielle und tech­nol­o­gis­che Macht“ gewor­den sei.

Er sagte, Mittel- und Osteuropa habe großes Potenzial, aber auch Technologie und Finanzierung von außer­halb Europas seien erforder­lich, um den zukün­fti­gen Entwicklungsbedarf zu decken, da die Ressourcen des Kontinents nicht mehr aus­re­ichten. Im Namen der MOE-Länder begrüßte Orbán, dass China als Teil der neuen Weltordnung in der Entwicklung Mittel- und Osteuropas präsent sein will. Orbán beze­ich­nete China-CEE-Kooperation als Erfolgsgeschichte.

Derzeit sind 11 EU-Mitgliedstaaten und fünf Nicht-EU-Länder an der 16-plus-1-Kooperation mit China beteiligt. Eine Schlüsselfrage ist, ob sie in der Lage sind, ehrgeizige, groß angelegte Entwicklungsprojekte zu starten, die die Region ins­ge­samt bere­ich­ern, fügte er hinzu. Chinas Premierminister Li Keqiang sagte, China wün­sche sich ein wohlhaben­des Europa, und das Land unter­stütze sowohl die europäis­che Integration als auch die Entwicklung von Ländern, die eine EU-Mitgliedschaft anstreben.

Li Keqiang sagte, dass Mittel- und Osteuropa mit einer durch­schnit­tlichen BIP-Wachstumsrate von 3 Prozent pro Jahr die sich am schnell­sten entwick­el­nde Region der EU sei. Die Zusammenarbeit mit China, dessen Wirtschaft in den ersten drei Quartalen 2017 um 6,9 Prozent wuchs, kön­nte diesen Trend ver­stärken, sagte er. China strebe an, möglichst viele Waren und Dienstleistungen aus dem CEE-Raum zu importieren und die Entwicklung seiner Infrastruktur zu fördern, sagte er. Der Premierminister wies darauf hin, dass der Handel zwis­chen China und den CEE in diesem Jahr um 14 Prozent zugenom­men habe.

In den kom­menden Jahren will China seine Tore für die ganze Welt öff­nen, auch für Mittel- und Osteuropa, sagte er. Um den Handelsbilanzüberschuss zu reduzieren, würde man gerne mehr land­wirtschaftliche Käufe aus dieser Region täti­gen, kündigte er an. Li Keqiang betonte, China sei bereit, indus­trielle Kapazitäten auszubauen und Industrieparks in der CEE-Region zu errichten. Er fügte hinzu, dass sein Land 5.000 Staatsstipendien für Studenten aus Mittel- und Osteuropa ange­boten habe. Boyko Borisov, Premierminister von Bulgarien, Gastgeber des näch­sten China-CEE-Gipfels, stellte fest, dass sein Land die rotierende Präsidentschaft der EU in der ersten Hälfte des Jahres 2018 innehaben werde. Der Gipfel werde sich auf die Situation und Entwicklung des west­lichen Balkans konzen­tri­eren. 

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