Familien der Terroropfer werfen Merkel politisches Versagen vor

Von User:Emilio Esbardo - File:01 Breitscheidplatz Berlin foto Emilio Esbardo.jpg, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55808476

Die Hinterbliebenen der Opfer vom Berliner Breitscheidplatz kla­gen in einem offe­nen Brief die deutsche Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel an.

Knapp ein Jahr nach dem islamistis­chen Terroranschlag in Berlin haben sich die Familien der Opfer an die Öffentlichkeit gewandt. In einem offe­nen Brief, den der „Spiegel“ veröf­fentlichte, bekla­gen sie die fehlende Unterstützung und Merkels „poli­tis­che Untätigkeit“.

„Frau Bundeskanzlerin, der Anschlag am Breitscheidplatz ist auch eine tragis­che Folge der poli­tis­chen Untätigkeit Ihrer Bundesregierung“, heißt es im Brief.

In einer Zeit, in der die Bedrohung durch islamistis­che Gefährder „deut­lich zugenom­men“ habe, hätte Merkel es ver­säumt, „rechtzeitig den Ressourcenausbau und die Reformierung der wirren behördlichen Strukturen“ voranzutreiben.

Außerdem beklagten die Hinterbliebenen den fehlen­den Respekt der Kanzlerin:

„In Bezug auf den Umgang mit uns Hinterbliebenen müssen wir zur Kenntnis nehmen, Frau Bundeskanzlerin, dass Sie uns auch fast ein Jahr nach dem Anschlag weder per­sön­lich noch schriftlich kon­doliert haben. Wir sind der Auffassung, dass Sie damit Ihrem Amt nicht gerecht wer­den.“

Es sei „eine Frage des Respekts, des Anstands und eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, dass Merkel im Namen der Regierung den Hinterbliebenen gegenüber den Verlust ihrer Familienangehörigen durch einen Terroranschlag anerken­nen.

In den ersten Tagen und Wochen nach dem Anschlag hätte sich nie­mand von „offizieller Seite“ um die Hinterbliebenen geküm­mert. Erst nach 22 Tagen sei das erste offizielle Schreiben der deutschen Behörden an einen Teil der Familienangehörigen angekom­men. Zudem hatte es fast drei Monate gedauert, bis die Bundesregierung einen Beauftragten für die Opfer und Hinterbliebenen des Anschlags ernan­nte.

Doch die Unterstützung der Familien sei bis heute nicht aus­re­ichend. Seit dem Anschlag ste­hen viele der Familien vor ungelösten finanziellen Schwierigkeiten.

„Es ist unsere konkrete Erwartung an Sie, Frau Bundeskanzlerin, dass die Bundesrepublik unseren Familien unbürokratisch und umfassend hilft und für die heuti­gen und kün­fti­gen finanziellen Schäden aufkommt“, heißt es im Schreiben weiter.

Weiterlesen: info-direkt.eu/2017/12/02/familien-der-terroropfer-werfen-merkel-politisches-versagen-vor/

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