Rumänien bricht noch immer die Versprechen an Ungarn

Als der 99. Jahrestag der offiziellen Verbundenheit Transsilvaniens mit Rumänien und des rumänis­chen Gedenktages nahte, forderte der Leiter des nationalen Kabinetts der Jobbik den rumänis­chen Staat auf, die von der Nationalversammlung in Karlsburg (ung. Gyulafehérvár, rum Alba Iulia). am 1.12.1918 abgegebe­nen Versprechen der Freiheit für die Ungarn zu erfüllen.

In seiner Pressekonferenz am Donnerstag vor der rumänis­chen Botschaft in Budapest erin­nerte István Szávay an die Bestimmungen der Resolution der Nationalversammlung, zum Beispiel, dass die Nationen des Landes völ­lige nationale Freiheit erhiel­ten, jede Nation das Recht auf öffentliche Verwaltung, Bildung und Zuständigkeit in ihrer jew­eili­gen Muttersprache sowie eine angemessene Vertretung in der Gesetzgebung und Regierung des Landes.

Der Politiker stellte fest, dass Rumänien bisher diesen Versprechen nicht nachgekom­men war. „Der Gebrauch der Muttersprache wurde in der öffentlichen Verwaltung noch nicht voll­ständig umge­setzt, und der rumänis­che Staat führt immer wieder Angriffe auf das ungarische Schulwesen in Siebenbürgen durch, das Justizsystem funk­tion­iert nur in rumänis­cher Sprache“, betonte er. „Bis heute behan­delt Rumänien die fast 1,5 Millionen Ungarn noch immer als Bürger zweiter Klasse, während es gle­ichzeitig die Szekler-Autonomiebemühungen block­iert“, resümierte er.

Wie Szávay es aus­drückte, ver­steht er, dass der 1. Dezember ein nationaler Gedenktag für Rumänien ist, aber er fordert auch Rumänien auf zu ver­ste­hen, dass die Ungarn es nicht feiern kön­nen, da es der Tag war, an dem sich unser tausend Jahre altes Land teilte: der „Jahrestag unseres nationalen Verlustes“. „Eine zukün­ftige von Jobbik geführte Regierung wird der Unterstützung von Autonomiebemühungen Priorität ein­räu­men“, erk­lärte er.

Während der Pressekonferenz hiel­ten drei Jobbik-AktivistInnen ein Transparent mit den ungarischen und rumänis­chen Fassungen der in der Erklärung von Alba Iulia gemachten Zusagen, auf die sich Herr Szávay bezog. Der Abgeordnete bedauerte, dass die ungarische Regierung sich weigerte, das Thema wirk­lich anzus­prechen, und hob sogar Jobbiks Antrag ab, 2020 zum Gedenkjahr von Trianon zu erk­lären.

Während Herr Szávay seine Pressekonferenz in Budapest abhielt, hiel­ten die lokalen Vertreter von Jobbik Transparente mit Zitaten aus der Erklärung in vie­len Städten Siebenbürgens hoch und erin­nerten den rumänis­chen Staat an die uner­füll­ten Versprechen. Die Behörden ver­suchten, sie an vie­len Orten einzuschränken, sie kon­fiszierten sogar ihre Transparente in Nagyvárad (Oradea), obwohl die Demonstration nach Angaben des örtlichen Vertreters keineswegs provozierend war.

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