Milo Yiannopoulos kommt nach Budapest

flickr.com/ OFFICIAL LEWEB PHOTOS (CC by 2.0)

Die umstrit­tene bri­ti­sche (poli­tisch rechte) Persönlichkeit Milo Yiannopoulos wird die „Die Zukunft Europas“ -Konferenz wäh­rend des unga­ri­schen Ratsvorsitzes der V4 (Visegrad Group) – 2017/​18 auf dem Castle Garden Bazaar in Budapest im Januar eröff­nen.

Yiannopoulos ist ein bekann­ter Sprecher der „Alt-right“, der von vie­len als Provocateur ange­se­hen wird. Was die poli­ti­schen Ansichten des Schriftstellers betrifft, ist Yiannopoulos ein gro­ßer Fan von US-Präsident Donald Trump, hat sich aber seit den ame­ri­ka­ni­schen Bombenangriffen in Syrien im letz­ten Jahr von Trump distan­ziert. Er ist offen schwul, lehnt jedoch die Ausweitung der Schwulenrechte ab. Er ist auch ein Kritiker des Feminismus, der poli­ti­schen Korrektheit und des Islam. Er kari­kiert oft die katho­li­sche Kirche, eine Eigenschaft, die andere Teilnehmerländer irri­tie­ren könnte. 

Auf der ande­ren Seite könn­ten seine kon­tro­ver­sen, har­ten Kommentare zu Einwanderung und Flüchtlingen für einige V4-Regierungen attrak­tiv sein, die auch inter­na­tio­nale Kritik für ihre Aussagen und ihre Politik gegen­über Migraten erhal­ten haben. Er war Journalist der rechts-intel­lek­tu­el­len Nachrichten- und Meinungsseite Breitbart, musste aber nach einer Reihe kon­tro­ver­ser Kommentare zum Thema sexu­el­ler Kindesmissbrauch zurück­tre­ten.

Als Reaktion auf den glei­chen Skandal strich Simon & Schuster seine Pläne zur Veröffentlichung sei­ner Autobiographie ab. Sein Empfang in den Medien und der Politik in Ungarn war, wie nicht anders zu erwar­ten, umstrit­ten. Der unga­ri­sche Nationalökonom Zoltan Pogatsa hat behaup­tet, dass die Teilnahme von Yiannopoulos auf­grund der selbst­be­schrie­be­nen „Anti-Flüchtlings-Haltung“ des Trolls ver­ständ­lich sei. 

Vertreter der poli­ti­schen Linken haben seine Teilnahme ver­ur­teilt und die Regierung auf­ge­for­dert, seine Rede abzu­sa­gen. Agnes Vadai, Vizepräsidentin der Oppositionspartei DK (Democratic Coalition), ist sogar noch wei­ter gegan­gen und hat den Innenminister gebe­ten, ihn aus dem Land zu ver­ban­nen. Tamas Deutsch, ein Gründungsmitglied von Fidesz und Teilnehmer an der bevor­ste­hen­den Konferenz, ver­tei­digte Yiannopoulous und behaup­tete, die Angriffe auf den Schriftsteller, der Artikel geschrie­ben habe, die behaup­te­ten, „Geburtenkontrolle macht Frauen unat­trak­tiv und ver­rückt“ seien ein­fach „poli­ti­sche Hysterie“.

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