Zusammenarbeit zwischen Deutschland und V4 soll intensiviert werden

Quelle: MTI

Eine der wichtig­sten Voraussetzungen für die Wiederherstellung der Stärke und Wettbewerbsfähigkeit Europas sei die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwis­chen der Visegrád-Gruppe und Deutschland, sagte Ungarns Außenminister am Mittwoch in Berlin. „Die wirtschaftliche Achse Europas hat sich nach Mitteleuropa ver­lagert“, sagte Péter Szijjártó vor den Gesprächen mit seinem deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel. Dies zeigt sich auch darin, dass der Handelsumsatz zwis­chen der V4 und Deutschland den deutsch-franzö­sis­chen Handelsumsatz um 55 Prozent und das Handelsvolumen zwis­chen Deutschland und Großbritannien um das Doppelte über­steigt, so Szijjártó.

Deshalb werde die deutsch-zen­traleu­ropäis­che Zusammenarbeit eine Schlüsselrolle bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Europas spie­len, fügte er hinzu. Er sagte, dass Ungarn, als der derzeit­ige Inhaber der rotieren­den Präsidentschaft der V4 die Bemühungen zur Vertiefung der Beziehungen zwis­chen der V4 und Deutschland anführt. Ungarisch-deutsche Wirtschaftsbeziehungen haben alle Rekorde gebrochen, sagte Szijjártó. Der bilat­erale Handelsumsatz belief sich 2017 auf 50 Milliarden Euro, ein Plus von 8 Prozent gegenüber 2016, sagte er. Zu einem anderen Thema sagte Szijjártó, die Mitgliedstaaten der Europäischen Union soll­ten einen „zivil­isierten Dialog“ führen, anstatt sich heuch­lerisch zu ver­hal­ten, wenn es darum geht, die größten Herausforderungen für die Zukunft der Union zu disku­tieren.

Es gebe Probleme, bei denen Ungarn und Deutschland „nicht unbe­d­ingt übere­in­stim­mend“ seien, sagte Szijjártó und wies darauf hin, dass Migration ein solches Problem sei. In Bezug auf die Migration betra­chtet Ungarn den Schutz der EU-Außengrenzen als ober­ste Priorität und setzt sich für die Erhaltung des Passfreien Schengen-Raums ein, sagte Szijjártó. Ungarn ist auch bereit, „eine zivil­isierte Debatte über Unstimmigkeiten zu führen, anstatt andere zu stig­ma­tisieren und Heuchelei auszuüben“, fügte er hinzu.

In Ungarn arbeiten 6.000 deutsche Unternehmen, die mehr als 300.000 Menschen beschäfti­gen, sagte der Minister. Szijjártó sagte, die bei­den Länder hät­ten auch eng zusam­mengear­beitet, um die Verteidigungsbeziehungen zwis­chen den EU-Mitgliedstaaten zu ver­tiefen. Gabriel unter­strich die Stärke der ungarisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen und fügte hinzu, dass auch die men­schlichen und kul­turellen Beziehungen zwis­chen den bei­den Ländern stark seien. Zum Thema Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft Europas sagte der Minister, dass sie im Geiste der Solidarität disku­tiert wer­den soll­ten und dass die Mitgliedsstaaten eine Kluft zwis­chen den östlichen und west­lichen Seiten des Blocks ver­mei­den soll­ten.

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