Rumänien bedroht ungarische Politiker mit dem Erhängen

Quelle: MTI

Der rumänis­che Premierminister Mihai Tudose dro­hte ungarischen Politikern mit dem Erhängen, wenn sie die Szekler-Flagge ausstellen woll­ten. Die auf­flam­menden Kommentare kamen während eines Interviews über die Autonomiebestrebungen der Szekler am Mittwoch vor. Die Erklärung wurde anlässlich einer gemein­samen Initiative eth­nisch-ungarischer Parteien in Rumänien aufgeze­ich­net. Diese Initiative zielt darauf ab, einen ehrlichen ungarisch-rumänis­chen Dialog inner­halb der Gesellschaft über die Autonomie des ungarischen Szeklerlandes zu ini­ti­ieren.

Tudose sagte, dass autonome Bestrebungen ille­gal sind und nicht in Frage kom­men, und behauptete, dass ihr einziges Ziel darin besteht, Rumänien zu desta­bil­isieren, indem es seine ter­ri­to­ri­ale Integrität bedroht. Ethnische ungarische Parteien in Rumänien soll­ten nicht ernst genom­men wer­den, fügte er hinzu. Es über­rascht nicht, dass die ungarische Reaktion Missbilligung und Verurteilung war. In Budapest berief Außenminister Péter Szijjáartó den rumänis­chen Botschafter zu Konsultationen. Ethnische ungarische Anführer in Rumänien verurteil­ten die Erklärung und forderten ihren Rückzug und eine Entschuldigung.

Bálint Porcsalmi, Präsident der Demokratischen Allianz der Ungarn in Rumänien (RMDSZ), sagte, dass Herr Tudose den Autonomiebegründungen nicht zus­tim­men könne, aber er könne nie­man­dem dro­hen. Fidesz-Kommunikationschef Balázs Hidvéghi behauptete, Tudoses Aussage erin­nere an die dunkel­sten Zeiten des 20. Jahrhunderts, und der Fidesz sei bereit, eth­nis­che Ungarn sogar vor einem „prim­i­tiven“ Premierminister zu schützen.

Der Parlamentarier István Szávay von  der Jobbik tauchte mit einem Seil um seinen Hals in der rumänis­chen Botschaft in Budapest auf und protestierte gegen die Erklärung. Bis heute hat Rumänien 1,5 Millionen ungarische Staatsbürger und wird oft beschuldigt, sie als Bürger zweiter Klasse zu behan­deln.

Unter den vorgeschla­ge­nen Autonomieplänen wür­den ungarische Mehrheitsgebiete ter­ri­to­ri­ale Autonomie erlan­gen, während Ungarn in anderen Teilen des Landes größere kul­turelle Autonomie erhal­ten wür­den. In den ver­gan­genen Jahrzehnten wurde die blau-gelbe Szekler-Flagge zum Symbol für den Wunsch der eth­nis­chen Ungarn nach Autonomie.

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