Wirbel um Islam-Lehrer – Stadtschulrat schweigt

flickr.com/ Allie_Caulfield (CC BY 2.0)

Seit die­sem Schuljahr darf ein Islam-Lehrer an einer Volksschule in Wien Ottakring nicht mehr unter­rich­ten. Konkret besitzt die Person nicht das not­wen­dige Deutsch-Zertifikat. Bernd Saurer, Vizepräsident im Stadtschulrat (FPÖ), wollte kon­kre­tere Informationen und brachte im November 2017 mit sei­nen Kollegiumsmitgliedern im Stadtschulrat eine Anfrage ein.

Pikant daran: Der Islam-Lehrer wurde laut Anfragebeantwortung nicht vom Unterricht abge­zo­gen, son­dern ging frei­wil­lig in einen Karenzurlaub. Ansonsten wurde ledig­lich bekannt, dass ins­ge­samt 107 Islamlehrer in ganz Wien im aktu­el­len Schuljahr unter­rich­ten dür­fen.

Unzensuriert​.at ver­langte vom Stadtschulrat fun­dierte Informationen. Darf der Islam-Lehrer wie­der zurück­keh­ren? Wie lange wird er in Karenzurlaub sein? Bekommt er wei­ter­hin ein Gehalt? Wie viele der 107 Lehrer haben eben­falls kein Deutsch-Zertifikat oder andere feh­lende Berechtigungen und muss­ten des­we­gen in Karenzurlaub gehen? Diese Fragen und mehr wur­den der Presseabteilung im Stadtschulrat über­mit­telt. Doch wochen­lang wurde trotz mehr­ma­li­ger Urgenz nicht reagiert.

Die letzt­end­lich erfolgte Antwort des Stadtschulrats-Pressesprechers Matias Meissner muss man sich auf der Zunge zer­ge­hen las­sen:

Nach Rücksprache mit der Amtsdirektion des Stadtschulrates für Wien möchte ich um Ihr Verständnis ersu­chen, dass aus daten­schutz­recht­li­chen Gründen keine Detailauskünfte zu Einzelpersonen an Medien erteilt wer­den kön­nen. Hinsichtlich der all­ge­mei­nen Fragen muss auf die Möglichkeit einer Anfrage im Kollegium des Stadtschulrats für Wien ver­wie­sen wer­den. 

Dafür hat der Mann mehr als drei Wochen gebraucht. Da stellt sich die Frage: Warum müs­sen sich eigent­lich Journalisten erst an eine poli­ti­sche Fraktion im Stadtschulrat wen­den, damit diese even­tu­ell eine Anfrage ein­brin­gen wird? Und wel­che Daten gilt es bei beruf­li­chen Fragen zu einem Islam-Lehrer, der aus Steuergeldern bezahlt wird, zu schüt­zen? Wie hätte wohl Meissners Antwort gelau­tet, hätte ein Mitarbeiter des Falters ange­fragt?

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