EILT: Viktor Orbán, der Mediendiktator

Facebook.com/Orbán Viktor

Interessanterweise befasste sich das neueste Programm von Al Jazeera’s Listening Post mit Ungarn – laut index.hu. Tatsächlich senden sie heute den Bericht des Guardian-Korrespondenten Daniel Nolan über die ungarischen Propagandamedien. Al Jazeera kommt zu dem Schluss, dass PM Orbán alle ungarischen Medien will.

„Wenn den Umfragen Glauben geschenkt wird, kön­nte der ungarische Premierminister Viktor Orban im April seine dritte Wahl in Folge gewin­nen. Sollte das passieren, wer­den die Medien dort eine große Rolle gespielt haben. „- startet das Programm. Das liegt daran, dass die „Orbán-Regierung viel Energie und Ressourcen investiert hat, um die heimis­che Medienlandschaft zu ihren Gunsten umzugestal­ten.“ Al Jazeera räumt ein, dass die meis­ten ungarischen Medien bere­its in den Händen von PM-nahen Geschäftsleuten liegen.

Tatsächlich ist seine Bereicherung schneller als die von Facebook-Besitzer Zuckerberg, und er besitzt bere­its alle regionalen Zeitungen zusam­men mit einem Dutzend Radiosendern und Fernsehsendern. Darüber hin­aus erstreckt sich sein Portfolio jeden Tag. Al Jazeera berichtet auch über die Anti-Einwanderungs- und Anti-Soros-Kampagne der Regierung. Laut Medienforscherin Ágnes Urbán wieder­holen die regierungsna­hen staatlichen Medien nur die Hauptbotschaften der Regierungspartei.

Dániel Rényi, ein Journalist von 444.hu, fügte hinzu, dass die Regierung die „öffentlichen Medien“ völ­lig erobert habe. Nach Angaben von atlatszo.hu haben Orbáns Verbündete seit 2010 11 Radiostationen, 20 Fernsehkanäle und fast 500 Print- und Online-Organisationen gekauft. „Staatliche Medien bleiben jedoch ein starkes Megaphon“ – so Al Jazeera. Die Content-Erstellung ist zen­tral­isiert – fügte er hinzu.

Al Jazeera schaffte es, mit zwei staatlichen Medienmitarbeitern zu sprechen. Sie beschrieben „einen Mangel an redak­tioneller Unabhängigkeit und ein Klima der Angst“. So musste der TV-Sender ihre Gesichter und ihre Stimmen ver­schleiern. Einer von ihnen sagte, dass nie­mand etwas Schlechtes über die Regierung schreiben könne. „Wenn etwas poli­tisch sen­si­bel ist, bekomme ich Anweisungen. In eini­gen Fällen habe ich den ganzen fer­ti­gen Artikel, also muss ich nichts tun, nur kopieren und ein­fü­gen „- fügte er hinzu.

Der andere Mitarbeiter der staatlichen Medien sagte: „Der Chefredakteur ist wirk­lich wie ein Diktator.“ Zum Beispiel sagt er ruhig, dass man etwas nicht in die Nachrichten brin­gen kann, weil es gegen Viktor Orbán ist. So wen­den sich die staatlichen Medien gegen jeden, der gegen die Regierung oder deren Agenda ist: Oppositionsparteien, EU, Flüchtlinge oder George Soros. Ein Angestellter zeigte sogar verse­hentlich ein Dokument an, das ihm von der Abteilung für Inhaltserstellung des Ministerpräsidenten geschrieben wor­den war.

In dem Dokument wurde deut­lich gemacht, wie Medien über einen mut­maßlichen Anti-Regierungs-Protest von Soros-Institutionen kom­mu­nizieren soll­ten. Die staatlichen Medien beze­ich­nen alles Soros, Migranten oder linkslib­eral. Beispielsweise ver­wen­den sie kon­se­quent die Soros-Universität anstelle der Central European University oder Soros-Organisation anstelle von z.B. Transparenz International. Al Jazeera ver­suchte, diese Behauptungen Zoltán Kovács, der inter­na­tionale Sprecher der Regierung, zu stellen. Er hat ihre Interviewanfrage mit einer SMS beant­wortet. Er schrieb dem Reporter, dass „die Regierung nichts mit den Medien zu tun hat“.

Aber Dan Nolan ver­suchte, ihn nach der reg­ulären wöchentlichen Pressekonferenz der Regierung zu fra­gen. Zoltán Kovács ließ ihn jedoch nicht seine Fragen stellen. Al Jazeera hebt her­vor, dass wegen der streng kon­trol­lierten staatlichen Medien und pri­vaten Einrichtungen, die von regierungs­fre­undlichen Magnaten betrieben wer­den, die meis­ten Medien des Landes auf der gle­ichen Seite ste­hen, wenn es um einige der wichtig­sten Themen geht. „Beweise dafür finden sich in den unheim­lich ähn­lichen Reden der Regierung, die fast immer Wort für Wort auf­tauchen.“ Al Jazeera zitiert PM Orbán, der sagte, dass die Medien der Mehrheit sou­veräner Länder in nationalen Händen sein soll­ten. Sie fügen hinzu, dass die meis­ten ungarischen Medien bere­its in den Händen von Ungarn sind. 

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