Häupl zu Skandal-Rede: „Shoa-Vergleich von Schriftsteller Köhlmeier ging in die Hose“

Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Zach-Kiesling / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)

In sei­ner letz­ten ORF-Pressestunde als Wiener Bürgermeister schien Michael Häupl (SPÖ) plötz­lich ganz auf Linie mit der FPÖ zu sein. Vor allem was die Kritik an dem Festredner der Veranstaltung gegen Gewalt und Rassismus zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Parlament, Schriftsteller Michael Köhlmeier, betrifft.

Häupl zeigte sich empört über den Shoa-Vergleich Köhlmeiers mit dem Handeln von Repräsentanten der Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik. Die indus­tri­elle Vernichtung von Juden sei schon eine ganz andere Dimension, meinte er. Auch einen frü­he­ren Dollfuß-Vergleich mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz durch SPÖ-Chef Christian Kern bezeich­nete er als „ent­behr­lich“. Er, Häupl, hätte einen sol­che Aussage nie­mals getä­tigt.

Michael Häupl, der in vier­zehn Tagen sein Bürgermeisteramt an sei­nen Nachfolger und bis­he­ri­gen SPÖ-Wohnbaustadtrat Michael Ludwig über­gibt, ver­mit­telte den Eindruck, als könne er jetzt, nach­dem seine poli­ti­sche Periode zu Ende geht, frei von der Leber weg reden. So fiel es ihm leicht, gra­vie­rende Fehler beim Bau des Krankenhauses Nord zuzu­ge­ben, bei dem sich die ursprüng­li­chen Kosten von 800 Millionen auf der­zeit fast 1,7 Milliarden Euro mehr als ver­dop­pel­ten.

Nicht zuge­ben wollte Häupl aller­dings, dass die rot-grün regierte Stadt Wien bei dem Entstehen einer isla­mi­schen Parallelgesellschaft zu lange weg­ge­schaut hätte. Hier brüs­tete sich der Noch-Bürgermeister sogar damit, dass es die Magistratsabteilung 11 (Kinder- und Jugendhilfe) gewe­sen sei, die jetzt einen Skandal-Kindergarten im 10. Wiener Gemeindebezirk auf­deckte.

Dieser Kindergarten namens „Marienkäfer“ kas­sierte von der Stadt Wien 227.000 Euro an Förderungen und ver­mit­telte Kindern tür­ki­sche Wertvorstellungen sowie die tür­ki­sche Kultur, also ihre tür­ki­sche Identität, über­dies sei laut Konzept „die reli­giöse Erziehung ein wich­ti­ger Bestandteil unse­rer täg­li­chen Arbeit“.

 

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