Grenzschutztruppe PUMA im ersten Einsatz

Foto: Bundesheer/Daniel Trippolt

Uneingeweihte hät­ten fast glauben kön­nen, es sei wieder soweit mit ille­galen Migrantenmassen an Österreichs Grenze: Rund 500 Polizisten und 220 Soldaten, darunter 200 Polizeischüler als „Flüchtlinge“, demon­stri­erten am Dienstag Vormittag in einer ein­drucksvollen, 30-minüti­gen Vorführung an der Grenze zu Slowenien in Spielfeld (Steiermark) die Entschlossenheit Österreichs, keine ille­galen Einwanderer mehr unkon­trol­liert ins Land zu lassen. Mit dabei auch Innenminister Herbert Kickl und Verteidigungsminister Mario Kunasek (beide FPÖ).

Durchgespielt wur­den ver­schiedene Szenarien, darunter auch der Versuch der Migranten, die Grenze zu stür­men. Dem stell­ten sichneben den Fußtruppen und der neuen Grenzschutztruppe „Puma“ auch Schützenpanzer vom Typ „Pandur“ und „Husar“ mit Sperrgittern und ein Wasserwerfer in den Weg, fünf Bundesheer-Hubschrauber simulierten das Heranführen weit­erer Verstärkungen aus Salzburg. Im Ernstfall will man einen der­ar­ti­gen Aufmarsch inner­halb von 24 bis 48 Stunden auf die Beine stellen.

Es gehe darum, ein klares Zeichen an die Schlepper, die Migranten aber auch an die eigene Bevölkerung zu set­zen, „dass das Grenzmanagement funk­tion­iert und die Abwehr funk­tion­iert – und dass nie­mand glaubt, dass es ein Weiterwinken geben wird“, wie das 2015 der Fall gewe­sen war, als -zig­tausende Migranten unge­hin­dert die Grenze gestürmt hat­ten, beton­ten Kickl und Kunasek vor ver­sam­melter Presse. Hier auch in einem Video von FPÖ-TV zum Thema:

Wie Kickl erk­lärte, gehe es hier nicht explizit um Spielfeld, son­dern darum, mit der neuen Grenzschutzeinheit „Puma“, unter­stützt von lokalen Polizeikräften und dem Assistenzeinsatz des Bundesheeres, die öster­re­ichis­chen Grenzen wirk­sam gegen ille­gale Einwanderung zu schützen. „Ein Staat, der seine Grenzen im Fall der Fälle nicht schützen kann, der ver­liert seine Glaubwürdigkeit“, so Kickl, der bei dieser Gelegenheit auch die ersten Abzeichen an die Mitglieder der neuen „Puma“-Truppe verteilte, die ins­ge­samt 600 Mann umfassen soll.

Kunasek erk­lärte, man zeige heute, dass man imstande sei, die Grenze zu schützen – und dass sich eine Situation wie im Oktober 2015 mit dem Durchbruch von Migranten an der Grenze nicht wieder­holen dürfe. Über das aus­gear­beitet Konzept zeigte er sich stolz – er werde dieses beim kom­menden Verteidigungsministerrat auch seinen Kollegen vorstellen.

Wenig begeis­tert zeigte sich Sloweniens Innenministerin Vesna Györkös Znidar, die in einem Brief an Kickl gegen die Übung protestiert hatte. Wie sie meinte, werde diese Aktion nicht zu den guten Beziehungen zwis­chen den bei­den Ländern und den gemein­samen Aktivitäten zur Bewältigung der Flüchtlingssituation in der Region beitra­gen.

Weiterlesen: www.unzensuriert.at/content/0027115-Grenzschutzuebung-Pro-Borders-Spielfeld-Bundesheer-und-Polizei-probten-Ernstfall

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