New York Times: Trump will auf Orbán zukommen

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Die New York Times berichtete darüber, dass Donald Trump auf Viktor Orbán aufmerksam geworden sei und er ihn in Zukunft als Verbündeten behandeln würde. Laut der Zeitung wurde die Bewerbung von 620.000 Euro storniert, die die US-Regierung für die Unterstützung der unabhängigen ungarischen Provinzpresse ausschrieb.

Im Artikel kommt auch der ehemalige ungarische Botschafter, András Simonyi zu Wort, der den Richtungswechsel der amerikanischen Diplomatie als sehr erfolgreich bewertet: „Die USA lässt ausrichten, es gibt kein Problem mit Ungarn, Ungarn ist eine Demokratie.”

Seit 2010 versuchte die ungarische Regierung erbittert, sich in Washington anerkennen zu lassen, aber sie gab dafür Dollarmilliarden umsonst aus, die Beziehung verbesserte sich nicht. Die Administration des vorherigen Präsidenten, Barack Obama vermied bilaterale Treffen, die amerikanischen Diplomaten und selbst der Präsident kritisierten Orbáns Auftritt gegenüber die Zivilgesellschaft. Nun sei jedoch Trump bereit, die ungarisch-amerikanischen Beziehungen in eine andere Richtung zu lenken. Es gab auch früher schon bestimmte Anzeichen hierfür: das Treffen des ungarischen Außenministers Szijjártó mit dem US-Außenminister in Washington, das Telefongespräch Trumps mit Viktor Orbán, aber die größte Geste war der Widerruf  der amerikanischen Bewerbung für die Unterstützung der ungarischen unabhängigen Provinzpresse.

„Der starke Mann Europas”

Nach Presseinfos beabsichtigt der US-Präsident den EU-Wirtschaftsblock durch die Unterstützung der euroskeptischen Regierungschefs zu schwächen. Nochdazu sympathisiert er „mit den starken Männern” mit solchen Leitern, wie Orbán. „Präsident Trump hält ihn für einen sehr starken Leiter”- sagte der neue US-Botschafter zu Budapest, David B. Cornstein.

Die New York Times vermerkt außerdem, dass es eine andere Lesart der Angelegenheit sei, die den diplomatischen Richtungswechsel aus pragmatischer Sicht beschreibe: laut dieser scheiterte die Strategie des Obama-Kabinetts, da es sich vor der ungarischen Regierung vergebens verschloss, umsonst kritisierte es sie wegen des schlechten Zustands der Demokratie und der Menschenrechte, damit rückten sie Ungarn näher zu Russland und China, denn Letztere solche Kritiken nicht abwägen. Laut Botschafter Cornstein muss man genau deswegen die Beziehungen stärken, um damit die westliche Orientierung Ungarns zu motivieren.

In der Zeitung formulierte Jiri Pehe eine Gegenposition: Pehe war früher der Kabinettschef des tschechischen Präsidenten Václav Havel in den 90ern, zurzeit ist er Direktor des Prager Campus der New York Universität. Laut ihm legitimiert Trump mit der Unterstützung Orbáns die Steigerung des in den letzten Jahren spürbaren russischen Einflusses in Ungarn, sowie die Politik der Regierung.

Zeitgleich mit dem Artikel der New York Times wurde das Schreiben des Bloombergs im selben Thema veröffentlicht. Darin erklärte Botschafter Cornstein, dass sie die Orbán-Regierung auch weiterhin kritisieren würden, aber nur privat, sie würden keinen Pressekrieg auslösen. „Die Kritik selbst ist noch keine Strategie.”- sagte er.

Quelle: https://index.hu/kulfold/2018/08/16/donald_trump_orban_viktor_diplomacia_usa_washington_eu_new_work_times/