Schon 15.000 Abschiebungen wurden heuer abgebrochen

Foto: Tim: timmy_lichtbild / wikimedia commons / Attribution 2.0 Generic

Dass ein neg­a­tiver Asylbescheid noch lange nicht bedeutet, dass ille­gal Eingereiste das Land zu ver­lassen haben, ist hin­länglich bekannt. Die Gründe dafür sind man­nig­faltiger Natur. So wird beispiel­sweise jemand, der vorgibt ein Mörder zu sein und ihm deshalb in seiner Heimat die Todesstrafe drohe, hier „geduldet“. In Freiheit natür­lich. Oder man ist um das Wohlergehen von Leuten, wie den Leibwächter Bin Ladens der­maßen besorgt, dass man diesen per Gerichtsbeschluss am lieb­sten selbst aus seiner tune­sis­chen Heimat nach Deutschland zurück­holen wollte, nach­dem er per Privatjet „irrtüm­lich“ abgeschoben wurde.

Wurden alle rechtlichen Möglichkeiten, eine Abschiebung zu ver­hin­dern, aus­geschöpft, zieht es ein Gutteil der „Betroffenen“ vor, gle­ich unterzu­tauchen. Hat der Betreffende das ver­ab­säumt, oder er befindet sich bere­its in Schubhaft, so bleibt immer noch die Möglichkeit, vor dem Abflug entsprechen­den Widerstand zu leis­ten. Randalieren, spucken, beißen oder im Flugzeug herum­brüllen, eventuell dort auch noch die Notdurft ver­richten – bester Garant dafür, beim „take off“ nicht mit von der Partie zu sein.

„Fast jede zweite Abschiebung wird abge­brochen“ berichtete rp-online.de unter Berufung auf die Bundespolizei bere­its im Mai dieses Jahres, als die Zahlen für das erste Quartal 2018 vor­la­gen. In diesem Zeitraum wur­den 5.548 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben. Gleichzeitig mussten die Behörden 4.752 Rückführungen im Vorfeld abbrechen, etwa weil die betr­e­f­fenden Personen bei der Abholung nicht anzutr­e­f­fen waren.

Betrachtet man die Vergleichszahlen der bei­den vorherge­gan­genen Jahre, so lässt sich eine enorme Steigerung aus­machen. Wurden im gesamten Jahr 2017 ins­ge­samt 314 Abschiebungen abge­brochen, waren es 2016 „nur“ 139 Fälle. Man kann davon aus­ge­hen, dass die NGOs neben gefinkel­ten Advokaten inzwis­chen einen ganzen Stab von „Beratern“ auf die Beine gestellt haben, welche die Abzuschiebenden entsprechend instru­ieren. So kon­nten sogar im aller­let­zten Moment, also unmit­tel­bar vor dem Abflug, noch etwa 1.000 (!) Abschiebungen ver­hin­dert wer­den.

Mittlerweile liegen auch die Zahlen für das gesamte erste Halbjahr 2018 vor. Die Gesamtzahl der Abschiebungen beträgt für diesen Zeitraum 12.261, somit 6.713 für das zweite Quartal. Nachdem man davon aus­ge­hen kann, dass sich auch bei den abge­broch­enen Abschiebungen nichts geän­dert haben wird, kommt man unter Einbeziehung des drit­ten Quartales bis jetzt auf etwa 15.000 abge­broch­ene Abschiebungen und rech­net man das für das ganze Jahr hoch, dürften es bis Jahresende wohl mehr als 20.000 sein.

Die ger­ingfügi­gen Steigerung an Abschiebungen spiegelt in kein­ster Weise das wider, was in den Medien alles dazu ver­laut­bart wird, und es entspricht auch nicht einer „nationale Kraftanstrengung Abschiebung“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang ver­gan­genen Jahres vor­gab. Da ist Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ger­adezu ehrlich dage­gen. Er will die Integration der abgelehn­ten Asylbewerber in den Mittelpunkt rücken, berichtet das genan­nte Online-Magazin in seiner Ausgabe vom 5. Oktober. Und in einer weit­eren Ausgabe des Magazins erfährt man, dass Ende 2017 ins­ge­samt 64.914 Ausländer in Deutschland geduldet wor­den seien, weil keine Reisedokumente oder Passersatzpapiere aus dem Herkunftsland vor­la­gen. Ende 2016 habe diese Zahl noch bei 38.012 Personen gele­gen. Das bedeute einen Anstieg um 71 Prozent inner­halb nur eines Jahres.

Weiterlesen: www.unzensuriert.de/content/0027911-Verwirrspiel-und-Tricks-Heuer-wohl-bereits-mehr-als-15000-Abschiebungen-abgebrochen

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