Ungarn: Kritik an Soros muss nicht antisemitisch sein

Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)

Der ungarische Regierungssprecher Zoltán Kovács wies am Samstag die in einem Leitartikel des Handelsblatts veröf­fentlichte Behauptung zurück, die Kritik der ungarischen Regierung an dem US-amerikanis­chen Milliardär George Soros sei anti­semi­tisch. In der Redaktion schrieb Handelsblatt-Chefredakteur Andreas Kluth, dass „Verschwörungstheorien über George Soros sich aus Ungarn aus­bre­iten“ und sie dann mit den „grausam­sten Formen des europäis­chen Antisemitismus“ in Verbindung brachten.

Kovács beklagte sich darüber, dass ein Schreiben, das er als Antwort auf das Editorial ver­fasste, nicht vom Handelsblatt veröf­fentlicht wurde, weil das Papier „Pressefreiheit“ zitierte, und deshalb schrieb er den Brief voll­ständig in seinem Blog abouthungary.hu. In dem Brief betonte er, dass sich Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Regierung niemals auf die jüdis­chen Wurzeln von Soros beziehen, und fügte hinzu, dass „inter­es­san­ter­weise Soros selbst wenig darüber spricht und stattdessen seine amerikanis­che Identität betont“.

„Kluth und der Liberale, Soros-Apologeten spie­len die jüdis­che Karte in einer verzweifel­ten Anstrengung, um diejeni­gen zu beschmieren, die es wagen, gegen Soros ‚undemokratis­che, pro-Immigrationsagenda vorzuge­hen“, sagte Kovács. Das „eigentliche Problem“ sei der „fehlende Respekt vor dem Willen der Menschen“, fügte er hinzu. „Es gibt einen Unterschied zwis­chen der Arbeit an der Zerstörung kom­mu­nis­tis­cher Diktaturen, wie es einst die Stiftungen von Soros taten, und der aktiven Arbeit gegen demokratisch gewählte Regierungen, wie es Soros und sein Netzwerk heute tun“, sagte Kovács.

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