Verschwenderische Machenschaften im Umfeld von Viktor Orbán aufgedeckt

Quelle:MTI

Die ungarische Presse hat bere­its über den ver­schwen­derischen Lebensstil der führen­den Wirtschafts- und Politiker Ungarns berichtet. Válasz hat nun unter­sucht, dass die Luxusyachten und Flugzeuge des Kreises Lőrinc Mészáros (der enge Freund von Premier Viktor Orbán und damit einer der reich­sten Ungarn) von PKF, einem inter­na­tionalen Steuerberatungsunternehmen, zur Verfügung gestellt wer­den. Wir haben auch ent­deckt, dass PKFs Partner für inter­na­tionale Geschäftsfliegerei Andreas Staribacher ist, ein ehe­ma­liger öster­re­ichis­cher Finanzminister, der heute ein Experte für den Einsatz der Oligarchen einiger östlicher Diktaturen ist. Wir beweisen jetzt, dass Ungarn zu einem solchen gewor­den ist.

Wer kön­nte die ungarische Regierungspartei Fidesz vergessen, als sie vor 2010 in Opposition war? Sie haben täglich die dama­lige Regierung von Ungarn geschla­gen – indem sie sie als Luxus-Linke und Offshore-Ritter beze­ich­neten -, indem sie ihre Fähigkeiten im Steuerbetrug zitierten. Viktor Orbán und seine Partei wur­den dafür als pop­ulis­tisch beze­ich­net. De facto hat­ten sie jedoch recht. Darüber hin­aus sind diese Argumente auch Teil west­licher Kampagnen, da es dur­chaus legitim ist, mehr Transparenz zu fordern. Länder wie Zypern, Malta, Belize oder die Seychellen wur­den der ungarischen Öffentlichkeit bekannt.

Der ungarische Ermittlungshüter Átlátszó hat kür­zlich fest­gestellt, dass priv­i­legierte Mitglieder des Regimes von Orbán die Werte der Fidesz von vor 2010 vergessen. Sie fliegen und segeln unter dem Markennamen aus­ländis­cher Nationalität um die Welt, um ihre Reisen zu zer­streuen, was Válasz neugierig machte, wer diese „glob­alen Interessengruppen“ sind, die Herrn Mészáros und seinem Kreis Yachten und Flugzeuge zur Verfügung stellen. Am Ende unserer Ermittlungen befan­den wir uns im Orbit eines ehe­ma­li­gen öster­re­ichis­chen Finanzministers, der zuvor mit der Anklage kon­fron­tiert war, Präsident Nursultan Nazarbayev dabei zu unter­stützen, seine poli­tis­chen Gegner auf kasachis­ches Boden zurück­zubrin­gen.

Was wir her­aus­ge­fun­den haben, ist, dass Andreas Staribacher – ein Minister im Kabinett des Kanzlers Franz Vranitzky – neben seinen neuge­bore­nen kasachis­chen und ungarischen Freunden auch für rus­sis­che, ukrainis­che und ser­bis­che Oligarchen tätig ist, was ihn im Grunde zum „Flieger der Treuhänder“ macht im Ostblock.

Lassen Sie uns vor unseren Feststellungen die Fakten auflis­ten, die bere­its in der ungarischen Presse veröf­fentlicht wur­den.

1. Die erste Yacht

Die ungarische Wochenzeitschrift Magyar Narancs veröf­fentlichte erst­mals ein Foto, auf dem Herr Mészáros an Bord der Artemy-Luxusyacht in Kroatien ein Nickerchen machte. Ein wichtiger Hinweis ist, dass der offizielle Eigentümer dieses Schiffes die Malteser L & L Charter Ltd. war, ein Unternehmen, das von einer anderen mal­te­sis­chen Firma, der PKF Fiduciaries International Ltd., gegrün­det wurde. PKF, ein Steuerberatungsunternehmen, wird von der Familie Mangion in Malta betrieben und bewirbt seine Fähigkeiten, gün­stige Yachtkaufpakete für seine Kunden zusam­men­zustellen.

2. Die zweite Yacht

Nachdem Artemy let­zten Herbst zum Verkauf ange­boten wurde, wurde Herr Mészáros diesen Sommer von einem Leser einer Mérce-Nachrichtenseite im ital­ienis­chen Hafen von Ischia an Bord der Luxusyacht Lady Mrd gefan­gen genom­men. Átlátszó hat ver­schiedene Fotos veröf­fentlicht, die Mitglieder der „Felcsút-Lobby“ (Heimatdorf von Herrn Orbán) zeigen, die sich auf diesem Schiff befindet. Zu ihnen gehörten László Szíjj, der Vorstandsvorsitzende der ungarischen Regierung, Duna Aszfalt, und der Chef der Ungarischen Staatsbahn (MÁV), Róbert Homolya. Überraschenderweise war der Inhaber von Lady Mrd auch die mal­te­sis­che L & L Charter Ltd. (gele­sen: PKF Fiduciaries International Ltd .; noch genauer die Familie Mangion).

3. Das erste Flugzeug

In diesem Januar, dem dama­li­gen oppo­si­tionellen ungarischen Kabelnachrichtensender Hír TV und Zoom, wurde berichtet, dass Herr Mészáros und sein Kreis regelmäßig Benutzer eines 2006 unter der öster­re­ichis­chen Staatskennzeichnung OE-IKZ reg­istri­erten Bombardier-Flugzeugs sind. Eine offizielle Marke beweist, dass sich das Unternehmen zwis­chen 2016 und Juni 2018 im Besitz der Cursus Aviation GmbH mit Sitz in Wien befand, während sein Betreiber ein anderes öster­re­ichis­ches Unternehmen war, die International Jet Management GmbH. Die Details, die wir benöti­gen, beziehen sich auf dieses Unternehmen. Cursus Aviation steht in enger Verbindung mit Herrn Mészáros. Sein Eigentümer ist der Themis Private Equity Fund, der von Minerva JSC von János Jaksa geleitet wird, dem Vorstandsvorsitzenden der MKB-Bank von Felcsút.

4. Das zweite Flugzeug

Nach dem Verkauf von OE-IKZ-Flugzeugen im Juni 2018 durch Cursus wurde im August berichtet, dass Herr Orbán geflo­gen war, um das Spiel der Mol Vidi-Fußballmannschaft in Bulgarien zu bestaunen, das an Bord eines Bombardier-Businessjets von 2017 war. Nach Angaben von Átlátszó wird dieser Jet im Allgemeinen von Herrn Mészáros und seinem Kreis einge­setzt – zum Beispiel wurde das Flugzeug dazu benutzt, wichtige geschäftliche und poli­tis­che Interessenvertreter (ein­schließlich des Premierministers) nach London zu brin­gen, wo Mol Vidi gegen Chelsea gespielt hat. Seitdem flog das Flugzeug nach Zürich, Moskau und Prag und als der verurteilte ehe­ma­lige maze­donis­che Ministerpräsident Nikola Gruevski nach Ungarn geflüchtet war, haben Radars auch eine Reise nach Belgrad reg­istri­ert. Es kon­nten keine Open-Source-Informationen über den offiziellen Eigentümer dieses Luxusartikels gefun­den wer­den, der unter dem Registrierungscode von OE-LEM fliegt, es ist jedoch sicher, dass der Betreiber dieselbe International Jet Management GmbH ist.

Den öster­re­ichis­chen Registern zufolge wurde rund um das Unternehmen eine mehrschichtige Eigentümerstruktur aufge­baut. Die International Jet Management GmbH gehört der IJM Holding GmbH, einem Unternehmen aus Schwechat (außer­halb von Wien), das der TreuTrust GmbH gehört, deren Sitz sich in der Wiener Hegelgasse 8 befindet.

Es bedeutet, dass der ehe­ma­lige Finanzminister am Ende des Tages die Verantwortung für die Luftabenteuer von Herrn Mészáros übern­immt.

Mr. Staribacher ist kein Neuling in der Geschäftsfliegerei. Nach seiner Amtszeit wurde er stel­lvertre­tender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafen Wien AG, einer JSC, die den inter­na­tionalen Flughafen Wien beauf­sichtigt. Er arbeit­ete auch als Anwalt und Finanzexperte und beschäftigte sich ständig mit der Luftfahrt. Das von ihm kon­trol­lierte Unternehmen PKF Centurion ist eben­falls ein Experte auf diesem Gebiet und bietet seinen Kunden Privatjet-Einkaufs- und Betriebspakete an. Sowohl PKF Centurion als auch die Malteser Mangions ‚PKF Fiduciaries International Ltd. gehören zum weltweiten Steuerberatungsnetzwerk von PKF.

Wie bere­its erwähnt, wurde PKF Centurion bere­its in der öster­re­ichis­chen Presse erwähnt, als Avcon, ein von ihr beauf­sichtigtes Unternehmen, Flugzeuge für das kasachis­che Regime ange­boten hat, um seine poli­tis­che Opposition zu bekämpfen. Zuvor war Staribacher auch in den Wiener Zeitungen erschienen, nach­dem er mit dem öster­re­ichisch-türkischen Geschäftsmann Attila Doğudan ein gemein­sames Airline-Cateringunternehmen gegrün­det hatte.

Wichtiger ist die Frage, wer zu den Kunden der International Jet Management GmbH gehört, deren Besitz ger­ade oben enträt­selt wurde, vor allem, dass Herr Staribacher eine gesamte Flotte unter­hält, in der der „Felcsút Bombardier“ nur eine der neuesten Flugzeuge ist.

Das Unternehmen ver­wal­tet ZeptAir, die Fluggesellschaft des wohlhabend­sten Serben, Philip Zepter (geboren als Milan Janković)

Nach unseren Recherchen ist der bedeu­tende Teil der in Österreich reg­istri­erten Flotte von International Jet Management an rus­sis­chen oder ukrainis­chen Stützpunkten sta­tion­iert.

Üblicherweise bieten Zwischenhändler in Kiew oder Moskau sie lokalen Oligarchen und anständi­gen Unternehmern für eine oder mehrere Reisen an.

Ein weit­eres Beispiel für Staribachers östliche Einbettung ist, dass das von International Jet Management betriebene Flugzeug, das unter der Registrierungsnummer OE-INL fliegt, laut Angaben eines rus­sis­chen, von Forbes gelis­teten Oligarchen, des Stahlmagnaten Vladimir Lisin, ange­fügt ist. Der Jet wurde in Glasgow und Edinburgh gefan­gen genom­men, den näch­st­gele­ge­nen Flughäfen zu seinem Aberuchill Castle in Schottland.

Nach unseren Recherchen im öster­re­ichis­chen Unternehmensregister hilft Herr Staribacher auch (in dieser Firma) des ser­bis­chen Chefs des United World Wrestling, Nenad Lalović, sowie (in dieser Firma) dem Bukarester Tycoon Iulian Voevod, der ein Unternehmen der Welt war ober­ster Beamter in den Unternehmen von Ion Tiriac, dem wohlhabend­sten Rumänen.

Herr Staribacher hat auch andere ungarische Links. Er war einer der Investoren von Haszon, einer erst 2003 veröf­fentlichten Wirtschaftszeitung. Einer seiner Partner war der ehe­ma­lige ORF-Reporter, der ungarische Nachkomme Karl Stipsicz. Die Muttergesellschaft des in Budapest ansäs­si­gen Verlags befindet sich weit­er­hin in der Hegelgasse 8, dem Sitz von Staribacher in Wien.

Genauer gesagt hat der Staribacher-Stipsicz-Club nach den ungarischen Wahlen im April Haszon los­ge­wor­den und den Verlag an Hamu és Gyémánt Ltd., ein Unternehmen von Csaba Csetényi und Tibor Krskó, weit­ergeleitet. Sie waren Teile der Regierungskreise bis vor kurzem. Dies bedeutet, dass Staribachers einziger ungarischer Verweis seine Verbindung zu Herrn Mészáros ist, der, wie wir bewiesen haben, durch ihn in den exk­lu­siven Club der östlichen Oligarchen einge­treten ist.

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