„Wären die Hetze gegen die Migranten, Brüssel und Soros die Grundsteine der christlichen Demokratie Orbáns?”

Márton Gyöngyösi (Foto:MTI)

Der sich auch mit außen­poli­tis­chen Angelegenheiten beschäfti­gende  Vizepräsident von Jobbik, Márton Gyöngyösi reagierte auf die am Donnerstag abge­hal­tene außeror­dentliche Pressekonferenz („Regierungsinfo”) von Orbán: und sagte, Orbán hätte damit Recht, dass „die EP-Wahlen am 26. Mai eine vorher nie gese­hene riesen­große Entscheidung kennze­ich­nen wird, und manche solche Konsense sich in Europa abze­ichen, die für ihn viel Gutes brin­gen kön­nen.”

Aber während der Regierungschef über ein migra­tionsparteiliches Einverständnis spricht, sind laut dem Jobbik-Politiker zwei, sich wirk­lich abze­ichen­den Punkte des Einverständnisses ersichtlich:

  • der erste Punkt näm­lich, dass abge­se­hen von eini­gen mar­ginalen Geisteskranken nie­mand die ille­gale Migration in Europa unter­stützen wolle
  • der andere, dass abge­se­hen von eini­gen mar­ginalen Geisteskraten nie­mand an die alter­na­tive Realität Viktor Orbáns glaube

Der Politiker sieht es so, dass „Orbán heute als ein hys­ter­isches Kindergartenkind von den führen­den europäis­chen Politikern eingestuft wird, dem es bisher gele­gentlich reichte, auf seine Hand zu schla­gen, später wurde er zum Erziehungsberater geschickt, jetzt muss man aber ernst erwä­gen, dass er aus der Kindergartengruppe ver­wiesen wird.”

„Die wirk­liche Entscheidung vom 26. Mai ist, dass Ungarn ein voll­berechtigtes Mitglied der europäis­chen Gemeinschaft bleiben darf, oder ob Orbán das Land auf den Weg bringt, welcher uns langsam aus der Europäischen Union hin­aus­führt.” – schreibt Gyöngyösi, der keinen Zweifel hat, dass Orbán dafür alles tun wird, um an der Macht zu bleiben, und die aus seinen Hobbys resul­tieren­den Geldstrafen von mehreren Hundertmilliarden Forint, nicht er, son­dern die ungarischen Steuerzahler tra­gen wer­den.

Gyöngyösi ging auch auf die Kooperation mit den linken Parteien ein. Laut ihm „wenn es für den  Ministerpräsidenten die Besetzung der demokratis­chen Institutionen, der Betrieb der Behörden in der Art von Schlagstöcken, die Versklavung der Arbeitnehmer, kein zu hoher Preis ist, dann sollte es für mich auch kein zu hoher Preis sein, dass ich gegen diese Maßnahmen auch mit diejeni­gen zusam­me­nar­beiten kön­nte, mit denen ich sonst in vie­len Fragen nicht ein­ver­standen bin.”

Die Ideologie und Leitlinien der Jobbik-Partei wurde in ihrem Programm ein­deutig fest­gelegt, wonach wir bei Fidesz auch weit­er­hin vergebens suchen.

„Wäre das die Hetze gegen die Migranten, Brüssel oder Soros? Wären diese die Grundsteine der Orbán’schen christlichen Demokratie? Oder ein diskretes Zuzwinkern einer Partei, die die Demonstranten mit physis­cher Gewalt bedroht?” – weist er darauf hin, als die Regierungsmedien den Journalisten Zsolt Bede in Schutz nah­men, der gegen die oppo­si­tionellen Demonstranten mit dem Vorwurf der Gewalt agi­tierte.

„Die ganzen fre­undlich gesin­nten Medien kön­nen darüber berichten, dass Orbán sein Büro in ein Kloster ver­legt hat, aber die Wahrheit ist, dass das Gebäude in den let­zten 200 Jahren von nie­man­den als Kloster gekannt wurde, son­dern, als das Budaer Burgtheater. Meiner Meinung nach passt das zum Regieren Orbáns besser.”

Quelle: alfahir.hu/2019/01/11/jobbik_fidesz_gyongyosi_marton_ep_valasztas

 

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