Die Ungarn am österreichischen Arbeitsmarkt

Quelle: MTI

Wenn Sie kür­zlich öster­re­ichis­che Tankstellen besucht haben, haben Sie vielle­icht Ungarn gehört, die irgendwo gesprochen haben. Wenn Sie in einem Restaurant oder Hotel in Wien waren, hät­ten Sie vielle­icht einen starken ungarischen Akzent vom Catering-Personal hören kön­nen. Das ist gar nicht so selt­sam, wenn man bedenkt, dass sich ungarische Arbeiter immer mehr im west­lichen Nachbarland Ungarns ansiedeln. Im September behauptete der Finanzminister Mihály Varga, dass die Ungarn endlich von der harten Arbeit im Ausland nach Hause kamen.

Leider teilen die neuesten öster­re­ichis­chen Statistiken diese Ansicht nicht, da die Anzahl der Menschen, die in Österreich arbeiten, noch nie so hoch war. Außerdem sind die Ungarn heute die zweit­größte Gruppe von Migranten auf dem öster­re­ichis­chen Arbeitsmarkt, berichtet g7.hu, basierend auf den Informationen des öster­re­ichis­chen Statistikamts. Im Jahr 2018 arbeit­eten dort bere­its 92 000 Ungarn. Nur Deutsche haben mit 102.000 Beschäftigten eine höhere Zahl erre­icht.

Wenn sich diese Trends bis 2021 fort­set­zen, wird es mehr ungarische Arbeiter als Deutsche geben. Der ungarischen Regierung zufolge ist Österreich ein Migrantenland: 20 Prozent aller Beschäftigten waren 2018 Ausländer, was einen enor­men Anstieg gegenüber 13 Prozent im Jahr 2009 bedeutet. In Wirklichkeit bedeutet dies, dass die Bevölkerung Österreichs durch Einwanderung ständig wächst, aber Ungarns Bevölkerung sinkt auf­grund der Auswanderung.

Die meis­ten Angestellten nach Nationen (im Jahr 2018) sind Deutsche mit 102.000, Ungarn mit 92.000, Türken mit 58.000, Rumänen und ehe­ma­lige jugoslaw­is­che Länder mit jew­eils 56.000, dann Bosnier mit 46.000 und Polen mit 40.000. Betrachtet man unsere Nachbarn, so gibt es an den öster­re­ichis­chen Arbeitsplätzen in der Slowakei (35 Tsd.) Und der Tschechischen Republik (16 Tsd.) deut­lich weniger Beschäftigte. Das ist an sich schon eine große Kritik am ungarischen Arbeitsmarkt.

Die Zahl der Ungarn, die im west­lichen Nachbarn arbeiten, ist zwis­chen 2010 und 2018 um das 3,5-Fache gestiegen. Jedes Jahr wächst die Zahl der ungarischen Beschäftigten um min­destens 6 bis 7 Tausend. Der öster­re­ichis­che Arbeitsmarkt besteht zu 2,5% aus ungarischen Arbeitnehmern. In Österreich sind Burgenland (2,2%) und Wien (1,2%) die am stärk­sten von den Ungarn besiedel­ten Bundesländer. In Wien leben rund 22.000 Ungarn, in Niederösterreich 12.000 und in Oberösterreich 10.000.

Für ungarische Angestellte ist der größte Vorteil öster­re­ichis­cher Arbeitsplätze, dass Sie nicht unbe­d­ingt dauer­haft nach Österreich ziehen müssen. Sie kön­nen jeden Tag über die Grenzen hin­weg pen­deln oder Sie kön­nen vorüberge­hend dort wohnen (nor­maler­weise an Wochentagen). Dies bezieht sich am besten auf Personen, die im Burgenland oder in der Nähe von Wien arbeiten. Im Jahr 2018 waren die ungarischen Pendler im Alltag 44%, zuletzt im Jahr 2019 waren es 42%. 

Wenn man die ver­schiede­nen Berufe betra­chtet, kann man leicht erken­nen, dass die Mehrheit der Ungarn in Hotels arbeitet (~ 11.500 Personen), in der Gastronomie (~ 9000). Andere beliebte öster­re­ichis­che Jobs sind Lkw-Fahrer oder in einem Reinigungsdienst der Bauwirtschaft tätig an Tankstellen oder im fleis­chver­ar­bei­t­en­den Gewerbe. Tatsächlich ist jeder dritte Tankstellenassistent in Österreich ungarisch; 846 Ungarn arbeiten dort an ins­ge­samt 2685 Tankstellen.

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