Ungarn nimmt hunderte Flüchtlinge aus Venezuela auf

flickr.com/ ruurmo (CC BY-SA 2.0)

Dem pop­ulärsten ungarischen Webportal Index bestätigten mehrere Quellen, dass der ungarische Staat bisher ca.300 Flüchtlinge aus dem in ein tiefes poli­tis­ches und wirtschaftliches Chaos ger­atene Venezuela auf­nahm. Die Südamerikaner bekom­men von Ungarn ein kosten­loses Flugticket, Wohnung für min­destens ein Jahr, ein Integrationsprogramm mit ungarischem Sprachkurs, sowie Niederlassungspapiere, womit sie nach ein paar Monaten bere­its legal Arbeit nehmen kön­nen.

Die ungarischen Behörden unter­suchen lediglich eine Voraussetzung: ob die Flüchtlinge ungarische Vorfahren haben. Die über­wiegende Mehrheit von der Online-Zeitung Index befragten aus Venezuela kom­menden ver­fü­gen nur über einen ungarischen Großvater, und auch ihre Eltern kon­nten kein Ungarisch: abge­se­hen von einer wirk­lich völ­lig ungarischstäm­mi­gen Minderheit unter den 300 hörten sie die ersten ungarischen Wörter während ihrer Ankunft in Budapest und trafen dort erst­mals auf ungarische Kultur. Ein Teil von ihnen trägt keinen ungarischen Familiennamen.

Sonderbar ist es noch, dass das Programm abso­lut ver­schwiegen wird. Die befragten Venezolaner ver­ri­eten: die Organisatoren des Programms baten sie darum, mit nie­man­den über ihre Aufnahme zu reden- das ver­ste­hen die Flüchtlinge über­haupt nicht, da sie wirk­lich aus furcht­baren Verhältnissen kamen, hiel­ten sie die Hilfe gerecht und notwendig.

Die Ankömmlinge erzählten den Reportern der Index über erstaunliche Umstände. Zwar galt Venezuela vor den Chávez- und Maduro-Regimen als ein sicheres und reiches Land, heute wurde es eine der arm­selig­sten und gefährlich­sten Regionen der Welt. Genau solche Kriegsgebiete, wovon Europa fast keinen aufn­immt.

Die Organisierung des Programms ein­deutig zeigt, dass es um keine einzel­nen Entscheidungen gibt, son­dern um ein bewusstes Programm der ungarischen Regierung. Das Auswahlverfahren wird noch in Venezuela geführt, in wessen Rahmen die poten­tiellen Flüchtlinge grünes Licht nach Ungarn bekom­men, wenn sie ungarische Vorfahren aufzeigen kön­nen- diese aus­ländis­chen Einwanderer sind von den ungarischen Behörden dazu nicht gezwun­gen, in das Territorium Ungarn einzutreten, stattdessen wer­den sie noch in ihrem eige­nen Heimatland aus­gewählt. Denen, die nach der Beurteilung vom ungarischen Staat Schutz bekom­men, sichert die Regierung ihnen freien Eintritt ins Land. Später nehmen die Flüchtlinge in ver­schiede­nen Intergrationsprogrammen teil.

Das Problem damit sei, dass man laut den ungarischen Gesetzen eine Einwanderungs- Sondersteuer leis­ten sollte. Trotz alle­dem erfüllt der ungarische Staat diese Pflicht nicht. Und die Verschlüsselung des Programms zeigt ein­deutig, dass es für die Regierung vol­lkom­men klar ist, dass das Programm vom Sondersteuergesetz betrof­fen ist.

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