AfD beginnt den heftigen Wahlkampf im Osten

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In Cottbus begann die AfD ihren Wahlkampf vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen. Die Ausgangslage ist gut: Umfragen sehen die AfD in Brandenburg und Thüringen bei 19 beziehungsweise 20 Prozent, in Sachsen sogar bei 26 Prozent gleichauf mit der CDU.
Zum „AfD-Volksfest“ lud der brandenburgische Landesverband zur ersten Wahlkampfveranstaltung nach Cottbus ein. Vor der dortigen Stadthalle will Spitzenkandidat Andreas Kalbitz gemeinsam mit Höcke, dem sächsischen Spitzenkandidaten Jörg Urban sowie Meuthen auftreten. Die Ausgangslage vor den drei Landtagswahlen im Osten ist gut: Umfragen sehen die AfD in Brandenburg und Thüringen bei 19 beziehungsweise 20 Prozent, in Sachsen sogar bei 26 Prozent gleichauf mit der CDU.
„Vollende die Wende!“ steht auf dem Aufruf zur AfD-Wahlkampfveranstaltung in Cottbus. Björn Höcke, Spitzenkandidat in Thüringen, meldete beim „Flügel“-Treffen vor einer Woche den Machtanspruch seiner Gruppe an. Der rechte „Flügel“, vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet, bestimmt wegen der Landtagswahlen am 1. September in Brandenburg und Sachsen sowie am 27. Oktober in Thüringen derzeit das Erscheinungsbild der AfD. Alle drei Spitzenkandidaten – Kalbitz, Urban, Höcke – gehören dem „Flügel“ an.
Kurz nach dem Termin in Cottbus folgt der zweite große Auftritt: Am Sonntagabend läutet die AfD Sachsen die heiße Wahlkampfphase ein, im Schützenhaus der Kleinstadt Lommatzsch. Hier ist Meuthen nicht als Redner aufgeführt, die drei „Flügel“-Kandidaten bleiben unter sich.

Was Höcke genau plant, lässt er bislang offen. Die Botschaften an Meuthen und Ko-Parteichef Alexander Gauland sind allerdings deutlich: Wenn Ende Oktober auch in Thüringen gewählt ist, werde er sich „mit großer Hingabe und mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben“, sagte der 47-Jährige auf dem „Flügel“-Treffen.

Er könne „garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird“, ergänzte Höcke unter Jubel im Saal. Nach dem Auftritt sahen sich rund hundert AfD-Funktionäre zu einem Aufruf gegen Höcke genötigt, in dem sie ihm Spaltungstendenzen vorwerfen und seinen „exzessiv zur Schau gestellten Personenkult“ anprangern.

Auf einem Bundesparteitag Ende des Jahres will die AfD ihre Bundesspitze neu wählen. Seit längerem wird gemutmaßt, dass der 78-jährige Gauland auf eine neuerliche Kandidatur verzichtet. Meuthen allerdings würde das Amt gern weiter ausüben.