Beispiellos: Rumänen demonstrierten gegen die Minderheitenrechte der Siebenbürger Ungarn

Quelle: George Simion/Facebook/Alfahír

Gegen die vermutete Erweiterung der ungarischen Sprachenrechte organsierten zwei – größtenteils im Seklerland aktive rumänische Zivilorganisation – eine Demontration in Bukarest.

Dem Aufruf der Vereine „Ziviles Forum der Rumänen aus den Komitaten Kowasna-Hargita und Maros” und des „Wegs der Nation” folgten mehr als hundert Demonstranten, und versammelten sich auf einem Platz unter einer riesigen rumänischen Nationalfahne. Sie wurden überwiegend von den Bussen der „Fratia Ortodoxia” (Orthodoxe Bruderschaft) nach Bukarest transportiert. Die Rumänen protestierten gegen den „Verrat” der Bukarester Regierung, da laut ihnen das von Viorica Dancila geführte sozialdemokratische Kabinett nach der Erpressung der Partei der Siebenbürger Ungarn (RMDSZ) solche Sprachenrechte in das frisch verabschiedete Verwaltungskodex einbaute, wonach das Ungarische zur zweiten offiziellen Sprache in Rumänien erhoben werde. Die Partei RMDSZ denkt darüber ganz anders, weil das neue Kodex einen Rückschritt hinsichtlich der Benutzung der Muttersprache bedeute.

Auf der mit Hilfe des sozialen Mediums Facebook zusammengetrommelten Demonstration nahmen viele in rumänischer Nationaltracht teil und hielten verschiedene Transparente hoch: „wir sagen Nein zur ethnischen Autonomie!”, „Stoppt die Diskrimineriung der Rumänen im Herzen von Rumänien”, „Die offizielle Sprache Rumäniens ist das Rumänische!”.

Laut den Rednern sei die Zeit gekommen, dem ein Ende zu bereiten, dass die Rumänen „weiterhin Sklaven im Land der eigenen Vorfahren“ sein müssten. Sie beklagten, dass die Sitzungen der lokalen Selbstverwaltungen auf Ungarisch abgehalten werden könnten und die rumänischen Vertreter die Informationen nur durch das Dolmetschen erfahren. 

Laut der Meinung der Demonstranten habe das Kodex die Schwelle für den Sprachgebrauch gestrichen, somit könne die Partei RMDSZ die Umsetzung von Sprachrechten in Siedlungen fordern, in denen der ungarische Anteil weniger als 20 Prozent ausmacht.

Die rumänische Regierung modifizierte anschließend durch eine Eilverordnung die die Muttersprache betreffenden Vorschriften des Verwaltungsgesetzbuches. Die Entscheidung wurde von der RMDSZ scharf kritisiert: durch das Verwaltungsgesetzbuch schrumpften die Minderheitenrechte und bedeutete einen Rückschritt im Vergleich zu der bisher gültigen Regelung. 

Quelle: https://index.hu/kulfold/2019/07/07/a_magyar_nyelvi_jogok_ellen_tuntettek_romanok_bukarestben/