Diskussion über Sicherheit an Bahnhöfen nach tödlicher Attacke von Frankfurt

Quelle: Tiroler Tageszeitung

Nach dem Tod eines vor einen Zug gestoßenen Kindes in Frankfurt am Main wird über die Sicherheit an deutschen Bahnhöfen diskutiert. Politiker und Polizeigewerkschafter schlugen mehr Sicherheitsmaßnahmen und eine stärkere Präsenz der Polizei vor. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterbrach seinen Urlaub, um Gespräche mit Sicherheitsbehörden über die tödliche Attacke von Frankfurt und andere Gewalttaten der jüngsten Zeit zu führen.

Der SPD-Verkehrspolitiker Martin Burkert bemängelte in der „Bild“-Zeitung eine unzureichende Aufsicht an den Bahnsteigen. Zudem fehle es an den Bahnhöfen generell an Bundespolizisten. Einen Umbau der Bahnhöfe halte er aber nicht für nötig, sagte Burkert.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, warnte aber, solch „grauenhafte Verbrechen“ würden sich nicht durch mehr Polizisten verhindern lassen.

Radek fordert stattdessen, „über den Einbau technischer Sperren zu diskutieren, die den Zugang zu Gleisen erst ermöglichen, wenn der Zug bereits steht“. Solche Vorrichtungen gebe es etwa an bestimmten Gleisen in Londoner Bahnhöfen.

Solche Überlegungen stießen aber auf Vorbehalte. Die Deutsche Bahn erklärte gegenüber „Bild“, die Forderungen, Bahnsteige nur noch für Ticketinhaber betretbar zu machen, seien zwar nachvollziehbar. Dies würde aber hunderte Millionen Euro kosten und zu Schlangen an den Bahnsteigen führen. Auch der Fahrgastverband „Pro Bahn“ erklärte, eine solche Forderung sei „logistisch kaum umzusetzen“.

Absolute Sicherheit werde es nie geben

Für mehr Sicherheit an Bahnhöfen gibt es nach Ansicht der FDP keine einfachen Lösungen. Ein Abschirmen von Bahngleisen, etwa durch Glas- oder Plastikwände, könne insbesondere an S- und U-Bahnsteigen für mehr Schutz sorgen, sagte der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic der „Saarbrücker Zeitung“. „Im regulären Schienenverkehr an Bahnhöfen bietet sich dagegen keine einfache Lösung an.“

Denn eine einheitliche Abtrennung sei durch die Vielzahl an Zügen mit unterschiedlichen Längen, Höhen und Türen kaum möglich. „Hier kann man eher mit lokal erhöhter Präsenz der Polizei und Aufklärung über Risiken Gefahr eingrenzen“, so Luksic.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst sagte der „Bild“-Zeitung, eine „noch gezieltere Videoüberwachung und mehr Sicherheitspersonal auf den Bahnhöfen“ würden das Sicherheitsniveau erhöhen. Absolute Sicherheit werde es aber nie geben.

Die Grünen-Verkehrspolitikerin Valerie Wilms rief Fahrgäste dazu auf, sich niemals zu nah an ein Gleis begeben. „Wenn sich alle an die Regeln halten, reichen diese Maßnahmen für eine sichere Benutzung der Bahnsteige aus“, sagte sie der „Bild“-Zeitung. (afp)

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