Brexit stärkt Separatisten: Schotten dringen auf Unabhängigkeit

Schon im kommenden Jahr will die schottische Regierung erneut über eine Abspaltung von Großbritannien abstimmen lassen. Regierungschefin Sturgeon fühlt sich durch das Brexit-Chaos in dem Plan bestärkt. Derweil muss Premier Johnson bei der Queen antreten.

Vor einem Besuch des britischen Premierministers Boris Johnson in Schottland hat die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon ihre Pläne für ein neues Unabhängigkeitsreferendum 2020 bekräftigt. Sie strebe „schon nächstes Jahr“ ein neues Referendum an, sagte Sturgeon der „Welt“. „Ich denke, und die Umfragen zeigen das auch, dass die Schotten unabhängig sein wollen“, fügte die Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP) hinzu.

Es sei seit Jahren „höchst frustrierend, dass „über Schottlands Schicksal ohne unsere Kontrolle bestimmt“ werde, sagte Sturgeon. „Es ist viel besser, selber die Kontrolle zu haben, und die kommt mit der Unabhängigkeit“. Johnson reist heute nach Schottland. In Aberdeenshire will er nach Regierungsangaben einen Fischmarkt besuchen und ein Hilfspaket für schottische Landwirte für die Zeit nach dem Brexit ankündigen.

Danach wird er Königin Elizabeth II. auf ihrem schottischen Landsitz Balmoral besuchen und mit ihr zu Abend essen. Normalerweise besucht der britische Regierungschef die Queen jeden Sommer für ein ganzes Wochenende in Balmoral. Wegen der Brexit-Turbulenzen in London muss Johnson seinen Besuch aber abkürzen.

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