Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde 16.12.2021

Telldenkmal mit Bronzestatue von Richard Kissling und Hintergrundbild von Hans Sandreuter in Altdorf (Kanton Uri, Schweiz) · Foto: Хрюша / Wikimedia CC 3.0

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell

Afgha­ni­stan Die Welt­bank will wieder Gelder für huma­ni­täre Hilfe nach Afgha­ni­stan fließen lassen. Sie hatte ihre Unter­stüt­zung für das Land nach der Macht­über­nahme der Taliban einge­stellt. Die 31 Geld­geber des derzeit einge­fro­renen Treu­hand­fonds «Afgha­ni­stan Recon­struc­tion Trust Fund» haben sich auf den Transfer von 280 Millionen Dollar für zwei Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen in Afgha­ni­stan geei­nigt. Wie die Welt­bank als Verwal­terin des Fonds mitteilte, soll das Geld wie erwartet an das Welt­ernäh­rungs­pro­gramm (WFP) sowie das UNO-Kinder­hilfs­werk Unicef gehen. Die USA und andere Geld­geber stellten nach der Macht­über­nahme durch die Taliban die Finanz­hilfe ein, von der Afgha­ni­stan in den 20 Jahren des Krieges abhängig geworden war. Mehr als neun Milli­arden Dollar der Geld­re­serven des Landes wurden einge­froren. SRF.ch

Andorra Die Frauen bekamen am 14.12.1971 das Stimm­recht (vor 50 Jahren). In der Schweiz war es am 16.3.1971 so weit. SRF.ch

Gross­bri­tan­nien Der Wiki­leaks-Gründer muss nun damit rechnen, doch noch an die USA ausge­lie­fert zu werden. Ein Beru­fungs­ge­richt in London hat die Ableh­nung des US-Auslie­fe­rungs­an­trags für Julian Assange gekippt, das teilte eine Rich­terin am Londoner High Court am 10.12.mit. Der Wiki­leaks-Gründer muss nun damit rechnen, doch noch an die USA ausge­lie­fert zu werden. Die Verlobte von Assange hat ange­kün­digt, erneut in Beru­fung zu gehen. Ein briti­sches Gericht hatte Anfang des Jahres die Auslie­fe­rung des 50-Jährigen unter Berück­sich­ti­gung seines psychi­schen und gesund­heit­li­chen Zustands und die zu erwar­tenden Haft­be­din­gungen in den USA unter­sagt. Washington hatte diese Entschei­dung jedoch ange­fochten – und bekam nun Recht. Die von den USA in der Zwischen­zeit gege­benen Zusi­che­rungen seien ausrei­chend, um die Sorgen um seine Gesund­heit auszu­räumen, sagte die Rich­terin am 10.12. So wollen die USA die Unter­brin­gung des mutmaß­lich suizid­ge­fähr­deten Assange in einer geeig­neten Insti­tu­tion mit medi­zi­ni­scher Betreuung garan­tieren. Er soll zugleich den Antrag stellen können, in seiner Heimat inhaf­tiert zu werden. Die US-Justiz will Assange wegen Spio­na­ge­vor­würfen den Prozess machen. Dem gebür­tigen Austra­lier drohen dort bei einer Verur­tei­lung bis zu 175 Jahre Haft. Der Fall werde nun an das erst­in­stanz­liche Gericht zurück­ge­geben mit der Weisung, die Entschei­dung über die Auslie­fe­rung der Innen­mi­nis­terin zu über­lassen, so das Gericht weiter. Ob das Tauziehen um Assange damit ganz zu Ende ist, war aber nicht unmit­telbar klar. Seine Unter­stützer hatten für diesen Fall bereits ange­kün­digt, erneut in Beru­fung zu gehen. «Armuts­zeugnis für briti­sche Justiz». Dutzende Anhänger des Wiki­leaks-Grün­ders, die sich vor dem Gerichts­ge­bäude in London versam­melt hatten, zeigten sich enttäuscht und empört. Viele skan­dierten «Schande, Schande» und kündigten an, weiter für Assanges Frei­las­sung zu kämpfen. Assanges Ange­hö­rige beschreiben seinen Gesund­heits­zu­stand seit Monaten als schlecht und besorg­nis­er­re­gend. Der 50-Jährige sitzt seit mehr als zwei Jahren im Londoner Hoch­si­cher­heits­ge­fängnis Belmarsh. «Wir werden diese Entschei­dung zum frühest­mög­li­chen Punkt anfechten», sagte Stella Moris laut einer Mittei­lung. Moris bezeich­nete die Entschei­dung des High Courts als «gefähr­lich und fehl­ge­leitet». (Julian Paul Assange grün­dete Wiki­Leaks 2006. Wiki­Leaks erregte 2010 inter­na­tio­nale Aufmerk­sam­keit, als es eine Reihe von Leaks veröf­fent­lichte, die von der Geheim­dienst­ana­lystin der US-Armee Chelsea Manning bereit­ge­stellt wurden. Zu diesen Lecks gehörten das Colla­teral Murder-Video des Bagdad-Luft­an­griffs (April 2010), die Afgha­ni­stan-Kriegs­pro­to­kolle (Juli 2010), die Irak-Kriegs­pro­to­kolle (Oktober 2010) und Cable­gate (November 2010). Nach den Lecks im Jahr 2010 leitete die US-Regie­rung eine straf­recht­liche Unter­su­chung gegen Wiki­Leaks ein. Im November 2010 erließ Schweden einen inter­na­tio­nalen Haft­be­fehl gegen Assange wegen des Vorwurfs sexu­ellen Fehl­ver­hal­tens. Im Juni 2012 flüch­tete er in die ekua­do­ria­ni­sche Botschaft in London. Im August wurde ihm von Ekuador wegen poli­ti­scher Verfol­gung Asyl gewährt, mit der Annahme, dass er im Falle einer Auslie­fe­rung an Schweden schließ­lich an die USA ausge­lie­fert würde. Die schwe­di­sche Staats­an­walt­schaft stellte ihre Ermitt­lungen 2019 ein. Am 11.4.2019 wurde Assange nach einer Reihe von Strei­tig­keiten mit den ekua­do­ria­ni­schen Behörden das Asyl entzogen. Am 23. Mai 2019 beschul­digte die US-Regie­rung Assange des Weiteren des Verstoßes gegen das Spio­na­ge­ge­setz von 1917. Am 4. 1. 2021 entschied die Bezirks­rich­terin Vanessa Baraitser gegen das Ersu­chen der USA, ihn auszu­lie­fern, und erklärte, dass dies „unter­drü­cke­risch“ sei seine psychi­sche Gesund­heit. ) In den USA drohen Assange 175 Jahre Gefängnis. «Das ist grotesk, das haben nicht einmal die schlimmsten Kriegs­ver­bre­cher in Den Haag bekommen», sagt Nils Melzer, Uno-Sonder­be­richt­erstatter für Folter. Mit ihm reden wir in dieser Episode über das Urteil, die Folgen und den Menschen hinter dem Fall – Julian Assange. Schreibt ein Feed­back an newsplus@​srf.​ch

China Nach Bidens Demo­kra­tie­ge­sprä­chen, an denen China nicht teil­nehmen durfte, disku­tierten auf China Global TV Network Experten aus USA, Russ­land und China über Demo­kratie und kamen zum Schluss, dass zwar China ein demo­kra­ti­sches Land ist, es in USA aber nur eine Symbol- und Fassa­den­de­mo­kratie gibt. In Teilen der USA sind alle englisch­spra­chigen Sendungen von China Radio Inter­na­tional und CGTN seit 2019 auf Mittel­welle 1190 kHz zu empfangen vom Sender WCRW („China Radio Washington“) mit 50 kW in Lees­burg VA (unweit von Washington.DC.).Der Sender verwendet eine Richt­an­tenne mit drei Türmen. Die New World Radio Group verkaufte WCRW im September 2018 an die unab­hän­gige Potomac Radio Group, Inc., die teil­weise im Besitz der Marquee Broad­cas­ting-Eigen­tümer Brian und Patricia Lane ist. Der Verkauf wurde am 2.1.2019 zu einem Preis von 750.000 US-Dollar voll­zogen. Er wird 24/7 an China Radio Inter­na­tional vermietet, WCRW1190.com

Irak ist ab 1.1.2022 frei von US Truppen und kann jetzt selbst das Land vertei­digen. SRF.ch

Iran protes­tiert in Wien gegen die ille­galen israe­li­schen Atom­bomben in der Wüste Negev. Israel hat den Atom­waf­fen­sperr­ver­trag nicht unter­schrieben. IRIB.ir

Israel Am 15. Dezember 1961 (vor 60 Jahren) wurde Adolf Eich­mann wegen Verbre­chen gegen die Juden für schuldig befunden und zum Tode verur­teilt. Sein Antrag auf Begna­di­gung wurde am 31. Mai 1962 von Präsi­dent Itzhak Ben-Zvi abge­lehnt. Er wurde in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1962 im Alter von 56 Jahren gehängt. Sein Leichnam wurde in einem eigens dafür gebauten Ofen einge­äschert, und außer­halb israe­li­scher Gewässer ins Mittel­meer gestreut. KR.il

Libanon Susanne Brunner: Immer mehr Kinder im Libanon müssen auf Kosten ihrer Schul­bil­dung Geld verdienen. Das geht aus einer Umfrage des Kinder­hilfs­werks Unicef hervor, die jüngst publi­ziert wurde. Es ist kurz nach zehn Uhr morgens, an einem gewöhn­li­chen Wochentag Ende November: Kinder sollten um diese Zeit in der Schule sein. Aber der Gemü­se­markt in der nord­li­ba­ne­si­schen Stadt Tripoli ist voll von Kindern im schul­pflich­tigen Alter, die dort arbeiten. «Wir müssen arbeiten, weil wir kein Geld haben», sagen ein paar acht- bis elfjäh­rige Knaben. «Manchmal zwölf Stunden am Tag, für ein paar Rappen!» Sie reden alle durch­ein­ander, sind sich uneinig, wer von ihnen am längsten arbeitet. Ich war noch klein, als ich mit der Arbeit auf dem Markt begonnen habe. Der elfjäh­rige Ahmad zeigt, was sie hier arbeiten: Sie laden Schach­teln voller Gemüse von Liefer­wagen auf Hand­karren und schieben diese zu den umlie­genden Läden. Eine anstren­gende Arbeit, denn die Hand­karren sind schwer. Ahmad weiß gar nicht mehr genau, wann er mit der Arbeit auf dem Markt begonnen hat. «Vor langer Zeit, als ich noch klein war», sagt der Junge. Nach der dritten Klasse arbeiten statt lernen. Auch der 15-jährige Mohammed geht schon lange nicht mehr zur Schule. «Ich lernte, bis ich in der dritten Klasse die Schule verließ», sagt er. Seine Familie brauche jeden Rappen Einkommen, um über­haupt essen zu können. Deshalb habe sie ihn zum Arbeiten aus der Schule geholt. Arbei­tende Kinder sieht man in Libanon nicht nur im ohnehin schon verarmten Tripoli. Es ist auffal­lend, wie viele Kinder sich tags­über, während der Schul­zeiten, auf den Straßen aufhalten. Laut dem Kinder­hilfs­werk UNICEF hat sich die Zahl der Kinder, die in Libanon nicht oder nicht mehr zur Schule gehen, allein zwischen April und Oktober 2021, versie­ben­facht. Grund dafür: eine der welt­weit schlimmsten Wirt­schafts­krisen seit Mitte des 19. Jahr­hun­derts. UNICEF sieht Ausbil­dung von 700’000 Kindern in Gefahr. Wegen der horrenden Infla­tion leben inzwi­schen acht von zehn Menschen in Libanon in Armut. Im kleinen Mittel­meer­staat leben zudem schät­zungs­weise andert­halb Millionen syri­sche Flücht­linge. Sie sind vor Krieg, Verfol­gung und der Wirt­schafts­mi­sere in ihrem Land geflohen und sind noch mehr von Armut betroffen als Einhei­mi­sche. Aber sowohl syri­sche als auch liba­ne­si­sche Kinder müssen die Schule immer häufiger verlassen, um irgendwie Geld zu verdienen. SRF.ch

Mexiko Bei einem Unfall eines Sattel­schlep­pers in Mexiko sind >53 Menschen ums Leben gekommen. Der Laster kippte am 9.12. im südme­xi­ka­ni­schen Ort Chiapa de Corzo um. Er habe fast 200 Migranten aus Guate­mala nach Texas trans­por­tiert zu 1000$/Person. Chiapa de Corzo liegt 420 m ü. d. M. auf dem Ostufer des Río Grijalva unweit des Cañón del Sumi­dero. Tuxtla Gutiérrez, die Haupt­stadt des Bundes­staats Chiapas, befindet sich nur etwa 15 km nord­west­lich. SRF.ch

Nieder­lande Die Finanz­po­lizei hat einen Mann fest­ge­nommen, der im Internet die Liefe­rung von Coro­na­viren zur Selbst­in­fek­tion ange­boten hat. Für 33.50 Euro sei dort die Zustel­lung eines soge­nannten Coro­na­kits per Post ange­boten worden, wie die Zeitung «De Tele­graaf» berichtet. Angeb­lich soll es ein Röhr­chen mit einer Viren-Flüs­sig­keit sowie einen Selbst­test enthalten haben. Die Behörde für Gesund­heits­für­sorge warnte vor Selbst­in­fek­tionen: «Wer sich gezielt selbst ansteckt, bringt schuld­haft die öffent­liche Gesund­heit in Gefahr.»
● Es wird eng auf der Nordsee. Bisher förderten die Nieder­lande. im großen Stil Gas. Jetzt aber planen sie die Ener­gie­wende und bauen riesige Wind­parks in der Nordsee. Schon bald wird ein großer Teil des Meeres vor der nieder­län­di­schen Küste voller Wind­tur­binen sein. Die tief­grei­fende Verän­de­rung weckt Ängste und Hoff­nungen. Bis im Jahr 2050 will die Regie­rung in Den Haag 30 bis 40 % der Strom­nach­frage mit Wind­energie decken. Rund ein Viertel der nieder­län­di­schen Konti­nen­tal­platte soll zu diesem Zweck mit Wind­parks voll gebaut werden. Weil die Nordsee weiter draußen vor der Küste einer Auto­bahn von Fracht­schiffen gleicht, werden die Wind­parks nur rund 20 Kilo­meter vom Ufer entfernt gebaut. Das weckt den Wider­stand der Küsten­be­woh­ne­rinnen und ‑bewohner, die um ihre freie Sicht aufs Meer fürchten. Und die Fischer sind aufge­bracht, weil sie in den Wind­parks künftig nicht mehr fischen dürfen. Die Umwelt-Orga­ni­sa­tionen dagegen sind hin und her gerissen. Zum einen stellen die Wind­parks einen tiefen Eingriff ins Ökosystem dar, zum andern eröffnen sie neue Möglich­keiten für die Natur. Podcast „Inter­na­tional“. SRF.ch
● Rechen­zen­trum Zeewolde wird 2 bis 3 Mal so viel Strom verbrau­chen wie die gesamte Stadt Amsterdam. Neben dem Google-Center gibt es neben der A7 bei Midden­meer ein weiteres riesiges Micro­soft-Rechen­zen­trum, ein zweites Micro­soft-Center ist im Bau. Nicht jeder in der Gemeinde Hollands Kroon ist mit den Zentren zufrieden. Haupt­kri­tik­punkt ist, dass die Rechen­zen­tren nichts zur Ener­gie­wende beitragen, da der gesamte in der Umge­bung erzeugte grüne Strom von den Server­parks „absor­biert“ wird. Laut lokalen Gegnern ruinieren sie auch die Land­schaft mit riesigen Beton­klötzen. „Im Vergleich zu vor fünf Jahren bekommt Google heute aus der glei­chen Ener­gie­menge etwa siebenmal so viel Rechen­leis­tung“, sagt Google-Manager in den Nieder­landen, Martijn Bertisen. Die Rechen­zen­tren werden nach Angaben des Unter­neh­mens drin­gend benö­tigt, da Verbrau­cher und Unter­nehmen zuneh­mend Online-Dienste nutzen. Der bestehende Server­park im Eems­haven in Groningen wird zusätz­lich zu der zuvor von Google ange­kün­digten Erwei­te­rung weiter ausge­baut. Nach Abschluss der Arbeiten, voraus­sicht­lich Anfang nächsten Jahres, werden 350 Mitar­beiter im Rechen­zen­trum in Eems­haven arbeiten. NPO.nl
● Die Gemeinde Harlingen wird den Strom von Plas­tik­müll bekämpfen, der im Watten­meer landet. Zu diesem Zweck wird im Van Harinxma-Kanal eine soge­nannte Blasen­bar­riere instal­liert. Mit diesem soge­nannten Blasen­schleier müssen ca. 86 % der Abfälle, die ins Watten­meer treiben, aufge­fangen werden. Die Projekt­kosten belaufen sich auf 613.000 Euro. Der Watten­fonds betei­ligt sich mit mehr als 550.000 € an der Inves­ti­tion. Er soll auch Meeres­be­wohner vor Lärm schützen. SRF.ch

Neuka­le­do­nien stimmt am 12.12. über Zuge­hö­rig­keit zu Frankreich.ORF.at

Öster­reich war das erste Land Europas, das Mitte November einen Lock­down für Unge­impfte ange­ordnet hat. Kurz darauf galt er dann auch für die Geimpften. Am 12.12. beendet die Regie­rung diese gene­relle Schlie­ßung. Von der Öffnung sind aber Unge­impfte oder Nicht-Gene­sene ausdrück­lich ausge­nommen. Sie müssen weiter gene­rell zu Hause bleiben. Das bezeich­nete Karl Nehammer, der neue Bundes­kanzler, wört­lich als «Mühsal», das aber jeder mit einer Impfung schnell aus der Welt schaffen könne. Auch eine andere Mühsal bleibt: Öster­reichs Regie­rung schreibt nämlich weiter zwin­gend vor, welche Maske man in geschlos­senen Räumen und in öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln zu tragen habe. Es ist keine leichte, soge­nannt chir­ur­gi­sche, sondern eine dickere, soli­dere FFP2-Maske. Mit diesen Maßnahmen geht Öster­reich auch nach dem Lock­down deut­lich weiter als die Schweiz. Aber auch das ist noch nicht alles: Die Zentral­re­gie­rung in Wien defi­niert die mini­malen Regeln. Die Bundes­länder können sie verschärfen.
● Am 13.12.1996 (vor 25 Jahren) hat Robert Kalina (*1955) in Wien die Euro­bank­noten entworfen.
● Am 13.12.2001 (vor 20 Jahren) wird Alt-Wien und der Neusied­lersee (Burgen­land) Weltkulturerbe.
● Familie Leitner war eine monat­liche Steg­reif-Fern­seh­serie des Öster­rei­chi­schen Rund­funks nach dem Vorbild der popu­lären Hörspiel­serie Die Radio­fa­milie (1952–1960, entwi­ckelt vom US Sender „Rot-Weiß-Rot“). Sie wurde erst­mals am 28. September 1958 ausge­strahlt. In 100 Folgen à 30 Minuten bis zum Jahr 1967 schil­derte die Serie das Wohl und Wehe einer bürger­li­chen Wiener Mittel­stands­fa­milie in den 1950er und 1960er Jahren. So entstand unter dem Regis­seur Otto Schenk (*1930) ein Zeit­bild. Die Burg­thea­ter­schau­spie­lerin Gertraude Jesserer spielte Gerda. Sie verstarb am 9.12. im Alter von 77 Jahren bei einem Brand in ihrer Wohnung in Wien.
● Am 12.12. endet der 4.Lockdown für Geimpfte. In der Schweiz gab es erst einen Lock­down. ORF.at

Polen Vor 40 Jahren: Auf dem 4. ZK-Plenum vom 16. bis 18.10.wurde Partei­chef Stanisław Kania durch den als Hard­liner geltenden Vertei­di­gungs­mi­nister General Wojciech Jaru­zelski (1923–2014) ersetzt. Die Vorbe­rei­tungen für einen entschei­denden Schlag gegen die Oppo­si­tion waren zu diesem Zeit­punkt bereits abge­schlossen. Trotz der Bereit­schaft der „Soli­dar­ność“ zu Kompro­missen über­nahmen in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1981 Militär und Sicher­heits­or­gane die Macht in Polen. General Jaru­zelski verkün­dete in einer Fern­seh­an­sprache die Verhän­gung des Kriegs­rechts. Die Führungs­spitze der Gewerk­schaft wurde in Danzig verhaftet. Regio­nal­führer, Leiter der Betriebs­kom­mis­sionen und oppo­si­tio­nelle Intel­lek­tu­elle, insge­samt einige Tausend Personen, wurden in Inter­nie­rungs­lager gebracht. Jaru­zelski recht­fer­tigte nach 1990 diesen Schritt mit einer Gefahr des Einmar­sches der Roten Armee, ähnlich wie in der VR Ungarn, der Tsche­cho­slo­wakei oder der DDR. RPI.pl

Schweiz Ruth Humbel Näf (* 1957) ist eine Schweizer Poli­ti­kerin (Die Mitte, vormals CVP), Bera­terin im Gesund­heits­wesen und fordert Impf­pflicht für über 65-Jährige. Der St.Gotthard-Basistunnel ist mit 57 km der längste Eisen­bahn­tunnel der Welt. Er durch­quert die zentralen Schweizer Alpen in Nord-Süd-Rich­tung und unter­quert damit unter anderem das Gott­hard­massiv. Der Gott­hard­ba­sis­tunnel ist ein Teil­stück der Gott­hard­bahn und des die gesamte Schweiz umfas­senden Verkehrs­kon­zeptes Neue Eisen­bahn-Alpen­trans­ver­sale – NEAT. Der Tunnel verbindet in Höhe von 312 bis 549 m ü. M. den deutsch­spra­chigen Kanton Uri mit dem italie­nisch­spra­chigen Kanton Tessin. Beim neuen Bahnhof von Altdorf UR (10’000 Ew.) halten zum ersten Mal Schnell­züge und verkürzen die Reise nach Bellin­zona auf 35 Minuten, kürzer als die Fahrt nach Zug oder Luzern. In Ander­matt entsteht ein neues Touris­mus­zen­trum. Der ägyp­ti­sche Investor Samih Sawiris entwi­ckelt seit 2011 das große Touris­mus­re­sort Ander­matt Swiss Alps, das aus vielen Hotels, Feri­en­ap­par­te­ments sowie einem Golf­platz mit 18 Löchern bestehen wird. Ander­matt liegt gut zu errei­chen etwa in der Mitte zwischen Zürich und Mailand, nur wenige Auto­mi­nuten von der Auto­bahn­aus­fahrt Göschenen. Ander­matt ist auch die Heimat des Olym­pia­sie­gers und Welt­meis­ters Bern­hard Russi.
● Psych­ia­trie am Limit. Die unsi­cheren Pandemie-Zeiten hinter­lassen Spuren: Stress, Ängste, Depres­sion: Das Angebot von Psych­ia­trie und Psycho­the­rapie in der Schweiz gerät an seine Grenzen.
● Swiss­medic geneh­migt Impf­stoff von Pfizer/Biontech ab fünf Jahren.
● Die Schweiz impor­tiert Gas aus Deutsch­land, Frank­reich, Nieder­lande. Es kommt aus Norwegen, Russ­land und Alge­rien. Dazu kommt nun auch LNG Flüs­siggas, das auf Schiffen zu 40 Termi­nals in Europa trans­por­tiert wird und aus USA stammt. Die Zukunft von North Stream 2 ist unklar.
● Das Schwei­zer­deut­sche ist dem Engli­schen oft ähnli­cher als das geogra­fisch nähere Hoch­deut­sche. Das schöne Fuss­gän­ger­streifen-Sprüchli «luege, lose, laufe» hieße auf Hoch­deutsch über­setzt «schauen, hören, gehen». Ganz andere Wörter. Auf Englisch wäre es «look, listen, walk» – zwei von drei Über­ein­stim­mungen mit dem Schwei­zer­deut­schen. «look» und «luege» wie auch «lose» und «listen» haben je dieselbe urger­ma­ni­sche Wurzel («*lōkōn» und «*hlusēną» für die, die es genau wissen wollen; das * steht für eine rekon­stru­ierte, aber nicht schrift­lich belegte alte Wort­form). Bedeu­tungen verschieben sich – Wörter bleiben. Auch «laufe» hat ein engli­sches Pendant: «to leap», heute mit der leicht verän­derten Bedeu­tung «springen». Ähnlich wie bei «springe(n)», das im Schwei­zer­deut­schen nicht «springen», sondern «rennen» bedeutet – wofür man im Hoch­deut­schen wiederum «laufen» sagt. Kompli­ziert, diese Bedeu­tungs­ver­schie­bungen – ich gebe es zu. Aber die Wörter an sich sind nach über 2000 Jahren Sprach­ent­wick­lung erstaun­lich ähnlich geblieben. Und wenn wir schon beim Springen sind: Englisch «to jump» ist tatsäch­lich urver­wandt mit schwei­zer­deutsch «gumpe». Das Engli­sche hat das Wort im Mittel­alter aus dem Nieder­deut­schen entlehnt – «jumpen» lautet es dort noch immer. Die ober­deut­sche Laut­va­ri­ante «gumpe(n)» lebt nur noch in den aleman­ni­schen Dialekten weitert. Podcast „Dini Mundart“, Nadia Zollinger und Markus Gasser streiten über die schönste Sprache der Welt. Easy heftig. Deine Fragen an mundart(at)SRF.ch

Thai­land Der soge­nannte «Eier­junge» macht angeb­lich Wünsche nach Erfolg und Reichtum wahr, findet die rich­tigen Lotto-Zahlen und spendet Hoff­nung für die Zukunft. Millionen Thais besu­chen die Statue im Wat Chedi Luang (วัดเจดีย์หลวง), einen Tempel in Chiang Mai, und bringen Opfer­gaben mit – in Form von Hühner­sta­tuen in allen Größen. Der «Eier­junge» ist Kult in Thai­land. Die Legende: im 18. Jahr­hun­dert habe er gelebt und für einen Mönch auf den Tempel aufge­passt. Er soll frech gewesen sein. Und er mochte Kampf­hähne. Vor einigen Jahren wurde die Statue plötz­lich berühmt. Mitt­ler­weile besu­chen Millionen von Thais und Touristen den Tempel mit dem magi­schen «Eier­jungen».
● Vor einigen Jahren stand eine von Thai­lands berühm­testen Meeres­buchten kurz vor einer ökolo­gi­schen Kata­strophe. Massen­tou­rismus und Verschmut­zung zerstörten das Ökosystem. Doch die Corona-Pandemie und die Reise­be­schrän­kungen erlaubten den Phi Phi Inseln eine drin­gend nötige Zwangs­pause. Das Meer erholt sich langsam wieder und man ergreift die Chance die Fehler nicht zu wieder­holen. Tourismus mit Besu­cher­be­schrän­kungen und Auflagen sollen die Natur schützen und trotzdem wirt­schaft­li­ches Einkommen bieten.SRF.ch

Tropen Tropi­sche Wälder werden mit einer alar­mie­renden Geschwin­dig­keit abge­holzt. Die gero­deten Flächen dienen meist der Land­wirt­schaft oder Weide­hal­tung und werden nach kurzer Zeit wieder aufge­geben. Auf dem verlas­senen Land kann der Wald auf natür­liche Weise nach­wachsen und soge­nannten Sekun­där­wald bilden. Eine Studie, die diese Woche in Science veröf­fent­licht wurde, zeigt, dass sich nach­wach­sende Tropen­wälder über­ra­schend schnell erholen und nach 20 Jahren fast 80 % der Boden­frucht­bar­keit, Kohlen­stoff­spei­che­rung und Baum­viel­falt von Urwäl­dern errei­chen können. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass natür­liche Rege­ne­ra­tion eine kosten­güns­tige und natur­ba­sierte Lösung für den Klima­schutz, den Erhalt der biolo­gi­schen Viel­falt und die Wieder­her­stel­lung von Ökosys­temen darstellt. Ein inter­na­tio­nales Team von Tropenökolog*innen analy­sierte die natür­liche Rege­ne­ra­tion in 77 Land­schaften und über 2200 Wald­par­zellen im tropi­schen Amerika und West­afrika. Dabei prüften sie insge­samt 12 Wald­at­tri­bute – Eigen­schaften, die auf den Zustand des Waldes hinweisen, wie zum Beispiel Boden­frucht­bar­keit, Arten­viel­falt und Biomasse. ORF.at

Die Türkei und Serbien profi­tieren vom Belarus-Boykott von USA, Kanada und EU. Eine Frei­han­dels­zone mit Belarus ist in Planung. RB.by

USA Für US-Präsi­dent Joe Biden ist der erste Demo­kra­tie­gipfel am 9./10.12 ein außen­po­li­ti­sches Pres­ti­ge­pro­jekt. Doch viele Regie­rungen, die nicht einge­laden wurden, schießen scharf dagegen„ vor allem China. Stürme in fünf Bundes­staaten. USA: Tornados bringen Tod und Verwüs­tung – Rettung dauert an. Laut dem Gouver­neur von Kentucky starben im Bundes­staat vermut­lich >100 Menschen.
● Droht eine Stag­fla­tion? In den USA meldet das Arbeits­mi­nis­te­rium die höchste Infla­ti­ons­rate seit 1982. Im November kosteten Waren und Dienst­leis­tungen 6.8 % mehr als im November letzten Jahres. Getrieben wurde der Anstieg der Verbrau­cher­preise erneut durch die deut­lich gestie­genen Ener­gie­preise. Diese legten im Jahres­ver­gleich um 33 % zu. Aber auch die Kern­rate, bei der schwan­kungs­an­fäl­lige Lebens­mittel und Ener­gie­preise heraus­ge­rechnet werden, stieg von 4.6 % im Vormonat auf 4.9 %. Die Rate liegt damit noch deut­li­cher über dem Infla­ti­ons­ziel der US-Noten­bank Fed von 2%.
● Die Beleg­schaft zweier Filialen der Kaffee­haus­kette Star­bucks will sich gewerk­schaft­lich orga­ni­sieren. Das kommt in den USA selten vor. SRF.ch

Die VAE verlän­gern im Zuge der Globa­li­sie­rung den heiligen Freitag auf ein Freitag-Nachmittag+Samstag+Sonntag Wochen­ende. Die 62.Sure „Freitag“ (Al-Dschumʿa الجمعة ) legt ihn fest als Tag des Gebets, ohne Kauf­ge­schäft. ORF.at

Wales Im Kampf gegen den Klima­wandel hat die Regie­rung von Wales eine beson­dere Aktion lanciert: Sie stellt jedem der etwa 1,38 Millionen Haus­halte einen Gratis-Baum zur Verfü­gung. Die Bevöl­ke­rung soll dadurch moti­viert werden, in Zukunft von sich aus Bäume zu pflanzen. Die Bürger können den Baum entweder selbst einpflanzen oder dies der Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­tion Coed Cadw über­lassen. So oder so: Er soll nichts kosten. Die Bäume können von März 2022 in fünf regio­nalen Zentren abge­holt werden, teilt die Regie­rung mit. Die Gesamt­kosten des Projekts werden umge­rechnet auf rund 2.44 Milli­arden Franken, geschätzt. Vize-Klima­mi­nister Lee Waters sagte: «Wir müssen viel mehr Bäume pflanzen, um unsere Klima­ziele bis Ende dieses Jahr­zehnts zu errei­chen – dafür brau­chen wir in Wales zusätz­lich 86 Millionen Bäume.» SRF.ch

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