Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde 18.04.2022

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell

Afgha­ni­stan – Trotz Mohn­an­bau­verbot ändert sich nichts, weil der Boden für andere Pflanzen zu trocken ist. SRF.ch

Brasi­lien – Die Fenster des Berg­bau­mi­nis­te­riums wurden mit Schlamm beworfen. Das sollte die Verschmut­zung des Amazo­nasur­waldes durch Bolso­n­aros Politik darstellen. Es sind die ersten Massen­pro­teste gegen den brasi­lia­ni­schen Präsi­denten Jair Bolso­naro in diesem Wahl­jahr. Tausende Indi­gene aus rund 300 Völkern protes­tieren seit einer Woche in der Haupt­stadt Brasília und wehren sich gegen den Versuch der Regie­rung, ihre Gebiete im Amazonas zu beschneiden. Die Regie­rung will sie nämlich für die wirt­schaft­liche Ausbeu­tung frei­geben. Nun endet der Protest nahe dem Regie­rungs­viertel. Mit Rhythmus und Gesang zogen die Indi­genen vor das Bergbau- und Ener­gie­mi­nis­te­rium der Haupt­stadt. Nach­rich­ten­sender zeigten Bilder, wie sie Schlamm gegen die Scheiben schleu­dern. Der Schlamm solle die Verschmut­zung im Amazo­nasur­wald darstellen, sagt der indi­gene Scha­mane Davi Kope­nawa. Er ist der Anführer der Proteste und eine der wich­tigsten Stimmen der indi­genen Völker Brasi­liens: «Ich bin voller Wut. Gold­gräber zerstören unser Land, um Gold­staub aus der Erde zu gewinnen.» Kope­nawa sagt weiter: «Die Schürfer setzen Queck­silber ein. Dadurch werden unsere Flüsse vergiftet und das macht uns krank. Sie schlachten uns ab wie Tiere.» Gewalt ist im brasi­lia­ni­schen Amazonas zum Alltag geworden, weil sie sich gegen das ille­gale Treiben auf ihrem Gebiet wehren. Im Vergleich zu 2020 hat der Gold­abbau um fast 50 Prozent zuge­nommen. Durch die Gold­suche wurden Tausende Hektaren Regen­wald zerstört. «Die Boden­schätze sind aus einem guten Grund unter dem Boden. Damit sie dort­bleiben. Das müssen wir schützen», so der höchste Indi­gene von Brasi­lien. Präsi­dent Bolso­naro will den Gold­abbau im Amazonas dennoch weiter voran­treiben. Die Regie­rung will die meis­tens illegal arbei­tenden Berg­leute fördern. Die Gold­su­cher gehören zum harten Kern der Bolso­naro-Wähle­rinnen und ‑Wähler. Im Oktober braucht der Präsi­dent ihre Stimmen für seine Wieder­wahl. SRF.ch

China – Die Macht Russ­lands könne für China durchaus von Nutzen sein, etwa zur Ablen­kung der USA, deren Unter­stüt­zung von Taiwan der Regie­rung ein Dorn im Auge ist: «Die Anwen­dung von Gewalt ist nicht Chinas Stärke, denn es hat nicht das stärkste Militär. Die tradi­tio­nelle chine­si­sche Kriegs­kunst lautet ‹kampflos gewinnen›.» So kriti­siert die chine­si­sche Führung den russi­schen Angriff auf die Ukraine nicht und unter­stützt ihn auch nicht. Staats- und Partei­me­dien geben der Nato und den USA die Schuld am Konflikt. Peking verfolgt einen – wie sie es nennt – «neutralen Kurs» und behält diesen bei, auch wenn der inter­na­tio­nale Druck wächst. Damit hält sich Chinas Regie­rung eine gewisse Flexi­bi­lität offen. « SRF.ch

Deutsch­land – Der wirt­schaft­liche Riese in Europas Mitte gilt als Bremser bei der Eindäm­mung Russ­lands. Der ukrai­ni­sche Präsi­dent Selen­skyj will Stein­meier nicht in Kiew empfangen. DW.de
●EZB behält den Leit­zins bei null Prozent. Trotz Rekord­in­fla­tion bleiben die Zinsen im Euro­raum vorerst unver­än­dert – und dies schon seit rund sechs Jahren. SRF.ch

Finn­land – Die Regie­rungen von Finn­land und Schweden hatten erst kürz­lich ange­kün­digt, über einen Beitritt zum Vertei­di­gungs­bündnis NATO nach­zu­denken. Russ­land drohte daraufhin, dass dies ernst­hafte Konse­quenzen nach sich ziehen würde. Aufnahmen nahe der finni­schen Grenze scheinen den Trans­port von russi­schem Mili­tär­gerät zu zeigen. Ob es sich um eine Drohung oder um reine Routine handelt, ist unklar. SRF.ch

Frank­reich – Ein myste­riöser blei­erner Sarko­phag, der unter der Pariser Kathe­drale Notre-Dame entdeckt wurde, nachdem sie durch ein Feuer verwüstet worden war, wird bald geöffnet und seine Geheim­nisse gelüftet, sagten fran­zö­si­sche Archäo­logen am 14.April. Die Ankün­di­gung erfolgte nur einen Tag vor dem dritten Jahrestag des Infernos, das das Wahr­zei­chen aus dem 12. Jahr­hun­dert verwüs­tete und zu einem massiven Wieder­auf­bau­pro­jekt führte. Während der Vorbe­rei­tungs­ar­beiten zum Wieder­aufbau des antiken Turms der Kirche im vergan­genen Monat fanden Arbeiter den gut erhal­tenen Sarko­phag, der 20 Meter unter der Erde vergraben war und zwischen den Ziegel­rohren eines Heiz­sys­tems aus dem 19. Jahr­hun­dert lag. Es wird jedoch ange­nommen, dass es viel älter ist – mögli­cher­weise aus dem 14. Jahrhundert.
●Marine Le Pen proji­ziert ihre Ambi­tionen auf die euro­päi­sche und inter­na­tio­nale Politik. Sie trägt ihre Vision von Diplo­matie der von Emma­nuel Macron entgegen, der als „gesprä­chig“ und „globa­lis­tisch“ gilt. Sie möchte, dass Frank­reich das inte­grierte Kommando der NATO verlässt, beab­sich­tigt jedoch nicht, die inter­na­tio­nale Orga­ni­sa­tion zu verlassen oder „Artikel 5 über den gegen­sei­tigen Schutz zwischen Mitglie­dern der Atlan­ti­schen Allianz“ aufzu­geben. Marine Le Pen bestreitet, die Euro­päi­sche Union verlassen zu wollen, gibt aber zu, sie „von innen heraus verän­dern“ zu wollen, insbe­son­dere indem sie sie zu einem „Bündnis euro­päi­scher Nationen“ macht. Man muss verstehen, wie man die Souve­rä­nität der Nationen und das natio­nale Recht über Europa und euro­päi­sche Regeln stellt. Frank­reich wird die „Pariser Abkommen“ zur Ökologie nicht verlassen, wenn Marine Le Pen gewählt wird. Marine Le Pen will die deutsch-fran­zö­si­schen Bezie­hungen neu erfinden, „ohne ande­rer­seits dem Macron-Merkel-Modell der fran­zö­si­schen Blind­heit gegen­über Berlin zu folgen“. Sie stellt die Diver­genzen zwischen der fran­zö­si­schen Politik und Stra­tegie fest und möchte daher jede Zusam­men­ar­beit mit Berlin im Vertei­di­gungs­be­reich einstellen. Ande­rer­seits will sie die Freund­schaft zwischen den beiden Ländern stärken, insbe­son­dere mit „der Wieder­be­le­bung des Deutsch­ler­nens in den fran­zö­si­schen Schulen und Hoch­schulen“. Sie plädiert zu Recht für die Förde­rung von Englisch und Deutsch in den euro­päi­schen Insti­tu­tionen, „die nicht englisch­spra­chig sein sollen“. In Bezug auf die Vereinten Nationen hofft Marine Le Pen, dass Frank­reich seine Präsenz unter den stän­digen Mitglie­dern des Sicher­heits­rates durch die „Erneue­rung des globalen Einflusses“ Frank­reichs legi­ti­mieren kann, und plant, diesen Kreis zu erwei­tern, um beispiels­weise Indien oder einen afri­ka­ni­schen Staat aufzu­nehmen und aufzu­nehmen später ein südame­ri­ka­ni­sches Land. In Bezug auf die NATO schlägt Marine Le Pen eine Annä­he­rung zwischen der west­li­chen Orga­ni­sa­tion und Russ­land vor, wenn der Krieg in der Ukraine vorbei ist. Sie schätzte am 13.4., dass „der Westen lang­fristig viel zu verlieren hätte, wenn Russ­land sich mit China zusam­men­schliesst“. Mehr: mlafrance.fr/pdfs/22-mesures-pour-2022.pdf RFI.fr

Gross­bri­tan­nien – UK lagert Neuein­wan­derer aus nach Rwanda bis alle Forma­li­täten erle­digt sind, nach austra­li­schem Vorbild, wo man auf pazi­fi­sche Inseln ausla­gert. BBC.uk
●20 Jahre nach ihrem Verschwinden tauchten die Notiz­bü­cher Charles Darwins (1809–1882) in der Uni-Biblio­thek von Cambridge wieder auf. SRF.ch

Israel –  Zusam­men­stösse auf dem Tempel­berg – 67 Paläs­ti­nenser verwundet. Bei Zusam­men­stössen zwischen der israe­li­schen Polizei und Paläs­ti­nen­sern an der Al-Aqsa-Moschee gibt es viele Verletzte. SRF.ch

Kanada – Kinder, die Musik­in­stru­mente spielen, schneiden in Schul­prü­fungen besser ab als ihre unmu­si­ka­li­schen Alters­ge­nossen. Das haben Forschende aus Vancouver heraus­ge­funden, als sie die schu­li­schen Leis­tungen von 112’916 kana­di­schen Jugend­li­chen zwischen 16 und 18 Jahren auswer­teten. Übri­gens, je inten­siver die Kinder musi­zierten, desto stärker war der Effekt. Auch Gehirne von älteren Menschen profi­tieren vom regel­mäs­sigen Musi­zieren. Eine Studie der Univer­sität Genf zeigte, dass Rent­ne­rinnen und Rentner, nach nur sechs Monaten Musik­in­stru­ment üben, kogni­tive und moto­ri­sche Aufgaben besser lösen konnten als zuvor. SRF.ch

Libanon – Riad Salameh ist seit 30 Jahren Chef der liba­ne­si­schen Zentral­bank. Das Land steht heute vor dem wirt­schaft­li­chen Bank­rott. Er gehört zum Kern der liba­ne­si­schen Elite. Kritiker werfen dieser immer wieder vor, korrupt zu sein. Gegen Riad Salameh laufen in mehreren euro­päi­schen Ländern Ermitt­lungen. Insge­samt wurden bis heute Immo­bi­lien und Vermö­gens­werte in der Höhe von rund 170 Millionen Dollar blockiert. Auch in der Schweiz läuft ein Straf­ver­fahren gegen ihn wegen Verdachts auf schwere Geld­wä­scherei im Zusam­men­hang mit mutmass­li­cher Verun­treuung zum Nach­teil der liba­ne­si­schen Zentral­bank, wie die Bundes­an­walt­schaft gegen­über SRF bestä­tigt. Gegen­über SRF weist Riad Salameh alle Vorwürfe von sich, sie seien poli­tisch moti­viert: «Recht­lich ist man erst schuldig, wenn man verur­teilt ist. Ich habe ein reines Gewissen, und was man mir vorwirft, muss zuerst bewiesen werden.» Er sei bereit, in die Schweiz zu reisen, um sich den Fragen zu stellen. «Ich habe der Schweizer Justiz bereits gesagt, dass ich aussagen werde. Ich bin bereit. Ich warte nur auf ihren Anruf.» Liba­ne­si­sche Ermittler verdäch­tigen dessen Bruder Raja Salameh, zwischen 2002 und 2016 rund 330 Millionen Dollar verun­treut, über eine Offshore-Gesell­schaft auf den briti­schen Jung­fern-Inseln geschleust und über Banken in der Schweiz gewa­schen zu haben. Über 200 Millionen seien dabei über ein Konto der HSBC in Genf auf fünf Banken in den Libanon trans­fe­riert worden, auf Konten von Raja Salameh mit dem Vermerk «private Ausgaben». Weitere Gelder seien auf Konten des liba­ne­si­schen Zentral­bank­chefs in der Schweiz geflossen. Riad Salameh bestreitet, dass die Trans­ak­tionen seines Bruders ihn etwas angehen: «Er macht seine Geschäfte, ich mache meine. Er ist nicht mein Partner als Präsi­dent und ich bin nicht Partner bei seinen Geschäften», sagt er. Der Bruder von Riad Salameh ist Mitte März im Libanon fest­ge­nommen worden. Drei Viertel der Bevöl­ke­rung leben in Armut. Riad Salameh schätzt sein Vermögen auf 150 Millionen Franken, alles sei legal erworben, sagt er: «Ich hatte 23 Millionen bereits 1993, bevor ich die Stelle als Präsi­dent antrat. Und 23 Millionen wachsen über 30 Jahre.» Im Kontrast dazu wird die Bevöl­ke­rung im Libanon immer ärmer. Die Lebens­si­tua­tion verschlech­tert sich zuse­hends. Immer wieder kommt es zu Strom­un­ter­brü­chen, die Preise für Benzin oder ganz normale Lebens­mittel steigen im rasanten Tempo. So umschreibt die Jour­na­listin Alia Ibrahim in der Sendung «Rund­schau» das Leben im Libanon, ein normaler Lohn reiche nicht mehr zum Leben. Sandra Klat ist Chefin von Bassma, einer Hilfs­or­ga­ni­sa­tion, die Bedürf­tigen unter die Arme greift. Sie sagt: «Die liba­ne­si­sche Zentral­bank ist verant­wort­lich dafür, dass wir heute so leiden.» Drei Viertel der Menschen sind heute arm. Die wenigen Super­rei­chen, die von der Krise profi­tieren, verschoben Milli­arden ins Ausland, auch in die Schweiz. Nach Zahlen der Bank für Inter­na­tio­nalen Zahlungs­aus­gleich liegen fast 7 Milli­arden US-Dollar aus dem Libanon auf Bank­konten in der Schweiz – ein Rekord. SRF.ch

Mexiko – In Mexico dienen die Präsi­denten einer sechs­jäh­rigen Amts­zeit, die als Sexenio bekannt ist, und streben keine Wieder­wahl an. Das stimmt immer noch, aber jetzt gibt es eine kleine Anpas­sung. Schon vor seinem Amts­an­tritt im Jahr 2018 hat der mexi­ka­ni­sche Präsi­dent Andrés Manuel López Obrador (68), kurz AMLO, verspro­chen, dass die Bürger seines Landes seine Führung bewerten würden, indem sie in einem Refe­rendum zur Abbe­ru­fung darüber abstimmen, ob er seine Amts­zeit beenden soll. Mit etwas mehr als der Hälfte des Sexenio konnten die Wähler genau das am 10. April tun. XEW.mx

Nieder­lande – Der ‚Hyper­loop‘ ist ein 2012 von Elon Musk vorge­stelltes Vaku­um­zug­kon­zept, das seitdem von einem gemein­samen Team seiner Unter­nehmen Tesla, SpaceX und The Boring Company entwi­ckelt wird. Es ist ein Trans­port­system, das einen Luft­druck­schlauch verwendet, vergleichbar mit der Rohr­post, durch den Personen und Güter trans­por­tiert werden. Ein grosser Unter­schied zur pneu­ma­ti­schen Post besteht darin, dass kein Über­druck verwendet wird; Der Hyper­loop erfor­dert ein zentrales Vakuum. Das Konzept basiert auf der Arbeit des ameri­ka­ni­schen Physi­kers Robert Goddard. Als Möglich­keit wird die Strecke Los Angeles – San Fran­cisco (550 km) genannt; es sollte in 30 Minuten bedeckt sein. Die Idee, Eisen­bahnen mit Luft­druck herzu­stellen, wurde bereits um 1800 vorge­schlagen. Diese wurde 1799 von George Medhurst aus London für den Güter­ver­kehr und 1812 für den Perso­nen­ver­kehr entwi­ckelt. In Irland lief die Dalkey Atmo­spheric Railway zehn Jahre lang (1844–1854) knapp 3 km lang, mit einer Dampf­ma­schine in einem Gebäude, das den Unter­druck lieferte, um die Autos einen Hügel hinauf­zu­saugen; die Schwer­kraft sorgte für die Rück­fahrt. In Frank­reich gab es eine kleine Strecke bei Paris (8,5 km, 1847–1860), in London die pneu­ma­ti­sche Eisen­bahn Crystal Palace. SpaceX baute neben seinem Haupt­sitz in Kali­for­nien eine 1,6 km lange Test­strecke im halben Mass­stab. An diesem Wett­be­werb konnten sowohl Studen­ten­teams als auch Unter­nehmen mit einem Hyper­loop-Pod im halben Mass­stab teil­nehmen. Gewonnen hat das nieder­län­di­sche Studen­ten­team der TU Delft, das unter dem Namen Delft Hyper­loop am Wett­be­werb teil­nahm. Im September 2018 wurde zwischen ProRail und der Tech­ni­schen Univer­sität Delft eine Verein­ba­rung unter­zeichnet, die zweite Tunnel­röhre des Delfter Eisen­bahn­tun­nels zu nutzen, die noch nicht genutzt wurde, um ein Hyper­loop-Test­rohr für Expe­ri­mente zu instal­lieren. Ende 2019 wurde bekannt gegeben, dass bei Groningen entfernt ein Hyper­loop-Forschungs­zen­trum mit einer 3 Kilo­meter langen Test­strecke gebaut wird. Dieses Zentrum soll 2025 fertig sein. NPO.nl

Nord­korea – Für einen der grössten bekannten Online-Dieb­stähle ist nach Angaben der US-Bundes­po­lizei FBI Nord­korea verant­wort­lich. Hacker haben dabei Kryp­to­wäh­rungen im Wert von rund 620 Millionen Dollar erbeutet. Eine Unter­su­chung habe ergeben, dass die mit Nord­korea in Verbin­dung stehenden Gruppen Lazarus und Apt38 den am 29.3. gemel­deten Dieb­stahl ausge­führt hätten. SRF.ch

Dem Wort Ostern liegt die indo­eu­ro­päi­sche Wort­wurzel «*hausos» mit der Bedeu­tung Morgen­röte zugrunde. Und aus derselben Wort­wurzel entstand auch das Wort Osten für die Himmels­rich­tung. Logisch: Die aufge­hende Sonne – der Grund für die Morgen­röte – befindet sich immer im Osten. Denselben Ursprung wie das deut­sche Ostern hat das engli­sche Ēastro «easter». Die anderen germa­ni­schen Spra­chen wie Nieder­län­disch, Schwe­disch oder Islän­disch hingegen haben inter­es­san­ter­weise andere Wörter für Ostern: «Pasen», «påsk», «páskar».Die Ähnlich­keit zu fran­zö­sisch «pâques» oder italie­nisch «pasqua» ist nicht zu über­sehen. All diese Oster-Namen gehen auf das jüdi­sche Pessach-Fest zurück. An Pessach פֶּסַחwird im Judentum der Auszug der Israe­liten aus Ägypten gefeiert. Da die Aufer­ste­hung Jesu gemäss Über­lie­fe­rung während des Pessach-Fests geschah, ist das christ­liche Oster­fest stark mit dem jüdi­schen Pessach verbunden. Darum wurde auch dessen hebräi­scher Name über­nommen. Über Aramä­isch «pas-cha» kam das Wort ins Grie­chi­sche Πάσχα– in die Sprache vieler früher Christen. Mit der Ausbrei­tung des Chris­ten­tums verbrei­tete sich auch das Wort «pas-cha» (latei­nisch «pasca») in viele Spra­chen, darunter alle roma­ni­schen Spra­chen wie Fran­zö­sisch, Italie­nisch oder Räto­ro­ma­nisch. Auch Alba­nisch («pashkët»), Russisch («Пасха», sprich Pas-cha) und Türkisch («Paskalya») haben ein Oster-Wort, das auf das Pessach-Fest zurück­geht. In vielen slawi­schen Spra­chen wird Ostern grosser Tag (zum Beispiel ukrai­nisch «Великдень», sprich Weligden) oder grosse Nacht (z.B. polnisch «Wiel­kanoc») genannt. Das Adjektiv gross kommt daher, dass Ostern das wich­tigste Fest im Chris­tentum ist. Das serbo­kroa­ti­sche Oster-Wort «Uskrs» und das geor­gi­sche «აღდგომა», sprich: aghdgoma) hingegen bedeuten über­setzt Aufer­ste­hung. Im Unga­ri­schen («húsvét») und im Estni­schen («liha­võte») bezieht man sich auf das Ende der Fasten­zeit an Ostern. Beide Oster-Wörter heissen über­setzt «Fleisch essen». SRF.ch

Russ­land – Das ukrai­ni­sche Militär feuerte am 13.April. Mörser auf Novye Yurko­vichi Новые Юрковичи in der russi­schen Region Brjansk Брянск. Zum Zeit­punkt des Beschusses befanden sich auf dem Terri­to­rium des Kontroll­punkts mehr als 30 ukrai­ni­sche Flücht­linge auf dem Weg in die Russi­sche Föde­ra­tion. Sputnik.ru
●Nach dem russisch-ortho­doxen Gottes­dienst: „Russ­land und Ukraine sind Schwes­tern. Es ist eine Tragödie“….“Amerika hat es ange­zet­telt und schüttet immer wieder Öl ins Feuer. Russ­land hätte wegschauen sollen“….Es gab zu viel Aggres­sion. Russ­land musste eingreifen“…“Ich bin kein Poli­tiker, aber Krieg ist immer schlecht.“ ORF.at
●Im Februar sagte der russi­sche Präsi­dent Wladimir Putin in seiner Fern­seh­an­sprache, er habe Clinton im Jahr 2000 gefragt, wie die USA über den Beitritt Russ­lands zur NATO denken würden. Nach Angaben des russi­schen Führers war die Reak­tion der USA zurück­hal­tend. Putin wies auch darauf hin, dass die wirk­liche Reak­tion der USA in den folgenden Aktionen dieses Landes offen­sicht­lich ist, darunter die Unter­stüt­zung von Terro­risten im Nord­kau­kasus, die abwei­sende Haltung gegen­über Russ­lands Sicher­heits­be­denken und ‑forde­rungen, die Erwei­te­rung der NATO und der Rückzug aus der Anti-Balli­stic Rake­ten­ver­trag. Sputnik.ru

Schweiz – Unsterb­lich dank digi­talem Zwil­ling. Was, wenn die verstor­bene Urgross­mutter uns wieder gegen­über­sitzen und mit uns plau­dern könnte? Das will die Forschung möglich machen. Mit Avataren, die so denken und aussehen wie unsere Urgross­el­tern – oder wie wir. Auch Schweizer Forscher arbeiten an digi­talen Kopien, die uns unsterb­lich machen. Er ist zwar vor beinahe 70 Jahren gestorben. Doch jetzt sitzt er Mode­rator Tobias Müller munter vis-à-vis, erzählt aus seinem bewegten Leben und will wissen, ob Müller denn ein braver Schüler gewesen sei. Er, das ist der berühm­teste Schweizer: der Nobel­preis­träger Albert Einstein. SRF.ch

Türkei –  Selen­skij hatte Strände und Häfen verminen lassen. Stürme lösten die Minen und verteilten sich diese über das Schwarze Meer. Im Bosporus und bei Istanbul, wo viele Schiffe verkehren, entsteht eine gefähr­liche Situa­tion. TRT.tr

Ukraine – In Kharkov regneten Minen vom Himmel. Alle sind in Russ­land herge­stellt, ältere Modelle, aber man weiss nicht, ob Russen oder Ukrainer sie runterwerfen.
● Selbst die Ukraine braucht russi­sches Gas und impor­tiert dieses mit einem Trick. Das Gas wird aus der Slowakei und Polen in die Ukraine zurück­ge­bracht. Man hofft, dass die Leitungen nicht zerstört werden. ORF.at Die Ukraine hat nach eigenen Angaben den flüch­tigen pro-russi­schen Poli­tiker Wiktor Medwedt­schuk (67) fest­ge­nommen, der als engster Verbün­deter von Präsi­dent Putin im Land gilt. Der ukrai­ni­sche Sicher­heits­dienst SBU veröf­fent­lichte ein Foto, das ihn angeb­lich in Hand­schellen und in ukrai­ni­scher Mili­tär­klei­dung zeigt. Er stand in der Haupt­stadt Kiew wegen des Verdachts des Hoch­ver­rats unter Haus­ar­rest – konnte jedoch kurz nach dem Einmarsch Russ­lands in die Ukraine am 24. Februar. entkommen. Medved­chuk, 67, bestreitet Fehl­ver­halten. In seiner nächt­li­chen Video­an­sprache an die Nation am 12.April. bot der ukrai­ni­sche Präsi­dent Selen­skyj an, Medwedt­schuk gegen Ukrainer, die sich jetzt in russi­scher Gefan­gen­schaft befinden“, auszutauschen.BBC.uk
●Das grösste russi­sche Kriegs­schiff „Moskwa“ wird unter US Anlei­tung von den Ukrai­nern vor Odessa in Brand geschossen. Die Moskwa sollte die Hafen­stadt beschiessen. Das Schiff wurde in der Werft 61/445 in Myko­lajiw, einem der Haupt­zen­tren des Schiff­baus in der Ukraine, gebaut. Die Kiel­le­gung erfolgte 1976, der Stapel­lauf erfolgte 1979. Der Rake­ten­kreuzer wurde 1982 unter dem Namen Slava (Слава, Ruhm) bei der sowje­ti­schen Marine in Dienst gestellt. Das 1990 reno­vierte Schiff wurde Ende 1998 an die russi­sche Schwarz­meer­flotte abge­lie­fert. Der Name Slava wurde 1995 von der russi­schen Marine in Moskva geän­dert. In der zweiten Hälfte des Jahres 2015 führte der Kreuzer die perma­nente Mittel­meer-Einsatz­gruppe der russi­schen Marine an, die mit ihren Luft­ver­tei­di­gungs­waffen den Luft­waf­fen­stütz­punkt Khmeimim in Syrien abschirmte. Ab Februar 2022 nahm die Moskwa an der Inva­sion in der Ukraine teil. Es wurde die Moskwa am 13. 4. 2022 von ukrai­ni­schen Neptun-Schiffs­ab­wehr­ra­keten beschossen, durch die Explo­sion von Muni­tion an Bord schwer beschä­digt und versenkt.SRF.ch

USA –  Biden nannte Putin Kriegs­ver­bre­cher und Mörder. Eine Entgegnun:. Wie viele starben für den US Impe­ria­lismus? Viele Millionen Tote, Krüppel, Vertriebene..1916 hatten die Deut­schen durch U‑Bootüberlegenheit den Krieg bereits gewonnen. US Banken hatten Unsummen in den Krieg für England inves­tiert. Damit diese nicht verloren gehen, wurde eine US Armee und Kriegs­in­dus­trie aus dem Boden gestampft und der Welt­krieg gewonnen mit folgendem Regi­me­ch­ange in den meisten euro­päi­schen Ländern. Öster­reich-Ungarn wurde auf zwei kleine Staaten redu­ziert. Vom Osma­ni­schen Reich blieb eine kleine Türkei und entstanden viele briti­sche und fran­zö­si­sche Kolo­nien. Bürger­kriege führten zum 2. Welt­krieg. Bereits 1942 forderte Stalin von Eisen­hower die West­front, doch da dieser gut am Krieg verdiente, zögerte er diese möglichst lange hinaus. Europa wäre nicht zerstört worden und es hätte keinen Holo­caust gegeben. Es folgten weitere Kriege mit US Betei­li­gung: 1945 Atom­bomben auf Japan. Krieg in China. 1949 Syrien, 1950 China, Korea (bis heute geteilt). 1953 Iran. 1954 Brasi­lien, Guate­mala. 1955 Tibet. 1955–1971 Viet­nam­krieg Chiến tranh Việt Nam 5 Mio Tote, Einsatz von Phos­phor und Orange, 1958 Indo­ne­sien. 1959 Kuba. 1960 Domi­ni­ka­ni­sche Repu­blik, Kongo. 1961 Kuba. 1964 Guate­mala, Guyana, Kongo, Brasi­lien, 1964 Laos (mehrere Völker ausge­rottet, späterer Aussen­mi­nister bekommt Frie­dens­no­bel­preis); 1965 Laos, Indo­ne­sien, Domi­ni­ka­ni­sche Repu­blik, 1967 Grie­chen­land, Guate­mala, 1969 Kambo­dscha, 1970 Chile. 1976 Angola, Argen­ti­nien, 1980 Kambo­dscha, Polen, Türkei. 1981 Nika­ragua, El Salvador. 1982 Libanon. 1986 Libyen, 1987 Iran. 1989 Panama, Libyen, Phil­ip­pinen. 1991 Kuwait, Haiti, Irak. 1992 Angola, Somalia, Irak. 1995 Bosnien, 1998 Afgha­ni­stan, 1998 Irak, Sudan, 1999 Jugo­sla­wien. 2001 Afgha­ni­stan. 2002 Jemen,2003 Irak (George Bush greift an wegen angeb­li­cher verbo­tener Waffen, die nie gefunden werden. Präsi­dent Saddam zum Tode verur­teilt. Nicht ein Ameri­kaner als Kriegs­ver­bre­cher verur­teilt. 2004 Haiti, 2006 Somalia, 2009 Honduras, 2011 Syrien, Libyen. 2013 miss­lang Regi­me­ch­ange in der Türkei. 2016 Brasi­lien. 2009–2017 war Obama US Präsi­dent, (Joe Biden sein Vize) stand nie vor Tribunal und hat Frie­dens­no­bel­preis nie zurück­ge­geben. 2019 Boli­vien. 2020 Guyana, Irak, Afgha­ni­stan, Somalia, der Regi­me­ch­ange in Belarus miss­lang. Gelingt 2022 der Regi­me­ch­ange in Russ­land – Nawalny gegen Putin? Das Buch dazu: Impe­rium USA. Die skru­pel­lose Welt­macht. Orell Füssli, Zürich 2020, ISBN 978–3‑280–05708‑7 (Versch. Quellen).
●Tech-Milli­ardär Elon Musk (50) startet einen Versuch, Twitter zu kaufen. Der Chef des Elek­tro­auto-Herstel­lers Tesla gab am Donnerstag ein Angebot zum Kauf aller Aktien des Kurz­nach­rich­ten­dienstes bekannt. Musk hält bisher gut neun Prozent an Twitter. Er bietet nun allen Aktio­nären 54.20 Dollar pro Aktie, wie aus einer Mittei­lung bei der US-Börsen­auf­sicht SEC hervor­geht. Das Papier schloss am Mitt­woch bei knapp 46 Dollar. Er wolle Twitter nach einem Erwerb von der Börse nehmen, kündigte Musk an. Tesla-Chef Elon Musk will Twitter sein Eigen nennen: Nur so könne die Platt­form sich entfalten. Der Milli­ardär ist ange­wiesen, dass genug heutige Anteils­eigner ihm seine Aktien verkaufen wollen. SRF.ch

Vatikan – Jörg Ernesti (* 8. September 1966 in Pader­born) ist ein deut­scher Kirchen­his­to­riker. Sein neuestes Buch (Frie­dens­macht – Die vati­ka­ni­sche Aussen­po­litik seit 1870) über deut­sche Spuren in Rom ist von beson­derem Wert, weil es bisher eine entspre­chende Unter­su­chung nicht gab, sieht man von gele­gent­li­chen Hinweisen in Reise­füh­rern ab. Mit diesem Buch hat er deut­schen Romrei­senden neue Perspek­tiven eröffnet. Jörg Ernesti: Frie­dens­macht – Die vati­ka­ni­sche Aussen­po­litik seit 1870. Herder, Frei­burg i. Br./Basel/Wien 2022, ISBN 978–3‑451–39199‑6. 35 Fr. »Wie viele Divi­sionen hat der Papst?« Mit dieser Frage soll Stalin 1935 die vermeint­liche Macht­lo­sig­keit des Vati­kans verspottet haben. Die Geschichte der letzten 150 Jahre zeigt, dass die Päpste zwar tatsäch­lich wenig wirt­schaft­liche oder mili­tä­ri­sche Macht, aber grossen poli­ti­schen Einfluss haben. Nach dem Verlust des Kirchen­staates im Jahr 1870 wurde die Rolle des Heiligen Stuhls als Vermittler in inter­na­tio­nalen Konflikten model­liert. Der Dienst am Welt­frieden wurde so zum zentralen Anliegen der vati­ka­ni­schen Aussen­po­litik. In den beiden Welt­kriegen kamen huma­ni­täre Akti­vi­täten hinzu. Seit dem II. Vati­canum setzt sich die vati­ka­ni­sche Diplo­matie für Reli­gi­ons­frei­heit und Menschen­rechte in der ganzen Welt ein. Johannes Paul II. erwei­terte das Spek­trum durch die Zusam­men­ar­beit der Welt­re­li­gionen um des Welt­frie­dens willen. Papst Fran­ziskus lenkt die Aufmerk­sam­keit auf die Folgen des Klima­wan­dels und der Migra­tion. Das Buch will Konti­nui­täts­li­nien zwischen den Päpsten aufzeigen, zugleich aber den spezi­fi­schen Beitrag eines jeden Amts­in­ha­bers zur Genese der Aussen­po­litik des Heiligen Stuhls deut­lich machen. SRF.ch

1 Kommentar

  1. Inter­es­santes Detail mit der Türkei und den Minen – mal sehen ob das über­haupt und wenn ja in welcher Form andern­orts berichtet wird.

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