Dr. Norbert van Handel – Wer gewinnt den Krieg?

Im 21. Jahr­hun­dert sind fast alle Kriege völkerrechtswidrig
 

Der Krieg der Nato gegen Jugo­sla­wien, der Krieg der USA gegen den Irak, der Krieg Saudi-Arabiens gegen den Jemen und auch der Krieg Russ­lands gegen die Ukraine, wiewohl er nicht unver­ständ­lich ist.

Groß­mächte haben Inter­essen und fragen dann, wenn sie diese gestört sehen, niemals nach dem Völker­recht. So traurig dies ist, es ist Tatsache. Völlig sinn­ent­leert ist es in den Berei­chen Sport und Kultur Russ­land zu blockieren. Gerade bei diesen entwi­ckelt sich, wie die Geschichte zeigt, Verständnis für die Kulturen anderer Länder, was in Zukunft mehr als wichtig sein wird.

Irra­tio­naler Hass gegen Russ­land ist mehr als zerstörerisch.

Die Vorge­schichte zum Ukraine Krieg beschreibt der namhafte evan­ge­li­sche Jour­na­list Ulrich Skam­braks in einem Artikel über „Kirche und Welt“ im „Der 13.“ – wir legen ihn bei.

Groß­mächte kümmern sich wenig um das Leid der Zivil­be­völ­ke­rung, das sie versu­chen durch groß­zü­gige finan­zi­elle Zuwen­dungen zu lindern – mit mäßigem Erfolg. Im Ukraine Krieg sind, wie in den meisten der zahl­rei­chen Kriege die Amerika führte, ohne Zweifel die USA der wirk­liche Sieger, wenn auch Russ­land mili­tä­risch gewinnen sollte.

Die USA verstand es geschickt in großen und kleinen Kriegen selbst so wenig als möglich invol­viert zu sein, um dennoch zu profi­tieren. Im ersten Welt­krieg trat die USA erst dann ein, als an der Nord­west Front die Kriegs­par­teien England, Frank­reich und Deutsch­land in einem hoff­nungs­losen Stel­lungs­krieg verfangen und entschei­dend geschwächt waren. Öster­reich-Ungarn hatte zwar die Italiener im Griff, aber nicht mehr die Kraft einen Sieg gegen Italien, der greifbar war, zu erringen, da gerade noch recht­zeitig die Ameri­kaner den Italie­nern zu Hilfe kamen.

Im zweiten Welt­krieg errangen die Russen in ihrem „Großen Vater­län­di­schen Krieg“ mit gigan­ti­schen Opfern den Sieg gegen Deutsch­land. Erst danach fina­li­sierten die USA endgültig die Nieder­lage Deutsch­lands. In den zahl­rei­chen weiteren Kriegen der Ameri­kaner war der Gegner derartig unter­legen, dass Washington, wo immer es gelegen kam, die Früchte des Sieges ernten konnte. Mili­tä­ri­sche Nieder­lagen wie in Vietnam und Afgha­ni­stan schwächten Amerika nicht wirk­lich. Im heutigen Krieg zwischen Russ­land und der Ukraine gelang es den USA sehr schnell die EU als verlän­gerten Arm zu gewinnen. Die EU, die eigent­lich primär eine Wirt­schafts­in­sti­tu­tion sein soll, war den Ameri­ka­nern hörig, unter­stütze Waffen­lie­fe­rungen für die Ukraine und verhängte gegen Russ­land gravie­rende Wirt­schafts­sank­tionen, die die bis dahin gute und immer besser funk­tio­nie­rende Entwick­lung der Wirt­schafts­be­zie­hungen mit Russ­land zerstörten.

Inwie­weit diese je wieder auf den Vorkriegs­stand entwi­ckelt werden können, steht in den Sternen. Darunter leiden nicht nur Russ­land, sondern vor allem auch die west­eu­ro­päi­schen Länder, sowohl was Export und Import, vor allem aber auch was die immense Belas­tung der Finanz­wirt­schaft durch immer größere Infla­ti­ons­raten – vor allem durch die Ener­gie­si­tua­tion – betrifft. Die Hand in Hand damit gehende Verar­mung der Bevöl­ke­rung nimmt die USA durchaus in Kauf, denn sie betrifft sie nicht. Man sitzt in Washington, lässt Krieg führen, redu­ziert den Wohl­stand der Menschen in Europa merk­lich und bringt dieses ärmere Europa immer mehr in den Einfluss der USA auf allen nur denk­baren Ebenen, solange bis Europa zu einer Art poli­ti­scher Kolonie Amerikas wird.

Die USA bestimmt und die EU gehorcht.

Auch klei­nere neutrale Länder, wie Öster­reich und die Schweiz, werden wenig dagegen machen können. Das was sie jedoch machen müssen ist, die Neutra­lität und den Rest der Unab­hän­gig­keit, den sie noch haben, zu stabi­li­sieren und ihre Vertei­di­gung merkbar zu stärken. Ihre Aufgabe wird es sein mit allen großen Playern, den USA, China, Russ­land, Indien und den südöst­li­chen Tiger­staaten konstruktiv zusam­men­zu­ar­beiten. China beob­achtet dies aufmerksam, da nach der Redu­zie­rung einer früher eigen­stän­digen EU und der Schwä­chung Russ­lands, sich die nächste Konfron­ta­tion zwischen dem Land der Mitte und den USA abzeichnet – Taiwan ist ein signi­fi­kantes, aber nur ein Element in dieser zukünf­tigen Ausein­an­der­set­zung. Marshall­pläne oder ähnli­ches werden folgen und die Abhän­gig­keit von Amerika wird steigen.

Es wäre wünschens­wert, wenn diese Situa­tion nicht eintreten würde, aber die reellen Chancen, dass dies geschieht, werden von Tag zu Tag geringer, es sei denn die patrio­ti­schen Parteien in der EU und mögli­cher­weise eine Reihe von Staaten, die ihre Tradi­tionen wahren wollen, verbinden sich inner­halb der EU in Oppo­si­tion zur derzei­tigen euro­päi­schen Nomenklatura.

Dr. Norbert van Handel                                            22.04.2022, Stein­erkir­chen a.d. Traun

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