Afgha­ni­sche Krimi­nelle kommen mit Evaku­ie­rungs­flügen zurück nach Europa

Bildquelle: Remix News

Krimi­nelle und Taliban nutzen den verpfuschten Abzug des Westens aus Afgha­ni­stan aus

Ein weiteres Zeichen dafür, wie chao­tisch die Evaku­ie­rung von Menschen aus Afgha­ni­stan geworden ist, ist, wie mehrere Medien berichten, dass sich unter den echten Flücht­lingen auch Isla­misten und ehemals abge­scho­bene Krimi­nelle befinden, die in mili­tä­ri­schen Trans­port­flug­zeugen zurück in den Westen geflogen werden.

Zwar sollen alle Evaku­ierten auf einer vorge­ge­benen Check­liste stehen, die von den Mili­tär­kom­man­danten, die den Prozess leiten, geführt wird, aber es scheint, dass die Kontrollen entweder lax gehand­habt werden oder ange­sichts des völligen Zusam­men­bruchs des verpfuschten mili­tä­ri­schen Rück­zugs aus dem Land nicht durch­führbar sind. Sicher ist derzeit nur, dass die west­li­chen Gesell­schaften nicht nur die Kosten für die Unter­brin­gung und Inte­gra­tion Zehn­tau­sender afgha­ni­scher Bürger zu tragen haben, sondern auch mit dem Sicher­heits­ri­siko fertig werden müssen, das von Kabul aus einge­flogen wird, weil die Behörden kaum oder gar nicht wissen, wen sie da „retten“.

Berichten zufolge sitzen zwar immer noch deut­sche Staats­bürger und afgha­ni­sche Beamte, die die Bemü­hungen der deut­schen Regie­rung wirk­lich unter­stützt haben, im Land fest, aber Menschen, die auf myste­riöse Weise die Warte­schlange über­springen und in Bundes­wehr­flug­zeuge einsteigen können, werden will­kür­lich nach Deutsch­land zurück­ge­flogen. In der vergan­genen Woche wurde beispiels­weise ein afgha­ni­scher Krimi­neller, der kürz­lich wegen schwerer Straf­taten aus Deutsch­land abge­schoben worden war, an Bord eines Evaku­ie­rungs­fluges entdeckt, als dieser in Deutsch­land landete. Die Iden­tität des Mannes wurde der Presse nicht mitge­teilt, aber es ist nun völlig unwahr­schein­lich, dass er aufgrund eines Abschie­be­stopps in sein Herkunfts­land zurück­ge­schickt werden wird. Das deut­sche Vertei­di­gungs­mi­nis­te­rium hat auf eine Medi­en­an­frage zu dem Fiasko erklärt, dass aufgrund der kata­stro­phalen Sicher­heits­lage vor Ort die Durch­füh­rung inter­na­tio­naler Daten­bank- und Finger­ab­druck­kon­trollen am Flug­hafen Kabul nicht möglich ist.

Obwohl das Vertei­di­gungs­mi­nis­te­rium verspro­chen hatte, die Ausweise aller Evaku­ierten zu über­prüfen und alle an Bord befind­li­chen Personen mit der Berech­ti­gungs­liste des Auswär­tigen Amtes abzu­glei­chen, wird dies vor Ort offen­sicht­lich nicht durch­ge­führt. Eine andere, weniger wahr­schein­liche Erklä­rung wäre, dass der Krimi­nelle auf einer offi­zi­ellen Evaku­ie­rungs­liste stand, was ange­sichts des derzei­tigen Zustands der deut­schen Einwan­de­rungs­po­litik nicht völlig ausge­schlossen werden kann.

Während die deut­schen Botschafts­an­ge­hö­rigen in Kabul ihre eigene Evaku­ie­rung orga­ni­sieren mussten, weil Berlin ihre Rettung verzö­gert hatte, werden die Evaku­ie­rungs­flüge der Bundes­wehr nun zu einer zweiten Chance für Schwer­ver­bre­cher, die sicher sein können, dass sie in abseh­barer Zeit nicht nach Afgha­ni­stan zurück­ge­schickt werden.

Eine solche Unfä­hig­keit ist jedoch nicht auf die Bemü­hungen der deut­schen Regie­rung beschränkt. Eine Person, die auf einer briti­schen Flug­ver­bots­liste stand, durfte eben­falls an Bord eines Mili­tär­flug­zeugs gehen und hatte es bis zum Flug­hafen Birmingham geschafft, wo er von Grenz­be­amten entdeckt wurde. Er war einer von fünf Verdäch­tigen, die auf der Flug­ver­bots­liste standen, doch irgendwie war es ihm gelungen, an Bord eines Evaku­ie­rungs­fluges zu gelangen. Nachdem er von der briti­schen Grenz­po­lizei fest­ge­halten worden war, durfte er schließ­lich einreisen und sich in Groß­bri­tan­nien nieder­lassen. Ein anderer Verdäch­tiger, der eben­falls einge­flogen wurde, wurde auf dem Frank­furter Flug­hafen entdeckt, wo ihm die Weiter­reise unter­sagt wurde, während seine Familie nach Groß­bri­tan­nien weiter­fliegen durfte.

Über 7.000 der 20.000 Afghanen, die nach Groß­bri­tan­nien umge­sie­delt werden sollen, sind bereits einge­troffen, doch berichten briti­sche Beamte von Betrü­gern unter den Antrag­stel­lern und einer wach­senden Zahl von Pass- und Doku­men­ten­fäl­schungen. James Heappey, der briti­sche Vertei­di­gungs­mi­nister, äußerte die Befürch­tung, dass isla­mis­ti­sche Extre­misten die Situa­tion in Kabul ausnutzen.

„Wir würden gerne die Tore öffnen und die Menschen noch schneller einreisen lassen, aber es gibt Leute, die versu­chen, auf briti­sche Flüge zu gelangen, die wir bei unseren Kontrollen als auf der briti­schen Flug­ver­bots­liste stehend iden­ti­fi­ziert haben“, sagte er.

Auch Frank­reich hat einen Fall gemeldet, bei dem ein Verdäch­tiger mit einem Evaku­ie­rungs­flug einge­flogen wurde, der im Verdacht stand, Verbin­dungen zu den Taliban zu haben. Er wurde von vier weiteren Personen begleitet, die unter Beob­ach­tung gestellt wurden.

Quelle: Remix News


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