Afri­ka­ni­sche Migranten: neue Wellen drohen

Illegale Migranten auf dem Weg von Afrika nach Europa vor der libyschen Küste am 6. Februar 2021 · Foto: Magyar Nemzet / MTI /Pablo Tosco

Von Edith Krisz­tina Dócza
 

Europa ist von neuen Migra­ti­ons­wellen bedroht, und Afgha­ni­stan ist bei weitem nicht das einzige Land, das einer unge­wissen Zukunft entge­gen­sieht und in dem ein großer Zustrom von Migranten zu erwarten ist. Auch Tune­sien steht vor immer schwer­wie­gen­deren innen­po­li­ti­schen Problemen, und die türki­sche Regie­rung könnte jeder­zeit die „Migran­ten­karte“ ausspielen, um Druck auf die Euro­päi­sche Union auszu­üben. Kristóf Veres, Forscher am unga­ri­schen Institut für Migra­ti­ons­for­schung, erklärte gegen­über Magyar Nemzet, dass bei einer Verschär­fung der Krise in Libyen der Strom ille­galer Migranten in diesem wich­tigsten Tran­sit­land für afri­ka­ni­sche Migranten prak­tisch nicht mehr aufzu­halten sein wird.

Auf den meisten Migra­ti­ons­routen ist die Zahl der Migranten im Vergleich zum letzten Jahr deut­lich gestiegen, so Kristóf Veres. Unter Bezug­nahme auf die Daten von Frontex, der Euro­päi­schen Agentur für die Grenz- und Küsten­wache, erklärte der Experte, dass die zentrale Mittel­meer­route die Route mit den meisten Migranten ist: In der ersten Jahres­hälfte regis­trierten die Behörden andert­halb Mal so viele Migranten wie im glei­chen Zeit­raum des Vorjahres, nämlich fast 22.000. Die Frontex-Daten zeigen auch, dass die Zahl der Migranten auf der West­bal­kan­route im Vergleich zum Vorjahr um 92 Prozent gestiegen ist. Die Agentur berichtet, dass in diesem Jahr 18.600 ille­gale Einwan­derer regis­triert wurden.

Josep Borrell, der Hohe Vertreter der Euro­päi­schen Union für Außen- und Sicher­heits­po­litik, warnte in einem Inter­view mit der spani­schen Tages­zei­tung El País am Donnerstag, dass die Türkei durch ihre starke Präsenz in Libyen die Migra­ti­ons­routen von Libyen nach Europa beein­flussen könne. Kristóf Veres erin­nerte daran, dass Libyen ein wich­tiges Tran­sit­land für Migranten ist, stellte jedoch in Frage, ob die Regie­rung die Massen von Migranten daran hindern kann oder will, die Küsten des nord­afri­ka­ni­schen Landes in Rich­tung Europa zu verlassen.

- Die Türken können auf beide Seiten einwirken

- so der Experte über die Rolle der Regie­rung in Ankara, die bereits die „Migran­ten­waffe“ gegen Brüssel einge­setzt hat.

Das Migra­ti­ons­for­schungs­in­stitut erklärte, dass die türki­schen Behörden bei türkisch kontrol­lierten Küsten­ab­schnitten in Libyen entscheiden werden, ob sie die Migranten passieren lassen oder nicht. Kristóf Veres wies auch darauf hin, dass bei einer Verschär­fung der Krise in Libyen der Zustrom von Migranten prak­tisch nicht zu stoppen sein wird. Wie die öster­rei­chi­sche Nach­rich­ten­agentur APA berichtet, ist die südita­lie­ni­sche Insel Lampe­dusa erneut mit einem erhöhten Migra­ti­ons­druck konfron­tiert. Am Donnerstag kamen rund 250 Asyl­be­werber in 15 Last­kähnen an. Kristóf Veres betonte eben­falls die Bedeu­tung der Ereig­nisse in Tunesien:

- Tune­sien befindet sich in einer schweren poli­ti­schen Krise, und die wich­tigste Frage ist, ob sich Tune­sien in den kommenden Monaten desta­bi­li­sieren wird. Wenn dies der Fall ist, könnten auch von dort aus mehr Migranten nach Europa kommen.

- erklärte der Experte. In jüngster Zeit hat auch die italie­ni­sche Regie­rung Ängste vor einer neuen Migra­ti­ons­welle im Zuge der poli­ti­schen Krise geäu­ßert, obwohl der einzige Erfolg der Protest­welle, die im Januar 2011 begann und als Arabi­scher Früh­ling bekannt wurde, der Regime­wechsel in Tune­sien war.

Demons­tranten protes­tieren am 29. Juli 2021 vor dem litaui­schen Regie­rungs­ge­bäude in Vilnius · Foto: Magyar Nemzet / MTI / Mind­augas Kulbis

Auch Litauen hat weiterhin ernste Probleme mit Migranten aus Weiß­russ­land, nachdem der weiß­rus­si­sche Präsi­dent Aljak­sandr Luka­schenka beschlossen hat, die Migra­tion als poli­ti­sches Mittel einzu­setzen. Am Donnerstag protes­tierten Hunderte von Menschen in der Haupt­stadt Vilnius gegen die Regie­rung, nachdem bekannt wurde, dass in der Grenz­stadt Dieve­niškės Migranten, haupt­säch­lich aus Afrika und dem Nahen Osten, unter­ge­bracht werden sollen. Nach Angaben der Grenz­po­lizei wurden seit Anfang des Jahres mindes­tens 3.100 ille­gale Grenz­gänger fest­ge­nommen, die meisten von ihnen aus dem Irak.

- Weiß­russ­land testet die Stärke seiner „Migran­ten­karte“, um zu sehen, ob es die Euro­päi­sche Union über Litauen erpressen kann

- so Kristóf Veres.

Der Experte fügte hinzu, dass die Regie­rung in Minsk, wenn Vilnius in naher Zukunft den Grenz­zaun baut und wirk­same und schnelle Hilfe von Brüssel und Frontex erhält, erkennen wird, dass die Migra­tion als poli­ti­sches Instru­ment nicht ausreicht, um die Euro­päi­sche Union sinn­voll unter Druck zu setzen. Zuvor hatte die litaui­sche Innen­mi­nis­terin Agnė Bilotaitė gegen­über der lokalen Nach­rich­ten­agentur BNS erklärt, dass das Haupt­ziel und die Haupt­auf­gabe der Regie­rung darin bestehe, die Migranten so schnell wie möglich in ihre Herkunfts­länder zurück­zu­bringen, was jedoch eine sichere Unter­brin­gung der Migranten und beschleu­nigte Asyl­ver­fahren voraussetze.

Quelle: Magyar Nemzet


11 Kommentare

  1. Immer herein­spa­ziert, hier gibt es lebens­lange Alimen­ta­tion von dummen Deut­schen, die eure Sklaven sind und vor eurer schwarzen Heilig­keit niederknien.
    Wir können noch ein paar Millionen aufnehmen, dann stimmt es auch mit dem CO2 Ausstoß, der eh viel zu niedrig ist. Hier fließen Milch und Honig und junge Frauen machen gerne die Beine für euch breit.…
    Ich könnte nur noch Kotzen…

  2. Hier würden wirk­lich nur noch radi­kale Maßnahmen in äuro­päi­scher Geschlos­sen­heit helfen, aber der pöli­ti­sche Wille scheint durch­ge­hend ein anderer zu sein.

  3. Dieser Luka­schenko ist ein ebenso erpres­se­ri­scher Dreck.… wie Erdogan – und er weiß, dass das bei der EU klappt, denn „Migra­tion“ aus allen mögli­chen shit­holes dieser Welt ist ja ausdrück­lich erwünscht. Verstehe nicht, wieso die Visegrad-Staaten und die Balten nicht endlich dieser EU den Rücken kehren.

    • Dafür gibt es m. E. eine Erklä­rung und diese heißt: ESM-Töpf ! – Aus dem vor allem von dem größten Netto­zahler Doit­sche­land gefüllten Topf wollen sie alle weiterhin schöpfen.

      Sofern ich mich an einen Artikel dazu auf diesem Blog richtig erin­nere, ging es bei der Zustim­mung Sölvinis zum Drachen auch um 2 oder gar mehr Milli­arden aus dem ESM-Töpf.

      Beim Gölde hört offenbar jegli­cher Idea­lismus auf – die meisten verkaufen ihre Seele dafür – m. E..

      • Das sind keine Töpfe und keine „Käufe“. Das sind schlicht und einfach Verschul­dungen der Nationen gegen­über der EZB. Und wer ist die EZB? eine Hand­voll Privatleute. 

        D. hat den II. WK. bald abbe­zahlt, da müssen neue Verpflich­tungen her. Wir arbeiten für die ganze Welt, am wenigsten aber für uns.

    • Die sind alle gleich. Luka­schenko macht nun dasselbe, was die EU mit uns macht. Lass ihn doch. Dann sehen die Länder mal die andere Seite, sehen sozu­sagen in den Spiegel.

    • Mal langsam. Der Luka­schenko zahlt nur mit glei­cher Münze zurück. Die EU und die Soros-NGOs haben einen Umsturz in Weiß­russ­land ange­zet­telt ‚der geschei­tert ist. Jetzt haben sie Sank­tionen verhängt. Die Litauer bauen jetzt einen Zaun, für den man Orban bis heute beschimpft. Liebe Ewa, Du musst das Ganze überblicken.

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