„Arme Boots­flücht­linge“ drohten nach Rettung Contai­ner­schiff zu kapern

Commander, U.S. Naval Forces Europe-Africa/U.S. 6th Fleet/Wikimedia, gemeinfrei

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie des Schick­sals. Das Contai­ner­schiff „Marina“ der Eller­beker Reederei Klin­gen­berg hat diese Woche insge­sammt 79 soge­nannte „Boots­flücht­linge“ auf Anwei­sung Maltas aus dem Mittel­meer gefischt und an Bord aufge­nommen. Da jedoch die Behörden in Malta eine Landung der Ille­galen auf ihrem Staats­ge­biet danach verwei­gerten, obwohl zunächst verein­bart, drohte die Lage auf dem Frachter zu eska­lieren. Die „Flücht­linge“ drohten kurz­fristg, das Schiff zu kapern.

Migranten randa­lierten wegen fehlender Verpfle­gung

Haupt­grund des Unmutes unter den Boots­mi­granten war die mangel­hafte Verpfle­gung auf dem Schiff sowie fehlende sani­täre Einrich­tungen. Aus Afrika und Nah Ost war man offenbar einen geho­be­neren Stan­dard gewohnt. Als dann auch eine rasche Landung in der EU nicht möglich wurde, drohte die Stim­mung an Bord zu kippen.

Wie der Inhaber der Reederei, Thies Klin­gen­berg, gegen­über dem NDR berich­tete, soll es unter den Ille­galen „Aggres­si­ons­aus­brüche“ gegeben haben. Die Schiffs­be­sat­zung hatte sich daraufhin an Bord in den Aufbauten verschanzt. 13 Personen der Besat­zung verließen die Brücke nur, um den Geflüch­teten Wasser und Lebens­mittel zu bringen.

Thea­tra­lisch wurde auch die Lage an Bord an die Behörden weiter­ge­geben. So habe Gefahr bestanden, dass die Boots­mi­granten „sterben würden“ und auf „blankem Stahl“ schlafen müssten, sollte nichts unter­nommen werden.

Italien nahm Ille­gale auf

Schließ­lich konnte das Contai­ner­schiff am späten Frei­tag­abend gegen 23 Uhr den italie­ni­schen Hafen Porto Empe­docle anlaufen und dort anlegen. Die italie­ni­schen Behörden über­nahmen die 79 Ille­galen. Und auch weiterhin strömen täglich hunderte Boots­mi­granten über das Mittel­meer in die EU. In kleinen Booten landen sie an den Küsten und in Häfen Italiens oder Maltas an. Auf Lampe­dusa etwa ist das Aufnah­me­lager nach Angaben der örtli­chen Behörden bereits wieder voll.

1 Kommentar

  1. Wenn Dublin IV geneh­migt ist, können die Schein­asy­lanten sich Deutsch­land als Ziel aussu­chen, Merkel und vdL arbeiten fieber­haft daran

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