Auch in Öster­reich: Versi­che­rungen verwei­gern Deckung in Corona-Fällen

Symbolbild div. Versicherungslogos. Nicht alle gezeigten Versicherungen bieten alle Versicherungssparten an..

Wie gegen­über unserer Redak­tion bereits zu Beginn des Jahres durch einen Rechts­schutz­ex­perten einer namhaften öster­rei­chi­schen Versi­che­rung bestä­tigt wurde, lehnen sämt­liche Versi­che­rungs­un­ter­nehmen jegliche Deckung im Zusam­men­hang mit Corona ab.

Dabei erging eine Direk­tive auf direktem Weg durch die Vorge­setzten an ihre Mitar­beiter, jegliche Deckungs­an­fragen betref­fend Corona von vorne herein unter anderem mit dem Argu­ment von „Vorsatz­de­likten“ abzulehnen.

Unter derar­tige Delikte fällt alles, das „ein Zuwi­der­han­deln“ gegen eine gültig exis­tie­rende Rechts­vor­schrift betrifft. In diesen Fällen wird mit Corona-Verord­nungen der Regie­rung argumentiert.

Erst kürz­lich schlug unser Artikel über die verwei­gerte Ausbe­zah­lung einer Lebens­ver­si­che­rung an einen am Corona-Impf­stoff verstor­benen Fran­zosen hohe Wellen – samt Updates zu ähnli­chen Fällen aus Deutschland.

Allianz lehnt Deckung ab

Wie auch die APA berichtet, hatte die Allianz Versi­che­rung die Deckung eines im Letzten Jahr im Zusam­men­hang mit der Causa „Ischgl“ infi­zierten und zu Schaden gekom­menen Versi­che­rungs­neh­mers die Deckung abgelehnt.

Der Vater eines Versi­che­rungs­neh­mers war im März 2020 in Ischgl Skifahren, hat sich mit Covid-19 infi­ziert und ist nach Wochen im Kran­ken­haus und auf der Inten­siv­sta­tion verstorben.

Der Sohn und die Mutter klagen die Repu­blik Öster­reich aus der Amts­haf­tung auf Scha­den­er­satz. Die Rechts­schutz­ver­si­che­rung Allianz lehnt jedoch die Deckung des Kosten­ri­sikos ab.

Keine Deckung bei Kata­stro­phen und keine Deckung bei Schäden aus behörd­li­chen Anord­nungen aus den allge­meinen Versi­che­rungs­be­din­gungen begründen seitens der Allianz die Ablehnung.

Ähnlich gela­gert ist dies bei Klau­seln der D.A.S. Rechts­schutz­ver­si­che­rung, die aufgrund einer Verbands­klage vor dem Handels­ge­richt Wien für gesetz­widrig erklärt wurden, wobei das Urteil hierzu nicht rechts­kräftig ist.

Millionen-Einspa­rungen für Versicherer

Wie wir bereits in einem Artikel über die Verwei­ge­rung der Auszah­lung einer Lebens­ver­si­che­rung (nach einem Impftod) in Frank­reich berichten mussten, zieht dieses „Phänomen“ nun euro­pa­weite Kreise.

Dazu erklärt Peter Kolba, Obmann des Verbrau­cher­schutz­ver­eins (VSV), „Die Rechts­schutz­ver­si­cherer ersparen sich Millionen damit, dass sie den Versi­che­rungs­neh­mern in Zeiten der Pandemie für alle Fälle, die irgendwie mit dieser zu tun haben, die Hilfe versagen.

Das betrifft nicht nur die Opfer von Ischgl 2020, sondern auch jene, deren Flüge bezahlt und dann abge­sagt wurden.

In tausenden Fällen verwei­gerten die Airlines die Deckung von Klagen auf Rück­zah­lung der Preise. Ähnli­ches auch bei Pauschal­reisen, Konzert­ab­sagen, Absagen von Sport­ver­an­stal­tungen und in vielen weiteren Bereichen“.

Die Ange­hö­rigen des nach der Infek­tion in Ischgl Verstor­benen werden nun vom VSV in einer Deckungs­klage gegen die Allianz Versi­che­rung unterstützt.

Alter­na­tive Prozessfinanzierer

Als Alter­na­tive zu den Bekannten Rechts­schutz­ver­si­che­rungen können hierbei auch soge­nannte Prozess­fi­nan­zierer gesehen werden.

Als Versi­che­rungs­nehmer besteht, vor allem in Zeiten wie diesen, das Risiko, jahre­lang Prämien einzu­be­zahlen, um am Ende des Tages erkennen zu müssen, dass sich die Versi­che­rung aus ihren Pflichten „herausla­wiert“.

Ein Prozess­fi­nan­zierer über­nimmt das Kosten­ri­siko von Gerichts­ver­fahren, als Gegen­leis­tung für in der Regel 30 Prozent des erstrit­tenen Wertes.

Hierbei gibt es nun, wie könnte es auch anders sein, den Versuch der Versi­che­rungs­un­ter­nehmen, das Geschäft der Prozess­fi­nan­zierer durch abstruse Rege­lungen abzu­drehen. Dies entwi­ckelte sich im Zuge der Umset­zung von Richt­li­nien zu Verbands-(Sammel)-Klagen, erklärte hierzu Kolba.

Der VSV wird hierbei am Ball bleiben und dagegen „Sturm laufen“, sowie über die Verhand­lungen berichten, so Kolba.

Betref­fend der Verfahren zu Ischgl 2020 findet man ausführ­liche Infor­ma­tionen unter www.verbraucherschutzverein.eu


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9 Kommentare

  1. Lieber Redak­teur !
    Ich bin von Beruf selb­stän­diger Versi­che­rungs­makler und Berater in Versi­che­rungs­an­ge­le­gen­heiten. Ich möchte zum oben ange­führten Bild folgendes mitteilen:
    Einige der oben ange­führten Versi­che­rungen (Die Conti­nen­tale, Dialog, ERGO, Europa, Euro­päi­sche Reise­vers., FWU, Gothaer, Janitos, Nürn­berger, R+V, WWK) bieten gar keine Rechts­schutz­ver­si­che­rung an. Damit werden diese Versi­cherer zu Unrecht für etwas beschul­digt, daß sie gar nicht tun können.
    Bitte daher diese Versi­cherer aus dem Bild löschen oder einen entspre­chenden Hinweis machen. Danke.
    Mit Segenswünschen
    Wingolf R. Farnleitner

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    • Es geht nicht nur um RS-Vers., sondern auch um Leben, Unfall, Kranken, Betriebs­un­ter­bre­chung, etc. – aber das Bild habe ich jetzt noch als „Symbol­bild“ gekenn­zeichnet, damit das auch klar ist daß nicht alle Vers. deren Logos dort gezeigt werden alle Sparten anbieten.

  2. Prozess­fi­nan­zierer !!
    Ein Mann schuldet mir Geld und will nicht zurück­zahlen. Ich gehe zur Russen­mafia und für 1/3 der Schuld­summe brechen sie dem Schuldner solange die Knochen, bis er zahlt.
    Dasselbe Prinzip.
    Bei einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung muß man sich die Klau­seln VORHER anschauen !!
    Entweder von einem unge­bun­denen Versi­che­rungs­makler oder einem Versicherungsberater.
    Derm Versi­che­rungs­ver­treter der jewei­ligen Gesell­schaft ist die Scha­den­ab­leh­nung egal. Er haftet nämlich nicht für seine „Bera­tung“.

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  3. Ziel­füh­render ist es hier, einen Haftungs­schaden, fest­ge­macht am Kolla­teral, geltend zu machen. Man könnte hier mit 20% von 500 Mrd (durch­schnitt­li­ches Kolla­teral in Mittel­eu­ropa), also 100 Mrd einsteigen und den Gesund­heits­mi­nister, das Kran­ken­haus, die WHO mit rein­nehmen. Wenn man weiß, wie man sowas im Kommerz macht.

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  4. In Ihrem Artikel geht es recht durch­ein­ander zu.
    – Erst der Fall des fran­zö­si­schen Lebens­ver­si­che­rers, der keinen Covid-Impf­schaden bezahlen will. (Das war das Thema.)
    – Dann die Ableh­nung, die „Deckung“ zu über­nehmen bei einem an Covid-19 Verstor­benen. Was genau war denn die „Deckung“? Gegen was war er versichert?
    – Dann die Ableh­nung von Recht­schutz­ver­si­che­rungen, die Gerichts­kosten zu über­nehmen, wenn die irgendwie durch die Covid-„Pandemie“ Geschä­digten Regress­an­sprüche stellen wollen (z.B. bei ausge­fal­lenen Flügen).

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es ist wenig hilf­reich, solch ein Durch­ein­ander zu präsen­tieren, nur weil überall mal das Wort „Covid“ vorkommt.

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  5. Obrig­keits­re­gime, Banken, Groß­kon­zerne, Frei­mau­rer­logen, Kirchen und eben auch Versi­che­rungen bilden jenen Pool, der nach unten tritt, aussaugt und Terror im wahrsten Sinne des Wortes ausübt.

    Die Front verläuft immer und überall auf dieser Erden­scheibe zwischen unten und oben.
    Würde dieses Prinzip mal unten kapiert werden, müssten die oben für ihren Lebens­un­ter­halt unten selbst sorgen.

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  6. komisch, im „Diesel­skandal, bei angeb­lich ungül­tigen Klau­seln bei Baufi­nan­zie­rung etc. musss RS-Deckung gewährt werden?
    verkehrte Welt

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