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Andrej Babiš

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INHALT

EINLEITUNG

TEIL 1

Ich werde die Wahr­heit über die vier Jahre sagen

VIER JAHRE

PETR

KINDER

SCHULE

MEINE FRAUEN UND ICH

IN DER REGIERUNG

WAS WIR FÜR DIE MENSCHEN GETAN HABEN

UNTER DER FLAGGE DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK

DAS HÄRTESTE JAHR MEINES LEBENS

TEIL ZWEI

Was ich noch für unser Land tun möchte

WERDEN WIR TAUSENDE VON LEBEN RETTEN

EINE REVOLUTION IM TSCHECHISCHEN GESUNDHEITSWESEN

NEW YORK UND PARIS

RETTUNG DES KULTURELLEN ERBES

NEUE DINGE UND WIE WIR SIE TUN WERDEN

TSCHECHISCHE UNTERNEHMEN VON WELTRANG

WIR SIND EINE WELTMACHT IN DER SPIELEPRODUKTION

TEIL DREI

Seien Sie stolz! Und hören Sie, wie wir unserem Land helfen können

DIE VERFASSUNG UND WAS ICH VON IHR HALTE

ICH BIN VENCOATED

EIN LAND, AUF DAS MAN SICH VERLASSEN KANN

INSOLVENZ, ZWANGSVOLLSTRECKUNGEN UND VERBRAUCHER

WAS ES BEDEUTET, TSCHECHISCH ZU SEIN

EINLEITUNG

Teilen Sie es, bevor es verboten wird!

Und vor allem: lesen. Lesen Sie, denn dieses Buch hat es in sich. Ein Besuch im Weißen Haus. Migra­tion. Neue und bisher geheime Projekte unseres Mili­tärs. Da sind eine Menge Sachen drin, die ich noch niemandem erzählt habe. Alles, was wir für die Menschen getan haben, ist da drin. Es gibt Treffen mit Präsi­denten, Premier­mi­nis­tern und dem Kaiser, aber auch mit vielen von Ihnen, Groß­müt­tern und Groß­vä­tern. Eine Menge alter und weiser Menschen, die mich mit ihrer Lebens­er­fah­rung inspi­riert haben. Kran­ken­schwes­tern, Ärzte, Bürger­meister. Die Sportler. Top-Wissen­schaftler. Und da ist auch etwas über die Menschen, mit denen ich jeden Tag arbeite. Sie sind nicht sehr sichtbar, deshalb möchte ich, dass Sie sehen, wie furchtbar wichtig sie sind.

Es gibt auch unseren Natio­nalen Krebs­plan in diesem Buch und eine Menge neuer Ideen, die ich zum ersten Mal zeigen werde. Sie werden sagen, dass ich wieder ein Popu­list bin.

Sie werden auch erfahren, dass unser Land eine Super­macht in der Herstel­lung von Compu­ter­spielen ist und dass Tsche­chen Tech­no­lo­gie­un­ter­nehmen von Welt­rang führen. Und dass wir viele wich­tige und schöne Gebäude repa­riert und viele weitere von Grund auf neu gebaut haben. Sie werden erfahren, wie die Tsche­chi­sche Repu­blik zu einem der erfolg­reichsten Länder der Welt werden kann.

Aber das Wich­tigste sind die Kinder. Sie werden erfahren, warum ich als Minis­ter­prä­si­dent und Patriot möchte, dass wir möglichst viele von ihnen haben, und wie wir sie erziehen wollen. Wie man Menschen helfen kann, die ein wirk­lich schweres Leben haben. Was es bedeutet, Tscheche zu sein. Und dass wir stolz auf unser Land sein sollten. Und es gibt noch mehr. Und noch viel mehr. Es wartet in diesem Buch auf Sie.

Ein Buch über alles, was ich in der Politik erlebt habe. Nicht nur, was ich getan und gekämpft habe, sondern auch, was ich gefühlt habe. Was ich durch­ge­macht habe. Was ich erlebt habe. Woran ich glaube. Was war das Schwie­rigste für mich. Und was ich zu sagen wage, habe ich erreicht.

Es ist das letzte Mal, dass ich für das Reprä­sen­tan­ten­haus kandi­diere. Und ich denke, meine Ära ist die erfolg­reichste in der post­so­wje­ti­schen Geschichte der Tsche­chi­schen Repu­blik. Und für den Fall, dass Sie das nicht gedacht haben, möchte ich sagen, dass ich es Ihnen bereits zurück­ge­zahlt habe. Ich persön­lich habe aus Brüssel 42 Milli­arden zusätz­liche Kronen für die Tsche­chi­sche Repu­blik mitge­bracht, die ich verpackt habe. Insge­samt waren es 978 Milli­arden. Also ich denke, es war gut unter Babis, richtig?

Es steht alles in diesem Buch. Es ist ein kleines Buch. Für alle. Ich habe das kleinste Taschen­buch­format gewählt, das ich finden konnte. In meiner Jacken­ta­sche, in meiner Hand­ta­sche. Ich möchte, dass es von Hand zu Hand geht. Und es sind ein paar Bilder drin, die ich liebe und die mich viel­leicht am meisten an diese Jahre erinnern.

Wenn Sie dieses Buch beendet haben, geben Sie es der Person, die es Ihrer Meinung nach lesen sollte, und sagen Sie ihr, was Sie denken. Es ist wichtig, und ich bitte Sie persön­lich darum, dies zu tun. Und wenn Sie es dann verpassen, bestellen Sie ein neues. Und eine andere. Frei.

Sie haben es im Cheap Books Netz­werk, oder bestellen Sie es bei www.sdilejteneztozakazou.cz, wo Sie es auch als ebook oder Hörbuch finden können.

Beginnen Sie jetzt zu lesen und lesen Sie schnell. Wir haben keine Zeit. Wie wir alle wissen, geht es nur um das Jetzt.

Ihr

Andrej Babiš

www.facebook.com/AndrejBabis

TEIL 1

Ich werde die Wahr­heit über die vier Jahre sagen

VIER JAHRE

4 Uhr morgens. 29. Juni 2018. Brüssel. Euro­päi­scher Rat. Ich schaute auf meine Uhr. Ich trug zu der Zeit eine Vacheron. Vacheron Constantin. Eine teure Marke. Aber es ist die einzige Marotte, die ich je hatte. Eine Mode­er­schei­nung für Jungen. Ich habe keine Jacht, keine Privat­insel und kein Flug­zeug. Nicht einmal einen Ferrari. Nichts derglei­chen. Ich hatte nur diese Uhr, und ich trage sie nicht mehr. Es war zu schick für mich. Jetzt habe ich eine intel­li­gente Uhr, die Schritte zählt. Aber ich mochte die Vacherons.

Also schaue ich es mir an, und wirk­lich, vier Uhr morgens.

Sie kennen den Europa-Board­room von den Bildern auf meiner Face­book-Seite. Der große, bunte. Acht­und­zwanzig Staats- und Regie­rungs­chefs der Mitglieds­staaten der Euro­päi­schen Union. Damals noch mit Groß­bri­tan­nien. Premier­mi­nister und Präsi­denten. Alle, von Angela Merkel bis Emma­nuel Macron. Keine Assistenten.

Die Atmo­sphäre konnte zurecht­ge­stutzt werden.

Das Thema?

Kontin­gente.

Migran­ten­quoten. Fast jeder wollte sie haben. Die große Mehr­heit. Sie wurden von Deutsch­land, Frank­reich, Italien, Spanien, Schweden und Grie­chen­land geschoben. Es bedeu­tete, dass die Tsche­chi­sche Repu­blik verpflich­tend Migranten aufnehmen müsste. Obli­ga­to­risch, verstehen Sie?

Sicher, jetzt werden Sie alle sagen, dass Sie es verstehen, aber ich denke, Sie können es sich nicht vorstellen. Das konnte ich auch nicht. Ich kann jetzt. Ich werde es Ihnen gleich sagen.

Schon im Juni 2015, als Brüssel damit ankam, warfen die Visegrad-Vier – also Tsche­chien, die Slowakei, Polen und Ungarn – es ihnen an den Kopf. Damals wollten sie uns 1 863 Migranten aus Italien und Grie­chen­land sowie aus Flücht­lings­la­gern in Jorda­nien und dem Irak schi­cken. Zwei Monate später zogen sie sich zusammen.

Am 21. September 2015 haben uns die anderen Staaten über­stimmt und mit Gewalt durch­ge­setzt, dass die EU-Länder in der ersten Welle die 120 000 Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika unter sich aufteilen. Zu dieser Zeit konnten wir nichts tun, weil Milan Chovanec uns vertrat. „ ‚Mr. Poli­zei­re­form‘. Er sprach kein Wort Englisch und hatte null Fähig­keit, für unser Land zu kämpfen. Als es also zur Abstim­mung über die „frei­wil­lige“ Aufnahme von Migranten kam, konnte er nur zuschauen, wie andere ihre Hand dafür hoben. Und wissen Sie, wie hoch die Quote für die Tsche­chi­sche Repu­blik war? 2.978 Migranten in zwei Jahren aus Ländern, zu denen wir fast keine histo­ri­sche Bezie­hung haben, wie Paki­stan, Syrien, Afgha­ni­stan. Menschen, deren Menta­lität und Kultur weit von der unseren entfernt sind.

Schon vorher stimmten die Euro­pa­ab­ge­ord­neten Stanislav Polčák von STAN sowie Luděk Nieder­meyer und Jaromír Štětina von TOP 09 gegen ihr eigenes Land für die Forde­rung nach der Einfüh­rung eines „perma­nenten und auto­ma­ti­schen Relo­ca­tion-Systems“ in der EU. Später forderten die ersten beiden sogar, dass Brüssel Sank­tionen gegen uns verhängt, weil wir die Quoten nicht erfüllen.

Und das war nur der Anfang, alle in Brüssel rech­neten mit immer mehr Umver­tei­lung. Die Quoten waren in den meisten Ländern unpo­pulär, die Slowakei und Ungarn beschlossen sogar, gegen die Quoten vor dem EU-Gericht zu klagen. Die Tsche­chi­sche Repu­blik unter Minis­ter­prä­si­dent Bohuslav Sobotka hat sich der Klage nicht ange­schlossen. Der Grund soll sein, eine Isolie­rung in der EU zu vermeiden. Damals behaup­tete Sobotka, dass die einma­lige Verle­gung von 3 000 Migranten nach Tsche­chien nicht entschei­dend sei.

Es ist gut, dass der Versuch, 120 000 Migranten auf alle EU-Länder umzu­ver­teilen, geschei­tert ist. Die Tsche­chi­sche Repu­blik hat ein kurzes Expe­ri­ment mit iraki­schen Christen unter­nommen, das nicht sehr gut funk­tio­niert hat. Aber Brüssel hat weiterhin versucht, eine Zwangs­um­ver­tei­lung durch­zu­setzen. So setzte die EU-Kommis­sion im September 2016 auf die von Deutsch­land vorge­schla­gene Zucker­brot-und-Peit­sche-Methode. Sie kam auf die Idee, dass für jeden aufge­nom­menen Flücht­ling das Aufnah­me­land 10.000 Euro erhält. Und wenn sie sich weigerten, eine Geld­strafe von 250.000 Euro. Sie hat versagt.

Im September 2017 hat der EU-Gerichtshof dann die Anti-Quoten-Klage vom Tisch geworfen. Und es folgte eine Gegen­re­ak­tion. Im Januar 2018 verklagte die Euro­päi­sche Kommis­sion die Tsche­chi­sche Repu­blik, Polen und Ungarn wegen der Nicht­auf­nahme von Flüchtlingen.

Dann, im September 2020, hat Deutsch­land den Vorschlag nach­ge­bes­sert. Es blieb nur die Flücht­lings­zu­lage, aber wenn 70 Prozent der Migranten aus Grie­chen­land, Italien und Spanien nicht umver­teilt werden könnten, würde „Zwangs­so­li­da­rität“ ins Spiel kommen. Das heißt, wieder Quoten. Brüssel lässt sie einfach nicht in Ruhe.

Aber zurück in die Europa-Halle zum Euro­päi­schen Rat.

Nein!

Nein!!!

Nein!

Nein zu Quoten. Nein zur Zwangs­um­ver­tei­lung. Kein einziger Migrant. Einfach NEIN.

Gemeinsam mit dem unga­ri­schen Minis­ter­prä­si­denten Viktor Orbán und anderen V4-Ländern haben wir uns gegen die größten euro­päi­schen Akteure gestellt. Und selbst wenn sie uns umgarnten oder gnadenlos zusam­men­schlugen, mit unseren Gefühlen spielten oder uns bedrohten, wichen wir keinen Zenti­meter zurück. NEIN. Nein ist nein. Einfach nein.

Von diesem Moment an haben Viktor Orbán und ich eine echte Freund­schaft gehabt. Deshalb habe ich ihn gebeten, mir sein Andenken in diesem Buch zu widmen:

Nach der Migra­ti­ons­krise 2015 hat sich Europa in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite haben wir Poli­tiker, für die die Umver­tei­lung von Migranten ein großes Ziel, eine Obses­sion geworden ist, und auf der anderen Seite wir Mittel­eu­ro­päer, die unser Land so behalten wollen, wie wir es lieben.

Unsere Aufgabe ist es daher, uns zusam­men­zu­schließen und immer wieder Vorschläge anzu­greifen und abzu­lehnen, die, offen oder verdeckt, Einwan­derer in unsere Länder bringen würden.

Ich erin­nere mich gut daran, dass Andrei an jenem langen Abend an vorderster Front gegen die Migra­tion und ihre Befür­worter kämpfte. Unsere Arbeits­be­zie­hung, wenn ich das so sagen darf, wurde an diesem Tag zu einer wahren Waffen­freund­schaft. In der Zwischen­zeit war auch die V4-Maschine in vollem Gange, und wir konnten gemeinsam daran arbeiten, den Vorschlag in eine Win-Win-Situa­tion für die Mittel­eu­ro­päer umzusetzen.

Dieses Treffen des Euro­päi­schen Rates war auch eine gute Lektion über die erfri­schende Wirkung von unge­wöhn­li­cher Politik in Europa. In der Tat wird aus der Diktion von Andrej Babiš stets deut­lich, dass er ein Mann ist, der aus einer Welt in die Politik gekommen ist, in der es keine Zeit zum Zögern gibt, sondern in der mutige und ausge­wo­gene Entschei­dungen und harte Arbeit umso notwen­diger sind. Aus all seinen Sätzen wird deut­lich, dass er zu denje­nigen gehört, die, anstatt irgend­wel­chen Ideo­lo­gien hinter­her­zu­jagen, die die Welt retten werden, lieber an einfache Dinge wie Nation und Familie glauben.

Die euro­päi­sche Politik ist heute vor allem durch Verschmel­zung mit dem Main­stream, poli­ti­sche Korrekt­heit, Zick­zack­kurs und verschie­dene Formen der Unter­wer­fung gekenn­zeichnet. Ausdrücke des Mutes sind so selten wie eine weiße Krähe. Ungarn und die V4 können sich sehr glück­lich schätzen, einen mutigen Mann an der Spitze der Tsche­chi­schen Repu­blik zu haben.

Viktor Orbán

Viktor, danke.

Sie wissen sicher, dass der Vorteil des Euro­päi­schen Rates darin besteht, dass alle zustimmen müssen. Diesen Vorteil habe ich sowohl bei den Verhand­lungen über Migra­tion als auch bei den Verhand­lungen über Geld genutzt. Ich kann mir gut vorstellen, was einigen der Führungs­kräfte aus den alten Ländern durch den Kopf ging. „Was haben die Mittel­eu­ro­päer vor? Glauben sie wirk­lich, dass sie sich erfolg­reich gegen die Länder stellen können, die das gemein­same Europa gegründet haben? Worauf spielen sie an? WIR sind Europa…“

Erle­digt!

GESCHLOSSEN!

Wir haben es geschafft! Wir sitzen fest.

Genau wie ich gesagt habe. „Ich will nicht, dass ein einziger Migrant aus Brüssel bestellt wird. Wir werden selbst entscheiden, wer hier lebt und arbeitet.“ Das habe ich vor der Land­tags­wahl 2016 auf meine Plakat­wände geschrieben.

Aber ich habe es schon lange vorher gesagt.

Damals, im Jahr 2015, habe ich eine Sache getan. Und ich glaube, ich war damals der Einzige. Ich habe mir eine Euro­pa­karte ange­sehen. Es war klar. Die Migranten werden über das Mittel­meer nach Europa strömen. Orga­ni­sierte Akti­vität. Schmuggler. Ein Milli­arden-Euro-Geschäft. Dabei ging es nie um die Ärmsten, sondern um dieje­nigen, die das Geld haben, um die Schmuggler zu bezahlen.

Jeder euro­päi­sche Poli­tiker könnte eine Geogra­fie­stunde gebrau­chen. Er würde dann logi­scher­weise sehen, dass Europa entlang der gesamten Südküste, aber auch auf dem Land entlang der unga­ri­schen Grenze geschützt werden muss. Dort beginnt unser gemein­samer Raum. Es heißt natür­lich Schengen, aber ich erkläre es den Leuten als das Dorf von Asterix, dem aus den fran­zö­si­schen Comics und Filmen. Ganz einfach, unsere Wohnung, die wir gemeinsam schützen. Deshalb habe ich am 25. August 2015 die Euro­päi­sche Union aufge­for­dert, Schengen zu schließen.

Finden Sie das Video

Ein paar Worte von Andrej Babiš zur Flüchtlingssituation

Und am 9. September 2015 habe ich den Gene­ral­se­kretär der NATO aufge­for­dert, dass das Nord­at­lan­ti­sche Bündnis seine mili­tä­ri­sche Macht gegen Menschen­schmuggler im Mittel­meer einsetzt. Schließ­lich hatte er das schon sechs Jahre zuvor im Kampf gegen soma­li­sche Piraten geübt. Und die Menschen­schmuggler sind die gleiche Bande. Orga­ni­sierte Krimi­nelle. Und gewalttätig.

Finden Sie das Video:

Der Appell von Andrej Babiš an den NATO-Generalsekretär

Ich habe deut­lich gemacht, dass Europa handeln muss. Zu Hause, aber vor allem in Flücht­lings­län­dern, was ich auch im November 2017 auf US CNN deut­lich gemacht habe.

Wir müssen die Migra­tion außer­halb Europas angehen. Wir müssen sie in Syrien, in Libyen und in den Ländern, in denen diese Menschen geboren wurden, bekämpfen. Wir sollten ihnen dort helfen, zu Hause zu bleiben.

Und ein Jahr später schrieb ich Ihnen dies.

Ich wage zu behaupten, dass dies die Idee hinter meiner, wie ich es nenne, Anti-Einwan­de­rungs-Diplo­matie ist. Menschen aufklären, ihnen dort helfen, wo sie herkommen. Ihnen beizu­bringen, dass sie sich um ihr Land kümmern. Ich versuche schon seit Jahren, diese Dinge zu sagen und zu fördern.

Helfen Sie genau dort, wo die Hilfe am meisten gebraucht wird. Ich habe das in Italien, Malta, Ungarn, Deutsch­land und Öster­reich gemacht.

Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir Kindern am Ort der Geburt helfen sollten. Wo sie wohnen. Sie sind trau­ma­ti­siert, sie müssen umfas­send behan­delt werden, und es geht sicher nicht darum, sie zu Tsche­chen umzu­er­ziehen. Ich bin nicht der Meinung, dass der Staat diese Kinder aufnehmen, in unsere Waisen­häuser stecken oder sie in Pfle­ge­fa­mi­lien unter­bringen sollte.

Viel­leicht habe ich bewiesen, dass ich es ernst meine, indem ich syri­schen Kindern persön­lich geholfen habe, als ich 2016 435 000 CZK an das Tsche­chi­sche Rote Kreuz gespendet habe, um ein Dialy­se­gerät und andere notwen­dige Ausrüs­tung zu kaufen. Das Gerät war für die Rettung von syri­schen Kindern vorge­sehen. Und ich habe eine Million Kronen an christ­liche Waisen­häuser in Syrien geschickt. Fotos finden Sie ein wenig weiter unten in diesem Buch.

Ich habe auch gesagt, dass wir nicht gegen Menschen kämpfen, die vor dem Krieg fliehen. Dies ist ein Krieg gegen Schmuggler. Ein Stopp der ille­galen Migra­tion ist die einzige Möglich­keit, Europa zu schützen. Und auch, wie man die Flücht­linge selbst schützt, denen die Schleuser ein ganzes Leben lang Erspar­nisse entlo­cken, um sie dann in einem Schlauch­boot mitten auf das Meer zu schieben und sie auszu­setzen, wenn sie einen Deal mit einer NGO machen.

Ich verspreche, in Brüssel dafür zu kämpfen, die ille­gale Migra­tion zu stoppen und die Migra­ti­ons­krise außer­halb Europas zu lösen. Wir werden niemals ille­gale Migranten auf unserem Terri­to­rium zulassen und wir werden niemals der Vertei­lung von Migranten nach vorge­schrie­benen Quoten zustimmen.

Das habe ich 2017 in meinen Vertrag mit den Wählern geschrieben.

Und genau das habe ich getan.

Am 29. Juni 2018 haben Viktor Orbán und ich die Quoten um vier Uhr morgens gestoppt.

Haben Sie sich jemals gefragt, was passiert wäre, wenn wir das nicht getan hätten?

EIN KATASTROPHENSZENARIO

Lassen Sie mich Ihnen sagen. Sitzen Sie? Wenn nicht, setzen Sie sich jetzt. Viel­leicht etwas Schär­feres nehmen. Was immer Sie wollen.

Also. Wenn wir die Quoten nicht erreicht hätten, wären 2.978 zuerst nach Tsche­chien gekommen.

Ja, 2.978 Migranten.

Sie sagen, es sei eine einma­lige Sache.

Ja, klar.

Aber in dem Moment, in dem wir die Entschei­dung des Euro­päi­schen Rates abni­cken und die Quote erfüllen, würde nichts mehr verhin­dern, dass sich das gleiche Prinzip immer wieder wieder­holt. Neu und neu.

Wir müssten absolut jeden aufnehmen, den die Beamten aus Grie­chen­land und Italien oder aus Brüssel uns auftragen. Und nein, wir werden nicht aufhören. Das ist aber noch nicht alles. Bei ille­galen Migranten würden wir weder ihr wirk­li­ches Herkunfts­land, noch ihren rich­tigen Namen, noch ihr Alter, noch ihre Absichten kennen. Tatsäch­lich sagen uns ihre Doku­mente über­haupt nichts, denn sie enthalten entweder nur das, was sie selbst in den Haft­an­stalten berichten, oder sie sind gefälscht. Viele Migranten sind ohne Doku­mente nach Grie­chen­land und Italien gekommen, so dass wir nichts über sie wissen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es Fälle gegeben hat, in denen ein Migrant mehrere Doku­mente mit unter­schied­li­chen Namen hatte.

Jeder wusste das. Auch die tsche­chi­schen Abgeordneten.

Dennoch haben drei von ihnen für Quoten gestimmt.

Sie haben für etwas gestimmt, das man in Brüssel „auto­ma­ti­sche Umver­tei­lung“ nennt.

Können Sie sich das vorstellen? Können Sie das nicht?

DAS SCHLIMMSTE DER MIGRATION

Schneiden. Silvester 2015. Köln. Dies ist die Szene eines kleinen Trai­lers über Migra­tion. Sie werden sich erin­nern, dass eine Million Migranten nach Deutsch­land gekommen sind. Und wie sah es in der Silves­ter­nacht aus?

Dies ist, was die News schrieb:

Köln erlebte in der Silves­ter­nacht eine Welle von sexu­ellen Über­griffen und Dieb­stählen durch Migranten

Die Polizei in Köln beschäf­tigt sich mit einem Groß­fall von sexu­ellen Über­griffen und Dieb­stählen in der Silves­ter­nacht mit mindes­tens achtzig Opfern. Die Angriffe wurden von großen Gruppen von Männern mit arabi­schem und nord­afri­ka­ni­schem Aussehen verübt. Etwa tausend junge Männer arabi­schen Ausse­hens, nach Angaben von Zeugen und Poli­zei­be­amten. Aus dieser Menge lösten sich dann Gruppen von 20 bis 100 Personen und umzin­gelten, beraubten und beläs­tigten die Frauen. Sexu­elle Straf­taten in massivem Ausmaß und Verge­wal­ti­gungen. Anschlie­ßend raubten die Angreifer ihren Opfern Handys, Hand­ta­schen oder Geld­börsen. Mindes­tens 15 Frauen wurden sexuell beläs­tigt. Einige der von der „Welt“ zitierten Frauen sagten, die Männer hätten sie am ganzen Körper betatscht. „Plötz­lich spürte ich eine Hand auf meinem Gesäß, dann auf meinen Brüsten, und schließ­lich wurde ich überall betatscht“, sagte eine Frau.

Viel­leicht haben Sie erlebt, dass Sie auf der Straße aggressiv behan­delt oder ausge­raubt wurden. Das Gefühl, schmutzig und entehrt zu sein, haftet an Ihnen und kann nicht wegge­wa­schen werden. Es spielt keine Rolle, welcher Rasse oder welchem Glauben die Person ange­hört, die es verur­sacht hat. Die Psyche braucht Zeit, um sie abzu­schüt­teln. Stellen Sie sich nun vor, dass jemand Sie sexuell angreift. Ein ganzer Haufen von Verge­wal­ti­gern. Sie haben keine Möglich­keit, sich zu wehren oder um Hilfe zu rufen. Deutsch­land­weit traf es in dieser Nacht mehr als 1.200 Frauen in mindes­tens 12 Städten.

Das nennt man „selbst fühlen“. Was? Das völlig undurch­dachte, unsin­nige „System“ der Aufnahme von Migranten.

Es gab viele Fälle in den Medien, in denen z. B. ein 30-jähriger Mann aus Afgha­ni­stan seine Doku­mente wegwarf und sich als minder­jäh­riger Syrer ausgab, der vor dem Krieg floh.

Hat ihn jemand untersucht?

Nein, warum?

Sie haben ihm einfach neue Papiere „auf gutes Wort“ ausgestellt.

Mit einem Namen, den er erfunden hat.

Mit einem Land, über das er gelogen hatte.

Mit zuneh­mendem Alter verän­derte er sich nach Belieben.

Plötz­lich haben wir statt eines Mannes in voller Montur einen kleinen Kriegs­flücht­ling. Es ist wahr: Beamte irgendwo in Grie­chen­land oder Sizi­lien schreiben fast alles, was sie hören, in die Papiere der Leute und lassen sie ins Land. Sie fühlen sich nicht verant­wort­lich für das, was diese Person ein paar hundert Kilo­meter entfernt tun könnte. Sie sind einfach gut.

Alle diese Aktionen haben tragi­sche Folgen. Es ist viel über den Terro­rismus in West­eu­ropa gesagt und geschrieben worden, wo man sein Weih­nachts­ge­bräu zwischen Beton­sperren schlürft. Aber wir haben auch eine sehr trau­rige Geschichte, die nicht hätte passieren müssen.

SIE SIND HIER

Abdallah Ibrahim Diallo, ein Migrant unklarer Herkunft, wahr­schein­lich ein Spinner und sicher ein Sexu­al­straf­täter, kam mit dem Zug aus Deutsch­land zu uns. Er verge­wal­tigte ein 16-jähriges Mädchen in der Nähe von Litoměřice. All dies ist geschehen, weil Europa seine Grenzen nicht über­wacht. Niemand wird diesem Mädchen ein normales Leben geben. Verstehen Sie jetzt? Wenn wir einmal nach­geben, gibt es kein Zurück mehr, und es wird immer mehr Fälle wie diesen geben. Lassen Sie sich nicht einreden, dass „Tsche­chen auch verge­wal­tigen“ und dass ich ein Migrant bin. Ich spreche von dem Mädchen und ihrem Leid, das bei einem Schengen-Schutz gar nicht hätte passieren müssen.

In Grie­chen­land und der Türkei werden Migranten weiterhin mit falschen Papieren ausge­stattet. Sie ziehen es vor, vor allem ihr Herkunfts­land zu wech­seln. Dieje­nigen, die z. B. über Grie­chen­land kamen, gaben sich gerne als Syrer aus, in der Annahme, dass sie so leichter Asyl erhalten würden. Aber tatsäch­lich kamen viele von ihnen zum Beispiel aus Afgha­ni­stan. Und die Verän­de­rung des Alters? Dies ist wiederum inso­fern von Vorteil, als dass Kinder und Minder­jäh­rige als schutz­be­dürf­tige Personen behan­delt werden, die vorrangig behan­delt werden sollten.

Warum also scheren sich die Beamten dort nicht darum? Bestechungs­gelder? Schieres Desin­ter­esse? Die Türkei hatte 2 Millionen Migranten auf ihrem Terri­to­rium, zumin­dest nach offi­zi­ellen Schät­zungen. Was es nicht hatte, war der Wille, sie auf seinem Terri­to­rium zu halten. Erst nach dem Abkommen mit der Euro­päi­schen Union wurde es besser. Und vor allem nach den Milli­arden Euro, die der Türkei von der Euro­päi­schen Union verspro­chen und gezahlt wurden.

Ich sage immer wieder, dass wir die Kontrolle über die Migra­tion in unser Land haben wollen. Es werden KEINE Leute kommen, in deren Papieren nichts steht. Wir kennen ihren wirk­li­chen Namen, ihr Alter und ihre Herkunft nicht, aber wir kennen auch nicht ihre wirk­li­chen Absichten. Sie mit offenen Armen zu empfangen, wie einige andere Länder, wäre eine abso­lute Katastrophe.

Die Massen­mi­gra­tion bringt nicht nur die Gefahr des Terro­rismus mit sich. Krimi­na­lität, soziale Span­nungen, finan­zi­elle Kosten. Zu all dem kam im letzten Jahr noch das Coro­na­virus hinzu. Eine Migra­ti­ons­welle würde die Pandemie nur verschlim­mern. Während der schlimmsten Phase der Pandemie schlossen sich die euro­päi­schen Länder natür­lich, und damit auch die Außen­grenzen der Euro­päi­schen Union. Der Schutz der Bevöl­ke­rung muss weiterhin im Vorder­grund stehen. Die künst­liche Verle­gung von Tausenden oder gar Zehn­tau­senden von Menschen quer durch Europa im Rahmen einer Umver­tei­lung würde die nächste Welle der Pandemie noch verschärfen.

Wenn es möglich ist, Grenzen wegen einer Pandemie zu schließen, warum dann nicht auch gegen eine unkon­trol­lier­bare Migrationswelle?

Die Migra­tion nach Europa steht im Zusam­men­hang mit den Unruhen, die in den Verei­nigten Staaten, Groß­bri­tan­nien, Frank­reich, Deutsch­land und anderen Ländern ausge­bro­chen sind. Sie zeigen, dass die Inte­gra­tion in den west­li­chen Ländern geschei­tert ist. Wer sagt, dass Inte­gra­tion die Massen­mi­gra­tion lösen wird, ist ein regel­rechter Narr.

In Brüssel gibt es den Stadt­teil Molen­beek, in dem 95 000 Menschen auf 6 Quadrat­ki­lo­me­tern leben. Es war Molen­beek, mit dem alle neun der im November 2015 bekannten Pariser Angreifer in Verbin­dung gebracht wurden. Zusammen haben sie 130 Menschen getötet.

März 2016, Bombe am Flug­hafen Brüssel und in der Metro­sta­tion Maelbeek?

All dies, einschließ­lich des Massa­kers im Pariser Club Bata­clan, wurde von Salah Abdeslam geplant, der in Molen­beek aufge­wachsen ist.

Der Anschlag auf Charlie Hebdo wurde mit Waffen ausge­führt, die in Molen­beek erworben wurden. Und, wie Charles Michel, der dama­lige belgi­sche Premier­mi­nister und heutige Präsi­dent des Euro­päi­schen Rates, sagte: „Fast jedes Mal, wenn es einen Terror­an­schlag gibt, gibt es eine Verbin­dung zu Molenbeek“.

Sie wissen wahr­schein­lich, dass einer der häufigsten Namen für neuge­bo­rene Jungen in England Mohammed ist. Ganz zu schweigen von der Duldung der Kinderehe in Deutsch­land, der Poly­gamie in Frank­reich oder dem Betrieb von isla­mi­schen Paral­lel­ge­richten in Großbritannien.

Und über Terroranschläge?

November 2015. Eine Serie von Anschlägen in Paris. 138 Tote, 413 Verletzte.

Juli 2016. LKW-Anschlag auf der Prome­nade in Nizza. 87 Tote, 434 Verletzte.

Dezember 2016. Lkw-Anschlag auf Weih­nachts­märkte in Berlin. 12 Tote, 56 Verletzte. In diesem Moment starb Nadia Cizmar. Tsche­chisch. Unser Bürger. Sie wird von ihrem fünf­jäh­rigen Sohn überlebt.

Mai 2017. Selbst­mord­at­ten­täter in Manchester. 23 Tote, 250 Verletzte.

Dezember 2018: Ein isla­mi­scher Extre­mist schießt mit „Allahu akbar“-Rufen auf Menschen auf dem Weih­nachts­markt in Straß­burg und greift auch mit einem Messer an. 5 Tote. Ein tsche­chi­scher Mann war eben­falls in der Nähe, blieb aber glück­li­cher­weise unverletzt.

Oktober 2019: Ein radi­ka­li­sierter Poli­zist ersticht sechs seiner Kollegen im Dienst im Zentrum von Paris. Vier von ihnen sterben.

Oktober 2020. Drei Tote und mehrere Verletzte in Nizza. Eine Frau wird von ihrem Angreifer enthauptet.

Wiederum im Oktober 2020 schneidet ein 18-jähriger Tsche­tschene in Paris einem Lehrer den Kopf ab, der Schü­lern einen Vortrag über Meinungs­frei­heit hielt und ihnen Kari­ka­turen des Propheten Mohammed zeigte.

Dies ist nur eine Liste der letzten Jahre. Deshalb die Beton­bar­rieren um die Stände. Deshalb auch die Patrouillen mit bedroh­li­chen Maschi­nen­ge­wehr­läufen auf den Straßen der alten Städte. Deshalb gibt es auch überall Sicher­heits­rahmen. Das ist der Grund, warum sich Frauen im Westen auf manchen Straßen euro­päi­scher Städte nicht sicher fühlen.

Ich höre manchmal, dass die Unzu­frie­den­heit der Migran­ten­ge­mein­schaften darauf zurück­zu­führen ist, dass die Mehr­heits­be­völ­ke­rung im Westen ihnen gegen­über rassis­tisch ist.

Schwach­sinn.

Die Unzu­frie­den­heit ist eher auf die Armut zurück­zu­führen, in der Einwan­derer ohne Bildung und Quali­fi­ka­tion zwangs­läufig leben. Außerdem, wie wollen Sie all diese Leute konse­quent inte­grieren? Ihnen die Sprache beibringen und sie jahre­lang auf unsere Kosten ausbilden? Das ist nicht möglich, es schafft nur zukünf­tige Probleme zwischen den Gemein­schaften der Ausländer und der Gesell­schaft, die sie aufge­nommen hat.

DIE MIGRATION HÄLT NICHT AN

Januar 2021. In diesem Januar wurde entdeckt, dass Schmuggler ein neues Einfallstor nach Europa gefunden hatten. Zypern. Selbst im Verhältnis zu seiner einhei­mi­schen Bevöl­ke­rung hat Zypern die meisten Migranten aller Länder der Euro­päi­schen Union. Die dortigen Sicher­heits­be­hörden fingen ein Boot mit 55 Flücht­lingen an Bord vor dem Südosten der Insel ab. Nachdem sie alle auf das Coro­na­virus getestet worden waren, wurden sie in ein Aufnah­me­zen­trum gebracht. Aber sie platzen aus allen Nähten.

März 2021. Die Polizei fand Migranten in neuen Autos, die auf Last­wagen der D1 geladen waren. Die beiden hatten weder ein Reise­do­ku­ment noch eine Reise­ge­neh­mi­gung, legten aber beide ein anderes Doku­ment vor. Es waren ein 23-jähriger Mann und ein 16-jähriger junger Mann aus Afghanistan.

Mai 2021. 6 000 Migranten aus Marokko kamen an einem einzigen Tag in der spani­schen Stadt Ceuta an. Sie klet­tern über einen 10 Meter hohen Zaun und versu­chen, die Grenze in Schlauch­booten zu umrunden. Der spani­sche Premier­mi­nister Pedro Sanchez sprach von einer „schweren Krise für Spanien und Europa“.

Es war wieder Mai 2021: Zwei Migranten aus Marokko, die 1997 und 1992 mit einem Last­wagen in die Tsche­chi­sche Repu­blik gekommen waren, läuteten am Abend für die Bewohner von Soutice in der Region Benešov. Undo­ku­men­tiert, versteht sich.

Juni 2021. Die Polizei stürmt das Lager in Calais, der Kampf der Migranten war der letzte Stroh­halm. Die fran­zö­si­sche Polizei hat nach einem Beschluss der Behörden am Freitag ein behelfs­mä­ßiges Zelt­lager in Calais geräumt, in dem 500 Migranten lebten. „Diese Beset­zung hat eine ernst­hafte Störung der öffent­li­chen Ordnung und des öffent­li­chen Frie­dens verur­sacht, insbe­son­dere für 50 Fami­lien aus der Umge­bung“, begrün­dete die Präfektur ihre Entschei­dung und verwies auch auf eska­lie­rende Probleme der öffent­li­chen Gesundheit.

Nur ein paar Fälle zur Erin­ne­rung. Und das sind nur die, von denen wir wissen.

Bereits im September letzten Jahres veröf­fent­lichte das Insti­tute for Econo­mics and Peace eine Studie, die besagt, dass Europa eine weitere und viel größere Migra­ti­ons­welle bevor­steht. Was wir 2015 und 2016 erlebt haben, war nichts im Vergleich zu dem, was nach Einschät­zung des Insti­tuts noch kommen wird. Eine Milli­arde Menschen werden in Bewe­gung sein. Sie werden vor Dürre, Hunger und poli­ti­scher Insta­bi­lität fliehen, vor allem in Afrika südlich der Sahara. Um sie alle in Europa unter­zu­bringen? Nicht einmal ein Verrückter könnte so etwas ernst meinen. Die einzige Lösung ist, die Grenzen zu vertei­digen und gleich­zeitig direkt in Afrika, im Nahen Osten, in Asien zu helfen. Genau dort, wo die Probleme geboren werden.

Wie der Dalai Lama sagte: „Europa gehört den Euro­päern. Migranten, geht zurück nach Hause und baut eure Häuser wieder auf.‘

Er hatte natür­lich Recht.

Europa nimmt Tausende von Migranten auf. Aber die Menschen, die hier ehrlich arbeiten, ihre Steuern zahlen, Geld verdienen und wieder nach Hause zurück­kehren wollen, bekommen von den Büro­kraten die Stöcke unter die Füße geworfen. Es handelt sich nicht nur um Bauar­beiter, sondern auch um hoch­qua­li­fi­zierte Personen wie Kran­ken­schwes­tern und Ärzte.

Ande­rer­seits können wir dieje­nigen nicht abschieben, die illegal, ohne Erlaubnis und ohne Doku­mente kommen und um Asyl bitten, so dass die euro­päi­schen Beamten schließ­lich aufgeben und ihren Aufent­halt lega­li­sieren. Deutsch­land hat die Insti­tu­tion der Duldung einge­führt, die Nieder­lande verkünden eine Aufenthaltsamnestie.

Absurd.

Däne­mark hat eine inter­es­sante Lösung. Es wird ein Anti-Migra­ti­ons­ge­setz vorbe­reitet. Es funk­tio­niert, indem Asyl­su­chende in ein anderes Land außer­halb Europas verwiesen werden. Am viel­ver­spre­chendsten ist der Deal mit Ruanda, aber es gibt auch Gespräche mit Tune­sien und Äthio­pien. Sicher, Menschen­rechts-NGOs beschweren sich, aber Minis­ter­prä­si­dentin Mette Frede­riksen ist klar. Sie will die Zahl der Asyl­an­träge auf Null reduzieren.

Auch Frank­reich ist entschlossen. Präsi­dent Emma­nuel Macron will die düstere Situa­tion angehen. Ende letzten Jahres hat er dem isla­mi­schen „Sepa­ra­tismus“ den Kampf ange­sagt. Er hat nicht vor, weiterhin darunter zu leiden, dass der radi­kale Islam auf fran­zö­si­schem Terri­to­rium eine Paral­lel­ge­sell­schaft schafft, die die fran­zö­si­schen Werte nicht teilt. Drücken Sie die Daumen.

Aber wir sind schlauer als das. Wir kennen uns aus. Die vermeint­liche Moral der offenen Arme für ille­gale Migra­tion heute bedeutet die Bekämp­fung des isla­mi­schen Sepa­ra­tismus in 10 Jahren.

Das einzige Land, das seit Beginn der Migra­ti­ons­welle einen kühlen Kopf bewahrt und die Schengen-Regeln, auf die wir uns alle geei­nigt haben, befolgt hat, ist Ungarn.

Also. Wir haben Quoten abge­lehnt, aber wird das ausrei­chen, damit wir uns sicher fühlen? Sicher vor den Ideen, die aus Brüssel kommen, wie Migra­ti­ons­quoten oder Zwangs­so­li­da­rität, aber auch sicher vor dem, was sich die fort­schritt­li­chen linken Parteien in unserem Land einfallen lassen werden. Wie ‚verant­wor­tungs­volle Migrationslösungen‘.

Hinzu kommt natür­lich die Gefahr, dass Deutsch­land seine Grenzen schließt. Deshalb habe ich damit begonnen, unsere Nach­rich­ten­dienstler damit zu beauf­tragen, sich auf das Sammeln von Infor­ma­tionen zu konzen­trieren, die in Asyl­ver­fahren nütz­lich sind, und unsere Nach­rich­ten­dienste und Poli­zei­kräfte dazu zu bringen, sich inten­siver mit dieser Bedro­hung zu befassen und zusam­men­zu­ar­beiten und nicht neidisch aufein­ander zu sein. Wir werden diese Infor­ma­tionen in der EU im Kampf gegen Quoten und gegen die Umver­tei­lung von ille­galen Migranten einsetzen.

Wissen Sie, woran man einen ille­galen Migranten am zuver­läs­sigsten von einem wirk­lich Verfolgten unter­scheiden kann? Dieje­nigen, die wirk­lich gefährdet sind, fliehen meist nur in siche­rere Gebiete des eigenen Landes oder in ein Nach­bar­land. Und ihnen muss geholfen werden, damit sie sicher nach Hause zurück­kehren können. Dieje­nigen, die nach Europa kommen, fliehen nicht vor etwas, sie sind auf der Suche nach etwas. Richtig, für etwas Besseres.

Neben einem effek­ti­veren Schutz der Außen­grenzen, über den ich Ihnen bereits geschrieben habe, muss Europa auch eine massive Infor­ma­ti­ons­kam­pagne in den Ländern starten, aus denen die Migranten zu uns kommen. Wir müssen den Menschen dort erklären, dass das Leben in Europa nicht so einfach sein wird, wie sie denken. Dass es eine Lüge ist, wenn Verwandte, die vor sechs Monaten nach Europa gekommen sind, ihnen Bilder von sich neben Luxus­autos schi­cken. Es ist einfach so, dass, wenn der EU-Botschafter im ägyp­ti­schen Fern­sehen sagt, dass die Asyl­su­chenden rigoros über­prüft werden, die meisten abge­lehnt und konse­quent zurück­ge­schickt werden, es unsere euro­päi­schen Kassen weniger kostet, als wir jetzt der Türkei geben, um die Migranten fest­zu­halten. Wir werden viele Menschen von der gefähr­li­chen Reise in einen falschen Traum abhalten.

Wenn andere euro­päi­sche Länder Migranten aufnehmen wollen, dann tun Sie das bitte. Aber wenn sie der Meinung sind, dass die Migranten wirk­lich verfolgt werden, warum geben sie ihnen dann nicht inter­na­tio­nalen Schutz, d.h. vorüber­ge­hendes Asyl, bis sich die Situa­tion in ihrem Heimat­land verbes­sert und sie zurück­kehren können?

Inte­gra­ti­ons­pro­gramme für Migranten müssen verpflich­tend sein, nicht wie bisher frei­willig. Wir können alle sehen, dass dies nicht funk­tio­niert. Wer die Sprache nicht lernt, die Grund­werte nicht versteht und sie nicht ehrt, kann in Europa keine dauer­hafte Heimat haben. Zeitraum.

Klar, wir sind soli­da­risch, wir werden dort, wo sie fliehen, mit unserem Geld, unserem Know-how helfen. Viel­leicht unsere Leute. Aber wenn ich etwas dazu sagen darf: Wir wollen und werden keine ille­galen Migranten aufnehmen. Niemals. Wir werden selbst entscheiden, wer bei uns wohnen wird. Wir müssen uns um unsere Leute kümmern. Wir können die Welt nicht retten. Es tut mir leid.

Wir haben Quoten abge­lehnt, das nächste Mal müssen wir noch vorsich­tiger und besser vorbe­reitet sein. Was ist, wenn Brüssel und andere euro­päi­sche Poli­tiker die Hände in den Schoß legen, wenn es wieder schwierig wird?

Sind Sie besorgt?

Ich bin. Vor allem darüber, dass die Piraten unser Land über­nommen haben.

Sie haben eindeutig kein Problem mit Migranten, wie Ivan Bartos selbst bestä­tigt, der 2009 sagte: „Ich wünschte, die Welt wäre wirk­lich gren­zenlos. Migra­tion ist eine natür­liche Sache. Wenn Europa, wie wir es bereits in Frank­reich und Deutsch­land sehen, in zehn bis fünf­zehn Jahren musli­misch sein soll, habe ich kein Problem damit.“

Sicher, heute lautet die Entschul­di­gung, dass es eine jugend­liche Indis­kre­tion war. Er war zu diesem Zeit­punkt 29 Jahre alt. Man hätte ihm glauben können. Aber dafür, dass er 2016 an einer Demons­tra­tion teil­nahm, die Flücht­linge in Tsche­chien will­kommen hieß.

Ganz zu schweigen von den Abge­ord­neten der Piraten. Im Jahr 2019 stimmten sie für eine Reso­lu­tion zu Rettungs­ak­tionen im Mittel­meer, die nicht nur die NGOs unter­stützen sollte, die Migranten vor der afri­ka­ni­schen Küste jagen, sondern auch damit beginnen sollte, sie aus Lagern in Libyen direkt in Länder der Euro­päi­schen Union zu fliegen. Wer war dafür? Piraten Markéta Grego­rová, Marcel Kolaja und Mikuláš Peksa.

Ist es da ein Wunder, dass die Piraten die Verab­schie­dung des UN Global Compact on Migra­tion fordern? Meine Regie­rung hat ihn abge­lehnt, weil wir sehr wohl wissen, dass der Pakt die Unter­schei­dung zwischen ille­galer und legaler Migra­tion verwischt, den Wunsch, sich in einem anderen Land nieder­zu­lassen, zu einem Menschen­recht erhebt und Migranten sogar die gleiche soziale Sicher­heit und die glei­chen Leis­tungen wie Bürgern gewährt.

Dass die Piraten auf die frei­wil­lige Aufnahme von Migranten setzen, zeigt ihr „Gutachten zur Migra­tion 2020“ vom vergan­genen November, das sie nun ebenso strei­chen möchten wie ihr Gerede von Poly­amorie. „Die tsche­chi­sche Regie­rung sollte den Mut haben, Soli­da­rität nicht nur in Worten, sondern auch in der Praxis zu zeigen, zum Beispiel durch die frei­wil­lige Umsied­lung einer ange­mes­senen Anzahl von Asyl­be­wer­bern oder die direkte Umsied­lung von Asyl­be­wer­bern aus Kriegsgebieten.“

Wenn ich das Wort „anteilig“ höre, denke ich sofort an das Märchen „Es war einmal“, wo Jan Werich und Vlasta Burian Hefe in den Teig werfen. Jeder Tscheche weiß, was bei einem solchen „vernünftig, vernünftig“ heraus­kommen kann.

Die Piraten spre­chen bewusst nicht über die frei­wil­lige Aufnahme von Migranten und versu­chen abzu­lenken, indem sie behaupten, dass sie Zwangs­quoten ablehnen. Ich wünschte, sie hätten es nicht getan, als ich sie mit Viktor Orbán aufhielt.

Und schließ­lich, viel­leicht das Erns­teste von allem. Die Piraten drängen darauf, dass nicht die tsche­chi­sche Regie­rung, sondern Brüs­seler Büro­kraten über die Migra­tion entscheiden sollen. In ihrer Posi­tion zur Migra­tion fordern sie eine Auswei­tung der Befug­nisse der EU-Asylagentur, eine einheit­liche euro­päi­sche Lösung und gegen­sei­tige Soli­da­rität oder einen Umver­tei­lungs­me­cha­nismus und befür­worten sogar einen „posi­tiven Anreiz“ zur frei­wil­ligen Aufnahme von einigen Asyl­be­wer­bern oder Geld für Flüchtlinge.

Darüber hinaus rechnen die Piraten damit, dass die Menschen aufge­klärt werden müssen. „Die Zusam­men­ar­beit mit der Mehr­heits­ge­sell­schaft und die Förde­rung ihrer Offen­heit gegen­über Unter­schieden, d.h. die Verhin­de­rung von Hass­reden und Diskri­mi­nie­rung nicht nur von Auslän­dern, sollte nicht außer Acht gelassen werden“, schreiben sie.

Gemeinsam mit STAN bezeichnen die Piraten das Ganze als „verant­wor­tungs­volle Lösung für die Migra­tion“. In Wirk­lich­keit handelt es sich jedoch um eine Politik, die die kultu­relle Land­schaft unseres gesamten Landes bis zur Unkennt­lich­keit umschreiben und unsere Kinder und Enkel­kinder in ihrem eigenen Land in die Minder­heit bringen könnte. Und, natür­lich, in Gefahr.

Es ist offen­sicht­lich, wohin die Piraten dieses Land führen würden, wenn, Gott bewahre, sie es führen würden.

Ich denke, das ist klar.

Wir müssen uns vertei­digen. Hart und kompromisslos.

Ich bin sicher, dass Sie sich jetzt alle wundern.

Was passiert nach der Wahl?

Wie werden wir unser Land sichern?

Selbst meine größten Kritiker erkennen an, dass ich in den letzten vier Jahren als Premier­mi­nister nicht nach­ge­lassen habe. Aber es gibt viele Dinge, die ich Ihnen nicht sagen konnte. Sie wussten gerade von mir, dass wir das acht­si­cherste Land der Welt sind. Aber das ist mir nicht genug, ich denke, wir sollten noch ehrgei­ziger sein.

Wir beginnen mit der Armee und ihren neuen Projekten. Ich habe sie bis jetzt verschwiegen, deshalb kann ich sie Ihnen jetzt präsentieren.

PETR

Ich möchte Ihnen einen jungen Mann vorstellen. Er ist 33 Jahre alt und sein Name ist Peter. Peter Matthäus.

Er ist ein Soldat der tsche­chi­schen Armee. Und wenn ich darf, würde ich gerne zitieren, was der Weekly Spike über ihn schrieb:

Während seines Studiums an einer Mili­tär­aka­demie absol­vierte er einen äußerst anspruchs­vollen Über­le­bens­kurs der Frem­den­le­gion in Fran­zö­sisch-Guayana, trat dann in die Spezi­al­ein­heiten der tsche­chi­schen Armee (damals unter dem Mili­tä­ri­schen Nach­rich­ten­dienst) ein und absol­vierte während zehn Jahren vier Einsätze in Afgha­ni­stan und zwei weitere Opera­tionen in Afrika, wo er in verschie­denen Funk­tionen vom einfa­chen Operator bis zum Opera­ti­ons­ko­or­di­nator im Obersten Haupt­quar­tier der Alli­ierten Spezi­al­ein­heiten NSOCC‑A diente. Er hat zwei pres­ti­ge­träch­tige Ausbil­dungs­pro­gramme in Applied Secu­rity Studies und Cyber Secu­rity Studies an der George C. Marshall Euro­pean Center in Deutschland.

Gerüchten zufolge, die in der Mili­tär­ge­meinde kursieren, leitete er die Opera­tion, die die Täter und Draht­zieher des tödli­chen Angriffs auf unsere Soldaten im Jahr 2018 fest­nahm oder elimi­nierte. Peter Matouš weigert sich, Fragen zu diesem Thema zu beant­worten, konkrete Details zu Einsätzen sind geheim.

Auf die Frage, welche Auszeich­nungen er am meisten zu schätzen weiß, antwor­tete er, dass seine Familie seine größte Auszeich­nung ist. Er erwartet sein viertes Kind. Danach kann es das Verdienst­kreuz des Vertei­di­gungs­mi­nis­ters für die Rettung eines Lebens oder für Kampf­ein­sätze in Afgha­ni­stan sein.

Pavel Páral, Hrot Wochenzeitung

Petr ist eine der besten Perso­nal­ent­schei­dungen, die ich je in der Politik getroffen habe. Ich habe ihn sogar zu meinem Mili­tär­at­taché ernannt, um direkt mit dem Militär zu inter­agieren. Unver­fälschte und unvor­ein­ge­nom­mene Infor­ma­tionen von Soldaten auf allen Ebenen mit seinem abso­luten Insider-Kommentar zu bekommen, ist für mich essen­tiell, ich bin sicher, Sie verstehen das.

Unser Militär ist für uns lebens­wichtig und wir schätzen es. Ich möchte Sie nicht vor den Kopf stoßen, aber bevor ich Ihnen erzähle, welche neuen Projekte in der Pipe­line sind, nur ein kleiner Beweis dafür, was unsere Soldaten für uns tun.

Die Armee der Tsche­chi­schen Repu­blik. Spre­chen Sie es laut aus. Mit Stolz.

Ich ehre und bewun­dere unser Militär. Der enorme Einsatz und die Hilfe unserer Soldaten während der Covid-19-Epidemie hat ihre Glaub­wür­dig­keit bei unserem Volk weiter erhöht. Im September 2020 vertrauten 75 Prozent der Bürger unserem Militär, der höchste Wert seit 1994. Es gibt einfach nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste.

DAS MILITÄR IST VERLÄSSLICH

Achten Sie darauf, der Army auf Face­book und Twitter zu folgen. Wie man heute unter jungen Leuten sagt, ist es ein „Herzens­bre­cher“. Die Armee hat uns immer geholfen. Wann auch immer. Mit Grenz­si­che­rung. Ohne sie gäbe es kein Smart Quaran­tine-System. Über­schwem­mungen. Jeder weiß das. Unsere groß­ar­tigen Soldaten helfen in Kran­ken­häu­sern, sozialen Einrich­tungen und Kinder­heimen im ganzen Land.

Wie sieht es im Ausland aus? Wir erfüllen die Verpflich­tungen der Verbün­deten. Und unsere Verbün­deten respek­tieren uns. Für die Arbeit, die wir bei Lang­zeit­mis­sionen leisten. In Afgha­ni­stan. Im Irak. In Mali. Wir haben auch ein Mandat für die Auslands­ein­sätze 2021 bis 2022 verab­schiedet. Damit signa­li­sieren wir unseren Verbün­deten, dass man sich auf uns verlassen kann.

Wir bekämpfen den Terro­rismus. Die Tsche­chi­sche Repu­blik hat ihr Enga­ge­ment in Mali, Niger und Tschad gezeigt, wo sie sich der Kampf­gruppe Takuba ange­schlossen hat. Zu uns gesellen sich Belgien, Däne­mark, Estland, Frank­reich, Deutsch­land, die Nieder­lande, Norwegen, Portugal, Schweden und das Verei­nigte Königreich.

In Mali haben uns unsere Verbün­deten zum ersten Mal in der Geschichte die Leitung eines Auslands­ein­satzes übertragen.

Während wir hier zu Hause in der Tsche­chi­schen Repu­blik ruhig schlafen, setzen unsere Soldaten ihr Leben aufs Spiel. Überall auf der Welt. Die Soldaten selbst spre­chen nicht viel darüber. Sie tun es einfach.

WIR KÜMMERN UNS UM UNSERE SOLDATEN

Und jetzt möchte ich Ihnen erzählen, wie wir uns um unsere Soldaten kümmern. Es ist eine Aussage über die Arbeit unserer Regie­rung. Ja, ich weiß, Sie bekommen das jeden Sonntag von mir auf Face­book. Zwanzig Minuten Plau­derei am Stück. Dieser Bericht dauert jedoch nur wenige Minuten. Ich verspreche es.

Wir schätzen die Truppen. Deshalb haben wir ihnen eine Budget­erhö­hung gegeben wie niemandem vor uns. Die meisten in der Geschichte.

2018: Im Juni kam Vertei­di­gungs­mi­nister Lubomír Metnar und wir haben 30.000 Aufträge im Wert von 100 Mrd. CZK an unser Militär vergeben. Damit unsere Soldaten alles kaufen können, was sie brau­chen. Insbe­son­dere Geräte. Wir haben die Verträge perfekt durch­dacht, damit diese Einkäufe auch der tsche­chi­schen Wirt­schaft helfen. Nur um so viel Geld wie möglich zu Hause zu behalten. Das Ergebnis? Die über­wie­gende Mehr­heit, 97 % der Verträge im Wert von 70 Mrd., wurden mit unseren eigenen, tsche­chi­schen Firmen abge­schlossen. Und wenn der Liefe­rant aus dem Ausland kommt, bestehen wir immer auf einen Mindest­an­teil von 30 % tsche­chi­scher Industrie.

2019. Wir haben Verträge für Rüstung und Ausrüs­tung im Wert von 43 Mrd. CZK abge­schlossen. Die wich­tigsten? 12 Venom- und Viper-Hubschrauber, 8 mobile 3D-Radare MADR, 2 neue CASA-Flug­zeuge und 62 gepan­zerte Radfahr­zeuge TITUS.

2020. Verträge über mehr als 12 Milli­arden Kronen unter­zeichnet. Die Haupt­sache? 39.000 Hand­feu­er­waffen von Czech Arma­ments, 47.000 ballis­ti­sche Westen von STV, 2 Vera-NG passive Über­wa­chungs­sys­teme von Retia, 1.200 Toyota Hilux Gelän­de­wagen von Glomex, die Moder­ni­sie­rung von 33 T‑72M4CZ Panzern von VOP und die Moder­ni­sie­rung von 15 Mi-171 Hubschrau­bern von LOM.

Dieses Jahr? Drei große stra­te­gi­sche Einkäufe im Wert von geschätzten 68 Milli­arden Kronen. 52 155 mm Geschütze und 4 Batte­rien des SHORAD-Flugabwehrkomplexes.

Und was ich sehr schätze: Jedes Jahr schaffen wir es, die Einstel­lungs­ziele zu errei­chen, obwohl die Arbeits­lo­sig­keit in unserem Land niedrig ist. Ja, das ist richtig. Je weniger Arbeits­lose, desto schwie­riger ist es, wich­tige Stellen mit guten Leuten zu besetzen. Das Militär kann es schaffen. Zeitraum.

Kommen wir nun zu den harten Daten.

Wir haben in den letzten vier Jahren mehr für unsere Truppen gekauft als jede Regie­rung seit der Revo­lu­tion. Mehr als 1.200 Soldaten treten jedes Jahr in die Armee ein, darunter auch Studenten der Defense Univer­sity. Es gibt 3.400 Männer und Frauen in der aktiven Reserve, und das ist eine große Zahl. Sie bekommen neue Geräte.

So. Und kommen wir zu den bisher geheimen High-Tech-Projekten. Erin­nern Sie sich noch an die Milli­arde Migranten, die wissen­schaft­li­chen Studien zufolge unter­wegs sein werden?

Sie werden nicht hierher kommen. Wenn ich einen Einfluss habe.

Das neue stra­to­sphä­ri­sche Bild­ge­bungs­system unseres Mili­tärs wird uns dabei helfen. Unsere eigene.

STRATOM

Sie nennen es STRATOM. Merken Sie sich dieses Wort besser, denn Sie werden es immer öfter hören.

Jemand will die Grenzen der Tsche­chi­schen Repu­blik durch­bre­chen? Sind irgendwo feind­liche mili­tä­ri­sche Akti­vi­täten im Gange? Müssen wir die Person aufspüren und finden? Hat es eine Natur­ka­ta­strophe oder einen Indus­trie­un­fall gegeben?

STRATOM. Tsche­chi­scher Satellit. Eigent­lich ist es ein riesiger Luft­ballon. 32 mal 12 Meter, Gewicht 100 kg. Wir werden ihn 25 km über der Erdober­fläche plat­zieren. Es wird zur Beob­ach­tung von Boden­zielen einge­setzt und sieht mehr, als Sie sich vorstellen können.

Dieser eigene Satellit, tech­nisch gesehen ein Pseudo-Satellit, ist eine neue und völlig einzig­ar­tige Tech­no­logie, die auf der Welt ihres­glei­chen sucht. Es wird uns einen enormen opera­tiven Vorteil im Bereich der Bild­auf­klä­rung verschaffen. Das hilft natür­lich auch den tsche­chi­schen Firmen in der Raumfahrtindustrie.

Was kann es tun? Wir werden endlich unsere eigene, konti­nu­ier­liche Infor­ma­ti­ons­quelle über das von uns gewählte Gebiet haben. Viel­leicht über die Tsche­chi­sche Repu­blik oder das Einsatz­ge­biet unserer Armee­ein­heiten bei Auslands­ein­sätzen. Es kann Fotos und Videos aufnehmen. Jemand will illegal hierher einwan­dern? Vergessen Sie es. Außerdem kann er jede Mission von ein paar Monaten bis zu einem Jahr ohne Unter­bre­chung bedienen. Diese Kamera ist so schnell, dass sie eine Aufnahme zwischen Ostrava und Pilsen in nur 5 Sekunden umsetzen kann. Er kann auch als Kommu­ni­ka­ti­ons­kno­ten­punkt bei einem Ausfall der normalen Kommu­ni­ka­ti­ons­dienste und als Über­set­zungs­sta­tion für die auf der Erde empfan­genen Daten von Satel­li­ten­sys­temen dienen.

Und das ist noch nicht alles. Neben dem Schutz der natio­nalen Grenzen kann der Pseudo-Satellit auch zur Über­wa­chung von Gebieten einge­setzt werden, in denen sich Natur­ka­ta­stro­phen ereignet haben, zur Perso­nen­suche oder zur Unter­stüt­zung von Spezi­al­ein­heiten der Armee oder Polizei der Tsche­chi­schen Repu­blik oder von Mili­tär­kon­tin­genten im Ausland. Das alles kann STRATOM.

Diese Pseudo-Satel­liten sind welt­weit ein völlig neues Thema und die Tsche­chi­sche Repu­blik kann in diesem Bereich eine bedeu­tende Posi­tion einnehmen. Inner­halb der NATO kann unser Land durch die tsche­chi­sche Raum­fahrt­in­dus­trie zentrale Unter­stüt­zung, Produk­tion und Verkauf dieser Pseudo-Satel­liten an die Bünd­nis­partner leisten. Damit helfen wir tsche­chi­schen Unternehmen.

Starten Sie STRATOM? Genial einfach. Von einem Mili­tär­ge­lände aus, von einer mobilen Start­rampe, wo sie für den Flug vorbe­reitet wird. Inner­halb von Stunden wird es die Stra­to­sphäre erreichen.

Diese geniale, unab­hän­gige und jeder­zeit verfüg­bare Tech­no­logie wird bald einsatz­be­reit sein.

Wann? In zwei Jahren.

DIE TSCHECHISCHE FLAGGE IM WELTRAUM

Und das ist noch nicht alles. Jetzt werde ich Sie in den Welt­raum bringen. Nicht, dass wir nicht schon dort wären. Die tsche­chi­sche Flagge und die tsche­chi­sche Raum­fahrt­technik gibt es schon seit 40 Jahren. Und wir waren von Anfang an an der Spitze. Am 24. Oktober 1978 star­teten wir unseren aller­ersten Satel­liten, Magion 1, und schließ­lich gab es fünf davon.

Das Werk unserer tsche­chi­schen Hände ist im Orbit zu Hause. Jeder Junge ist stolz darauf. Jeder von uns Älteren hat die Fenster des Univer­sums weit aufge­rissen. Jedes Kind beob­achtet heute mit ange­hal­tenem Atem die span­nenden Rake­ten­starts von Elon Musk bei SpaceX. Und bald wird er ein weiteres Projekt mit einer tsche­chi­schen Flagge beobachten.

Als wir STRATOM fertig­ge­stellt haben, haben wir viele Analysen gemacht und uns ist aufge­fallen, dass die Raum­fahrt­in­dus­trie im Allge­meinen ein sehr wert­schöp­fungs­in­ten­siver Sektor ist, der in den kommenden Jahren zunehmen wird. Schon jetzt wird geschätzt, dass sich die Inves­ti­tionen darin um das Acht­fache rentieren werden. Und schon jetzt bauen wir auf die große Tradi­tion und den soliden wissen­schaft­li­chen Hinter­grund unserer Branche, der sowohl tsche­chi­sche als auch auslän­di­sche Inves­toren in die Raum­fahrt­in­dus­trie lockt. Und so produ­ziert die Tsche­chi­sche Repu­blik Satel­liten- und Träger­ra­keten-Kompo­nenten, ganze Instru­mente und Satellitenanwendungen.

Und wir werden zu den wenigen Ländern gehören, die im Welt­raum erfolg­reich sein werden. Die Verei­nigten Staaten, China, Russ­land, Indien, Frank­reich, Israel, Italien, Groß­bri­tan­nien, Spanien, Südkorea, Kanada, Japan… und die Tsche­chi­sche Repu­blik. Es wird uns in eine Kate­gorie von Ländern bringen, in denen wir noch nie waren.

Zuerst die Fakten.

Ich betrachte den Bereich der nied­rigen Umlauf­bahnen, bis zu 1000 Kilo­meter über der Erdober­fläche, als einen neuen Konti­nent, der darauf wartet, entdeckt zu werden, wenn ich das so sagen darf. Wir haben heute so gut wie keine Gesetze, die im Detail fest­legen, wie sich einzelne Zustände im Raum verhalten sollen. Deshalb ist es extrem wichtig, dass wir dort so schnell wie möglich Einfluss gewinnen.

Nur wenige Staaten auf dem Planeten sind tech­nisch in der Lage, Raum­fahrt­technik zu entwi­ckeln und zu produ­zieren. Es ist eine Frage der natio­nalen Menta­lität, des Niveaus des Bildungs­sys­tems, der Erfah­rung und des Niveaus der Indus­trie. Wir können mit Stolz die Tsche­chi­sche Repu­blik zu diesen Ländern zählen.

EINE AUFSTREBENDE WELTRAUMMACHT

In Europa werden wir bereits als aufstre­bende Welt­raum­macht bezeichnet. Vor allem, weil wir seit 10 Jahren an der Euro­päi­schen Raum­fahrt­be­hörde und ihren Projekten betei­ligt sind, an denen Dutzende von tsche­chi­schen Spit­zen­un­ter­nehmen und Forschungs­in­sti­tuten mitwirken. Die EU-Raum­fahrt­be­hörde hat ihren Sitz in Prag. Die Programme Galileo, EGNOS, Coper­nicus und GOVSATCOM werden von der Tsche­chi­schen Repu­blik aus verwaltet.

Ein aktu­elles Beispiel. Die tsche­chi­sche Firma Advacam wird einem NASA-Projekt helfen und an einer Mission zum Mond teil­nehmen. Die bild­ge­benden Detek­toren dieser Firma aus Holešo­vice, Prag, werden die Strah­lung auf dem Mond messen.

Sie haben es viel­leicht gar nicht bemerkt. Es geht nicht darum, wieder dahin zu kommen, wo wir in der ersten Repu­blik waren. Wir steigen viel höher. Buchstäblich.

SATELITY

Mit Satel­liten im Orbit ist die Möglich­keit, autonom und unbe­ob­achtet Bilder von verschie­denen Berei­chen der Erde, ihrer Einrich­tungen und Infra­struktur zu erhalten, natür­lich ein Wett­be­werbs­vor­teil und bringt Sicher­heit. Satel­liten können helfen, die Migra­tion zu über­wa­chen, die Auswir­kungen des Verkehrs auf die Umwelt im Auge zu behalten und bewirt­schaf­tete Flächen genau zu kartieren. Wir werden ein sehr präzises und leis­tungs­fä­higes Auge im Welt­raum haben, mit dem wir unser Land von oben analy­sieren können. Besser als je zuvor.

Die Satel­liten, die das alles können und aus tsche­chi­scher Produk­tion stammen, heißen GOLEM. Um sie zu entwi­ckeln, herzu­stellen und in die Umlauf­bahn zu trans­por­tieren, benö­tigen wir schät­zungs­weise 4 Mrd. CZK, von denen der größte Teil an tsche­chi­sche Unter­nehmen und Forschungs­in­sti­tute geht.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Wir werden Satel­liten produ­zieren und verkaufen.

Geschäfts­plan? Es gibt viele Möglichkeiten.

Sicher, der Verkauf von Satel­liten oder der gesamten schlüs­sel­fer­tigen Lösung an andere Länder, die in Größe, Wirt­schaft und Sicher­heits­in­ter­essen mit der Tsche­chi­schen Repu­blik vergleichbar sind. Es gibt genug von ihnen, um uns mit der Zeit zu einer Satel­li­ten­macht zu machen.

Satel­li­ten­ver­bin­dungen, Satel­li­ten­mieten, alles, was Sie sich vorstellen können. Plus Systeme für orbi­tale Manö­vrier­fä­hig­keit. Denn im Moment werden die Satel­liten nur für Anti­kol­li­si­ons­ma­növer oder zur Höhen­kon­trolle betrieben. Aber wenn sie ein besseres Antriebs­system hätten, wie das von unserem Aero­nau­tical Rese­arch and Test Insti­tute, würde das unend­liche Möglich­keiten für Orbi­tal­ma­növer bedeuten. Das Ionen-Trieb­werk, so heißt das Antriebs­system, und unser tsche­chi­scher Hersteller hat die Chance, einen tech­no­lo­gi­schen und kommer­zi­ellen Vorsprung gegen­über jedem Mitbe­werber zu erlangen. Satel­liten mit diesem Antrieb wären in der Lage, Welt­raum­schrott zu entfernen oder Satel­liten direkt in der Umlauf­bahn zu reparieren.

Bis jetzt haben wir das genutzt, was unsere Alli­anz­partner zur Verfü­gung gestellt haben. Stellen Sie sich vor, wir wären dieje­nigen, die ihnen Welt­raum­tech­no­logie zur Verfü­gung stellen. Die Inves­ti­tion in das Raum­fahrt­pro­gramm wird die Posi­tion unserer Unter­nehmen in der Raum­fahrt­in­dus­trie bestä­tigen, Pres­tige bringen und Wachstum in den kommenden Jahren ermöglichen.

Das Verkehrs­mi­nis­te­rium hat bereits einen Plan, um unsere Raum­fahrt­in­dus­trie noch weiter anzu­kur­beln. Die Über­tra­gung des derzei­tigen Forschungs- und Test­in­sti­tuts für Luft- und Raum­fahrt an das Verkehrs­mi­nis­te­rium wird von wesent­li­cher Bedeu­tung sein. Es ist die wich­tigste Forschungs­ein­rich­tung, die sich mit Raum­fahrt­pro­grammen beschäf­tigt. Es ist jetzt unter dem Finanz­mi­nis­te­rium, aber Trans­port würde es besser machen. Wir hätten unsere eigene tsche­chi­sche Raum­fahrt­be­hörde. Keine neue Einrich­tung, nur eine stär­kere Rolle für eine bestehende Abtei­lung. Sie sind die Einzigen, die sich in den Berei­chen Luft- und Raum­fahrt, Energie, Bau und Sicher­heits­technik auskennen.

Das sind also unsere Weltraumprojekte.

Wir würden ein sicheres Land haben.

Das tun wir.

Und das werden wir.

MIT RESPEKT

Und wir werden ein sicheres Land haben, dank unserer Soldaten. Und Dank an dieje­nigen, die im Kampf gefallen sind. Ich kann dieses Kapitel nicht abschließen, ohne mich an sie zu erin­nern. Lassen Sie mich kurz die Namen derje­nigen erwähnen, die während meiner Zeit als Premier­mi­nister traurig gefallen sind.

Stabs­feld­webel i. M. Martin Marcin (†36)

Stabs­feld­webel i. M. Kamil Benes (†28)

Stabs­feld­webel i. M. Patrik Step­anek (†24)

Sie starben am 5. August 2018 während der Opera­tion Reso­lute Support in Afgha­ni­stan in der Nähe des Stütz­punktes in Bagram nach einem Selbst­mord­at­tentat. Warrant Officer Martin Marcin war ein Veteran sowohl im Kosovo als auch in Afgha­ni­stan. Bei seinem letzten Einsatz befeh­ligte er die 2. Wach­kom­panie der 10. Für Stabs­feld­webel Kamil Benes und Stabs­feld­webel Patrik Step­anek war es der erste und leider auch letzte Auslands­ein­satz. Der Tod wählt nicht.

Ich habe meinen Mili­tär­at­taché, Peter Matthew, gebeten, uns alles über sie zu erzählen.

Petr: „Kamil und Patrik wollten seit ihrer Kind­heit Soldaten werden, und leider verlief ihr erster Einsatz tödlich. Martin hingegen hatte bereits mehrere Einsätze hinter sich und galt als erfah­rener Soldat in der Einheit. Es war ein sehr greif­barer Verlust und eine Tragödie für die Einheit selbst.“

Stabs­feld­webel i. M. Tomas Procházka (†41)

Starb am 22. Oktober 2018 bei einem Angriff durch einen afgha­ni­schen Soldaten auf dem Stütz­punkt Shindand in der afgha­ni­schen Provinz Herat. Er war ein erfah­rener Soldat, der den Irak, den Kosovo und Afgha­ni­stan gesehen hatte. Bei seinem letzten Einsatz arbei­tete er als Handler für die tsche­chi­sche Armee Task Force Reso­lute Support. Er über­lebte einen Angriff eines Soldaten in afgha­ni­scher Uniform, der eigent­lich sein Verbün­deter sein sollte, nicht.

Petr: „Prochy war ein toller Typ. Freund­lich, ehrlich, er war Teil unserer Gruppe und unserer Kampf­kom­pa­nien. Das ganze Team hat schwer zu glau­bende und humor­volle Geschichten vom Trai­ning mit ihm, was furchtbar gut ist, weil wir ihn nie vergessen werden.“

Stabs­feld­webel i. M. Michaela Tichá (†27)

Sie starb bei einem Hubschrau­ber­ab­sturz im Sinai am 12.11.2020. Sie ist unsere erste Frau, die während eines mili­tä­ri­schen Auslands­ein­satzes ihr Leben verloren hat. Sie war im Sinai als Mitglied der Multi­na­tio­nalen Truppe und Beob­achter (MFO), die das Frie­dens­ab­kommen zwischen Ägypten und Israel über­wachte. Fünf Ameri­kaner und ein Fran­zose starben mit ihr.

Peter: „Michaela war noch nicht lange beim Militär, aber sie war ein Herzens­bre­cher, eine Sport­lerin und eine begeis­terte frei­wil­lige Feuer­wehr­frau. Für die Menschen um sie herum war sie nicht nur ein Soldat, sondern vor allem ein Partner.“

Und ich beende dieses Kapitel mit Schweigen. In Bezug auf alle von ihnen.

KINDER

Es ist der 1. Januar 2021. Ein neues Jahr. Und ich sehe, dass unser Kollege aus dem Sekre­ta­riat des Premier­mi­nis­ters gerade ein Bild auf Face­book hoch­ge­laden hat. Sie ist ganz glück­lich auf der Entbin­dungs­sta­tion mit dem Baby. Die kleine Dianka wurde in Prag im Apol­li­na­rium geboren. Wir hatten allein im letzten Jahr drei Hoch­zeiten unter meinen engsten Kollegen. Und zwei Babies.

Wir haben viele Babys, denn in der Gruppe, mit der ich seit 2013 in der ANO-Bewe­gung arbeite und seit 2018 mit einer anderen Gruppe von Leuten im Regie­rungs­büro, haben alle Kinder bekommen. Sogar zwei oder drei. Viel­leicht müssen sie das, denn das ist das Einzige, was ihnen hilft, die Arbeit mit Babiš zu über­leben. Gründen Sie eine Familie, damit sie nicht ständig ans Telefon gehen müssen.

Ja, ich mache nur Spaß. Aber nur ein wenig. Ja, ich bin manchmal ein harter Chef. Und die Gebur­ten­rate um mich herum erin­nert mich ein wenig an die unglaub­liche Gebur­ten­rate in Israel. 3,11. Das sind 3,11 Geburten pro Frau. Wir werden auf Israel zurück­kommen, aber in diesem Buch geht es um unsere Tsche­chi­sche Republik.

Ich möchte jetzt sagen, dass wir in einem erstaun­li­chen Land leben. Außer­ge­wöhn­lich. Ausge­wählt. Voll von Menschen mit großen Herzen. Ich weiß, dass ich das immer wieder sage, aber ich meine es wirk­lich so. Damit alles so funk­tio­niert, wie es sollte, brau­chen wir mehr von uns. Eine Menge von uns. So viele Kinder wie möglich in der Tsche­chi­schen Repu­blik geboren zu haben. Ich möchte, dass ihre Ankunft hier bequem, reibungslos, sicher, aber auch intim und so natür­lich wie möglich ist. Sowohl für die Kinder als auch für ihre Mütter.

Die Kinder, die heute geboren werden, sind anders als wir es waren. Freier, offener. Der Mensch ist ein erstaun­li­ches Geschöpf. Wir lieben jemanden, bevor er geboren wird. Und wenn man jemanden liebt, will man das Beste für ihn. Und in unserem Land können wir unseren Kindern wirk­lich das Beste geben. Wir sind eines der sichersten und fried­lichsten Länder der Welt. Ein Land mit einer der nied­rigsten Säug­lings­sterb­lich­keits­raten der Welt. Mutter­schafts­ur­laub am längsten. Das Eltern­geld ist eines der höchsten. Tsche­chi­sche Repu­blik. Die klare Wahl.

Aber all das, was ich aufge­zählt habe, ist mir nicht genug. Ich möchte viel mehr dafür tun, dass Kinder eine gute Geburt und ein gutes Leben haben. Und dass ihre Mamas und Papas die Zeit, die sie mit ihnen verbringen, wirk­lich genießen können. Kinder sind nur einmal klein. Wenn sie aufwachsen, ist es einfach eine schöne Erinnerung.

Also…

Tolle Schwan­ger­schaft. Große Geburt. Und sich um die Fami­lien zu kümmern. Gehäuse. Arbeiten. Und das Wich­tigste: so viele Kinder wie möglich.

Und ich habe gute Gründe dafür.

Ich habe sie in meinem letzten Buch schon einmal gesagt und ich werde sie wieder sagen.

Zwei Zahlen.

2,1

Das ist die durch­schnitt­liche Anzahl von Kindern, die jede Frau gebären sollte, damit wir nicht aussterben. Um unsere Nation vor dem Aussterben zu bewahren.

1,7

Das ist die durch­schnitt­liche Anzahl der Kinder, die eine Frau in der Tsche­chi­schen Repu­blik bekommt.

Es ist offen­sicht­lich, dass wir mehr Kinder haben müssen. Wenn wir sie nicht haben, ist es klar, dass das Durch­schnitts­alter auf, sagen wir, 50 oder 60 Jahre steigen wird. Verstehen Sie das? Das Durch­schnitts­alter wäre kurz vor der Pensio­nie­rung. Als Nation würden wir so altern, dass die Hälfte des Reich­tums, den wir durch unsere Arbeit verdienen, in die Rente fließt. Die Hälfte der Menschen wäre im Ruhe­stand und die andere Hälfte würde sich um sie kümmern.

Das Durch­schnitts­alter jetzt? 42,5 Jahre. Wenn wir noch älter werden, müssen wir uns um eine große Anzahl von Senioren kümmern. Ich persön­lich glaube, dass vor allem wir Männer es nicht schaffen würden. Das soll nicht heißen, dass viele Männer nicht absolut groß­ar­tige Sozi­al­ar­beit leisten, ganz und gar nicht. Das tun sie. Aber der Rest der Jungs tut es einfach nicht. Und ob. Die meisten Männer brau­chen die Arbeit von Männern.

Also noch einmal. Wir brau­chen mehr Kinder.

Laut Wissen­schaft­lern liegt das ideale Alter für eine Frau, um eine Familie zu gründen, bei etwa 25–35 Jahren. Und ich denke, dass es am besten ist, Geschwister zu haben. Ich habe das Gefühl, dass das einzige Kind in der Familie immer allein ist, außerdem ist die volle Aufmerk­sam­keit der Eltern auf sie gerichtet, was viel­leicht ein biss­chen viel ist, wenn es die ganze Kind­heit ist. Schon die Erfah­rung der Kind­heit ist anders, mit Geschwis­tern bildet man eine Bindung fürs Leben.

Wenn ich es mit Zahlen und gesundem Menschen­ver­stand betrachte, hat jedes Geschwis­ter­kind von drei Kindern immer ein Drittel von einem Eltern­teil, ist unab­hän­giger. Ich habe ein paar Studien gelesen und es scheint, dass Kinder, die mit mindes­tens einem Geschwis­ter­kind aufwachsen, bessere soziale Fähig­keiten zeigen.

(lacht) Okay. Nach meinem Verständnis ist eine Familie mit drei Kindern ideal, wenn wir eine höhere Gebur­ten­rate wollen. Logisch. Die nächste ganze Zahl nach 2 ist 3. Eine Familie mit drei Kindern ist nicht nur im Hinblick auf die zukünf­tige Beschäf­ti­gung der Kinder ideal, da sie unab­hän­giger sind, sondern auch im Hinblick auf die Demografie.

Das Ideal ist eine Familie mit drei Kindern.

Nun muss ich einen Namen nennen.

Viktor Orbán.

ORBÁN

Sind alle Hasser verrückt geworden? Gut.

Ja, Viktor Orbán.

Sie haben wahr­schein­lich diese Artikel gelesen:

Gegen Abwan­de­rung durch höhere Gebur­ten­raten. Orbán will Müttern mit vier oder mehr Kindern die Steuer erlassen

Orbán will mit kosten­loser künst­li­cher Befruch­tung die Gebur­ten­rate steigern

Orbán hat einen Plan, um die Gebur­ten­rate zu erhöhen: ein güns­tiges Darlehen für unga­ri­sche Frauen, die irgendwo auf der Welt gebären

Ungarns Gesetz zur Förde­rung der Gebur­ten­rate ermög­licht einen hohen zins­losen Kredit. Neue Ungarn statt Migranten, sagt Orbán

Das ist also Viktor. Und wie er sagt:

„Es werden immer weniger Babys in Europa geboren. Die Antwort des Westens ist Einwan­de­rung. Für jedes vermisste Kind wird ein neues kommen und die Zahlen werden wieder stimmen. Aber uns geht es nicht um Zahlen, wir brau­chen unga­ri­sche Kinder.“

Ungarn bietet auch groß­zü­gige Wohnungs­bau­dar­lehen für Fami­lien mit Kindern, Steu­er­erleich­te­rungen und andere Unter­stüt­zung. Für Fami­lien mit drei oder mehr Kindern gibt es einen Zuschuss von 2,5 Millionen Forint, also etwa 200.000 Kronen, für den Kauf eines Autos mit sieben oder mehr Sitz­plätzen. Alle Frauen unter 40 Jahren, die zum ersten Mal heiraten, haben Anspruch auf ein zins­güns­tiges Darlehen in Höhe von 10 Millionen Forint, also 800 000 Kronen. Und, wie ich schon sagte, werden Frauen, die mindes­tens vier Kinder groß­ziehen, in Ungarn von der Einkom­mens­steuer befreit sein. Wir sollten uns von Ungarn inspi­rieren lassen.

Lassen Sie mich zusammenfassen.

Wir wissen, dass die Gebur­ten­rate in unserem Land mindes­tens 2,1 betragen muss.

Israel hat eine Gebur­ten­rate von über 3, wir haben eine Gebur­ten­rate von unter 2. Wenn wir sie nicht erhöhen, werden wir alt, und wir wollen uns nicht vorstellen, was dann passieren würde.

Die nächste ganze Zahl nach zwei ist drei. Das wissen wir auch ☺.

Wir wollen damit beginnen, alle Hinder­nisse für die Grün­dung einer Familie zu beseitigen.

Finan­ziell? Victor hat das bereits herausgefunden.

Drittes Kind, ein lebens­langer Einkom­mens­steu­er­abzug für berufs­tä­tige Mütter.

Einfach, logisch.

Natür­lich ist es klar, dass Frauen ihr eigenes Leben und ihre eigene Karriere haben wollen. Behalten Sie ihre eigene Welt. Ihr Beruf. Wenn sie drei Kinder haben, laufen sie Gefahr, den Anschluss an die Branche zu verlieren. Sie müssen früher wieder arbeiten gehen, und die Kinder­be­treuung kostet heute das meiste von dem, was sie mit Teil­zeit­jobs, Werk­ver­trägen und ähnli­chem verdienen.

Also denke ich, warum nicht die Senioren mit einbe­ziehen? Sie haben eine außer­ge­wöhn­liche Lebens­er­fah­rung und haben Genera­tionen groß­ge­zogen. Ich bin sicher, dass sie es lieben würden, in der Nähe von Kindern zu sein. Der Staat könnte eine Baby­sitter-Agentur einrichten. Das Minis­te­rium für Handel und Indus­trie hat ein ähnli­ches Konzept und es funk­tio­niert sehr gut. Ich werde mehr darüber sprechen.

Wir wollen mehr glück­liche und zufrie­dene Kinder. Mehr Kinder, die ihre älteren Brüder und Schwes­tern mit diesem einzig­ar­tigen, lächelnden, bewun­dernden Blick ansehen. Mehr glück­liche und zufrie­dene Mütter. Mehr Väter. Fami­lien. Mehr ist einfach mehr.

Und was will ich für sie tun?

GLÜCKWUNSCH ZUR GEBURT

Die Geburt sollte das größte Erlebnis im Leben einer jeden Frau sein.

Nicht ihre größte Angst.

Denn eine Geburt, und ich meine eine gesunde Geburt, ist das wich­tigste Ereignis im Leben. Deshalb finde ich es absolut wichtig, dass jede Mutter wählen kann, ob sie in einer Geburts­klinik, in einem Hebam­men­zen­trum oder viel­leicht eines Tages in einem Geburts­haus entbinden möchte. Wie sie will. Mit einem Arzt, oder viel­leicht in einem intimen Rahmen nur mit der Hebamme, die sie sich ausge­sucht hat, die zu ihr als Fach­mann und als Mensch passt und mit der sie nicht nur den Moment der Geburt eines neuen Lebens, sondern auch einen Teil der Schwan­ger­schaft teilen möchte. Die Möglich­keit, zwischen einem männ­li­chen Arzt und einer weib­li­chen Hebamme wählen zu können, ist für viele Mütter essen­tiell. Die Rolle der Hebamme, die die Frau während der gesamten Schwan­ger­schaft kennt und begleitet, wird immer wich­tiger, weshalb sich zum Beispiel bei Apolinar die Hebammen weiterbilden.

Heut­zu­tage wird erwartet, dass der Vater bei der Geburt dabei sein möchte. Es ist eine abso­lute Selbst­ver­ständ­lich­keit, aber ich fände es toll, wenn absolut jede Familie die Möglich­keit hätte, direkt nach der Geburt gemeinsam im Zimmer zu sein. Damit der Papa von der Minute an, in der die Mama das Baby in den Arm nimmt, da sein kann, um zu helfen. Sicher, es wird Milli­arden von Dollar kosten, aber ich denke wirk­lich, wir sollten im ganzen Land Gebär­säle bauen, in denen die ganze Familie diese ersten Momente mit dem Baby gemeinsam verbringen und gemeinsam nach Hause gehen kann.

Nur damit es nichts anderes gibt als das, was wir heute Super-Stan­dard nennen. Und nichts Schlim­meres. Das ist eine weitere Sache, auf die ich mich in Zukunft konzen­trieren möchte. Damit die Eltern das Baby mit nach Hause nehmen können, sobald es sich heraus­stellt, dass es ihm gut geht und nichts fehlt. Damit sie nicht tage­lang auf der Entbin­dungs­sta­tion warten müssen, sondern in die eigenen vier Wände ziehen und die Hebamme bei Bedarf zu ihnen kommt und ihnen dort hilft. Ich denke, wir alle verstehen, dass diese ersten Momente mit Mama und Papa furchtbar wichtig für das Baby sind.

PARENTING

Es ist toll, dass wir eine so lange Eltern­zeit haben. Schauen Sie sich fran­zö­si­sche Frauen an, die ihre zwei Monate alten Babys in der Krippe abgeben und zurück zur Arbeit rennen. Hier können Sie bis zu vier Jahre lang mit Ihrem Kind zu Hause sein. Das ist eine welt­weite Seltenheit.

Aber wer sagt, dass Sie eine Haus­frau und Mutter sein müssen? Den Hintern waschen und die Windel wech­seln? Das Wasser für die Milch so zube­reiten, dass es weder kalt noch heiß ist? Das Müsli mischen? Das sind keine Geheim­nisse von Frauen. Dies ist eine Übung, und sie wird von denen gemeis­tert, die darin durch Wieder­ho­lung Erfah­rung gesam­melt haben. Und es könnte genauso gut Dad sein. Wenn die Eltern sich einig sind, warum kann Mama nicht arbeiten gehen und Papa sich ganz­tags um das Baby kümmern? Unsere Frauen sind groß­artig, fleißig und gut ausge­bildet. Wir haben sogar mehr College-Frauen als College-Männer. Und Sie wissen sicher, dass wir das Eltern­geld um 80.000 auf 300.000 Kronen ange­hoben haben.

Ich glaube, viele Frauen zögern die Mutter­schaft hinaus oder bekommen weniger Kinder, weil sie sich Sorgen um ihre Karriere machen. Sie wollen den Zug bei der Arbeit nicht verpassen, auch wenn ihr Arbeit­geber ihren Job für drei Jahre behalten muss.

Denken Sie an diese fran­zö­si­schen Frauen. Ich denke nicht, dass es in Ordnung ist, ein kleines Baby sofort in eine Tages­stätte zu geben. Wir sollten uns statt­dessen auf die Betreuung und Pflege inner­halb der Familie konzen­trieren. Wir haben vergessen, wie es früher war, als alle Genera­tionen zusam­men­lebten, aber Sie werden mir sicher zustimmen, dass eine Groß­fa­milie sehr schön ist. Kinder lieben ihre Omas, Opas, Tanten und Onkel. Nun, ich denke, dass Groß­el­tern-Baby­sit­ting eine Möglich­keit ist, die unseren jungen Eltern sehr helfen könnte. Wenn wir es syste­misch unterstützen.

VISIONARIEN

Und um sicher­zu­stellen, dass wir so viele wie möglich von Ihnen haben, um alles zu bauen, was Sie brau­chen, habe ich zwei der besten Experten, die ich kenne, als Berater ausgewählt.

Zwei Visio­näre. Ein Mann und eine Frau.

Aus verschie­denen Lagern, verschie­denen Welten. Ich mag sie beide, ich respek­tiere sie beide.

Und ich möchte, dass es in dieser Nach­wahl­zeit darum geht, dass Spit­zen­leute aus verschie­denen Welten zusammenarbeiten.

Der erste ist Professor Antonín Pařízek, der im Prager Apol­li­na­rium Tausende von Kindern auf die Welt brachte. Ein Visionär der tsche­chi­schen Geburts­hilfe. Eine Legende. Der Hoch­schul­lehrer und Popu­la­ri­sator der Wissen­schaft gehört mit seinen Büchern über Schwan­ger­schaft, Geburt und das Kind zu den meist­ver­kauften Titeln seiner Art in unserem Land. Er brachte die Kinder vieler berühmter Tsche­chen zur Welt.

Apol­li­naris. Ein wunder­schöner Back­steinbau des visio­nären Archi­tekten Josef Hlávka. Es ist nicht nur ein künst­le­ri­sches Kleinod von Welt­rang, sondern auch eine der am längsten bestehenden Entbin­dungs­kli­niken der Welt. Sie beherr­schen auch die kompli­zier­testen Fälle und sind Experten für Früh­ge­burten, zum Beispiel die so genannte Grau­zone, also Geburten zwischen 22 und 24 Wochen, die in vielen anderen Geburts­kli­niken als Fehl­ge­burten gelten, weil das Baby nur ein halbes Kilo­gramm wiegt. Ihre Ergeb­nisse sind wirk­lich beein­dru­ckend. Auch nach vielen Jahren erhalten sie Dankes­briefe von Müttern und Vätern, die ihnen Bilder von glück­li­chen und gesunden Babys schicken.

Apolinar ist also der rich­tige Ort, um ein hoch­mo­dernes Zentrum für Neuge­bo­rene und ihre Eltern zu bauen. Es sieht absolut umwer­fend aus. Es wurde von unserer berühmten Archi­tektin Eva Jiřičná entworfen. Es wird Müttern und Babys, Ärzten und Schwes­tern das Leben erleich­tern. Jetzt sind sie in einem histo­ri­schen Gebäude einge­pfercht. Der Pavillon wird Dutzende von Fami­li­en­zim­mern haben, in denen Eltern mit ihren Babys über­nachten können. Wenn das Baby zu früh geboren wird, werden sie bei ihm sein, bis es das notwen­dige Gewicht erreicht hat. Die Anwe­sen­heit der Eltern ist für alle Babys enorm wichtig, und bei Früh­ge­bo­renen hat sie einen direkten Einfluss darauf, wie schnell sie sich erholen und an Kraft gewinnen.

Hier sind seine Worte.

Prof. MUDr. Antonín Pařízek, CSc.

Wissen Sie, die Medizin bezeichnet eine Frau nach dem 35. Lebens­jahr als „Frau im fort­ge­schrit­tenen Alter“. Ich entschul­dige mich bei allen, nur bei uns Geburts­hel­fern. „Fort­ge­schrit­tenes Alter“ bedeutet eine Schwan­ger­schaft nach Voll­endung des 35. Es ist ein Problem, das alle wirt­schaft­lich entwi­ckelten Länder der Welt betrifft. Die heutige Medizin kann mit allen Tücken umgehen, die ein fort­ge­schrit­tenes Schwan­ger­schafts­alter mit sich bringt, aber das Problem ist, dass eine Frau im fort­ge­schrit­tenen Alter, wenn sie ihr erstes Kind bekommt, in der Regel nur einen Nach­kommen hat. Die Gebur­ten­rate, oder Gebur­ten­rate, ist in diesem Land sehr niedrig, der aktu­elle Durch­schnitt liegt bei 1,7 Kindern. Um das Bevöl­ke­rungs­gleich­ge­wicht in der Tsche­chi­schen Repu­blik zu erhalten, sollten 2,1 Kinder pro Frau geboren werden. Frauen warten heute, bis sie wirt­schaft­lich stabil sind, bevor sie eine Mutter­schaft in Betracht ziehen. Aber, wie ich schon sagte.

Diese Frauen haben meist nur ein Kind.

Und wir brau­chen drei.

3.

Ich verstehe.

Lassen Sie uns also eine letzte Frage stellen. Wie über­zeugen wir junge Menschen, die viel­leicht studieren und nebenbei arbeiten und reisen wollen und die berühmte Work-Life-Balance wollen, dass sie eine Familie haben sollten. Fast unmög­lich, nicht wahr?

Wissen Sie, ich verstehe das sehr gut. Ihre Eltern haben oft hart gear­beitet, damit ihre Kinder wohl­ha­bend aufwachsen, und sie haben sich daran gewöhnt, und viel­leicht wollen sie auf der anderen Seite nicht total müde werden wie mein Vater und meine Mutter, die spät von der Arbeit nach Hause kamen und am Wochen­ende arbei­teten. Aber je mehr Fami­lien ihr erstes Kind im Alter von, sagen wir, 30 Jahren bekommen, desto weiter sind wir von dieser 2,1 Zahl entfernt.

Viel­leicht kann Natalie Sedlicka sie jetzt überzeugen.

Die wohl am besten ausge­bil­dete Hebamme des Landes und eine Pionierin der Geburts­häuser und Geburts­häuser. Hebam­men­kunde wird auf der ganzen Welt an Hoch­schulen studiert, genau wie Medizin. Und Natalie hat sowohl an der Univer­sität von Amsterdam als auch an der Cale­do­nian Univer­sity in Glasgow studiert und verfügt über Erfah­rungen aus privaten Geburts­häu­sern in den Niederlanden.

In ihrer Arbeit hält sie Respekt, Vertrauen, Part­ner­schaft, Liebe und Entwick­lung für das Wich­tigste, neben dem wahren Zuhören, das Worte nicht ausdrü­cken können. Sie liebt Tanz, Musik, Spon­ta­neität, Freude und das Leben.

Sie schrieb ihre Vision von der Tsche­chi­schen Repu­blik auf, die mich sehr beein­druckt hat. Es wird auch Sie beein­dru­cken, Sie werden sehen.

Mgr. Natálie Sedlická, MSc.

Meine Vision? Ich möchte, dass die Tsche­chi­sche Repu­blik eines Tages durch ein dichtes Netz von Geburts­häu­sern und ‑zentren abge­deckt ist, mit verschie­denen Optionen, jede auf ihre Weise spezi­fisch und einzig­artig, so dass die Bedürf­nisse aller gebä­renden Frauen in allen Regionen des Landes abge­deckt sind. Ich sehe zum Beispiel 50 neue Geburts­häuser und ‑zentren, einige an Kran­ken­häuser ange­glie­dert, einige unab­hängig, einige Geburts­häuser in der Nähe von Entbin­dungs­kli­niken, einige völlig unab­hängig, mit externer Konti­nuität der Betreuung, wenn nötig. Die Viel­falt der Möglich­keiten gibt den Frauen eine echte Wahl­mög­lich­keit, das zu wählen, was sie wirk­lich wollen, brau­chen und somit für den zufrie­den­stel­lenden Verlauf ihrer Geburt wichtig ist.

Die Wahr­neh­mung der Geburt wird sich ändern, die Geburt wird als ein gesunder Akt gesehen werden, bei dem die Geburt als ein kost­bares Geschenk respek­tiert und geschützt wird, das natür­lich geehrt wird. So fühlen sich eine Frau und ihr Baby, und die Pflege wird um sie herum aufgebaut.

Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich eine Frau in voller Kraft, die ihr Kind voller Freude und Erfül­lung in den Armen hält. Das Kind ist zufrieden und lächelt, weil es in den Armen seiner Mutter sicher ist, und der Mann umarmt sie beide.

Damit verbunden ist die gesell­schaft­liche Aner­ken­nung des Berufs der Hebamme. Hebammen sind kompe­tent und betreuen die Frau konti­nu­ier­lich während der Schwan­ger­schaft, der Geburt und der Entbin­dung, wenn die Frau gesund ist. Die Hebamme entwi­ckelt sich zu einem aner­kannten Präventionsberuf.

Je besser und liebe­voller und zärt­li­cher eine Frau während der Schwan­ger­schaft, der Wehen und der Geburts­pe­riode betreut wird, desto gesünder ist sie körper­lich und seelisch, was sich auf die gesamte zukünf­tige Entwick­lung nicht nur von ihr, ihrem Kind, sondern der ganzen Familie und Gesell­schaft auswirkt.

Und mein Wunsch zum Schluss? Die Welt wird ein glück­li­cherer Ort sein, denn anstelle von Schmerz und Hass werden wir von Respekt, Zärt­lich­keit und Freund­lich­keit umgeben sein. Und eine Nach­denk­lich­keit, die sich weit ausbreitet.

Also, das war Natalie Sedlicka.

Ich möchte noch hinzu­fügen, dass wir das Geburts­zen­trum in Bulovka ausbauen wollen, denn die beiden Geburts­suiten, die es dort bereits gibt, haben sich hervor­ra­gend bewährt. Es gibt auch ein Projekt auf dem Tisch, um das gesamte Kran­ken­haus zu rekon­stru­ieren und einen neuen Pavillon für 4,5 Milli­arden zu bauen. Das ist sicher­lich eine gute Nach­richt für alle Prager, für die dieses Kran­ken­haus von entschei­dender Bedeu­tung ist. Genauso wie es im Kampf gegen das Coro­na­virus entschei­dend war.

Und es tut mir leid, jetzt spricht der Mann wieder. Ein alter Prak­tiker. Ein Pragmatiker.

Wo sollen wir all diese neuen Fami­lien mit so vielen Kindern unterbringen?

FLATS

Ich bin sicher, Sie wissen, dass es unsere Regie­rung war, die das Natio­nale Jugend­woh­nungs­bau­dar­lehen einge­führt hat. Besser als eine Hypo­thek. Und nein, wir hören hier nicht auf. Ich möchte es noch besser machen. Bei zwei Kindern wäre die Verzin­sung noch geringer, und bei einem dritten Spröss­ling würde sie ganz wegfallen. Ein zins­loses Darlehen! Was meinen Sie dazu?

Ja, es geht nicht nur um den Zins­satz für den Kredit, sondern auch darum, wie viel Ihr Haus oder Ihre Wohnung insge­samt wert ist. Die Preise können schreck­lich sein. In Groß­städten können nur wirk­lich reiche Leute eine Wohnung kaufen, die groß genug für drei Kinder ist. Das ist einer der Gründe, warum wir das Construc­tion Program einge­führt haben. Dank dieses Programms reno­vieren die Gemeinden alte Häuser und bauen neue. Es gibt ein neues Angebot für sozial Schwache, ältere Menschen, junge Fami­lien. Aber wir wollen mehr, nämlich güns­tige Wohnungen speziell für Fami­lien mit zwei oder mehr Kindern anbieten. Nur für sie gebaut.

Die Menschen haben Angst, mehr Kinder zu bekommen, weil sie nicht wollen, dass ihr Lebens­stan­dard sinkt. Es mag häss­lich klingen, aber es ist eine Tatsache. Wie wäre es, wenn sie die Kosten für ihre Kinder mit einem Zuschuss für ein drei­sit­ziges Auto ausglei­chen und viel­leicht sogar einen Fami­li­en­ur­laub machen, den sie sich vorher mit mehr Kindern nicht leisten konnten? Noch­mals, ich spreche hier von zwei oder mehr Kindern.

Das wird einige revo­lu­tio­näre Lösungen erfordern.

Ich hätte da was.

MIKROHAUSUNG

Ein Kollege, der ein Apple-Fana­tiker ist, zeigt mir gerade die tolle Serie Dream Houses auf seinem Apple-Computer. Eine Apple-Serie, natür­lich. Über die fanta­sie­vollsten Häuser aus aller Welt. Es sind nicht nur Häuser, die zwei­stel­lige Millio­nen­be­träge kosten. Ganz und gar nicht. Apple beschloss, eine Doku­men­ta­tion über Häuser zu machen, die eine starke Idee haben und zeigen, dass Wohnen wirk­lich neu, uner­wartet, über­ra­schend und nach­haltig sein kann. Und doch ist es immer noch ein Zuhause. Ich wusste gar nicht, dass diese Firma, die Handys herstellt, auch Filme und Fern­seh­sen­dungen produ­ziert. Dieser ist erstaun­lich, und wenn Sie eine Chance bekommen, schauen Sie ihn sich an. Ein kleiner Trick. Das Abon­ne­ment ihres Apple TV+ Dienstes ist in der ersten Woche kostenlos, danach müssen Sie zahlen, aber ich garan­tiere Ihnen, dass Sie diese Serie in einer Nacht sehen werden.

Ich war von der Hong­kong-Episode faszi­niert. Ein junger Archi­tekt lebt dort in einer coolen Wohnung, die nur 32 Quadrat­meter groß ist. Man nennt es Micro­housing. Er hat seine Wohnung so konzi­piert, dass sie modular ist und so umge­staltet und konfi­gu­riert werden kann, dass sie alle Funk­tionen aller normalen Arten von Räumen erfüllt, die man in seinem Haus hat. Dies erreichte er durch die Verwen­dung von Gleit­steinen, die an Schienen in der Decke aufge­hängt sind. Und auf ihnen ist alles, ob Schlaf­zimmer, Küche, Esszimmer, Arbeits­zimmer oder Garde­robe. Alles in Einem. Komplexer Aufbau, einfach zu bedienen. Als Mate­ria­lien wählte er Metall und Glas, der Boden ist poliert, so dass alles das Licht perfekt reflek­tiert und sich der Raum nicht beengt anfühlt.

Dieses Konzept hat er dann mit einem lokalen Entwickler aus Hong­kong in dem Hoch­haus­pro­jekt Rednaxela ange­wendet. Sie bauten einen typisch schmalen Hong­kong-Wolken­kratzer, sie nennen ihn Pencil Tower, mit 19 Stock­werken und einer 24 Quadrat­meter großen Einheit pro Etage. Nur eine Wohnung auf jeder Etage. Für die Zukunft sind in Hong­kong Einheiten von rund 18 Quadrat­me­tern vorge­sehen, die dank eines ähnli­chen Konzepts ausrei­chen werden.

Ich schaue mir noch die nächste Folge an. Es gibt eine coole Idee von Icon, einer Firma für Beton-3D-Druck in Austin, Texas. Sie haben einen riesigen 3D-Drucker namens Vulcan II entwi­ckelt. Sie haben viel­leicht schon einige Desktop-3D-Drucker gesehen. Wie die des tsche­chi­schen Erfin­ders Josef Průša, über den wir später noch spre­chen werden. Das ist der größte, den ich je gesehen habe. Es ist so groß wie ein kleines Haus. Und es kann ein Haus in 24 Stunden bauen. Sie haben ihre eigene Mischung aus Beton und Mörtel entwi­ckelt. Die einzelnen Mate­ri­al­schichten müssen durch die Schläuche des Druckers fließen können und recht­zeitig trocknen, um die nächsten Schichten zu tragen.

In Mexiko wurde so die welt­weit erste Gemein­schafts­un­ter­kunft für 50 obdach­lose Fami­lien gebaut. Icon hat auch bereits eine Finan­zie­rung von der NASA erhalten, um die Möglich­keiten des Baus von 3D-gedruckten Gebäuden im Welt­raum zu unter­su­chen. In der Zukunft könnte der 3D-Druck von Häusern der billigste und schnellste Weg sein, um den Schwächsten ein Zuhause zu geben. Das klingt für mich nach einer tollen Idee.

FUNKY NEUE WOHNUNGEN

Als ich wieder über all das nach­dachte, kam mir der Gedanke, was wäre, wenn wir fertige Wohnungen produ­zieren würden? Norma­ler­weise in einer Fabrik. Keine über­teu­erten Konstruk­tionen mehr, die ewig dauern.

Stellen Sie sich eine Gemeinde vor, die drin­gend neuen Wohn­raum benö­tigt. Natür­lich so schnell und so billig wie möglich. Alles, was sie tun müssen, ist eine Beton­platte auf dem Grund­stück zu gießen. Und dann kümmert sich der Staat um alles.

Der Staat wird eine Fabrik für die Wohnungen haben. Er produ­ziert die fertigen Module. Küche, Wohn­zimmer, Bad, Schlaf­zimmer. In der Küche gibt es direkt ab Werk einen schönen hellen Holz­schrank, eine Küchen­insel, einen hoch­wer­tigen Back­ofen, ein Gas- oder Induk­ti­ons­koch­feld, eine super Dunst­ab­zugs­haube und eine Beleuch­tung, die die ganze Küche zum Leuchten bringen wird. Es wird nicht nur eine zentrale Beleuch­tung haben, sondern auch die Arbeits­platte und der Bereich über dem Esstisch werden beleuchtet sein. Es steht schon in der Küche. Ein Esstisch für sechs Personen.

Im Wohn­zimmer ein bequemes Sofa mit einem Hocker und einem nied­rigen Couch­tisch auf einem hoch­wer­tigen Holz­boden oder einem stil­vollen Teppich. An der Wand hängt natür­lich ein Fern­seher. Alles ab Werk! Im licht­durch­flu­teten Bad zwei Wasch­be­cken unter einem riesigen recht­eckigen Spiegel und natür­lich eine luxu­riöse große Bade­wanne. Zu der modu­laren Wohnung gehört auch eine Loggia mit dunklem Holz­fuß­boden. Und er bietet problemlos Platz für zwei Sonnen­liegen und jede Menge Töpfe. Oh, und eine Klima­an­lage, natür­lich. Ich denke, es ist ziem­lich anständig.

In der Fabrik werden die modernsten Mate­ria­lien verwendet und die Geräte werden von großen Archi­tekten und Desi­gnern entworfen. Keine Holo­bytes, sondern schöne, gemüt­liche und sichere Wohnungen, die dem 21. Jahr­hun­dert entspre­chen. Oh, und die Heizung ist in den Wänden. Sie haben auch eine perfekte Isolierung.

Die Beton­platte trocknet also aus und die LKWs kommen mit all diesen Modulen an. Nach und nach lädt der Kran sie auf der Baustelle ab und setzt das ganze Wohn­haus wie ein Lego zusammen. Ein Modul nach dem anderen.

Haben Sie schon einmal gebaut oder reno­viert? Selbst wenn Sie das nicht getan haben, können Sie sich sicher vorstellen, wie viel Ärger das bedeutet. Sie arbeiten monate- oder jahre­lang an einem Einfa­mi­li­en­haus, widmen ihm Ihre ganze Frei­zeit, Geld und Nerven. Sie haben mit einzelnen Hand­wer­kern zu tun, wenn sie über­haupt zu Ihnen kommen, alles ist teurer als geplant. Mit eiserner Regel­mä­ßig­keit werden alle Arten von Fehlern gemacht.

Also noch einmal: Diese Wohnungen werden nicht gebaut. Wir liefern sie einfach zu Ihnen. Schlüs­sel­fertig. Vor allem für dieje­nigen, die güns­tigen Wohn­raum benötigen.

Das ist keine verrückte Fantasie von mir, solche Wohnungen werden bereits in vielen Ländern gebaut. Preis? Etwa 16.000 Kronen pro Quadrat­meter. Wenn Sie sich auskennen, wissen Sie, dass der Durch­schnitts­preis in unserem Land ganz anders ist. Und in Prag sind es weit über 100.000 Kronen.

Deshalb denke ich, dass dies einer der Wege ist, die man gehen kann. Vorge­fer­tigte Wohnungen. Schön, luftig, modern. Die Gemeinde bestellt das Mehr­fa­mi­li­en­haus, der Staat stellt es her und montiert es. Das geht alles sehr schnell. Und die ganze Familie kann in Haus­schuhen herein­kommen und auf der bequemen Couch gleich den Fern­seher einschalten.

Und eine 95%-Hypothek oder viel­leicht 100%? Lassen Sie die jungen Leute, für die das Wohnen jetzt absolut uner­schwing­lich ist und die Bank 20 % des Preises für die Wohnung will, für die sie nie sparen konnten, dort wohnen. Und wir werden alle Geld verdienen.

Und Sie, was wollen Sie bauen oder reno­vieren? Für Sie haben wir das wich­tigste Gesetz unserer Zeit ausge­packt und verabschiedet.

BAUERN

Das Bauge­setz.

Ja, Sie wollen bauen. Ihr eigenes Zuhause. Wie Sie wünschen. Oder renovieren.

Die neue Bauord­nung betrifft Millionen von Menschen. Alle, die bauen oder reno­vieren wollen.

Sein Grund­prinzip?

Ein Büro.

Ein Stempel.

Eine Entschei­dung.

EINE HAUSGENEHMIGUNG INNERHALB VON 30 TAGEN.

UND BAU INNERHALB EINES JAHRES!

Sie wollen bauen? Wenn Sie als Bauan­trag­steller alles richtig machen, können Sie in nur 30 Tagen eine schnelle Haus­ge­neh­mi­gung in der Hand haben. Und ich denke, das ist eine Revo­lu­tion, die das Leben für uns alle sehr viel einfa­cher machen wird. Das können wir uns gar nicht vorstellen. Und wenn einer von Ihnen etwas gebaut hat, werden Sie mir sagen, dass man nicht viele verrück­tere Dinge in seinem Leben sieht. Die Hilf­lo­sig­keit. Das Warten. Tausende von Papieren, Beweisen, Behörden. Endlos.

Also haben wir eine neue Bauord­nung geschrieben und durchgesetzt.

Natür­lich war es nicht nur das. Und ich möchte mich beson­ders bei Klara Dost­alova bedanken, die das gemacht hat. Bevor Klara auftauchte, war die Bauge­neh­mi­gung in diesem Land eine komplette Kata­strophe. Und das nicht nur, wenn es um Wohnungen ging. Um Ihnen eine Vorstel­lung von der verrückten Situa­tion zu geben, in der wir uns befanden:

Wir haben 13 Jahre gebraucht, um einen Highway zu bauen.

In Polen, wo sie ein schnel­leres Bauge­setz haben, haben sie 2000 Kilo­meter Auto­bahnen in 10 Jahren gebaut.

Uns?

150 Kilo­meter.

Unsere Bauge­setz­ge­bung war auf einem Niveau mit den afri­ka­ni­schen Entwick­lungs­län­dern. Ich scherze nicht. In der Rang­liste der Welt­bank über die Schwie­rig­keit, eine Bauge­neh­mi­gung zu erhalten, lag die Tsche­chi­sche Repu­blik vor 10 Jahren auf Platz 76. Heute liegen wir auf einem beschä­menden 157. Platz von 190 Ländern. Und wir können es auslän­di­schen Inves­toren nicht verdenken, dass sie ihr Geld lieber woan­ders anlegen.

Das Baurecht war furchtbar über­re­gu­liert. Dennoch betrifft es Millionen von Menschen, die bauen oder reno­vieren wollen. Alles blockiert durch totale Büro­kratie. Die Tsche­chi­sche Repu­blik war erstickt, wir brauchten drin­gend ein schnelles, dyna­mi­sches Baurecht des 21. Jahr­hun­derts, um Straßen und Auto­bahnen viel schneller zu bauen. Ohne die Geset­zes­än­de­rung hätten wir die fehlenden Teile nie fertig bekommen.

Vom Gehäuse ganz zu schweigen. Aber keine der Vorgän­ger­re­gie­rungen hatte den Mut, den notwen­digen und radi­kalen Schritt zu gehen. Wenn Sie eine Bauge­neh­mi­gung bean­tragen, gibt es Hunderte von Betei­ligten, und manchmal kann man eine Eini­gung erzielen, während man an anderen Stellen die Sache erzwingen muss. Andern­falls wird es nichts geben. Niemals.

Das aktu­elle Bauge­setz wurde seit 2006 genau 26 Mal geän­dert. Das Konstruk­ti­ons­ver­fahren ist immer kompli­zierter geworden. Schon vor der Pandemie, als die Wirt­schaft boomte, wurde nur wenig gebaut.

Das neue Bauge­setz ist ein völliger Durch­bruch. Es wird die wahn­sin­nige Büro­kratie, die mit Bauge­neh­mi­gungen einher­geht, radikal redu­zieren. Das ist der Grund, warum keine Wohnungen gebaut wurden. Das war der Grund, warum die Preise stiegen und die Menschen vom Eigen­heim nur träumen konnten.

Wie ich schon sagte, kostet ein Quadrat­meter Neubau in Prag bereits mehr als 100 000 CZK. Die durch­schnitt­liche Wohnung dort kostet heute 7,5 Millionen CZK, und das ist wirk­lich absurd. Und es sind nicht nur neue Wohnungen, die teurer werden, sondern auch gebrauchte und sogar gemie­tete. Es ist eine Katastrophe.

Wir wollen nicht mehr 13 Jahre auf eine Auto­bahn­ge­neh­mi­gung warten. Wir wollen nicht 5 Jahre auf eine Geneh­mi­gung für ein gewöhn­li­ches Wohn­haus oder ein Schul­wohn­heim warten.

Aber vor allem für die Wohnungen.

Das neue Baurecht, das wir durch­ge­setzt haben, wird helfen, all dies zu lösen. Ein Gesetz, das jeden Bauherrn wissen lässt, ob er inner­halb eines Jahres mit dem Bau beginnen kann.

Ein Gesetz, das jedem erlaubt, sich zu einem geplanten Gebäude zu äußern, aber nur einmal, in einem einzigen Verfahren. Und komplexe Bauwerke wie Flug­häfen, Auto­bahnen, Hoch­ge­schwin­dig­keits­netze, Ener­gie­netze, müssen von spezia­li­sierten Fach­leuten bear­beitet werden. Und sie werden inner­halb der Staat­li­chen Bauver­wal­tung in einem spezia­li­sierten Büro konzen­triert sein. Denn ein Beamter, der bisher nur Einfa­mi­li­en­häuser begut­achtet hat, kann sich nicht mit solch großen Inves­ti­ti­ons­pro­jekten befassen. Und auch bei linearen Bauten müssen wir sicher sein, dass sie inner­halb eines Jahres die Bauge­neh­mi­gung erhalten. Wie wir verspro­chen haben.

BAUMEISTER IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK

Bislang hatte der Bauherr in Tsche­chien eine äußerst schwie­rige Zeit. Er musste sich die Stempel von mehr als 40 betrof­fenen Behörden ganz allein besorgen. Ihre verbind­li­chen Meinungen wider­spra­chen sich oft. Dann konnte die Baube­hörde sie nicht abrechnen.

Bis jetzt, die Baugenehmigungen:

714 kommu­nale Bauämter

606 Sonder­bau­ämter

4 Mili­tä­ri­sche Baubehörden

9 Berg­be­hörden

und weitere 4 Sonder- oder Dienststellen.

Der Erbauer hatte 85 Gesetze zu beachten.

Dass es im 21. Jahr­hun­dert keine Möglich­keit gab, einen Antrag elek­tro­nisch zu stellen? Es gibt bereits so viel Doku­men­ta­tion, dass sie bei größeren Gebäuden per Trans­porter zu den Behörden gebracht wird.

Einige Behörden hielten ganz routi­ne­mäßig Fristen für die Abgabe von Stel­lung­nahmen und Erklä­rungen nicht ein. Bei manchen Stem­peln wartet der Erbauer bis zu einem Jahr. Wenn ein Bürger des Staates dies tun würde, würde er Ärger bekommen. Aber bei den Behörden passiert nichts. Bisher gab es bei den Baube­hörden keine Ersetz­bar­keit. Wenn ein Ange­stellter krank wurde oder im Urlaub war, hängte er ein Schild an die Tür, schloss das Baubüro, und das war’s.

Wir müssen unseren Weg aus der Post-Coro­na­virus-Krise reinves­tieren. Es wird passieren, aber ohne ein funk­tio­nie­rendes Bauamt wäre es nie passiert. Wir wollen nicht fast eine Billion Kronen an EU-Subven­tionen verlieren.

Und so schrieben wir, berieten, über­ar­bei­teten, schrieben um, Dutzende von Versionen des Bauplans. Das Minis­te­rium für regio­nale Entwick­lung arbei­tete daran in Zusam­men­ar­beit mit Dutzenden von Experten aus vielen Berei­chen der Praxis, einschließ­lich Experten für die Umwelt, Kultur­denk­mäler und viele andere.

Niemand braucht zu befürchten, dass nun der Denk­mal­schutz oder die Bereit­stel­lung von Brand­normen für Gebäude endet. Dieje­nigen, die öffent­liche Inter­essen schützen, werden diese Inter­essen auch weiterhin gemäß ihren Gesetzen schützen. Wir werden einfach den Geneh­mi­gungs­pro­zess beschleu­nigen, den damit verbun­denen über­mä­ßigen Papier­kram verein­fa­chen und dafür sorgen, dass die Fristen durch­setzbar sind. Eine einfache Bauge­neh­mi­gung, zeit­lich klar defi­niert, trans­pa­rent, fair und vor allem berechenbar.

Was bedeutet das für den Bürger?

Eine ganze Menge.

EIN Büro.

EIN Stempel.

EINE Entschei­dung.

Am wich­tigsten ist eine schnelle und vorher­seh­bare Bauge­neh­mi­gung, damit jeder für das Leben in seinem neuen Haus planen kann. Finan­zieren, bauen, umziehen, eine Familie gründen. Solange alles in Ordnung ist und keine Kompli­ka­tionen auftreten, können sie eine Bauge­neh­mi­gung für ein Haus im Schnell­ver­fahren in nur 30 Tagen in der Hand haben. Für Bürger und Groß­in­ves­toren wie die Straßen- und Auto­bahn­di­rek­tion müssen sie dann inner­halb eines Jahres wissen, ob sie bauen können oder nicht.

Bean­tra­gung von Bauge­neh­mi­gungen und die gesamte Kommu­ni­ka­tion mit den Behörden auf elek­tro­ni­schem Wege. Von der Couch, wie wir 2017 in unserem Buch „Wovon ich träume“ verspro­chen haben. Eine elek­tro­ni­sche Akte sorgt für Trans­pa­renz bei der Entschei­dungs­fin­dung und eine elek­tro­ni­sche Spur, bei der jede Aktion in der Doku­men­ta­tion nach­voll­ziehbar ist. Ein Bürger wird den Fort­schritt des Baupro­zesses für sein Haus online verfolgen können.

Keine Mara­thons mehr zu Dutzenden von Büros. Keiner muss mehr um Brief­marken betteln, bevor er über­haupt zum Bauamt gehen kann. Die meisten der betrof­fenen Behörden, wie z.B. Abwasser‑, Umwelt‑, Verkehrs­be­hörden, werden in das Bauamt inte­griert. Der Baube­auf­tragte wird dann die Konflikte selbst lösen. Der Bürger erhält alle Infor­ma­tionen an einem Ort.

Der Staat wird endlich Fristen gegen­über dem Bürger einhalten. Immer. Das neue Bauge­setz führt Fristen ein, wo sie heute fehlen, und enthält Mecha­nismen zur Einhal­tung. Und wo die betrof­fenen Behörden nicht einge­bunden sind, was das abso­lute Minimum sein wird, sorgt die Zustim­mungs­fik­tion für die Einhal­tung der Fristen. Wenn die betrof­fenen Behörden die Fristen nicht einhalten, wird davon ausge­gangen, dass sie zuge­stimmt haben und keine Einwände erheben. Wenn sie keinen Kommentar abgeben, sozu­sagen. Eine totale Revo­lu­tion, die den Staat zur Reak­tion zwingen wird.

Kein verrücktes Ping-Pong zwischen den Behörden mehr, wie wir es seit 26 Jahren haben. Das Gesetz legt das Beru­fungs­prinzip fest, was bedeutet, dass die Beru­fungs­in­stanz über die Ange­le­gen­heit zu entscheiden haben wird. Das muss einfach so sein. Zeitraum.

Nur eine weitere Vorge­hens­weise. Der Bauherr benö­tigt dann keine Bauge­neh­mi­gung und keine Bauge­neh­mi­gung mehr, sondern nur noch die Baugenehmigung.

Und eine wich­tige Sache. Der Bürger muss nicht befürchten, sich mit dem Bürger­meister zu streiten. Das Gesetz bringt ein neues Modell der reinen staat­li­chen Bauver­wal­tung mit sich, das endlich die Unab­hän­gig­keit der Beamten von der poli­ti­schen Führung der Kommunen gewähr­leistet. Sie werden daher in der Lage sein, Entschei­dungen unab­hängig und ohne Angst um ihre Karriere oder Beloh­nung zu treffen.

Also. Wir sollten Fami­lien mit Kindern unterbringen.

Und nun zur Schule!

SCHULE

Meine ältere Tochter Adika hat in Amerika studiert. Sie hat eine Geschichte mitge­bracht, die ich Ihnen jetzt erzählen möchte. Also kam eines Tages ihre Lehrerin ins Klas­sen­zimmer und verkün­dete, dass sie Scho­ko­la­den­kekse backen würden. Die Studenten sahen ihn mit offenem Mund an, aber sie ließen sich darauf ein. Zuerst mussten sie berechnen, wie viel die Zutaten zum Backen kosten würden, wie viel ihre Arbeits­kraft kosten würde und andere Dinge über dieses neue Geschäft. Dann gingen sie hin und baten ihre Eltern und Freunde, in ihr Projekt zu inves­tieren. Bei Erfolg bekämen sie ihr inves­tiertes Geld zurück plus 10 Prozent oben­drauf. Als die Kekse geba­cken und verpackt waren, wurden sie mit Preis­schil­dern versehen und gingen hinaus, um sie zu verkaufen. Freunde, Lehrer, Nach­barn. Mit dem Geld zahlten sie die Inves­toren aus und teilten den Gewinn. Eine unbe­zahl­bare Lektion.

Das ist ganz anders als die Schule, auf der ich war. Ich gebe zu, dass ich mich nicht wirk­lich an meinen ersten Schultag erin­nern kann. Woran ich mich aber sehr gut erin­nern kann, sind die Foglar-Lektionen. Ich und die Jungs aus der Grund­schule hatten eine geheime Bande, in der wir Biber­fluss-Jungs gespielt haben. Ich habe Foglar immer unter meinem Schreib­tisch gelesen. Sowie eine Menge anderer Bücher. Karl May, Jules Verne, grie­chi­sche Mythen und Legenden, wie jedes Kind, denke ich. Ich kann mich noch an den Teig erin­nern. Und das Rauchen auf den Toiletten und der Gang zum Nach­sitzen. Wir schlugen uns gegen­seitig mit den Schul­bü­chern auf den Kopf, stritten und alberten herum. Ich habe nicht wirk­lich verfolgt, was vor der Tafel vor sich ging. Ich mochte Geschichte, Geografie, ja, und Chemie, wenn sie die Expe­ri­mente machten, aber das ist alles, woran ich mich vom Unter­richt erin­nere. Es war langweilig.

An was erin­nern Sie sich aus der Schule? Ja, viele Geschichten aus den Fluren, mit den Jungs, mit den Mädchen, viele Notizen. Okay, und das Mate­rial? Kleines Einmal­eins, benannte Wörter, Endungen: ‑ny, ‑ny, ‑ity, ‑ity, ‑ity… Und irgend­welche Erfah­rungen im Unterricht?

Nicht viel.

Ich mache mir ein wenig Sorgen, dass die Kinder von heute ziem­lich genau so sind. Zumin­dest die meisten von ihnen. Vor dem Covid saßen sie noch in den Pulten aufge­reiht vor der Tafel. Das nennt man „Fron­tal­un­ter­richt“. Die Schreib­tisch­reihen erstreckten sich hinter­ein­ander bis irgendwo in die Ferne an die Wand, wo sie schliefen und mögli­cher­weise Papier­ku­geln durch einen zerknit­terten Stift oder einen Verzilla, den soge­nannten „Flush“, schnippten. Entschuldigung ☺

Dieses System hat nie sehr gut funk­tio­niert. Ein System, in dem allen Kindern dasselbe beigebracht wird, voll­ge­stopft mit riesigen Mengen an Infor­ma­tionen und Fakten, und wer am meisten rein­stopft, ist der Klas­sen­primus und bekommt die besten Noten.

Was noch?

Nichts.

Was wäre also, wenn wir aufhören würden, Kinder zu wandelnden Enzy­klo­pä­dien machen zu wollen?

Was wäre, wenn wir uns mehr darauf konzen­trieren würden, was die Kinder selbst wollen.

Was sie genießen. Woran sie inter­es­siert sind. Was genau zu ihnen passt.

Ich weiß, dass ich nicht die erste Person bin, die diese wich­tigen Fragen stellt. Ich weiß, dass wir eine Menge moderner Lehrer, Schul­leiter und Leute haben, die groß­ar­tige Schulen leiten.

ICH UND DIE SCHULE

Ich bin nicht auf eine so tolle Schule gegangen. Das waren sie nicht. Und ich habe sie nicht sonder­lich genossen. Ich mochte Musik nicht, weil ich falsch gesungen habe und manchmal vom Lehrer dafür geohr­feigt wurde. Wenn es nach mir ginge, würde ich meinen Natur­wis­sen­schafts­un­ter­richt auf der Wiese oder im Wald verbringen und meinen Geschichts­un­ter­richt in eine Decke einge­wi­ckelt am Ofen.

Ich habe immer gesagt, die Haupt­sache ist, dass man Spra­chen lernt, und das Leben wird einem den Rest beibringen. Aber viel­leicht bin ich auch zu alt und kann mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn die Schulen Dutzende von verschie­denen Fächern unter­richten würden und die Schüler und Studenten sich aussu­chen könnten, was sie studieren wollen. Oder sie probieren sie alle aus und können sie nach Belieben verän­dern und kombinieren.

Letztes Jahr hat covid, wenn auch ziem­lich brutal, gezeigt, dass es einen anderen Weg zu lehren gibt. Über Video. Sicher, es ist eine Heraus­for­de­rung, wenn es die einzige Option ist. Am Anfang gefiel es uns nicht, es war völlig anders als das, was wir gewohnt waren, aber am Ende eröff­nete es uns neue, fast unend­liche Hori­zonte. Zumin­dest scheint es mir so zu sein. Wir müssen nicht mehr jeden Tag physisch in der Schule sein, viel Zeit mit Pendeln verbringen und die ganze Zeit an einem Ort sein, nur weil morgen wieder Schule ist.

Und dann gibt es auch keinen Grund mehr, warum Kurse oder Vorle­sungen der besten Lehrer nur für ausge­wählte Studenten sein sollten. Warum sollten sie auf die wenigen beschränkt sein, die physisch in diesem bestimmten Klas­sen­zimmer anwe­send sind? Immerhin können sie online sein. Für alle.

ALTERNATIVE METHODEN

Es gibt weitere alter­na­tive Methoden. Home­schoo­ling. Gemein­schafts­schulen, oder sogar World­schoo­ling. Sie nehmen Ihre Kinder aus der Schule und reisen mit ihnen um die Welt? Ein biss­chen verrückt, oder? Ja, es ist eine totale Alter­na­tive. Die meisten von uns rümpfen die Nase über diese Methoden und trauen ihnen nicht viel zu. Aber ich denke, es ist an der Zeit, dass wir alle zusam­men­ar­beiten. Jede dieser Methoden hat eine Menge Vorteile, jede hat ihren Platz. Und jedes Kind sollte wählen, was für es am besten funk­tio­niert. Und alle! Es sollte alles auf den Inter­essen, Talenten, Fähig­keiten und Wünschen des Kindes basieren.

Nicht die Eltern.

Nicht die Lehrer.

Nicht Poli­tiker.

Das Kind.

SCHULE DURCH DAS KIND

(lacht) Okay. Wenn ich versuche, es mir mit den Augen eines Kindes vorzu­stellen, wie würde die Schule der Zukunft aussehen? Wahr­schein­lich sehr auf seine Art. Ja, auf einer Kind-zu-Kind-Basis. Einzigartig.

Ich will etwas, das meine Aufmerk­sam­keit erregt, das ich genießen werde. Etwas, das genau das Rich­tige für mich ist. Auch um ein biss­chen erwachsen zu sein und etwas aus ihrer Welt zu probieren. Ich möchte etwas, in dem ich gut sein kann, und das andere sehen können. Ich möchte mein Talent entwi­ckeln. Ich möchte viele Dinge und ich möchte aus ihnen wählen.

Ich denke, jedes Kind sollte seinen eigenen indi­vi­du­ellen Bildungs­plan haben. Ein Plan, in dem es ein Gleich­ge­wicht von Grup­pen­ak­ti­vi­täten gibt, in dem sie von anderen lernen und mit anderen zusammen sind, und vor allem, in dem sie ihre sozialen Fähig­keiten und Bezie­hungen entwi­ckeln, weil das die wich­tigsten Dinge im Leben sind. Und natür­lich sollte er auch ein indi­vi­du­elles Programm haben, in dem seine Fähig­keiten, Talente, Inter­essen regel­mäßig unter­sucht werden und alles unter­stützt und regel­mäßig über­prüft wird. Es gibt Dinge, die ihm Spaß machen, die er aber gerade deshalb macht, um seine Fähig­keiten zu entwi­ckeln. Maßgeschneidert.

Alle viel­leicht sechs Monate wird sein Plan ange­passt. Sowohl der Bildungs­plan als natür­lich auch der persön­liche Entwick­lungs­plan. Wenn das Kind seine Inter­essen ändert, passt sich der Inhalt an. Wir alle wissen, dass Kinder ihre Inter­essen oft ändern, aber sie können zu ihnen zurück­kehren. Wenn wir einschätzen könnten, was ein Kind lang­fristig tun sollte, und es auf gewalt­freie Weise einbauen könnten, so dass keine Blockaden entstehen, hätten wir eine ganze Nation der talen­tier­testen Menschen der Welt.

Wenn wir fest­stellen, dass ein Kind eine Bega­bung für Fußball hat, schlagen wir vor, ein paar Übungen hinzu­zu­fügen, auch wenn das Kind derzeit sagt, dass es keinen Spaß mehr am Fußball hat. Wir wissen, wie schnell sich das bei Kindern ändert. Viel­leicht kapiert er es ja noch. Und wenn er es jetzt nicht kapiert, versu­chen wir es im nächsten Semester. Es ist alles völlig nicht-invasiv, orga­nisch und natür­lich. Nur für ihn.

Und während ich mir vorstelle, wie es sein könnte, würde das Kind auch in jedem Kurs oder Projekt entweder Einzel- oder Grup­pen­be­treuung haben, eigent­lich ein Seminar, in dem es sich online mit den besten Experten des Landes berät.

ANLEITUNG VON DEN BESTEN

Die tsche­chi­sche Nation hat ein unglaub­li­ches Poten­zial, wenn wir nur berück­sich­tigen, welche Tsche­chen es ins Ausland geschafft haben oder dort große Firmen leiten. Ich folge vielen von ihnen. Robert Kyncl betreibt YouTube. Josef Průša stellt den welt­weit meist­ge­nutzten 3D-Drucker her. Vít Horky verkaufte Brand Embassy an die israe­li­sche Firma NICE. Lubo Šmíd grün­dete STRV, ein Unter­nehmen, das mobile Apps nach Amerika liefert, und nutzte die Krise für Rekord­ge­winne. Wir werden mehr über sie alle spre­chen, denn es gibt mehr von ihnen, als Sie viel­leicht denken.

Wissen­schaftler und Experten konnten lehren und sich vernetzen, sei es für Einzel­be­ra­tungen oder Semi­nare. Ganz einfach: Jeder, der helfen möchte, kann sich in das System einloggen und seine Zeit und sein Fach­wissen für die Klasse oder die Klassen anbieten, die er gerade möchte.

Sind Sie mit Masterclass.com vertraut? Eine unglaub­liche Bildungs­web­site, auf der Sie Lektionen von den Besten aus allen Berei­chen kaufen können – Design, Mode, Wirt­schaft, Sport, sogar von Schrift­stel­lern wie Dan Brown. Kompo­nisten Hans Zimmer, Herbie Hancock. Timba­land, Alicia Keys. Archi­tekt Frank Gehry. Küchen­chef Gordon Ramsay. Visionär Malcolm Glad­well, Regis­seur Martin Scor­sese und Tennis­spie­lerin Serena Williams.

Und ich möchte dieses tolle Konzept mit unseren Wissen­schaft­lern, Ärzten, Experten, Archi­tekten, Physi­kern, Unter­neh­mern und Künst­lern für unsere Schul­kinder umsetzen. Kosten­loser Erfah­rungs­aus­tausch für alle Schulen, zuge­schnitten sowohl auf den neuesten Stand der Wissen­schaft als auch auf die Bedürf­nisse der jewei­ligen Klasse. Auch das können wir koor­di­nieren, dazu gleich mehr.

Einfach eine Erzie­hung, die auf die Persön­lich­keit des Kindes zuge­schnitten ist.

Also kein einheit­li­cher Lehr­plan mehr.

WAS WIRKLICH WICHTIG IST

Nun, ja. Es ist wirk­lich Zeit für eine Verän­de­rung. Es gibt keinen Grund mehr für den stän­digen Bull­shit. Und das wird es nicht. Weitaus besser wird ein Bildungs­system sein, das den Schü­lern hilft, die Fähig­keiten und Fertig­keiten zu entwi­ckeln, die im 21.

Kommu­ni­ka­tion, Selbst­prä­sen­ta­tion, Krea­ti­vität, Team­ar­beit, Führung, Online-Team­ar­beit, Eigen­ver­ant­wor­tung, Fremd­spra­chen oder Finanz­kennt­nisse. Und keine Angst zu haben. Sie brau­chen sich nicht zu schämen. Ehrlich­keit. Und Anstand. Verhand­lung. Bieten Sie sich an. Kennen Sie Ihren Wert. Wissen, wie man um Geld bittet. Zu wissen, was ich mir leisten kann, wie viel ich verdienen kann und ob es Sinn macht, Geld zu sparen. Inves­tieren. Wissen, wie man sich auf ein Vorstel­lungs­ge­spräch vorbe­reitet. Auch für einen Nebenjob in den Ferien.

Wir müssen uns endlich von der Idee verab­schieden, dass wir die Schüler in wandelnde Enzy­klo­pä­dien verwan­deln und akzep­tieren, dass jeder Schüler ein Funda­ment haben sollte, aber die Haupt­sache liegt im Überbau. Und das beginnt in den meisten Ländern der Welt mit der High School. Dort sollten die Studenten die Möglich­keit haben, entweder verschie­dene Kurse und Projekte auszu­pro­bieren, um heraus­zu­finden, welche Rich­tung sie einschlagen wollen, oder, wenn sie es bereits wissen, sollten sie die Möglich­keit haben, ihre Rich­tung voll und ganz zu verfolgen.

In den Verei­nigten Staaten wählen die Schüler in der High School nach eigenem Ermessen und Inter­esse aus vielen Fächern, und die Klassen werden nicht nach Alter, sondern nach Fähig­keiten und Kennt­nissen in dem jewei­ligen Fach unter­teilt. Es kommt also nicht vor, dass in einer Klasse dreißig Schüler mit riesigen Wissens­un­ter­schieden in einem Fach sind und sie sich gegen­seitig aufhalten und der Lehrer nicht weiß, was er mit ihnen machen soll. Klas­si­sche tsche­chi­sche Grund­schule aus dem letzten Jahrhundert.

Das tsche­chi­sche Bildungs­system sollte die Schüler dazu erziehen, ihren Platz in der Welt und auf dem Arbeits­markt zu entde­cken und ihnen verschie­dene Möglich­keiten bieten, ihr Poten­zial auszu­schöpfen. Die Schulen müssen mehr projekt­ba­siertes Lernen unter­richten und die Schüler so weit wie möglich einbeziehen.

Einige Schulen verlangen nicht einmal, dass die Schüler an einem oder zwei Tagen in der Woche am Unter­richt teil­nehmen, sondern erlauben ihnen, je nach ihrer beson­deren Situa­tion, auf eigene Faust zu lernen. Zum Beispiel für einen Stoff, bei dem es möglich ist, allein, in einer Gruppe von Freunden oder Klas­sen­ka­me­raden zu lernen. Alter­nativ dazu arbeiten die Studenten einen Monat lang donners­tags und frei­tags virtuell per Fern­zu­griff an einem größeren Projekt, anstatt am Unter­richt teilzunehmen.

In den weiter­füh­renden Schulen, aber auch in den Grund­schulen der Sekun­dar­stufe II, muss es normal sein, dass einige Fächer auf Englisch unter­richtet werden und es besteht auch die Möglich­keit, dass die Schüler einige Fächer inner­halb eines geschlos­senen Soft­ware-Curri­culums selbst­ständig belegen. Dies ist der Stan­dard, vor allem in den Verei­nigten Staaten, wo ein außer­ge­wöhn­lich begabter Schüler zwei oder drei Jahre eines bestimmten Faches in einem Jahr durch Kurs­un­ter­lagen belegen kann. Es gibt nichts, was ihn aufhält.

All dies würde ich gerne in unserem Land sehen.

Das Ergebnis? Es werden Menschen aus der Schule kommen, die die Möglich­keit hatten, alles auszu­pro­bieren, heraus­zu­finden, worin sie am besten sind, und tatsäch­lich die Besten darin zu werden, weil ihre Schule eine maßge­schnei­derte Lern­um­ge­bung für sie geschaffen hat.

Das ist es, wovon ich träume und was ich für unsere Kinder errei­chen möchte.

ONDŘEJ KANIA

Einer derje­nigen, die ich wirk­lich wieder­erkenne, ist Ondrej Kania. Er ist 28 Jahre alt und hat die Vision, den größten Bildungs­kon­zern in Mittel­eu­ropa aufzu­bauen. Er stammt aus Brünn, wo er ohne seinen Vater in einer Plat­ten­bau­woh­nung in einem gemein­samen Zimmer mit seinem Groß­vater lebte. Noch während seiner Schul­zeit vermit­telte er ein Stipen­dium für eine High School in Amerika. Dann machte er sich selbst­ständig und arran­gierte Studi­en­reisen für andere junge Menschen auf der ganzen Welt.

Er grün­dete das American Academy Netz­werk von High Schools, hat zwei ameri­ka­ni­sche Schulen in der Tsche­chi­schen Repu­blik und eine in der Slowakei. Jetzt hat er ein weiteres in Zagreb gestartet. Er ist auf dem Weg dorthin. Und wie ich möchte er, dass die Schulen von Leuten aus der Praxis unter­richtet werden.

EXPERTEN IN SCHULEN

Nicht nur dieje­nigen, die ihren Abschluss an der Fakultät für Erzie­hungs­wis­sen­schaften gemacht haben. Wir haben im Parla­ment darauf gedrängt, dass auch dieje­nigen unter­richten können, die keinen Abschluss an der Pädago­gi­schen Fakultät gemacht haben, die aber defi­nitiv etwas für Kinder zu bieten haben.

Menschen aus der Praxis haben Erfah­rungen gesam­melt, die diplo­mierte Lehrer einfach nicht haben können. Ihr ganzes Leben lang wurden sie mit realen Problemen konfron­tiert und mussten immer wieder Lösungen finden. Sie haben gesehen, was funk­tio­niert und was nicht. Sie haben also Praxis und Theorie im Griff.

Lehren ist nicht nur das Vermit­teln von Fakten und Infor­ma­tionen. Es geht um Anlei­tung, Inspi­ra­tion, Moti­va­tion, Psycho­logie, das Erkennen von Talenten und das Wecken von Inter­esse bei Kindern. Es ist ein verdammt harter und komplexer Beruf, und wir müssen ihn hier und jetzt angehen und in moderne Lehr­pro­gramme für unsere Lehrer inves­tieren, aber auch für dieje­nigen, die unter­richten wollen, aber keinen Abschluss in Pädagogik haben.

Wissen Sie, wie die Quali­täts­lücke bei den Lehrern in Shanghai ange­gangen wird? Die besten Schulen dort bilden Part­ner­schaften mit denen, die Hilfe brau­chen, und geben ihre Prak­tiken weiter. Schul­leiter, Lehrer und Schüler gehen mitein­ander auf Hospi­ta­tionen, lernen vonein­ander, lernen, wie man Dinge besser machen kann.

Stellen Sie sich vor, wie schön dies hier ange­wendet werden könnte. Wir haben ein riesiges Poten­zial in der Bildung, aber niemand kennt es richtig. Welche Schulen sind die besten? Über welche wird mehr schlecht als recht gespro­chen? Wir könnten ein System von gepaarten Schulen machen. Die Starken helfen den Schwa­chen. In Shanghai wurde ein rotie­rendes System von Spit­zen­leh­rern einge­führt, um benach­tei­ligten und ausge­grenzten Gebieten zu helfen, gute Lehrer zu bekommen. Dieje­nigen, die sich entscheiden, ihre Erfah­rungen und Quali­täten mit Lehrern zu teilen, vor allem aus länd­li­chen Schulen, gewinnen große soziale Aner­ken­nung und Pres­tige. Ich weiß, dass wir nicht China sind, aber es ist einfach eine Tatsache, dass unsere Regionen Karlovy Vary, Ústí nad Moravs­kos­lezsky und Mährisch-Schle­sien zum Beispiel mit einem Mangel an quali­fi­zierten Lehrern zu kämpfen haben, und die Einhei­mi­schen würden die Hilfe sicher­lich zu schätzen wissen. Es muss nicht massiv sein, ein paar ener­gi­sche, erfah­rene Lehrer können einen großen Unter­schied machen. Wir würden sie natür­lich finan­ziell unter­stützen. In Shanghai zum Beispiel können diese rotie­renden Lehrer vorzeitig in Rente gehen.

(lacht) Okay. Wieder zurück auf die Erde. Zurück in die Tsche­chi­sche Repu­blik. Wo stehen wir jetzt?

TSCHECHISCHE BILDUNG IM JAHR 2021

Wenn wir eine kleine Perspek­tive einnehmen, ist das tsche­chi­sche Bildungs­system einer­seits von verschie­denen staat­lich orga­ni­sierten und kontrol­lierten, zentra­li­sierten Tests durch­setzt. Staat­liche Aufnah­me­prü­fungen. Staat­liche Immatrikulationsprüfungen.

Auf der anderen Seite ist das gesamte Schul­system stark dezen­tra­li­siert. Es gibt keine leitende, koor­di­nie­rende, profes­sio­nelle Struktur zur Unter­stüt­zung der Schulen inner­halb der unteren regio­nalen Einheiten; die Schulen werden im Wesent­li­chen von der Politik gesteuert, da ihre Gründer die Gemeinden sind.

Auf der einen Seite mischt sich der Staat in alles ein, auf der anderen Seite verwaltet er nichts richtig. Klassisch.

Ergibt das einen Sinn?

Alle Schulen müssen die Schüler auf die glei­chen Prüfungen vorbe­reiten, aber es liegt wirk­lich an den Schulen, wie sie arbeiten, ob sie die Schüler auf diese Prüfungen vorbe­reiten oder nicht. Kurz gesagt, Schulen, die eine aufge­klärte und gute Führung haben, schneiden sehr gut ab, und Schulen, die keine solche Führung haben, schlecht.

Dieje­nigen, die gute Schul­leiter und Lehrer haben, kommen gut zurecht. Dieje­nigen, die das nicht tun, haben Pech. Während der Koro­na­krise, als die Schulen geschlossen waren und jeder auf seine eigene Weise mit dem Fern­un­ter­richt zurecht­kommen musste, wurden diese großen Unter­schiede noch deutlicher.

Diese Unter­schiede, d.h. die Exis­tenz von exzel­lenten Schulen und mittel­mä­ßigen Schulen, mögen z.B. in den USA oder in ganz Europa, wo Hunderte von Millionen Menschen mit unter­schied­li­chem sozio­öko­no­mi­schem Niveau und Kontext leben, verständ­lich sein, aber in der Tsche­chi­schen Repu­blik, einem homo­genen und reichen Land mit zehn Millionen Einwoh­nern, machen sie über­haupt keinen Sinn.

Was man dagegen tun kann, fragen Sie?

Ondřej Kania hat eine gute Idee. Er nennt es Super-Leader.

SUPERREGISSEURE

Es braucht eine neue Manage­ment­struktur. In unserem Bildungs­system, wie z.B. in den angel­säch­si­schen Ländern oder in Finn­land, sollte eine profes­sio­nelle Struktur geschaffen werden, die das mitt­lere Element des ganzen Systems sein wird, d.h. das Element zwischen den einzelnen Schulen und dem Bildungsministerium.

In Finn­land ist das gesamte Bildungs­system in Regionen unter­teilt, mit einer bestimmten Anzahl von Grund- und weiter­füh­renden Schulen in jeder Region, und jede Region hat ihren eigenen Leiter der Bildung, einfach einen Super­in­ten­denten. Dies sind in der Regel sehr erfolg­reiche Schul­leiter der örtli­chen Schule oder Schulen, und nachdem sie eine bestimmte Schule oder Schulen für eine lange Zeit erfolg­reich geleitet haben, wurden sie zum Leiter des gesamten Bildungs­sys­tems dieser Region beför­dert, und oft gibt es viel­leicht zwanzig Schulen unter ihnen. Logisch. Wenn jemand eine Schule glän­zend managen kann, kann er auch mehr managen.

Super­in­ten­denten sind für ihren Betrieb verant­wort­lich, helfen ihnen, unter­stützen sie und haben ein Team von Leuten um sich herum, die Experten für den Einsatz von Tech­no­logie im Unter­richt oder Spezia­listen für Kinder mit Lern­schwie­rig­keiten sind. Diese Experten helfen den einzelnen Schulen.

OK, was nun?

MATURITY

Auch hier sollten wir von den Finnen lernen. Meiner Meinung nach macht es wirk­lich keinen Sinn, dass ein Schüler des besten Gymna­siums des Landes und ein Berufs­schul­ab­sol­vent genau den glei­chen staat­li­chen Schul­ab­schluss machen sollen. Wenn wir das staat­liche Abitur beibe­halten wollen, dann könnte es zumin­dest, wiederum nach finni­schem Vorbild, eine Auswahl von mehreren Fächern und mindes­tens zwei Schwie­rig­keits­graden für jedes oder die meisten davon geben.

Durch das Bestehen der höheren Schwie­rig­keits­stufe konnten die Schüler ohne Aufnah­me­prü­fungen, die heut­zu­tage ohnehin ein Monopol eines oder weniger privater Unter­nehmen sind, an die Univer­sität gelangen. Schüler an Berufs­schulen und Lehr­stellen sollten nicht von vorn­herein vom Studium abge­halten werden. In Finn­land können Absol­venten berufs­bil­dender Schulen an poly­tech­nisch orien­tierten Univer­si­täten studieren, aber sie sollten auf keinen Fall die gleiche Prüfung ablegen müssen wie ihre Alters­ge­nossen aus Gymna­sien. Sie dürfen das viel­leicht, wenn sie sich sicher sind, aber es sollte nicht die Regel sein, so wie es jetzt hier ist.

STAATLICHE AUFNAHMEPRÜFUNGEN

Was ist mit der einheit­li­chen staat­li­chen Aufnah­me­prü­fung für acht­jäh­rige Gymna­sien und Real­schulen? Wozu sind sie da? Schließ­lich kann jede Schule selbst bestimmen, welche Krite­rien ange­hende Studenten erfüllen sollten. Sie können die staat­li­chen Aufnah­me­prü­fungen nutzen, aber es sollte keine Voraus­set­zung sein.

Wenn wir nicht in der Lage sind, den Schulen die volle Verant­wor­tung zu über­tragen, sollten wir die Manage­ment­struktur im Bildungs­wesen schaffen, über die ich Ihnen soeben geschrieben habe. Super­in­ten­denten würden mit ihren Teams regio­nale Schul­sys­teme von ein paar Dutzend Schulen beauf­sich­tigen, und sie sollten kompe­tent genug sein zu sagen, ob die indi­vi­duell fest­ge­legten Krite­rien dieser oder jener Schule richtig sind. Aber sie müssen nicht einen Test für alle Schüler und das ganze Land verwenden.

(lacht) Okay. Was ist mit dem Rahmen­lehr­plan oder dem Lehrplan?

DER LEHRPLAN

Diese sollten prin­zi­piell abge­schafft werden. Beson­ders in Gymna­sien. Wir sollten den Schulen die Frei­heit geben, selbst zu bestimmen, wie viel Zeit sie für bestimmte Fächer aufwenden. Wenn eine weiter­füh­rende Schule fest­stellt, dass es in ihrem Bereich ein großes Inter­esse von Unter­nehmen an IT und Technik gibt, sollte sie dies durch eine ausge­wo­gene Zeit­ein­tei­lung zwischen den Fächern umsetzen können.

Unsere Super­in­ten­denten und ihre Teams könnten darin groß­artig sein. Sie würden ihre Region und deren Bedin­gungen am besten kennen und könnten fest­stellen, ob die gewählte Ausrich­tung der Schule ange­messen ist, ob es zu viele solcher Schulen in der Region gibt oder ob ein Mangel an Schulen besteht.

Das Ergebnis? Die besten Leute im tsche­chi­schen Bildungs­system würden für die Leitung größerer regio­naler Schul­sys­teme verant­wort­lich sein. Sie wären natür­lich Partner für Verhand­lungen mit dem Bildungs­mi­nis­te­rium und der Regie­rung. Sie wären dieje­nigen, die verschie­dene Verän­de­rungen oder neue Trends, wie projekt­ba­siertes oder thema­ti­sches Lernen, umsetzen würden. Sie wären dieje­nigen, die die Kommu­ni­ka­tion und das Handeln von oben vermit­teln würden. Dass das nicht funk­tio­niert, hat man zum Beispiel letztes Jahr während der Kovid-Krise gesehen, als jede Schule einen Allein­gang gemacht hat.

Inner­halb jeder Region würden Super­in­ten­denten es ermög­li­chen, lokale Probleme anzu­gehen, indem sie den Austausch von Best Prac­tices oder bewährten Verfahren zwischen Schulen, denen es gut geht, und solchen, denen es weniger gut geht, koor­di­nieren. Auch die Bildung von Exper­ten­teams um die Super­in­ten­denten würde die Unter­stüt­zung für die einzelnen Schulen deut­lich erhöhen.

Wenn wir diese regio­nale, fach­liche, leitende Struktur schaffen, brau­chen wir als Staat nicht mehr zentral und allum­fas­send zu steuern und den Schulen vorzu­schreiben, welche Schüler sie aufnehmen sollen. Unsere Schulen erhalten ausrei­chend profes­sio­nelle Unter­stüt­zung und können so ihre eigenen Aufnah­me­kri­te­rien festlegen.

Unsere weiter­füh­renden Schulen werden nicht nur in Bezug auf die Fächer und die ihnen zuge­wie­sene Zeit flexibel sein, sondern auch in Bezug auf die Vermitt­lung der Inhalte des Lehr­plans. Wenn eine Schule haupt­säch­lich moderne Geschichte unter­richten will, sollte sie nicht durch den Lehr­plan in ein endloses Wieder­käuen des Neoli­thi­kums und der Prämys­liden gedrängt werden. Denn wenn man zum Beispiel die Große Fran­zö­si­sche Revo­lu­tion ausführ­lich bespricht, erfahren die Kinder viel mehr, als wenn man ständig mit der Vorge­schichte beginnt.

EIN EINFACHES SYSTEM

Wie sollte das regio­nale Bildungs­system idea­ler­weise aussehen? Okay, versu­chen wir, es zu modellieren.

Nehmen wir an, es ist 2030 und wir reden über eine Region, in der es 20 Schulen gibt, 10 Grund­schulen, 3 mehr­jäh­rige Gymna­sien und 7 Sekundarschulen.

In dieser Region ist der Super­in­ten­dent eine Person, die hier oder anderswo zehn Jahre lang eine sehr erfolg­reiche Schule geleitet hat und dann zur Ausschrei­bung gegangen ist und gewonnen hat. Zu seinem Team gehören ein Experte für die Imple­men­tie­rung von Tech­no­logie in Schulen, ein Experte für Lern­be­hin­de­rungen von Schü­lern, ein Experte für neue Lehr­me­thoden, ein Psycho­loge, ein Statis­tiker, ein CFO und ein paar weitere Finanz­be­amte. Dieses Team beauf­sich­tigt den Betrieb des gesamten regio­nalen Systems und ist für dessen Finan­zie­rung und die Beschaf­fung von Geld für Inves­ti­tionen verantwortlich.

In regel­mä­ßigen Abständen wird mit Hilfe von statis­tisch stan­dar­di­sierten und profes­sio­nell gestal­teten Frage­bögen die Zufrie­den­heit von Lehrern, Schü­lern und Eltern jeder Schule vor Ort abge­fragt, und aus dem Feed­back, das sich aus diesen Umfragen ergibt, werden dann Verän­de­rungen vorge­nommen. Kurzum: Kindern und Erwach­senen wird zugehört.

Dank der Ergeb­nisse der Umfragen erfährt das regio­nale Team, dass in einem Drittel der Schulen alles hervor­ra­gend funk­tio­niert, in einem Drittel der Schulen alles durch­schnitt­lich bis über­durch­schnitt­lich funk­tio­niert und in einem Drittel der Schulen die Situa­tion schlecht ist. Anhand der Frage­bögen finden sie heraus, welche Probleme es in den Schulen gibt und beginnen, diese mit der Schul­lei­tung zu bespre­chen. Der Super­in­ten­dent ist für das Funk­tio­nieren der einzelnen Schulen und des regio­nalen Systems verantwortlich.

Das würde funk­tio­nieren, glauben Sie mir. Als Manager habe ich schon einiges gemacht.

Und noch etwas dürfen wir nicht vergessen.

Die Sicher­heit unserer Kinder. Um die Sicher­heit unserer Kinder und Lehrer zu gewähr­leisten, müssen wir eine sichere Online-Umge­bung für sie schaffen, in der sie sich auch leicht und bequem zurecht­finden. Zu Hundert­tau­senden sind sie in die unbe­kannte digi­tale Welt einge­drungen. Volle Konten, schwache Pass­wörter, gemein­same Computer von Geschwis­tern und Eltern, unge­schützte Video­an­rufe. Experten sagen, dass dies eine Sicher­heits­ka­ta­strophe ist.

Und das ist der Moment, in dem ich Ihnen einen anderen jungen Mann vorstellen möchte.

TOMAS

Thomas Hamberger, mein Bildungsberater.

Ich bin froh, dass wir uns auf eine Zusam­men­ar­beit geei­nigt haben, und ich bewun­dere sein Projekt Digital Emer­gency 4.0. Während der Pandemie machte er auf sich aufmerksam, als er Hunderten von tsche­chi­schen Lehrern half, einen quali­tativ hoch­wer­tigen Fern­un­ter­richt einzu­richten und durch­zu­führen, der von ihren Schü­lern und Eltern geschätzt wurde. Tomas hat auch Schulen im Kampf gegen Cyber­an­griffe und Mobbing unter­stützt. Sein Digi­taler Notruf wird immer beliebter und erin­nert mich sehr an das Shang­haier Modell der rotie­renden Lehrer, das bereits in vielen Ländern funk­tio­niert und der Schlüssel zu quali­tativ hoch­wer­tiger Bildung ist.

Ich kann Leute, die diese Art von Energie haben, wirk­lich gut verstehen. Und ich habe Thomas für Sie. Er kandi­diert für uns in der Region Hradec Králové und ich werde ihn nicht gehen lassen.

HOPE

Deshalb denke ich, dass es schön wäre, wenn Englisch ab der ersten Klasse Pflicht wäre. Und auch für Vorschulkinder.

MIT IHNEN

Ja, ich habe die wich­tigsten Leute unserer Zeit getroffen. Und die Führer der drei mäch­tigsten Länder der Welt.

Ich habe mich fünfmal mit US-Präsi­dent Donald J. Trump getroffen. Einmal beim NATO-Gipfel, bei den Feier­lich­keiten zur Landung in der Normandie in Ports­mouth und bei den Feier­lich­keiten zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Welt­kriegs in Paris. Dann bei einem Empfang in der UN-Gene­ral­ver­samm­lung und natür­lich bei meinem Besuch in den USA und dem Empfang im Weißen Haus.

Natür­lich habe ich Wladimir Putin und Xi Jinping getroffen. Es gab eine Menge Treffen mit Poli­ti­kern. In meiner poli­ti­schen Lauf­bahn habe ich vier slowa­ki­sche Premier­mi­nister erlebt. Robert Fico, Peter Pelle­grini, Igor Matovic und jetzt Eduard Heger.

Ich bin mit der deut­schen Bundes­kanz­lerin Angela Merkel und dem fran­zö­si­schen Präsi­denten Emma­nuel Macron gut vertraut. Und ich betrachte den unga­ri­schen Minis­ter­prä­si­denten Viktor Orbán als einen wahren Freund.

Ich habe Kaiser Naru­hito von Japan, Königin Elisa­beth II. von Groß­bri­tan­nien und ihren Sohn Prinz Charles getroffen. Ich habe König Philipp VI. von Spanien, Herzog Hein­rich I. von Luxem­burg und König Salman bin Abd al-Aziz al-Saud von Saudi-Arabien getroffen.

Die Anzahl der Präsi­denten und Premier­mi­nister, denen ich die Gele­gen­heit hatte, die Hand zu schüt­teln, ist zu groß, um sie hier unter­zu­bringen. Der serbi­sche Präsi­dent Alek­sandar Vucic, den ich als Freund betrachte, schenkte uns 100 000 Impf­stoffe von Pfizer/BioNTech. Der ukrai­ni­sche Präsi­dent Volo­dymyr Zelensky, der viet­na­me­si­sche Präsi­dent Nguyê˜n Xuân Phúc. Die norwe­gi­sche Premier­mi­nis­terin Erna Solberg, der kroa­ti­sche Premier­mi­nister Andrej Plenković, der arme­ni­sche Premier­mi­nister Nikol Pashinyan und der indi­sche Premier­mi­nister Naréndra Modi. Der baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent Markus Söder, übri­gens, Bayern ist der größte Export­markt für Tsche­chien. Säch­si­scher Minis­ter­prä­si­dent Michael Kret­schmer. Ich kenne den sachsen-anhal­ti­ni­schen Minis­ter­prä­si­denten Reiner Haseloff aus der Wirt­schaft. Und ich war schon sieben Mal bei Bundes­kanzler Sebas­tian Kurz in Österreich.

Aber es waren nicht immer nur Poli­tiker, sondern auch erfolg­reiche Geschäfts­leute, die oft mehr Einfluss haben als manche Poli­tiker. Der beschei­dene Bill Gates, Gründer von Micro­soft und der großen Bill & Melinda Gates Foun­da­tion. Apple-Chef Tim Cook. Und ich habe auch eine Menge echter Berühmt­heiten getroffen.

Ich hatte die Gele­gen­heit, mit Daniel Radcliffe zu spre­chen. Ja, Harry Potter. Und als sie hier „Die Besu­cher“ gedreht haben, habe ich Jean Reno und Chris­tian Clavier in unser Restau­rant, den Falcon Room, einge­laden. Seit ich in der Regie­rung bin, habe ich die Film­in­dus­trie immer unter­stützt. Und ich hatte ein Mittag­essen mit Bernard Arnault, dem Eigen­tümer von LVMH. Moët Hennessy Louis Vuitton. Einer der reichsten Männer der Welt mit einem Vermögen von 200 Milli­arden Dollar. Wir hatten ein tolles Gespräch im Wald von Boulogne über seine Fonda­tion Louis Vuitton, die das archi­tek­to­ni­sche Juwel in Form eines Schiffes gebaut hat, in dem das Museum für Moderne Kunst unter­ge­bracht ist. Das Gebäude wurde von dem berühmten Archi­tekten Frank Gehry entworfen, der auch das Guggen­heim-Museum in Bilbao, Spanien, gebaut hat. Und nebenbei war er auch am Tanzenden Haus in Prag betei­ligt. Ich hatte auch die Möglich­keit, mit ihm über Skype zu spre­chen. Ich hatte ein groß­ar­tiges Gale­rie­pro­jekt in Prag, wo ich wollte, dass wir Muchas Slawi­sches Epos ausstellen. Ich möchte nicht sagen, wer es vermauert hat.

Es gab eine Menge berühmter Leute.

Aber ich muss sagen, dass ich mich viel öfter an die gewöhn­li­chen Treffen mit Ihnen erin­nere. Menschen, die ich getroffen habe, manchmal zufällig, manchmal wurde ich einge­laden, vorbei­zu­kommen. Menschen, die oft aus heiterem Himmel auftauchten und ein paar Sätze sagten, an die ich mich noch immer erinnere.

Zum Beispiel meine lang­jäh­rige Nach­barin aus Průho­nice, Frau Růženka. Ich erin­nere mich an ihren 100. Geburtstag.

Damals, im August 2019, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben hundert Rosen gekauft. Und Marme­laden. Ich habe mich umge­hört und heraus­ge­funden, dass Frau Rosenka sie liebt. Also habe ich ihr ihre Lieb­lings­ge­schmacks­rich­tungen mitge­bracht. Das Höchste, was Rosie mir brachte, war ein Toast, als sie sagte: „Auf die nächsten hundert!“

Und falls Sie sich fragen, wie ich in Průho­nice gehei­ratet habe: Meine Průho­nice-Geschichte begann im Juli 1992. Nachdem Mečiar und Klaus sich auf die Teilung der Tsche­cho­slo­wakei geei­nigt hatten, beschloss ich, eine Firma in Tsche­chien zu gründen. Kurz vor Prag bei Nacht suchte ich nach einem Hotel und sah eine Abzwei­gung nach Pruho­nice. Viel­leicht war es Schicksal. Ich verbrachte die Nacht im Park­hotel, am nächsten Tag spazierte ich durch den Ort und sah den Průho­nice Park, der unter der Schirm­herr­schaft der UNESCO steht. Und das hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich hier nieder­ge­lassen und lebe seit 23 Jahren mit meiner Familie hier.

MEINE FRAUEN UND ICH

Wissen Sie, jede Geschichte auf dieser Welt beginnt mit einer Frau.

Und meiner begann mit einer tollen Frau.

Meine Mutter, Adriana. Ich sehe mir gerade ein Bild von ihr an. Ich lese gerade die Fami­li­en­ge­schichte, die sie geschrieben hat. Viel­leicht sollte jede Mutter eine für ihre Kinder schreiben. Als ich geboren wurde, legte sie ein Sammel­album an, das „Unser Baby“ hieß, und sie fügte Bilder hinein, und sie fügte immer etwas dazu. Natür­lich hatte ich einen gestrickten Kinder­wagen, typisch für die 50er Jahre. Ich habe es kürz­lich bei einer Familie während eines Besuchs des Bata-Kanals gesehen und es ist erstaun­lich, dass sie es von Genera­tion zu Genera­tion weitergeben.

MOM

Der Erfolg, den ich in meinem Leben erreicht habe, wäre ohne meine Mutter niemals möglich gewesen. Von ihr habe ich mein Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent geerbt. Sie war die Person, die mich inspi­riert hat. Das Zentrum, um das sich die ganze Familie drehte.

Meine Mutter hat mich immer vorwärts getrieben. Sie meldete mich für Klavier, Tennis und Deutsch an. Am Klavier hat man schließ­lich heraus­ge­funden, dass ich kein Ohr für Musik habe, aber ich habe Spra­chen gelernt. Fran­zö­sisch, natür­lich, aber auch Deutsch und Englisch. Ich habe auch Russisch nicht vergessen. Und ich spiele schon mein ganzes Leben lang Tennis.

Sie konnte mit allem umgehen. Als ich zwei­ein­halb Jahre alt war, lebten wir in Äthio­pien, in Addis Abeba. Sie verkauften unglaub­lich süße Manda­rinen und ich wollte mehr und mehr, ich konnte nicht genug bekommen. Also fingen alle an, mich „Ander­inka-mander­inka“ zu nennen. Und ich war immer voll von Flöhen. Meine Mutter kümmerte sich nicht darum, jeden Abend schüt­telte sie alle meine Kleider aus, wusch sie, gab mir ein gutes Bad, zog mich morgens an und ich bekam eine neue „Floh­dosis“. Sie wurde nicht wütend, sie hat nichts verboten, sie hat es einfach geklärt und das war’s.

Und dann haben wir fünf Jahre lang in Paris gelebt. Und meine Mutter wurde sofort eine Pari­serin. Sie lernte schnell Fran­zö­sisch, kaufte auf dem Markt ein, ließ sich die langen Haare schneiden, begann eine „schicke“ Pariser Frisur zu tragen und zeigte mir alle Gale­rien, Museen, Kirchen und Parks. Es kam also defi­nitiv keine Lange­weile bei ihr auf.

Aber egal, wo wir lebten, Weih­nachten war immer tradi­tio­nell. Mit einem Baum und einem Karpfen.

Mum war eine sehr gute Köchin. Ich erin­nere mich noch an den Geschmack ihrer zwei­far­bigen Kekse, wir nannten sie zwei­far­bige Kekse. Und die Vogel­milch, das sind Gnocchi aus geschla­genem Eischnee, die in Vanil­le­creme schwimmen. Ein Vorge­schmack auf meine Kindheit.

Und ich erin­nere mich auch gerne daran, wie ich still auf dem Poop saß und zusah, wie unter ihren Händen die schönen Kera­mik­be­cher entstanden.

Und so wie sie mich vorwärts trieb, trieb sie sich selbst vorwärts. Sie ging gesell­schaft­lich aus und besuchte sogar die Univer­sität des Dritten Zeitalters.

Es tut mir leid, dass sie nicht mehr hier ist. Hätten die Ärzte damals die Opera­tion nicht vermas­selt, hätte sie noch viele Jahre leben können. Ich werde meine Mutter für immer bei mir tragen und ich bin so stolz, ihr Sohn zu sein.

Und jetzt Adika. Meine erst­ge­bo­rene Tochter.

ADIKA

Während des früheren Regimes habe ich natür­lich Außen­handel studiert, um aus dem Kommu­nismus heraus­zu­kommen, was ich auch tat. Ich arbei­tete in Marokko, hatte ein Gehalt von 600 Dollar, von dem ich die Hälfte in die Abzah­lung meines Hauses steckte, und ich wollte, dass meine Tochter eine Wimbledon-Siegerin wird. Statt also mit einem Eimer Tennis­schuhe zum Tennis­club zu gehen, um Geld für den Trainer zu sparen, warf ich ihr Bälle zu. Adika wurde marok­ka­ni­sche Meis­terin in ihrer Kategorie.

Einmal spielte sie sogar Tennis mit dem Bruder des aktu­ellen Königs, der ihr einen Hund namens Zoulou schenkte. Mit dem Hund bekamen wir ein tier­ärzt­li­ches Attest, in dem stand, dass der Besitzer Seine König­liche Hoheit Prinz Moulay Rachid ist, und es gab ein Foto des Hundes. Ich trug dies bei mir und dachte im Geiste, dass es mir helfen könnte, wenn ich irgendein großes Problem mit dem Zoll oder der Polizei hätte.

Mit dem Wimbledon-Sieg hat es also nicht geklappt, aber er kam Adika wiederum sehr gelegen, als sie in den USA studierte. Sie hatte einen tollen Abschluss von der Boston Univer­sity und wollte in New York arbeiten. Nachdem sie ihren Abschluss gemacht hatte, machten wir eine Reise nach New York. Wir waren nur 10 Tage vor dem 11. September 2001 in den Twin Towers. Ursprüng­lich sollte Adika in einer Bank arbeiten, doch dann verschärften die US-Behörden die Arbeits­ge­neh­mi­gungen und sie musste nach Hause zurück­kehren. Sie hat eine gute Ausbil­dung, spricht drei Spra­chen sehr gut und kocht und backt gerne und hilft in der Kondi­torei in Paloma aus. Und sie kümmert sich um ihre beiden Töchter, meine Enkel­töchter Sofia und Mia.

Ich versuche, sie so oft wie möglich zu sehen, aber ich denke, Sie wissen, dass ich die meiste Zeit, in der ich wach bin, arbeite. Die Frauen, von denen ich umgeben bin, sind also meist Profis, Top-Manager, Experten. Es mag traurig klingen, aber ich verbringe in einer Woche mehr Zeit mit dem Leiter des Cabinet Office als mit meiner eigenen Frau. Aber zuerst möchte ich natür­lich über sie sprechen.

Monica.

MEINE MONIKA

Meine Frau. Ich steige morgens um 5:30 Uhr leise aus dem Bett, um sie nicht zu wecken, und oft schläft sie schon wieder, wenn ich zu ihr zurück­kehre. Manchmal schaffe ich es, etwas früher nach Hause zu kommen, und dann setze ich mich gerne mit ihr auf die Couch, sehe fern oder unter­halte mich, nehme ihre Hand und genieße den gemein­samen Moment. Sie weiß, dass es keinen Sinn hat, mich so zu machen, wie es bei der Arbeit war. Dafür bin ich norma­ler­weise zu müde.

Heilig­abend ist der einzige Tag im Jahr, an dem ich nicht alle 10 Minuten auf mein Telefon schaue. Ich sitze einfach am Tisch und höre meiner Frau und meinen Kindern zu. Wir essen immer um 18:00 Uhr zu Abend, damit wir die Geschenke und die Filme sehen können. Natür­lich mein Favorit Pretty Woman, Cinde­rella und Aschen­puttel. Das Essen ist jedes Jahr das gleiche. Linsen­suppe, Trau­ben­wurst und Schnitzel mit Kartof­fel­salat. Das ist das, worauf sich Monica am meisten freut. Ich hebe mir mein Schnitzel für später auf. Als der Virus nicht überall war und wir zum Skifahren nach Penken in Öster­reich fuhren, packte Monika meine Schnitzel ins Auto, damit ich während der sechs­stün­digen Fahrt etwas zu essen hatte. Ich liebe es zu fahren, die Kombi­na­tion aus Fahren und Schnit­zeln ist einfach unschlagbar. Hoffent­lich kommt es bald wieder und ich kann wieder mein öster­rei­chi­sches Lieb­lings­essen probieren. Kaiser­schmarrn, oder Pflau­menmus. Ich bekomme es immer zum Mittag­essen, wenn ich zu einem offi­zi­ellen Besuch bei Bundes­kanzler Sebas­tian Kurz bin.

KAISERSCHMARRN

Für 2–4 Portionen benö­tigen Sie:

- 4 Eier

- 30 g Zuckermehl

- eine Prise Salz

- 100 ml Milch oder süße Sahne

- Schale von 1 Zitrone

- 1 Vanillezucker

- 80 g glattes Mehl

- 40 g in Rum einge­weichte Rosinen

- 80 g Butter

Und zum Servieren

- Zwetsch­gen­kom­pott

Es ist ganz einfach. Weichen Sie eine große Hand­voll Rosinen in Rum ein und lassen Sie sie etwa eine Stunde lang einwei­chen. Teilen Sie die vier Eier in Eigelb und Eiweiß. Die Eigelbe mit 30 g Puder­zu­cker und einem Vanil­le­zu­cker hell und schaumig schlagen. Eine Prise Salz, 100 ml Voll­milch und die fein abge­rie­bene Schale einer Zitrone hinzu­fügen und verrühren. Sichten Sie 80 g glattes Mehl in die Mischung und mischen Sie es gründ­lich. Dann die Rosinen gleich­mäßig unter­rühren. Zum Schluss heben Sie vorsichtig den Eischnee unter. In einer großen gebut­terten Pfanne von beiden Seiten gold­braun backen. Gegen Ende der Back­zeit den fluffigen Pfann­ku­chen mit zwei Gabeln zerreißen und mit Puder­zu­cker bestreuen. Mit Pflau­men­püree servieren.

Dank der Pandemie konnte ich an den Wochen­enden viel mehr Zeit mit meiner Familie verbringen als früher, und ich war so froh darüber.

Die Leute denken auto­ma­tisch, dass ein Mensch wie ich in seinem Leben schon viel gereist sein muss. Und sie haben tatsäch­lich recht, ich bin als Kind viel mit meinen Eltern gereist. Aber wenn ich jetzt irgend­wohin reise, dann ist es über­wie­gend für die Arbeit. Ich denke, der durch­schnitt­liche Tscheche war schon an mehr Orten als ich, wenn es um Urlaube geht. Es wäre wahr­schein­lich anders gekommen, wenn ich nicht die Dumm­heit gemacht hätte und in die Politik gegangen wäre. Monica und ich planten, in Südfrank­reich zu leben, zu reisen, die Welt zu sehen. Aber ich glaube immer noch, dass ich es eines Tages wieder gutma­chen werde und wir den Herbst unseres Lebens gemeinsam genießen werden. Ich meine, mein Lebens­herbst, sie ist noch ein junges Mädchen. Aber diese Zeit ist noch nicht gekommen.

Passen Sie einfach auf. Ich möchte nicht, dass Sie den Eindruck bekommen, meine Frau sei ein kleines Mädchen, das zu Hause sitzt, während ihr Mann in der großen Welt arbeitet. Monica hat unser Land bei ihrem Besuch mit Präsi­dent Donald Trump im Weißen Haus groß­artig vertreten. Sie war mit mir in Tokio bei der Inthro­ni­sie­rung des neuen Kaisers, und sie war an meiner Seite im Kanz­leramt in Wien, während der Frie­dens­kon­fe­renz in Paris und bei vielen offi­zi­ellen Staatsbesuchen.

Überall zeigte sie sich als wahre Dame und Diplo­matin, auch wenn der Druck enorm war. Von der Presse, von den Menschen. Vor allem während des Besuchs im Weißen Haus fragte sich jeder, was sie anziehen würde, wie sie aussehen würde, wie ihre Frisur sein würde, ob sie einen Fauxpas begehen würde, denn sie und ich hatten einen brutal vollen Termin­plan. Und wissen Sie was? Lassen Sie mich Ihnen sagen, dass ich wirk­lich stolz auf sie bin. Sie hat die ganze Sache erstaun­lich gut gemeis­tert. Ich meine, es gab einige Kritik, logi­scher­weise, dass der Mantel zu teuer aussieht oder was auch immer, aber man kann es nie allen recht machen. Ich glaube, ich weiß das am besten.

Monica ist meine Geheim­waffe. Vor allem bei Auslands­be­su­chen hilft sie mir als unge­lernter Intro­ver­tierter, das Eis zu brechen. Sie ist nicht nur eine heiße, schöne Frau, sondern sie kann sich auch in der High Society benehmen und unser Land gut reprä­sen­tieren. Sie kann Menschen bezau­bern. Wenn sie will, wird sie jeden treffen. Sie hat kein Problem damit, Zeit mit den Kindern im Istan­buler Waisen­haus zu verbringen oder mit Prinz Charles bei der Amts­ein­füh­rung des japa­ni­schen Kaisers zu plaudern.

Aber zurück zum Weißen Haus und Präsi­dent Trump. Ich habe eine groß­ar­tige Bezie­hung zum luxem­bur­gi­schen Premier­mi­nister Xavier Bettel. Mit ihm ist es immer schön, zusammen zu sein. Als er einmal mit seinem Mann Gaut­hier und Freunden zu einem privaten Besuch nach Prag kam, führten wir sie durch ganz Prag, und ich zeigte ihnen die Stra­kovka, die Kramářka und den Hrzán. Und dann ins Paloma zum Abend­essen. Es war ein toller Abend und wir haben uns sehr gut verstanden.

Gaut­hier kennt alle Ehefrauen von Staats­män­nern aus aller Welt, die zu NATO-Treffen gehen, weil sie ein spezi­elles Programm für sie orga­ni­sieren. Ich habe seine Kontakte genutzt, um Melania Trump zu treffen.

Es war bei den Hundert­jahr­feiern zum Ende des Ersten Welt­kriegs in Paris, wo die Trumps mit uns dinierten, aller­dings an einem anderen Tisch. Beim Abend­essen schicke ich Xavier eine SMS, um Gaut­hier zu bitten, uns Melania vorzu­stellen. Es hat funktioniert.

Am nächsten Tag nahmen wir an der Zere­monie unter dem Arc de Triomphe teil, wo alle Staats­männer die Champs-Elysées hinun­ter­gingen. Es war nieselig, mit einem kalten Wind und Regen. Zusammen mit Monica setzten uns die Orga­ni­sa­toren zwei Reihen über Trump und Melania. Als der offi­zi­elle Teil vorbei war, gingen Monica und ich zu Melania hinüber, um Hallo zu sagen. Sie stand natür­lich neben Trump, den ich von dem NATO-Treffen kannte. Und so konnte ich mich an ihn wenden und sagen: „Herr Präsi­dent, lassen Sie mich Ihnen meine Dame vorstellen.“

Und als wir sechs Monate später ins Weiße Haus kamen, wusste er, wer es war.

Monica half sogar bei der Vertu­schung mit. Und zwar eine ganze Menge. Sie half bei der Orga­ni­sa­tion des Nähens von Vorhängen für Vesna, das Institut für krebs­kranke Kinder, und für andere Insti­tu­tionen. Sie rich­tete einen Covid-Krisen­fonds bei der Stif­tung ein, um Menschen, die sich Miete und Lebens­hal­tungs­kosten nicht leisten konnten, sofort zu helfen. Der Fonds ist immer noch in Betrieb und hilft Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, wir zahlen für Dinge wie Umschu­lungs­kurse, Miete und solche Dinge. Monika hat auch Laptops für die Schulen gekauft, damit alle Kinder sie für den Heim­un­ter­richt bekommen können. Und die Stif­tung kaufte eine Menge Schutz­aus­rüs­tung und andere Dinge, für die die Leute schrieben.

Eigent­lich war es Monika, die uns ermu­tigt hat, die Stif­tung zu gründen. Und wenn sie nicht gerade Wohl­tä­tig­keits­ar­beit leistet oder mit mir auf Reisen ist, sitzt sie nicht zu Hause, sondern arbeitet in einer Firma, die sich mit der Innen­ein­rich­tung neuer Inves­ti­tionen beschäf­tigt. Wie das neue Paloma Boutique-Hotel und die Patisserie.

Und jetzt arbeitet er an einem neuen Projekt namens PUMPA. Wenn Sie D1 auf Průho­nice ausschalten, werden Sie es bald sehen. Es wird die schönste Pumpe in der Tsche­chi­schen Repu­blik sein.

Sie will einfach, wie sie sagt, dass die Leute wissen, dass sie norma­ler­weise zur Arbeit geht und etwas zurückbleibt.

Und das ist es, wofür ich mich einsetze.

DIE TRUMPEN

Ich habe mich so gefreut, als ich sah, wie Monica im Weißen Haus furchtlos mit Donald Trump ins Gespräch kam, meist über seine Witze lachte und über unsere Fami­lien und die Geschichte unseres Landes sprach. Wir haben unsere Agenda um eine Vier­tel­stunde über­zogen, und das ist bei dem Präsi­denten der Verei­nigten Staaten, der alles auf die Minute genau geplant hat, eine ganze Menge.

Monica hat Melania ein Geschenk mitge­bracht. Aber nicht nur irgendein Geschenk. Tsche­chi­sche Granat-Ohrringe. Sie ließ sie persön­lich von einem tsche­chi­schen Desi­gner anfer­tigen und beriet sich mit ihm über jedes Detail, um sicher zu gehen, dass Melanie sie mögen würde. Sie wollte etwas für sie typisch Tsche­chi­sches, aber gleich­zeitig sollte es ein Unikat sein. Ein Original, das Sie auf den ersten Blick erkennen können. Als die Ohrringe fertig waren, bestand sie darauf, sie aus ihrer eigenen Tasche zu bezahlen. Sie wollte nicht, dass es aus dem Budget des Regie­rungs­büros kommt, weil es das Geld der Steu­er­zahler war.

Fast unmit­telbar nach unserem Treffen postete Melanie auf Twitter und Insta­gram, wie ange­nehm es für sie war, sich mit Monika zu unter­halten. Es war auf den ersten Blick offen­sicht­lich, dass die beiden Damen nicht nur gut aussehen, sondern auch einen Weg gefunden haben, mitein­ander auszu­kommen. Sie unter­hielten sich wie zwei Mädchen, und das war sehr gut für sie. Als sie sich von uns lösten, führte Melanie Monica durch das gesamte Weiße Haus. Sie zeigte ihr alle Säle, sie spra­chen über die Innen­ein­rich­tung, aber auch über Wohl­tä­tig­keit und die Probleme der Kinder in der Welt. Aber Monica hat auch erfahren, wie Mela­nies Arbeits­alltag aussieht. Und schließ­lich spra­chen sie über alltäg­liche Dinge, Familie, Bezie­hungen und natür­lich Mode. Als Monika auf dem Weg nach draußen in mein Auto sprang, war sie begeis­tert, wie entspannt und freund­lich das Ganze war.

Sie und Melania verbrachten fast eine Stunde allein im Weißen Haus. Sie hatten sich bereits zweimal gesehen, zuerst bei einer Frie­dens­kon­fe­renz in Paris und dann in Washington bei einer Preis­ver­lei­hung für Frauen, die außer­ge­wöhn­li­chen Mut und Fähig­keiten bei der Förde­rung von Frieden, Gerech­tig­keit und Gleich­be­rech­ti­gung gezeigt haben.

Aber das war nicht ihre ganze Agenda in Amerika. An ihrem ersten Tag traf sie Kriegs­ve­te­ranen, die im Krieg ein Bein oder einen Arm verloren haben. Sie haben viel­leicht das Bild von Monica gesehen, das ich auf Face­book gepostet habe. Sie war bei einem Vete­ranen aus Afgha­ni­stan, der gerade eine Bein­pro­these bekam, damit er snow­boarden konnte. Leider konnte ich nicht dabei sein, aber meine Kollegin Tünde hat sie begleitet und sie hat mir erzählt, dass die Soldaten überall auf Monica waren. Einer von ihnen sagte sogar, dass er seine Krücken gleich wegwerfen würde, weil sie so schön sei.

Monika war auch in einer Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tion namens Boys & Girls Clubs of America. die wiederum Kindern und Jugend­li­chen aus benach­tei­ligten Fami­lien hilft. Einer der berühm­testen Alumni ist der Oscar-prämierte Schau­spieler Denzel Washington. Sie erzählte mir hinterher, wie über­wäl­ti­gend herz­lich und begeis­tert die Kinder dort von den Koh-i-noor-Bunt­stiften waren, die Monica und ich ihnen in Prag gekauft hatten. Sie sagte, ein kleines Mädchen umarmte sie die ganze Zeit und strei­chelte ihr Haar. Ich habe danach Bilder gesehen. Kein Wunder, dass Monika so gerührt war.

Wenn es darum geht, unser Land zu reprä­sen­tieren, nimmt sie es sehr ernst. Sie bereitet sich auf jeden Besuch gründ­lich vor, sie ist in der Lage, sofort ein Gespräch anzu­fangen, sie hat diese beson­dere Gabe, sich in die Geschichten der Menschen hinein­zu­ver­setzen und ihnen zuzu­hören. In Amerika und anderswo auf der Welt war man von ihr begeis­tert, nicht nur weil sie schön ist, sondern vor allem weil sie ein Mensch ist, ein ganz normales Mädchen mit einem großen Herzen.

Aber so stark wie Monica ist, bedeutet das auch, dass es nicht immer einfach ist, mit ihr auszu­kommen. Sie kann ziem­lich stur sein. Ich denke, jeder Mann mag es, eine Frau erobern zu können. Und eine Frau mag es zu sehen, dass er es wert ist. Ich musste Monica über­reden, mich zu heiraten. Wir haben uns schließ­lich zusam­men­ge­rauft, als unsere beiden Kinder fast in der Pubertät waren. Das ist so ziem­lich das Pikan­teste, was Sie je über Babiš erfahren werden.

BERUFSTÄTIGE FRAUEN

Die über­wie­gende Mehr­heit der Frauen, die ich traf, war bei der Arbeit. Ich habe fest­ge­stellt, dass sie oft profes­sio­neller sind als die Männer. Sie kommu­ni­zieren besser, sie müssen nicht ständig ihr Ego in den Vorder­grund stellen.

Versu­chen Sie, sich ein Foto von Regie­rungen vorzu­stellen, auf dem zehn oder zwölf ältere Jungs stehen. Irgend­welche Frauen? Hier und dort.

Ich habe YES als eine Bewe­gung für alle gegründet, und das schließt Frauen ein. Und niemand vor uns hat so viele Frauen in die Politik gebracht.

Von der untersten kommu­nalen Ebene in kleinen Dörfern bis hin zu den Provinzen. Von den Gouver­neuren zur Regie­rung. Minister für regio­nale Entwick­lung, Justiz­mi­nister, Vertei­di­gungs­mi­nister. Bei den dies­jäh­rigen Wahlen werden in mindes­tens drei Regionen Frauen an der Spitze unserer Kandi­daten stehen. Und wer wird in der neuen Regie­rung das Finanz­mi­nis­te­rium von mir über­nehmen? Richtig. Alena Schiller.

In der Zeit, in der ich in der Politik war, haben Frauen die mäch­tigsten Minis­te­rien bekommen und es lag immer an ihnen, sich zu beweisen. Manche haben es geschafft, manche nicht. Aber so ist das Leben nun mal.

Věra Jourová, eine Poli­ti­kerin und Anwältin, hat eine völlig fiktive Geschichte hinter sich. Zu Unrecht inhaf­tiert wegen erfun­dener Anklagen im Fall Budišov, erfunden von Janek Kroupa. Ich bin sicher, Sie kennen ihn. Halb­wahr­heiten, Mani­pu­la­tionen, nicht belegte Artikel. Věra Jourová ging damals durch die Hölle. Sechs Monate im Gefängnis, Selbst­mord­ge­danken, verlassen von ihrem Mann, der sie in ihren schwersten Momenten nicht unter­stützt, sondern im Stich gelassen hat.

Eine andere Frau, die Jour­na­listin Radka Burke­tová, half, ihren Fall publik zu machen und trug maßgeb­lich dazu bei, dass Vera frei­ge­lassen wurde und sich Jahre später bei ihr entschul­digen musste. Natür­lich bringt keine Entschul­di­gung die verlo­renen Nerven und die Zeit im Gefängnis zurück. Aber es war der Test des Lebens, und Vera kam sogar noch stärker zurück. Sie schloss sich unserer Bewe­gung an, wurde unsere Vize­prä­si­dentin und Radka stand als Spre­cherin an meiner Seite. Gemeinsam haben wir einen brutal schwie­rigen Wahl­kampf geführt, und beide Damen waren bei dem Wunder dabei, als die von allen belä­chelte Bewe­gung 2013 zur zweit­stärksten poli­ti­schen Kraft im Land wurde. Věra wurde unsere erste Minis­terin für regio­nale Entwick­lung und nach einer Weile haben wir sie für die Tsche­chi­sche Repu­blik als EU-Kommis­sarin nomi­niert. Es ist eines der höchsten Ämter in der gesamten Euro­päi­schen Union und Věra ist in ihrer zweiten Amtszeit.

Wir haben andere tolle Frauen in Europa. Dita Char­an­zová und Martina Dlaba­jová. Von dem Moment an, als sie im Euro­päi­schen Parla­ment auftauchten, war klar, dass dies eine völlig andere Art von Job war als die Rentner, die Trafi­kanten der tradi­tio­nellen Parteien, die nur für einen Gehalts­scheck dorthin gingen. Dita und Martina waren gegen Quoten für ille­gale Migra­tion, sie waren gegen Lebens­mittel mit doppelter Qualität, gemeinsam mit Věra Jourová setzten sie sich dafür ein, dass Produkte unter glei­chem Namen in ganz Europa die gleiche Zusam­men­set­zung haben, sie setzten sich auch für die Abschaf­fung des Roamings ein, wodurch Anrufe und SMS für jeden Tsche­chen grund­le­gend billiger wurden, sie erleich­terten auch den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Dita und Martina haben vom ersten Tag an so gear­beitet, dass sie einen inter­na­tio­nalen Preis nach dem anderen ernten konnten. Dita ist sogar Vize­prä­si­dentin des Euro­päi­schen Parla­ments geworden, und das Ansehen, das sie sich erworben hat, spie­gelt sich in der Tatsache wider, dass die Abge­ord­neten sie im ersten Wahl­gang gewählt haben.

MILENA HRDINKOVÁ

Apropos Europa, ich sollte wohl meine rechte Hand für die EU, Milena Hrdin­ková, nicht vergessen. Inter­es­san­ter­weise ist sie immer noch am Leben, obwohl ich ihr oft sage, sie solle nicht atmen oder einen Atemzug nehmen. Ich schreie auch oft, dass ich sie erwürgen werde, wenn sie mit mir in ihrer Brüs­seler Sprache spricht. Seit sechs Jahren. Was auch immer ich mir ausdenke, sie bringt es immer zum Laufen. Sei es, dass ich mit meiner Lieb­lings­band Roxette in voller Laut­stärke in Brüssel spiele, oder vier Tage und Nächte gemeinsam beim Euro­päi­schen Rat in Brüssel. Und am Ende ist es immer eine ziem­lich gute Erfah­rung für alle. Er kämpft hart für die tsche­chi­schen Inter­essen und im Falle einer Pandemie für eine gerechte Vertei­lung der Impf­stoffe nach der Bevöl­ke­rung. Gemeinsam haben wir auch 42 Milli­arden Kronen zusätz­lich für die Tsche­chi­sche Repu­blik gewonnen. Gut, dass ich sie nicht erwürgt habe.

JANA POSTLEROVÁ

Ich wurde in der Tsche­cho­slo­wakei geboren, wie die meisten von uns, aber ich weiß, dass ich kein perfektes Tsche­chisch spreche. Manchmal drücke ich mich nicht klar aus oder sage einen Wortismus, wie „Schmet­ter­linge“ oder „sysle“, aber ich meine es auf Tschechisch.

Ich habe jeden Sonntag Unter­richt bei Jana Post­lerová, meiner tsche­chi­schen Lehrerin, wenn ich meine Sendung Čau lidi drehe. Ab dem 1. August 2021 sind das 200 Episoden. Ich habe sie ursprüng­lich im April 2017 auf Face­book gepostet, aber der Text war furchtbar lang, und ich mache seit der Pandemie Videos. Ich hoffe also, Sie schauen sie sich an, und wenn Sie sie noch nicht kennen, können Sie sie zusätz­lich auf meiner Face­book-Seite verfolgen. Frau Postler ist immer streng zu mir und schreit mich an, wenn ich etwas Dummes sage. Schreck­lich. Aber ich mag sie trotzdem ☺.

TÜNDE

Derje­nige, der die meiste Zeit mit mir verbringt. Sie ist auch dieje­nige, die mein Arbeits­tempo am meisten auffrisst. Der Leiter des Regie­rungs­büros, Tünde Bartha. Sie ist unga­ri­scher Natio­na­lität, aber eine stolze Tsche­chin, die vor Rührung weinte, als sie die tsche­chi­sche Staats­bür­ger­schaft erhielt. Tünde ist seit sechs Jahren in Folge bei mir. Jeden einzelnen Tag. Und ich glaube nicht, dass ich über­treibe, wenn ich sage, dass dies viel­leicht die höchste Mana­ger­qua­li­fi­ka­tion in unserem Land ist. Jeden einzelnen Tag. Sie ist dieje­nige, die immer noch die ersten SMS von mir im Dunkeln bekommt. Ihr Arbeitstag beginnt, wie der meine, viele Stunden bevor der durch­schnitt­liche Abge­ord­nete aus der Dusche steigt und mit dem Kaffee­ko­chen beginnt, und endet jeden Tag nach mehr als 12 Stunden.

Tünde ist nicht nur Stell­ver­treter für den gesamten Bereich meines Kabi­netts, einschließ­lich Proto­koll, Berater und Presse, sondern er managt auch den gesamten Apparat um mich herum und garan­tiert, dass Treffen und Verhand­lungen, auch mit hoch­ran­gigen Staats­män­nern der Welt, wie mit Trump im Weißen Haus oder mit Angela Merkel und Emma­nuel Macron während des 100-jährigen Jubi­läums der Tsche­cho­slo­wakei im Jahr 2018, reibungslos verlaufen.

Die Tatsache, dass sie mit mir mithalten kann und immer noch die Energie übrig hat, mit mir zu streiten, sagt Ihnen, was für eine scharfe und entschlos­sene Frau sie manchmal ist, und nichts wird sie umstimmen. Sogar das Forbes-Magazin bemerkte, dass sie de facto eine der einfluss­reichsten Frauen des Landes ist und gab ihr eine wohl­ver­diente Doppel­seite. Sie war dort unter den größten Geschäfts­frauen und Mana­gern, nur dass sie im Gegen­satz zu anderen nicht in einem schi­cken Büro sitzt und Hand­ta­schen und Schmuck sammelt, sondern in einem kleinen Büro neben meinem zum Wohle unseres Landes arbeitet oder mit ihrem Termin­ka­lender und Handy von Meeting zu Meeting rennt. Was mich an ihr faszi­niert, ist, dass sie immer gute Laune hat, dass sie nie die Lust verliert, weiter­zu­ma­chen. Das heißt, wenn die Familie zählt und ihr Lebens­in­halt, ihre Tochter Lily ☺ Dann muss die Arbeit in den Hinter­grund treten. Und Babiš.

Es war Tünde, die mich dazu brachte, meinen verrückten Arbeits­plan ein wenig zu ändern. Und die Umstände waren nicht schön. Es war eine Nacht nach einer beson­ders arbeits­rei­chen Woche. Ich schaue in den Spiegel und eines meiner Augen ist komplett rot. Eine Ader war geplatzt, ich fühlte mich nicht gut. Tünde ließ mich sofort ins Kran­ken­haus fahren, wo man fest­stellte, dass ich einen gefähr­lich hohen Blut­druck hatte. Die Medien waren voll davon. Die Oppo­si­tion zitterte vor Glück, dass Babiš aufhörte. Am nächsten Tag hatte ich ein Blut­druck­mess­gerät und Baikal-Kräu­tertee auf meinem Schreib­tisch. Zwei­tau­send Jahre altes Zeug gegen Stress, Blut­hoch­druck und Cholesterin.

Seitdem machen mir die süßen Mädels aus unserem Kabi­nett jeden Morgen Roggen­brot, Schafs­jo­ghurt und grüne Äpfel, und ich habe Salate und mehr Gemüse in meinen Spei­se­plan aufge­nommen. Eine Zeit lang haben sie mich sogar dazu gebracht, ganz auf Kaffee zu verzichten, aber ich habe ihnen gesagt, sie sollen aufhören, das ist in diesem Job einfach nicht möglich. Aber ich habe radikal abge­baut. Statt zehn trinke ich seither höchs­tens drei am Tag, und wenn ich in einer Krise bin und einen süßen Zahn habe, hole ich mir einen Cappuc­cino mit Honig, aber das ist eher die Ausnahme. Ich habe auch einer neuen Start­zeit zuge­stimmt. Statt der übli­chen 6:00 Uhr, die ich einge­führt habe, als ich noch Finanz­mi­nister war, beginnen wir nun schon das zweite Jahr um 7:00 Uhr im Regie­rungs­büro. Bis dahin etwas für mich Unvor­stell­bares. Was soll ich Ihnen sagen, diese Frauen haben mir viel­leicht das Leben gerettet.

Aber zurück nach Tünde. Glauben Sie nicht, dass sie nur Kaffee und Kalo­rien zählt und Papiere ordnet. Neben der Orga­ni­sa­tion meiner natio­nalen oder inter­na­tio­nalen Besuche hat sie sich eine Ausstel­lung im Palais Liech­ten­stein mit allen Geschenken, die ich von Staats­män­nern erhalten habe, ausge­dacht und orga­ni­siert, Tage der offenen Tür, oder eine Wohl­tä­tig­keits­samm­lung für ein behin­dertes Kind unseres Mitar­bei­ters, oder eine Samm­lung für einen Kollegen, dessen Haus abge­brannt ist. Wenn um mich herum irgend­eine heraus­for­dernde Aufgabe oder Situa­tion auftaucht, die ich nicht bewäl­tigen kann, weiß ich, dass es niemanden gibt, der sich besser darum kümmert und es in Ordnung bringt als Tünde.

Und ich möchte ein weiteres Lob an sie hervor­heben. Diesen Tag, den 1. Oktober 2019, werde ich nie vergessen: Die Nach­richt, dass der Meister Karel Gott gestorben ist, verbrei­tete sich im ganzen Land. Ich bot seiner Familie sofort an, dass wir dem Künstler ein Staats­be­gräbnis mit allen Ehren geben würden. Öffent­liche Verab­schie­dung auf dem Žofín-Palast und eine Messe im Veitsdom auf der Prager Burg. Es war eine unglaub­lich anspruchs­volle Veran­stal­tung, wir hatten nur sieben Tage Zeit, um uns vorzu­be­reiten, und ich wusste, wenn es jemand schafft, dann Tünde. Sie hat mich und die Familie von Mr. Gott nicht im Stich gelassen. Sie koor­di­nierte alle Orte, die Orga­ni­sa­tionen, die Polizei, die Feuer­wehr, das Rathaus. Zehn­tau­sende von Menschen konnten sich von Karel Gott so verab­schieden, wie sie es sollten. Ich erin­nere mich noch an die Trau­er­rede von Jiřinka Bohdalová in der Kathe­drale. Und ich bin nicht allein.

DIE MÄDCHEN AUS DEM SEKRETARIAT

Und sie wird von einer Gruppe junger, äußerst fähiger Frauen unter­stützt. Und ein Mann. Ich bat sie, über sich selbst zu schreiben.

ICH WERDE IHNEN SAGEN, WAS ICH VON PETRA HALTE.

Petra? Auf jeden Fall Gewis­sen­haf­tig­keit und Freund­lich­keit. Sie gibt nicht auf. Das tut sie nie. Mit einem Bürger am Telefon kann sie ein Treffen von 20 Personen verein­baren, in der Zwischen­zeit einen Botschafter empfangen, und am Ende wünscht sie dem Bürger, der noch am Telefon ist, einen schönen Rest des Tages.

Sie würde ihre Frei­zeit opfern, um dem Land, das sie liebt, zur Verfü­gung zu stehen, und das alles mit einem Lächeln. Sie wird niemals ihr eigenes Wohl­be­finden an erste Stelle setzen. Sie ist immer die Erste, die aufsteht und als Erste hilft und mit gutem Beispiel vorangeht.

Und das ist der Grund, warum der Premier­mi­nister sie ausge­wählt hat. Er war beein­druckt davon, wie leiden­schaft­lich, positiv und moti­viert Petra an ihre Arbeit und an öffent­liche Ange­le­gen­heiten herangeht.

PETRA ÜBER DEN VOGEL

Vor allem aber ist Pája bescheiden und strahlt posi­tive Energie aus. Sie erfreut sich an den kleinen Dingen und über­trägt diese Dank­bar­keit für das Leben, für jeden Tag, auf uns. Ein solcher Mensch, der die Sonne in Ihrem Leben scheinen lässt, wenn es bei Ihnen regnet, ist ein notwen­diger Teil des Teams.

Irgendwie spürt er immer, wenn die Stim­mung im Büro nicht gerade locker ist und bringt einen tollen Kuchen mit zur Arbeit. Wie der Apfel­ku­chen, den liebt der Premier­mi­nister und er bekommt immer ein kleines Lächeln, wenn er einen Streu­sel­ku­chen sieht.

Wir bekommen eine Menge Leute ins Büro geschrieben, alle Alters­gruppen. Sie bitten oft um Hilfe und erzählen ihre trau­rigen Lebens­ge­schichten. Pája hat ein großes Herz und würde am liebsten jedem die Hand reichen und eine helfende Hand anbieten.

ELIŠKA O DARJE

Darja ist am längsten an der Seite des Premier­mi­nis­ters, sie ist die trei­bende Kraft in unserem Team. Als wir anfingen, war sie immer unglaub­lich geduldig mit uns allen. Sie kennt das gesamte Regie­rungs­büro und weiß, wie es funk­tio­niert. Sie können sich mit allem an Darja wenden und sicher sein, dass sie wirk­lich alles für Sie tut, was sie kann.

Sie ist unglaub­lich reak­ti­ons­schnell und einfühlsam. Es reicht, wenn der Premier­mi­nister an der Theke vorbei­geht und sagt, dass ihm das Ohr weh tut, und im Nu hat er Tropfen mit der vom Arzt verord­neten Dosie­rung auf dem Tresen. Und so ist es mit allem, was wir erwähnen. Darja nimmt es auf und beginnt mit der Arbeit, bevor wir den Satz beenden. Sie ist enga­giert, fürsorg­lich und gibt ihre posi­tive Energie überall hin.

In ihrer Frei­zeit und bei unserem anspruchs­vollen Arbeits­tempo hat Darja zwei College-Staats­examen geschafft und nun steht sie vor der schönsten Zeit ihres Lebens und wir wünschen Ihnen, Darja, und diesem kleinen Wunder nur das Beste.

DARJA ÜBER ELIŠKA

Elishka ist seit ein paar Monaten bei uns und wir waren ein wenig nervös, um zu sehen, wie sie sich beruf­lich machen würde. Wir waren sehr ange­nehm über­rascht, wie intel­li­gent und enga­giert sie war, als sie mit 21 Jahren anfing. Wie sie kein Problem damit hat, etwas zu tun, was über ihre Arbeits­zeiten oder ihre Stel­len­be­schrei­bung hinaus­geht, wie sie mit den Anfor­de­rungen des Studiums umgeht und trotzdem für uns arbeitet, und wie sie die Möglich­keit zu schätzen weiß.

Uner­müd­lich guter Humor, Fürsorge und Loya­lität. Ich halte es für ein kleines Wunder, was für ein tolles Team wir haben, denn nur in so einer super Atmo­sphäre, in der wir unsere gemein­samen und privaten kleinen Freuden und Sorgen gemeinsam erleben, können wir den Minis­ter­prä­si­denten best­mög­lich unterstützen.

Und nun die Ausnahme, der einzige Mann im Frau­en­ka­pitel. Diese privi­le­gierte Posi­tion wird von meinem Stabs­chef Honza gehalten.

PETRA ÜBER HONZA

Obwohl dieses Kapitel in erster Linie den Frauen gewidmet ist, müssen wir Honza erwähnen, die es dem Premier­mi­nister ein wenig leichter macht, unser ansonsten rein weib­li­ches Sekre­ta­riat zu führen.

Er hat vor kurzem eine Familie gegründet, und obwohl er uns oft erzählt, dass die Dinge mit ihrem kleinen Sohn und den Schlaf­mög­lich­keiten nicht ganz einfach sind, vergisst er nie eine Klei­nig­keit und ist ein Perfek­tio­nist. Seine Arbeit und die Doku­mente, die er für den Premier­mi­nister vorbe­reitet und prüft, sind wirk­lich akri­bisch. Honza beauf­sich­tigt das Ganze. Er hat es nicht leicht unter so vielen Frauen, weshalb er und die Premier­mi­nis­terin sich auch gerne mal gegen­seitig zärt­lich zunicken.

Mädchen und Honza, danke!

FRAUEN, ÜBER DIE SIE BESCHEID WISSEN SOLLTEN

Frauen mit Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent, hoher sozialer Intel­li­genz und großem Herzen, die Menschen um sich herum halten und zusam­men­führen, habe ich zu Tausenden kennen­ge­lernt. Ich war der erste Finanz­mi­nister und spätere Premier­mi­nister, der begann, syste­ma­tisch durch unser Land zu gehen, um zu erfahren, was die Menschen wo brau­chen. Dabei habe ich entdeckt, dass wir eine Menge groß­ar­tiger Bürger­meister haben. Ich kann hier nicht einmal einen Bruch­teil davon aufzählen, also verzeihen Sie mir bitte, meine Damen, das sollen nur Beispiele sein.

Petra Ďura­nová, Bürger­meis­terin von Drahelčice und Mutter von sechs Kindern, bleibt mir im Gedächtnis haften. Ich erin­nere mich an sie vor allem, weil sie für den Bau eines neuen Kinder­gar­tens gekämpft hat. Als Mutter erlebte sie aus erster Hand den Mangel an Kinder­gar­ten­plätzen. Ihrer ältesten Tochter wurde dort schon so lange ein Platz verspro­chen, dass das Mädchen jetzt in der 7. Klasse der Grund­schule ist… So kam der Bürger­meister auf das Projekt eines neuen Kinder­gar­tens für 70 Kinder und schrieb mir einen Brief darüber. Und sie schrieb mir Ideen, was man tun kann, um Fami­lien dazu zu bringen, 3 Kinder zu bekommen, was eines der Haupt­ziele unserer Regie­rung ist. Ich habe mich sehr gefreut, sie in Drahelci zu besu­chen, wir hatten ein tolles Gespräch und halfen ihr mit einem 47-Millionen-Zuschuss für einen Kinder­garten, den alle Eltern in der Gegend brauchten.

Genau wie in Drahelčice hat unser Programm zum Ausbau von Kinder­gärten und Grund­schulen auch in Chýně u Prahy geholfen, wo es eine tolle junge Bürger­meis­terin, Anna Chvo­j­ková, gibt. Sie hat für 280 Millionen eine super­mo­derne Schule gebaut, mit einer großen Sport­halle, einer Kantine und 23 Klas­sen­räumen. Wir haben 70 % ihres Budgets beigesteuert. Als wir während der Eröff­nungs­feier zusammen in den Kirchen­bänken saßen, schwelgten wir in Erin­ne­rungen an unsere eigene Schul­zeit. Sie sagte, sie sei die beste Leserin in ihrer Klasse. Das war ich auch. Also neckten wir uns eine Weile darüber, wer wohl der Beste wäre, wenn wir zusammen in einer Klasse wären.

Ich kann die Bürger­meis­terin von Třinec, Vera Palkovská, nicht vergessen. Ich habe ihr geholfen, den Bypass zu bauen, für den sie 10 Jahre lang gekämpft hat. Die Bürger­meis­terin liebt ihre Stadt, sie hat Elek­tro­busse einge­führt, die Stadt floriert unter ihr, und sie wurde sogar zur Mana­gerin des Vier­tel­jahr­hun­derts der Tsche­chi­schen Repu­blik ernannt.

Bestim­mung. Das muss jeder Poli­tiker haben, der etwas für das Volk errei­chen will. Alle diese Damen, die ich aufge­listet habe, haben es, und sie haben es bewiesen, indem sie direkt zu mir gekommen sind, als sie zuvor in den Büros herum­ge­schubst wurden. Zum Beispiel die Bürger­meis­terin von Šlapa­nice, Michaela Trněná, die übri­gens Mutter von vier Kindern ist. Sie ist mir persön­lich aufge­fallen, als ich auf einer Veran­stal­tung in Brünn war und sie mir dort erzählt hat, was sie in ihrer Stadt verän­dern möchte. Ich besuchte sie, um zu sehen, wie unser Umwelt­mi­nis­te­rium ihr half, Teer und andere krebs­er­re­gende Substanzen zu entfernen, die von der Schwer­indus­trie während der kommu­nis­ti­schen Ära übrig geblieben waren.

Ich wurde auch persön­lich von der bril­lanten jungen Bürger­meis­terin von Bílina, Zuzana Schwarz Bařti­pá­nová, ange­fragt, die hart daran arbeitet, das Problem von Mobbing und Gewalt unter Schü­lern zu lösen. Ich bin zu ihr gekommen und habe unseren Bildungs­mi­nister Robert Plaga und die Minis­terin für regio­nale Entwick­lung, Klára Dost­álová, mitgenommen.

Und wenn wir schon von Bürger­meis­te­rinnen spre­chen, darf ich natür­lich unsere Irena Blaž­ková nicht vergessen, die erfolg­reiche Bürger­meis­terin von Vrano­vice-Kelčice, die für uns für den Senat kandi­diert hat.

FRAUEN MIT GROSSEN HERZEN

Jeden Tag treffe ich Frauen, die wich­tige Berufe und Inter­essen vertreten und für die Under­dogs kämpfen. Ich habe großen Respekt vor Vera Doušová von der Food Bank, die Lebens­mittel an die Bedürf­tigen auslie­fert. Was sich in den Super­märkten nicht verkauft und sonst auf der Müll­de­ponie landen würde, gibt sie an Heime, Kängurus, allein­er­zie­hende Mütter mit Kindern, Alte, Kranke oder Menschen auf der Straße. Sie kam zu mir, als es ihnen finan­ziell schlecht ging, also rief ich den Land­wirt­schafts­mi­nister Miroslav Toman an, und wir fanden eine Lösung. Ich enga­giere mich auch gerne als Bürger bei Veran­stal­tungen der Food Bank. Frederik und ich gehen immer ins Einkaufs­zen­trum in unserer Heimat­stadt Čest­lice und kaufen ein paar Einkaufs­wagen mit Lebens­mit­teln und anderen Dingen des tägli­chen Bedarfs, je nachdem, was die Leute am meisten brauchen.

Sozi­al­hilfe und Gesund­heits­für­sorge. Das sind zwei Bereiche, die ohne Frauen sofort zusam­men­bre­chen würden. Ich spreche ständig mit Frau Dagmar Zitni­kova, einer Kran­ken­schwester und Präsi­dentin der Health and Social Care Union. Aber ich bekomme auch viele Nach­richten von Kran­ken­schwes­tern im Außen­dienst. Eine von ihnen lud mich ein, zu ihr ins Kran­ken­haus in Znojmo zu kommen, und ich ging bei der ersten Gele­gen­heit dorthin. Zwei­ein­halb Stunden lang debat­tierte ich mit ihr und anderen Kran­ken­schwes­tern und Ärzten, und ich spielte auch Sekre­tärin, indem ich unserem Gesund­heits­mi­nister live auf meinem Handy Fragen der Gewerk­schafter vorspielte, die ich nicht beant­worten konnte.

Bitte lassen Sie sich das von Frauen in anderen Berufen nicht falsch verstehen, aber ich muss betonen, wie sehr ich Kran­ken­schwes­tern respek­tiere. Sie arbeiten in drei Schichten, haben eine unglaub­liche Verant­wor­tung und oben­drein ist die Arbeit mindes­tens so anstren­gend wie die eines Schwerst­ar­bei­ters. Schließ­lich kümmern sich Kran­ken­schwes­tern auch um Pati­enten, die sich nicht bewegen können und oft über 100 Pfund wiegen.

Auch im Ausland habe ich viele groß­ar­tige Frauen kennen­ge­lernt, die unserer Repu­blik Ehre machen oder zumin­dest mit Stolz tsche­chi­sche Wurzeln tragen. Ich erin­nere mich, dass ich in London ein Buch mit einer Widmung von Sir Nicholas Wintons Tochter, Mrs. Barbara Winton, erhielt. Das war eine beson­ders starke Erfah­rung. Frau Winton hat ihr Leben der Verbin­dung zwischen der Tsche­chi­schen Repu­blik und Groß­bri­tan­nien gewidmet und ist Vorsit­zende der größten Expa­triate-Verei­ni­gung, der British Czech and Slovak Asso­cia­tion. Und Sie können sich vorstellen, dass es ihr zu verdanken ist, dass die Engländer den Zauber der tsche­chi­schen Remoska entdeckt haben. Es ist jetzt ein Grund­nah­rungs­mittel in jeder briti­schen Küche.

DIE KLEINEN SCHWESTERN DER GELBWANGEN

Das sind wohl meine beiden Lieb­lings­schwes­tern aus dem Masaryk-Krebs­in­stitut. Vom Žlut’ák, wie sie den Gelben Berg in Brünn nennen. Petra und Míša.

Petra Abso­lo­nová wusste schon in jungen Jahren, dass ihr Berufsweg von der Pati­en­ten­ver­sor­gung bestimmt sein würde. Der Professor, den sie in der Kran­ken­pflege hatte, sagte ihr, dass, wenn sie sich jemanden aussu­chen müsste, der sich um sie kümmert, wenn sie krank ist, es Petra sein würde. Und weil Petra so hand­lungs­ori­en­tiert ist, haben sie und Misha Prikryl gleich ihr Kapitel geschrieben.

PETRA

Als ich anfing, wurde der Pfle­ge­pro­zess in die Praxis umge­setzt, und ich habe ihn auf meine eigene Weise imple­men­tiert ☺ Es ging um einen Jungen mit einem kombi­nierten Geburts­fehler. Der Professor sagte zu mir: „Petra, Sie schreiben eine mensch­liche Geschichte, nicht einen Prozess!“ Ja, ich habe den Jungen und die Auswir­kungen auf seine Gesund­heit gesehen, nicht den Prozess!

Die Pati­enten sind für mich keine Nummern, auch nicht eine von vielen, sondern ganz konkret, sie haben meine persön­liche Handy­nummer und können jeder­zeit anrufen. Ich arbeite jetzt als leitende Kran­ken­schwester der Abtei­lung für Gastro­en­te­ro­logie. Ich mag es, den Betrieb der Abtei­lung zu leiten, zu orga­ni­sieren, zu planen und zu kontrol­lieren. Dank der Unter­stüt­zung durch die Kran­ken­haus­lei­tung ist unsere Abtei­lung auf höchstem Niveau.

Und Míša Přikrylová ist meine andere Hälfte bei allen Bildungs­ver­an­stal­tungen. Wir sind ein Komple­men­tär­paar ohne vorhe­rige Absprache. Ich arbeite sehr gerne mit ihr zusammen und sie ist ein wich­tiges Binde­glied beim Aufbau und der Umset­zung von Preven­tive Care. Wir setzen uns hin, schauen uns an und wissen, was los ist!

MISA

Es ist fast schon komisch, dass meine eigene Schwie­ger­mutter dazu beigetragen hat, eine Kran­ken­schwester in einer weißen Uniform zu werden. Schon in meinem ersten Jahr war ich glück­lich und dankbar, vor allem aber entschlossen, dass es mein Lebens­ziel ist, Menschen zu helfen. Jetzt arbeite ich als Stati­ons­schwester und Koor­di­na­torin des Präven­ti­ons­zen­trums am Masaryk-Krebsinstitut.

Und Petra, was halten Sie von dem Wort „Krebs“? Wir sind jeden Tag in Kontakt mit ihm, wir unter­halten uns mit ihm, aber es ist immer noch ein unge­be­tener Gast… Wir wollen nicht, dass es Sie, mich, sie, ihn besucht, und deshalb kämpfen wir für jeden von uns, weil wir wissen, dass es das wert ist.

Wir wissen, dass diese aggres­siven Biester, wie wir sagen, vermeidbar sind, was bedeutet, dass wir eine Waffe in der Hand haben und sie angreifen können und sie nicht in unser Leben lassen, um unsere Pläne durch­ein­ander zu bringen. ☺ Wir arbeiten nur ☺

PETRA

Misha, das erin­nert mich an unseren Premier­mi­nister Andrej Babis. Ich werde unsere erste Begeg­nung und Entde­ckung nie vergessen – Lachen! Der Minis­ter­prä­si­dent dieses Landes ist kein insti­tu­tio­nelles Wesen, ich habe noch keinen so hoch­ran­gigen Menschen gekannt, der noch auf einer mensch­li­chen Ebene geblieben ist, der nicht verloren hat, was einen Menschen ausmacht, und das ist sein Inter­esse und sein offenes Herz.

In unserem Fall ist es der Versuch, den Menschen zu helfen, die von einem unge­be­tenen Gast besucht wurden und im glei­chen Boot kämpfen. Es ist gut, dass wir ihn kennen­lernen und die Welten von Politik und Gesund­heit mitein­ander verbinden konnten. Wir wissen, dass seine Hilfe konkret ist, eine weitere Entde­ckung ist, dass wir ihn auf einer Ebene sehen, die die Medien nicht bieten. Ich habe das Gefühl, dass sie nur Nega­tion ziehen und ich verstehe nicht wirk­lich, warum. Was versu­chen sie zu beweisen?

Wer könnte nega­tiver sein als wir, wenn wir täglich Schmerz, Leid und Stürze sehen, und in diesen Marasmus der Nega­tion kommt dieser Mann mit seinem typi­schen Lächeln eines jungen, fröh­li­chen Jungen… Ja, er weiß sich zu freuen, spontan, er weiß, wie er andere mit seinem Lachen ansteckt… Und auch mit seinen Worten – soll ich es lösen? Warum funk­tio­niert es nicht?

Wenn er einen Erfolg teilt und einen weiteren Tag des Lebens rettet, gratu­liert er und gibt einen Daumen hoch… So ist er, so kennen wir ihn und können ihm danken. Seien Sie viel­leicht dankbar, denn das ist defi­nitiv nicht nur ein poli­ti­sches Gesicht und schon gar nicht die Norm. Wir hätten einen Wunsch für ihn, denn er ist einer, der helfen und dafür kämpfen will, dass die Dinge so laufen, wie sie laufen sollten, und das ist nicht einfach, beson­ders unter den Umständen dieser Zeit. Jetzt erin­nere ich mich an die Geschwin­dig­keit seiner Aktionen. Immer sofort, er schiebt nichts auf und klopft an die Tür, so wie wir es auch tun. Das haben wir gemeinsam, viel­leicht haben sich deshalb unsere Wege gekreuzt. Was würde unserem Premier­mi­nister gefallen? Ich bin sicher, dass er bei dieser Antwort nicht an sich selbst denkt… Und das ist er.

Ja, und unser Wunsch für ihn ist, dass das Lächeln auf seinem Gesicht nie verblasst und dass er für uns alle weiter kickt…

Mädchen, ich danke euch!

UNSERE GROSSEN SPORTLER

Ich erin­nere mich noch an die Smashes von Petra Kvitova, mit der wir in Znojmo Doppel gespielt haben. Ihr Come­back an die Welt­spitze des Tennis, nachdem ein Schläger ihre Hand verletzt hatte, ist einfach unglaub­lich. Es verdient eine Verfil­mung. Petra strahlt posi­tive Energie aus, wie wohl alle Sport­le­rinnen. Meine dama­lige Team­kol­legin im Doppel war Bára Strý­cová, die gele­gent­lich auch mal ein paar härtere Worte fallen ließ, und sie war sehr lustig.

Und natür­lich Ester Ledecká und Martina Sáblí­ková, zwei weitere Ikonen des tsche­chi­schen Sports, die unser Land auf dem ganzen Planeten berühmt gemacht haben. Ich erin­nere mich, dass ich mit Ester und Martina in einer Kneipe in Staromák saß. Was mich wirk­lich amüsierte, war, dass ein Redak­teur über Ester, die zwei olym­pi­sche Gold­me­daillen gewonnen hatte, schrieb, sie sei arro­gant. Sie sagte, sie wolle nicht mit Jour­na­listen spre­chen. Oh, diese Typen. Der Vater von Janek Ledecky kam zu uns in den Pub und ich habe den Mädchen Plüsch-Lemuren geschenkt.

Und ich kann unsere berühm­teste Sport­lerin, Vera Čáslavská, nicht vergessen, die ich sehr geliebt habe. Meine Fans müssen das Buch „Über Babiš ohne Babiš“ kennen, das ich zu meinem 60. Geburtstag bekommen habe. Sie hat dort ein Inter­view über mich gegeben. Ich kann es nur jedem empfehlen.

Frauen um mich herum. Ich habe dieses Kapitel mit meiner Mutter begonnen, und ich möchte es mit jemandem beenden, der mir ebenso am Herzen liegt. Das ist meine Tochter Vivien. Ich werde nicht zu viel über sie schreiben. Sie weiß, wie wichtig sie mir ist, und ich möchte nicht einmal vor anderen Leuten über ihr Leben sprechen.

VIVIEN

Vivien. Ehe ich mich versah, war sie erwachsen. Sie ist aus dem Nest und studiert in Spanien, jetzt im Fern­stu­dium. Wenn sie zu Hause in Průho­nice ist, schätze ich die Momente, in denen wir zusammen sein können. Ich bin immer so froh, sie an meiner Seite zu haben.

Viel­leicht gehen wir nur ins Kino. Wenn ich eine inter­na­tio­nale Rede vorbe­reite, frage ich sie oft, was sie davon hält. Sie findet immer einen Fehler darin und korri­giert mein Englisch. Wir teilen auch eine Liebe zu Tieren. Und es ist Vivi, die sich immer am meisten Sorgen um mich macht.

Jeder, der ein Unter­nehmen gründet, möchte, dass es Bestand hat und dass er es an seine Kinder weiter­geben kann. Ich bin froh, dass Vivien sich für das Geschäft­liche inter­es­siert. Sie ist sehr verant­wor­tungs­be­wusst, ernst­haft, manchmal zu sehr. Sie hat die Hoff­nung, dass sie eines Tages in der Firma arbeiten wird, die ich aufge­baut habe. Und ich freue mich für sie.

Meine Frauen. Meine starken, schönen Frauen. Und alle Frauen in diesem Land. Danke, dass Sie Sie sind.

TIPP:

Da kommt mir der Gedanke, dass es keine schlechte Idee wäre, einen tsche­chi­schen Tag der Mütter und Groß­mütter auszurufen.

Ja, ich weiß, wir haben Muttertag. Ich weiß, wir haben den Inter­na­tio­nalen Frauentag.

Aber keiner dieser Tage ist ein Feiertag. Und es sind nicht unsere. Sie sind nicht tsche­chisch. Sie sind inter­na­tional, die ganze Welt hat sie, und wir sind gerade erst beigetreten. Nichts, was nur wir erfunden haben und hatten.

Deshalb will ich es.

Tsche­chi­scher Tag der Mütter und Groß­mütter. Ein Tag, an dem Frauen den Tag frei haben und nur Männer arbeiten. Und wenn ich darüber nach­denke, möchte ich auch den Frauen etwas geben. Wie ein echter Popu­list gebe ich Ihnen eine Chance.

Eine Gratis-Woche im Spa für jede Frau zu ihrem 70. Geburtstag.

Und ich möchte jeder Frau im Ruhe­stand eine Beloh­nung zum Mutter- und Groß­muttertag geben. 1.000 Mäuse wären schön, oder?

MIT IHNEN

Und es muss wieder eine Frau sein. Jetzt möchte ich mich an Frau Maria Matúšová Máchová mit ihrem Enkel Vojtěch erin­nern, der 12 Jahre alt ist und sich unter dem Weih­nachts­baum wünschte, mich zu treffen und mir die Hand zu geben.

Wir haben uns direkt in der Villa der Kramářs getroffen. Ich habe Vojta dorthin gebracht, wo ich nur die wich­tigsten inter­na­tio­nalen Besu­cher empfange. So konnte er es genießen. Frau Matúšová Máchová gab mir tolle haus­ge­machte Würste, die unglaub­lich rochen und ich habe noch nie besser gegessen.

Vielen Dank, Frau Marie! Ich erin­nere mich bis heute an Sie. Kommen Sie wieder zurück ☺

IN DER REGIERUNG

6. Dezember 2017. Miloš Zeman hat mich soeben auf der Prager Burg zum Premier­mi­nister ernannt und mit der Bildung einer neuen Regie­rung betraut.

Wie jeder Minis­ter­prä­si­dent habe auch ich der Tsche­chi­schen Repu­blik die Treue geschworen. Dass ich seine Verfas­sung und seine Gesetze aufrecht­erhalten und in die Praxis umsetzen werde. Und ich habe auf meine Ehre geschworen, mein Amt gewis­sen­haft zu führen und meine Stel­lung nicht zu missbrauchen.

Und ich war einer der wenigen, die das taten.

Nach der Unter­zeich­nung sagte der Präsi­dent ein paar Dinge, an die ich mich noch erin­nern kann. Damals war mir nicht ganz klar, wie recht er hatte: „Der Blitz schlägt in hohe Bäume ein und man sollte sich eine neue Erdung zulegen. Seien Sie den Zwergen nicht böse, dass sie Ihnen auf die Knöchel treten, höher können sie nicht kommen.“

Die Medien haben das veröf­fent­licht, und ich denke, wenn es hier noch jemanden gibt, der das nicht über mich weiß, sollte er es lesen:

Biogra­phie des neu ernannten Premier­mi­nis­ters Andrej Babis

Mitglied des Parla­ments der Tsche­chi­schen Repu­blik seit 26. Oktober 2013.

Persön­liche Daten

Ing. Andrej Babiš wurde am 2. September 1954 in Bratis­lava geboren. Er ist verhei­ratet und hat vier Kinder.

Bildung

Er absol­vierte die Univer­sität für Wirt­schaft in Bratislava.

Beruf­liche Tätigkeit

Im Jahr 1993 grün­dete er Agro­fert, die derzeit größte tsche­chi­sche Agrar‑, Lebens­mittel- und Chemie­hol­ding. Im Jahr 2016 wurde trotz eines Vetos des Präsi­denten eine Ände­rung des Gesetzes über Inter­es­sen­kon­flikte, auch bekannt als Lex Babiš, verab­schiedet, die es Regie­rungs­be­amten verbietet, Medien zu besitzen und über ihre Unter­nehmen staat­liche Subven­tionen zu erhalten. So hat Andrej Babiš im Jahr 2017 das gesamte Vermögen seiner Unter­nehmen in zwei Treu­hand­fonds übertragen.

Öffent­liche Aktivitäten

Im Herbst 2011 sprach Andrej Babiš in den Medien über die syste­mi­sche Korrup­tion, die die öffent­liche Verwal­tung durch­dringt. Seine Rede provo­zierte eine Reak­tion von Tausenden von Bürgern und die Initia­tive „Aktion unzu­frie­dener Bürger“ wurde spontan gegründet. Auf der Grund­lage ihrer Forde­rungen wurde ein Appell verfasst, der die Grund­ge­danken zusam­men­fasste, die auch dem anschlie­ßend im November 2011 gegrün­deten Verein ANO Inhalt gaben. Als die Zahl der Unter­stützer wuchs, wurden Stimmen laut, die eine direkte Betei­li­gung an der Politik empfahlen. Im Mai wurde sie als poli­ti­sche Bewe­gung regis­triert, die an demo­kra­ti­schen Parla­ments­wahlen teil­nehmen kann. Bei den vorge­zo­genen Wahlen im Jahr 2013 erhielt sie fast eine Million Stimmen, die höchste jemals für eine neue poli­ti­sche Einheit in der Geschichte der Tsche­chi­schen Repu­blik erreichte. Die nächsten regu­lären Wahlen zum Unter­haus gewann ANO 2017 mit mehr als 1,5 Millionen Stimmen.

Im Jahr 2016 wurde Andrej Babiš als Finanz­mi­nister des Jahres für euro­päi­sche Schwel­len­länder ausgezeichnet.

Sprach­kennt­nisse

Er spricht Englisch, Fran­zö­sisch, Deutsch und Russisch.

So.

Wie war es?

MINISTERPRÄSIDENT DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK

Morgen des 6. Dezember 2017. Es ist etwa null Grad draußen, bewölkt, und ich fahre von Průho­nice zum Schloss. Zwei­fellos der größte Tag meines Lebens in der Politik. Ein einzig­ar­tiger Tag.

Unter­wegs denke ich darüber nach, was das eigent­lich für mich bedeutet. Wie fühle ich mich? Denn niemand kann Sie darauf vorbe­reiten. Darauf kann man nicht vorbe­reitet sein.

Ich denke, dies ist die verant­wor­tungs­vollste Posi­tion im Staat. Alle Augen sind auf Sie gerichtet, obwohl Sie eigent­lich nur der viert­höchste Verfas­sungs­be­amte sind. Obwohl das Parla­ment, der Präsi­dent und viele andere Verfas­sungs­or­gane die Entschei­dungen treffen. Aber sie beob­achten dich alle.

Es ist eine große Verpflich­tung und eine Ehre. 1.500.113 Bürger der Tsche­chi­schen Repu­blik wollten mich dort haben, aber ich antworte jedem einzelnen von ihnen. Jeder von ihnen kann Sie kriti­sieren. Und das wird er. Und verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin froh darüber, jeder Bürger hat das Vorrecht dazu, und wenn die Kritik einen Kopf und einen Absatz hat, bin ich dankbar dafür. Ich habe noch nie Leute respek­tiert, die in allem mit mir über­ein­stimmen. Ganz im Gegen­teil. Ich möchte Menschen um mich haben, die wissen, wovon sie reden und die in der Lage sind, mit mir zu argu­men­tieren. Wenn es ans Einge­machte geht, kann ich wirk­lich hart sein. Wer es aushalten kann, kann es mit mir aushalten. Viel­leicht ein paar Jahre. Oder mehr.

Ich war dankbar, dass ich als neuer Premier­mi­nister sehr viel Erfah­rung in der Führung eines Unter­neh­mens und auch in der Führung von Menschen hatte, so dass ich wusste, wie ich das Land so schnell wie möglich in Ordnung bringen konnte.

Haben Sie das Gefühl, dass ich zu kritisch gegen­über meinen Vorgän­gern bin?

Aber fragen Sie sich, welcher der früheren Premier­mi­nister wirk­lich ein Manager war.

Und woher sollten sie diese Führungs­er­fah­rung nehmen? Wohl kaum in der Politik.

Sicher, anfangs war es hart in der Regie­rung, manchmal richtig brutal, aber je länger ich im Büro arbei­tete und mich auskannte, desto mehr wurde mir klar, dass dies mein Platz war, dass ich mich hier in meinem Element fühlte und dass ich hier den Menschen am meisten helfen konnte.

Sie wissen wahr­schein­lich, dass Sie, sobald Sie Premier­mi­nister werden, auto­ma­tisch der meist­be­ach­tete Poli­tiker des Landes sind. Jour­na­listen beob­achten jede Ihrer Bewe­gungen, in der Hoff­nung, etwas über Sie zu finden. Es ist alles deine Schuld. Jeder unbe­ab­sich­tigte Fehl­tritt des Premier­mi­nis­ters ist immer mehr als eine große Sache für alle anderen, und deshalb gehen sie immer am meisten auf ihn los.

Was meine poli­ti­sche Karriere angeht, haben sie nie etwas gefunden. Ich arbeite umsonst. Ich bezahle alles selbst. So haben sie das Stor­chen­nest erfunden, die Anleihen, den Inter­es­sen­kon­flikt. Herge­stellte Ange­le­gen­heiten. Sie greifen meine Familie an, meine Lieben. Jeden Tag meines Lebens in der Politik.

Ich denke, Sie können sehen, dass mich das nur noch mehr moti­viert und ange­trieben hat. Um allen zu beweisen, dass es nicht so sein muss, wie es früher war.

Und ich wage zu behaupten, dass ich eine Menge Dinge getan habe.

Ich nehme Sie mit auf eine Tour durch das Wich­tigste, was wir für die Leute getan haben. Wir haben es von ein paar hundert Seiten Text auf das Wich­tigste redu­ziert, denn ich möchte nicht, dass Sie bei den langen Listen und Tabellen einschlafen. Es bricht mir das Herz, aber hoffent­lich ist es lesbar. Also, in aller Kürze.

Los geht’s!

WAS WIR FÜR DIE MENSCHEN GETAN HABEN

Ich sage Ihnen eines, und wenn Sie es wissen, werden Sie mich kennen. Ich liebe Zahlen. Und ich erin­nere mich an sie alle. Ich bin jetzt 66 Jahre alt, und bisher hat mich keiner meiner Kollegen in der Fähig­keit über­troffen, schnell etwas auszu­rechnen oder zu entde­cken, dass eine Zahl nicht aufgeht.

Und wissen Sie, warum ich Zahlen so sehr liebe? Weil sie nicht lügen. Sie sind unver­söhn­lich. Sie wirken als Gegen­gift zu Ange­berei und leerem Geschwätz.

Eine einzige Frage bringt die Wahr­heit ans Licht.

„Wie viele?“

Wie viel haben Sie gemacht, gebaut, eingerichtet?

Um wie viel ist die Ihnen anver­traute Sache im Wert gestiegen?

Dies ist eine Rede, in der ich mich zu Hause fühle und die ich, so wage ich zu behaupten, wie kein anderer Poli­tiker in der Geschichte unseres modernen unab­hän­gigen Staates unter­stützt habe.

Keine Sorge, dieses Kapitel wird keine trockene Statistik sein. Im Gegen­teil, in den Zahlen, die ich Ihnen zeigen möchte, verbirgt sich ein Thriller. Es ist ein Kampf für ein besseres Land, für mehr Glück und Zufrie­den­heit für uns alle.

Dass sich Glück nicht in Zahlen ausdrü­cken lässt?

Aber was ist, wenn man kein Geld für Medi­ka­mente und Miete hat und plötz­lich doch?

Was ist, wenn Sie sich endlich einen Fami­li­en­ur­laub am Meer leisten können, wo Sie vorher nur eine Reise machen konnten?

Ist das nicht der Punkt, an dem sich das Glück einstellt? Sie können wahr­schein­lich erraten, dass ich über Gehälter spreche. An dieser Stelle möchte ich Ihnen gleich zu Beginn die Macht der Zahlen zeigen, die Wahr­heit, die nicht beschö­nigt werden kann.

Sie erin­nern sich viel­leicht nicht, aber bevor ich Finanz­mi­nister wurde, lag der Mindest­lohn bei 8.000. Sechs lange Jahre hinter­ein­ander. Die Preise stiegen weiter. Jedes Jahr wurden die Ärmsten ärmer. Im Jahr 2014 habe ich die Finanzen über­nommen, gefolgt von meiner Kollegin Alena Schil­lerová. Gemeinsam haben wir den Mindest­lohn inner­halb von sechs Jahren von 8.500 CZK auf 15.200 CZK erhöht.

Nehmen Sie nun den Durch­schnitts­lohn. Unter unseren Vorgän­gern, die das Coro­na­virus nicht erlebten, keine globale Kata­strophe zu bewäl­tigen hatten, wuchs der Durch­schnitts­lohn nicht viel und fiel 2013 sogar. Bei uns stieg er von 25 768 auf 36 057 Kronen pro Monat.

Kran­ken­schwes­tern, Ärzte, Lehrer, Poli­zisten, Feuer­wehr­leute, Soldaten. Woran denken Sie, wenn ich diese Berufe aufzähle? Klar, sie sind dieje­nigen, die uns beschützen und sich um uns und unsere Kinder kümmern. Und ein guter Staat muss sich um sie kümmern. Und die Poli­tiker vor uns haben sich wirk­lich um diese Berufe „geküm­mert“.

ODS, TOP 09 und STAN?

Sie nahmen Geld von jedem, und ich meine absolut jeden.

Sie kürzten die Gehälter von Kran­ken­schwes­tern um 500 CZK pro Monat, von Ärzten um fast 700 CZK, von Lehrern um fast 900 CZK und von anderen Bildungs­ar­bei­tern um 150 CZK, von Poli­zisten um fast 2 000 CZK, Feuer­wehr­leuten wurden die Gehälter dreimal gekürzt, bis sie 2 840 CZK weniger hatten, und Soldaten um 1 700 CZK pro Monat.

WIR ERHÖHEN DIE GEHÄLTER

Ich werde Ihnen keine Bewer­tung dieser Poli­tiker aufdrängen. Die Zahlen haben es für mich getan. Ich werde Sie auch nicht dazu bringen, die Einschalt­quoten für mich zu mögen, denn auch das werden die Zahlen zuver­lässig tun. Wir haben die Durch­schnitts­ge­hälter von Berufen ange­hoben, bei denen frühere Regie­rungen brutal vorge­gangen sind, so dass sie gestiegen sind:

Kran­ken­schwes­tern von 28 963 bis 58 200 Kronen.

Ärzte von 59 556 bis 101 000 Kronen.

Lehrer von 26 535 bis 46 000 Kronen.

Andere Berufe in der Ausbil­dung von 15 480 bis 26 050 Kronen.

Poli­zei­be­amte von 32 646 bis 50 530 Kronen.

Feuer­wehren von 33 904 bis 51 100 Kronen.

Soldaten von 36 961 bis 51 700 Kronen.

Einen guten Staat erkennt man auch daran, wie er sich um seine Alten kümmert, denn sie waren es, die unseren Staat aufge­baut und uns groß­ge­zogen haben. Fünf lange Jahre lang lag die Durch­schnitts­rente bei 10.000. Wir haben ihn von 11 065 auf 15 351 Kronen erhöht. Und nächstes Jahr werden es mehr als 16.000 sein.

(lacht) Okay. Jetzt habe ich Sie davon über­zeugt, dass sich Glück zumin­dest teil­weise in Zahlen ausdrü­cken lässt. Ein biss­chen anstän­diges Geld zu nehmen, ist einfach ein Grund, glück­li­cher zu sein.

STEUERN MÜSSEN BEZAHLT WERDEN

Was ist mit der Atmo­sphäre? Ich meine die soziale Atmo­sphäre. Können Sie das nicht mit einer Zahl belegen? Lassen Sie uns versu­chen, es zu betrachten.

Bevor ich in die Politik kam, war es in diesem Land ganz normal, Steuern zu vermeiden. Wie oft wurde ein ehrli­cher Hand­werker oder Geschäfts­mann von seinen Freunden verspottet, weil er seine Umsätze an das Finanzamt gemeldet hat? Wie oft wurde er schon zum Idioten erklärt? Ich schäme mich, mich daran zu erinnern.

Bargeld ohne Rech­nung, Gäste ohne Quit­tung abkas­sieren, Menschen dazu zwingen, ohne Sozi­al­ver­si­che­rung und damit mit Aussicht auf eine mick­rige Rente unter dem Tisch zu arbeiten. Die Schat­ten­wirt­schaft. Ein schwarzes Loch, in dem all unser Geld verschwunden ist. Als der Inter­na­tio­nale Währungs­fonds versuchte, alle kleinen und großen Betrü­ge­reien zusam­men­zu­zählen, stellte er fest, dass zwischen 1991 und 2015 jedes Jahr durch­schnitt­lich 14,83 % des BIP in der Schat­ten­wirt­schaft verloren gingen.

Um es unver­blümt zu sagen: 15 % des gesamten Reich­tums, der uns allen in diesem Land gemeinsam und nütz­lich sein sollte, wurde jedes Jahr von einer Menge Gauner in die Tasche gesteckt.

Eine unglaub­liche Menge. Noch 2015 schwirrte doppelt so viel Geld in der Schat­ten­wirt­schaft herum, wie der Staat zu diesem Zeit­punkt an Renten auszahlte.

Dann passierte eines. Ein gewisser Babiš führte die elek­tro­ni­sche Verkaufs­re­gis­trie­rung, EET, ein. Und Kontroll­be­richte gegen Umsatzsteuerbetrug.

Unsere Steu­erkobra trat in Aktion, und es begann eine syste­ma­ti­sche Razzia gegen groß ange­legten Mehr­wert­steu­er­be­trug und den Schwarz­markt für Schnaps. Und nach Babiš hat Schiller über­nommen und ist genauso hart im Nehmen.

Das Ergebnis? Nach Angaben des Inter­na­tio­nalen Währungs­fonds haben wir die Schat­ten­wirt­schaft auf 9,2 Prozent gebracht! Das ist eine Zahl aus dem Jahr 2017. Dank unserer Maßnahmen sind Hunderte von Milli­arden in die offi­zi­elle Wirt­schaft geflossen und versteuert worden.

Schauen Sie sich an, wie sich das alles auf unsere Staats­kasse ausge­wirkt hat.

Im letzten Jahr haben wir 264,5 Milli­arden mehr einge­nommen als 2013. Wenn Sie nehmen, wie viel wir insge­samt an Steuern und Abgaben einge­nommen haben, also Sozi­al­ver­si­che­rung und Kran­ken­ver­si­che­rung, dann sind es 718 Milli­arden mehr im glei­chen Zeitraum.

GELD AN DIE LEUTE

Wir pumpen dieses Geld zurück zu den Menschen. Auf die arbei­tenden Menschen. Seit ich in die Politik gekommen bin, haben wir arbei­tende Eltern, arbei­tende Rentner und Unter­nehmen um 140 Milli­arden Pfund an Steuern entlastet. Wir haben die Steu­er­gut­schriften für Zweit- und Zusatz­kinder erhöht, Kinder­gar­ten­ge­bühren einge­führt, die Mehr­wert­steuer auf Medi­ka­mente, Baby­nah­rung, Lebens­mittel für Menschen mit gluten­freier Ernäh­rung, Bücher, Zeitungen und Zeit­schriften, Musik, öffent­liche Verkehrs­mittel und Heiz­ma­te­rial gesenkt. Wir haben die Mehr­wert­steuer auf Essen, Bier vom Fass und alko­hol­freie Getränke für Gast­wirte gesenkt. Wir haben auch die Mehr­wert­steuer für Friseure und Barbiere, Fahrrad‑, Schuh- und Regen­schirm­re­pa­ra­teure sowie Schneider redu­ziert. Wir haben die Ruhe­stands­be­züge der Soldaten von der Steuer befreit, und wir haben den arbei­tenden Rent­nern den Steu­er­ra­batt zurück­ge­geben, den frühere rechte Regie­rungen ihnen gerne wegnehmen wollten. Und wir haben die Verbrauchs­steuer auf Diesel für Auto­fahrer gesenkt.

Wir haben die Selbst­stän­digen nicht vergessen. Wir haben verhin­dert, dass unser Koali­ti­ons­partner, die CSSD, die Besteue­rung von Selbst­stän­digen auf 19 % erhöht und sie wie bei Arbeit­neh­mern bei 15 % belässt. Darüber hinaus haben wir vielen Selbst­stän­digen das Leben erleich­tert, indem wir ab dem 1. Januar 2021 eine Pauschal­steuer einge­führt haben. Das bedeutet, dass viele von ihnen monat­lich 5 469 CZK an Gesund­heits- und Sozi­al­ver­si­che­rung zahlen und sich um nichts anderes kümmern müssen. Denn sie haben schon genug Sorgen.

Ich bin in die Politik gegangen, weil ich dachte, dass die Menschen am besten wissen, wie sie ihr eigenes Geld ausgeben können. Deshalb haben wir die Steuern gesenkt, wo immer wir konnten. Die einzigen Ausnahmen waren für mich immer harter Alkohol, Tabak und Glücks­spiel. Warum sollten wir Rück­sicht auf die Leute nehmen, die damit Geld verdienen, wenn sie keine Rück­sicht auf die nehmen, die es konsu­mieren? Im Jahr 2014 war unser Land mit 7.542 Glücks­spiel­ein­rich­tungen verseucht. Jetzt sind es nur noch 702. Es ist immer noch eine Menge, aber sie verschwinden weiter, und was noch wich­tiger ist: Wir haben den Bürger­meis­tern die Möglich­keit gegeben, zu entscheiden, ob sie sie in ihrem Gebiet zulassen.

Und das Wich­tigste. Wir haben den Super­brut­to­lohn oder „Super­be­trug“ an Arbeit­neh­mern abge­schafft, der 2008 von Poli­ti­kern aus ODS und TOP 09 „ZUSAMMEN“ erfunden wurde. Das gilt für die 4,5 Millionen Menschen in diesem Land, die zur Arbeit gehen. Damit hat fast die Hälfte der Nation jeden Monat Tausende von zusätz­li­chen Kronen im Porte­mon­naie, ohne dass einer von ihnen seinen Chef um eine Gehalts­er­hö­hung anbet­teln muss.

Dazu haben wir die Essens­gut­schein-Revo­lu­tion ins Leben gerufen, bei der jeder Mitar­beiter die Wahl hat, ob er einen Essens­gut­schein in Papier­form, ein Firmen­essen oder einen „Cache“ haben möchte. Geld für arbei­tende Menschen, nicht für Essensmarkenfirmen.

Wir haben Rent­nern und Studenten unter 26 Jahren einen Rabatt von 75 % auf die Fahr­preise gewährt. Einige Leute haben mich dafür sehr kriti­siert, zum Beispiel dieje­nigen, die den Rabatt genutzt haben, um nach Prag zur Demons­tra­tion gegen mich in Letná zu fahren. Wenn mir aber eine Groß­mutter schreibt, dass sie ihre Enkel­kinder im Böhmer­wald dank der Ermä­ßi­gung nicht nur einmal im Jahr, sondern viermal besu­chen kann, bin ich einfach nur glück­lich. Und so ist es auch bei den Studenten, die jetzt die Möglich­keit haben, mehr zu reisen.

RATINGS UND AGENTUREN

In den 7 Jahren, in denen ich in der Politik bin, ist die Tsche­chi­sche Repu­blik zu einem der erfolg­reichsten Länder der Welt geworden. Selbst Moody’s und ACRA Europe, die Agen­turen, deren Urteile von Regie­rungen, Banken und Unter­nehmen befolgt werden, haben unsere Bewer­tung, das soge­nannte Rating, auf das Niveau von Ländern wie Belgien und Groß­bri­tan­nien ange­hoben. Sie schrieben ausdrück­lich, dass dies auf unsere Regie­rungs­re­formen und die öffent­li­chen Finanzen zurück­zu­führen sei. Dieses hervor­ra­gende Rating wurde auch von S&P, der Japan Credit Rating Agency und Fitch bestä­tigt. Und sie hat sich trotz der Spar­maß­nahmen und des wirt­schaft­li­chen Abschwungs aufgrund der Epidemie behauptet.

Im Jahr 2019 haben wir Portugal, Grie­chen­land und Spanien beim Brut­to­in­lands­pro­dukt pro Kopf über­holt. Ein Jahr später, Italien. In der Rang­liste der fort­schritt­lichsten Volks­wirt­schaften der Welt sind wir auf Platz 27 vorge­rückt und ich hoffe immer noch, dass wir 2025 Japan und Neusee­land über­holen werden. Wir haben bereits die geringste Einkom­mens­kluft zwischen Arm und Reich in Europa, das geringste Risiko von Armut und sozialer Ausgren­zung und die nied­rigste Arbeits­lo­sig­keit, die vor nicht allzu langer Zeit bei 2,1 % lag. Laut einer Rang­liste von Deloitte, die die Lebens­qua­lität bewertet, liegt unsere Tsche­chi­sche Repu­blik nicht nur vor den Verei­nigten Staaten, sondern auch vor Singapur oder Israel zum Beispiel. Und souverän das beste aller V4-Länder.

HILFE FÜR CORONAVIRUS

Wir alle wissen, was dann kam. Das Coro­na­virus drang in unser Leben ein und wurde inner­halb weniger Monate zu einer welt­weiten Kata­strophe. Hätten wir in all den Jahren zuvor nicht gear­beitet, unsere Schulden abge­baut und unser Land auf Vorder­mann gebracht, hätte unsere Wirt­schaft einfach keine Chance gehabt. Unter­nehmen wären ohne Hilfe in Konkurs gegangen, Hundert­tau­sende von Menschen hätten sich auf dem Bürger­steig wieder­ge­funden. Aber wir haben uns entschieden, unsere Wirt­schaft zu retten. Von einem Friseur und einem Klempner in einem kleinen Dorf bis hin zu einer riesigen Fabrik. Wir nutzten den guten Ruf, den wir für unser Land aufge­baut hatten, und liehen uns auf den inter­na­tio­nalen Märkten Geld, das wir in Menschen und Unter­nehmen steckten. Sicher­lich eine bessere Lösung, als das Volk verhun­gern zu lassen, die Unter­nehmen schei­tern zu lassen und dann verzwei­felt über Jahr­zehnte die Wirt­schaft wieder aufzubauen.

Die Zahlen?

Die erste Zahl ist 466,6 Milli­arden. Das ist die Hilfe, die wir bis Ende Februar dieses Jahres an Gewer­be­trei­bende, Mitar­beiter, Unter­nehmen und Orga­ni­sa­tionen geleistet haben. Wir haben allein 41,5 Milli­arden an Abfin­dungs­prä­mien an Selbst­stän­dige, Klein­un­ter­nehmer und Menschen mit Arbeits- und Tätig­keits­ver­trägen ausgezahlt.

Wir haben die Arbeit­geber entlastet, indem wir ihnen die Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge erlassen haben, was uns 13,3 Milli­arden gekostet hat, und wir haben die Arbeit­nehmer entlastet, indem wir 12,7 Milli­arden an Kran­ken­geld gezahlt haben, sowie die Selbst­stän­digen, was 2,9 Milli­arden ausmachte. Für die Rentner haben wir 15 Milli­arden an Beiträgen über­wiesen. Wir haben den Unter­nehmen geholfen, ihre Mieten zu bezahlen, in Höhe von 9,8 Milli­arden, und wir haben den Pubs Geld geschickt, weil sie schließen mussten, insge­samt 3,2 Milli­arden. Und der Kosten­aus­gleich und die spezi­ellen Arbeit­neh­mer­zu­schüsse für Arbeit­geber belaufen sich auf weitere 15 Milliarden.

Die zweite Zahl ist 1 480,3 Milli­arden. Dies zeigt, wie viel dank direkter Hilfs­in­stru­mente, Steu­er­stun­dung und staat­li­cher Garan­tien für Kredite in die tsche­chi­sche Wirt­schaft fließt.

ANSCHLUSS AN DIE ERDE

Aber ich werde das Thema Coro­na­virus jetzt fallen lassen, denn ich möchte nicht, dass diese Kata­strophe all die Arbeit über­tönt, die wir vor ihr begonnen haben und die wir immer noch fort­setzen. Ich möchte Ihnen nur einen kleinen Vorge­schmack auf das geben, was wir begonnen und aufge­baut haben. Um Ihnen zu zeigen, dass wir die erste Regie­rung sind, die sich um unser ganzes Land kümmert, nicht nur um die Städte und Land­kreise, in denen Menschen aus unserer Bewe­gung leben.

Eines meiner Haupt­ziele, das ich seit meinem Eintritt in die Politik verfolge, ist es, unser Land endlich zusam­men­zu­führen und die ärmsten Bezirke aus der Isola­tion zu holen. Das bedeutet, ihnen Auto­bahnen und Straßen zu bringen, die sicher und schnell sind und ohne die sich diese Gebiete niemals bewegen werden. Die Politik hat sie ein Vier­tel­jahr­hun­dert lang igno­riert, Umwelt­ter­ro­risten haben sie blockiert. Sie sind der Grund, warum sich diese Land­kreise nicht entwi­ckelt haben, der Grund, warum Millionen von Menschen unnötig viel Zeit auf gefähr­li­chen, engen Neben­straßen verbracht haben. Ein Fahrer meiner alten Firma hat sich bei einem davon umge­bracht. Es lag zwischen Lovo­sice und Usti. Ich werde ihn nie vergessen und habe an ihn gedacht, als wir am 17. Dezember 2016 die Auto­bahn D8 eröffnet haben, die ihm damals das Leben gerettet hätte. Die Menschen hatten 32 Jahre darauf gewartet.

Aber zurück zum Anfang. Im Jahr 2014 nahmen wir das Verkehrs­mi­nis­te­rium unter unsere Fittiche und begannen… nein, wir begannen nicht zu bauen, weil unsere Vorgänger uns keine Projekte hinter­lassen haben und es keine Struk­turen gab, die fertig­ge­stellt werden konnten. Wenn Sie es in genauen Zahlen ausdrü­cken wollen, hier die Anzahl der Kilo­meter, die mit dem Bau neuer Auto­bahnen begonnen wurden:

2011. Null Kilometer.

Jahr 2012. Null Kilometer.

Jahr 2013. Null Komma acht Kilometer.

Jahr 2014. Null Kilometer.

Wir mussten also den ganzen Weg von Anfang an gehen, bevor wir über­haupt loslegen konnten. Planen, Schlachten mit Umwelt­ter­ro­risten schlagen und die Gesetze ändern, damit ein Bau nicht 13 Jahre dauert. Wir haben in den letzten Jahren die Früchte dieses Kampfes geerntet. Und da haben Sie es in Zahlen.

Wir haben 117,9 Meilen an neuen Auto­bahnen gebaut.

D1 von Prerov nach Lipnik.

D3 von Veselí nach Úsilný.

D6 von Nové Strašecí nach Řevničov und von Lubenec nach Bošov.

D8 von Lovo­sice nach Řehlovice.

D11 von Osice nach Hradec Králové.

D48 von Rybí nach Rychaltice.

Wir haben 151,7 Kilo­meter erst­klas­sige Straßen gebaut, die meisten davon waren Umge­hungs­straßen von Städten, und ich werde sie nicht alle für Sie auflisten.

Und jetzt kann sich der Verkehrs­mi­nister Karel Havlicek rühmen. Er hat geschafft, was aus verschie­denen selt­samen Gründen 20 Jahre lang unmög­lich war. Er hat ein PPP-Projekt vorbe­reitet, verhan­delt und schließ­lich durch das Unter­haus gebracht. Konkret das Stra­ko­nice D4. Havlíček schaffte es sogar, die Kommu­nisten zu über­zeugen, die anfangs grund­sätz­lich dagegen waren.

Ein großer Erfolg. Das Stra­ko­nice D4 in Form eines PPP. Das heißt, ein privater Investor baut die Auto­bahn, pachtet sie für 25 Jahre an den Staat und über­gibt sie dann an uns. Diese spezi­elle Auto­bahn wird ein Modell für andere PPP-Projekte sein, die oft effi­zi­enter und billiger sind als herkömm­liche öffent­liche Aufträge. Die lang ersehnte 32 Kilo­meter lange Strecke wird im Früh­jahr mit dem Bau beginnen. Diese Methode kann auch beim Bau neuer Kran­ken­häuser oder Büro­ge­bäude einge­setzt werden.

In diesem Jahr haben wir auch einen abso­luten Rekord in der modernen tsche­chi­schen Geschichte aufge­stellt. Im Moment bauen wir 106,4 Kilo­meter brand­neue Auto­bahnen, wie man so schön sagt, auf der grünen Wiese“, und 59,9 Kilo­meter erst­klas­sige Straßen. Darüber hinaus werden wir bis Ende des Jahres 100,8 Kilo­meter neue Auto­bahnen und 64,9 Kilo­meter erst­klas­sige Straßen, haupt­säch­lich Umge­hungs­straßen, in Angriff nehmen. Warum? Als Karel Havlicek den Verkehr über­nahm, betrug das Budget für den gesamten Verkehrsbau 83 Milli­arden pro Jahr. Und bis zum Ende seines ersten Amts­jahres hatte er 120 Milli­arden aufgebaut.

Viel­leicht sind Sie es, der dieses Buch in der Hand hält. Hradec Králové, Jaroměř, Opato­vice, Časy, Otro­ko­vice, Lubenec, Panenský Týnec, Písek, Příbram, Říko­vice, Přerov, Třebotín, Kaplice, Krupá, Chlu­mčany, Bělotín, Rybí, Hulín, Fryšták, Staré Město, Moravský Písek, Chrudim, Rádelský mlýn, Plzeň, Třemošenský rybník, Orlík, Olbra­mo­vice, Mělník, Doudleb nad Orlicí, Nové Paky, Klatovy, Žiže­lice. Und mehr.

Ich habe Ihnen über den Schre­cken des D8 geschrieben. Glauben Sie, das war der einzige Fall, der sich über Jahr­zehnte hinzog? Nun, hier ist eine weitere Pein­lich­keit, die wir lösen mussten.

D11 von Prag nach Trutnov. Damals, 1938, gab es einen Plan für eine Auto­bahn nach Polen. 2006 kamen die Bauma­schinen in Sicht­weite von Hradec Králové, vier Kilo­meter vor dem Ziel. Aber die Auto­bahn war nicht der Wunsch einer Frau Havran­kova. Sie verklagte den Staat auf insge­samt 20 Jahre. Ja, so lange hat ein Land­wirt ein Bauwerk von inter­na­tio­naler Bedeu­tung blockiert, nicht lokal, nicht regional, nicht national. Wir haben D11 im Jahr 2017 beendet. Endlich können wir über die Auto­bahn nach Polen gelangen. Und damit sich in Zukunft keine Frau Havran­kova mehr wieder­holen kann, haben wir im Parla­ment ein lineares Gesetz durchgesetzt.

Das Line­ar­ge­setz ist seit 20 Jahren im Gespräch, und nur wir haben es durchgesetzt.

Erin­nern Sie sich noch daran, dass man uns daran erin­nert hat, dass Polen aufkaufen und enteignen kann? Aber niemand hat es gewagt, das polni­sche Modell in unsere Gesetze zu über­tragen. Karel hat es nach fünf Monaten als Verkehrs­mi­nister geschafft.

Was ist der Sinn des Leitungsgesetzes?

Niemand wird Gebäude, die der ganzen Region oder dem ganzen Land dienen sollen, unnötig verzö­gern. Ein einziges Bauver­fahren mit einer einzigen Über­prü­fung, klare Fristen für die Beamten. Wenn ein Land­ei­gen­tümer sich nicht mit dem Staat einigen will, bekommt er eine faire Entschä­di­gung vom Staat, muss sich aber dem öffent­li­chen Inter­esse unter­ordnen. Diese Dinge werden die Bauvor­be­rei­tung um fünf Jahre beschleunigen.

Und jetzt haben wir D1.

D1

Wenn ich alles darüber schreiben würde, was ich wissen möchte und verdiene, müsste es ein eigenes Buch sein. Die Kommu­nisten been­deten es am 8. November 1980. Zehn Jahre vor der Revo­lu­tion und die nächsten zwanzig Jahre nach der Revo­lu­tion fuhren Autos und Last­wagen über die Gleise und verbrei­terten die Risse in den Beton­platten. Im Jahr 2000 war allen klar, dass dies behoben werden musste. Aber es ist nichts passiert.

Als wir D1 im Jahr 2014 über­nahmen, war es nicht mehr zu repa­rieren. Alles musste weg, es wurde heraus­ge­rissen und bis auf die Erde abge­baut, und wir begannen mit dem Bau einer brand­neuen Auto­bahn in der Grund­fläche der ursprüng­li­chen. Bei vollem Verkehr. Jetzt, während ich dieses Buch schreibe, sind die meisten der 161 Meilen repa­riert worden. Wir werden im Oktober fertig sein. Hätten die Öko-Terro­risten im Namen von Children of the Earth nicht die ganze Zeit jede einzelne Bauge­neh­mi­gung vor Gericht ange­fochten, wäre es viel­leicht ein oder zwei Jahre schneller gegangen.

Aber denken Sie nicht, dass wir nur Auto­bahnen und Straßen der Klasse I machen. Wir wissen, dass Kreis­straßen für alle Menschen in kleinen Städten und Dörfern wichtig sind. Ich habe mich bei meinen Reisen mit Minis­tern von ihrem Zustand in allen Bezirken selbst über­zeugt. Ich hörte und spürte die Stöße von den Achsen unseres Busses. Deshalb haben wir begonnen, den Land­kreisen zusätz­li­ches Geld zu geben, um die Straßen der Klassen II und III zu repa­rieren, um die sie sich eigent­lich kümmern sollten. Bislang waren es 28 Milli­arden Kronen, und die Bezirke haben mit diesem Geld Tausende von Kilo­me­tern repariert.

Die Oppo­si­tion wird das nie zugeben, aber die Wahr­heit ist klar. Niemand hat dieses Geld jemals vor uns an die Regionen gegeben. Frühere Regie­rungen haben es igno­riert oder an ihre poli­ti­schen Freunde weiter­ge­geben. Unsere Bewe­gung hat damit in der ersten Amts­zeit begonnen und wir helfen den Bezirken jedes Jahr. Egal, welcher Partei der Gouver­neur ange­hört. Straßen sind nicht links oder rechts. Straßen sind wir alle und sie dienen jedem, der selbst in den rück­stän­digsten Dörfern lebt.

HILFE

Wenn wir endlich auf der neuen D1 fahren können, die im Oktober fertig sein wird, könnten wir allen tsche­chi­schen Auto­fah­rern einen kosten­losen TÜV geben. Natür­lich nur dieje­nigen, die ihre volle Punkt­zahl behalten. Nur für ein Auto, und sie müssen natür­lich der Besitzer sein. Beloh­nung für anstän­dige Fahrer ☺

Denn wir sind defi­nitiv nicht gegen Autos in Städten. Oder irgendwo anders.

IN DEN ZUG

Lassen Sie uns jetzt aussteigen und gemeinsam in den Zug einsteigen. Aber wir werden nicht in einer herun­ter­ge­kom­menen, besprühten Station darauf warten. Seitdem haben wir bereits 6,4 Milli­arden Kronen für die Reno­vie­rung von Bahn­hofs­ge­bäuden ausge­geben. Sie können es sicher sehen, Sie alle in Šten­berk, Bohuňo­vice, Stra­ko­nice, České Budě­jo­vice, Beroun, Havířov, Stra­ko­nice, Prag Haupt­bahnhof, Havířov, Sie alle, die auf der Pazi­fik­linie Posá­zava durch Ledeček, Kácov und Zruč nad Sázavou fahren.

Entschul­di­gung, ich habe mich ein wenig von der Romantik der Züge mitreißen lassen. Ich möchte Ihnen nur sagen, dass wir jedes Jahr Repa­ra­turen an 60 Bahn­hofs­ge­bäuden durch­führen und außerdem 150 Bahn­über­gänge modernisieren.

Und wo wir gerade von Zügen spre­chen. Haben Sie schon von Hoch­ge­schwin­dig­keits­zügen gehört? Das habe ich auch! Eine weitere Sache, über die die Poli­tiker hier seit Jahren reden, aber nichts unter­nommen haben. Und heute? Im März 2017 setzten unsere Abge­ord­neten eine bahn­bre­chende Reso­lu­tion des Reprä­sen­tan­ten­hauses durch, die die Regie­rung beauf­tragte, an Hoch­ge­schwin­dig­keits­zügen zu arbeiten. Wir haben sofort ange­fangen. Heute stecken wir jähr­lich zwei­stel­lige Millio­nen­be­träge in die Vorbe­rei­tung von Hoch­ge­schwin­dig­keits­zügen, wir haben einen Vertrag mit Deutsch­land für eine Direkt­ver­bin­dung unter dem Erzge­birge, und wir haben einen Vertrag mit Frank­reich für modernste Projekte. Die Planungs­ar­beiten sind bereits in allen Teilen des Landes im Gange, und wir werden bis 2025 mit dem Bau der ersten Pilot­strecke der Hoch­ge­schwin­dig­keits­bahn beginnen. Das ist etwas, worauf ich mich für die jungen Leute sehr freue. Und nicht nur für sie. Stellen Sie sich vor, dass wir in einer Stunde in Dresden sein werden. Auch Prag-Brünn wird nur eine Stunde entfernt sein, so dass die Mährer jeden Tag in die Haupt­stadt pendeln können. Oder anders­herum. Wir werden uns mit Wien, Warschau und Berlin verbinden, kurzum, wir werden das schla­gende Herz Europas sein.

DIE AM MEISTEN BEDÜRFTIGEN REGIONEN NICHT ZU VERGESSEN

Doch nun zurück zu den Regionen. Straßen, Auto­bahnen und Eisen­bahnen sind nicht alles, was wir tun, um unsere Regionen zu verbes­sern. Wir haben uns speziell auf die ärmsten Regionen konzen­triert. Dieje­nigen, die im Kommu­nismus und bis vor kurzem nur dazu dienten, Boden­schätze abzu­bauen, die Schwer­indus­trie zu betreiben, aber das Volk wurde immer igno­riert. Ich bin wegen dieser Leute in die Politik gegangen.

Wir haben stra­te­gi­sche Akti­ons­pläne für die Regionen gestartet. Wir haben die Hilfe für jeden von ihnen genau auf das zuge­schnitten, was sie brauchten.

In der Region Ústí gibt es viele Gewässer, die nach dem Kohle­abbau in Gruben entstanden sind. So haben wir zum Beispiel in Most geholfen, ein ganz­jährig geöff­netes Restau­rant und Strand­an­lagen zu bauen. Wir geben schritt­weise 1,9 Milli­arden Euro frei, um die Qualität des Gesund­heits­we­sens zu verbes­sern, vor allem um die Kran­ken­häuser in Děčín und Chomutov zu moder­ni­sieren, aber auch um die Verfüg­bar­keit der Gesund­heits­ver­sor­gung in der gesamten Region zu erhöhen. Wir stellen auch mehr als eine halbe Milli­arde für den Bau des Tech­no­lo­gie­zen­trums zur Verfü­gung, das neue Tech­no­lo­gien und neue Arbeits­mög­lich­keiten in die Region Ústí bringen wird. Arbeit mit hoher Wert­schöp­fung ist in Ústí nad Labem beson­ders wertvoll.

Wir bauen ein Hoch­ge­schwin­dig­keits-Glas­faser-Daten­netz in der Mährisch-Schle­si­schen Region auf. Es wird Kran­ken­häuser, Verkehrs­leit­zen­tralen, Einheiten des Inte­grierten Rettungs­sys­tems, weiter­füh­rende Schulen oder auch soziale Einrich­tungen verbinden. Dank ihm werden die Menschen in öffent­li­chen Gebäuden, Bussen und Stra­ßen­bahnen schnelles Internet haben. Wir werden nach und nach 625 Ortschaften und 225 Orga­ni­sa­tionen in der gesamten Region mitein­ander verbinden. Wir werden uns auf die Entwick­lung des Gebiets zwischen Karvina, Havířov und Orlova konzen­trieren. Nach der Schwer­indus­trie sind hier absolut einzig­ar­tige Bauten übrig geblieben, die wir als touris­ti­sche Attrak­tionen nutzen wollen und auch mehr Touristen in die Beskiden und das Jeseníky-Gebirge bringen, was wiederum mehr Geld in die ganze Region bringt. Dank unseres Beitrags erhalten auch Ostrava und das gesamte Gebiet um Havířov neue, roll­stuhl­ge­rechte Erdgas­busse, und wir finan­zieren auch neue Stra­ßen­bahnen in Ostrava. Dank unserer Spende wird das Univer­si­täts­kli­nikum Ostrava ein neues Gebäude für die psych­ia­tri­sche Versor­gung bauen.

Region Karlovy Vary (Karlsbad). Das Poten­zial dort ist klar. Unser Akti­ons­plan hilft bei der Entwick­lung des Insti­tuts für Kurwesen und Balneo­logie in Karlovy Vary. Ärzte, Biologen und Geologen unter­su­chen dort die Auswir­kungen der Kur auf den mensch­li­chen Körper und forschen auch nach natür­li­chen Heil­quellen. Wir helfen ihnen bei der Rekru­tie­rung weiterer Top-Experten aus der Tsche­chi­schen Repu­blik und dem Ausland, beim Bau von Unter­richts­räumen und Laboren sowie beim Kauf von Geräten. Insge­samt sind es eine halbe Milli­arde. Karlovy Vary ist bereits ein inter­na­tio­naler Begriff. Und wir arbeiten daran, als die Besten der Welt in der Spa-Branche aner­kannt zu werden.

Wie alle anderen Regionen, die in der Vergan­gen­heit vernach­läs­sigt wurden, braucht Carlsbad bessere Einrich­tungen für die Spit­zen­for­schung. Deshalb stellen wir 750 Millionen für den Bau eines Wissen­schafts- und Tech­no­lo­gie­parks zur Verfü­gung, der von einer Viel­zahl von Univer­si­täten und Forschungs­ein­rich­tungen genutzt werden soll. Weitere fast 200 Millionen sind für das Kran­ken­haus in Cheb vorge­sehen, vor allem für einen Line­ar­be­schleu­niger in der onko­lo­gi­schen Abtei­lung, einen neuen Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phen und andere Geräte. Wir geben auch Geld an die Region Karlovy Vary für den Kauf von emis­si­ons­armen, roll­stuhl­ge­rechten Bussen. Sie ersetzen die alten Diesel­busse. Wo sonst sollte man mit super­mo­dernen, umwelt­freund­li­chen öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln beginnen als in Gegenden, die seit zwei­hun­dert Jahren von der Indus­trie verschmutzt sind?

Den ärmsten Regionen wird nicht nur durch Akti­ons­pläne geholfen, sondern sie profi­tieren enorm von unserem Inte­grierten Regio­nalen Opera­tio­nellen Programm. Viel­leicht haben Sie schon einmal davon gehört: IROP. Allein in den letzten vier Jahren haben wir im Rahmen dieses Programms 10 149 Projekte im Wert von 116,7 Mrd. CZK geneh­migt. Ohne sie gäbe es keine neue Straße, die das Zentrum von Chomutov entlastet hat, durch das bis vor kurzem Autos in Rich­tung Ústí fuhren. Oder die Umfah­rung von Roud­nice nad Labem. Die neuen Brücken in Ostrava zwischen dem Zentrum und Ostrava-Süd wären nicht repa­riert und gebaut worden. Und es gäbe weder die Umfah­rung von Mariánské Lázně noch die Umfah­rung von Pilsen. Ich habe diese Konstruk­tionen für Sie ausge­wählt, weil ich mich persön­lich mit ihnen beschäf­tigt habe und weiß, dass die Menschen auf jede von ihnen wie auf eine Gnade gewartet haben.

Nun kann man sagen, dass Babiš immer über große Städte schreibt. Aber das liegt daran, dass ich Ihnen zuerst die national wich­tigen Gebäude zeigen wollte. Schließ­lich fährt ein Mensch vom anderen Ende des Landes mindes­tens einmal im Leben durch eine Stadt wie diese. Viel­leicht bei einem Ausflug in die Berge, zu einem Schloss, in ein Spa. Und dann werden sie es zu schätzen wissen, dass sie nicht im Zick­zack über die Kreis­straße fahren oder sich durch die Innen­stadt schlän­geln müssen.

Aber wenn man sich die Zahlen anschaut, machen wir die meisten unserer Projekte in Dörfern mit bis zu 3.000 Einwoh­nern, und dann in Städten mit 3.000 bis 10.000 Einwoh­nern. Man würde nie von diesen Projekten im Fern­sehen hören, noch würde man sie oft sehen, aber sie machen einen großen Unter­schied für die Einhei­mi­schen. Zum Beispiel die Aufzüge in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern, in die wir über 700 Millionen gesteckt haben. Können Sie sich vorstellen, was für eine Erleich­te­rung das für Rentner, Eltern mit kleinen Kindern und alle, die in einem solchen Gebäude wohnen, ist? Das bedeutet nicht nur mehr Komfort, sondern auch, dass Ihre Wohnung plötz­lich einen ganz anderen Wert hat.

GELD FÜR KLEINERE GEMEINDEN

Jetzt gebe ich Ihnen ein paar Zahlen, damit Sie sehen können, wie wir klei­nere Gemeinden unter­stützen. Dies wird das Geld sein, das wir in den letzten 4 Jahren in sie inves­tiert haben. Ich runde die Beträge ein wenig, damit ich Sie nicht mit kompli­zierten Zahlen belästige.

Wir haben eine halbe Milli­arde in Pfle­ge­heime gesteckt, wir haben fast 300 Millionen Dollar in Sozi­al­woh­nungen für Senioren gesteckt, wir haben Biblio­theken, Gemein­de­büros und Gemein­de­zen­tren für 1,3 Milli­arden Dollar instand gesetzt. Dank uns wurden Tausende von Häusern endlich von alten Blei­rohren befreit. Es hat uns bis jetzt fast 3 Milli­arden gekostet. Wir haben über 2,6 Milli­arden für Spiel­plätze, die vor allem den Mittel­punkt des dörf­li­chen Lebens darstellen, und für Schul­sport­plätze ausge­geben. Und die Liste geht weiter und weiter, über die Repa­ratur von Fußgän­ger­brü­cken, Kapellen, den Bau von Wander­wegen und Rast­plätzen bis hin zur Räumung von Indus­trie­ge­bieten, in denen wir neues Leben schaffen und neuen Wohn­raum finan­zieren. Wenn man das alles zusam­men­zählt, kommt man auf die 10 Milli­arden Kronen, die wir in den letzten 4 Jahren in Dörfer und Klein­städte gesteckt haben. Natür­lich zähle ich dabei nicht ihr eigenes Geld, das wir ihnen jedes Jahr aus den von uns erho­benen Steuern schicken.

Wissen Sie, wenn ich hier sitze und mir diese Liste der Subven­tionen ansehe, fühle ich mich norma­ler­weise glück­lich. Ich sehe, dass es endlich anfängt zu wirken und dass wir Geld dorthin schi­cken, wo es gebraucht wird, und nicht dorthin, wo wir Stimmen dafür bekommen können. Das sind Dörfer und Städte, von denen Sie wahr­schein­lich noch nie etwas gehört haben, es sei denn, Sie leben direkt in dieser Graf­schaft. Also hallo nach Pozořice in Südmähren, nach Hořice im Böhmer­wald, nach Skuhrov im Hoch­land, nach Suchdol nad Odrou in Nord­mähren, nach Borová in Pardu­bice, nach Břas in Plzeň, nach Pičín in Mittel­böhmen, nach Vilémov in Ústí nad Labem, nach Valašská Bystřice in der Region Zlín, nach Lub in der Region Karlovy Vary, nach Leština in der Region Olomouc, hallo an alle Regionen und alle Dörfer und Städte, in denen wir gerne mit einem Spiel­platz, einem Kinder­garten, einem Haus für ältere Menschen, einer Straße, einem Gehweg, einem Gemein­de­zen­trum, einer öffent­li­chen Toilette oder einem barrie­re­freien Eingang geholfen haben.

ICH MÖCHTE DIE TSCHECHISCHE REPUBLIK GROSS MACHEN

Rozsportovat! Können Sie es ausspre­chen? ☺ Das ist genau das Wort, das wir jetzt lernen sollten. Wir alle. Ich möchte die Tsche­chi­sche Repu­blik SPORTen.

Vor allem unsere Kinder.

Ich möchte, dass jedes Kind in unserem Land genü­gend Bewe­gung bekommt.

Bewegen. Es ist unser natür­li­ches Bedürfnis seit der Kind­heit. Eine Möglich­keit des Selbst­aus­drucks für jeden von uns. Und früher war es fast die einzige Frei­zeit­be­schäf­ti­gung, wie man heute sagt. Klar, es gab nichts anderes zu tun, also zogen die Kinder um.

Aber jetzt konkur­riert Sport bei Kindern mit Dutzenden von anderen Akti­vi­täten, die nicht so anstren­gend sind. Der Sport hat es einfach nicht leicht im Wett­be­werb mit all den iPads, sozialen Netz­werken und Spie­le­kon­solen. Kinder sitzen und starren auf einen Bildschirm.

Das Wich­tigste ist, dass es beim Sport vor allem um Freude und Spaß geht. Nicht nur eine Übung. Nicht nur eine Notwen­dig­keit. Nicht nur Wettbewerb.

Und jeder Trainer muss in der Lage sein, einfühlsam mit jedem Kind zu arbeiten und seinen Platz im Team zu finden. Einzeln. Um Kindern das Gefühl zu geben, dazu­zu­ge­hören. Dass sie ihre eigene Gruppe haben. Und sich auf die Freude an der Bewe­gung zu konzen­trieren, egal wie geschickt.

Nun, eine wich­tige Tatsache haben wir entdeckt, als wir mona­te­lang konse­quent recher­chiert haben. Der Leis­tungs­druck, der Druck zu gewinnen und die Beto­nung darauf, wer der Beste ist, entmu­tigt Kinder einfach.

Ja, das ist richtig.

Leis­tungs­ori­en­tie­rung. Nur Leis­tungs­ori­en­tie­rung. Um sicher­zu­stellen, dass alle Kinder bei Rennen und Wett­be­werben ihr Bestes geben. Und ich frage Sie, warum?

Alle Kinder dazu zu zwingen, einen großen Teil ihrer Frei­zeit mit Sport zu verbringen? Und warum sollten sie?

Der Leis­tungs­druck wird einige von ihnen nur vergiften und sie schließ­lich ganz aus dem sport­li­chen Umfeld vertreiben und, was noch wich­tiger ist, für den Rest ihres Lebens ihre Bezie­hung zur Bewe­gung, zum Sport als etwas defi­nieren, in dem sie nicht beson­ders gut sind.

Genera­tionen von Kindern sind damit aufge­wachsen, die einmal etwas Dummes im Sport­un­ter­richt gemacht haben und seitdem nie wieder mitma­chen. Riesiger Block mit ganzen Generationen.

Viele junge Menschen machen ähnliche Erfah­rungen. Das wurde uns bei unserer Recherche gesagt:

„Die Leute im Sport­un­ter­richt haben mich ausge­lacht, weil ich keine 3 Meter weit springen kann und weil ich nicht Volley­ball spielen kann, weil ich klein bin.“

„Wir hatten ein Mädchen in unserer Jahr­gangs­stufe, das Leis­tungs­vol­ley­ball spielte, und wenn wir nicht so gut abschnitten wie sie, war sie sauer auf uns, weil wir verloren hatten. Das ging so weit, dass sie mir ins Gesicht schlug. Die Lehrerin hat es geför­dert, weil sie dachte, sie wolle uns motivieren.“

„Ich habe den Sport in der Schule aufge­geben, ich mag es nicht, zu etwas gezwungen zu werden, wenn ich nicht gut darin bin. Der Sport­lehrer hat mich zum Beispiel zum Dauer­lauf verdon­nert, ich konnte es nicht, aber ich musste es tun, ich war am Ende meiner Kräfte, das brauche ich nicht.“

Das ist es, wovon ich spreche. Verschwinden Sie hier! Das wollen wir ändern! Lasst uns alle Kinder sport­lich machen! Und so macht Bewe­gung Spaß. Spaß.

Das sind die Kinder, die aus verschie­denen Gründen nicht ihre ganze Frei­zeit dem Sport widmen wollen oder können. Viel­leicht haben sie andere Hobbys, oder ihre Eltern wollen, dass sie andere Inter­essen haben oder mehr Schule machen.

Aber wir wollen sie in Bewe­gung und zum Sport bringen. Alle von ihnen.

Wir müssen nur die derzei­tige exklu­sive Wahr­neh­mung von Sport als eine „ulti­ma­tive“ Akti­vität ändern, zu der man regel­mäßig geht und alles gibt. Wo man sich ständig mit anderen verglei­chen muss. Wo sich alles um den Bohrer dreht. Wo sich alles um die indi­vi­du­elle Leis­tung und den Teamer­folg dreht.

IDEALSTAAT?

Wenn ich meine Augen schließe und eine Weile träume, sehe ich Kinder, die zum Trai­ning kommen, weil sie es wollen.

Nicht, weil sie es müssen.

Und der Trainer hebt immer die indi­vi­du­ellen Stärken jedes Einzelnen hervor und legt den Fokus auf Team­bil­dung und Freund­schaften. Auf eine Art und Weise, die auch die weniger sport­li­chen Kinder und Eltern anzieht.

Natür­lich sind Auszeich­nungen für gute Leis­tungen und die Beto­nung darauf, wer der Beste ist, tolle Dinge. Aber das gilt auch für die Freude an der Bewe­gung selbst, egal wie gut man darin ist. Groß sind auch die gemein­samen Erleb­nisse, die mit Sport und Bewe­gung verbunden sind. Das Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein. Der Spaß, die Verspielt­heit, die Kreativität.

Der Wende­punkt ist um 13–15, wenn viele Mitglieder der Sport­mann­schaft aussteigen. Sie fangen an, andere Dinge zu genießen, suchen ihre eigene Unab­hän­gig­keit von den Vorlieben ihrer Eltern, und auch Arbeit und schu­li­sche Verpflich­tungen kommen hinzu.

Sie möchten dann in ihren Zwan­zi­gern und Drei­ßi­gern zum Sport zurück­kehren oder damit beginnen und stellen oft fest, dass sich ihre Fitness und ihr Körperbau verschlech­tert haben. Aller­dings ist es dann recht schwierig, mit Sport zu beginnen, insbe­son­dere mit Mannschaftssport.

WAS HILFT?

Es hilft immer, eine Gruppe von Freunden zu haben, auf die sich das Kind verlassen kann, und einen guten, erfah­renen Trainer, der die Kinder im Griff hat und sie inspi­rieren kann. Kinder verbringen dann nicht mehr so viel Zeit in sozialen Medien und mit Compu­ter­spielen, sondern erleben reale Situa­tionen und Erfahrungen.

Was wirk­lich zählt, ist die Persön­lich­keit des Trai­ners. Ein guter und erfolg­rei­cher Trainer kann bei Kindern nicht nur Leis­tung und Moti­va­tion, sondern auch die Freude an der Bewe­gung wecken. Er muss selbst ein Enthu­siast sein, der es nicht nur für den Erfolg tut, sondern aus Freude. Er konzen­triert sich nicht nur auf Übungen, sondern versucht, mit den Kindern zu arbeiten, um ihre Fähig­keiten auf komplexe und spie­le­ri­sche Weise zu entwi­ckeln. Er weiß, wie man Veran­stal­tungen orga­ni­siert, die ihnen unver­gess­liche Erleb­nisse bescheren.

Sie baut eine Gruppe, ein Team auf, setzt auf Zusammenhalt.

Die Coaches leisten eine unglaub­lich nütz­liche Arbeit und ich möchte, dass jeder von ihnen einen Hinter­grund hat.

Und ich möchte auch alle Sport­stätten für Kinder­gruppen und Kinder mit Eltern öffnen, so dass sie jeder­zeit kommen können, um Sport zu treiben, einfach nur um abzu­hängen. Schließ­lich laufen wir alle in den Städten an geschlos­senen Sport- und Spiel­plätzen aller mögli­chen Schulen vorbei. Sie sind nur manchmal geöffnet. Sie sind direkt vor unserer Nase. Geben wir sie also an alle Eltern und Kinder weiter.

Einfach.

Jeder in diesem Land weiß, wie man Reser­vie­rungs­sys­teme benutzt. Es wird funk­tio­nieren, da bin ich mir sicher.

KABINE

Vor allem eines ist mir ans Herz gewachsen. Landessportarten.

Ich habe es also in der Hand. Ich habe beschlossen, jeder kleinen Stadt und jedem Dorf Geld zu schi­cken, um ihre Umklei­de­ka­binen zu reno­vieren. Ich habe die Finanz­mi­nis­terin Alena Schiller über­zeugt, und jetzt geht dieses Geld an jeden, der darum bittet.

Die tradi­tio­nellen soge­nannten demo­kra­ti­schen Parteien haben unseren Sport in den letzten 30 Jahren völlig verwüstet. Dieje­nigen, die nicht wussten, wie man „schwenkt“, dieje­nigen, die keinen „Freund“ hatten, bekamen keinen Anteil oder nur Brosamen von dem, was die Bafoons behielten. Als ich im Januar 2014 in die Regie­rung kam, flossen knapp über 3 Milli­arden in den Sport. Dieses Jahr stecken wir 10,3 Milli­arden hinein.

Wir haben den Sport aus dem Bildungs­mi­nis­te­rium heraus­ge­nommen und ihm eine eigene Leitung gegeben. Die Natio­nale Sport­agentur. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich nicht eine oder zwei Hallen bauen und Geld in ein paar ausge­wählte Profi­teams pumpen will. Ich wollte Geld und Möglich­keiten für absolut jeden geben, der Sport treibt und sich um unsere sport­li­chen Kinder kümmert.

In jedem Dorf, das einen Fußball­platz hat, und sogar einen Volley­ball­platz oder ein Nohec-Feld, gibt es einen Schuppen, der für alle zur Verfü­gung steht.

Seit Jahren keine Repa­ra­turen. Was für Jahre! Jahr­zehnte. Wir haben eine Umfrage durch­ge­führt und heraus­ge­funden, dass die Sport­plätze in der Tsche­chi­schen Repu­blik im Durch­schnitt 48 Jahre alt sind.

Die Kabinen sind baufällig, häss­lich und stinken. Und dort sollen sich unsere Kinder vor dem Spiel umziehen, duschen und hecheln? Sollen sie im 21. Jahr­hun­dert immer noch auf das ange­wiesen sein, was die Kommu­nisten aufge­baut haben und was alle tradi­tio­nellen demo­kra­ti­schen Parteien seit der Revo­lu­tion völlig, völlig igno­riert haben?

Also sagte ich, wir schi­cken 800.000 Kronen an jede der 5.800 Städte und Dörfer mit bis zu 3.000 Einwoh­nern, wenn sie 200.000 eigene hinzu­fügen. Sie sollen ihre Sport­an­lagen repa­rieren. Aber nicht durch irgend­einen Verein, nicht durch irgend­welche „Besser­wisser“. Wir schi­cken das Geld direkt zu den Bürger­meis­tern, weil sie die Menschen vor Ort am besten kennen und direkt mit ihnen darüber spre­chen, was gebraucht wird.

Sie bekommen das Geld. Keine Lobby­ar­beit, einfach das Formular korrekt ausfüllen. So etwas hat es hier noch nie gegeben.

Im Jahr 2016 haben wir das My Club-Programm einge­führt. Wir sind jetzt von den ursprüng­li­chen 308 Millionen auf 1,5 Milli­arden gestiegen, die wir ohne Zwischen­händler direkt in Sport­ver­eine pumpen. Wir fragen die Vereine vor allem eines: Wie viele Kinder treiben bei Ihnen Sport und wie oft? Damit haben wir bereits mehr als 7.000 Vereine unter­stützt. Groß und klein. So klein, dass wir die Anfor­de­rung, mindes­tens 12 Kinder zu haben, um sich zu quali­fi­zieren, abge­schafft haben.

Nächste. Lassen Sie uns zu größeren Projekten über­gehen. Wenn Sie ein Schwimmbad, ein Laufoval, einen Fußball­platz oder eine Mehr­zweck­halle reno­vieren müssen, können Sie nicht 20 Millionen, sondern 40 Millionen bean­tragen. Auf diese Weise haben wir allein in den Jahren 2018–2020 bereits 470 Sport­an­lagen unter­stützt. Und dieses Jahr geben wir die Möglich­keit, bis zu 50 Millionen zu bean­tragen. Und für die größten Projekte, wie moderne Eishallen oder Super-Leicht­ath­letik-Stadien, in denen die Tsche­chi­sche Repu­blik Riesen­ver­an­stal­tungen von inter­na­tio­naler Bedeu­tung ausrichten kann, haben wir eben­falls ein Programm mit einer Ober­grenze von bis zu 300 Millionen angekündigt.

Ich schreibe das alles, um Ihnen mitzu­teilen, dass zum ersten Mal seit der Revo­lu­tion hier jemand begonnen hat, sich mit Sport zu beschäf­tigen. Seriös, syste­ma­tisch und mit Leiden­schaft. Wir tun unser Bestes, damit das Geld, das die Natio­nale Sport­agentur von uns erhält, so schnell wie möglich bei Ihnen ankommt. Und vor allem für die Kinder. Ohne gesunde, sport­liche, bewe­gungs­freu­dige junge Menschen ist die Nation im Nieder­gang begriffen. Und wenn ich ein wenig pathe­tisch sein darf: Wir heben diese Nation nach 30 Jahren wieder auf. Gesunder Körper, gesunder Geist. Sie wissen, wie es läuft.

TIPP:

Wie wäre es, wenn man den Sport­un­ter­richt in den Grund­schulen fünfmal pro Woche zur Pflicht machen würde? Mit profes­sio­nellen Trainern? ☺

MIT IHNEN

Sie erin­nern sich viel­leicht an diese Geschichte von meiner Face­book-Seite. Martina. Ihr Vater, Herr Zdenek Majzlik. Multiple Skle­rose. Medi­zi­ni­sches Cannabis. Er kam im März 2017 zu mir. Ich habe dann den ersten Beitrag darüber geschrieben, wo ich ganz oben, um es deut­lich zu machen, in großen Buch­staben die Über­schrift gesetzt habe:

„ICH BIN FÜR DIE LEGALISIERUNG VON MEDIZINISCHEM CANNABIS UND DIE ERSTATTUNG DURCH DIE VERSICHERUNG.“

Seitdem ist viel passiert. Wir haben dafür gekämpft, dass Martina medi­zi­ni­sches Cannabis zu einem guten Preis bekommt und nicht zehn­tau­sende Kronen pro Monat. Ich war auch in Israel, habe dort Experten konsul­tiert und sie zu uns einge­laden. Unter Betei­li­gung tsche­chi­scher Ärzte und Experten haben wir eine Konfe­renz über medi­zi­ni­sches Cannabis abge­halten, an der auch israe­li­sche Kollegen vom israe­li­schen Gesund­heits­mi­nis­te­rium, der israe­li­schen Agentur für medi­zi­ni­sches Cannabis, der Hebräi­schen Univer­sität in Jeru­salem, dem Behand­lungs­zen­trum in Tel Aviv und dem Schmerz­zen­trum des Sheba Israel Hospi­tals teil­nahmen. Und dann passierte diese erstaun­liche Sache.

Herr Majzlik hat mir geschrieben.

„Hallo, Herr Premier­mi­nister. Ich habe Ihnen vor einiger Zeit verspro­chen, dass ich Sie infor­mieren würde, wenn die medi­zi­ni­sche Canna­bis­reise für Martina abge­schlossen ist. So ist es geschehen. Heute haben meine Frau und ich in der Apotheke des Kran­ken­hauses in Stra­ko­nice 180 Gramm medi­zi­ni­sches Cannabis von der tsche­chi­schen Firma Elko­plast abge­holt. Es hat ein biss­chen länger gedauert, weil es irgendwo Probleme gab, deren Ursprung ich aber nicht im Detail kenne. Ganz einfach, seit Mai gab es kein medi­zi­ni­sches Cannabis mit einem ausge­wo­genen THC/CBD-Verhältnis in den Apotheken. Aber jetzt ist es so. Ich möchte mich ganz herz­lich bei Ihnen bedanken. Ich wieder­hole mich viel­leicht, aber Sie waren der erste hoch­ran­gige Poli­tiker, der sich in einer Zeit, in der es nicht einfach war, für eine völlig behin­derte Frau und ihre alten Eltern einge­setzt hat. Damals hätten verschie­dene Kalouskas Sie der Beihilfe zur Verbrei­tung von Drogen beschul­digen können, und leider gibt es immer noch viele Leute, die auf ihn hören würden. Hier­zu­lande gelten dieje­nigen, die ohne Rück­sicht auf ihre Probleme dem nach­gehen, was sie für richtig halten, als Gören. Du bist ein Kumpel und ich werde es nie vergessen. Noch­mals vielen Dank und ich wünsche Ihnen alles Gute.“

Sie auch, Mr. Majzlik. Ich weiß das wirk­lich zu schätzen. Und grüßen Sie Martina von mir.

Ich möchte, dass Sie wissen, dass unsere Regie­rung vier Jahre lang gear­beitet hat und ihre Verspre­chen gehalten hat. Falls Sie meinen Brief, der im Juni an jeden Brief­kasten in unserem Land ging, nicht bekommen haben, hier das Wichtigste.

Renten aufzeichnen. Im Jahr 2017 lag die Durch­schnitts­rente bei 11 745 CZK und in diesem Jahr, Ende März, bereits bei 15 351 CZK. Für Menschen über 85 Jahre gibt es zusätz­lich tausend Kronen, und im Dezember 2020 erhält jeder Senior zusätz­lich 5.000 Kronen. Im Durch­schnitt haben wir die Renten jedes Jahr um fast eintau­send valo­ri­siert. Und im nächsten Jahr erhalten die Rentner durch­schnitt­lich 758 Kronen mehr pro Monat. Für Senioren über 65 Jahre haben wir eine Ermä­ßi­gung von 75 % auf Bahn- und Busfahr­karten eingeführt.

Höhere Gehälter. Wir haben auch unser Verspre­chen an die Lehrer erfüllt, dass sie in diesem Jahr durch­schnitt­lich über 45.000 CZK verdienen werden. Tatsäch­lich wird es mehr sein. Die Lehrer werden über 46 000 CZK verdienen. Poli­zisten, Feuer­wehr­leute und Soldaten erhalten durch­schnitt­lich über 50 000 Kronen. Das durch­schnitt­liche Gehalt von Kran­ken­schwes­tern wird in diesem Jahr 58 200 CZK und das von Sozi­al­ar­bei­tern 35 097 CZK errei­chen. Beim Pro-Kopf-BIP haben wir bereits Portugal, Spanien und Italien überholt.

Nied­rige Steuern. Wir haben die Steuern gesenkt. Um 436 Milli­arden Kronen während der Zeit meiner Regie­rung. Wir haben die Einkom­men­steuer für alle Mitar­beiter auf 15 % gesenkt. Das bedeutet eine Lohn­er­hö­hung von 7 %. Wir haben dafür gesorgt, dass Selbst­stän­dige bei einem Einkom­mens­steu­er­satz von 15 % bleiben. Wir haben das Leben für Selbst­stän­dige durch die Einfüh­rung einer monat­li­chen Pauschal­steuer erleich­tert. Wir haben viele Artikel auf den redu­zierten Mehr­wert­steu­er­satz von 10 % umge­stellt. Medi­ka­mente, Baby­nah­rung, Bücher, Bier vom Fass, alko­hol­freie Getränke, Wärme­ver­sor­gung, Wasser und Kana­li­sa­tion, öffent­liche Verkehrs­mittel, Cate­ring-Dienst­leis­tungen, Friseure, Repa­ra­tur­werk­stätten und häus­liche Pflege. Wir haben die Erfin­dung von ODS, die Vermö­gens­steuer, abgeschafft.

Finanzen unter Kontrolle. Lassen Sie sich nicht von der Panik­mache der Oppo­si­tion täuschen. Trotz der Pandemie bleiben wir auch 2020 das vier­t­ärmste verschul­dete Land in der EU. Als ich im Januar 2014 als Finanz­mi­nister antrat, lag die Verschul­dung im Verhältnis zum BIP bei 41,1 %, bis Ende 2019 haben wir sie auf 29 % gesenkt. Die Pandemie ist ange­kommen. Ende 2020 lag der Schul­den­stand bei 36,9 % und damit immer noch nied­riger als bei meinem Regie­rungs­an­tritt. Die Verschul­dung Öster­reichs liegt bei 84%, die Deutsch­lands bei 71% und die Frank­reichs bei 117%. Wir haben die Verschul­dung einmal stabi­li­siert und wir können es wieder tun.

Massive Inves­ti­tion. Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes haben wir alle Inves­ti­ti­ons­pro­jekte im Natio­nalen Inves­ti­ti­ons­plan der Tsche­chi­schen Repu­blik für die Jahre 2020–2050 abge­bildet. Es handelt sich um 20 Tausend Projekt­pläne mit einem Gesamt­wert von 8 Tausend Milli­arden. Für die Zukunft unseres Landes.

Neue Auto­bahnen und Straßen. Im September werden wir die komplette Rekon­struk­tion der D1 abschließen, und wir haben endlich die D11 bis Hradec Králové verlän­gert. In diesem Jahr haben wir mit dem Bau der D4 bis Stra­ko­nice begonnen, und im Jahr 2025 werden wir Prag an die D3 und Karlsbad an die D6 anschließen. Wir bauen eine ganze Reihe neuer Umge­hungs­straßen. Česká Lípa, Třinec, Pardu­bice, Frýdek-Místek, Otro­ko­vice, Znojmo, Slaný, Jaroměř, Stra­ko­nice, Krnov, Řevničov. Dank des Gesetzes zum linearen Bauen werden wich­tige Baupro­jekte um ein Drittel beschleu­nigt. Wir bauen mehr und halb so billig wie in der ODS-Ära. Wir haben 59,3 km neue Auto­bahnen gebaut, und wir haben weitere 107,3 km gebaut. Wir haben 66,8 km Straßen der Klasse 1 gebaut und weitere 74,3 km begonnen. Wir haben auch die elek­tro­ni­sche Vignette erzwungen.

Unter­stüt­zung von Fami­lien mit Kindern. Wir erhöhten das Eltern­geld von 220.000 auf 300.000 Kronen und für Mehr­linge von 330.000 auf 450.000 Kronen. Für junge Fami­lien haben wir staat­liche Kredite zu 1 % Zinsen frei­ge­geben, mit denen sie auch einen Genos­sen­schafts­an­teil kaufen können.

Bessere Gesund­heits­ver­sor­gung. Im Jahr 2017 flossen 284,8 Milli­arden Kronen in das Gesund­heits­wesen, in diesem Jahr sind es 391,6 Milli­arden Kronen. Wir haben eine Reihe von Kran­ken­häu­sern reno­viert und neue Pavil­lons gebaut. Wir kauften hoch­mo­derne Geräte, inno­va­tive Medi­ka­mente und Arznei­mittel für Pati­enten mit seltenen Krank­heiten. Wir haben die Kapa­zität der medi­zi­ni­schen Fakul­täten und weiter­füh­renden medi­zi­ni­schen Schulen erhöht. Wir haben ePre­scrip­tion und eSick leave gefördert.

Schutz der Kultur. Wir haben eine Reihe von Denk­mä­lern reno­viert. In Prag, das histo­ri­sche Gebäude des Natio­nal­mu­seums, die Staats­oper und das Negrelli-Viadukt. In Karlsbad wurde die Rekon­struk­tion der Kaiser­li­chen Bäder in Angriff genommen, und im Juni dieses Jahres haben wir das Ther­mal­hotel eröffnet. Wir reno­vieren die Burg Karlš­tejn und die Burg Telč.

Inves­ti­tionen in den Sport. Das Sport­budget wird in diesem Jahr 10,3 Mrd. CZK errei­chen, im Vergleich zu 5,9 Mrd. CZK im Jahr 2017. Wir haben eine natio­nale Sport­agentur einge­richtet, die sich ausschließ­lich dem Sport widmet. Durch das My Club-Programm werden wir 6.500 Projekte im Wert von 1,6 Milli­arden unter­stützen und das Cabinet-Programm wird in den nächsten zwei Jahren 1.500 Projekte im Wert von 1,2 Milli­arden unter­stützen. Es bedeutet das Ende von alten, stin­kenden Hütten und bröckelnden Sportplätzen.

Eine moderne Armee. Wir haben das Budget der Armee erhöht und ihre Ausrüs­tung moder­ni­siert. Neue gepan­zerte Mann­schafts­trans­porter, Radar­ge­räte, Hubschrauber und Tausende von neuen Sturm­ge­wehren und Pistolen.

Schutz der Umwelt. Wir haben den Bau von Hunderten von Kilo­me­tern Wasser- und Abwas­ser­sys­temen unter­stützt. Wir haben über 100.000 Heiz­kessel ausge­tauscht und Tausende von Gebäuden isoliert. Wir haben über 3.500 Gemeinden in ihrem Kampf gegen die Dürre unter­stützt. Wir haben beschlossen, bis 2030 keine Müll­de­po­nien mehr zuzu­lassen. Beim Euro­päi­schen Rat habe ich mich für Atom­kraft und Erdgas als saubere Ener­gie­quelle einge­setzt, um die Klima­ziele der EU zu errei­chen. Und wir pflanzen Bäume. Seit 2017 haben wir mehr als 665 Millionen Setz­linge in Wäldern und eine Million Bäume außer­halb des Waldes, in Alleen, in Gehölzen und überall sonst gepflanzt.

Hilfe für Verbrau­cher. Wir haben Zwangs­voll­stre­ckungen und Zahlungs­aus­fälle vermensch­licht. Wir sind hart gegen Kinder­schulden vorge­gangen, haben den Betrag, der unein­bring­lich ist, erhöht und die Schwelle, ab der alle Löhne abge­zogen werden. Ein Gerichts­voll­zieher kann Ihr Haus nicht mehr für weniger als 100.000 verkaufen. Wir haben Schieds­klau­seln abge­schafft und die Gebühren für Gerichts­voll­zieher und Anwälte gede­ckelt. Wir haben die Zeit für den Wechsel des Mobil­funk­an­bie­ters auf zwei Tage verkürzt. Und wir haben ein Bußgeld von bis zu 500.000 für einen über­steu­erten Tacho verhängt.

Und ob Sie es glauben oder nicht, das ist nur ein Bruch­teil dessen, was wir in den fast vier Jahren, die ich Premier bin, erreicht haben.

MACHEN

9. 10. 2016. Finanz­mi­nister Andrej Babiš hat den Preis des inter­na­tio­nalen Maga­zins Global­Mar­kets für den besten Finanz­mi­nister der euro­päi­schen Schwel­len­länder für 2016 gewonnen. Die Bekannt­gabe der Auszeich­nung erfolgte am Sonn­tag­abend in Washington anläss­lich des Tref­fens des Inter­na­tio­nalen Währungs­fonds und der Weltbank.

Ja, daran könnten Sie sich erin­nern. Ich war Finanz­mi­nister, bevor ich Premier­mi­nister wurde. Ich war jünger, ich sah besser aus und ich bewegte mich mehr. Ich könnte es schaffen. Obwohl ich rund um die Uhr im Einsatz war, war der Dienst viel einfa­cher zu MANAGIEREN. Auf jeden Fall besser als die Koali­ti­ons­re­gie­rung. Viel­leicht hat Global­Mar­kets mir deshalb den Preis verliehen. Viel­leicht haben sie bemerkt, dass ich etwas getan habe.

Als ich am 29. Januar 2014 Finanz­mi­nister wurde, habe ich mir gesagt, dass ich mich im Minis­te­rium vor allem auf drei Dinge konzen­trieren werde: Schulden abbauen, Steuern senken und Steu­er­be­trug bekämpfen.

1. die Redu­zie­rung der Staats­ver­schul­dung: Für 2014 erbte ich einen Haus­halt mit einem Defizit von 77,8 Milli­arden; ein Jahr später war der Haus­halt bereits 15 Milli­arden nied­riger. Und 2016 hatte die Tsche­chi­sche Repu­blik nach einund­zwanzig Jahren wieder einen Haus­halts­über­schuss, ein Rekordplus von 61,8 Milli­arden Kronen. So etwas hat noch kein Finanz­mi­nister vor oder nach ihm geschafft.

Hand in Hand mit dem Plus-Budget ging der Abbau der Staats­ver­schul­dung. Im Jahr 2013 betrug die Staats­ver­schul­dung 1.683 Mrd. CZK, was 41,1 Prozent des BIP entsprach. Ende 2017 gelang es mir, die Verschul­dung um 70 Mrd. CZK auf 1.613 Mrd. CZK, also 32 Prozent des BIP, zu senken. Das ist auch der Grund, warum die Tsche­chi­sche Repu­blik immer noch das beste Kredit­ra­ting aller post­kom­mu­nis­ti­schen Länder hat.

2. Nied­ri­gere Steuern. Wir haben eine Steu­er­ermä­ßi­gung für Arbeit­nehmer für Kinder­gar­ten­plätze oder Krip­pen­ge­bühren einge­führt, wir haben auf eine Erhö­hung der Steu­er­ermä­ßi­gung für das zweite und jedes weitere Kind gedrängt, wir haben mili­tä­ri­sche Ruhe­stands­be­züge von der Steuer befreit, und wir haben arbei­tenden Rent­nern die Steu­er­ermä­ßi­gung zurück­ge­geben, die frühere Rechts­re­gie­rungen mit Gusto wegge­nommen haben.

Im Jahr 2015 haben wir einen zweiten, ermä­ßigten Mehr­wert­steu­er­satz von 10 Prozent einge­führt, wohin zum Beispiel Medi­ka­mente und Baby­nah­rung zunächst verschoben wurden. Heute gibt es bereits viele Artikel in diesem Tarif.

3. die Bekämp­fung von Steu­er­be­trug: Als Finanz­mi­nister habe ich sicher­lich nicht nach­ge­lassen. In der Wahl­pe­riode 2014–2017 habe ich als Abge­ord­neter 84 Gesetze, 31 inter­na­tio­nale Verträge und 3 Geset­zes­vor­schläge einge­bracht. Dies war eine Rekord­zahl an Minis­tern nicht nur im dama­ligen Kabi­nett, sondern in allen Regie­rungen seit der Grün­dung der Tsche­chi­schen Republik.

Viele davon standen im Zusam­men­hang mit dem Kampf gegen Steu­er­hin­ter­zie­hung. Ohne diesen syste­ma­ti­schen Kampf gegen die Steu­er­hin­ter­zie­hung hätten wir niemals einen solchen Rekord-Schul­den­abbau, ein rasantes BIP-Wachstum, eine Steu­er­sen­kung für die Bürger und eine Erhö­hung der Gehälter und Renten errei­chen können.

Beson­ders stolz bin ich darauf, dass ich als einziger tsche­chi­scher Minister seit dem EU-Beitritt 2004 den einzigen tsche­chi­schen Legis­la­tiv­vor­schlag zur Bekämp­fung des Mehr­wert­steuer-Karus­sell­be­trugs bei der Euro­päi­schen Kommis­sion durch­ge­setzt habe, den Sie viel­leicht als Reverse Charge kennen.

Aber ich denke, der Grund, warum sich die Leute am meisten an Babiš im Finanz­mi­nis­te­rium erin­nern, ist wegen des EET. Dieses Akronym kennt heute jeder. Dank der elek­tro­ni­schen Verkaufs­re­gis­trie­rung wurde das Geschäfts­um­feld begra­digt. Allein in den Jahren 2017–2018 brachte sie 20,2 Mrd. CZK in die öffent­li­chen Haus­halte und die Zahl der Mehr­wert­steu­er­zahler stieg um 16 Prozent. Nach der Einfüh­rung der ersten EET-Welle wurden 2017 275 weitere Unter­nehmen gegründet, und auch die Zahl der Einzel­un­ter­nehmer stieg – also keine Liqui­da­tion von Pubs.

Ich könnte noch viel mehr aufzählen, aber meine Kollegen haben mir gesagt, ich solle diesen Ort nicht mit Zahlen und Namen voll­stopfen, also nur schnell.

Aus der Slowakei habe ich die Idee mitge­bracht, eine Steu­erkobra einzu­richten, dank der wir Steu­er­hin­ter­zie­hung recht­zeitig aufde­cken und bestrafen können, vor allem im Bereich der Mehr­wert­steuer und der Verbrauchs­steuern. Seit seiner Inbe­trieb­nahme im Jahr 2014 hat es Milli­arden von Kronen einge­spart. Ich habe auch die Steu­er­oase in Prag gelöst, wohin viele unehr­liche Geschäfts­leute gezogen sind, weil sie wussten, dass die Finanz­kon­trolle einmal alle 200 Jahre hierher kommt.

Ich habe die ille­gale Steu­er­op­ti­mie­rung ange­spro­chen, die in unserem Land vor allem von großen multi­na­tio­nalen Konzernen betrieben wurde. Im Kampf gegen die Steu­er­hin­ter­zie­hung habe ich mich auch für eine Revi­si­ons­be­richt­erstat­tung, eine zentrale Buch­füh­rung oder einen Herkunfts­nach­weis von Vermö­gens­werten einge­setzt. Stellen Sie sich vor, dass die Steu­er­ver­wal­tung früher keine Möglich­keit hatte, zu über­prüfen, ob eine Person mit bedeu­tenden Vermö­gens­werten ehrlich zu ihnen gekommen ist. Plötz­lich musste aber der Ange­spro­chene sein Einkommen nach­weisen und nicht mehr die Steu­er­ver­wal­tung, wie es vorher der Fall war.

Wie auch immer, ich gehe jetzt besser. Aber im Nach­hinein betrachtet hat dieser Babiš ziem­lich viel für die Finanzen getan. Wie haben wir das im Jahr 2013 gemacht? „Wir sind nicht wie Poli­tiker. Wir arbeiten.“ Unsere erste Kampagne.

Wie Sie sehen können, war es uns verdammt ernst.

Und jetzt nehme ich Sie mit in die Welt hinaus.

UNTER DER FLAGGE DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK

VIER AUGEN MIT ERDOĞAN

3. September 2019: Unser Regie­rungs­flug­zeug ist gerade auf dem Flug­hafen von Ankara gelandet. Wir sind dabei, den höchsten proto­kol­la­ri­schen Empfang des türki­schen Präsi­denten zu erhalten. Und die Zere­monie sieht entspre­chend aus. Wir waren ziem­lich über­rascht, wie üppig es war. Jede Menge Reiter vor dem Auto, Soldaten in Chicas und Salven in der Luft. Vor dem Präsi­den­ten­pa­last spielte eine Band die tsche­chi­sche Natio­nal­hymne, und ich grüßte die Soldaten auf Türkisch.

Ich habe mit Präsi­dent Erdoğan zwei Stunden lang „auf allen Vieren“ gespro­chen, wie ich gerne sage, auch wenn mich Jour­na­listen für diesen Ausdruck ausschimpfen und mein Tsche­chisch­lehrer ihn immer auslacht. Ich weiß, das korrekte Wort ist „von Ange­sicht zu Ange­sicht“, aber ich werde nicht anders sein, ich sage es seit Jahren. Wie auch immer, laut Proto­koll heißt es „tête-à-tête“, „Kopf an Kopf“. Lassen Sie jeden wählen, was ihm am besten gefällt.

Während ich also mit dem türki­schen Präsi­denten tele­fo­nierte, war der Indus­trie- und Handels­mi­nister Karel Havlicek im Gespräch mit dem türki­schen Ener­gie­mi­nister Fatih Dönmez. Gemeinsam haben wir viel darüber disku­tiert. Von der NATO-Zusam­men­ar­beit, dem Handel, den EU-Türkei-Bezie­hungen bis hin zu den Flüchtlingen.

DIE FREILASSUNG VON GEFANGENEN UND DIE TSCHECHISCHEN TATRA-LKWS

Mein Besuch hat auch das Leben von zwei Tsche­chen verän­dert. Markéta Všeli­chová und Miroslav Farkas befanden sich zu dieser Zeit in einem türki­schen Gefängnis, weil sie wegen Kolla­bo­ra­tion mit kurdi­schen Milizen verur­teilt worden waren und von den Türken als Terro­risten betrachtet wurden. Ich bat Präsi­dent Erdoğan um ihre vorzei­tige Frei­las­sung, und als wir begannen, ihren Fall zu bespre­chen, hatte ich ein gutes Gefühl dabei. Und in der Tat. Dank meiner Inter­ven­tion wurde das tsche­chi­sche Paar schließ­lich 3 Jahre früher entlassen.

Wie überall, versuche ich, den gegen­sei­tigen Handel anzu­kur­beln. Mit der Türkei sind es 85 Milli­arden Kronen pro Jahr, und ich habe bereits mit Präsi­dent Erdoğan in Ankara verein­bart, dass wir alles tun werden, um es so schnell wie möglich über 100 Milli­arden zu bringen.

Die türki­sche Seite hat mich gebeten, die große Lebens­mit­tel­messe CNR Food Istanbul zu eröffnen. Zehn unserer Hersteller von Lebens­mit­teln und Nahrungs­er­gän­zungs­mit­teln hatten dort einen natio­nalen Gemein­schafts­stand, mit Beiträgen der Minis­te­rien für Indus­trie und Handel und Land­wirt­schaft. Darüber hinaus besprach Karel Havlicek mit den Leitern der türki­schen Vertei­di­gungs­in­dus­trie die Verträge unserer Firmen für die türki­sche Armee. Ich habe mich auch mit dem Parla­ments­prä­si­denten und dem Gouver­neur der Provinz Istanbul getroffen.

Es war auch toll, mit Leuten von großen türki­schen Firmen zu spre­chen, die tsche­chi­sche Produkte verkaufen. Die türki­sche Anadolu-Gruppe, die 90.000 Mitar­beiter beschäf­tigt, verkauft beispiels­weise Tatras, und Yüce Auto vertreibt Škoda-Autos in der Türkei.

Ich habe auch mit Präsi­dent Erdoğan, der russi­sche Kamazy besser kennt, über Tatra-Autos gespro­chen, aber ich habe ihm eindring­lich erklärt, dass Tatra die besten der Welt sind. Und in einem riesigen Land wie der Türkei ist das Poten­zial für Aufträge enorm.

Also, jetzt Japan.

KÖNIGLICHES JAPAN

Tokio. Das Erlebnis des Lebens. Es war im Oktober 2019, als Monica und ich zur großen Inthro­ni­sie­rung von Kaiser Naru­hito einflogen.

Die Ehrfurcht, Anmut und Ordent­lich­keit der Japaner ist wirk­lich etwas anderes als das, was wir hier gewohnt sind. Würde, das Gesicht wahren, das ist für sie ein wirk­lich tiefer mensch­li­cher Wert. Und Perfek­tio­nismus. Sie sind in der Lage, ein Programm für sich und andere bis auf zehn Sekunden genau zu planen. Aber das hat auch eine Kehr­seite. Überall, wo ich hinging, hatte ich drei oder vier Leute, die mein Leben orga­ni­sierten. Sobald ich morgens mein Zimmer verließ. Das machte mich ein wenig nervös. Man sagt, das sei ein Kulturschock.

Das Inter­es­sante an den Japa­nern ist, dass sie angeb­lich eine halbe Stunde vor dem Chef zur Arbeit kommen und nie vor ihm Feier­abend machen. Sie verlangen nie mehr Lohn. Der Chef gibt Erhö­hungen nach seinem Ermessen. Ich schätze, Japan hat nicht unser schreck­li­ches Beam­ten­recht, das verhin­dert, dass der Staat effi­zient geführt wird und wie ein privates Unter­nehmen arbeitet.

Weil die Immo­bi­li­en­preise so hoch sind, beson­ders in Tokio, leben manchmal 2 Fami­lien in einer Wohnung. Die Häuser haben leichte und dünne Wände wegen der Erdbe­ben­ge­fahr. So gibt es in Japan „Liebes­ho­tels“, in die die Menschen gehen, wenn sie ein wenig Inti­mität wünschen. Sie sind so diskret wie möglich einge­richtet, der Rezep­tio­nist über­gibt den Schlüssel so, dass Sie ihn nicht sehen können und er Sie nicht sehen kann. Ich sollte darauf hinweisen, dass ich das alles nur vom Hören­sagen von Leuten weiß, die in Japan leben. Also keine Beweise.

Was die Japaner einzig­artig macht, ist die Lang­le­big­keit. 28 % der Bevöl­ke­rung sind über 65 Jahre alt und es gibt sogar 70.000 Menschen, die über 100 Jahre alt sind. Ich bin sicher, es liegt an der Diät. Sogar Monica und ich wurden in dieser Woche ständig mit Fisch gefüt­tert. Und so muss ich sagen, dass echtes japa­ni­sches Essen nicht das ist, was wir von japa­ni­schen Restau­rants in Europa kennen. Faszi­niert war ich auch von den japa­ni­schen Toiletten, die voll­au­to­ma­tisch und beheizt sind und auch als Bidets funktionieren.

Während meines Besuchs war ganz Japan von der Inthro­ni­sie­rung des neuen Kaisers erfüllt. Die letzte war vor dreißig Jahren. Hier können wir uns nicht vorstellen, wie wichtig ein solches Ereignis für die Japaner ist. Noch vor wenigen Genera­tionen wurde der Kaiser als Gott betrachtet, und einige Menschen der älteren Genera­tion sehen ihn immer noch so. Ein riesiges Ereignis. Am meisten hat es natür­lich die Menschen in und um Tokio getroffen. Es macht keinen Spaß, die 180 Staats­ko­lonnen zu orga­ni­sieren, die zur Einwei­hung kamen. Oh, und übri­gens, Kaiser Naru­hito hat eine beson­dere Bezie­hung zu unserem Land. Er ist Geiger und Brat­schist, und als junger Mann war er hier in Prag, um zu spielen.

Die Zere­monie rund um die Inthro­ni­sie­rung war gera­dezu tradi­tio­nell. Einige der Dele­ga­tionen waren noch in letzter Minute dabei, unter­ein­ander zu klären, wer was tragen würde, denn die Klei­der­ord­nung war wirk­lich streng. Speziell für die Damen empfehle ich einen Blick auf die Foto­ga­lerie, die es auf der Website von Daily Mail und The Sun gibt, wo Monika und ich zu sehen sind. Es gibt einen sehr posi­tiven Kommentar in der Daily Mail und in beiden Gale­rien rangierten Monika und ich ziem­lich weit oben, einige Paare kamen gar nicht rein. Ich meine, wir haben unserem Land sicher­lich keine Schande gemacht.

Die Bestuh­lung erfolgte streng nach Proto­koll. Könige und Royals zuerst, gefolgt von Präsi­denten und Premier­mi­nis­tern. So war es zum Beispiel für die deut­sche Dele­ga­tion ein ziem­li­ches Novum, dass sie hinter Däne­mark stand, denn der Kron­prinz über­trumpft in den Augen der Japaner einfach den Präsi­denten. Ich habe unseren Präsi­denten Zeman bei der Zere­monie vertreten, war also einer der wenigen Minis­ter­prä­si­denten aus all diesen 180 Ländern.

Die Zere­monie konzen­trierte sich ausschließ­lich auf den Thron und das Kaiser­paar. Der Kaiser und die Kaiserin traten langsam in Kimonos und Sandalen mit Zehn-Zoll-Sohlen ein. Wir sind nicht mehr an die ritu­elle, und ich würde sagen heilige, Natur dieser Sache gewöhnt. Es war nicht von dieser Welt. Die Rede des Kaisers war gera­dezu poetisch. Und schließ­lich begannen alle Japaner zu jubeln: Banzai! Hurra!

Aber gehen wir zurück zum Anfang meiner Reise nach Japan.

SCHNÜFFELN SIE NICHT IM SHINKANSEN!

Bahn­höfe sind die wich­tigsten Zentren in Japan, mit vielen Geschäften und Restau­rants. Schreck­liche Konzen­tra­tion von Menschen. Und wir waren an einem Feiertag hier, ich kann mir nicht vorstellen, wie es an einem Wochentag ist.

Die meisten Japaner nehmen den Zug, die U‑Bahn oder das Fahrrad. In Tokio zum Beispiel muss man, wenn man ein Auto kaufen will, einen Park­platz kaufen. Das ist verdammt viel Geld.

In Tsche­chien beschweren wir uns darüber, dass alle in der U‑Bahn oder im Zug nur auf ihre Handys schauen und niemand mit jemandem spricht, aber in Japan ist das die Norm. Totale Stille. Reden gilt als unhöf­lich. Wenn Sie eine Erkäl­tung bekommen, sind Sie in großen Schwie­rig­keiten. Sie können nur leise stol­pern und sich nicht die Nase putzen.

Am Bahnhof von Tokio stiegen wir in einen Zug, den legen­dären japa­ni­schen Shink­ansen, und fuhren nach Kyoto. Ich muss zugeben, dass ich ziem­lich enttäuscht war. Ich hatte mir etwas super­mo­dernes vorge­stellt, aber das sind ältere Züge. Sie zeigen nicht einmal die Geschwin­dig­keit im Inneren an, also haben meine Kollegen sie mit ihren Mobil­te­le­fonen gemessen. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit betrug 268 Stundenkilometer.

Ansonsten ist der Hoch­ge­schwin­dig­keitszug eine tolle Sache. Wir haben die 500 Kilo­meter in etwa 2 Stunden zurück­ge­legt. Verzö­ge­rungen, Unge­nau­ig­keiten, sie sind fast unbe­kannt. Wenn Sie zu langsam aussteigen, können Sie am Ende auch noch 200 Kilo­meter weiter­fahren. So war es für Monica und mich ziem­lich prak­tisch, kein Gepäck und ein paar Leute in der Dele­ga­tion zu haben. Dadurch, dass wir mit dem Flug­zeug und nicht mit einem Sonderzug nach Japan geflogen sind, haben wir 3 Millionen Kronen gespart. Ich habe die Flüge selbst bezahlt.

Wir sahen auch den Tempel der Tausend Buddhas in Sanjus­an­gendo. Es ist wirk­lich beein­dru­ckend. Die Buddhas dort werden von bedroh­li­chen Krie­ger­sta­tuen beschützt. Ich denke, sie können Kinder defi­nitiv erschre­cken. Monica und ich zündeten zwei Kerzen an und äußerten einen Wunsch.

Kommen wir nun zu den Dingen, für die ich in erster Linie nach Japan gekommen bin.

MIT JAPANISCHEN GESCHÄFTSLEUTEN UND DEM PREMIERMINISTER

Wirt­schaft­liche und wissen­schaft­liche Zusam­men­ar­beit, das ist es, was mich an Japan am meisten inter­es­siert. Immerhin ist Japan nach den USA und China die dritt­größte Volks­wirt­schaft der Welt mit der höchsten Anzahl an wohl­ha­benden Haus­halten weltweit.

Lassen Sie uns unsere Länder vergleichen.

Das BIP Japans lag 2018 bei 4.972 Mrd. $. Das BIP der Tsche­chi­schen Repu­blik betrug im selben Jahr etwa 245 Mrd. $.

Die Bevöl­ke­rung Japans betrug etwa 126,5 Millionen. Die Einwoh­ner­zahl der Tsche­chi­schen Repu­blik beträgt 10,6 Mio. Das BIP pro Kopf der Bevöl­ke­rung liegt bei 39.293 $. Wohl­ge­merkt, das Pro-Kopf-BIP der Tsche­chi­schen Repu­blik beträgt 23.113 Dollar.

Obwohl Japan also etwa das 20-fache des BIP hat, ist sein Pro-Kopf-BIP nicht einmal doppelt so hoch wie das der Tsche­chi­schen Republik.

Warum ist Japan so wichtig für uns? In der Tsche­chi­schen Repu­blik haben japa­ni­sche Inves­toren 266 Unter­nehmen, die mehr als 51.000 Menschen beschäf­tigen. Mit Japan koope­rieren wir zum Beispiel bei der Erzeu­gung von Energie aus Plasma in einem hoch­mo­dernen Reaktor, dem soge­nannten Tokamak. In dieser Hinsicht sind wir sogar weiter als die USA. Wir haben ein großes Poten­zial für die Zusam­men­ar­beit, das ich als Premier­mi­nister zu entwi­ckeln versuche, und dazu habe ich diesen Besuch genutzt.

Ich habe mich mit Vertre­tern von Toyota getroffen. Erst­mals auf der Future Expo in Tokio. Wo ich übri­gens eine wunder­schöne 1936er AA-Limou­sine geschenkt bekam. Kenner wissen, was hier los ist. Wir haben es im Palais Liech­ten­stein für alle sichtbar ausge­stellt. Vor allem aber hatte ich ein Treffen mit dem stell­ver­tre­tenden Vorstands­vor­sit­zenden von Toyota, Herrn Shigeru Haya­kawa. Richard Schneider und Frau Sumire Tsutamune von Czech­In­vest Tokyo waren eben­falls anwesend.

Toyota produ­ziert in Köln bereits Autos in Koope­ra­tion mit fran­zö­si­schen Auto­mo­bil­her­stel­lern und über­nimmt in diesem Jahr den fran­zö­si­schen Anteil an dem Unter­nehmen. Sie werden die Produk­tion erhöhen und Hybrid­autos auf Basis von kompri­miertem Wasser­stoff herstellen. Also keine Elek­tro­autos mit einer schweren Lithium-Batterie, sondern Wasser­stoff, der durch eine chemi­sche Reak­tion Strom und Wasser­dampf erzeugt. Ich denke, das ist der bessere Weg. Wenn ich morgens in Tokio joggen gehe, ist es plötz­lich an einer roten Ampel überall still. Es wäre schön, wenn Toyota solche Autos hier herstellen würde.

Der Umgang mit Premier­mi­nister Abe selbst war schneller. Er musste etwa 60 Treffen mit anderen Staats­män­nern wahr­nehmen, die zur Einwei­hung einge­flogen waren. Aber ich denke, ich habe ihm alles Wesent­liche gegeben. Wir wollen nicht nur eine direkte Flug­route, sondern wir haben ein stra­te­gi­sches Part­ner­schafts­ab­kommen unter­zeichnet, das seit 2009 im Gespräch ist. Wir haben die nied­rigste Arbeits­lo­sig­keit in Europa, aber wir haben auch einen Mangel an Arbeitskräften.

Wir arbeiten daran, die Indus­trie und die gesamte Wirt­schaft zu verän­dern. Robo­ti­sie­rung, künst­liche Intel­li­genz, hohe Wert­schöp­fung. Man nennt es Indus­trie 4.0. Ich schreibe darüber in meinem Buch „Wovon ich träume“.

Japan war unwie­der­holbar. Aber in Asien habe ich als Premier­mi­nister auch andere Länder bereist, mit denen unser Land diplo­ma­ti­sche Bezie­hungen aufbauen muss und wo es ein großes Poten­zial für eine Zusam­men­ar­beit gibt. Thai­land, Singapur, Indien. Ich beginne mit der kleinsten, aber dafür umso räuberischeren.

IN SINGAPUR LIEBEN SIE TSCHECHISCHES GLAS

Ich verbrachte 24 Stunden auf dieser erstaun­li­chen Insel und in dieser Zeit passierte so viel, dass ich kaum Zeit zum Schlafen hatte.

Singapur hat eine der erfolg­reichsten Volks­wirt­schaften der Welt und ich habe nach Jahren endlich erreicht, dass die Tsche­chi­sche Repu­blik hier einen Botschafter hat. Ich versprach Singa­purs Präsi­dentin Halimah Yacob und Premier­mi­nister Lee Hsien Loong, dass wir es richtig machen würden, und in dieser Nacht kontak­tierte er unseren Außen­mi­nister. Ich habe mich sehr gefreut, dass er es auch als eine gute Idee ansah.

Der Empfang in Singapur war unglaub­lich. Sie kennen die tsche­chi­schen Marken. Sie erkennen sie. Der Premier­mi­nister erzählte mir, dass er als Kind mit Schuhen von Bata zur Schule ging, die hier ein Geschäft hatten. Sie lieben tsche­chi­sches Glas, sie kennen sich in der Auto­mobil- oder Waffen­in­dus­trie gut aus. Wir wollten noch mehr einführen, weshalb ich eine Dele­ga­tion von etwa fünfzig Geschäfts­leuten rekru­tierte, die das Flug­zeug bestiegen.

Zugleich können wir Tsche­chen viel von den Singa­pu­rern lernen. Wir haben die Tsche­chi­sche Repu­blik hier als ein Land für die Zukunft, als Inno­va­ti­ons­führer, vorge­stellt, und da Singapur in dieser Hinsicht ein starker Akteur in Asien ist, haben wir dem Premier­mi­nister ange­boten, einen Wissen­schaftler oder Experten in unseren Inter­na­tio­nalen Rat für Wissen­schaft und Forschung aufzu­nehmen. Er war von der Idee begeistert.

Wir haben darüber gespro­chen, dass wir noch mehr Studen­ten­aus­tausch ermög­li­chen müssen, dass wir über eine direkte Verbin­dung Prag-Singapur nach­denken müssen. Ich habe sowohl den Premier­mi­nister als auch den Präsi­denten einge­laden, nach Prag zu kommen, die beide noch nicht in Prag waren. Ich würde ihnen gerne unsere schöne Haupt­stadt zeigen, aber ich würde auch gerne mit ihnen in die Glas­hütten Preciosa oder Lasvit gehen, damit sie sehen können, wie die wunder­baren Stücke, von denen sie mit so viel Respekt spre­chen, herge­stellt werden.

Am nächsten Tag sprach ich mit Kollegen und tsche­chi­schen Geschäfts­leuten auf einem Wirt­schafts­forum, traf andere promi­nente Poli­tiker und Geschäfts­leute. Einfach gesagt, habe ich alles getan, um der Tsche­chi­schen Repu­blik die Tür nach Singapur zu öffnen, dieses Tor zu ganz Asien. Ich glaube, das ist mir gelungen, ich hatte ein gutes Gefühl dabei.

Und im Natio­nalen Orchi­deen­garten in Singapur haben sie eine Orchidee nach mir benannt. Ich stehe angeb­lich an dritter Stelle nach Václav Havel und Václav Klaus, daher betrachte ich es als eine Ehre der Regie­rung von Singapur.

In Singapur habe ich auch das tsche­chisch-singa­pu­ri­sche Wirt­schafts­forum eröffnet, und von dort aus ging ich zu einem wirk­lich unglaub­lich inter­es­santen Treffen mit den dortigen Finanz- und Außenministern.

Ich lernte die Prin­zi­pien kennen, nach denen die erfolg­reiche Wirt­schaft Singa­purs funk­tio­niert. Was sie reich gemacht hat und immer noch das meiste Geld einbringt. Sie beschrieben ihr Renten­system, zu dem der Staat nicht viel beiträgt, und erklärten mir, warum sie keine gemein­same asia­ti­sche Währung wollen, sie schützen ihre und verstehen, dass ich das Gleiche mit unserer Krone tue.

Bevor ich abreiste, machte ich noch eine Fahrt mit einer Drohne im CETRAN-Forschungs­zen­trum für die Entwick­lung auto­nomer Autos, wo wir ein Memo­randum über die Zusam­men­ar­beit zwischen unserer Univer­sität und einer lokalen Univer­sität unter­zeich­neten. Sie haben fahrer­lose Busse vorbe­reitet. Das Inter­es­sante daran war, dass die Singa­purer selbst nicht wussten, wie die Öffent­lich­keit es aufnehmen würde, denn in einen Bus ohne Fahrer einzu­steigen, kann für die Menschen verständ­li­cher­weise ein psycho­lo­gi­sches Problem darstellen.

Wir sollten von den Singa­pu­rern lernen, wie sie mit den Finanzen des Staates umgehen oder wie viel sie in die Sicher­heit und Vertei­di­gung ihres Landes inves­tiert haben. Es ist faszi­nie­rend. Ihr Budget ist mit 10 Milli­arden Dollar fast 3,5 Mal so groß wie unseres. Und sie haben eine größere Armee, obwohl sie nur ein Zehntel des Terri­to­riums und die Hälfte der Bevöl­ke­rung haben, die wir haben.

Und ich habe eine Menge inter­es­santer Dinge in Thai­land gesehen.

BANGKOK

Auf dem schnellen Flug nach Bangkok konnte ich etwas schlafen. Ich konnte den Jetlag immer noch nicht ganz über­winden und das habe ich in Thai­land gespürt. Aber wir wurden buch­stäb­lich könig­lich empfangen. Wir kamen hierher, um Geschäfte zu machen, und die Bedin­gungen hätten nicht besser sein können. Es war haupt­säch­lich die Rüstungs­in­dus­trie. Ich habe eine ganze Menge gelernt. Wir heben ab. Wir haben eine Menge zu bieten.

Sie sind daran inter­es­siert, unsere modernen L‑39 NG-Jäger zu kaufen. Die Thais haben den bishe­rigen Typ seit den 90er Jahren benutzt, aber natür­lich werden sie alt und wollen etwas Moder­neres. Das wäre ein sehr inter­es­santes Geschäft für unser Land. Ich erzählte dem thai­län­di­schen Vertei­di­gungs­mi­nister Prawit Wong­suwan auch von unseren Radar­ge­räten und dass unsere tsche­chi­sche Rüstungs­fa­brik Sturm­ge­wehre und Pistolen anbietet. Ich sprach über den Frei­fall-Simu­lator, Perun-Panzer­fahr­zeuge, Tatrovs, Haubitzen, aktive und passive Radare. Und dann wieder­holte ich dasselbe gegen­über Premier­mi­nister Prayuth Chan-ocha.

Thai­land ist unser wich­tigster Handels­partner in Südost­asien. Der Handel zwischen uns wächst weiter und erreicht laut tsche­chi­scher Statistik fast 1,5 Milli­arden Dollar. Aus tsche­chi­scher Sicht ist es vergleichbar mit z.B. Indien.

Aber sie selbst hatten eine klare Vorstel­lung davon, was sie von uns wollten. Neben der Rüstungs­in­dus­trie wollen sie auch unsere Stra­ßen­bahnen kaufen. Der Premier­mi­nister hat uns gebeten, zu unter­su­chen, warum wir in den letzten Jahren weniger Reis von ihnen abge­nommen haben, was ich unmit­telbar nach dem Treffen getan und mit dem Minister für Indus­trie und Handel bespro­chen habe. Wie in Singapur bat uns der thai­län­di­sche Premier­mi­nister Prayuth Chan-ocha um eine Zusam­men­ar­beit in der Forschung, zum Beispiel auf dem Gebiet der mole­ku­laren Medizin, um mehr Austausch von Studenten, aber auch von Profes­soren und Wissenschaftlern.

Natür­lich gab es auch den Tourismus. Tsche­chen kommen mehr und mehr nach Thai­land. Und wir wollen die Zahl der Touristen auf beiden Seiten erhöhen. Deshalb hat der Premier­mi­nister seinen Verkehrs­mi­nister damit beauf­tragt, eine Direkt­ver­bin­dung von Bangkok nach Prag zu schaffen.

Gleich am nächsten Tag trafen wir uns mit AirAsia, und auch der thai­län­di­sche Verkehrs­mi­nister war bei dem Treffen dabei. Ich war beein­druckt von dem jungen, tatkräf­tigen Manage­ment dieses Unter­neh­mens. Das Treffen wurde vom Mitei­gen­tümer geleitet. Ihre Philo­so­phie basiert auf jungen Teams von Flug­be­glei­tern und Stewards. Wir verhan­delten mit ihrem Chef über einen Direkt­flug zwischen Prag und Bangkok. Es sah viel­ver­spre­chend aus, aber es gab einen Haken.

Apropos diese asia­ti­schen Länder: Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zum derzei­tigen Präsi­denten von Vietnam, Nguyê˜n Xuân Phúc. Er war hier zu Besuch und wir wurden Freunde. Er hat in Prag studiert und erin­nert sich gerne daran. Ich habe ihn auch in Tokio und bei anderen Welt­ver­an­stal­tungen getroffen, und ich plane einen Besuch dort mit Geschäfts­leuten. Ein Direkt­flug Prag-Hanoi ihrer Flug­ge­sell­schaft Bamboo Airlines sollte letztes Jahr zum ersten Mal in Prag landen, doch statt Passa­gieren brachte er Vorhänge mit. Ich fahre wieder nach Vietnam; es ist ein extrem wich­tiger Markt für uns.

In Bangkok habe ich auch ein Geschäfts­se­minar eröffnet, das von der Fede­ra­tion of Thai Indus­tries in Zusam­men­ar­beit mit der Confe­de­ra­tion of Industry and Trans­port of the Czech Repu­blic orga­ni­siert wurde. Hier ist die Unter­stüt­zung der tsche­chi­schen Poli­tiker viel wich­tiger als in Europa. Ich habe es immer so verstanden, dass ich als Premier­mi­nister die Aufgabe habe, ihnen zu helfen. Asien und Afrika sind Märkte, in denen es Platz für uns gibt. Unsere legen­dären Marken kommen immer noch überall unglaub­lich gut an. Es ist schade, dass wir diese Posi­tionen in der Vergan­gen­heit nicht besetzt haben. Jetzt möchte ich, dass wir zurück­kommen. Es bleibt also zu hoffen, dass die tsche­chi­schen Unter­nehmer es richtig machen.

Wie Sie sehen können, haben mich Singapur und Thai­land in ihren Bann gezogen, während ich ursprüng­lich haupt­säch­lich wegen Indien nach Asien gereist bin.

INDIEN. 1,3 MILLIARDEN MENSCHEN UND 77 MINISTER

Einigen Statis­tiken zufolge ist der Premier­mi­nister Indiens, Narendra Modi, der fünft­mäch­tigste Poli­tiker der Welt. Er lud mich persön­lich nach Gandhinagar zum Vibrant Gujarat Invest­ment Summit ein, und das war eigent­lich der Anstoß für mich, auch in Singapur und Thai­land Halt zu machen und das alles zu einer super heraus­for­dernden, aber auch super lohnenden diplo­ma­ti­schen Mission durch Südost­asien zu verbinden.

Als Herr Modi auf dem Gipfel eine Rede hielt, in der er über seine Vision für Indien und das Wachstum der indi­schen Wirt­schaft sprach, wurde er von tosendem Applaus der Einhei­mi­schen unter­bro­chen. Anschlie­ßend saß ich mit ihm, dem Präsi­denten von Usbe­ki­stan und den Premier­mi­nis­tern von Däne­mark und Malta beim Mittagessen.

Und ich muss zugeben, dass ich beein­druckt war. Dieser Gipfel war seine Idee, er versucht, Poli­tiker aus der ganzen Welt einzu­laden. Wir hatten Minister aus Japan, Frank­reich, Austra­lien, Polen, den Nieder­landen, Marokko und Südkorea in der glei­chen Reihe. Insge­samt Poli­tiker aus etwa 30 Ländern und natür­lich viele Geschäftsleute.

Aber das Wich­tigste war, dass ich die Gele­gen­heit hatte, ein Vierer­ge­spräch mit Premier­mi­nister Modi zu führen und dann sogar beim Abend­essen neben ihm zu sitzen. Es war sehr konkret. Er selbst sprach über die Vertei­di­gungs­in­dus­trie, an der Indien inter­es­siert ist. Wir bieten ihnen Passiv­ra­dare an und natür­lich haben wir auch über Skoda-Autos gesprochen.

Ich fragte ihn, wie es ist, ein Land mit 1,3 Milli­arden Einwoh­nern und 77 Minis­tern zu führen. Er hat ein unglaub­li­ches Charisma, und obwohl er sehr genau weiß, dass es immer noch eine riesige Anzahl sehr armer Menschen im Land gibt, ist das Poten­zial enorm. Wir haben diese Armut mit eigenen Augen gesehen, als wir durch die Städte fuhren. Wie auch immer, Indien wächst weiter. Und ich möchte, dass die Tsche­chen dabei sind. Wir sind klein im Vergleich zu ihnen, aber warum sollten wir ihnen nicht zeigen, was wir können und damit Geld verdienen? Andere Länder stehen hier Schlange, um ihre Chancen wahrzunehmen.

WENN SIE NERVÖS SIND, SAGEN SIE „SCHMIERFETT

Ich habe an der Symbiosis Univer­sity in Indien gespro­chen. Was ich wirk­lich nicht erwartet hatte, war, dass sie mir bei meiner Ankunft eine tradi­tio­nelle Mütze auf den Kopf setzten, Schals um meinen Hals wickelten und dann der Rektor Studenten aus 85 Ländern einlud, um mich mit der Flagge in der Hand zu begrüßen. Ein paar Dutzend Hände­schüt­teln und Lächeln. Ich war so unglaub­lich bewegt. Ich dachte, ich könnte meine Rede gar nicht damit beginnen, mich für die Einla­dung und den tollen Empfang zu bedanken, so weich war ich. Aber ich brauchte die Studenten nur mit einem „Gegrüßt“ zu begrüßen, das ganze Audi­to­rium fing an zu applau­dieren und es ging los.

An dieser Univer­sität gibt es 35.000 Studenten, davon 3.000 aus dem Ausland, haupt­säch­lich aus Asien.

Sie ist eine der renom­mier­testen Privat­uni­ver­si­täten des Landes und hat ein Memo­randum of Under­stan­ding mit der Charles Univer­sity unter­zeichnet, die kürz­lich vom indi­schen Präsi­denten besucht wurde.

Ich habe dort mit ihnen ein Zentrum für Euro­päi­sche Studien eröffnet. Der Rektor sagte, ich sei der erste Premier­mi­nister aus der Euro­päi­schen Union, der sie besucht. Davor gab er zu, dass die meisten Einhei­mi­schen die Tsche­chi­sche Repu­blik nur aus Bolly­wood-Filmen kennen, also habe ich uns ein wenig vorge­stellt. Unsere Marken, unsere erfolg­rei­chen Wissen­schaftler, Künstler und Sportler. Ich hoffe, sie waren nicht enttäuscht, dass ich nach etwa einer Stunde wieder gehen musste. Wir rasten zum Flug­hafen und flogen zu unserer letzten Station in Indien.

JAWA UND SELFIES

In Delhi hatte ich ein Treffen mit Präsi­dent Ram Nath Kovind, und wie der indi­sche Premier­mi­nister habe ich ihm gesagt, dass unsere Unter­nehmen bereit sind, mit Indien zusam­men­zu­ar­beiten, und dass immer mehr dort investieren.

Dies ist einer der wich­tigsten Punkte, warum ich meine Reise nach Indien und Südost­asien im Allge­meinen als Erfolg betrachte. Wir haben eine Umfrage unter den etwa 50 Vertre­tern der Unter­nehmen durch­ge­führt, die wir mitge­nommen haben, und fast alle waren nach unserem Einsatz zufrieden. Jeder hat sich in seinem Geschäft auf eine andere Weise weiter­ent­wi­ckelt. Aber alle schätzten es, dass wir keine Reise dorthin unter­nahmen, sondern zu lokalen Poli­ti­kern gingen, über tsche­chi­sche Firmen und ihre Produkte spra­chen oder die Unter­nehmer mitnahmen, um sich bei einer gemein­samen Präsen­ta­tion tsche­chi­scher und lokaler Unter­nehmer zu präsentieren.

Überall, wo wir hinkamen, nahmen wir auch an Treffen unserer und lokaler Indus­trie- und Handels­ver­bände teil.

Natür­lich habe ich das alles genossen. Ich war in meinem Element. Schließ­lich ist das mein Beruf. Das ist das, was ich am besten kann. Wenn ich Geschäfte mache, wenn ich tsche­chi­schen Marken helfe. Und ich habe mein Bestes gegeben.

Die Wahr­heit ist, dass es in Asien viel gab, worauf man aufbauen konnte. Bata hat hier immer noch eine unglaub­liche Reso­nanz. So erin­nerte sich der thai­län­di­sche Premier­mi­nister daran, wie er in ihren Schuhen zur Schule ging, und an einer privaten Univer­sität in Indien sagte der Vize­kanzler, dass viele Inder dachten, es sei eine indi­sche Marke. Weil es seit 1926 in Indien ist und dort so beliebt ist. Die Bata-Fabrik in Kalkutta wurde im Jahr 1932 gegründet.

Aber natür­lich kennen sie Skoda Auto, mit denen ich ein neues Entwick­lungs­zen­trum in Indien eröffnet habe. Etwa 30 Kilo­meter von Pune entfernt. Sie planen, die Autos, die unsere Auto­firma hier produ­zieren wird, in jeder Hinsicht an den lokalen Markt anzu­passen. Etwa 250 Entwickler werden hier arbeiten, darunter 25 Tschechen.

Wir waren auch bei der tsche­chi­schen Botschaft in Delhi, wo es einen kleinen Empfang und eine tolle Präsen­ta­tion unserer Jawa gab, die hier leider nicht mehr herge­stellt wird, aber sie haben die Produk­tion in Indien wieder aufge­nommen und in diesem Jahr 50.000 Stück gebaut. Es besteht ein großes Inter­esse daran.

In Indien machen die Leute ständig Fotos, jeder hat Selfies mit mir gemacht. Auf der Konfe­renz, Studenten, die ganze Zeit ☺ Es ist so ein natio­naler Brauch.

Ich kann Ihnen sagen, es war lang und hart. Sogar die Digi­tal­waage in meinem Bade­zimmer hat es geschafft. Als ich am Morgen nach meiner Ankunft in der Tsche­chi­schen Repu­blik darauf trat, zeigte es 1,5 Pfund weniger an. Das wissen Sie. Sieben Flüge, Zeit­ver­schie­bungen, ein Meeting nach dem anderen, Reden, Pres­se­brie­fings, stän­dige Auto­trans­fers, Über­flüge und vor allem: wenig Schlaf. Ich war um sechs Uhr morgens auf und ging zwischen ein und drei Uhr ins Bett. Das war, als ich eines Nachts nicht schlafen konnte und in den Fitness­raum des Hotels ging, um noch ein biss­chen zu laufen.

Aber ich hatte ein wirk­lich gutes Gefühl bei der ganzen Sache. Der Empfang für unsere Dele­ga­tion war unglaub­lich. In allen drei Ländern, in Singapur, Thai­land und dem riesigen Indien. So etwas habe ich noch nie erlebt.

Doch eines Tages war die Reise vorbei.

Ein Tag, 1. März 2020.

So. Jetzt gehe ich direkt in das härteste Jahr meines Lebens.

DAS HÄRTESTE JAHR MEINES LEBENS

23. März 2020. Erste Welle von Covid. Ich gehe in den Palast des Schre­ckens. Das ist der Ort, den mein Team für die Fern­seh­an­sprache ausge­wählt hat. Sie erin­nern sich viel­leicht, dass ich zu diesem Zeit­punkt einen dunkel­blauen Umhang trug. Diese Reden sind für das Fern­sehen. Sie werden in zwei oder drei Versionen gefilmt, eine wird ausge­wählt und sie geht in einer Minute raus. Wenn Sie fertig gefilmt haben, sind Sie fertig. Viel­leicht sollten Sie einige Dinge noch einmal sagen, besser. Es ist zu spät. So ist es nun mal.

Aber ich wollte diese spezi­elle Rede nicht ändern. Ich glaube, es war die einzige. Es war alles da.

Wir befinden uns in einer der schwie­rigsten Phasen in der modernen Geschichte unseres Landes. Zusammen. Wir alle. Morgen werden wir zwei Wochen lang versu­chen, in einer neuen, sehr heraus­for­dernden, außer­ge­wöhn­li­chen Situa­tion zu leben. Ein Ausnahmezustand.

Wenn ich auf Schlüs­sel­mo­mente in der Geschichte unseres Landes zurück­blicke, haben wir sie immer mit Mut, Beson­nen­heit und gegen­sei­tiger Hilfe über­wunden. Und das trotz all des Schmerzes, des Leids und der Unge­rech­tig­keit, die wir erlebt haben. Immer mit Mut!

Mut hat uns durch schwie­rige Zeiten begleitet und unser natio­nales Selbst­ver­trauen gestärkt. Unser Geist. Mut, Rück­sicht­nahme und gegen­sei­tige Hilfe ist das, was ich heute sehe. Heute, jeden Tag und in jedem, den ich in diesen Tagen treffe.

Ich versuche, mich an einige der Schnipsel aus dieser Zeit zu erin­nern. Und wie ich mich fühlte.

Man stelle sich vor. Sie sind mit einer Natur­ka­ta­strophe konfron­tiert, mit der Sie noch nie zu tun hatten. Und jetzt ist es da. Es war keine Zeit, um poli­tisch zu werden. Es blieb buch­stäb­lich keine Zeit. Wir haben das Land gerettet. Und wie Sie mich kennen, habe ich mich kopf­über in die Sache gestürzt.

Wir sind in den Palast von Humpty Dumpty umge­zogen und haben alle Meetings in Video-Rallyes verwan­delt. Wir hingen tage­lang an ihnen, das ganze Team zusammen in einem großen Raum. In diesen Tagen begann das neue Inte­grated Central Control Team mit der Arbeit an der entschei­denden Smart Quaran­tine. Und sie fingen an, uns alle jede Woche zu testen. Manchmal haben einige Kollegen ihre Ergeb­nisse nicht recht­zeitig erhalten, andere hingegen schon. Sie können sich die Situa­tionen vorstellen. Alle dachten, sie wären die einzig posi­tiven. Und das wollte natür­lich niemand.

Wir blieben in Hrzan für einige Monate. Ein paar Wochen lang haben wir sonn­tags über­haupt nicht geschrieben. Es passierte nicht. Und dann nie wieder. Wir haben ange­fangen, Videos zu machen. Sie sind so lang. Wissen Sie, ich bin immer lang. Ich sollte sie kürzen. In zwei Minuten, sagt mein Team. Aber ich will immer sagen, was ich sagen will. Nun, wir wären schon lange hier, wenn ich Ihnen sagen müsste, worüber mein Team eine andere Meinung hat.

Schneiden. Es ist der 9. April 2020. Kurz vor Ostern. Wir filmen die Rede noch einmal. Dieses Mal habe ich mich vor allem bei allen bedankt, die geholfen haben. Ärzte, Kran­ken­schwes­tern, Rettungs­sa­ni­täter, Feuer­wehr­leute, Poli­zisten und Soldaten. Aber auch Verkäu­fe­rinnen, Post­boten, Fahrer. Dieje­nigen, die den Obdach­losen geholfen haben, die Frei­wil­ligen. Studenten, die in Kran­ken­häu­sern gear­beitet haben. Und natür­lich den Anwälten, die sich zusam­men­ge­funden haben, um dem Staat in seiner Krise zu helfen.

Und jetzt werde ich mich kurz fassen und die Dinge so sagen, wie ich sie in Erin­ne­rung habe.

Das Jahr 2020.

24. April. Sebas­tian Kurz stellt eine Gruppe der erfolg­reichsten Länder im Kampf gegen das Coro­na­virus zusammen. Die frühen Öffner, oder die frühen Öffner. Wir sind dort oben mit Israel, Norwegen, Däne­mark, Grie­chen­land, Austra­lien und Neuseeland.

7. Mai. Wir führen Smart Quaran­tine ein. Ein bahn­bre­chendes System, das uns noch viele Monate lang helfen wird und für das Pande­mie­ma­nage­ment absolut unver­zichtbar sein wird.

20. Mai. Nach zehn Wochen, endlich raus. Wir waren mit Minister Karel Havlicek auf dem Mani­festo-Markt. Es war so über­füllt, dass wir uns nicht einmal hinsetzen konnten. Ich hatte zwei Pints Rotwein.

3. Juni. Igor Matovič, der dama­lige Minis­ter­prä­si­dent der Slowakei, trifft in Prag ein. Ich zeige ihm Stra­kovka und bei der Pres­se­kon­fe­renz kündigen wir ein kleines Geschenk an. Ab Mitter­nacht freier Verkehr zwischen der Tsche­chi­schen und Slowa­ki­schen Republik.

7. Juni. Unser eRouche hat es in die renom­mierte Zeit­schrift des Massa­chu­setts Insti­tute of Tech­no­logy geschafft, eine der besten Univer­si­täten der Welt.

24. Juni. Ich spaziere durch das neue Slivo­vitz-Museum und stoße mit Jaromír Jagr an.

Herr Tomas schickt mir einen Video­clip aus meiner App Come to Me und fragt, ob eine zweite Welle von Coro­na­viren kommen könnte.

Ja, das kann es, antworte ich.

Und ich werde hier aufhören und Ihnen einige der Kommen­tare unter diesem Video zeigen. Es scheint mir eine wich­tige Demons­tra­tion dafür zu sein, wie wir damals einge­stimmt waren und wie wir dachten.

Ich glaube nicht an die zweite Welle. Machen Sie nur nicht mehr das Tragen von Sturm­hauben zur Pflicht, davon haben wir schon genug.

Es ist eine erbärm­liche Possen­rei­ßerei, eine thea­tra­li­sche Aufführung.

Die Komödie könnte schon vorbei sein.

Das Coro­na­virus exis­tiert nicht.

Zur Hölle mit dem ganzen Gerede von einer nicht exis­tie­renden Pandemie!

Alles künst­lich geschaffen, nur damit Sie normale Menschen miss­brau­chen können.

Erschre­cken Sie die Leute nicht, ich glaube es nicht.

Ich schätze, so sah die Stim­mung im Sommer 2020 aus, nur um Ihnen eine Vorstel­lung zu geben.

Und so ähnlich war es auch im Juni dieses Jahres, als die Gerichte anfingen, Maßnahmen zu kippen und uns zu zwingen, sie zu lockern.

Und diese Leute in den Kommen­taren waren nicht allein.

OPPOSITIONELLE WEISEN

Den Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­kern erging es nicht viel besser. Die hatten manchmal wirk­lich furcht­baren Blöd­sinn, sorry­like, anders kann man es nicht sagen.

Petr Fiala war ein echter Experte darin. Obwohl es in der gemein­samen Koali­tion keinen einzigen Epide­mio­logen gab, machte er Aussagen wie die vom 7. April: „Ich bin sehr dafür, dass unsere Repu­blik schritt­weise zum normalen Leben zurück­kehrt, dass wir einschalten, was abge­schaltet wurde.“

Am 18. Mai sagt er über Sturm­hauben, dass „es an der Zeit ist, die Pflicht zum Tragen von Sturm­hauben im Freien abzuschaffen.“

Als sich die Situa­tion im August verschlim­mert, sagt er, dass die Schleier das Leben der Menschen unge­müt­lich machen:

Wenn die intel­li­gente Quaran­täne, die der Premier­mi­nister zu Ostern verspro­chen hat, funk­tio­niert hätte, wenn die massiven Tests funk­tio­niert hätten, müsste die Regie­rung jetzt nicht die Schleier wieder einführen und den Menschen das Leben zur Hölle machen.

Am 19. August kriti­siert er dann Ampeln und die flächen­de­ckende Einfüh­rung von Schleiern:

Heute, wo fast das ganze Land weiße Ampeln hat, werden Schleier wieder flächen­de­ckend einge­führt, auch in Restau­rants und Friseur­sa­lons. Ergibt das für Sie keinen Sinn? Das spielt keine Rolle.

Er setzt dem Ganzen am 27. September die Krone auf, als er sagt, die Regie­rung zum Rück­tritt zu zwingen, sei Zeitverschwendung:

Ein Miss­trau­ens­votum wird im Moment nicht durch­gehen, also sollten wir damit keine Zeit verschwenden, mir wäre es viel lieber, wenn es zum Beispiel diese Dring­lich­keits­sit­zung gäbe.

Das ist noch nicht alles, er fordert weiterhin eine Abstim­mung am 10. Oktober:

An einem Strang zu ziehen, damit wir mit unserer verant­wor­tungs­vollen Haltung dazu beitragen können, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Wir müssen die Politik beiseite lassen. Wir müssen die übliche Kritik an der Regie­rung beiseite lassen. Dafür wird noch Zeit sein.

Um dann plötz­lich am 13. Oktober auf Face­book zu verkünden, dass die ODS ein Miss­trau­ens­votum ausrufen wird:

Der Premier­mi­nister hat die Fähig­keit verloren, die Regie­rung und unser Land zu führen. Die Regie­rung sollte die Abge­ord­ne­ten­kammer um eine Vertrau­ens­ab­stim­mung bitten, wenn der Ausnah­me­zu­stand endet. Sollte sie dies nicht tun, ist die ODS bereit, ein Miss­trau­ens­votum gegen die Regie­rung zu initiieren.

Sein berühmtes Inter­view vom 21. August, in dem er sagt, dass die Maßnahmen, die die Regie­rung plant, „unnötig“ sind und die Situa­tion sehr gut ist, ist auch starker Kaffee, so dass es keinen Grund für den Mantel gibt und es keinen Grund dafür gibt.

Es zeichnet sich eine neue Sache ab, die bei der ersten Welle des Coro­na­virus völlig unwahr war – die Maßnahmen der Regie­rung scheinen völlig unnötig zu sein. Experten melden sich zu Wort, Epide­mio­logen melden sich zu Wort, und sie verstehen nicht, warum das Tragen von Sturm­hauben flächen­de­ckend wieder einge­führt werden soll.

Es gibt keinen Grund für die pauschale Einfüh­rung. Das sagen auch viele Experten. Die Zahlen sind positiv. Es geht nicht um die Anzahl der Infi­zierten, es geht um die Anzahl der Menschen, die einen schweren Krank­heits­ver­lauf haben, es geht um die Sterb­lich­keit. All diese Zahlen werden immer besser und besser! Und die Regie­rung kommt mit einer pauschalen Maßnahme, die alle verär­gert. Also frage ich: Warum? Wem dient es? Und was will die Regie­rung errei­chen? Sicher­lich nicht zum Schutz der Gesundheit.

Miros­lava Němcová von der ODS sagt am 28. April 2020, dass der Ausnah­me­zu­stand ein Fehler war.

Den zweiten [Fehler] sehe ich in einer über­mä­ßigen Einschrän­kung der bürger­li­chen Freiheiten.

Richtig. Und dann geht es weiter zur Juni-Veran­stal­tung auf der Karls­brücke. Dort feierten sie gemeinsam an einem halben Kilo­meter langen, für 2 000 Menschen gedeckten Tisch, zusammen mit Marketa Peka­rova Adamová von TOP 09, mit Jiří Pospíšil und Dominik Feri, dass der Covid zu Ende ist. Am Ende verschwand Feri vor dem Covid, aber das gehört nicht hierher.

Vergessen wir nicht die Ernen­nung des Zahn­arztes Roman Šmucler zum zentralen Krisen­stab. Er wurde von TOP 09 nomi­niert und von Frau Peka­rová gelobt. Er ist der medi­en­wirk­samste Schlei­er­gegner, der die Rolle des Schleiers seit langem in Frage stellt. Auf Grund seiner Nomi­nie­rung wird er auch zu Sendungen einge­laden, in denen er seine Ansichten präsen­tiert. TOP 09 hat ihm Legi­ti­mität verliehen. Natür­lich ist Herr Shmu­cler ein Zahn­arzt, kein Epide­mio­loge. Wir alle erin­nern uns an seine Aussagen.

Der größte Fehler der STAN-Bewe­gung war, dass sie Sonia Peková für einen Staats­preis nomi­nierte, die sagte, dass der Virus künst­lich erzeugt wurde und prophe­zeite, dass er bis Weih­nachten verschwinden würde. Sie meinte damit letztes Weih­nachten. Na ja, macht nichts.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es hier aussehen würde, wenn unsere illustre Oppo­si­tion mit dem Virus zu kämpfen hätte. Mana­ge­risch. Das zweite Kata­stro­phen­sze­nario werde ich in diesem Buch nicht posten, jeder kann es sich lebhaft vorstellen.

Ich habe auch Fehler gemacht.

Je mehr Sie tun, desto mehr Fehler können Sie machen.

Dass wir die Maßnahmen nach den Ferien 2020 nicht verschärft haben, war der Fehler, den ich wohl am meisten bedauere. Die Exper­ten­gruppen des Gesund­heits­mi­nis­te­riums sahen seiner­zeit keinen Grund, die Schleier einzu­führen. Sie waren anderer Meinung. Es gab nicht eine starke Stimme für die Einfüh­rung der Schleier, nicht eine starke Stimme für die Abriegelung.

ZWEITE WELLE

Am 21. September ersetze ich Adam Vojtěch durch Roman Prymula. Ich musste es tun. Adam war sehr müde und die ekel­haften Angriffe von allen Seiten halfen ihm auch nicht.

Schnitt. 27. September. Wir filmen eine weitere Rede. Nach dem Hoch­sommer hat die harte Realität des Virus wieder Einzug gehalten.

Liebe Mitbür­ge­rinnen und Mitbürger, nach einem schönen Sommer beginnt der Herbst und wir befinden uns wieder einmal in einer sehr schwie­rigen Situa­tion. Wie immer werde ich ehrlich und offen zu Ihnen sein. Die Epidemie ist zurück. Leider. Die Infek­ti­ons­zahlen schießen in die Höhe.

23. Oktober. Verrückter Tag. Der Gesund­heits­mi­nister und der führende Pande­mie­ex­perte des Landes, Professor Roman Prymula, geht zu einem Treffen. Zu einem Restau­rant. Rio’s Restau­rant in Vyšehrad. Ich musste ihn ersetzen. Es war eine Frage des Prinzips.

28. Oktober. Der Chef­ar­chi­tekt der Smart Quaran­tine, Oberst Petr Šnaj­dárek, erhält vom Präsi­denten die Verdienst­me­daille Erster Klasse. Ohne ihn wäre das nicht möglich gewesen. Danke, Colonel.

29. Oktober. Der Präsi­dent ernennt Jan Blatny zum Minister für Gesund­heit. Aber etwas viel Wich­ti­geres passierte einen Tag später.

30. Oktober. Der Zuschuss von 5.000 Kronen für Rentner. Geneh­migt. Einfach, weil ich an sie denke, und weil die Pandemie sie beson­ders hart getroffen hat.

20. November. Die Abschaf­fung des „Superbrutto“-Lohns für 4,5 Millionen Arbeiter passiert das Haus. Sicher, das ist das Coro­na­virus-Kapitel, aber ich möchte nicht, dass das vergessen wird. Das Gehalt jedes Mitar­bei­ters ist dank unserer Rech­nung um 7% gestiegen.

21. November. Sie erin­nern sich viel­leicht an dieses Bild. Mein Sohn Frederik und ich kaufen Lebens­mittel für die Food Bank. So wie jedes Jahr. Am Tag zuvor hatte die Regie­rung sie mit 20 Millionen Kronen unterstützt.

Weih­nachten.

Was soll ich sagen? Neue Muta­tionen des Virus. Massive Stei­ge­rungen. Es ist der Beginn von mehreren Monaten der totalen Hölle.

Schneiden. Es ist der 27. Dezember 2020, 7:00 Uhr morgens. Ich bin bei meiner ersten Impf­dosis im Zentralen Mili­tär­kran­ken­haus, und als ich an der Entnah­me­stelle vorbei­gehe, denke ich an den März 2020 zurück. Da war nichts. Keine Sammel­stellen, kein Inte­griertes Zentrales Manage­ment Team. Über­haupt nichts. Keine Tests, keine Entnah­me­kits. Keine Masken. Wir haben alles von Grund auf neu gebaut.

Es gibt eine Menge Jour­na­listen, einen Wald von Kameras, ich bekomme die erste Dosis Impf­stoff in der Tsche­chi­schen Repu­blik. Um ein Beispiel zu geben. Und ich hoffe, das habe ich. Ich habe mich von Joe Biden und Benjamin Netan­yahu inspi­rieren lassen. Als wir anfingen, waren 39 % der Tsche­chen an einer Impfung inter­es­siert, aber im März waren bereits 69 % der Menschen von der Bedeu­tung der Impfung überzeugt.

Wenn ich geimpft werde, warte ich eine halbe Stunde, bevor ich entlassen werde, und ich denke.

Es ist Dezember. Ein Wahn­sinns­jahr geht zu Ende.

Ein Jahr, in dem ich jeden Tag gear­beitet und mich darauf konzen­triert habe, Leben zu retten.

Wie man die Wirt­schaft rettet.

Wie wir unser Land retten.

Jeder hat schon jemanden gehabt, der an Covid gestorben ist oder schwer erkrankt ist. Ja, es war eine schwie­rige Zeit. Für alle von uns.

Aber als ich kurz vor Jahres­ende meine Neujahrs­an­sprache vorbe­rei­tete und die vielen E‑Mails las, die Sie mir schrieben, stellte ich, zum Teil mit Erleich­te­rung, fest, dass sie nicht ganz die Horror­ge­schichten waren, für die ich sie hielt. Viele Menschen schrieben mir auch, dass sie die Chance hatten, endlich einmal inne­zu­halten und eine Bilanz ihres Lebens zu ziehen, mehr Zeit mit ihren Fami­lien und Ange­hö­rigen zu verbringen, vor allem aber mit sich selbst.

Nun, ich denke, es zeigte jedem von uns, wer wir wirk­lich sind, es brachte das Beste und das Schlech­teste in uns zum Vorschein.

Aber genau das gibt uns die Möglich­keit, mit diesen Dingen umzu­gehen und weiterzumachen.

Ich habe in dieser Rede namen­lose Helden erwähnt.

Die erste Frau, die zu Hause an ihrer Nähma­schine saß und ihren ersten Vorhang herstellte. Wir werden ihren Namen nie erfahren.

Die erste Person, die die Idee hatte, das Einkaufen für die älteren Menschen in seiner Straße zu organisieren.

Die erste Person, die auf die Idee kam, Essen für Ärzte und Kran­ken­schwes­tern zu kochen und an sie auszuliefern.

Die erste Person, die auf die Idee kam, Thea­ter­shows online zu stellen.

Die erste Person, die etwas Konkretes tut, und zwar auf eigene Faust. Ohne sich Gedanken darüber zu machen, was andere Menschen tun sollten.

Diese Menschen sind für mich die Helden des Jahres 2020.

Auch die Eltern, die endlich gesehen haben, was ihre Kinder in der Schule lernen und wie die Arbeit der Lehrer aussieht.

Viele Männer haben endlich gesehen, wie ihre Frauen ihren Tag verbringen. Viel­leicht haben sie zumin­dest einen Moment inne­ge­halten und über­legt, was sie tun können.

Und dann dämmerte es mir plötz­lich, dass, obwohl es wie die schlimmsten Zeiten aussieht, es eigent­lich auch bedeutet, dass dies die bahn­bre­chenden Zeiten sind. Eine Zeit, in der sich die Dinge ändern können, auf eine Art und Weise, die völlig beispiellos ist.

Dinge, die im Moment wie Ärger­nisse erscheinen, wie die Tatsache, dass Kinder nicht zur Schule gehen konnten, können uns inspirieren.

Gemeinsam verbrachte Zeit kann uns inspi­rieren. Da ich die Wochen­enden mit meiner Familie zu Hause verbringe, gibt es seither immer Fami­li­en­essen. Meine Frau war eine groß­ar­tige Köchin. Wir waren nah dran.

Irgendwo da draußen, beim Spazier­gang mit Ella, lange bevor es den ersten Impf­stoff gab, sah ich Hoff­nung. Selbst wenn wir denken, dass wir uns in der größten Krise befinden, passiert gerade etwas, von dem wir später fest­stellen werden, dass es furchtbar positiv ist. In dieser Krise finden wir heraus, wer wir sind. Es war ein kathar­ti­sches Jahr. Eine Menge Dinge kamen an die Oberfläche.

Es war ein Jahr, in dem wir uns auf die größten Probleme konzen­trierten und uns mit ihnen beschäf­tigten. Alle versuchten, sich zu orientieren.

Und dennoch, auch wenn das Covid in diesem Jahr nicht verschwinden wird, besteht eine große Chance, dass es ein Jahr wird, das gute Dinge bringt, gerei­nigt von allem, was wir einfach gewohnt waren und ohne nach­zu­denken getan haben.

Und ohne es zu merken, sind wir dabei, ein neues Land aufzubauen.

Wir haben Dinge aufge­baut, die sonst Jahr­zehnte gedauert hätten oder nie verein­bart worden wären.

Digi­ta­li­sie­rung? Diesen Sprung hätten wir nie geschafft.

Es war eine unfrei­wil­lige, aber umso größere Chance, Dinge zu verän­dern, Dinge anders zu machen, als wir es lange gewohnt waren.

Die Tsche­chen zeigten ein großes Herz. Und wenn ein wenig Zeit vergeht und wir ein wenig Abstand gewinnen, werden wir fest­stellen, dass wir, ja, um den Preis großer Verluste, sowohl mensch­lich als auch finan­ziell, um den Preis von Kummer und Leid, unsere höchsten Quali­täten entwi­ckelt haben. Wie sonst als unter Stress. Wie sonst als unter enormem Druck. Aber so ist es nun mal.

Während ich diese Zeilen schreibe, kann ich sehen, dass wir zwischen März und Mai dieses Jahres einen unglaub­li­chen Sprung gemacht haben. Wir sind vom schlimmsten Land der Welt für Neuin­fek­tionen auf Platz 19 aufgestiegen.

Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass dies eine Chance für einen großen Neustart unseres Landes ist. Eine neue Wirt­schaft. Schauen Sie sich nur die neuen Markt­führer in vielen Bran­chen an, insbe­son­dere im E‑Commerce.

Tsche­chi­sche Firmen wie Rohlik oder Alza. Faszinierend.

Nur ein paar Zahlen.

TSCHECHISCHE E‑COMMERCE-FÜHRER

Alza.cz

Alza.cz wuchs im Jahr 2020 um 28 %, das schnellste Wachstum in einem Jahr­zehnt. Der Umsatz des größten tsche­chi­schen E‑Shops betrug im vergan­genen Jahr 37,3 Mrd. CZK, 8 Mrd. CZK mehr als im Vorjahr.

In Chrá­š­t’any bei Prag wird das Unter­nehmen sein fünftes Logis­tik­zen­trum eröffnen. Es wird 40.000 qm groß sein. Bislang verfügt Alza über insge­samt 122.000 qm.

Im Jahr 2019 verdiente Alza über eine Milli­arde (1,055 Milli­arden), und im Jahr 2020 sogar noch mehr. In den ersten 6 Monaten des Jahres 2020 wuchs sie aufgrund der Früh­jahrs­ko­ro­na­krise mehr als doppelt so schnell wie im Vorjahr. Und für das 4. Quartal lag das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr bei rund 30 %.

Rohlik.cz

Rohlik.cz wuchs um 80 %. Im vergan­genen Jahr stei­gerte es seinen Umsatz auf vier Milli­arden Kronen. Es begann mit der Lager­au­to­ma­ti­sie­rung. Neu bezogen wurde ein ein Hektar großes Distri­bu­ti­ons­zen­trum in Horní Počer­nice. Sie verkaufte eine weitere Charge von Anleihen und nahm so inner­halb von zwei Wochen 1,7 Mrd. CZK ein.

Gleich­zeitig expan­diert Rohlik nach Ungarn, startet in Wien und plant München. Dank Rohliks Bereit­schaft wurde das Online-Shop­ping über Nacht zum De-facto-Stan­dard, und in der Zwischen­zeit schaffte es Tomas Čupr noch, geschlos­senen Restau­rants und anderen Händ­lern zu helfen, die zum ersten Mal online gingen. Und auch allein­er­zie­hende Mütter. Dank Nora Frid­rich konnten sie bei ihm zum halben Preis einkaufen.

Dies sind alles berüch­tigte Geschichten, aber ich werde eine hervor­heben, die Sie viel­leicht nicht kennen. Aus Brünn.

Eine Bar, die es nicht gibt. Und der Super-Panda-Zirkus

Ein Voll­treffer in Brünn. Im März 2020 brach das gesamte Geschäft der Bar That Doesn’t Exist zusammen, doch dann begannen er und sein Team mit dem Brain­stor­ming von Ideen zur Bewäl­ti­gung der Krise. „Die Dinge begannen zu passieren. Es gab keinen Grund mehr, auf unserem Hintern zu sitzen und uns selbst zu bemit­leiden“, sagt dieser junge Mann, Jan Vlachynský. Ein bril­lanter junger Mann. Getränke abwiegen, Schau­fens­ter­bummel, Mittag­essen kochen. Sie kreierten ein Brett­spiel und ein Cock­tail-Koch­buch. Sie stellten T‑Shirts und andere Produkte her. Podcasts. Dann gibt es den Wach­ma­cher-Drink „The Miracle Eight“ im Abo und hat bereits 450 Stammkunden.

Und die staat­liche Entschä­di­gung hat geholfen. Da die Mitar­beiter der Bar größ­ten­teils HPP-Mitar­beiter sind, konnte es sich diese Firma leisten, Mitar­beiter zu halten und Miete zu zahlen. So wird der Brünner Barkönig in Zeiten der Pandemie allmäh­lich zu einem immer viel­sei­ti­geren Geschäftsmann.

Es gibt viele groß­ar­tige tsche­chi­sche Unter­nehmen, über die wir gleich spre­chen werden. Und jetzt, ich will Sie nicht lange aufhalten, ein biss­chen Wirtschaft.

Was wissen wir jetzt?

RESTART LAND

Die Schluss­fol­ge­rung ist klar. Wir haben viele Dinge begonnen und wollen sie auch weiterhin tun.

Wir müssen die öffent­li­chen Finanzen konso­li­dieren und einen deut­li­chen Defi­zit­abbau errei­chen. Wir müssen die Wirt­schaft krisen­fester machen, ausrei­chende Reserven an kriti­schen Ressourcen haben und Reak­tionen auf Krisen­sze­na­rien vorbereiten.

Schließ­lich müssen wir die Wirt­schafts­po­litik neu auf Sektoren mit hoher Wert­schöp­fung ausrichten und neben Autos auch die Luft- und Raum­fahrt sowie Nano­tech­no­lo­gien fördern.

Wir müssen Kapa­zi­täten für den Gesund­heits­schutz entwi­ckeln. Viro­logie, der Kampf gegen Zivi­li­sa­ti­ons­krank­heiten, Krebs­zen­tren, die Entwick­lung der Medizin und der Kampf gegen Viren. Früher waren wir welt­weit führend in der Entwick­lung von Impfstoffen.

Wir müssen die Digi­ta­li­sie­rung weiter voran­treiben, wir müssen den elek­tro­ni­schen Handel und das Home­of­fice fördern.

Wir müssen stra­te­gi­sche Inves­ti­tionen entwi­ckeln, den Bau von Straßen und Auto­bahnen, Hoch­ge­schwin­dig­keits­bahnen inten­si­vieren. Wir müssen unseren Natio­nalen Inves­ti­ti­ons­plan umsetzen.

Wir müssen einen wider­stands­fä­higen und zuver­läs­sigen Strom­sektor haben, den Bau eines zuver­läs­sigen Kern­kraft­werks mit ausrei­chender Leis­tungs­re­serve entwickeln.

Wir müssen für eine größere Selbst­ver­sor­gung sorgen, insbe­son­dere bei Lebensmitteln.

Es gibt einen Mangel an Arbeits­kräften, wir müssen die tech­ni­sche Bildung und die Ausbil­dung von Hand­wer­kern stärken, Lehr­lings­schulen. Wir müssen für eine massive Umschu­lung der Arbeits­kräfte aus Sektoren sorgen, die in einer Post-Covide-Wirt­schaft keine ausrei­chende Effi­zienz errei­chen können, insbe­son­dere der Tourismus. Wir müssen den Sektoren helfen, die mit Reisen und Tourismus verbunden sind. Wir müssen die lokale Wirt­schaft und das Hand­werk unterstützen.

Wir müssen kurz­fristig gegen Dürre, Wasser­trans­port und Wasser­knapp­heit vorgehen, und Israel ist natür­lich unser Vorbild dafür.

Wir müssen eine echte Renten­re­form auf den Weg bringen, bei der unser Koali­ti­ons­partner die Mach­bar­keit über­haupt nicht thema­ti­siert hat.

Und jetzt werde ich Ihnen sagen, was ich noch für Sie tun möchte.

Lesen Sie sorg­fältig. Es stehen Menschen­leben auf dem Spiel.

TEIL ZWEI

Was ich noch für unser Land tun möchte

WERDEN WIR TAUSENDE VON LEBEN RETTEN

Ich fahre spät in der Nacht von Stra­kovka in einem Regie­rungs-BMW nach Hause und lese die Nach­richten, auf die ich tags­über nicht reagieren konnte. Viele Leute schreiben. Er braucht etwas. Sie brau­chen Hilfe. Er steckt in Schwie­rig­keiten. Oder verängstigt.

Ich denke, jedes Alter hat eines dieser Wörter. Das Wort, das in jedem die größte Angst auslöst.

Ich glaube, zur Zeit meiner Ur-Ur-Groß­mutter hätte dieses Wort viel­leicht KRIEG geheißen. Heut­zu­tage macht der Krieg den Menschen keine Angst mehr, aber es wird immer ein Wort geben, das den Menschen am meisten Angst macht.

Und ich wage zu behaupten, dass dieses Wort heute KREBS heißt.

Etwas, vor dem wir so viel Angst haben, dass wir es oft lieber nicht aussprechen.

Das gilt auch für mich. Ich habe es nicht einmal im Titel erwähnt. Es war einfach zu sehr abtör­nend. Ich hasse es. Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der seine Stimme senkt, wenn er es sagt, oder es anders sagt. Trotzdem, ich muss es jetzt sagen.

Krebs.

Ja, ich dachte, ich hätte es auch. Ich war wirk­lich erschrocken.

WIR HABEN ALLE ANGST.

Ich denke, das einzige, was man mit einer großen Angst machen kann, ist, sich ihr zu stellen. Das habe ich. Letzten Juni ging ich zähne­knir­schend für zwei Tage in das Masaryk-Krebs­in­stitut in Brünn.

Verdacht auf Prosta­ta­krebs. Ich habe das Alter dafür, sitzende Tätig­keit, ich bin über 60, ich bin ein Mann.

Ich hatte schließ­lich eine Biopsie. Ich hatte Angst davor, vermied es und hoffte insge­heim, dass irgendwie meine Werte sinken würden, damit ich es nicht haben müsste. Ich habe einen Monat lang über­legt, ob ich gehen soll oder nicht. Ich wollte das nicht, denn das Klopfen ist nicht ange­nehm. Aber der Direktor des Zhlutnik war kompro­misslos. Er sagte, er würde gehen, wenn er ich wäre. Also ging ich.

Ich hatte Glück. Die Biopsie hat keinen Krebs bestätigt.

Diese kleine Euphorie, die man nach jedem Test mit Happy End bekommt. Aber es ging sehr schnell weg. Ich dachte an die Menschen, die nicht so viel Glück hatten.

In diesem Land stirbt alle 20 Minuten ein Mensch an Krebs. Jeden Tag erkranken 200 Tsche­chen an Krebs. Zwei Drittel der Menschen sind gerettet, aber ein Drittel ist es nicht.

Schauen Sie der Angst in die Augen. Das ist der erste Schritt, um es zu bekämpfen. Und die Wahr­heit ist: Krebs ist weit verbreitet. Mehr als 500.000 Tsche­chen leben mit einer Krebs­er­kran­kung oder wurden in der Vergan­gen­heit wegen einer solchen behan­delt. Die häufigsten Krebs­arten sind Haut- und Dick­darm­krebs, Prosta­ta­krebs speziell bei Männern und Brust- und Lungen­krebs bei Frauen.

Es ist klar, dass die Tsche­chi­sche Repu­blik gute Ärzte hat, und so steht sie im Vergleich zu den umlie­genden Ländern Mittel­eu­ropas sicher nicht schlecht da. Es ist uns gelungen, die Häufig­keit vieler Krebs­arten zu redu­zieren, vor allem dank der Vorsor­ge­un­ter­su­chungen, Programme zur Erken­nung von Früh­sta­dien, z. B. von Gebär­mut­ter­hals- oder Dick­darm­krebs. Brust­krebs ist auf dem Vormarsch, wie in allen entwi­ckelten Ländern, aber weil Frauen, Gott sei Dank, Mammo­gra­phien machen, gelingt es uns, die Zahl der Frauen, die an dieser Krank­heit sterben, zu reduzieren.

Einige Krebs­arten sind dank eines besseren Lebens­stils weniger geworden. Magen­krebs ist rück­läufig und Lungen­krebs ist bei Männern rück­läufig. Erin­nern Sie sich noch daran, als wir vor Jahren Tabak­pro­dukte stark besteuert haben, um ihre Verfüg­bar­keit zu redu­zieren? Es war die rich­tige Entscheidung.

Aber das sind die Art von Teil­erfolgen, die mir nicht reichen. Experten sagen voraus, dass landes­weit die Krebs­raten in den kommenden Jahren steigen werden. Nicht nur solche, die für wirt­schaft­lich entwi­ckelte Länder typisch sind, wie Brust- oder Gebär­mut­ter­krebs, sondern auch aufgrund einer alternden Bevöl­ke­rung. Bis zum Jahr 2035 wird Krebs die häufigste Todes­ur­sache in der EU sein. Die Behand­lungen werden wirk­samer, aber auch komplexer, anspruchs­voller für neue Tech­no­lo­gien und natür­lich auch teurer sein.

Wenn wir also die gleiche Versor­gung für unsere Bürger wollen, wie sie in Öster­reich oder Italien besteht, müssen wir revo­lu­tio­nieren. Ich habe mehrere Jahre lang daran gear­beitet. Und hier möchte ich es Ihnen zum ersten Mal vorstellen. Unser tsche­chi­scher Natio­naler Krebsplan.

Sie wissen sicher, dass wir einen großen Plan zum Wieder­aufbau unserer tsche­chi­schen Wirt­schaft nach dem Kovid vorbe­reitet haben. Wir werden einen Teil des Geldes davon in unseren natio­nalen Plan einfließen lassen. An seiner Entwick­lung haben sich Top-Experten aus verschie­denen Berei­chen der Medizin aus der ganzen Tsche­chi­schen Repu­blik betei­ligt. Sie alle haben eine große Erfolgs­bi­lanz im Kampf gegen Krebs. Sie haben bewiesen, dass Krebs besiegt, verhin­dert und behan­delt werden kann. Gemeinsam haben wir eine Stra­tegie entwi­ckelt, die jedes Jahr Tausende von Menschen­leben mehr retten wird und mit der die Tsche­chi­sche Repu­blik statis­tisch gesehen zu den besten Ländern in Europa gehören wird.

Und so werden wir es machen. Wenn ich die Gele­gen­heit dazu habe, natür­lich. Wenn Sie wollen, dass ich in der Politik bleibe.

DER NATIONALE KREBSPLAN

Wir werden ein brand­neues tsche­chi­sches Krebs­in­stitut in Prag und einen neuen Präven­ti­ons­pa­villon am Masaryk-Krebs­in­stitut in Brünn bauen.

Wir werden neue hoch­mo­derne Geräte für die bestehenden Krebs­zen­tren kaufen. In diesem Jahr planen wir Anschaf­fungen für die Compre­hen­sive Cancer Centres in der gesamten Tsche­chi­schen Repu­blik, die den Tsche­chen bereits jetzt den Zugang zu einer kosten­losen Behand­lung mit inno­va­ti­veren Krebs­me­di­ka­menten ermög­li­chen, als dies in der EU üblich ist.

Wir werden die Orga­ni­sa­tion von Vorsor­ge­pro­grammen verbes­sern und ein Netz­werk von Präven­ti­ons­zen­tren im ganzen Land schaffen, das auf den Erfah­rungen des Masaryk-Krebs­in­sti­tuts basiert.

Wir werden daran arbeiten, das Bewusst­sein der Menschen zu schärfen, sie zu einer gesün­deren Lebens­weise zu bewegen und sie an eine regel­mä­ßige Präven­tion zu gewöhnen. Unter der Schirm­herr­schaft der Regie­rung der Tsche­chi­schen Repu­blik und in Zusam­men­ar­beit mit den Kran­ken­kassen und dem Gesund­heits­mi­nis­te­rium werden wir eine massive Kampagne starten, die sich jedoch von dem unter­scheidet, was wir gewohnt sind. Wir werden versu­chen, neue Worte und eine neue Atmo­sphäre zu finden, die die Menschen beein­dru­cken wird. Wir alle haben Tausende von Arti­keln über eine gesunde Lebens­weise gelesen.

Zurzeit bereitet ein Exper­ten­team Mate­rial vor, das jeden Erwach­senen in der Tsche­chi­schen Repu­blik errei­chen soll. Das ist etwas, was noch nie zuvor gemacht worden ist. Es wird nicht nur ein Falt­blatt sein, wie Sie es aus dem Warte­zimmer des Arztes gewohnt sind, zum Beispiel über Lungen- oder Haut­krebs, sondern es wird die gesamte Onko­logie abde­cken. Sie finden hier die wich­tigsten Empfeh­lungen für einen gesunden Lebens­stil und Infor­ma­tionen zur Vorbeu­gung und Früh­erken­nung für alle wich­tigen Krebs­arten. Jeder findet hier Infor­ma­tionen für sich, sein Geschlecht und sein Alter.

Wir alle wissen sehr gut, dass Krebs das größte Gesund­heits­pro­blem der Zukunft und eines der größten für die gesamte Gesell­schaft ist. Leider bedeutet der hohe Lebens­stan­dard und die Lang­le­big­keit der Euro­päer auch, dass ein Viertel aller Krebs­er­kran­kungen der Welt auf unserem Konti­nent auftreten, obwohl nur 10 % der Welt­be­völ­ke­rung hier leben.

Lassen Sie uns also sehen, was unser Natio­naler Krebs­plan für jeden einzelnen von uns bedeuten wird.

Ich entschul­dige mich dafür, dass ich ein biss­chen beleh­rend bin. Vertrauen Sie mir. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe es durch­ge­macht, also kann ich es vielleicht.

JEDER VON UNS MUSS BEI SICH SELBST ANFANGEN

Ich bin selbst ein ehema­liger starker Raucher. Ich habe im College geraucht. Ich habe 20 Ziga­retten am Tag geraucht, als ich meine Diplom­ar­beit an der Uni gemacht habe. Auch in meiner Zeit als Geschäfts­mann. Die ganze Zeit über. Rote Marl­boro. Aber dann habe ich gesagt, es reicht. Das war genau am 16. Dezember 1996, und seitdem habe ich nicht mehr ange­zündet. Warum der 16. Dezember? Ich habe mich an diesem Tag einfach entschieden. Zufäl­li­ger­weise ist es auch das Geburts­datum meiner Mutter.

Ich weiß, dass es nicht einfach ist, und ich betrachte mich nicht als Held. Vielen Menschen hilft eine Gruppe, in der sie eine Lang­zeit­the­rapie machen können. Für jeden gilt etwas. Manche Menschen kommen mit Niko­tin­pflas­tern und Inha­la­toren gut zurecht, andere brau­chen eine radi­ka­lere Umstel­lung. Ich bin froh, dass ich es alleine geschafft habe.

Dann kam das nächste Problem. Nachdem ich in die Politik gegangen bin, habe ich brutal zuge­nommen, weil ich keine Zeit mehr für Sport hatte. Aber ich habe mich zusam­men­ge­rissen, bin trotz aller Müdig­keit ein paar Stunden pro Woche ins Fitness­studio gegangen, habe aufge­hört, so viel Kaffee zu trinken und ange­fangen, mich gesünder zu ernähren. Oh, und ich werde keinen Blöd­sinn machen. Sobald das Covid kam, habe ich wieder zuge­nommen. Ich muss wieder anfangen. Wie auch immer, machen wir weiter ☺ Jetzt geht es zurück zum lang­wei­ligen Wort, bei dem sicher viele von Ihnen in Ohnmacht fallen oder einschlafen werden. Aber es ist ein Wort, das Leben rettet.

WENN…

Zu einem gesunden Lebens­stil gehört auch die Präven­tion. Und es darf auch nicht zu kurz kommen. Das bedeutet vor allem Vorsor­ge­un­ter­su­chungen bei Ihrem Arzt. Machen Sie sich keine Gedanken: „Wenn ich nur früher gegangen wäre…“

Am wich­tigsten sind Scree­ning-Programme zur Früh­erken­nung von Brust‑, Darm- und Gebär­mut­ter­hals­krebs. Die Tests sind für jedes Organ unter­schied­lich. Für die Brust gehen Frauen im Alter von 45 Jahren zum Scree­ning, und für den Dick­darm wird das Scree­ning eben­falls im Alter von 45 Jahren für Männer und Frauen empfohlen, entweder durch einen Stuhl­blut­test oder eine Kolo­skopie alle 10 Jahre. Bei Gebär­mut­ter­hals­krebs ist es die regel­mä­ßige jähr­liche Vorsor­ge­un­ter­su­chung beim Frau­en­arzt ab dem 15. Lebens­jahr bzw. ab Beginn des Sexuallebens.

Und das ist das Scree­ning, an dem wir arbeiten sollten. Tatsäch­lich gehen nur 60 % der Bürger in den Ziel­gruppen dieser Programme in den vorge­schrie­benen Abständen zur Brust­krebs­vor­sorge, etwa 30 % zur Darm­krebs­vor­sorge und etwa 60 % zur Gebär­mut­ter­hals­vor­sorge. Und nur 60 % der Mädchen haben sich gegen HPV impfen lassen, das die Ursache für eine Reihe von Krebs­er­kran­kungen ist, obwohl der Impf­stoff kostenlos ist. Idea­ler­weise sollten wir diese Zahlen um mindes­tens 20 % erhöhen. Darüber hinaus sollten wir bestehende Präven­ti­ons­pro­gramme um neue Programme wie Lungen- und Prosta­ta­krebs-Scree­ning erweitern.

Keiner von uns kann sagen: „Das betrifft mich nicht. Das kann mir nicht passieren.“ Mehr als die Hälfte der Krebs­to­des­fälle sind vermeidbar. Tausende von Menschen sterben in unserem Land gerade deshalb, weil sie die Vorsorge vernach­läs­sigen oder Angst haben, sich unter­su­chen zu lassen, die sonst aufge­geben hätten. Oder am Ende über­leben, aber einen hohen Preis zahlen. Ich möchte Sie in diesem Kapitel nicht mehr als nötig depri­mieren. Aber hier geht es um das Leben, und ich möchte, dass jeder das erkennt. Hinter jeder Zahl in der Krebs­sta­tistik steht eine mensch­liche Geschichte. Deshalb zeige ich Ihnen jetzt einen. Es ist die Geschichte einer Frau, die über­lebt hat, die aber auch am eigenen Leib erfahren hat, wie weit eine Vernach­läs­si­gung der Präven­tion führen kann.

MS. CLARA

Dieser Fall, der mir von einem tsche­chi­schen Top-Onko­gy­nä­ko­logen, Professor David Cibula, zuge­schickt wurde, hat mich lange Zeit zum Verdauen gebraucht. Das werden Sie wohl auch müssen. Deshalb habe ich es hierher gestellt. Keine Sorge, es wird nur besser werden.

„Jeder Onko­loge muss seinen eigenen Weg finden, mit dem Verlust von Pati­enten umzu­gehen. Obwohl sie alles tun, was die Medizin für sie zu bieten hat. Wenn er die Tragö­dien, denen er begegnet, in sich aufnehmen würde, würde er bald selbst zum Pati­enten werden und seinen Pati­enten nicht mehr helfen können. Aber manche Schick­sale sind so schreck­lich, dass man sie nicht abschüt­teln kann.

In unserem Fach­ge­biet, der Onko­gy­nä­ko­logie, sind das vor allem die Fälle von jungen Pati­en­tinnen, von denen viele minder­jäh­rige Kinder haben. Einige von ihnen haben keinen Partner oder fami­liäre Unter­stüt­zung. Diese Frauen kämpfen wie Löwinnen um jeden Tag ihres Lebens, an dem sie noch bei ihren Kindern sein können. Mit unserer Hippo­crates-Stif­tung haben wir kürz­lich ein Programm zur finan­zi­ellen Unter­stüt­zung solcher Fami­lien gestartet. Wir sind nicht in der Lage, ihre finan­zi­elle Situa­tion zu ändern, aber wir helfen ihnen zumin­dest in der Zeit ihrer Abreise, damit sie diese in Ruhe mit ihren Kindern verbringen können. Im Juni verab­schie­deten wir uns von einer jungen Mutter, Frau Klara, die im Sommer 2019 in unsere Obhut kam. Sie war zu diesem Zeit­punkt 32 Jahre alt und hatte 2 Kinder im Alter von 7 und 4 Jahren. Sie kam mit ihrem Mann, der sie glück­li­cher­weise während der gesamten Behand­lung unter­stützte. Clara wurde mit Blutungen nach dem Geschlechts­ver­kehr, die seit 2 Monaten immer wieder auftraten, zum Gynä­ko­logen gebracht. Das war ihre einzige Schwie­rig­keit. Sie selbst war sich bewusst, dass sie kein reines Gewissen hatte, wenn es um die Präven­tion ging.

Ihr Gynä­ko­loge in Südböhmen war in den Ruhe­stand gegangen, und sie hatte seit der Geburt vor 3 Jahren keinen neuen finden können. Als wir begannen, uns um Klara zu kümmern, hatte sie Gebär­mut­ter­hals­krebs im Stadium 3 mit Lymph­kno­ten­be­fall im Becken. Sie unterzog sich einer anspruchs­vollen Bestrah­lung in Kombi­na­tion mit einer Chemo­the­rapie. Sie hat die Behand­lung aufgrund ihres jungen Alters gut vertragen. Die Wirkung der Behand­lung war gut und mit Abstand hatte sie nach der Strah­len­the­rapie keine Anzei­chen eines Tumors. Der güns­tige Befund lag auch sechs Monate nach der Behand­lung vor und gab uns Hoff­nung auf eine Heilung. Nach weiteren 3 Monaten entwi­ckelte Clara einen Husten, begleitet von erhöhter Tempe­ratur. Die Bild­ge­bung zeigte eine Ausbrei­tung der Krank­heit auf die Lunge, die Lymph­knoten in der Brust, die Bauch­spei­chel­drüse und die Knochen. An diesem Punkt begannen wir gemeinsam, um Monate und Wochen ihres Lebens zu kämpfen.

Ich werde es kurz machen.

Im vergan­genen Mai trafen wir mit Clara und ihrem Mann Vorkeh­rungen, um die Krebs­be­hand­lung zu beenden, die ihr Körper nicht mehr verkraften konnte, und 6 Wochen später verstarb Clara, zu Hause, im Kreise ihrer Lieben, mit der Unter­stüt­zung der häus­li­chen Hospizpflege.

UNTERSCHÄTZEN SIE DIE SYMPTOME NICHT

Es ist ein Grund­satz für uns alle, die Symptome nicht zu unter­schätzen, die das erste Anzei­chen von Krebs sein können. Hier müssen Sie wirk­lich aufpassen, denn es gibt nicht nur ein oder zwei typi­sche Symptome. Jeder Krebs mani­fes­tiert sich ein wenig anders. Wir müssen auf unseren Körper hören. Blut im Urin oder Stuhl, unre­gel­mä­ßige Mens­trua­ti­ons­blu­tungen, plötz­li­cher Gewichts­ver­lust oder viel­leicht ein plötz­li­ches Auftreten von Schmerzen, die man vorher nicht kannte. Diese Dinge kann man nicht einfach wegwinken, sie müssen sofort mit einem Arzt bespro­chen werden.

Wir haben spezi­elle Programme für Menschen, die ein Risiko haben, wie zum Beispiel eine ange­bo­rene Veran­la­gung für Krebs oder eine andere Krank­heit, die das Krebs­ri­siko erhöht, was insbe­son­dere bei Diabetes oder viel­leicht einer Leber­ent­zün­dung der Fall ist. Beson­dere Vorsicht ist geboten bei Rauchern wegen Lungen­krebs und bei Personen, die in der Vergan­gen­heit eine Krebs­be­hand­lung hatten, da die Strah­lung das Krebs­ri­siko im bestrahlten Bereich erhöhen kann.

Bislang wurde zu wenig in die Präven­tion inves­tiert. Und wir müssen eine Aufklä­rungs­kam­pagne zum Natio­nalen Krebs­plan durch­führen. Es wird die erste große Sache sein, die das ändert. Sie wird dafür sorgen, dass jeder Mensch in diesem Land weiß, was er für sich selbst tun kann, auch im Hinblick auf die Risiken in seiner Familie. Ich werde Ihnen ein typi­sches Beispiel dafür geben, das mir meine Kollegen geschickt haben.

MS. CAMILLA

Frau Kamilas Mutter, ihre Schwester und eine ihrer Cousinen sind an Brust­krebs gestorben. Diese drei Krebs­arten in einer Familie können die gleiche Ursache in der gene­ti­schen Infor­ma­tion haben. Also macht die Dame über ihren Haus­arzt oder Gynä­ko­logen einen Termin bei einem Gene­tiker. Er wird sie zum Gentest schi­cken, um ihre ange­bo­rene Veran­la­gung zu beweisen.

Deshalb hat Kamila ein Lebens­zei­t­ri­siko für Brust­krebs von fast 80% und für Eier­stock­krebs von 50%. Das ist eine sehr schlechte Prognose. Da Kamila aber inzwi­schen 45 Jahre alt ist, 2 Kinder hat und keine weiteren plant, lässt sie sich die Eier­stöcke und Eileiter entfernen. Der nächste Schritt ist, dass ihre Brüste entfernt und durch Implan­tate ersetzt werden. Mit diesen Eingriffen wird sie höchst­wahr­schein­lich ihr Leben retten, weil sie das Risiko für beide Tumore auf ein Minimum redu­zieren wird. Aber die Bedeu­tung von Gentests endet hier noch nicht. Der Gene­tiker wird den Test auch anderen Verwandten von Kamila anbieten und auch bei ihrem 23-jährigen Sohn Roman eine Muta­tion in demselben Gen finden. Von nun an wird Roman regel­mäßig onko­lo­gi­sche Kontroll­un­ter­su­chungen durch­führen lassen.

Da auch er diese Veran­la­gung an seine Kinder weiter­geben könnte, erwägen er und seine Frau den Einsatz von assis­tierten Repro­duk­ti­ons­tech­niken, bei denen die Embryonen unter­sucht werden können, bevor sie in die Gebär­mutter einge­setzt werden.

Wie Sie sehen, ist Vorbeu­gung sehr, sehr wichtig. Ich wünschte, ich hätte ein netteres Wort dafür, denn sie hat es verdient.

Vorbeu­gung. Nun, ich würde es eine Geschlechts­krank­heit nennen.

STD

Jeder muss sich darüber im Klaren sein, dass die Behand­lung umso anspruchs­voller und die damit verbun­denen Neben­wir­kungen umso gravie­render sind, je höher das Stadium der Erkran­kung zum Zeit­punkt der Entde­ckung ist. Brust­krebs ist der klas­sischste Fall, und auch eine der häufigsten Krebs­arten. Wenn die Krank­heit früh erkannt wird, wenn der Tumor sehr klein ist, genügt eine kleine Opera­tion, die nur eine winzige Narbe auf der Brust hinter­lässt. Stellt der Arzt den Tumor jedoch in einem fort­ge­schrit­tenen Stadium fest, muss die Behand­lung oft mit einer Chemo­the­rapie beginnen, gefolgt von einer Bestrah­lung und dann einer Hormon­be­hand­lung. Und wir wissen, was das bedeutet.

Ich muss sagen, dass die Krebs­be­hand­lung in den letzten paar Jahr­zehnten unglaub­liche Fort­schritte gemacht hat. Früher standen den Ärzten nur sehr scho­nende Methoden der Bestrah­lung, die fast immer zu einer Schä­di­gung des umlie­genden Gewebes und der Organe führte, und einige wenige Arten der Chemo­the­rapie zur Verfü­gung, die bei allen Arten von Krebs einge­setzt wurden. Die Onko­logie von heute ist sehr komplex. Es beginnt mit einer sorg­fäl­tigen Diagnose, bei der über­legt wird, was für einen bestimmten Tumor bei einem bestimmten Pati­enten die beste Vorge­hens­weise ist. Erst dann beginnt die Behand­lung. Dutzende von chir­ur­gi­schen Eingriffen, verschie­dene Formen der Strah­len­the­rapie und Hunderte von Medi­ka­menten werden einge­setzt. Darüber hinaus werden die Behand­lungen auf unter­schied­liche Weise kombiniert.

Als zum Beispiel vor 20 Jahren bei einer kinder­losen jungen Frau ein bösar­tiger Gebär­mut­ter­hals­tumor diagnos­ti­ziert wurde, hatte sie keine andere Wahl, als sich Gebär­mutter, Eier­stöcke und Eileiter entfernen zu lassen und nach der Opera­tion wahr­schein­lich zu bestrahlen. Heute ist das ganz anders. Wir verfügen über genaue bild­ge­bende Unter­su­chungen, die die Größe des Tumors und seine Lage genau beschreiben. Es wird eine laparo­sko­pi­sche Opera­tion durch­ge­führt, und es werden ausge­wählte Lymph­knoten entnommen, die dann von einem Patho­logen anhand eines sehr detail­lierten Proto­kolls unter­sucht werden. Dies liefert genaue Infor­ma­tionen über den Tumor und seine Prognose, und vielen Frauen wird eine Behand­lung ange­boten, die es ihnen ermög­licht, ihre Fort­pflan­zungs­or­gane und Eier­stock­hor­mone zu erhalten und die Möglich­keit, Kinder zu bekommen, nicht zu verlieren.

Wie Sie sehen können, ist die Behand­lung von Krebs sehr komplex und erfor­dert Hoch­tech­no­logie und die Zusam­men­ar­beit vieler Spezia­listen mit unter­schied­li­chen Fach­ge­bieten. Deshalb werden in den entwi­ckelten Ländern neue Kran­ken­häuser errichtet, die sich ganz der Krebs­be­hand­lung widmen. Der Patient erhält eine Adresse, einen Ort, an dem er seine gesamte Versor­gung erhält. Von der Unter­su­chung, der Opera­tion, der Verab­rei­chung der Chemo­the­rapie bis hin zu allen unter­stüt­zenden Leis­tungen wie Psycho­logie, Reha­bi­li­ta­tion und Nachsorge.

Welchen großen Vorteil das hat und warum wir hier in Tsche­chien im Rahmen des Natio­nalen Kampfes gegen den Krebs diese spezi­ellen Krebs­zen­tren aufbauen wollen, werde ich Ihnen jetzt am Beispiel von zwei Pati­enten zeigen.

ANDERE REALE FÄLLE

Und jetzt Herr Bohumil und Herr Jaroslav. Beide vermu­teten zufällig zur glei­chen Zeit, dass sie Blut in ihrem Stuhl sahen. Beide kauften in der Apotheke einen Test für versteckte Blutungen, machten ihn zu Hause und in beiden Fällen war er positiv.

Herr Bohumil wurde von seinem Haus­arzt in ein typisch tsche­chi­sches Kran­ken­haus geschickt. Zuerst kam er auf die innere Station, wo er eine endo­sko­pi­sche Unter­su­chung seines Dick­darms erhielt. Nach drei Wochen kam er wieder, um den Befund abzu­holen, der ihm von einer Kran­ken­schwester ausge­hän­digt wurde, mit der Empfeh­lung, er solle in die Onko­logie gehen. Dort teilte ihm der Arzt mit, dass er Krebs im Dick­darm habe und schickte ihn zur Bestrah­lung in die Abtei­lung für Strah­len­on­ko­logie. Nachdem die Bestrah­lung abge­schlossen war, wurde er zur Bild­ge­bung geschickt. Eine wurde in der radio­lo­gi­schen Abtei­lung und die andere in der nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Abtei­lung durch­ge­führt. Da der Tumor geschrumpft war, wurde er in die chir­ur­gi­sche Abtei­lung über­wiesen, wo er sich einer schwie­rigen Opera­tion unterzog. Er kam dann in die Onko­logie, wo er eine Chemo­the­rapie erhielt. Gleich­zeitig wurde er an die Abtei­lung für Genetik über­wiesen, um auf ein erbli­ches Krebs­ri­siko getestet zu werden.

So lernte Bohumil mehrere Kran­ken­häuser kennen. Er ging durch sieben Stationen, sah Dutzende von Ärzten und Krankenschwestern.

Und jetzt Mr. Jaroslav. Er hatte das Glück, von seinem Haus­arzt an eine spezia­li­sierte Krebs­klinik über­wiesen zu werden. Diagnos­ti­sche oder endo­sko­pi­sche, bild­ge­bende und gene­ti­sche Unter­su­chungen fanden auf einer Etage statt. Bestrah­lung in einem anderen, Opera­tion in einem anderen und Chemo­the­rapie in einem anderen. Jeder Schritt in seiner Behand­lung wurde von demselben Team bespro­chen, mit Experten aus allen Diszi­plinen. Da er in einem großen Zentrum behan­delt wurde, in dem auch geforscht wird, boten die Ärzte ihm die Teil­nahme an einer klini­schen Studie an, die ihm eine neue, hoch­mo­derne biolo­gi­sche Behand­lung ermög­lichte, die viel­ver­spre­chende Ergeb­nisse für diesen Tumor zeigt, aber erst in 5 Jahren in die allge­meine Praxis kommen wird.

Wenn Sie sich, Gott bewahre, in der glei­chen Situa­tion wie diese beiden Herren befinden würden, wären Sie dann lieber Bohumil oder Jaroslav? Natür­lich Jaroslav. Und jeder hat diese groß­ar­tige, konzen­trierte Rund­um­ver­sor­gung verdient.

Leider haben wir das einzige Zentrum, das es anbieten kann. Es ist das Masaryk-Krebs­in­stitut in Brünn, wo die beiden wunder­baren Kran­ken­schwes­tern Petra und Míša arbeiten.

Es ist eine große Schande, dass wir ein solches Zentrum in der Tsche­chi­schen Repu­blik nicht haben. Nicht einmal unsere Haupt­stadt hat eine. Deshalb haben wir es zu einem wich­tigen Punkt in unserem Natio­nalen Krebs­plan gemacht. Das neue tsche­chi­sche Krebs­in­stitut in Prag wird unser Flagg­schiff sein. Ein modernes Schau­fenster der tsche­chi­schen Onko­logie und der tsche­chi­schen Medizin.

TSCHECHISCHES KREBSINSTITUT

Wie wird es aussehen? Stellen Sie sich ein Gebäude mit schöner moderner Archi­tektur vor, wie das Peter MacCallum Cancer Centre in Melbourne, Austra­lien, oder das M. D. Anderson Cancer Center in Houston, Texas.

Ein moderner, luftiger Komplex. Viel Licht. Nied­rig­ener­gie­haus. Grünfläche.

Und darin ein Kran­ken­haus, das sich ganz der Onko­logie widmet. Nicht nur die Behand­lung von Krebs­pa­ti­enten, sondern auch die Betreuung von geheilten Pati­enten und sogar von gesunden Menschen, die wegen eines verdäch­tigen Befundes spezi­elle Unter­su­chungen benö­tigen, wegen eines erhöhten Krebs­ri­sikos über­wacht werden oder einfach nur Ratschläge wünschen.

In diesem Gebäude, in diesem Kran­ken­haus, dreht sich alles um den Kunden.

Es ist kein Patient, der auf verschie­denen Stationen herum­geht und verschie­dene Arten von Behand­lung erhält. Die Spezia­listen sind auf ihn fokus­siert. Wo habe ich das schon einmal gesehen? ☺

Der Patient hat eine Adresse, zu der er kommt und um die er sich komplett kümmern kann. Sie machen unten alle diagnos­ti­schen Tests, nehmen Blut ab, schi­cken ihn zu den rich­tigen bild­ge­benden Unter­su­chungen wie Ultra­schall, CT, MRI, Röntgen, Mammo­gra­phie oder PET. In der ersten Etage der Tages­klinik stehen alle endo­sko­pi­schen Unter­su­chungen zur Verfü­gung, Magen, Darm, Lunge, Blase und gynä­ko­lo­gi­sche Organe. Wenn eine Unter­su­chung nicht ausreicht, bucht der Patient in einem Monat nicht erneut, sondern geht nach nebenan.

ALLES AN EINEM ORT

In einem Gebäude durch­läuft der Patient die gesamte Behand­lung, egal wie komplex sie auch sein mag. Im Unter­ge­schoss befinden sich die Bestrah­lungs­ge­räte für die Strah­len­the­rapie, im zweiten Stock die Opera­ti­ons­säle, in denen Teams aus Chir­urgen, Gynä­ko­logen, Urologen, Gefäß­chir­urgen und Anäs­the­sisten alle Arten von Tumoren operieren. Die Chemo­the­rapie wird im obersten Stock­werk des Gebäudes verab­reicht, mit Glas­wänden und dem besten Blick auf Prag. So kann jeder Patient seine Privat­sphäre haben und seine Ange­hö­rigen bei sich haben.

Dieses Arran­ge­ment ermög­licht es, dass ein Patient während der gesamten Behand­lung, die in der Onko­logie oft über Jahre hinweg andauert, vom glei­chen Ärzte- und Pfle­ge­team begleitet wird, um gemeinsam die best­mög­liche Versor­gung für jeden Pati­enten zu beraten.

Im zweiten Teil des Gebäudes werden dieje­nigen betreut, die sich nicht in Krebs­be­hand­lung befinden. Dies sind gesunde Personen oder Pati­enten, die eine Behand­lung abge­schlossen haben. Sie gehen in die Ambu­lanz für regel­mä­ßige Kontroll­un­ter­su­chungen und in die Abtei­lung, die sich dem Scree­ning widmet, d. h. der Suche nach frühen Stadien der Krank­heit bei gesunden Menschen. Außerdem gibt es eine Ambu­lanz für erbliche Risiken, in die Menschen mit einer ange­bo­renen Veran­la­gung für Krebs gehen. Außerdem gibt es Psycho­logen, Psych­iater, Ernäh­rungs­be­rater, Sexologen, Physio­the­ra­peuten und Kran­ken­gym­nasten. Alles mit dem Fokus auf Krebs­vor­sorge. Es gibt eine Klinik für repro­duk­tive Gesund­heit, die sich um Pati­enten kümmert, die in jungen Jahren krank werden, eine Klinik für Raucher­ent­wöh­nung, eine Klinik für Haut­pflege und eine Klinik für gesunden Lebens­stil. Es gibt auch ein Zentrum, in dem erfah­rene Pati­enten dieje­nigen beraten, die anfangen, mit der Krank­heit zu kämpfen.

Das ist aber noch nicht alles. Da sich hier die Krebs­ver­sor­gung und die Pati­enten konzen­trieren, beinhaltet das Gebäude auch ein Zentrum zur Prüfung neuer Medi­ka­mente. In diesem Zentrum sorgt ein Team von Koor­di­na­toren und Mana­gern dafür, dass immer so viele Studien wie möglich offen sind, um neue Medi­ka­mente zu testen. Dank ihnen wird die Behand­lung in der Onko­logie, und nicht nur in der Onko­logie, immer besser. Die Studien sollen jedem Pati­enten mit einer schweren Krebsart oder einem schweren Krebs­sta­dium den Zugang zu modernen Behand­lungen ermög­li­chen. Behand­lungen, die viel­ver­spre­chende Ergeb­nisse haben und die erst in vielen Jahren in die Main­stream-Praxis eingehen werden.

Eine Etage des Gebäudes dient als Konfe­renz­zen­trum. Es wird für Konsul­ta­tionen von Exper­ten­teams, natio­nale und inter­na­tio­nale Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tungen für Ärzte und Pfle­ge­per­sonal sowie für Treffen von Pati­en­ten­or­ga­ni­sa­tionen und Pati­en­ten­auf­klä­rung genutzt.

Der letzte Teil des Gebäudes bleibt für Pati­enten geschlossen. Es beher­bergt Labore, in denen Blut und Tumor­ge­webe unter­sucht werden, und Bereiche, in denen geforscht wird, um die Krebs­ver­sor­gung konti­nu­ier­lich zu verbessern.

Das, meine Damen und Herren, ist also unser Natio­naler Krebs­plan. Wir werden bis zur Hälfte der 70.000 Fälle verhin­dern, die jedes Jahr im Land auftreten.

Und ich möchte dieses Kapitel beenden, indem ich einem bril­lanten Unter­nehmer Tribut zolle, Peter Kellner, vor dem ich großen Respekt habe und dessen Firma SOTIO erstaun­liche Krebs­for­schung betreibt. PPF hat rund zehn Milli­arden Kronen in sie inves­tiert. Ich glaube, dass die Medi­ka­mente, die SOTIO entwi­ckelt, bald Menschen auf der ganzen Welt helfen werden. Sie sind mit ihrer Forschung sehr weit fort­ge­schritten, ihr Krebs­me­di­ka­ment Inter­leukin-15 befindet sich bereits in Phase zwei und zum ersten Mal in der Firmen­ge­schichte werden sie vier Programme gleich­zeitig in klini­schen Studien haben. Drücken Sie die Daumen.

MIT IHNEN

Inter­na­tio­nale Senio­ren­spiele in Olomouc. Ich habe viel­leicht vierzig Rentner geküsst. Und es war groß­artig. Der jüngste dort war 60 Jahre alt. Das war eher eine jüngere Kate­gorie, denn ich bin auch auf fitte Sportler 80+ gestoßen. Respekt.

Wenn man das sieht, hat man wirk­lich keine Ausrede mehr, keinen Sport zu treiben. Diese Menschen waren oft in besserer Verfas­sung als Genera­tionen von Enkeln, die mit dem Rücken über ein Tablet gekauert haben.

Nichts, zu unserer Zeit war das natür­lich alles besser. Und es liegt sicher nicht daran, dass wir jung waren ☺.

REVOLUTION IM TSCHECHISCHEN GESUNDHEITSWESEN

Ich habe die Mädchen im Büro um Minztee gebeten. Es gefällt mir sehr gut. Und bin für eine Weile von meinem Schreib­tisch, an dem ich zu viel Zeit verbringe, auf einen etwas beque­meren Stuhl im Wohn­zimmer umge­zogen. Ich denke einen Moment lang darüber nach, wohin ich mir wünsche, dass sich unser Gesund­heits­system bewegt.

Sicher, unser Gesund­heits­system ist groß­artig, eines der besten der Welt. Super hohe Qualität, mensch­lich und vor allem für jeden zugäng­lich. Frei. Aber was würde ich mir wünschen, wenn ich es mir selbst ausdenken könnte?

Ein Tag. Ein Tag.

Ich habe eine Zeit lang versucht, das zu spüren, weil es gerade viel Gerede um mich herum gibt, aber dann habe ich gemerkt, dass ich in der Natur viel besser aufge­hoben bin als in einem Bürojob. Am Samstag bin ich mit unserer Ella in den Park gegangen.

Als ich ging, schwirrten mir sofort all die Geschichten im Kopf herum, die ich in der ganzen Zeit, in der ich in der Politik tätig war, von Ihnen gehört habe.

Geschichten aus Warte­zim­mern, Arzt­praxen, Kran­ken­häu­sern, Opera­ti­ons­sälen und Apotheken. Geschichten von Kran­ken­schwes­tern und Ärzten. Kran­ken­haus-CEOs. Pati­enten. Freunde, geliebte Menschen. Und alle, die mir geschrieben haben. Und meine eigenen Geschichten.

Ich bin mit Ella spazieren gegangen und habe mich gefragt: Was ist die Gesund­heits­ver­sor­gung der Zukunft? Und was soll es für alle sein?

Versu­chen Sie, sich einen solchen Tag für Ihre Gesund­heit vorzu­stellen. Einmal im Jahr.

Es ist Science-Fiction, ich weiß. Ich habe es gerade Adam Vojtech gezeigt und er sagt, es sei fast utopisch. Aber er sagt auch, dass es ein schöner Traum ist. Und wissen Sie was? Ich denke, große Visionen sehen am Anfang immer wie Utopien aus. Zum Beispiel hatte Micro­soft früher den Slogan „Ein Computer für jeden Schreib­tisch“. Und schauen Sie auf heute.

Okay, hier ist, was ich mir gedacht habe. Wovon ich träume, wenn ich zufällig mit Ella spazieren gehe.

Wie, eines Tages…

TRAUM-GESUNDHEITSPFLEGE

Sie sehen einen Arzt an einem von Ihnen gewählten Termin. Bequem von zu Hause aus per Internet oder Video­anruf. Was auch immer Sie bevor­zugen. Wer reden will, wird reden. Wer in der mobilen App klicken will, kann klicken. Aber das Wich­tigste ist, dass Sie das Datum wählen. Sie wählen das Datum. Nicht, dass sie es Ihnen zuweisen würden. Einfach an einem Tag, der für Sie passt. Weil Sie als Bürger mit Ihren Steuern dafür bezahlen.

Sie befinden sich in der schönen Umge­bung eines Top-Kran­ken­hauses und haben einen ganzen Tag lang aufein­an­der­fol­gende Konsul­ta­tionen und Unter­su­chungen mit den besten Experten des Landes auf jedem einzelnen Gebiet, de facto medi­zi­ni­sche Konsile, maßge­schnei­dert für Sie, maßge­schnei­derte Behand­lung, maßge­schnei­derte Medikamente.

Einige der Experten sind online vernetzt, andere sind physisch anwe­send, und das Wich­tigste: Sie sind bereits auf dem neuesten Stand. Sie kennen Sie, also verbrau­chen sie nicht Ihre Zeit, für die Sie als Bürger bezahlen, indem sie nur Ihre Berichte studieren oder etwas auf ihrem Computer ankli­cken. Ganz und gar nicht. Sie hören Ihnen zu, Sie haben ihre volle Aufmerksamkeit.

Sie müssen sich keine Notizen machen, weil die KI das für sie über­nimmt. Sie hören einem einfach zu, und man spürt, dass sie einem Aufmerk­sam­keit schenken. Bereits mit detail­lierten Kennt­nissen über Ihre Ergebnisse.

In der Zwischen­zeit kümmert man sich um Sie, es gibt Komfort, ein Restau­rant mit Service, gutes Essen, idea­ler­weise gesund. Toller Kaffee, es sei denn, Sie haben Probleme mit hohem Blut­druck. Und das ist für alle Bürger unseres Landes verfügbar.

Sie können daraus Ihren indi­vi­du­ellen Behand­lungs­plan, Ihren Lebens­stil und viel­leicht auch einige ange­passte Medi­ka­mente erhalten. Ich würde dort einen Moment innehalten.

EINE FÜLLE VON PILLEN

Viele von uns haben ältere Eltern und wir wissen sehr gut, wie viele verschie­dene Pillen sie einnehmen. Eine Menge Pillen. Jeden Tag Pillen und sie müssen daran denken, sie regel­mäßig zu nehmen. Fünfmal am Tag. Eine Menge Pillen. Ein Kollege rannte kürz­lich aus einem Meeting, weil er einen Anruf von seiner Mutter bekam, die ihm mitteilte, dass sein 90-jähriger Vater am Abend zuvor verse­hent­lich seine Morgen­ta­bletten genommen hatte.

Ich habe mich gefragt, ob irgend­je­mand bei der Einnahme dieser Schiene irgend­welche Neben­wir­kungen hat? Und ist es notwendig, so viele von ihnen und so viele Arten zu nehmen?

Adam Vojtech antwortet mir:

Wir haben die Medi­ka­men­ten­akte des Pati­enten als Erwei­te­rung des elek­tro­ni­schen Rezepts geför­dert, bei der nun tatsäch­lich Daten zwischen Ärzten und Apothe­kern darüber ausge­tauscht werden, welche Medi­ka­mente dem Pati­enten von verschie­denen Ärzten verschrieben wurden. So kann der Arzt uner­wünschte Wirkungen einschätzen oder vor mögli­chen Wech­sel­wir­kungen warnen, wenn der Patient mehrere Medi­ka­mente gleich­zeitig einnimmt. Wir wollen, dass der Medi­ka­ti­ons­da­ten­satz so weit wie möglich genutzt und zusätz­lich mit künst­li­cher Intel­li­genz ange­rei­chert wird, die anhand der Medi­ka­ti­ons­daten selbst die Risiken für einen bestimmten Pati­enten bewertet.

(lacht) Okay. Jetzt möchten wir die Medi­ka­mente anpassen. Einmal, höchs­tens zweimal am Tag, eine präzise Medi­ka­tion, die alles hat, was der Körper braucht. Einschließ­lich Vitaminen und Nahrungs­er­gän­zungs­mit­teln. Zink. Vitamin D. Alles in opti­malen Mengen, abge­stimmt auf die jewei­lige Person, ihr Alter, ihre Kran­ken­ge­schichte und ihren Zustand.

Natür­lich gibt es dafür jetzt nicht genug Kapa­zität, nicht genug Leute. Aber ich glaube, eines Tages wird es soweit sein. Und wieder Adam Vojtěch. Ich rufe ihn gerade an, weil er der Minister ist, der am meisten im tsche­chi­schen Gesund­heits­system verän­dert hat. Ich frage ihn, wo wir jetzt sind und was wir jetzt tun können.

Während ich ihm zuhöre, denke ich mir, dass das Gesund­heits­mi­nis­te­rium von dem Wort Gesund­heit kommt. Es sollte also in erster Linie ein Dienst an der Gesund­heit sein, nicht an der Krankheit.

Ich denke, das Wich­tigste ist, gesund zu bleiben. Um nicht krank zu werden. Sicher, das sollte das Haupt­ziel des tsche­chi­schen Gesund­heits­sys­tems sein. Wie unsere Ärzte sagen, um Krank­heiten vorzu­beugen. Wenn Sie den rich­tigen Lebens­stil, die rich­tigen Ess- und Trink­ge­wohn­heiten haben und sich nicht risi­ko­reich verhalten, dann müssen Sie sich im Krank­heits­fall nicht mit Krank­heiten auseinandersetzen.

Und das kann nur eines bedeuten. Achten Sie auf sich selbst.

Ich weiß, dieses Wort, das ich gleich schreiben werde, ist lang­weilig. Lästig, so obligatorisch.

PRÄVENTION

Aber wir haben keinen besseren, also lehnen Sie sich zurück und lesen Sie dies. Sie müssen.

Die Menschen werden regel­mäßig zu Vorsor­ge­un­ter­su­chungen gehen. Weil sie es wollen, nicht weil sie es müssen. Weil Vorsor­ge­un­ter­su­chungen Spaß machen. Ich möchte, dass sie das Gefühl haben, einen Kaffee bei Star­bucks zu kaufen. Meine Kollegen haben es manchmal und tragen es den ganzen Morgen mit sich herum. Es gibt ihnen Freude und ein schönes Gefühl für ein paar Stunden. Oder wie bei Frauen, die zum Friseur gehen. Wir müssen an diesem Gefühl arbeiten.

Regel­mä­ßige Vorsor­ge­un­ter­su­chungen sind die Basis von allem. Stellen Sie sich jedoch vor, dass die meisten Menschen, viel­leicht sogar 70 %, keinen Nutzen daraus ziehen, obwohl sie einen gesetz­li­chen Anspruch darauf haben. Ganz und gar nicht. Wir Erwach­senen sollten uns ein Beispiel an unseren Kindern nehmen, oder besser gesagt an ihren Müttern.

WAS IST DAMIT?

Dann erstellen Sie viel­leicht ein nettes, auto­ma­ti­siertes System, mit dem Sie jeden per SMS, E‑Mail oder einem netten Brief von der Kran­ken­kasse zu Vorsor­ge­un­ter­su­chungen einladen. Kampagne. Spots. Und wenn eine Person die vorge­schrie­benen Vorsor­ge­un­ter­su­chungen ordnungs­gemäß absol­viert, erhält sie einen finan­zi­ellen oder Sachleistungsbonus.

Sich um die Gesund­heit zu kümmern, ist nicht nur Aufgabe des Gesund­heits­sys­tems, sondern aller Menschen. Deshalb wollen wir allen Menschen zugute kommen, die sich richtig um ihre Gesund­heit kümmern und die Anwei­sungen ihres Arztes befolgen.

Sicher, wir hatten ein schreck­li­ches Jahr mit Covid. Auch wenn wir Covid lösen können, gibt es immer noch ein zentrales Problem in der tsche­chi­schen Gesell­schaft und im tsche­chi­schen Gesund­heits­wesen, und das sind nicht über­trag­bare chro­ni­sche Krank­heiten wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen und Fett­lei­big­keit, von denen bis zu 20 % der Erwach­senen und 30 % der Kinder betroffen sind. Die Zahlen sind während der Covid-Pandemie noch weiter gestiegen.

Diese Krank­heiten belasten natür­lich unser Gesund­heits­system. Das Geld, das wir für ihre Behand­lung ausgeben, könnte andern­falls für eine bessere Qualität der Gesund­heits­ver­sor­gung ausge­geben werden, zum Beispiel für schwer­kranke Kinder. Sie stehen in direktem Zusam­men­hang mit dem Lebens­stil und der Einhal­tung eines Behand­lungs­plans, so dass ein Patient, wenn er bereits erkrankt ist, mit einer chro­ni­schen Krank­heit funk­tio­nieren kann und die sich verschlim­mernden und oft tödli­chen Kompli­ka­tionen vermeidet, die wir alle kennen, über die wir aber nicht gerne lesen. Zum Beispiel bei Diabe­ti­kern, Ampu­ta­tion von Glied­maßen, Nieren­ver­sagen, Erblindung.

DIABETICI

Bei Diabetes würde ich für einen Moment inne­halten. Ich fühle mich dazu verpflichtet, weil es einen von zehn Tsche­chen betrifft.

Ja, ich habe es auch nicht geglaubt, aber es wird geschätzt, dass heute über eine Million Menschen in diesem Land Diabetes haben.

Diabetes ist eine absolut notwen­dige chro­ni­sche Erkran­kung und eine enorme Belas­tung für das Gesund­heits­system. Und doch ist es ganz „einfach“. Die meisten Diabe­tiker haben einen Typ-2-Diabetes, der vor allem auf eine falsche Lebens­weise zurück­zu­führen ist. Fett­lei­big­keit, Bewe­gungs­mangel, schlechte Ernäh­rung, über­mä­ßiger Alko­hol­konsum. Die Haupt­gründe, warum es uns mit Diabetes so schlecht geht.

Darüber hinaus arbeitet das Gesund­heits­mi­nis­te­rium aber auch schon daran, dass die aktu­ellen Diabe­tiker nicht nur von einem Spezia­listen, sondern auch von ihrem Haus­arzt die neueste Behand­lung ange­boten bekommen. Moderne orale Anti­bio­tika, zum Beispiel.

Neue Tech­no­lo­gien sind auch für Diabe­tiker eine große Hilfe. Moderne Insu­lin­pumpen, Blut­zu­cker­mess­ge­räte, heut­zu­tage sogar mit Smart­phones verbunden. Das Gerät sammelt also nicht nur Daten, sondern kann auch auto­ma­tisch beur­teilen, ob etwas nicht in Ordnung ist. Das alles ist heut­zu­tage ganz normal. Gott sei Dank.

TIPP:

Da kommt mir der Gedanke, dass wir allen Diabe­ti­kern, die eines wollen, ein kosten­loses intel­li­gentes Armband schenken sollten, das von einem Haus­arzt fern­über­wacht werden kann.

MENSCHEN MOTIVIEREN

Deshalb müssen wir, und ich spreche jetzt von der Präven­tion aller Krank­heiten, einen Anreiz schaffen, viel­leicht in Form eines Bonus, wenn der Versi­cherte sich daran hält. Dieser Bonus würde am Ende des Jahres an einen Pati­enten vergeben werden, der alles einge­halten hat, was der Arzt im Rahmen des Behand­lungs­plans verordnet hat, und sich sein Gesund­heits­zu­stand nicht verschlech­tert hat. Es nennt sich Disease-Manage­ment-Programm, und ich will es.

VERTRAUEN UND ZUHÖREN

Früher war es durchaus üblich, dass jede Familie einen Haus­arzt hatte. Er oder sie kannte die gesamte Fami­li­en­ge­schichte, oft über mehrere Genera­tionen hinweg. Er kannte nicht nur die Wehweh­chen des Körpers, sondern auch die Seele eines jeden seiner Pati­enten, und so fiel es ihm leichter, die rich­tige Behand­lung einzu­richten, vor allem aber Krank­heiten recht­zeitig zu verhin­dern. Die Menschen fühlten sich wirk­lich umsorgt, und dieses Gefühl möchten wir gerne zurück­geben. Indem der Arzt ihnen zuhört.

Dem Pati­enten das Gefühl zu geben, dass er voll und ganz einge­bunden ist und ihm zuge­hört wird. Dies schafft Vertrauen zwischen Arzt und Patient, was sich signi­fi­kant positiv auf die Mitar­beit des Pati­enten bei der Einrich­tung der Behand­lung und seine Bereit­schaft zur Compli­ance auswirkt. Deshalb ist die Digi­ta­li­sie­rung jeder Ambu­lanz und der Abbau von Büro­kratie so wichtig. Das spart dem Arzt viel Zeit, die er dem Pati­enten widmen kann.

WIR WOLLEN MEHR ÄRZTE

Wir brau­chen mehr Ärzte. Und noch viel mehr. Und deshalb will ich Gehälter für sie, wie sie in Deutsch­land haben. Und wenn ich nach der Wahl Premier­mi­nister bin, glauben Sie mir, ich werde es durch­setzen. Genauso wie ich mich für wesent­lich höhere Renten und Lehrer­ge­hälter einge­setzt habe. Weil ich es verspro­chen habe.

Ich war der erste Premier­mi­nister, der sich dafür inter­es­sierte, warum wir einen Mangel an Ärzten haben. Ich habe mich mit den Leitern der medi­zi­ni­schen Schulen getroffen und von ihnen erfahren, dass selbst wenn Bewerber für ein Medi­zin­stu­dium die Aufnah­me­prü­fungen ablegen, viele von ihnen nicht aufge­nommen werden, weil es keine Lehrer gibt. Ich ließ sofort einen Plan für die medi­zi­ni­schen Fakul­täten erstellen und wir begannen, 7 Milli­arden über 11 Jahre einzu­pumpen. In der Folge konnten die Fakul­täten beginnen, ihre Kapa­zi­täten zu erhöhen, und mancher­orts stieg die Zahl der Medi­zin­stu­denten im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent. Darüber hinaus haben wir die Zahl der Assis­tenz­arzt­stellen für Ärzte, die nach dem Studium ins Kran­ken­haus kommen, unter­stützt und erhöht. Damit unter­stützen wir eine Erhö­hung der Zahl der Ärzte in den Fach­ge­bieten, in denen der größte Mangel herrscht.

Die Gehälter im Gesund­heits­sektor wachsen von allen Wirt­schafts­seg­menten am schnellsten. Bei den Durch­schnitts­löhnen haben die Gehälter der Ärzte und Kran­ken­schwes­tern in unserem Land im inter­na­tio­nalen Vergleich den EU-Durch­schnitt erreicht. Endlich! Ich bin sehr froh darüber, Ärzte und Kran­ken­schwes­tern sollten schon lange solche Gehälter haben. Und das Wachstum wird sicher­lich weitergehen.

Und noch eine tolle Sache. Das sind zwar Zahlen aus der Zeit vor dem Covid, aber sie zeigen dennoch, welch große Verän­de­rung statt­ge­funden hat. Die HIS-Analyse besagt, dass die Kran­ken­schwes­tern nicht mehr weglaufen. Ich meine nicht nur über die Grenze, sondern einfach zu anderen Arbeits­plätzen. Die Situa­tion beginnt sich also endlich zu stabi­li­sieren. In der akut­sta­tio­nären Versor­gung beispiels­weise stiegen die Nurse Prac­ti­tioner-Stunden im vergan­genen Jahr um 5 Prozent gegen­über dem Vorjahr. Darüber hinaus steigt die Zahl der Ärzte stetig an. Diese Zahlen zeigen, dass das, worauf wir 2017 gedrängt haben, zu greifen beginnt – wir haben die Ausbil­dung sowohl für Ärzte als auch für Pfle­ge­kräfte ange­passt und vereinfacht.

Wir wissen, dass die Arbeit von Ärzten und Kran­ken­schwes­tern gerade jetzt, in Zeiten der Kovi­dität, äußerst anspruchs­voll ist, und wir müssen alles tun, damit sie im tsche­chi­schen Gesund­heits­system bleiben, einschließ­lich der psycho­so­zialen Unter­stüt­zung, die schritt­weise entwi­ckelt wird.

DATEN ZUR QUALITÄT DER VERSORGUNG. LASSEN SIE UNS WISSEN

Die Pflege sollte nicht nur zugäng­lich, sondern auch von hoher Qualität sein. Daten zur Qualität der Pflege müssen gesam­melt und analy­siert und auch veröf­fent­licht werden, damit ein Vergleich zwischen den Anbie­tern möglich ist. Jeder Vergleich führt zu Wett­be­werb und dem Drang, besser zu sein, und das kommt dem Pati­enten zugute. Gleich­zeitig müssen die Kran­ken­ver­si­cherer aber eine höhere Qualität bei der Erstat­tung der Leis­tungen berück­sich­tigen. Höhere Kosten­er­stat­tung für hoch­wer­ti­gere Pflege.

Die Primär­ver­sor­gung, insbe­son­dere Haus- und Zahn­ärzte, wird nicht nur in großen Zentren, sondern auch in abge­le­genen und Grenz­re­gionen verfügbar sein. Jeder Bürger muss einen Allge­mein­me­di­ziner, Zahn­arzt oder Gynä­ko­logen haben, den er gut kennt und der für ihn erreichbar ist.

Deshalb haben wir ein Programm ins Leben gerufen, um neue Haus- und Zahn­arzt­praxen an den Orten zu unter­stützen, an denen sie am meisten fehlen. Bis jetzt haben wir 76 Zuschüsse im Wert von 27 Mio. CZK an Allge­mein­me­di­ziner und 38 Zuschüsse im Wert von 47 Mio. CZK an Zahn­ärzte vergeben.

Kurz gesagt, die Primär­ver­sor­gung muss die am besten zugäng­liche von allen sein, damit die Pati­enten nicht mit jedem Problem unnötig ins Kran­ken­haus gehen müssen. Sie muss so viele Gesund­heits­dienste wie möglich konzentrieren.

Und dazu fügt Adam hinzu:

Als erster Minister habe ich begonnen, mich auf die Primär­ver­sor­gung in einer ange­mes­senen und konzep­tio­nellen Weise zu konzen­trieren. Ich habe eine Reform auf den Weg gebracht, die die Rolle des Arztes in der Pati­en­ten­ver­sor­gung stärkt. Er wird mehr Kompe­tenzen haben, er wird eine brei­tere Palette von Medi­ka­menten verschreiben, er wird eine besser ausge­stat­tete Praxis haben. Er wird behan­deln, nicht nur Über­wei­sungen ausstellen. Der Allge­mein­me­di­ziner wird zur ersten und wich­tigsten Person für den Pati­enten und über­weist ihn bei komple­xeren Problemen an andere Spezialisten.

Die Versor­gung wird nicht nur in der gesamten Tsche­chi­schen Repu­blik verfügbar sein, sondern auch auf glei­chem Niveau. Es ist klar, dass die Qualität der Versor­gung für den Pati­enten in Prag und in den Regionen die gleiche sein muss. Dem muss eine Erstat­tung durch die Versi­che­rungen gegen­über­stehen, d.h. eine Anglei­chung der Erstat­tungen für die gleiche Versor­gung inner­halb der tsche­chi­schen Kran­ken­häuser. Es ist endlich soweit. Wir haben das lang verspro­chene DRG-Klas­si­fi­ka­ti­ons­system erreicht. Wenn Sie es im Fern­sehen sehen, handelt es sich um eine diagno­se­be­zo­gene Gruppe, ein System zur Klas­si­fi­zie­rung von klini­schen Fällen in etwa 500 Gruppen, das sich bereits in diesem Jahr in der Erstat­tung niederschlägt.

GESUNDHEITSWESEN ELEKTRONISCH

Wenn es darum geht, ein „Patient“ zu werden, möchte ich absolut alle Infor­ma­tionen über meine Gesund­heit und meine Möglich­keiten haben, und ich möchte meine eigenen Entschei­dungen darüber treffen, welche Behand­lung ich erhalten möchte. Ärzte werden ihre Kran­ken­akten voll­ständig elek­tro­nisch führen. Einfa­cher Austausch mit den Leis­tungs­er­brin­gern, während sich der Patient durch das System bewegt. Gleich­zeitig kann der Patient bzw. sein Bevoll­mäch­tigter jeder­zeit seine Doku­men­ta­tion einsehen.

Wir alle wissen, dass es nicht ange­nehm ist, lange Stunden in Warte­zim­mern zu verbringen.

Ein elek­tro­ni­sches Bestell­system muss für alle Leis­tungs­er­bringer vorhanden sein. Der Patient kommt zu seinem Termin und muss nicht mehr warten. Warum? Weil es sich lohnt! Er hat einen Termin gemacht, er wird pünkt­lich gesehen werden. Er erhält vorher eine SMS-Benach­rich­ti­gung, die ihn auf seinen bevor­ste­henden Termin hinweist. Eine weitere Verbes­se­rung – Die Termin­an­frage geht auf das Handy, genau wie das eRecipe funk­tio­niert, einfach den QR-Code scannen und fertig.

Und natür­lich die Biome­trie. Finger­ab­druck oder Gesichts­ab­druck, so wie es Mobil­te­le­fone und Tablets von Apple und anderen Marken schon seit Jahren haben. Touch ID oder Face ID. Und keine Ablage. Nie wieder. Alle Daten sind vorhanden, Sie müssen sich nur noch anmelden. Endlich müssen Sie nicht mehr Ihren Namen, Ihre Adresse und Ihre Versi­che­rungs­ge­sell­schaft nennen. Können Sie sich das vorstellen? ☺

TRAUM MEDIZIN

Und wenn es wirk­lich hart auf hart kommt und der Arzt fest­stellt, dass das Leben des Pati­enten in Gefahr ist, müssen wir in der Lage sein, die neuesten und besten Medi­ka­mente für absolut jeden bereit­zu­stellen. Und damit meine ich nicht nur neue Arten von Medi­ka­menten, sondern auch Zell- und Genthe­rapie, Tissue Engi­nee­ring, Medi­ka­mente für seltene Krank­heiten, die alle für jeder­mann zugäng­lich sind. Wir nennen es „Traumm­edizin“.

Es gibt bereits wirk­same inno­va­tive Thera­pien für bisher unbe­han­del­bare Krank­heiten, und diese werden sich weiter ausbreiten, und darauf muss unser System, vor allem im Hinblick auf die Erstat­tung durch die gesetz­li­chen Kran­ken­kassen, vorbe­reitet sein.

Ich freue mich, dass der VZP den Ruf der Pati­enten gehört hat und das neue Medi­ka­ment Kaftrio für Muko­vis­zi­dose-Pati­enten erstatten wird. Es kann Menschen mit der seltenen Krank­heit erheb­lich von Symptomen helfen und auch das Leben verlän­gern. Ich unter­stütze das sehr.

Und deshalb haben wir eine Ände­rung des Gesetzes über die öffent­liche Kran­ken­ver­si­che­rung entworfen. Sie reagiert vor allem auf eine große Verän­de­rung im Bereich der Spit­zen­me­dizin, denn unsere Pati­enten müssen Zugang zu den modernsten und lebens­ret­tenden Behand­lungen haben. Zum ersten Mal in der Geschichte beziehen wir damit die Pati­enten in Entschei­dungen über die Erstat­tung von Medi­ka­menten ein.

Schon heute ist zum Beispiel die Genthe­rapie für Pati­enten mit spinaler Muskela­tro­phie abge­deckt. Sie erin­nern sich viel­leicht an die Fälle der drei kleinen Jungen. Maxik aus Ostrava, Oliver aus Sedlnice in der Region Novo­jičín und Adámek aus der Region Sokolov. Sie wären gestorben, hätte man ihnen nicht das Medi­ka­ment Zolgensma gegeben. Die Dosis für einen einzigen Pati­enten kostet über 50 Millionen Kronen, denn es ist das teuerste Medi­ka­ment der Welt. Wir haben die Erstat­tung durch die Kran­ken­kassen veranlasst.

Die Genthe­rapie wird nun auch zur Behand­lung von Krebs einge­setzt. Kürz­lich wurde damit an der Univer­si­täts­klinik in Brünn der erste Patient geheilt, dem eine Chemo­the­rapie zuvor nicht geholfen hatte. Die Genthe­rapie könnte bald auch zur Behand­lung chro­ni­scher Krank­heiten wie Hämo­philie oder Diabetes einge­setzt werden. Es ist buch­stäb­lich eine Revo­lu­tion, dank derer Ärzte Hundert­tau­sende von schwer­kranken Menschen in gesunde Menschen verwan­deln können. Ein Ende des stän­digen Stocherns in den Venen. Und Tissue Engi­nee­ring? Sie ersetzt geschä­digtes mensch­li­ches Gewebe durch künst­li­ches Gewebe, wie Herz­klappen oder Gelenke.

Nun zu einem weiteren wich­tigen Thema. Selbst­ver­sor­gung mit Medi­ka­menten und medi­zi­ni­schen Geräten. Es darf nie wieder der Fall sein, dass wir nicht genü­gend Schutz­aus­rüs­tung oder Medi­ka­mente für unsere Bürger haben. Niemals!

Und wie bin ich auf diese Idee gekommen? Einfach. Ein Drittel der welt­weiten Medi­ka­men­ten­pro­duk­tion kommt aus China, ein weiteres aus Indien und anderen Ländern. Dies stellt ein erheb­li­ches Sicher­heits­ri­siko dar und führt auch zu Engpässen bei der Verfüg­bar­keit von Medi­ka­menten. Das Gleiche gilt für medi­zi­ni­sche Geräte, wie wir im letzten Früh­jahr gesehen haben, als es einen Mangel an Schutz­aus­rüs­tung gab.

Es ist eine Frage des natio­nalen Inter­esses und der Sicher­heit, dass wir auf euro­päi­scher, aber auch auf tsche­chi­scher Ebene die maxi­male Selbst­ver­sor­gung mit Medi­ka­menten und medi­zi­ni­schen Hilfs­mit­teln fördern. Wir sollten kriti­sche Bestände der wich­tigsten Medi­ka­mente haben, damit unsere Pati­enten nicht durch Liefer­eng­pässe aus dem Ausland bedroht sind, und wir sollten auch eine eigene Produk­tion von Medi­ka­menten haben.

TELEMEDIZIN

Richtig. Fern­über­wa­chung von chro­ni­schen Pati­enten und smarte Apps zur Kommu­ni­ka­tion mit Ärzten. Wenn Sie an einer chro­ni­schen Krank­heit leiden, wissen Sie nur zu gut, wie unan­ge­nehm nicht nur die Krank­heit selbst ist, sondern auch der Gang zum Arzt und das Warten auf einen Termin. Ich möchte es den Leuten so einfach wie möglich machen. Und natür­lich müssen wir, um es zu erwei­tern und mehr davon zu nutzen, neue Gesetze erlassen. Wenn Sie mir Ihre Stimme geben, werde ich mein Bestes tun.

Im Univer­si­täts­kran­ken­haus Olomouc gibt es bereits ein Natio­nales Tele­me­dizin-Zentrum. Es fand sogar während der Pandemie großen Anklang, als Pati­enten auf der Inten­siv­sta­tion ihre Ange­hö­rigen wenigs­tens über ein Tablet sehen konnten. Wie Vera. Von ihrem Bett aus konnte sie mit ihrer Enkelin spre­chen, die in England schwanger war. Und im Januar 2020 haben wir ein weiteres tele­me­di­zi­ni­sches Zentrum am Univer­si­täts­kli­nikum Ostrava eröffnet.

Dies wird natür­lich beson­ders von Diabe­ti­kern, Pati­enten mit Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen, Erkran­kungen der Atem­wege und vielen anderen geschätzt. Mit Hilfe von intel­li­genten medi­zi­ni­schen Geräten werden sie in der Lage sein, ihre physio­lo­gi­schen Daten wie Gewicht, Blut­druck, Blut­zu­cker, Blut­sauer­stoff­ge­halt und Spiro­me­trie bequem zu Hause zu messen. Und senden diese Infor­ma­tionen regel­mäßig über das Internet an ihren behan­delnden Arzt. Er wertet die Daten aus, und wenn alles in Ordnung ist, bleibt der Patient zu Hause und muss nicht mehr zu Routi­ne­un­ter­su­chungen zum Arzt gehen.

Wir haben einige der besten Ärzte der Welt. Wenn sie ein weiteres Werk­zeug, künst­liche Intel­li­genz, bekommen, das ihnen hilft, ihre Diagnose noch genauer zu stellen und die am besten geeig­nete Behand­lung einzu­richten, werden sie die Besten der Welt sein. Unbedingt!

Wenn Sie ins Kran­ken­haus müssen, geht es Ihnen meis­tens gar nicht gut, viel­leicht haben Sie Angst. Es ist über­haupt nicht ange­nehm, die Sicher­heit des eigenen Zuhauses zu verlassen. Zumin­dest ist es das für mich. Und so verstehe ich. Ich möchte sicher­stellen, dass Sie sich im Kran­ken­haus so wohl wie möglich fühlen.

Und so inves­tieren wir massiv in medi­zi­ni­sche Gebäude, um sie auf den Stand des 21. Jahr­hun­derts zu bringen. Wir bauen hoch­wer­tige Einrich­tungen für das medi­zi­ni­sche Personal und für die Pati­enten. Wir bauen ein Netz­werk von 100 modernen Notauf­nahmen im ganzen Land auf, in Regional- und Kreis­städten, und wir nutzen die natio­nalen und euro­päi­schen Ressourcen optimal. Wir sind die Ersten, die eine Stra­tegie für Notfall­auf­nahmen entwi­ckelt haben.

Adam schließt sich mir wieder an:

Im ganzen Land haben wir das Netz der Notauf­nahmen so gestaltet, dass sie für alle Pati­enten mit einem akuten Gesund­heits­pro­blem so nah und leicht erreichbar wie möglich sind. Und wir inves­tieren in diese Notfall­auf­nahmen, damit sie auf dem neuesten Stand der Technik sind.

Eine moderne Notauf­nahme bedeutet, dass das Kran­ken­haus über ein System verfügt, um Pati­enten in diese Einrich­tung aufzu­nehmen und sie je nach Grad und Inten­sität ihrer Schwie­rig­keiten zu verteilen und zu verwalten. Der Patient wird nicht umher­wan­dern und etwas suchen.

Die Versor­gung von Akut­pa­ti­enten wird in allen Regionen 24 Stunden am Tag funk­tio­nieren. Jede Notauf­nahme beinhaltet einen medi­zi­ni­schen Notdienst. Wir müssen auch die chir­ur­gi­schen und inter­nis­ti­schen Abtei­lungen zentra­li­sieren und mit den Labors per Rohr­post für den schnellen Transfer von z. B. Blut­proben mit der Bild­ge­bung wie Magneten und CT-Scans verbinden, damit sie orga­ni­sa­to­risch aufein­ander aufbauen und der Patient nicht von einem Teil des Kran­ken­hauses zum anderen verlegt wird.

MENTALE GESUNDHEIT

Richtig. Eines der größten Themen heute. Jeder weiß, dass man nur mit einer gesunden und glück­li­chen Seele auch einen gesunden und ener­gie­ge­la­denen Körper haben kann. Deshalb muss die psychi­sche Gesund­heits­ver­sor­gung für jeden und überall zugäng­lich sein.

Auch im Zusam­men­hang mit Covid ist eine Zunahme von psychi­schen Erkran­kungen fest­zu­stellen. Heute werden sie als der Diabetes des 21. Jahr­hun­derts bezeichnet. Jeder vierte Mensch in der Tsche­chi­schen Repu­blik hat ein schwer­wie­gendes psychi­sches Gesund­heits­pro­blem. Natür­lich haben diese Menschen das Recht auf ein voll­wer­tiges Leben in der Gesell­schaft, sie sollten nicht in irgend­einer Weise ausge­grenzt werden. Und darauf muss die Pflege abge­stimmt sein. So zugäng­lich wie möglich und haupt­säch­lich auf Gemein­de­ebene bereit­ge­stellt. Unser Ziel ist es, ein Netz­werk von 100 gut funk­tio­nie­renden Zentren für psychi­sche Gesund­heit in der Tsche­chi­schen Repu­blik zu schaffen, die eine spezia­li­sierte Gesund­heits- und Sozi­al­ver­sor­gung anbieten. Nur so können Menschen mit psychi­schen Erkran­kungen ein normales Leben führen, eine Wohnung haben, arbeiten und die Bezie­hungen zu ihrer Familie und ihren Lieben aufrechterhalten.

MIT IHNEN

Ich werde jetzt eine Ausnahme machen. Sie alle kennen diese fantas­ti­sche Frau. Mehr Leute kennen sie als Babis. Und das will schon was heißen. Ich habe ihr 90 Rosen zu ihrem 90. Geburtstag geschenkt. Wir mussten uns in meinem Büro treffen, weil die Restau­rants geschlossen waren. Sonst hätte ich sie ins Paloma gebracht. Oder wo immer sie wollte. Und nicht nur ich. Jeder von Ihnen hätte sie über­allhin mitge­nommen, wo er konnte und durfte.

Jiřinka Bohdal. Ich war froh, den Nach­mittag mit ihr zu verbringen. Und um ihr endlich zu sagen, dass sie bei der Beer­di­gung von Karel Gott die bewe­gendste Trau­er­rede gehalten hat, die ich je gehört habe. Ich habe ihr so sehr gedankt und sie dafür bewun­dert, wie sie damit umge­gangen ist. Wissen Sie, es ist eine Sache, einen solchen Text zu schreiben, aber ich war von ihrer einzig­ar­tigen Darbie­tung über­wäl­tigt. Ich bin sicher, Sie haben es auf Ihre eigene Art und Weise gespürt. Ich bin sicher, dass es für Jiřinka zu einer solchen Zeit und an einem solchen Ort extrem schwierig gewesen sein muss. Und sie hat es mit solcher Anmut und Eleganz gehand­habt. Bewundernswert.

Jiřinka, danke, dass Sie mich wieder­sehen. Ich schätze Sie sehr.

WAS WIR BIS JETZT GETAN HABEN

So, jetzt möchte ich Ihnen erzählen, welche Ände­rungen wir im tsche­chi­schen Gesund­heits­system bereits vorge­nommen haben.

Zunächst zu den Gesetzen. Das wich­tigste ist natür­lich das eRezept, die erste Schwalbe der Digi­ta­li­sie­rung des tsche­chi­schen Gesund­heits­we­sens, dann die Gemein­same Pati­enten-Medi­ka­ti­ons­akte, die einen größeren Schutz der Pati­enten vor Fehl­kom­bi­na­tionen und doppeltem Gebrauch von Medi­ka­menten gebracht hat. Die Erstat­tung von medi­zi­ni­schem Cannabis durch die gesetz­li­chen Kran­ken­kassen ist wiederum eine große Erleich­te­rung für Pati­enten, die unter chro­ni­schen Schmerzen leiden. Die neue Gutschein­re­ge­lung für die Erstat­tung von Medi­zin­pro­dukten bedeutet, dass viel mehr Medi­zin­pro­dukte erfasst werden. Die euro­päi­sche Anti-Fälschungs-Verord­nung bringt mehr Schutz für Pati­enten vor gefälschten Medi­ka­menten. Eine Ände­rung des Kran­ken­kas­sen­wahl­ge­setzes macht die Zusam­men­set­zung von Vorständen und Aufsichts­räten wesent­lich trans­pa­renter und gerechter. Das Gesetz zur Entschä­di­gung von Impf­schäden bedeutet, dass der Staat Menschen entschä­digt, die einen Schaden an ihrer Gesund­heit oder an ihren Hinter­blie­benen erlitten haben. Die Novelle des Gesetzes zum Schutz der öffent­li­chen Gesund­heit hat den admi­nis­tra­tiven und wirt­schaft­li­chen Aufwand für Unter­nehmen redu­ziert und die Verpflich­tung zur Aufnahme geimpfter Kinder auf alle Vorschul­ein­rich­tungen ausgedehnt.

Wir haben dank der trans­pa­renten Verwal­tung der staat­li­chen Kran­ken­häuser enorme Summen einge­spart. Wir haben den gemein­samen Einkauf ausge­wählter Medi­ka­mente und medi­zi­ni­scher Hilfs­mittel, klare Regeln für Beschaf­fung und Schmier­gelder, trans­pa­rente Entschei­dungs­fin­dung beim Kauf teurer Geräte, die Samm­lung voll­stän­diger Quell­daten über Medi­ka­men­ten­käufe, Bench­mar­king von Kran­ken­häu­sern und ein regel­mä­ßiges System der Manage­ment­kon­trolle eingeführt.

Wir haben die gesetz­liche Kran­ken­ver­si­che­rung um 20 Milli­arden im Jahr 2020 und 50 Milli­arden im Jahr 2021 gestärkt. Die finan­zi­elle Unter­stüt­zung aus dem Staats­haus­halt trägt dazu bei, die Ausgaben für die Bekämp­fung von Covid zu decken und ermög­licht es uns, weiterhin eine bezahl­bare und quali­tativ hoch­wer­tige Gesund­heits­ver­sor­gung zu gewährleisten.

MASSIVE INVESTITION

Wir haben mit der Arbeit an 7 stra­te­gi­schen Inves­ti­tionen im Wert von 12 Mrd. CZK begonnen, um die staat­li­chen Kran­ken­häuser zu moder­ni­sieren, die das Rück­grat der spezia­li­sierten Gesund­heits­ver­sor­gung in der Tsche­chi­schen Repu­blik bilden.

Wir haben begonnen, die Hilfe für Menschen mit Autismus-Spek­trum-Störung syste­ma­tisch anzu­gehen, wir haben die Ausbil­dung von Gesund­heits­fach­kräften, die mit diesen Pati­enten in Kontakt sind, finan­ziell unter­stützt, wir haben die gesetz­li­chen Voraus­set­zungen für die Einfüh­rung der ange­wandten Verhal­tens­ana­lyse geschaffen, um Kindern mit Autismus zu helfen, und wir haben geholfen, spezi­elle Ausweise zu erstellen, um ihnen das Leben zu erleichtern.

Wir haben die Arbeit des tsche­chi­schen Pollen­dienstes finan­ziell unter­stützt und damit alle seine Arbeits­plätze im Land stabi­li­siert. Dieser Service ist mit anderen euro­päi­schen Ländern verbunden und dient allen Menschen mit Pollen­pro­blemen, auch inter­na­tio­nalen Besuchern.

Während der Covid-Pandemie haben wir ein System geschaffen und in kurzer Zeit einsatz­be­reit gemacht, das Intensiv- und ARO-Betten im ganzen Land per Soft­ware mit dem Emer­gency Health Service verknüpfte. Dadurch wurde eine Über­be­le­gung einzelner Inten­siv­sta­tionen verhin­dert, und Kran­ken­wagen mit Pati­enten wurden dorthin geleitet, wo freie Betten vorhanden waren. Das System wird von Ärzten, den regio­nalen ICU Care Coor­di­na­tors, verwaltet. Infor­ma­tionen online und in Echt­zeit über die Bele­gung der Betten in der gesamten Tsche­chi­schen Repu­blik zu haben, war sehr wichtig, um die verschie­denen Wellen der Pandemie zu bewäl­tigen. Es wird ein großer Vorteil sein, dieses System auch nach dem Ende der Pandemie zu nutzen.

Zum Schluss muss ich noch die berüch­tigte Kran­ken­haus­ver­pfle­gung erwähnen. Sie wissen schon, das UHO. Univer­selle braune Soße, schwarzer Tee und Bröt­chen. Ich denke, es ist klar, dass sich die Pati­enten dadurch nicht besser fühlen. Und so haben wir zum ersten Mal seit Jahren begonnen, die Art und Weise, wie Kran­ken­häuser essen, zu ändern. Das Essen ist abwechs­lungs­rei­cher und auf die Bedürf­nisse der Pati­enten abge­stimmt. Es geht langsam voran, aber wir versu­chen es.

Sie sehen also, es gibt keinen Mangel an Dingen, die wir für die Gesund­heit unserer Nation tun.

Es gibt viele Dinge, bei denen wir in der modernen Geschichte unseres Landes Pionier­ar­beit geleistet haben.

Bevor ich schließe, möchte ich allen danken, die in unserem Gesund­heits­system arbeiten. Für mich selbst und für alle, die sie betreuen. Für mich, für meine Ange­hö­rigen und für alle Bürger.

Mein tiefster Respekt an alle Kran­ken­schwes­tern, Ärzte und Sanitäter.

Danke!

MIT IHNEN

Ein weiteres Treffen. Eine junge Repor­ta­ge­fo­to­grafin, Fanda Majer, kam zu mir. Wir hatten ein tolles Gespräch über Fotos, er zeigte mir seine Arbeit. Bleiben Sie jetzt dran. Ich glaube, sein Foto hat mir am besten gefallen… von der Demons­tra­tion gegen mich. Und auch ein Foto vom 17. November 2018 aus Národní třída, wo er tolle Fotos von meinen großen Unter­stüt­ze­rinnen Frau Anya Geisler und Frau Martha Issa gemacht hat. Nun, ich konnte nicht anders, er ist wirk­lich gut ☺.

Ich bin so glück­lich, wenn ich die Begeis­te­rung junger Menschen für die Sache und die Durch­brüche wie den von Fanda sehe. Dann verbringe ich Tage damit, allen Leuten in meinem Alter zu sagen, dass die Jungen faul sind. Das sind sie nicht. Sie sind großartig.

Fanda, mach es gut!

NEW YORK UND PARIS

Manhattan, New York City.

Und La Défense, Paris.

Jedes Mal, wenn ich mich an einem Ort wie diesem befinde, hat das eine starke Wirkung auf mich. Nicht nur die Ehrfurcht davor, wie groß, monu­mental und modern das alles ist. Da ist etwas viel Tieferes.

Es ist, als ob ich die Idee spüren kann, mit der alles begann.

Die erste Idee.

Und den Mut, diese Idee in die Tat umzusetzen.

Die Stadt­räte von New York City bekamen es in den frühen 1900er Jahren. Sie dachten, alle Straßen in Manhattan wären perfekt recht­eckig, außer natür­lich dem berühmten Broadway. New York wäre eine Stadt wie aus dem Bilder­buch. Und gesund! Alle Häuser, die hier in Zukunft entstehen werden, folgen vorge­ge­benen Linien und bilden ordent­liche Blöcke. In der Mitte wird der Central Park liegen. Das war eine weitere radi­kale Idee, die vierzig Jahre später kam. Einen riesigen Park im Herzen der Stadt zu bauen, groß genug, um den ganzen Tag darin spazieren zu gehen, komplett mit eigenem See, Schloss, Spring­brunnen und Restau­rants mit Terrassen.

Diese beiden Ideen und der Mut, sie zu verwirk­li­chen, prägten den Geist von New York. Für immer. Sie machten sie zu einer der meist gefilmten und besuchten Städte der Welt. Eine Ikone. Bevor die Pandemie zuschlug, zog New York 14 Millionen Touristen pro Jahr an.

Eine andere Idee. La Défense. Es wuchs am Rande von Paris auf. Ein brand­neues Geschäfts­viertel für 180.000 Menschen, mit 72 riesigen Glas­ge­bäuden, 19 Wolken­krat­zern und einem Einkaufs­zen­trum mit 220 Geschäften, 48 Restau­rants und 24 Kinos. Sie kennen sein Wahr­zei­chen, den Großen Bogen des Archi­tekten Johan Otto von Spre­ckelsen, der weithin sichtbar ist. Jedes Jahr kommen 8 Millionen Touristen, um es und die ganze Umge­bung zu sehen. Sie inter­es­sieren sich nicht nur für Paris, wie sie es in roman­ti­schen Filmen gesehen haben, sondern wollen auch etwas Neues, Frisches und Revo­lu­tio­näres erleben.

SEIEN WIR NICHT BESCHEIDEN

Und ich frage, warum sollten wir beschei­dener denken als die Fran­zosen oder die Amerikaner?

Wir, die Nation von Jan Antonin Bata, der auf allen Konti­nenten seine Fabriken und ganze neue Stadt­teile baute und zum Beispiel in Frank­reich drei baute? Und was ist mit der Familie Havel? Sie grün­deten die AB-Film­fa­briken in Barrandov, bauten ein Wohn­viertel und das Sozi­al­ge­biet Barrandov-Terrasse. Sie bauten den Lucerna-Palast, einen der ersten Stahl­be­ton­bauten in Prag. Es waren alles revo­lu­tio­näre, moderne, gewagte Gebäude.

Wir sollten den Mut finden, etwas Neues, Schönes, Funk­tio­nales zu machen, das von den Menschen in der ganzen Welt bewun­dert wird. Ganz im Geiste von New York und Paris.

Wir haben bereits das male­ri­sche, roman­ti­sche Zentrum der Haupt­stadt. In der Tat ist es die schönste histo­ri­sche Stadt der Welt, und ich würde sie nicht für tausend Parises eintau­schen. Aber wir sollten noch etwas hinzu­fügen. in unmit­tel­barer Nähe der Metro, mit Attrak­tionen, die nicht in das 100-stöckige Zentrum von Prag passen.

Hier ist also eine Idee für Sie. Und dazu biete ich Ihnen meinen persön­li­chen Mut, diese Idee zum Leben zu erwecken.

Zuerst wo.

Sind Sie Prager Bürger? Viel­leicht wohnen Sie in der Nähe dieses Ortes, viel­leicht sind Sie nur daran vorbei­ge­fahren, viel­leicht haben Sie noch nie davon gehört. Dann werde ich es Ihnen beschreiben. Es gibt ein Feld. Und in diesem Feld steht ein Glas­kasten. Es ist ein U‑Bahn-Ausgang.

Warum fährt die U‑Bahn ins Feld? Hier wollte der ehema­lige Bürger­meister Pavel Bém das Olym­pia­sta­dion bauen. Dieje­nigen von Ihnen, die aus Prag kommen, haben es verstanden. Ja. Lassen Sieňany.

Anstatt dass der Bürger­meister die U‑Bahn in dicht besie­delte Viertel bringt, wo die Menschen wie auf ein Gnaden­ge­such hin auf die Linie D warten, kann man in Letňany die Treppe hoch­gehen und anfangen, Kartof­feln zu hacken. Das ist alles, was man dort tun kann.

Das ist Unsinn. Unbrauchbar. Aber ich hatte vor drei Jahren eine Idee, wie man das alles ändern kann. Dieser Ort hat das Poten­zial für etwas Großes. Ich habe nicht nur eine Vorstel­lung davon bekommen, was es sein würde, sondern ich wäre nicht ich, wenn ich nicht ausrechnen würde, wie viel es kosten würde und wie hoch der Return on Invest­ment für den tsche­chi­schen Steu­er­zahler sein würde. Aber das Rechnen kommt gleich.

Jetzt die Idee. Ich habe es vorerst „Regie­rungs­viertel“ genannt.

REGIERUNGSVIERTEL

Etwas, das sie in Oslo, Berlin oder Kopen­hagen bereits haben. Was soll das bedeuten? Hoch­mo­derne, effi­zi­ente Gebäude. Wegwei­sende Archi­tektur. Ein brand­neuer Stadt­teil, der das ganze Land bedient, aber auch Touristen und damit Kapital aus aller Welt anzieht.

Die Norweger nennen es Regje­ringskvar­talet. In ihrer Stadt Oslo reno­vieren sie ein bestehendes Regie­rungs­viertel, das in der Vergan­gen­heit durch einen Terror­an­schlag beschä­digt wurde, und erwei­tern es mit neuen modernen Büro­ge­bäuden auf mehr als 150.000 Quadrat­me­tern. Vier­zehn der 15 Minis­te­rien werden Mitar­beiter in diesem Komplex haben.

Schön und prächtig ist auch das Regie­rungs­viertel in Berlin. Das Kanz­leramt, die Glas­kuppel des Parla­ments, das unglaub­lich luftige und präch­tige Paul-Löbe-Haus und das Marie-Elisa­beth-Lüders-Haus an der Spree. Das sind die Regie­rungs­ge­bäude und die größten Touris­ten­at­trak­tionen, vor denen die Leute Schlange stehen, um sie zu sehen und zu fotografieren.

Letňany ist der einzige Ort in Prag, an dem wir die Möglich­keit haben, etwas Ähnli­ches zu bauen. Ein komplett neuer Stadt­teil, der von Grund auf neu durch­dacht und bis ins Detail gestaltet wird.

LETŇANY

Wie in Oslo, Berlin oder Kopen­hagen würden einige Minis­te­rien im Regie­rungs­viertel konzen­triert werden. Wahr­schein­lich nicht alle. In unserem Fall wären es vor allem staat­liche Einrich­tungen aus jetzt über­teu­erten Mieten oder über ganz Prag verstreut. Die Leute müssten nicht mehr durch die ganze Stadt rennen, um einzelne Büros zu finden, und versu­chen, im Zentrum zu parken. Das neue Regie­rungs­viertel liegt direkt an der U‑Bahn, aber auch in der Nähe der Auto­bahn D8 und des Stadt­rings für dieje­nigen, die mit dem Auto fahren. Es wird ein Ort sein, an dem man nicht nur arbeiten, sondern auch leben kann. Neben Büro­ge­bäuden werden wir also tausend neue Wohnungen, Spiel­gruppen, Kinder­gärten, Schulen, Restau­rants, Parks und Park­plätze bauen. Wo heute nur Roll­rasen und Mandeln sind, wird es richtig zu leben beginnen.

Das ist nicht nur mein Traum. Ich habe Experten aus ganz Europa nach Prag einge­laden und eine Konfe­renz orga­ni­siert, um Poli­ti­kern und Jour­na­listen zu zeigen, dass ähnliche Komplexe anderswo auf der Welt schon lange in Betrieb sind. Experten aus Norwegen, Däne­mark, Deutsch­land, Litauen und Estland kamen in den Liech­ten­stein-Palast und spra­chen über ihre Erfah­rungen bei der Planung, dem Bau und der Finan­zie­rung dieser Quartiere.

Sie erklärten auch die Gründe für ihre Entschei­dung, die Beamten an einen Ort zu verlegen. Die Norweger spra­chen über ein Quar­tier für 14 Minis­te­rien in Oslo, und die Deut­schen spra­chen darüber, wie sie nach und nach Beamte in ein Regie­rungs­viertel in Berlin verlegen, wo Sie das Bundes­kanz­leramt, den Bundesrat und die Bundes­mi­nis­te­rien alle an einem Ort finden können. Die Dänen haben in Kopen­hagen ein neues Viertel gebaut. Es ist funk­tio­naler, effi­zi­enter und einfach gene­rell moderner, als wenn sie in den alten Gebäuden geblieben wären. Die Litauer planen ihren Verwal­tungs­kom­plex. Sie werden 8 Dienst­stellen darin unter­bringen. Die Esten haben in Tallinn ein Minis­te­ri­al­haus für 5 Minis­te­rien gebaut.

Sie alle haben uns bestä­tigt, dass ein moderner Nied­rig­ener­gie­kom­plex eine sinn­volle Lösung ist. Das spart nicht nur Geld, sondern verbes­sert auch die Zugäng­lich­keit für die Bürger und macht die Arbeit der Beamten effi­zi­enter. Es wird auch eine Menge Syner­gien bringen, die in unserer öffent­li­chen Verwal­tung immer schwer zu finden sind.

Die Beamten werden in ener­gie­ef­fi­zi­enten Gebäuden sitzen, in offenen Räumen, in denen sie ihre Arbeits­plätze modular vergrö­ßern, verklei­nern und neu anordnen können, und in denen es viel Platz für Büros und Bespre­chungs­räume geben wird. Natür­lich wird es Park­plätze sowohl für Mitar­beiter als auch für Menschen geben, die kommen, um ihr Geschäft zu erle­digen. Ein normaler Mensch wird einfach hinein­gehen, ohne durch einen unan­ge­nehmen Türsteher in einem mehrere hundert Jahre alten Gebäude gehen zu müssen, wo man eher als eine Art Eindring­ling verpönt ist. Und man fühlt sich wirk­lich wie ein Fremder da drin. Und Sie zahlen für das Ganze. In den neuen Gebäuden werden Sie sich wohl­fühlen, Sie werden sich gerne darin aufhalten und einen guten Kaffee trinken.

PRAG STADTZENTRUM AN DIE BÜRGER VON PRAG

Und wissen Sie, warum wir ein Regie­rungs­viertel außer­halb des Stadt­zen­trums bauen wollen? Prag ist ein histo­ri­sches Wahr­zei­chen von unschätz­barem Wert, und jeder, der etwas Geschmack hat, weiß, dass Regie­rungs­büros in histo­ri­schen Stadt­kernen nichts zu suchen haben. Moderne, glas­ver­klei­dete Komplexe gehören außer­halb des Zentrums. So wie sie es in Paris mit La Défense getan haben.

In die Altstadt hingegen gehören die histo­ri­schen Gebäude, die heute die Minis­te­rien beher­bergen. Die Gebäude bleiben natür­lich erhalten, aber ohne die Beamten. Sehen Sie, in diesen schönen alten Palästen ist es für Beamte leicht, sich wie Könige zu fühlen, wie Herr­scher, wie jemand, der über uns, den Bürgern, den Wählern steht. Und doch sind sie Ihre Mitar­beiter, Sie bezahlen sie. Im neuen „Regie­rungs­viertel“ werden die Beamten zusammen sein. Gemeinsam arbeiten. Mitein­ander und mit Ihnen. So wie es sein soll.

Und die Paläste? Gale­rien, Ateliers für junge Künstler, Geschäfte, Wohnungen. Nehmen Sie das Minis­te­rium für regio­nale Entwick­lung, das sich jetzt direkt am Altstädter Ring befindet. Sie können dort nicht parken. Ich verstehe nicht, warum die Beamten, die sich mit den Anträgen für neue Kinder­gärten und Bürger­steige befassen, neben dem Cartier-Geschäft in der Paří­žská-Straße sitzen müssen. Wir werden ihnen einen geeig­ne­teren Arbeits­platz bauen und planen, den Palast, den sie jetzt bewohnen, als Museum oder Galerie für die Öffent­lich­keit zu öffnen.

Andere Gebäude, in die wir viel Geld für die Reno­vie­rung inves­tieren müssten, könnten verkauft werden, so dass zumin­dest einige von ihnen wieder ihrem ursprüng­li­chen Zweck zuge­führt würden. Für Gehäuse. Wir werden Prag helfen, den kriti­schen Mangel an Wohn­raum zu lösen.

FÜR WIE VIEL?

Und das bringt mich zum Geld. Am Anfang habe ich Ihnen eine Rendite für mein Projekt verspro­chen. Lassen Sie uns also zuerst eine kleine Berech­nung durch­führen. Sie werden sehen, dass das Geld für einen nagel­neuen, riesigen Regie­rungs­be­zirk in 5 Jahren wieder an unseren Staat zurück­fließen wird.

Klingt verrückt, oder? Das ist die Art von Rendite, von der Warren Buffett, der berühm­teste Investor der Welt, träumen würde. Aber mein Plan ist sehr real und in Reich­weite. Es würde uns allen, den Steu­er­zah­lern, eine enorme Menge an Geld sparen.

Ich bin dabei. Der Bau eines neuen Regie­rungs­vier­tels wird bei den derzei­tigen Preisen etwa 10 Milli­arden Dollar kosten. Wir gehen davon aus, dass wir 7,5 Milli­arden aus dem Verkauf der Gebäude erhalten würden. Damit bleiben 2,5 Milli­arden übrig, die aufzu­bringen sind. Wo? In einge­sparten Mieten, Betriebs­kosten und unnö­tigen Inves­ti­tionen in ener­gie­in­ten­sive Gebäude.

Stellen Sie sich vor, die schönen, aber ener­gie­in­ten­siven Paläste im Zentrum, in denen unsere Beamten sitzen, reichen für ihre Kapa­zität nicht aus, so dass der Staat weitere Büros von Privat­per­sonen anmieten muss. Allein in Prag gibt unser Staat dafür jedes Jahr rund eine halbe Milli­arde aus. Allein durch den Umzug von 10 000 der 38 000 Beamten, die in Prag sitzen, in ein neues Regie­rungs­viertel würden wir diese halbe Milli­arde pro Jahr einsparen.

Über fünf Jahre würden wir also 2,5 Milli­arden an Miete, Betrieb und Inves­ti­tionen in diese Gebäude sparen. Plus 7,5 Milli­arden für den Verkauf der Gebäude. 10 Milli­arden insge­samt. Wir haben unser Geld zurück­be­kommen. In fünf Jahren! Die Kosten für Bauar­beiten mögen steigen, aber auch die Verkaufs­preise von Immobilien.

Und ich habe noch nicht einmal die zusätz­li­chen Ausgaben gezählt, die wir durch den Umzug nach Letňany loswerden würden.

Nach Schät­zungen werden die histo­ri­schen Gebäude, in denen unsere Beamten jetzt unter­ge­bracht sind, in den nächsten zehn Jahren 13 Mrd. CZK an Betriebs- und Instand­hal­tungs­kosten verschlingen, und weitere 7 Mrd. CZK werden für Reno­vie­rungen benö­tigt. In Bezug auf die Kosten können sie einfach nicht mit den heutigen ener­gie­ef­fi­zi­enten Gebäuden konkur­rieren, die wir mit den modernsten Tech­no­lo­gien gebaut hätten.

Als wir dieses Buch in Druck gaben, hatte Prag bereits meinen vorge­schla­genen Ersatz abge­nickt. Für ein Feld in Letňany, das Gelände der Burg Veles­lavín. Die Stadt hatte großes Inter­esse daran, und es wurde für einen Start­preis von 382 Millionen verstei­gert. Der Staat kann in Zusam­men­ar­beit mit Prag endlich das Leben der Prager verbessern.

Es handelt sich um ein Projekt, das Bürgern, Unter­nehmen, Insti­tu­tionen und Bürger­meis­tern den Zugang zu den Ämtern erleich­tern und den Beamten die Arbeits­be­din­gungen verbes­sern soll. Wir werden alle Geld sparen.

Gleich­zeitig ist es eine einzig­ar­tige Gele­gen­heit, neue, hoch­wer­tige und frische Archi­tektur von Welt­be­deu­tung zu schaffen. Die erste seit der Revo­lu­tion. Sehen Sie, ich möchte, dass Prag nicht nur funk­tio­niert, sondern auch Welt­klasse-Kultur bietet, dass es Trends hervor­bringt, die die Aufmerk­sam­keit der ganzen Welt auf sich ziehen werden.

WER IST EIN BÜROKRAT, WER IST EIN POLITIKER UND WER IST EIN PIRAT

Kennen Sie den Unter­schied zwischen einem Beamten und einem Poli­tiker? Ein guter Beamter hält den Staat am Laufen, ist pflicht­be­wusst, macht seine Arbeit wie ange­wiesen. Ein guter Poli­tiker fügt dem Ganzen eine Vision hinzu. Er geht mit seiner Haut in das Spiel, um etwas Neues aufzu­bauen, also muss er nicht nur gewis­sen­haft, sondern auch mutig sein, und lassen Sie mich dieses Wort benutzen, origi­nell. Er muss etwas in sich haben, das er nicht von anderen kopiert, sondern das er für sich selbst vorbringen will.

Seine eigenen Ideen und seine eigene Energie. Das ist es, was Sie brau­chen, egal ob Sie Rats­mit­glied, Bürger­meister, Gouver­neur, Abge­ord­neter, Minister oder Premier­mi­nister sind.

Dieje­nigen, die den Wunsch und den Mut haben, etwas zu verbes­sern und aufzu­bauen, verdienen es, ihr Dorf, ihre Stadt, ihre Region oder ihren Staat zu führen. Wer nur pflegen will, muss hinter der Theke groß sein. Tradi­tio­nelle Poli­tiker verwech­seln diese Rollen oft.

Ich weiß etwas über das Bauen. Ich habe ein Unter­nehmen mit 35.000 Mitar­bei­tern aus dem Nichts aufge­baut, viele tradi­tio­nelle tsche­chi­sche Marken vor dem Bank­rott gerettet und sie zu modernen Unter­nehmen für das 21. So etwas kann man nicht machen, wenn es einem nur ums Geld geht. Man muss glück­lich sein, dass man etwas verbes­sert, etwas aufge­baut hat. Und man muss auch Vorstel­lungs­kraft haben, denn man arbeitet an etwas, das auch in Jahren noch nütz­lich sein wird.

Wir alle können den Willen, die Phan­tasie und den Mut der Poli­tiker sehen, die hier ein Vier­tel­jahr­hun­dert nach der Revo­lu­tion an der Reihe sind. Ich meine, das tun wir nicht. Wir haben seit dem Mittel­alter Burgen, Schlösser und Kathe­dralen. Theater und Falk­nerei aus der Zeit der öster­rei­chisch-unga­ri­schen Monar­chie und der Ersten Repu­blik. Kultur­zen­tren, Kongress­hallen, Stadien und Stau­dämme, die von den Kommu­nisten gebaut wurden. Und welche neuen und groß­ar­tigen Dinge wurden seit 1989 gebaut? Das tanzende Haus in Prag? Was noch?

Die Politik hat vergessen zu bauen. Einige von ihnen haben ihr gesamtes produk­tives Alter im Parla­ment verbracht und nicht einmal die „Hunde­hütte“ wurde verlassen. Sie haben diesen Satz viel­leicht schon von mir gehört, wenn ich wirk­lich wütend auf einen „Gesetz­geber“ bin. Und die jungen Leute, die ins Parla­ment kommen? Sie haben es nicht geschafft, in ihrem Alter noch etwas aufzu­bauen. Das ist klar, und ich mache ihnen keinen Vorwurf.

Es ist nur so, dass einige von ihnen den gegen­tei­ligen Wunsch haben. Abriss. Zum Zerstören. Danit. Zum Teilen. Autos teilen, Wohnungen teilen, unser Land teilen.

Sie wissen, auf welche Seite ich mich speziell beziehe.

MIT IHNEN

Ich bevor­zuge Leute, die tatsäch­lich etwas tun können. Mir ist gerade einge­fallen, dass ich Vertreter von 26 Gilden in die Regie­rung kommen ließ. Schorn­stein­feger, Stein­metze, Klempner, Schreiner, Schmiede, Stein­metze, Floristen, Bäcker, Kondi­toren, all die Leute, auf die wir nicht verzichten könnten, aber gleich­zeitig ist es manchmal ein hölli­sches Problem, sie zu finden, weil es immer weniger Hand­werker gibt.

Es war eine tolle Debatte, wir waren uns einig, dass wir Work­shops und Plots in Grund­schulen wieder einführen müssen. Das Hand­werk ist furchtbar wichtig. Das gilt heute umso mehr, wo jeder Zweite einen Hoch­schul­ab­schluss hat, aber nur wenige ihren Lebens­un­ter­halt mit ihren Händen verdienen können. Ich respek­tiere natür­lich Akade­miker, aber es gibt einige Schulen, bei denen ein Master-Abschluss nicht so viel Arbeit und Konzen­tra­tion erfor­dert wie das Erlernen eines guten Handwerks.

In 13 Jahren ist das Inter­esse an Berufen wie Pols­terer, Schreiner, Möbel­tischler um 80 Prozent gesunken. Wir müssen dem Hand­werk wieder mehr Pres­tige verleihen, nicht nur durch prak­ti­sche Ausbil­dung in den Grund­schulen, sondern auch durch die Einfüh­rung von Meis­ter­kursen, damit die Kunden wissen, dass sie einen echten Experten beauftragen.

Ein Meister!

Und da wir so viel Wert auf Titel legen, wäre es nicht schön, wenn der Meister einen Titel hätte, den er seinem Namen voran­stellen könnte? Ich denke, das ist ein Kinderspiel.

DAS WICHTIGSTE IST DER PLAN.

Im vorletzten Jahr feierten wir 100 Jahre seit der Grün­dung der Ersten Repu­blik. Und wir erin­nern uns immer noch daran. Wir bewun­dern es immer noch. Es war eines der fort­schritt­lichsten Länder der Welt, dank der Arbeit unserer Vorfahren. Neue Eisen­bahnen, neue Straßen, neue Flug­häfen, unsere tsche­chi­schen Flug­zeuge hoben ab. Welt­be­rühmte Fabriken. T. G. Masaryk, Jan Antonín Bata oder Antonín Švehla. Unser Land wurde von Persön­lich­keiten geführt, die eine klare Vision davon hatten, wie man einen Staat aufbaut.

Selbst als Geschäfts­mann sah ich, dass die damals amtie­rende Regie­rung keinen Plan für unser Land hatte. Das tat auch keine Regie­rung vor ihr. Auch die Minister selbst wussten nicht, was das Volk brauchte und was gebaut werden sollte. Sie haben sich nur mit ihrem einen Begriff beschäftigt.

Und so hatte ich eine Idee. Der Natio­nale Inves­ti­ti­ons­plan. Es wurde in meinem Kopf geboren, als ich vor 9 Jahren begann, alle Regionen, Städte und Dörfer zu bereisen. Ich hatte einen Moment. So nenne ich es, wenn mir eine Idee in den Kopf schießt. Und ich habe über den Plan in einem Buch geschrieben, das Sie viel­leicht damals gelesen haben, What I Dream About. Seitdem haben wir eine Wahl gewonnen und ich bin Premier­mi­nister geworden. Aber ich habe nie aufge­hört, durch das Land zu reisen und heraus­zu­finden, was die Menschen brau­chen. Wir haben 20.000 Projekte im Natio­nalen Inves­ti­ti­ons­plan gesta­pelt, die 8.000 Milli­arden Kronen kosten werden, und wenn alles gut geht, werden sie in den nächsten 30 Jahren gebaut.

So etwas hat es noch nie gegeben. Dieser Plan geht über jede Amts­zeit hinaus. Und das geht über mein eigenes Leben hinaus.

Alle Projekte in allen Bezirken sind darin enthalten. Es ist der Katalog, dem wir folgen. Sobald ein Projekt fertig ist, setzen wir Geld darauf und es ist im Bau. Kein Minister oder Premier­mi­nister wird sich damit heraus­reden können, dass er neu im Amt ist. Die Projekte sind klar defi­niert und es geht nur noch darum, sie weiter­zu­führen. Wie ich neulich im Fern­sehen sagte: Wenn ich Harry Potter wäre und einen Zauber­stab hätte, würde ich diese Projekte sofort in die Tat umsetzen. Wir würden sofort eine andere Schweiz werden. Aber ich bin kein Zauberer, also gehe ich den Weg, den ich schon als Kind gegangen bin. Tägliche Arbeit. Genau wie Masaryk sagte.

Wir haben den Natio­nalen Inves­ti­ti­ons­plan veröf­fent­licht und ihn am 16. Dezember 2019, zwei Jahre nach unserem Wahl­sieg, allen Bürgern zum Lesen gegeben. Es war brutale Arbeit. Und dazu gehören zum Beispiel diese Projekte, die jetzt im Gange sind. Und eine Menge anderer, die noch nicht das Licht der Welt erblickt haben.

DER STOLZ DER WELTMEDIZIN

Lassen Sie uns zuerst nach Krč gehen. Es gibt das IKEM, das Institut für Klini­sche und Expe­ri­men­telle Medizin. Eine Legende. Unser Stolz, und das nicht nur national. Es ist das dritt­größte Trans­plan­ta­ti­ons­zen­trum in Europa. Es rettet das Leben von Menschen, die neue Herzen, Lungen, Nieren, Lebern und Pankreas benö­tigen. Vor zwei Jahren haben wir eine der größten Inves­ti­tionen in das Gesund­heits­wesen des letzten Jahr­zehnts getä­tigt. Zwei nagel­neue Pavil­lons, darunter ein hoch­spe­zia­li­siertes Zentrum mit modernster Ausstat­tung, die insge­samt 1,05 Mrd. CZK kosten. 603,7 Millionen Kronen vom Gesundheitsministerium.

Es war höchste Zeit, die Sache anzu­gehen. Sie bekommen immer mehr Fälle bei IKEM. Im Jahr 2018 wurden hier 333 Organe trans­plan­tiert, ein Jahr später waren es bereits mehr als 500. Gleich­zeitig betreuen sie fast 5.000 Trans­plan­ta­ti­ons­pa­ti­enten. Die Leute kommen aus dem ganzen Land hierher. Es besteht die Notwen­dig­keit, die Kapa­zi­täten für Pati­enten zu erhöhen, die eine spezia­li­sierte Behand­lung für Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen, Stoff­wech­sel­stö­rungen oder eben Organ­trans­plan­ta­tionen benötigen.

Der Bau der neuen Pavil­lons hat bereits begonnen. Wir haben den Grund­stein gelegt und es soll 2023 fertig sein. Es wird eine neue gemein­same Notauf­nahme, eine ARO-Abtei­lung, kardio­lo­gi­sche, meta­bo­li­sche und angio­lo­gi­sche Inten­siv­sta­tionen geben. Die statio­näre Apotheke, die tech­ni­schen Einrich­tungen des Kran­ken­hauses werden eben­falls erwei­tert, 56 neue Betten werden geschaffen, 7 neue Etagen in einem Teil und 4 im anderen mit fast 15.000 Quadrat­me­tern neuer Fläche. Ich freue mich schon darauf. Nicht nur für die Pati­enten, sondern auch für die Mitar­beiter, die noch bessere Bedin­gungen und ein moder­neres Umfeld vorfinden werden.

AUFSTREBENDER ALBERTOV-CAMPUS

Die größten Projekte im Gesund­heits­wesen würden wir haben. Was ist mit Wissen­schaft und Bildung? Auch da haben wir große Ambi­tionen. Unsere Karls-Univer­sität ist ein natio­nales Symbol und ich möchte sie auf die nächste Stufe bringen. Wie? Die Antwort ist der Albertov-Campus und seine beiden Spit­zen­for­schungs­ein­rich­tungen, das Biozen­trum und das Globen­zen­trum. Ich habe sie im Detail mit Rektor Tomas Zima besprochen.

Das Biozen­trum. Mehr als 15.000 Quadrat­meter für Labore mit 810 Mitar­bei­tern und 405 Studenten. Eine hoch­mo­derne biome­di­zi­ni­sche Forschungs­ein­rich­tung zur Prüfung von Medi­ka­menten und Wirk­stoffen gegen Infektions‑, Stoff­wechsel- und Krebs­er­kran­kungen. Immu­nität, Genetik, Genomik und Bioin­for­matik, chemi­sche Synthese, Mate­ri­al­for­schung und Nano­tech­no­logie, Spek­tral- und Struk­tur­ma­te­ri­al­for­schung. Das sind die Bereiche, die im 21. Jahr­hun­dert brutal aufsteigen werden, und wir werden Einrich­tungen von Welt­klasse haben, in denen sich Experten aus all diesen Berei­chen treffen, forschen und Erfah­rungen austauschen.

Glob­centre. Hier sollen die Prozesse erforscht werden, die nicht im Körper, sondern in der Gesell­schaft ablaufen. Ein Zentrum für das Studium des globalen Wandels. Was hat es damit auf sich? Zum Beispiel Klima­wandel und atmo­sphä­ri­sche Prozesse, Dynamik natür­li­cher Prozesse und Land­schafts­ver­än­de­rungen, sozio­geo­gra­fi­sche und demo­gra­fi­sche Mani­fes­ta­tionen des globalen Wandels, soziale Epide­mio­logie, Geody­namik, Geochemie, Biogeo­chemie, Toxi­ko­logie, Ökosys­teme, Biodi­ver­sität und biolo­gi­sche Inva­sionen und Geoin­for­matik. Und weil es sich dabei um äußerst komplexe Prozesse handelt, bei denen alles mit allem zusam­men­hängt, müssen Wissen­schaftler aus den unter­schied­lichsten Berei­chen zusam­men­ar­beiten, um sie zu erfor­schen. Vor allem Geogra­phen, Geologen, Biologen und Mathematiker.

Dies ist ein absolut außer­ge­wöhn­li­cher Moment in der langen und illus­tren Geschichte der Karls­uni­ver­sität, eine einma­lige Gele­gen­heit in diesem Jahr­hun­dert. Das Biozen­trum und das Globen­zen­trum werden zur Heimat von Spit­zen­wis­sen­schaft­lern nicht nur aus der Tsche­chi­schen Repu­blik, sondern aus der ganzen Welt. Drei Haupt­fa­kul­täten werden betei­ligt sein. Die Fakultät für Natur­wis­sen­schaften, die Fakultät für Mathe­matik und Physik und die 1. medi­zi­ni­sche Fakultät. Es wird das erste große Gebäude der Karls-Univer­sität im Zentrum von Prag seit hundert Jahren sein.

Wir alle kennen Albertov als den Ort, an dem am 15. November 1939 der Trau­erzug für den von den Nazis ermor­deten Studenten Jan Opletal begann und an dem am 17. November 1989 die Studen­ten­de­mons­tra­tion gegen die Kommu­nisten begann. Albertov ist aber auch einer der größten Campus der Karls­uni­ver­sität, wo mehrere tausend Studenten und wissen­schaft­liche Mitar­beiter der Univer­sität studieren, forschen, Sport treiben und leben.

Es ist ein unglaub­lich groß­zü­giges Projekt, und ich weiß nicht, ob ich es in seiner vollen Pracht noch erleben werde. Aber ich komme damit zurecht. Wir bauen es für unsere Kinder und Enkel­kinder und die vielen Genera­tionen von Studenten und Gelehrten, die nach ihnen kommen werden.

MIT IHNEN

Und noch eine Erinnerung.

Wir waren in Israel zu einer großen Zere­monie am Jahrestag der Befreiung von Ausch­witz in der Gedenk­stätte Yad Vashem, wo sich ange­se­hene Staats­männer aus aller Welt versam­melten. Ich hatte die Ehre, tsche­chi­sche Frauen zu treffen, die den Holo­caust über­lebt haben. Frau Eva Morris, Frau Eva Gross­mann und Frau Chava Linden, die heim­lich in There­si­en­stadt geboren wurde, wo es verboten war, zu gebären.

Frau Eva Gross­mann erzählte, wie sie als kleines Mädchen den Krieg über­lebte und sich drei Jahre lang im Garten ihres Groß­va­ters in der Dvořák-Straße, in einem Schwei­ne­stall, in einem Garten­haus und an anderen Orten vor den Nazis versteckte. Es jagt einem Schauer über den Rücken. Sie erkennen, was das Leben wert ist. Man konnte bei allen drei Damen sehen, wie sehr sie das Leben genießen. Es war faszinierend.

WIR RETTEN DAS KULTURELLE ERBE

KARLSTEIN

7. März 2020: Ich stehe allein in der Kapelle des Heiligen Kreuzes im Großen Turm von Karlš­tejn. In Stille. Ich habe das Gefühl, ich höre Karl IV. selbst spre­chen. Das können Sie in Karlš­tejn tun. Für mich war es das erste und letzte Mal und ich werde es nie vergessen.

Ich gehe durch das ganze Schloss und bin erstaunt. Dies ist viel­leicht der stärkste Ort in meinem Leben, an dem ich stolz darauf bin, in unserem Land zu leben. Die Tsche­chi­sche Repu­blik. Karl IV. war zwei­fels­ohne der größte Tscheche, er wird es bleiben und nie über­troffen werden. Und es liegt an uns, sein Vermächtnis und Erbe zu bewahren und zu schützen. Und genau an diesem Tag begann der Wieder­aufbau von Karlštejn.

Karl IV. – Ohne ihn hätten wir weder die Prager Burg, den Veitsdom, die Karls­brücke, die gesamte Prager Neustadt mit 1500 Häusern, Dutzende von Kirchen und Klös­tern noch die Karls­uni­ver­sität. Die Hunger­mauer, die Menschen zur Arbeit bringt. Unsere natio­nale Iden­tität und unser Stolz stehen immer noch auf all dem, was er aufge­baut hat. Jedes Mal, wenn ein Staats­mann zu uns zu Besuch kommt, und es spielt keine Rolle, ob er aus einem Nach­bar­land oder aus Südkorea kommt, nehme ich ihn mit zum Fenster in Kramářs Villa und zeige ihm, wie schön unsere tsche­chi­sche Kultur ist und das Erbe, das unsere Vorfahren für uns aufge­baut haben. Sie sind alle hin und weg. Ameri­kaner, Inder, Koreaner. Alle von ihnen.

Und gerade die touris­ti­schen Einrich­tungen von Karlš­tejn, dieses ikoni­sche Natio­nal­denkmal, haben wir mit einem Aufwand von mehr als 150 Millionen Kronen reno­viert. Ich kalku­liere für Sie, was jetzt für die Leute im Schloss bereit­steht. Ein brand­neues, modernes Besu­cher­zen­trum. Eine neue Ausstel­lung, die den Ursprüngen der Burg und den vergan­genen Restau­rie­rungen gewidmet ist, sowie eine Ausstel­lung über die Geschichte des Wein­baus in Karlš­tejn. Unter dem Hof, in den neu entdeckten Räum­lich­keiten, wurde eine weitere Expo­si­tion plat­ziert, die den Stein­ele­menten gewidmet ist. In der Park­an­lage wurden die Nutz­gärten wieder­her­ge­stellt und neue Sani­tär­an­lagen gebaut. Auch das Unter­ge­schoss des Kaiser­pa­lastes wurde restau­riert, wo ein multi­funk­tio­naler Saal mit Einrich­tungen und einer Dauer­aus­stel­lung von Tisch­le­rei­ele­menten entstand. Auch die tech­ni­schen Anlagen und ein Teil der Versor­gungs­ein­rich­tungen des Schlosses wurden restau­riert. Ich bin sehr froh, dass wir zu dieser groß­ar­tigen Veran­stal­tung beitragen konnten.

NATIONALMUSEUM

Es ist der 17. November 2018 und ich stehe als einer der ersten Menschen im neu eröff­neten Natio­nal­mu­seum, das wir mit einem Aufwand von 1,8 Milli­arden CZK reno­viert haben und das wir jetzt einweihen. Einer der Höhe­punkte der Feier­lich­keiten zum 100-jährigen Bestehen der Tsche­cho­slo­wakei. Ich bin durch das ganze Gebäude gegangen und habe auf den Wenzels­platz hinun­ter­ge­schaut. Mit mir, Präsi­dent Miloš Zeman und allen Premier­mi­nis­tern und Präsi­denten der V4. Ich habe eine Rede an die Nation gehalten, die von einer Million Menschen im Fern­sehen verfolgt wurde. Während der Rede schaute ich einen Moment auf, betrach­tete die Kuppel des Pantheons und wurde von einem unglaub­lich starken Gefühl der Demut getroffen. Ein solches Gefühl habe ich nur wenige Male in meinem Leben erlebt, und gleich­zeitig war ich stolz darauf, zu denje­nigen zu gehören, die bei der Restau­rie­rung dieses groß­ar­tigen Gebäudes mitge­holfen haben.

Ich weiß, dass dies kein Geschichts­buch ist, aber ich möchte Ihnen einen kleinen Einblick geben, warum unser Natio­nal­mu­seum eine solche Sorg­falt verdient hat und warum wir uns entschieden haben, die 1,8 Milli­arden Kronen in es zu investieren.

Bereits 1818 verfasste eine Gruppe aufge­klärter Adliger eine Prokla­ma­tion zur Grün­dung eines Museums, aber erst Ende des 19. Jahr­hun­derts wurde dieser einzig­ar­tige Palast am oberen Ende des Wenzels­platzes errichtet, der zugleich eines der größten und bedeu­tendsten Gebäude in Prag ist. Nun stellen Sie sich vor, dass unser Natio­nal­mu­seum 120 Jahre lang nicht nennens­wert repa­riert wurde. Und es hat zwei mili­tä­ri­sche Angriffe erlebt. Im Jahr 1945 durch die Nazis und 1968 durch die russi­schen Inva­soren. Nach vielen Verzö­ge­rungen begann der Wieder­aufbau erst im April 2015.

Es war absolut kein Spaß. Das Gebäude befand sich in einem baufäl­ligen Zustand, so dass eine umfang­reiche Sanie­rung durch­ge­führt werden musste. Alle 495 großen Fenster und 233 Türen mussten restau­riert werden, 1300 Kilo­meter neue Kabel mussten verlegt werden, 6 neue Personen- und 6 Lasten­auf­züge mussten gebaut werden. Moderne tech­no­lo­gi­sche Systeme wurden hinzu­ge­fügt, beide Hallen wurden über­dacht und das histo­ri­sche Gebäude wurde durch einen unter­ir­di­schen Verbin­dungs­kor­ridor mit dem angren­zenden Neuen Natio­nal­mu­seum verbunden. Durch den Umbau wurde die Ausstel­lungs­fläche um fast ein Drittel erweitert.

Nun, da es sich um ein natio­nales Kultur­denkmal von unschätz­barem Wert handelt, taten die Restau­ra­toren, Schreiner, Stucka­teure und viele andere Fach­leute und Künstler ihr Bestes, um das Museum genau so aussehen zu lassen, wie es bei seiner Eröff­nung im Jahr 1891 aussah. Sie haben bewiesen, dass sie wahre Meister sind.

Die größte Verän­de­rung in der Ansicht ist natür­lich die Fassade, die jetzt viel heller ist, die ursprüng­liche bemalte Vergla­sung an der Decke über der Haupt­treppe, die zerstört wurde und viele Jahre lang durch einfache Glas- und Plexi­glas­scheiben ersetzt wurde, die Details des Pantheons und die Fahnen­stangen am Muse­ums­brunnen sind wieder aufge­taucht. Die Restau­rie­rungs­ar­beiten wurden natür­lich unter der sorg­fäl­tigen Aufsicht von Experten des National Heri­tage Insti­tute durchgeführt.

Die endgül­tige Rech­nung für den Umbau beträgt genau 1.795.334.935 CZK. Und es hat sich gelohnt. Sie werden von Ihrem Besuch im Museum eine erbau­liche Erfah­rung mitnehmen. Die Tatsache, dass sich das Gebäude in genau demselben Zustand befindet wie zu der Zeit, als unsere Vorfahren es eröff­neten, wird Sie mit seiner Atmo­sphäre in eine Zeit versetzen, in der die größten Köpfe und die größten Talente dieser Nation für unsere Iden­tität kämpften und all diese Mühe in einen absolut einzig­ar­tigen Ort inves­tierten, auf den wir Tsche­chen für immer stolz sein können. Die 30.000 Menschen, die in weniger als zwei Monaten in das reno­vierte Natio­nal­mu­seum kamen, um die Ausstel­lung „Sonnen­kö­nige“ zu sehen, werden das sicher­lich bestätigen.

Sie können es bis zum 30. September 2021 sehen, unsere Ägyp­to­logen haben es geschafft, es zu verlängern ☺.

DIE NEUE BÜHNE DES NATIONALTHEATERS

Als ich im März 2018 die Neue Bühne des Natio­nal­thea­ters besuchte, präsen­tierte mir ihr Direktor Jan Burian seine Pläne für eine spek­ta­ku­läre Reno­vie­rung. Wenn es fertig ist, werden wir Auffüh­rungen in einem brand­neuen Theater mit einem neuen Zuschau­er­raum und einer Bühne mit perfekter Akustik und moderner Technik sehen. Neben der hoch­wer­tigen Restau­rie­rung der denk­mal­ge­schützten Gebäude wird es moderne Thea­ter­tech­no­lo­gien geben, die inter­es­sante zeit­ge­nös­si­sche Insze­nie­rungen unter Betei­li­gung führender tsche­chi­scher und inter­na­tio­naler Künstler ermöglichen.

Es entsteht ein virtu­elles neues Theater, bei dem gleich­zeitig die ursprüng­liche bruta­lis­ti­sche Archi­tektur erhalten bleibt.

Darüber hinaus wird ein Saal für zeit­ge­nös­si­sches Theater hinzu­kommen. Es wird Platz für Drama, Oper und Laterna magika und Raum für genre­über­grei­fende und expe­ri­men­telle Projekte geben. Der Bau des neuen Ballett­saals und seiner Einrich­tungen im Komplex Anenské hat bereits begonnen. Das angren­zende Betriebs­ge­bäude, früher bekannt als Themos, wird ein neues intimes Studio und einen Proben­raum im Maßstab 1:1 beher­bergen, der der Größe der Bühne des histo­ri­schen Natio­nal­thea­ter­ge­bäudes entspricht, sowie einen brand­neuen Raum für die Ausbil­dung von Kindern, Jugend­li­chen und älteren Menschen.

Auch die Piazzetta des Natio­nal­thea­ters, der Václav-Havel-Platz, der das Dach der Tief­ga­rage bildet, wird reno­viert. Sein Stein­pflaster wird abge­baut, die darunter liegende Beton­kon­struk­tion entfernt und eine neue errichtet. Darauf wird dann wieder der ursprüng­liche Belag verlegt. Damit wird die Piazzetta einer brei­teren Nutzung für regel­mä­ßige öffent­liche Veran­stal­tungen unter freiem Himmel zugeführt.

Als der Direktor mir das alles vorstellte, sagte ich ihm damals, dass ich das Gleiche tun wollte, nur fragte ich mich, warum wir uns nicht schon längst damit beschäf­tigt hatten. Und ich habe noch größere Pläne. Ich würde gerne ein neues Theater auf der grünen Wiese bauen, wie das berühmte Sydney Opera House. Aber eins nach dem anderen. Im nächsten Jahr wird die Reno­vie­rung der Neuen Bühne beginnen. Und bis 2024 wird es fertig sein! Eine Inves­ti­tion von 700 Millionen Kronen. Oh, und noch etwas: Das Kultur­mi­nis­te­rium hat vor kurzem den Prozess einge­leitet, die Neue Bühne zum Denkmal zu erklären. Wie Sie sich denken können, bin ich voll dafür.

STAATSOPERA

Zurück zu dem, was bereits getan wurde. Im Januar 2020 haben wir die neu reno­vierte Staats­oper eröffnet. Es war auf den Tag genau 132 Jahre nach der Eröff­nung, damals noch ein neues deut­sches Theater. Ich wurde von meiner Frau Monika und meiner Tochter Vivien in die Oper begleitet. Ich erin­nere mich, dass wir einen sehr arbeits­rei­chen Tag hatten. Mittags haben wir mit dem Präsi­denten und seiner Familie in Lány zu Mittag gegessen, danach trafen wir uns mit unseren poli­ti­schen Kollegen, Freunden, aber vor allem mit dem unga­ri­schen Minis­ter­prä­si­denten Viktor Orbán im wunder­schönen Neo-Renais­sance-Gebäude des Opern­hauses. Ich habe mich sehr auf das Eröff­nungs­kon­zert gefreut, vor allem aber darauf, die Oper in ihrem neuen Glanz zu sehen.

Ich weiß, ich wieder­hole mich, aber ich bin schon wieder beein­druckt, wie geschickt unsere Leute sind. Mit der Über­ho­lung erhielt die Oper neue Bühnen­technik und moderne Probe­räume. Die Ballett‑, Orchester- und Chor­säle sowie die Räum­lich­keiten für die Darsteller wurden reno­viert. Neue Stühle wurden hinzu­ge­fügt und es gibt jetzt 1016 im Audi­to­rium. Jeder Sitz­platz ist mit einer Unter­ti­tel­an­lage ausge­stattet. Die Zuhörer können über einen Touch­screen die gewünschte Rede auswählen und die Anmer­kungen zur Auffüh­rung sowie das Programm einsehen.

Erstaun­lich ist auch die neue Dreh­scheibe, für die die Bauleute direkt unter dem Gebäude ein sechs­ein­halb Meter tiefes Loch in den Fels graben mussten. Er kann nicht nur rotieren, sondern sich auch über das Bühnen­ge­lände erheben und teil­weise kippen.

Der Vorhang ist eben­falls brandneu. Der künst­le­ri­sche Leiter der Produk­ti­ons­ab­tei­lung des Natio­nal­thea­ters, Martin Černý, und sein Team haben es zwei Jahre lang gemacht. Es ist eine Kopie des Origi­nal­vor­hangs des Malers Eduard Veith aus dem 19. Jahr­hun­dert, der 1945 verloren ging.

Neben dem Altbau aus dem Jahr 1888 wurde auch das angren­zende Betriebs­ge­bäude einschließ­lich der tech­ni­schen Anlagen, der unter­ir­di­schen Räume und des Umfeldes komplett saniert. Der gesamte Umbau kostete schließ­lich 1,3 Mrd. CZK und dauerte fast drei Jahre. Ich bin sehr glück­lich, dass es uns gelungen ist, eines der schönsten Opern­häuser Europas zu rekonstruieren.

NEGRELLI-VIADUKT

Das Negrelli-Viadukt in Prag ist ein großer Hit. Sie ist einzig­artig. Sie ist nach der Karls­brücke die zweit­äl­teste erhal­tene Brücke über die Moldau und verbindet den Bahnhof Masaryk über die Insel Štva­nice mit Bubny. Ich bin ziem­lich neidisch auf die Leute, die ab Juni 2020 damit fahren können. Sie können die ganze Stadt vom Zug aus sehen, wenn Sie über den Fluss fahren und direkt an den histo­ri­schen Häusern im Zentrum vorbei­kommen. Wir haben drei Jahre lang daran gear­beitet. Vor uns hat es 170 Jahre lang niemand angerührt.

Als wir uns an die Arbeit machten, gab es 100 Ziegel‑, Sand­stein- und Granit­ge­wölbe zu rekon­stru­ieren, von denen 19 komplett demon­tiert und wieder aufge­baut werden mussten. Unser Ziel war es, die Brücke nicht nur zu repa­rieren, sondern auch zu moder­ni­sieren, so dass die Züge mit 60 statt wie bisher mit 40 Stun­den­ki­lo­me­tern fahren können und dabei leiser sind, was alle Anwohner des Viadukts zu schätzen wissen werden.

Im Mai 2020 konnte ich eine Fahrt auf dem Viadukt in einem Zugwaggon machen und es war ein tolles Erlebnis. Es ist ein kultu­relles und tech­ni­sches Kleinod. Sie wurde zwischen 1845 und 1849 von 3.000 tsche­chi­schen, deut­schen und italie­ni­schen Arbei­tern erbaut und ist mit ihren 1.120 Metern Länge seit über einem halben Jahr­hun­dert konkur­renzlos in Europa. Bis 1910 war sie die längste Brücke Europas und heute ist sie die längste Eisen­bahn­brücke in Mitteleuropa.

Sein Wieder­aufbau war absolut entschei­dend. Millionen von Menschen pro Jahr werden viel bequemer reisen, und endlich wird unser Land eine Zugver­bin­dung zwischen seinem größten inter­na­tio­nalen Flug­hafen und dem Zentrum der Haupt­stadt haben.

PRAG-BUBNY

Jetzt, wo ich den Bahnhof Bubny erwähnt habe, kann ich das Monu­ment der Stille nicht vergessen. Es erin­nert an unsere jüdi­schen Mitbürger, die während des Krieges von dieser Stelle aus in den Tod geschickt wurden. Es waren Zehn­tau­sende von ihnen. Im Jahr 2015 wurde hier eine Statue des Tores ohne Wieder­kehr von dem großen Bild­hauer Ales Vesely enthüllt. Ich bin sicher, Sie kennen es zumin­dest von den Fotos. Gleise, die zum Himmel führen. Eine außer­or­dent­lich kraft­volle künst­le­ri­sche Darstel­lung der Tragödie. Der Anblick dieses Werkes lässt einen erschau­dern, Trau­rig­keit und Bedauern empfinden. Und so sollte es auch sein. Wir müssen uns daran erin­nern, was passiert ist. Deshalb unter­stützt unsere Regie­rung finan­ziell die Holo­caust-Erzie­hung und den Kampf gegen Anti­se­mi­tismus. Wir arbeiten auch mit der Gedenk­stätte Yad Vashem in Jeru­salem zusammen. Wir haben einen Zuschuss von 100 Millionen für 5 Jahre an den Holo­caust Victims Endow­ment Fund geneh­migt, der von der Fede­ra­tion of Jewish Commu­nities einge­richtet wurde.

Aber zurück zu den Trom­meln. Ich wurde einmal von Pavel Štingl, einem Filme­ma­cher, Doku­men­tar­filmer und Direktor des gemein­nüt­zigen Vereins Memo­rial to the Shoah in Prag, mit der Bitte ange­spro­chen, das Projekt Memo­rial of Silence zu unter­stützen. Wir waren uns beide einig, dass in Bubny ein moderner Raum mit einer Ausstel­lung und einem Kultur­zen­trum entstehen sollte, in dem sich die Menschen treffen und weiter­bilden können. Heute arbeiten wir bereits an einem Archi­tek­tur­plan und einem Szenario für eine Dauer­aus­stel­lung der zukünf­tigen Gedenk­stätte. Gleich­zeitig wird ein Plan für Ausstel­lungen und Veran­stal­tungen für die Öffent­lich­keit und ein Konzept für die Bildung entwi­ckelt. Ich werde solche Projekte immer unterstützen.

INVALID

Das einzig­ar­tige Barock­denkmal am Rande des Prager Stadt­teils Karlín war lange Zeit baufällig. Dabei gibt es auf der ganzen Welt nur zwei solcher Gebäude. Hier und in Paris. Inva­l­i­dovna hat eine unglaub­liche Atmo­sphäre im Inneren, die auch von Filme­ma­chern genutzt wird. Sogar Orlando Bloom aus Fluch der Karibik drehte hier! Aber es ist in einem schreck­li­chen Zustand, und die Über­schwem­mungen von 2002 haben ihren Tribut gefordert.

Um die Inva­l­i­dovna zu retten, haben wir sie zunächst in das Eigentum des National Heri­tage Insti­tute über­führt. Bevor wir mit den Vorbe­rei­tungen für die Rekon­struk­tion begannen und es schließ­lich schlossen, öffneten wir es eine Zeit lang für die Öffent­lich­keit. Jetzt arbeiten wir daran. Es ist die größte kultu­relle Veran­stal­tung, die vom Staat finan­ziert wird. Für 1,95 Mrd. CZK wird die Inva­l­i­dovna nicht nur komplett reno­viert, sondern es werden auch komplett neue mehr­stö­ckige Flügel gebaut. Die ursprüng­liche barocke Archi­tektur wird durch luftige, gläserne Paneele ergänzt, die der Umge­bung neuen Charme verleihen.

Wenn die Reno­vie­rung im Jahr 2027 abge­schlossen ist, werden wir neue Konzert­säle, neue Ausstellungs‑, Konfe­renz- und Bildungs­räume haben. Wir werden endlich eine neue Attrak­tion haben, die nicht nur Einhei­mi­sche, sondern auch Touristen aus der ganzen Welt anziehen wird, auch außer­halb des Zentrums von Prag. Es wird wunder­schön sein.

CISSARY SEEN

Lassen Sie uns nun von Prag aus weiter­ma­chen. Unser Land ist voll von Denk­mä­lern, die die gleiche Aufmerk­sam­keit verdienen wie das von Prag. Ich werde Ihnen von einem von ihnen erzählen.

Einer­seits ein archi­tek­to­ni­scher Stolz unseres Landes und das am besten erhal­tene Bauwerk seiner Art in Europa, aber gleich­zeitig von der Politik völlig vernach­läs­sigt und in hoff­nungs­losem Verfall. Das war die Situa­tion in den Kaiser­bä­dern, bevor ich in die Politik ging. Seit über 20 Jahren war von einer Reno­vie­rung die Rede, und niemand hatte etwas unter­nommen. Ich schätze, sie dachten, sie müssten es nicht, denn trotz ihres baufäl­ligen Zustands besuchten sie 20.000 Besu­cher pro Jahr. Und so ließ man sie weiter verfallen, ohne zu ahnen, dass diese in der Karls­bader Region versteckte Kultur­perle viele Besu­cher aus aller Welt anziehen könnte. Wenn nur jemand darauf achten würde.

Stellen Sie sich vor, wie lange es gedauert hat, die Dinge in Gang zu bringen. Im Jahr 2007 über­nahm die Region Karlovy Vary das Eigentum an dem Gebäude, das sich immer weiter verschlech­terte. Seitdem haben sieben Kultur­mi­nister es besucht und verspro­chen, etwas dagegen zu tun. Im Jahr 2013 lehnte das Finanz­mi­nis­te­rium den Antrag der Region auf 400 Millionen für den Wieder­aufbau ab. Nachdem ich das Amt des Finanz­mi­nis­ters über­nommen hatte, besuchte ich im Januar 2015 dieses einzig­ar­tige Denkmal und war begeis­tert davon. Später im Jahr habe ich 100 Millionen für den Wieder­aufbau frei­ge­geben. Aber lange Zeit passierte nichts, und erst mit der Ankunft unserer Gouver­neurin Jana Mrač­ková Vild­umetz im November 2016 und der Bürger­meis­terin Andrea Ferklová begannen die Dinge zu laufen.

Inner­halb weniger Monate war es möglich, alle Bedin­gungen der Natur­schützer zu erfüllen und die Finan­zie­rung zu sichern. Sie trugen 828 Millionen zusammen, 400 Millionen vom Staat, 328 Millionen von der Region und 100 Millionen von der Stadt, und der Wieder­aufbau begann. Der berühmte Zander-Saal wird für feier­liche Zwecke genutzt, in einer weiteren Multi­funk­ti­ons­halle finden Konzerte und Ausstel­lungen statt. Die ehema­ligen Bäder werden wieder ihren ursprüng­li­chen, d.h. thera­peu­ti­schen Zwecken zugeführt.

Ich war persön­lich bei der Eröff­nung der Rekon­struk­tion dabei. Es wird insge­samt 3 Jahre dauern und wir werden die Kaiser­thermen im Juni 2023 eröffnen. Ohne unsere Bewe­gung und vor allem ohne Frau Jana Mrač­ková Vild­umet­zová wäre das nie passiert.

Ich verstehe nicht, dass das niemand vor uns gemacht hat. Aber ich bin froh, dass viele Genera­tionen von unserer Arbeit profi­tieren werden und die Kaiser­thermen nicht nur für die Stadt und die Region, sondern für unser ganzes Land von Nutzen sein werden. Ich hoffe, dass Karlsbad dank der Kaiser­bäder in die Liste der von der UNESCO geschützten Kurorte aufge­nommen wird.

Die Restau­rie­rung des kultu­rellen Erbes war immer eine der Prio­ri­täten meiner Regie­rung. Unsere Kultur ist das Schau­fenster der Tsche­chi­schen Repu­blik und wie jeder weiß, zählt der erste Eindruck sehr viel. Deshalb haben wir uns auf die Rekon­struk­tion unserer Denk­mäler konzen­triert. Auch als Finanz­mi­nister habe ich die Denk­mäler außer­halb Prags nie vergessen. In There­si­en­stadt rekon­stru­ieren wir das Wieser-Haus, in Brünn das Janáček-Kultur­zen­trum. Wir haben mit der Rekon­struk­tion der staat­li­chen Schlösser in Telč und Uherčice begonnen. Und natür­lich das Hotel, das Sie alle berüch­tigt kennen.

HOTEL THERMAL

Ja, natür­lich. Ther­misch. Eine weitere Ikone von Karlovy Vary und unserem Land. Es ist untrennbar mit dem Inter­na­tio­nalen Film­fes­tival verbunden, das jedes Jahr die Aufmerk­sam­keit der ganzen Welt auf unser Land lenkt. Und genau wie die Kaiser­thermen und viele andere bedeu­tende Denk­mäler hatte auch das Hotel Thermal eine verwun­schene Geschichte, die wir zu lösen wussten.

Ein Datum gleich vorweg: Am 25. Juni 2021 haben wir das reno­vierte Hotel Thermal für Gäste geöffnet. Viele Menschen, nicht nur aus der Region Karlsbad, haben längst aufge­hört zu glauben, dass die Politik das Problem lösen kann. Nun, das haben wir. Aber das Wich­tigste zuerst.

Thermal gehört histo­risch gesehen zum Finanz­mi­nis­te­rium. Ich war der erste Finanz­mi­nister, der begonnen hat, sich syste­ma­tisch damit zu befassen. Ich spreche Alena Schiller meine Aner­ken­nung dafür aus, dass sie das, was ich begonnen habe, erfolg­reich zu Ende geführt hat. In die Moder­ni­sie­rung des Hotels Thermal haben wir 580 Mio. CZK investiert.

Die Leute fragen, warum der Staat über­haupt das Thermal Hotel besitzt. Warum haben wir es nicht verkauft? Nun, weil die Priva­ti­sie­rung geschei­tert ist. Es ist eine sehr selt­same Geschichte von der ODS-Regie­rung, aber ich werde versu­chen, sie Ihnen zu erklären. Das Hotel sollte bereits 1991 verkauft werden. Der dama­lige Höchst­bie­tende war ein Geschäfts­mann aus dem Libanon. Stellen Sie sich jedoch vor, dass er das Eigentum an dem Hotel im Grund­buch eintragen ließ, aber nie für das Hotel bezahlt hat und versucht hat, es an eine andere Firma zu verkaufen. Der zweite Bieter stieg ein und es folgte eine Runde von Rechts­strei­tig­keiten darüber, wem das Hotel eigent­lich gehörte. Die Ausein­an­der­set­zungen zogen sich über 26 Jahre hin. Erst 2017 hat der Oberste Gerichtshof in einer endgül­tigen Entschei­dung bestä­tigt, dass Thermal dem Staat gehört.

Wir verbanden das Hotel mit der Agentur Czech­Tou­rism, tsche­chi­schen Zentren und Botschaften im Ausland und begannen, den viel­ver­spre­chenden chine­si­schen Markt ins Visier zu nehmen. Wir haben deutsch­spra­chige Gäste, aber auch tsche­chi­sche Kunden hinzu­ge­wonnen, die Zahl der Kongress­ver­an­stal­tungen erhöht und die Einnahmen aus der Vermie­tung der Räum­lich­keiten stei­gern können. Wir halfen dem Hotel vor allem durch die Erhö­hung des Stamm­ka­pi­tals um 300 Millionen im Jahr 2016.

Wir haben die Zimmer, die Fassade und den Pool aufge­wertet. Wir haben 110 Millionen speziell in den Pool inves­tiert und weitere 30 Millionen werden vom Mieter, der ihn für 15 Jahre gepachtet hat, inves­tiert. Er wird dem Hotel eine Million pro Monat an Miete zahlen und sich auch an den Betriebs­kosten betei­ligen. Ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass wir den Pool 2015 aus Sicher­heits­gründen schließen mussten. Wir wollten die Gesund­heit der Menschen nicht gefährden. Außerdem verlor der Pool 7 Millionen Dollar pro Jahr. Wir haben es der Stadt ange­boten, aber sie wollten es nicht.

Wir eröffnen es im August. Es ist das einzige Freibad im Land mit Quellwasser.

Was das Aussehen der Räume angeht, sind wir mit Respekt vor der Geschichte heran­ge­gangen, deshalb haben wir uns mit den Denk­mal­schutz­be­hörden beraten. Wir wissen, dass das Thermal ein einzig­ar­tiges Erbe der bruta­lis­ti­schen Ära ist, und für die Einhei­mi­schen und alle, die jedes Jahr zum Film­fes­tival kommen, ist es eine Herzens­an­ge­le­gen­heit. Aber auf der anderen Seite mussten wir damit voran­kommen, um die Moder­ni­sie­rung abzu­schließen und gleich­zeitig den Verkehr während des Film­fes­ti­vals dadurch nicht zu gefährden. Und ganz nebenbei. Wir haben als erste Regie­rung in der Geschichte einen Beschluss gefasst, in dem wir das Inter­na­tio­nale Film­fes­tival Karlovy Vary als ein kultu­relles Ereignis von außer­ge­wöhn­li­cher Bedeu­tung bezeichnet haben, das wir unter­stützen werden.

PETRKOV

Es ist der 23. Juli 2020. Ich komme nach Petrkov. Ich gestehe, dass ich das erste Mal hier bin. Der bedeu­tende tsche­chi­sche Dichter und Grafiker Bohuslav Reynek wurde hier geboren, lebte und arbei­tete hier sein ganzes Leben lang, mit seiner Frau, der fran­zö­si­schen Dich­terin und Über­set­zerin Suzanne Renaud, und seinen Söhnen Daniel und Jiří Reynek.

Ich steige aus dem Auto, schaue auf das einstö­ckige Gebäude, das „das Schloss“ genannt wird, und frage mich in Gedanken, was an diesem Haus so beson­ders ist, dass es fast zu einem Wall­fahrtsort geworden ist. Über zwei­tau­send Menschen, darunter Künstler, Schrift­steller, Leiter von Kultur­ein­rich­tungen, Lehrer, Räuber, Arbeiter und Univer­si­täts­pro­fes­soren, unter­zeich­neten inner­halb weniger Tage die Peti­tion „Rettet Petrkow“. Viele andere Leute haben mir darüber geschrieben, ich höre prak­tisch an jeder Ecke davon.

Aber dann gehe ich durch das Haus vom Hof in den Garten und beginne zu verstehen. Die Luft riecht nach Regen und frühem Morgen und ich fühle mich wie in einer völlig anderen Welt. Eine Welt der atem­be­rau­benden Drucke von Mr. Reynek und der Gedichte seiner Frau Suzanne. „Es ist voll von seltenen Pflanzen, weil es ein beson­deres Mikro­klima ist. Und so finden Sie einige Pflanzen im Mittel­meer­raum und dann in unserem Garten. Sowohl mein Groß­vater als auch meine Groß­mutter waren dem Garten sehr zugetan, ließen sich Samen aus Frank­reich schi­cken oder brachten selbst Setz­linge mit“, erzählt Reyneks Enkelin Veronika.

Ich finde mich vor einem kleinen weißen Holz­pa­villon wieder, der versteckt am Rande des halb­wilden Gartens steht. Dort stehen noch die Holz­kojen, in denen meine Söhne Daník und Jiří lagen und ihr Vater Reynek ihnen Erbens Märchen vorlas. Oder er saß selbst dort, um etwas Ruhe zu haben und zu über­setzen. Ich beginne mehr und mehr zu verstehen.

Ich steige die breite Holz­treppe in den ersten Stock hinauf. In der Küche, in der sich jeden Tag am frühen Abend oft die ganze Familie mit Freunden versam­melte, um sich zu unter­halten, sagt Enkelin Vero­nika Reyn­ková: „Den Herd, an dem Bohuslav Reynek gerne die Teller zerkratzte, haben wir so gelassen, wie er in den 1960er Jahren war. Und hier, in der Wand, steht das Kreuz, das mein Groß­vater von seiner ersten Reise in die Bretagne mitbrachte, als er noch jung war. Hier hat er es in die Wand einge­lassen und es ist sein Leben lang hier geblieben.“

Wir gehen in den schönen „blauen Raum“, vorbei an der Origi­nal­presse für Drucke. Mein Vater Daniel hat ihm auch bei den größeren geholfen. Und im Zimmer nebenan, da hatte meine Groß­mutter ihr Refu­gium und schrieb im Alter schöne Gedichte, wenn sie von dort auf die Lampen und den Garten schaute“, sagt Veronika.

Dann geht es die unre­gel­mä­ßige Holz­treppe hinauf in das „geheim­nis­volle Reich“, den Dach­boden. Dies wird ein wunder­barer Raum sein! Hier werden die Studen­ten­work­shops und ‑studios sein, von denen Sie spra­chen, denke ich mir im Kopf und viel­leicht auch laut.

Und als ich zurück in den Hof voller Katzen gehe, die aus Herrn Reyneks Drucken und Gedichten heraus­ge­sprungen zu sein scheinen, und die reifenden Quitten rieche, wird mir alles klar. Die Pilger­fahrten zu diesem magi­schen Ort müssen weiter­gehen. Petrkov wird gerettet!

Der Kauf des Geländes der Burg Petrkov wurde von unserer Regie­rung für den 21. Dezember 2021 geneh­migt, was genau die Winter­son­nen­wende sein wird. Das Schloss wird der Gedenk­stätte für Natio­nal­li­te­ratur anver­traut und es wird hier ein tsche­chisch-fran­zö­si­sches Zentrum einge­richtet. Das Geld wird auch für den weiteren Betrieb, Repa­ra­turen und die Schaf­fung des notwen­digen Perso­nals für die erste Inbe­trieb­nahme des Zentrums verwendet. Hier trifft sich die nächste Genera­tion von Künst­lern, Schrift­stel­lern, Über­set­zern und Buch­ver­le­gern. Ich bin sehr froh, dass wir dem Schloss einen festen Platz im tsche­chi­schen Kultur­leben gegeben haben.

Mein Haupt­dank gilt Lucie Tučková, einer Schrift­stel­lerin und Expertin für die fran­zö­si­sche Dich­terin Suzanne Renaude und ihr Leben mit Bohuslav Reynek. Sie ist erstaun­lich. Ich bewun­dere ihre Energie, ihren Antrieb. Ohne sie hätte das Minis­te­rium für Kultur viel länger gebraucht.

DAS GEFÄNGNIS IN UHERSKÉ HRADIŠTĚ

Nun möchte ich Ihnen über einen Ort schreiben, der alles andere als poetisch ist. Im Jahr 2016 kam ich zum ersten Mal in das ehema­lige Gefängnis in Uherské Hradiště. Nirgendwo sonst ist das Gefängnis, in dem tota­li­täre Regime ihre Gegner liqui­dierten, in so authen­ti­scher Form zu sehen wie hier. Schä­bige und dunkle Gänge, kleine Zellen, schwa­ches Tages­licht, das durch schmale vergit­terte Fenster fällt. Und impro­vi­sierte Tafeln mit den grau­samen Geschichten der Gefan­genen. Es war eine erschre­ckende Erfah­rung und ich hatte Gänse­haut am ganzen Körper.

Alle Regie­rungen vor uns hatten den Anti­kom­mu­nismus im Munde, doch sie hatten diese Erin­ne­rung an die Schre­cken tota­li­tärer Regime in 30 Jahren völlig verküm­mern lassen. Nicht einmal die Stadt Uherské Hradiště tat etwas damit, obwohl sie es mehrere Jahre lang besaß. Nur mir ist es zu verdanken, dass dieses einzig­ar­tige Kultur­denkmal gerettet wurde. Ich initi­ierte die Über­gabe des Gefäng­nisses an das Amt für staat­liche Vertre­tung in Vermö­gens­an­ge­le­gen­heiten und wir konnten endlich mit den Vorbe­rei­tungen für den Wieder­aufbau beginnen. Später im selben Jahr sicherten wir eine Studie über die zukünf­tige Nutzung des ehema­ligen Gefäng­nisses und die Lage der verschie­denen staat­li­chen Einrich­tungen in der Stadt.

In Zusam­men­ar­beit mit dem Mähri­schen Museum bauen wir hier ein würdiges Museum des Tota­li­ta­rismus als Erin­ne­rung an die unrühm­liche Geschichte des Gefäng­nisses. Außerdem planen wir die Unter­brin­gung des Amts­ge­richts, der Staats­an­walt­schaft und der Bewäh­rungs- und Schlichtungsstelle.

Im Jahr 2019 hat das Finanz­mi­nis­te­rium einen Inves­ti­ti­ons­plan für die Rekon­struk­tion des Gefäng­nis­ge­ländes geneh­migt. Insge­samt 436 Millionen Kronen. Die Arbeiten zu seiner Rettung sind im Gange und laufen nach Plan. Wir haben den Schutt entfernt und das Gebäude zum ersten Mal in der Geschichte komplett statisch vermessen. Als nächstes stehen eine bautech­ni­sche und bauhis­to­ri­sche Unter­su­chung sowie eine archäo­lo­gi­sche Unter­su­chung an. Wir werden die Rekon­struk­tion im Jahr 2028 abschließen. Wir tun alles, um die Arbeiten so weit wie möglich zu beschleu­nigen, aber wir müssen alle Vorschriften einhalten. Schließ­lich ist es ein wich­tiges Kulturdenkmal.

Wissen Sie, ich wollte all den Hassern, die immer sagen, ich sei ein Ästhet, was ich nie war, zeigen, dass meine Vorgänger hier nie ein Museum des Tota­li­ta­rismus gebaut haben.

Also habe ich mich darum gekümmert.

BAŤ’S MEMORIAL

Dann gibt es die Momente aus unserer Vergan­gen­heit, an die wir uns mit Stolz erin­nern. Und mit einer solchen Erin­ne­rung möchte ich dieses Kapitel beenden. Es ist eine Herzensangelegenheit.

Das Tomáš-Bat’a-Denkmal steht in Zlín. Als ich es 2015 besuchte, war es in einem völlig verfal­lenen Zustand. Da Herr Tomáš Bat’a für mich eine geschäft­liche Ikone ist, versprach ich, auf der Stelle zu helfen und rief den dama­ligen Kultur­mi­nister Daniel Herman direkt an, um im Haus­halt des Finanz­mi­nis­te­riums Geld für die Repa­ratur des Denk­mals zu finden, was auch geschah.

In diesem Jahr haben wir 32 Millionen Kronen geschickt. Ohne sie hätte es nichts gegeben.

Und als ich kürz­lich in Zlín war, habe ich große Freude empfunden. Das repa­rierte Denkmal sieht wunder­schön aus. Der Glas­pa­villon, ein Juwel der funk­tio­na­lis­ti­schen Archi­tektur, wirkt sauber und monu­mental. So wie es 1933 war, als Tomas Bata es eröff­nete. Darin hängt ein Modell der F‑13 Junkers, in der Bata tragisch ums Leben kam.

Tomas Bata ist ein großes Vorbild für mich. Er war mutig und unglaub­lich fähig. Er sollte ein Vorbild für jeden Unter­nehmer sein. Und auch Poli­tiker sollten von seiner Groß­zü­gig­keit und seiner Fähig­keit, lang­fristig zu planen, lernen.

Ich kam von der Gedenk­stätte mit einer Tasche weg, die mit seinen Sprü­chen bedruckt war, nach denen ich lebe:

WOLLEN – WILL!

HEUTE, NICHT MORGEN!

WER AUF SICH SELBST VERTRAUT, KANN LEBEN!

ERSTER SEIN!

AUCH DAS BESTE KANN VERBESSERT WERDEN!

ARBEIT MACHT DEN MANN!

SPAREN SIE IHRE WORTE!

Sie wissen bereits, dass ich in die Politik gegangen bin, um etwas zu hinter­lassen. Taten zeigen, nicht nur reden. Was ich sowieso nicht beson­ders gut kann. Aber ich helfe gerne, die wich­tigsten Denk­mäler und bedeu­tenden Orte der tsche­chi­schen Geschichte zu retten.

MIT IHNEN

Frank­reich. Bata­ville, oder Batas Dorf, das in der Stadt Moussey steht. Dieser Ort hat eine wirk­lich unglaub­liche Geschichte. Im Jahr 1931 kaufte Tomas Bata hier Land und baute einen Komplex von Fabrik­ge­bäuden und Unter­künften für Arbeiter. Er hat den Ort aus einem Flug­zeug ausge­sucht. Wo sich der Kanal und die Eisen­bahn treffen. Er beschäf­tigte dort zu dieser Zeit bis zu 5.000 Menschen. Es ist jetzt ein archi­tek­to­ni­sches Denkmal, aber stellen Sie sich vor, dass ein Teil davon heute noch in Betrieb ist. Ich habe mir die Fabrik ange­sehen, in der sie zum Beispiel Schuhe für schwe­di­sche Seeleute herstellen. Das muss etwas sein, das Bestand hat.

Es war absolut unglaub­lich, die Arbeit unseres tsche­chi­schen Großen und Visio­närs zu sehen. Ich habe dort zwei lokale Bürger­meister getroffen, die 31 Jahre lang für Bata gear­beitet haben. Es ist unglaub­lich, dass diese Leute noch nie in der Tsche­chi­schen Repu­blik gewesen sind. Also brachte ich sie zur Tomáš-Bat’a-Gedenk­stätte in Zlín, die ich initi­ierte und für die ich das Geld aufbrachte. Sie sind große Fans von Bata und haben es verdient, es zu sehen, auch das heutige Zlín.

Herr Bata, ich weiß nicht, wie Sie es geschafft haben, aber neben Karl IV. und Tomáš Garrigue Masaryk sind Sie für mich der größte Tscheche.

NEUE DINGE UND WIE WIR SIE TUN WERDEN

Die Menschen, die mit mir arbeiten, sind sich einig, dass ich wenige Worte mit so viel Gefühl sage wie das Wort Firma.

FIRM!

Ich habe in meinem Leben schon viele gegründet, gekauft, gerettet und betrieben. Ich habe nur sehr wenige verkauft.

Unter­nehmen erzielen Ergeb­nisse, weil, sorry, achsel­zu­ckend, Unter­nehmen WIE EIN UNTERNEHMEN geführt werden.

Was soll das bedeuten?

Sie stellen Leute ein.

Sie verän­dern Menschen.

Sie belohnen Menschen.

Ganz einfach: Sie verwalten Menschen. Mit voller Frei­heit und Verantwortung.

Sie können jeden auf dem Markt einstellen, wenn Sie es sich leisten können. Wann immer er verfügbar ist.

Sie können ihm sagen, dass er ein Team aufbauen und jeden vom Markt nehmen soll, den er braucht.

Und melden Sie die Ergebnisse.

In der Koro­na­krise fand ich mit eine enorme Menge an talen­tierten Menschen, die unserem Land helfen. Pavel Rehak, Pavel Dolezal, Petr Simecek, Pavel Zima, Tomas Vondracek, Patrick Zandl, Jiri Kus, Tomas Havryluk, Ondrej Tomas, Vojta Roček, Petr Bartos, Česko.digital, das ganze Covid19cz.

Viele gute Leute, tolle Manager, Inno­va­toren, Menschen mit Ideen.

Oh, ja. Aber in der Landes­ver­wal­tung ist das ein biss­chen anders. Der Staat ist kein Unter­nehmen. Sie können nicht einfach Leute vom Markt einstellen. Sie können sich auf ein Gehalt und auf Boni einigen. Und legen Sie gleich los. Sie müssen sich dem Wett­be­werb stellen. Es gibt Tabellen, wie viel Sie verdienen können. Aber viel­leicht will der Markt­mensch nicht konkur­rieren, braucht es nicht. Der Staat braucht also solche Menschen, ist aber per Defi­ni­tion nicht in der Lage, sie zu beteiligen.

Wenn ich es von der anderen Seite betrachte, wie könnte ich unter Markt­be­din­gungen eine Top-Person aus dem Markt einstellen? Sagen wir, ein Unter­nehmen mit staat­li­cher Betei­li­gung, bei dem er nicht in die Mühlen geraten würde, Tabel­len­kal­ku­la­tionen und so.

Also dachte ich an ein Unter­nehmen, das Firmen produ­ziert. Staats­ei­gene Firmen.

Also, aufge­passt. Alle Unter­nehmen unter einer Marke, die unsere natio­nale Marke sein wird. Natür­lich werden wir die besten Werbe­agen­turen in unserem Markt beauf­tragen, um das Marke­ting und die Kampa­gnen für die Produkte und Dienst­leis­tungen, die diese Unter­nehmen erstellen werden, durch­zu­führen. Und sie werden auch tsche­chi­sche und Welt­marken für diese Produkte schaffen.

WIE MAN EINE AGENTUR BEAUFTRAGT

Bisher war es wahn­sinnig lang­wierig und die Agen­turen haben die Ausschrei­bungen oft nicht einmal durch­ge­sehen. Sie hatten genug andere Arbeit zu erle­digen und der anspruchs­volle Prozess, sich um jeden einzelnen Auftrag zu bewerben, war anstren­gend. Die Lösung? Wir wählen ein paar von ihnen auf einmal aus, eine ganze Gruppe, man nennt das einen „Pool“, und nehmen sie für einen längeren Zeit­raum unter Vertrag. Dann stimmt der Staat für jeden Auftrag bereits mit den Agen­turen ab, welche am besten zu diesem Auftrag passen, ein paar von ihnen geben Ange­bote ab und wir wählen aus.

Tsche­chi­sche Unter­nehmen verdienen die besten tsche­chi­schen Agen­turen. Und wenn der Staat jähr­lich 2 Milli­arden Kronen für Hunderte und Tausende von verschie­denen Marken und Iden­ti­täten ausgibt, ohne dass er einen Stolz auf unser Land oder etwas Bedeut­sa­meres sieht, dann werden es jetzt starke Marken sein, und wir werden auch der Werbe­in­dus­trie helfen, der wir Vertrauen geben und den Staat zu einem zuver­läs­sigen und pres­ti­ge­träch­tigen Kunden machen werden.

WIE WIR UNSER LAND NACH DEM COVID IN BEWEGUNG BRINGEN

Wie Sie wissen, sind wir kein mine­ra­li­en­rei­ches Land. Das haben wir nie. Wir sind ein Indus­trie­land, und wie ich in meinem ersten Buch schrieb, halte ich unsere Nation für groß­artig in ihrem Talent, Dinge richtig zu machen und zu überraschen.

In der Ersten Repu­blik war es eines der Dinge, die Europa bewegten. In den 1920er Jahren waren wir reicher als die Öster­rei­cher, die Italiener oder die Nieder­länder. Produk­tiver als die Deut­schen. Wir waren unter den Top 10 der reichsten Länder der Welt. Wir hatten ein zwei­stel­liges Wirt­schafts­wachstum, höher als China heute.

Bata, Skoda, ČKD, Tatra, Koh-i-noor, Jawa, Czech Arma­ments, das waren schon damals globale Marken. Uns bleibt ein unglaub­li­ches archi­tek­to­ni­sches Erbe, eine Musik­kultur von Welt­klasse und tech­ni­sche Virtuo­sität. Selbst fünfzig Jahre Unter­drü­ckung von Frei­heit und Krea­ti­vität haben das Erbe von Bata nicht aus den Menschen heraus­ge­schlagen, die Fähig­keiten, die wir gene­tisch gegeben haben. Einfalls­reichtum, Krea­ti­vität und außer­ge­wöhn­li­ches Geschick. Und tsche­chi­sche Hart­nä­ckig­keit. Die Kraft, immer wieder aufzustehen.

Und wissen Sie was? Ich möchte, dass wir das zweite Israel werden. Ich möchte, dass wir führend in der Tech­no­logie sind. Ich glaube absolut, dass die Tsche­chen tech­no­lo­gisch etwas drauf haben. Was sie einzig­artig macht.

ES GIBT EINEN PLAN

Wenn Sie in fünf Unter­nehmen inves­tieren, muss nichts passieren. Aber es gibt eine kriti­sche Schwelle, und wir müssen sie über­schreiten. Wenn Sie in 200 Tech­no­lo­gie­un­ter­nehmen und Ideen inves­tieren, werden einige von ihnen abheben. Und es wird die Kosten für alle anderen über­nehmen. Und obwohl ich immer gesagt habe, dass der Staat nicht in der Wirt­schaft tätig sein sollte, wenn man sich zum Beispiel die groß­ar­tigen Ergeb­nisse von OKD ansieht, die schwarze Zahlen schreiben, nachdem wir das Manage­ment dorthin verlegt haben, wie gut Czech­In­vest, das Sie sicher kennen, arbeitet, denke ich, dass wir eine Tech­no­lo­gie­macht sein können, so wie Israel es ist.

Ich denke, wir sind uns in mancher Hinsicht ähnlich, und deshalb bin ich auch so oft dort. Wie die Bevöl­ke­rung. Israel hat nach den neuesten Zahlen eine Bevöl­ke­rung von 9 Millionen. Dennoch gehören sie zu den welt­weit führenden Unter­nehmen in der Tech­no­logie. Sie haben unglaub­liche Dinge vollbracht.

Ich frage mich also, welches die Schlüs­sel­in­dus­trien sind, die die Welt verän­dern werden:

1. Künst­liche Intelligenz

2. genetik

3. 3D-Druck von Komponenten

4. Solar und Wind

5. Ferti­gungs­au­to­ma­ti­sie­rung, Roboter

6. Kryp­to­wäh­rungen

Und jetzt möchte ich Ihnen ein paar bahn­bre­chende globale Projekte zeigen.

WELTVERÄNDERNDE PROJEKTE

Ich bin sicher, Sie kennen SpaceX. Raketen von Elon Musk, einem der reichsten Männer der Welt, die einen Menschen in den Welt­raum bringen können und auch intakt und unver­sehrt genau an dem Ort landen können, den sie wählen. Sicher, einige der Tests sind fehl­ge­schlagen, aber das ist der Grund, warum es Tests sind. Zu sehen, wie eine Rakete auf einem Punkt landet, der früher immer in der Atmo­sphäre und dann im Meer gelandet ist, und der Millionen von Dollar kostet, ist etwas, das man nicht aus dem Gedächtnis löschen kann. Dieser private Raum­fahrt-Rake­ten­her­steller wurde gegründet, um die Kosten für die Besied­lung des Mars zu senken. Ein tech­no­lo­gi­scher Pionier in der Raum­fahrt­in­dus­trie. Was kommt also als nächstes für Musk? Ja, er hat mehr Firmen.

Tesla

Der Elek­tro­au­to­her­steller, der die Regeln der Auto­mo­bil­in­dus­trie verän­dert und stetig alle Skep­tiker schlägt. 2020 war das erste profi­table Jahr, 721 Millionen Dollar Umsatz.

Neura­link

Depres­sion. Eine der am weitesten verbrei­teten psychi­schen Erkran­kungen in der west­li­chen Welt. Ängste. Musk versucht, das Gehirn mit externer Tech­no­logie zu verbinden, um Krank­heiten zu behan­deln. Seine Firma Neura­link entwi­ckelt eine Tech­no­logie, die in der Lage sein soll, den Zustand von Pati­enten mit Alzheimer, Demenz, Rücken­marks­er­kran­kungen, Gedächtnis- und Hörver­lust, Depres­sionen und Schlaf­lo­sig­keit zu verbessern.

Hyper­loop

Ein gemein­sames Trans­port­pro­jekt von Tesla und SpaceX. Kapseln, die in einem Vaku­um­tunnel mit 1.200 km/h unter­wegs sind. Die Infra­struktur und die Tunnel werden von einem anderen von Musks Unter­nehmen, The Boring Company, gebaut, aber das Konzept könnte aufgrund der offenen Art des Designs auch von anderen Unter­nehmen über­nommen werden.

OpenAI

Ein Forschungs­labor für künst­liche Intel­li­genz. Es erhielt 2019 ein Milli­arden-Invest­ment von Micro­soft. Im Grunde will sie KI für möglichst viele Menschen entwi­ckeln, damit die KI selbst nicht außer Kontrolle gerät und die Mensch­heit auslöscht.

Star­link

Sie hat eine Konstel­la­tion von Star­link-Satel­liten in die Umlauf­bahn gebracht, die den Inter­net­zu­gang ermög­li­chen. Bislang sind über tausend von ihnen im All, geplant sind 42.000. Und warum ist das so? Um jeden Menschen auf der Erde mit dem Internet zu verbinden. Kostenfrei.

Und das sind alles Projekte von Elon Musk.

Terra­Power

Bill Gates‘ Projekt entwi­ckelt Kern­re­ak­toren, die verbrauchten Brenn­stoff sehr effi­zient nutzen können. Das ist natür­lich das, was jedes Kern­kraft­werk produ­ziert. Die Reak­toren von Terra­Power werden also ganz einfach mit ihrem eigenen Atom­müll betrieben. Es besteht keine Notwen­dig­keit, Uran anzureichern.

Amazon

Jeff Bezos‘ Mega­firma. Neben dem Verkauf von Waren oder der Bereit­stel­lung von Cloud-Diensten wagt sich Amazon auch an künst­liche Intel­li­genz heran. Ihr Amazon GO-Super­markt funk­tio­niert so, dass der Kunde beim Betreten des Ladens einen Code scannt, das Gewünschte in den Einkaufs­wagen legt und dann einfach hinaus­geht. Kameras und ein KI-System iden­ti­fi­zieren die ausge­wählten Produkte und das System zieht auto­ma­tisch den rich­tigen Betrag von der Rech­nung ab.

Alphabet

Alphabet umfasst Google, aber auch Deep­Mind oder Waymo. Deep­Mind beschäf­tigt sich mit der Erfor­schung künst­li­cher Intel­li­genz. Sie sind vor allem für ihre Programme bekannt, die nur ein paar Tage des Lernens durch Spielen mit sich selbst benö­tigten, um anschlie­ßend die Welt­meister im Schach und im Go-Spiel zu schlagen. Waymo hingegen entwi­ckelt auto­nome Fahr­zeuge und betreibt als erstes Unter­nehmen der Welt einen fahrer­losen Taxi­ser­vice. Das Unter­nehmen ist in Phoenix, Arizona, ansässig, wo die Autos voll­ständig kartiert sind.

Kite Pharma

Eine Toch­ter­ge­sell­schaft von Gilead Sciences, entwi­ckelt Produkte für die Krebs­im­mun­the­rapie mit dem Haupt­au­gen­merk auf die gentech­nisch herge­stellte auto­loge T‑Zelltherapie. Einfach ausge­drückt, nimmt es T‑Zellen, die zur Bekämp­fung von Infek­tionen einge­setzt werden, und bringt ihnen bei, Krebs zu bekämpfen.

Regeneron

Das Biotech-Unter­nehmen ist vor allem für seine Behand­lung von Augen­krank­heiten bekannt. Der Schwer­punkt liegt auf der Nutzung der gene­ti­schen Infor­ma­tion für die Medi­ka­men­ten­ent­wick­lung. Wie andere ist es an der Bildung von T‑Zellen zur Krebs­be­kämp­fung beteiligt.

Das ist es, was sie in der Welt erfinden.

Wie sieht es hier aus?

DIE TSCHECHISCHEN UNTERNEHMEN DER WELT

Jetzt möchte ich Sie auf eine Tour zu großen tsche­chi­schen Unter­nehmen mitnehmen. Tsche­chi­sche Firmen von Welt­rang. Unter­nehmen, die ich bewun­dere. Unter­nehmen, die die Zukunft dieses Landes sind. Wie Sie wissen, haben wir keine großen Boden­schätze, wir haben kein Öl und wir sind ein Indus­trie­land. Wenn wir uns irgendwo hinbe­wegen wollen, viel­leicht ein biss­chen in Rich­tung Israel, das eine tech­no­lo­gi­sche Macht ist, werden diese Leute wichtig sein. Sie kennen wahr­schein­lich ihre Namen, wenn Sie Forbes oder Czech­Crunch folgen.

Als ehema­liger Unter­nehmer habe ich großen Respekt vor diesen Menschen. Sie sind die Zukunft unseres Landes. Ich bin stolz auf sie. Und das sollten Sie auch sein.

Eine Vasky-Werbung ist in letzter Zeit auf Face­book aufge­taucht, viel­leicht bei uns allen. Forbes-Schlag­zeile. Alle reden über diese neue Schuh­firma. Václav Staněk grün­dete sie mit 17 Jahren und 30.000 gesparten Kronen. Weil seine Schuhe in Zlín hand­ge­fer­tigt werden, nennen ihn alle „Young Bata“. Er ist 22 Jahre alt und hat bereits Geschäfte in Prag, Brünn, Zlín und Ostrava und kann mit der Nach­frage nach seinen Schuhen nicht mithalten.

Josef Průša, ein Inge­nieur und Investor, hat eine globale Revo­lu­tion im 3D-Druck geschaffen. Sein Unter­nehmen Prusa Reseach entwi­ckelt einige der belieb­testen 3D-Drucker der Welt. „Er hat die Tech­no­logie demo­kra­ti­siert, so dass jeder sie nutzen kann“, schrieb die welt­weit führende Inge­nieur­hoch­schule in ihrer MIT Tech­no­logy Review über ihn. In vier Jahren ist dieses Unter­nehmen um 17118 Prozent (!) gewachsen und ist damit offi­ziell das am schnellsten wach­sende Tech­no­lo­gie­un­ter­nehmen in Mittel­eu­ropa. Zu allem Über­fluss wurde es in diesem Jahr mit dem pres­ti­ge­träch­tigen Titel „EY Entre­pre­neur of the Year“ ausgezeichnet.

Wahr­schein­lich haben Sie Shoptet schon kennen­ge­lernt, ohne es zu wissen. Mitt­ler­weile laufen mehr als 27.000 Geschäfte über das ausge­klü­gelte E‑Com­merce-System aus Prag, die Hälfte davon in Tsche­chien. Im vergan­genen Jahr flossen durch sie 36 Milli­arden Kronen von 3,5 Millionen Kunden. Nun, nachdem das Unter­nehmen unter der Leitung von Samuel Huba den tsche­chi­schen Markt domi­niert, geht es nun nach Ungarn und in Zukunft auch nach Deutsch­land und Österreich.

Etwas Unglaub­li­ches ist Simon Vostry und seiner Frau Květa gelungen. Sie sind seit 20 Jahren zusammen, haben 2 Kinder und gemeinsam haben sie ein erstaun­li­ches Projekt produ­ziert und für eine Milli­arde Kronen in die USA verkauft. Er tran­skri­biert Anrufe aus Call­cen­tern, analy­siert sie und erstellt Berichte und Statis­tiken. So können Unter­nehmen ihre Kommu­ni­ka­tion mit Kunden wesent­lich effek­tiver gestalten. Ihre Firma Ytica wurde aufmerksam und sprang sofort auf das ameri­ka­ni­sche Twilio auf, das für Uber oder Walmart arbeitet.

Brünn, Prag, Los Angeles, San Fran­cisco und New York. Das tsche­chi­sche Unter­nehmen STRV hat überall Nieder­las­sungen. Es entwi­ckelt mobile Apps und Lösungen für ameri­ka­ni­sche Star­tups. Grüße an die äußerst kompe­tenten Gründer David Semerad, Lubo Smid, Martin Št’áva und Pavel Zeifart.

Liftago. Ich habe darüber in meinem letzten Buch geschrieben. Seitdem haben sie einen Paket­ver­sand ins Leben gerufen, und allein im letzten Jahr schossen sie um 6.000 Prozent in die Höhe. Herz­li­chen Glück­wunsch! Ondřej Krátký ist eine große Figur im tsche­chi­schen E‑Commerce. Sie haben es geschafft, zu über­leben und Pakete unter Covidu zu liefern, sie haben den Service ange­passt. Die Inves­toren, die Liftag beim Wachstum helfen, kommen aus der Tsche­chi­schen Republik.

Sie möchten ein Ticket kaufen und wissen, dass Sie das best­mög­liche Angebot erhalten? Dann gehen Sie zu Oliver Dlouhy’s Kiwi.com. Die ursprüng­lich aus Brünn stam­mende Firma beschäf­tigt bereits Entwickler auf der ganzen Welt und ist dank eines spezi­ellen Algo­rithmus in der Lage, Ihre Reise zu planen und Tickets und Fahr­scheine von 750 Flug­ge­sell­schaften zu kaufen, unab­hängig davon, ob diese mitein­ander arbeiten oder nicht. Menschen auf der ganzen Welt gehen zu Kiwi mit Sitz in Brünn, weil es sie an Orte bringt, von denen sie bisher dachten, sie könnten sie sich nicht leisten. Kein Wunder, dass Kiwi im vergan­genen Jahr zu den fünf am schnellsten wach­senden Tech-Unter­nehmen in der gesamten Region Europa, Naher Osten und Afrika zählte. Ich habe Oliver Long persön­lich die Auszeich­nung „Entre­pre­neur des Jahres 2019“ überreicht.

Die Tsche­chen haben sich auch in der Welt der auto­ma­ti­schen Über­set­zungen mit Hilfe von künst­li­cher Intel­li­genz einen Namen gemacht. Die bekann­teste heißt Memsource von David Čaněk. Seit zehn Jahren arbeitet er daran und feiert damit Erfolge von Tokio bis ins Silicon Valley. Vor kurzem kaufte der berühmte ameri­ka­ni­sche Fonds Carlyle Group eine Mehr­heits­be­tei­li­gung von ihm. Memsource wiederum kaufte das deut­sche Unter­nehmen Phrase für einen drei­stel­ligen Millio­nen­be­trag und schuf damit einen der welt­weit größten Player im Über­set­zungs­be­reich. Nach Exper­ten­mei­nung hat es einen Wert von 1,3 Mrd. CZK.

Drei tsche­chi­sche Dokto­randen der Tsche­chi­schen Tech­ni­schen Univer­sität, Tomáš Gogár, Petr Baudiš und Tomáš Tunys, haben das Studium der künst­li­chen Intel­li­genz auch für die Wirt­schaft genutzt. Sie grün­deten das Startup Rossum AI, das Compu­tern das Lesen komplexer Doku­mente beibringt und damit Millionen von Stunden mensch­li­cher Arbeit einspart. Sie haben Inves­toren aus der ganzen Welt ange­zogen, darunter der ehema­lige Twitter-Vize­prä­si­dent Elad Gli und einige der frühesten Mitar­beiter und Inves­toren von Google, Michael Stop­pelman und Vijay Pand­urangan. Vor zwei Jahren sammelten sie dadurch über 80 Millionen ₹ an Inves­ti­tionen ein. Sie haben ihr Studium auf unbe­stimmte Zeit verschoben…

Bringen Sie alles, überall, am selben Tag. Michal Menšík hat mit seinem DoDo-Service begonnen, dies anzu­bieten und hat bereits eine halbe Milli­arde Umsatz und über 1200 Kuriere in 4 Ländern. Er liefert nicht nur Lebens­mittel, Mittag­essen, sondern auch Bestel­lungen bei E‑Shops. Zoot, Tesco, Basket, Mall, Datart, KFC, Pizza Hut – das sind nur einige seiner Kunden. Bewundernswert.

Ich freue mich über jeden Erfolg der tsche­chi­schen Unter­nehmer und noch mehr, wenn ich sehe, wie dieje­nigen, die es bereits geschafft haben, den Anfän­gern helfen. Zum Beispiel Josef Průša, über den ich am Anfang geschrieben habe. Er und sein Partner Ondrej Průša (nein, sie sind keine Brüder) inves­tierten kürz­lich 10 Millionen in ein viel­ver­spre­chendes Startup aus Olomouc, das von einem unglaub­lich mutigen und dyna­mi­schen jungen Mann namens Tomáš Zapletal gegründet wurde. Als leiden­schaft­li­cher Reisender beschloss er, ein Online-Tage­buch für alle Aben­teurer namens Worlddee zu gründen. Dank der neuen Inves­ti­tion hat es nun die Chance, das welt­weit größte soziale Netz­werk für Reisende zu werden.

Viele unserer Unter­nehmer glänzen schon als Teen­ager. Wie Lukas Stibor, der noch keine 20 Jahre alt war, als die Medien begannen, auf ihn aufmerksam zu werden. Seine Cleevio hat mobile Apps für Star­bucks, Coca-Cola und Nokia entwi­ckelt und ihr Spendee wird als eine der besten Finanz-Apps im US App Store bewertet. Es hat bereits über 2 Millionen regis­trierte Benutzer aus über 170 Ländern.

Apropos Finanzen, ich kann Fund­lift nicht vergessen, das von seinem CEO Radek Musil geleitet wird und Inves­toren und ambi­tio­nierte junge Projekte zusam­men­bringt. So erhalten unsere Jung­un­ter­nehmer Zugang zu dem Kapital, das ihre Träume und revo­lu­tio­nären Ideen in eine welt­weit erfolg­reiche Sache verwan­deln kann. Bereits 64 Projekte haben auf diese Weise 400 Mio. CZK aufgebracht.

Ondřej Kania. Richtig. Auch ihn muss ich hier erwähnen, auch wenn er die zentrale Figur im Bildungs­ka­pitel meines Buches ist. Mit 17 Jahren schlich er sich auf eigene Faust zum Studium in die Verei­nigten Staaten, besorgte sich ein Stipen­dium und begann, sein Know-how anderen jungen Tsche­chen anzu­bieten. Im Alter von 22 Jahren war er ein ange­se­hener Unter­nehmer. Mit 25 Jahren lehnte er ein Angebot ab, Bildungs­mi­nister zu werden. Statt­dessen verän­dert er das tsche­chi­sche Bildungs­wesen von unten. Er kaufte ein Privat­gym­na­sium in Prag und grün­dete vier Zweig­stellen der Ameri­ka­ni­schen Akademie in Prag, Brünn und Bratis­lava. Dieses Jahr eröff­nete er ein weiteres in Zagreb, Kroatien.

Ein weiteres junges Wunder­kind ist Jan Bednar. Im Alter von 23 Jahren grün­dete er Ship­Monk, ein Logis­tik­un­ter­nehmen in Florida. Er machte es zu einem der am schnellsten wach­senden Star­tups in Florida und gewann mehrere natio­nale US-Wett­be­werbe für den besten Busi­ness­plan. Vor zwei Jahren verkaufte er einen Teil des Unter­neh­mens für mehr als 6 Milli­arden Kronen.

Mit Grit kommt Hart­nä­ckig­keit. Als der Prager Unter­nehmer Alex Ilyash 25 Jahre alt war, hatte er ein florie­rendes Unter­nehmen, Davinci TS, das Grup­pen­bu­chungen arran­gierte und Reise­büros mit Hotels verband. Er hatte einen starken Investor im Rücken, einen hundert Millionen Dollar Umsatz und war dabei, die Welt zu erobern. Doch dann schlug das Coro­na­virus zu und der Reise­ver­kehr wurde einge­stellt. Doch Alex gab nicht auf und steckte sein rest­li­ches Kapital in die Entwick­lung der Choice-App. Das ist genial. Sie gehen in ein Hotel oder Restau­rant und machen ein Foto von einem QR-Code auf dem Tisch. Und es erscheint auf Ihrem Telefon mit einem schönen Menü und Fotos. Jetzt, während ich dies schreibe, haben sich bereits 10.000 Unter­nehmen in 20 Ländern bei Alex‘ App angemeldet.

Glück­wunsch auch an Jiří Třečák und Oskar Kořistek. Ihr Ostrauer Startup Super­nova war das erste aus der Tsche­chi­schen Repu­blik, das es in den pres­ti­ge­träch­tigen Beschleu­niger Y Combi­nator in San Fran­cisco geschafft hat. Auch Airbnb, Stripe, Dropbox und Reddit wurden einst dort gegründet. Super­nova beschleu­nigt und verein­facht die Erstel­lung von mobilen Anwen­dungen grund­le­gend. Tausende von Kunden auf der ganzen Welt nutzen den Service bereits.

Unser Mathe­ma­tiker-Trio David Klečka, Radim Dudek und Jiří Psota ist auch auf dem Welt­markt erfolg­reich. Sie begannen mit ihren Recher­chen zum Thema Ticket­preise und setzten dann ihre Erfah­rungen in ihr eigenes Geschäft um, als sie das Startup Yiel­digo grün­deten. Diese nutzt künst­liche Intel­li­genz, um Vermarkter bei der rich­tigen Preis­ge­stal­tung zu unter­stützen. Sie haben 54 Millionen Kronen von Inves­toren gesam­melt und sind dabei, ganz Europa und Russ­land zu erobern.

Aber nicht bei allen großen Tech­no­lo­gie­pro­jekten geht es um das Geschäft. Zum Beispiel hilft Ihnen die mobile App Ambu­lance, sich mit einem Sani­täter zu verbinden, lehrt Sie über Erste Hilfe und hilft Ihnen, Ihren Standort zu finden, wenn Sie sich in einem Notfall befinden. Er wurde von Filip Maliňák erfunden und wird heute vom medi­zi­ni­schen Rettungs­dienst, der Berg­wacht und der Wasser­wacht einge­setzt. 1,3 Millionen Menschen haben es auf ihren Mobil­te­le­fonen. Es rettet Leben.

Nun, wir alle kennen Aukro. Der größte Online-Markt­platz der Tsche­chi­schen Repu­blik, auf dem Sie zu Fest­preisen verstei­gern, verkaufen und kaufen können. Sie begannen im August 2003 und nach einem Jahr hatten sie 7 Tausend Benutzer. In 10 Jahren hatte es bereits rund 3 Millionen Kunden, die 24 Milli­arden Kronen ausge­geben haben. Jetzt wachsen sie mit 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

So, und natür­lich Beat Saber. Das belieb­teste Virtual-Reality-Spiel der Welt wurde von drei Jungs aus Prag entwi­ckelt. Jaroslav Beck, Ján Ilavský und Vladimír Hrinčár. Face­book kaufte ihnen das Spiel für einen Preis ab, den sie geheim halten, aber Experten schätzen ihn auf 50 bis 100 Millionen Dollar.

Verdammt, sind wir nicht eine Gaming-Supermacht?

Wir sind es zufällig!

WIR SIND DIE GAMING-SUPERMACHT DER WELT.

Ja, das sind wir. Virtual Reality, eines der größten Phäno­mene der letzten Jahre, hat einen klaren Vorreiter im Bereich Gaming. Das tsche­chi­sche Spiel Beat Saber. Sie setzen eine Virtual-Reality-Brille auf und zerha­cken mit einem Licht­schwert flie­gende Kisten im Takt der Musik. Deshalb teilte Face­book-Gründer Mark Zucker­berg ein Video von sich, in dem er das Spiel genießt, und fügte die Bild­un­ter­schrift hinzu, dass seine Tochter Max nicht glaubt, dass dies ein Teil seines Jobs ist.

Jeder, der nicht im letzten Jahr­hun­dert lebt, hat bemerkt, dass die Spiel­e­indus­trie einfach eine Indus­trie ist. Sie verdient viel Geld und trägt zum Wohl­stand des ganzen Landes bei. Es sind nicht nur ein paar verrückte „Gamer“, die in einem dunklen Raum sitzen. Es ist ein Mega­ge­schäft. Es werden millio­nen­schwere Turniere gespielt und die Stadien sind mit begeis­terten Zuschauern gefüllt, die ihre Idole in Aktion sehen.

Und unsere Tsche­chi­sche Repu­blik ist eine Gaming-Super­macht. Compu­ter­spiele sind mögli­cher­weise unser größter kultu­reller Export. Denn wer kennt sie nicht, die Legenden von Viet­cong und Mafia, den tsche­chi­schen Spie­le­perlen? Wir sind welt­weit führend in der Spie­le­ent­wick­lung, mit globalen Produkten, die mit einer kome­ten­haften Geschwin­dig­keit entstehen und wachsen.

Die Umsätze des tsche­chi­schen Spie­le­marktes im Jahr 2020 wurden ursprüng­lich auf 5 Mrd. CZK geschätzt, aber dank des Coro­na­virus, der der Spiel­e­indus­trie verständ­li­cher­weise geholfen hat, werden die endgül­tigen Zahlen wahr­schein­lich viel höher sein.

Welt­weit liegt der Umsatz bei ca. 4 Billionen CZK und selbst die größten Unter­nehmen der Welt haben die Chance erkannt. So hat Amazon die Strea­ming-Platt­form Twitch gekauft, und Face­book versucht, ihr mit einer eigenen Gaming-Site Konkur­renz zu machen. YouTube macht das Gleiche.

In der Tsche­chi­schen Repu­blik gibt es über hundert Spie­le­stu­dios, und ich möchte Ihnen zumin­dest einige von ihnen vorstellen. All das sind große Leis­tungen auf der globalen Bühne, auf die wir stolz sein sollten.

Die erfolg­reichste tsche­chi­sche Spie­le­firma, Bohemia Inter­ac­tive, hat die Aufmerk­sam­keit von Chinas Tencent auf sich gezogen. Der größte Video­spiel­ver­käufer der Welt hat eine Minder­heits­be­tei­li­gung an der tsche­chi­schen „Bohemka“ gekauft, die auf einen Milli­ar­den­wert geschätzt wird. Das Unter­nehmen mit Sitz in Mníšek pod Brdy, das vor allem für seine Spiele Arma und DayZ bekannt ist, hatte im vergan­genen Jahr einen Umsatz von mehr als 1,6 Milli­arden Kronen. Dank der Inves­ti­tion von Tencent will das Studio, das 1999 von den spani­schen Brüdern gegründet wurde, um die Aufmerk­sam­keit und Zeit der Gamer in China konkurrieren.

Zum tsche­chi­schen Spiel­schaffen gehören auch schöne und welt­be­rühmte Werke wie die Kunst von Machi­na­rium, Samo­rost und Bota­ni­cula. Machi­na­rium hat sich über 4 Millionen Mal verkauft und das Studio sammelt seit über 15 Jahren einen Preis nach dem anderen auf Indie-Spiele-Festi­vals. Hinter den hand­ge­zeich­neten Clicker-Adven­tures stehen Jakub Dvorský und sein unab­hän­giges Studio aus Brünn, Amanita Design.

Und in den letzten Jahren wurde die Gaming-Szene durch den Smash-Hit Kingdom Come erschüt­tert: Befreiung. Das Spiel spielt im Mittel­alter in den böhmi­schen Ländern und Sie finden sich in der Rolle von Henry, dem Sohn eines Schmieds, wieder. Die Spieler selbst haben durch eine Crowd­fun­ding-Kampagne zur Entwick­lung des Spiels beigetragen. Daniel Vávra, Gründer von Warhorse Studios und Schöpfer von Mafia, sammelte in den ersten 36 Stunden der Kampagne 10 Millionen Kronen ein, so dass sofort klar war, dass es ein großes Inter­esse an dem Spiel gab. Schließ­lich wurden 36 Millionen Kronen von den Spie­lern für die Entwick­lung aufge­bracht, und das Spiel hat sich bis heute über 3 Millionen Mal verkauft. Und dieser Erfolg hat die Aufmerk­sam­keit des schwe­di­schen Spie­le­gi­ganten Embracer Group Holding auf sich gezogen, der das tsche­chi­sche Studio 2019 für 1,1 Milli­arden gekauft hat.

Aber auch im Bereich der Handy­spiele tummeln sich unsere erfah­renen Entwickler. Das 60-köpfige Studio Geewa von Miloš Endrle arbeitet von Libeň aus. Es wurde von der großen ameri­ka­ni­schen Firma AppLovin, die in diesem Jahr an der Nasdaq an die Börse ging, für rund 350 Mio. CZK gekauft. Geewa entwi­ckelt haupt­säch­lich Casual Games, die Sie direkt auf Face­book spielen können, aber auch eigen­stän­dige Handy­spiele. Sie kennen viel­leicht ihr Smashing Four, das von über 200.000 Spie­lern pro Tag gespielt wurde und dem Prager Team über eine Million Dollar pro Monat einbrachte. Allein der Jahres­um­satz dieses Studios liegt im drei­stel­ligen Millionen-Dollar-Bereich.

Und bleiben wir beim Thema Mobile. Unser in Brünn ansäs­siges Studio Madfinger Games ist unter den mobilen Shoo­tern konkur­renzlos. Erfah­rene Entwickler, die an tsche­chi­schen Klas­si­kern wie Mafia, Viet­cong oder Hidden & Dange­rous gear­beitet haben, zielen seit über einem Jahr­zehnt auf den mobilen Markt. Und sie bringen Grafiken auf kleine Geräte, für die sich selbst Konsolen schämen würden. Das Team hinter Mark Rabas‘ Dead Trigger-Serie zum Beispiel, und jetzt ernten sie Erfolg mit dem neuesten Teil der Shadowgun-Serie. Mit Hundert­tau­senden von Bewer­tungen sowohl im App Store als auch bei Google Play gehören sie zu den Besten der Welt. Und der chine­si­sche Riese hinter dem beliebten TikTok weiß das auch. Byte­Dance hat in diesem Jahr 130 Mio. CZK in das Brünner Unter­nehmen gesteckt.

Das meist­ge­spielte tsche­chi­sche Spiel ist Euro Truck Simu­lator. Das Spiel, in dem man hinter dem Steuer eines LKWs sitzt und Waren quer durch Europa auslie­fert, wird immer noch täglich von Hundert­tau­senden Menschen auf der ganzen Welt gespielt, und der zweite Teil wurde bereits von mehr als 9 Millionen Spie­lern gekauft. SCS Soft­ware, das Studio von Pavel Šebor, Martin Český und Petr Šebor, wurde 1997 gegründet und beschäf­tigt heute rund 200 Mitar­beiter, deren Trucks die Charts der meist­ge­spielten Spiele der Welt anführen. Während ich dies schreibe, gibt es genau 42.718 Spieler auf Europas virtu­ellen Auto­bahnen aus der tsche­chi­schen Werkstatt.

Da haben Sie es. Die Welt der Spiele und die Tsche­chi­sche Repu­blik und unsere quali­fi­zierten Entwickler, deren Werke Gamer auf Compu­tern, Konsolen und Mobil­te­le­fonen auf der ganzen Welt unter­halten. Ich finde, dazu sollte mehr gesagt werden, und wie ich bereits geschrieben habe, sollten wir auf die tsche­chi­sche Spiel­e­indus­trie gebüh­rend stolz sein. Und unter­stützen Sie es.

GAMING FUND

Startup-Fonds, die viel­ver­spre­chende Projekte unter­stützen, sind nichts Bahn­bre­chendes. Aber ich denke, wir sollten einen spezi­ellen staat­li­chen Fonds haben, der sich nur auf Spiele konzen­triert. Die Gründe dafür dürften inzwi­schen jedem klar sein. Ich möchte so viele globale Spie­le­ent­wickler wie möglich haben.

Wie soll das funk­tio­nieren? Einfach. Ein staat­lich gegrün­deter Fonds, in dessen Vorstand große Namen aus der Gaming- und Startup-Szene sitzen, wird in viel­ver­spre­chende Spie­le­pro­jekte inves­tieren. Der Vorstand des Fonds bewertet auch die Bewerber, geneh­migt deren Anträge und wählt die besten aus.

Der Fonds stellt erfolg­rei­chen Antrag­stel­lern Einrich­tungen, Büros, Anlei­tung und Bera­tung durch den Fondsrat zur Verfü­gung. Und, natür­lich, Geld. Der Rat und andere Mitar­beiter des Fonds lehren dann die einfalls­rei­chen jungen Leute, wie man es besser macht, wie man ein Unter­nehmen führt, und geben ihr Know-how weiter, wie man erfolg­reich ist. Es wird einfach alles tun, um das Spiel zu einem Erfolg zu machen und es zu einem welt­weiten Hit zu machen.

Der Staat erhält eine Betei­li­gung an den Projekten. Für seine Inves­ti­tion und für die Bereit­stel­lung einer mehr­mo­na­tigen Über­da­chung für das Projekt. Ein ähnli­cher Fonds in Estland zum Beispiel erhielt für seine Hilfe eine 9‑prozentige Beteiligung.

Der staat­liche Spie­le­fonds fungiert als Acce­le­rator, der sorg­fältig evalu­ierte Kandi­daten unter seine Fittiche nimmt, sie losschickt, ihr Spiel in die Welt bringt und im Erfolgs­fall beim anschlie­ßenden Exit, also dem Verkauf an einen Groß­in­vestor, Geld einsammelt.

Wie ich bereits geschrieben habe, sind Spiele eine souve­räne und riesige Indus­trie, und der Staat sollte dies in den 2000er Jahren verstehen und seine talen­tierten Spie­le­ent­wickler genauso unter­stützen wie andere Unternehmen.

Denn fähige tsche­chi­sche Program­mierer, Desi­gner und Künstler haben es verdient. Und die Millionen von Spie­lern auf der ganzen Welt, die ihre Arbeit jeden Tag genießen, werden das bestätigen.

Und nun zurück zur Erde.

Der Staat hat eine Nach­richt an die Mailbox eines Bürgers geschickt. Was denken Sie, wird es sein?

WIE FÜHLT ES SICH AN, MIT DEM STAAT ZU SPRECHEN

Ein brutal genervter Kollege stürmte in mein Büro, knallte mir einen Computer auf den Schreib­tisch und zeigte mir, was er vom Finanzamt bekommen hatte. Ein Grundsteuerbescheid.

Da stand nur „SAVE!“

Und er fragt mich:

„Ist das Ihr Ernst? Du bittest mich um Geld und schreibst nicht einmal Hallo? Das ganze Arran­ge­ment ist wie 1995. Schreck­lich. Dann sollen diese Leute Sie mögen. Kannst du sie nicht normal anspre­chen, z.B. Danke sagen? Welches Jahr haben wir?!“

Ich sah es mir an, na ja, es sah wirk­lich aus wie etwas aus dem Gerichtsgebäude.

Als ob er viel­leicht etwas getan hätte.

Es könnte eine schö­nere Schrift gebrau­chen. Ein etwas netterer Ton. Der Staat ist nicht nur für den Staat da, der Staat ist für die Menschen da. Und sicher, wir können darüber reden, ob wir Grund­steuern zahlen sollten oder nicht, aber wenn wir sie zahlen, könnte der Staat ein wenig humaner sein.

Und das nicht nur bei der Grundsteuer.

UX. Benut­zer­er­fah­rung. Eine riesige Diszi­plin, die jeden Tag von allen genutzt wird, die alle Benut­zer­ober­flä­chen von Infor­ma­tions- und Navi­ga­ti­ons­sys­temen entwerfen, alle Sendungen, Websites, Arma­tu­ren­bretter in Autos, Archi­tekten von Gebäuden, Schalter, Handys, Geräte, Wasch­ma­schinen, einfach jeder, der irgendwie etwas entwirft, das von einem Menschen bedient werden soll.

Idea­ler­weise intuitiv.

Rich­tige UX ist, wenn ein Mensch auf Anhieb weiß, wie er Dinge steuern kann. Ohne nachzudenken.

Wir schreiben das Jahr 2021 und die mobilen Apps, die wir täglich nutzen, laufen alle auf UX, mobile Apps aktua­li­sieren ständig ihre Ober­flä­chen und Funk­tionen, 90 % der Menschen sind bereits auf Smart­phones, alles ist benut­zer­freund­lich. WhatsApp wird ständig aktua­li­siert, ebenso der Messenger, auf dem alle Kollegen ständig abhängen. Ich frage mich also, wie oft der Staat seine Kontrollen für die Menschen aktualisiert?

Und wie spricht der Staat mit mir. Ist es gut geschrieben? Es geht nicht nur um die Posi­tionen der Bedien­ele­mente, sondern auch um die Worte.

Verständ­liche Texte. Und ganz allge­mein: Höflich­keit. Nett sein. Freund­liche und sofort verständ­liche Meldungen.

Worte haben große Macht. Wenn Sie Worte hinter sich lassen, können Sie Ihre Liebe auf eine Weise bekunden, an die sich die Person ein Leben lang erin­nern wird. Mit Worten lassen sich komplexe Dinge einfach erklären. Worte können freund­lich sein.

Also denke ich mir, es müsste eine STAATS-TEXTING-Funk­tion geben, um alle Staats­bür­ger­kon­takte zu texten, denn der Staat ist nicht einmal in der Lage, Hallo zu sagen.

TEXT DES ZUSTANDS

Wann treffen wir den Staat? Jedes Mal, wenn Sie aus dem Haus gehen. Bereits im Brief­kasten. Auf dem Weg zur Arbeit. An jeder Bushal­te­stelle. In jedem Gebäude. Auf den Straßen, auf den Auto­bahnen. Im gesamten Schrift­ver­kehr. Jedes Büro, jedes Fenster, jedes Büro. Im Kran­ken­haus. Auf dem Bürger­portal. Bei der Bean­tra­gung eines Perso­nal­aus­weises oder eines Führer­scheins, einer Bauge­neh­mi­gung. Wenn Sie Ihre Steu­er­erklä­rung abgeben. Wenn Sie ein Baby haben. Wenn Sie Ihren Wohn­sitz wech­seln. In Kampa­gnen, in denen der Staat sagt, dass es eine gute Idee ist, sich impfen zu lassen.

Wir brau­chen sie, denn wie sollen sich die Menschen fühlen, wenn der Staat einfach sagt: „Erstattet“?

Schließ­lich ist der Staat für die Menschen da – ein Service für die Bürger, der das normale Leben funk­tio­nieren lässt. Dass der Bus kommt. Dass sie sich auf der Auto­bahn fort­be­wegen können. Dass die Verkäu­ferin im Tesco sie eincheckt. Im Kran­ken­haus, bei der Feuer­wehr, bei der Polizei. Dass es Strom geben wird. Der Staat ist eine Dienst­leis­tung für die Menschen und sollte sich auch so verhalten.

Also, wie würde sich diese dumme Grund­steu­er­rech­nung anhören?

Ich probiere es mal aus.

Zunächst einmal muss es nicht als Doku­ment gesendet werden, sondern nur als Nach­richt in Ihrem Mobile Banking. Zum Beispiel, wenn Sie einen Kredit bean­tragen. Drücken Sie einfach. Wir müssen keine Benach­rich­ti­gung an den Post­ein­gang der Leute schicken.

Aber viel­leicht will es jemand, ja, wie ich, ich bin von der alten Schule. Ich möchte es auf Papier haben, es ausdru­cken, abheften und wissen, dass ich es habe. Dann müssen Sie nicht irgendwo in E‑Mails oder Repo­si­to­ries und Clouds danach suchen.

Wie würde ich es also schreiben? Ich weiß nicht, wie wäre es mit…?

Sehr geehrter Herr,

Ihre Immo­bilie wurde in diesem Jahr mit 2.400 CZK besteuert. Wir bitten Sie, diese inner­halb von 14 Tagen zu bezahlen. Entweder über diesen QR-Code, oder Sie bestä­tigen einfach die Benach­rich­ti­gung, die wir an Ihr Online-Banking gesendet haben. Alter­nativ können Sie auch einfach mit einem Klick einrichten, dass die Grund­steuer jedes Jahr auto­ma­tisch von Ihrem Konto abge­bucht wird.

Wir danken Ihnen und freuen uns, dass Sie von Ihren Steuern unter anderem dazu beitragen…

Und ich möchte hier ein paar Dinge hinzu­fügen, die wichtig sind und ein gutes Beispiel dafür sind, was sinn­voll zu unter­stützen ist. Ich würde sagen, vor allem allein­er­zie­hende Mütter, die tsche­chi­sche Onko­logie, unsere Sani­täter, Kran­ken­schwes­tern, Ärzte, Rettungs­sa­ni­täter, Soldaten.

Und es wäre toll, wenn man sich aussu­chen könnte, wofür man einen Teil seiner Steuern, die man an den Staat abführen muss, verwendet. Sei es, um die Welt­raum­for­schung, allein­er­zie­hende Mütter, den Sport oder all die nütz­li­chen Dinge zu unter­stützen, die dieser Staat für die Menschen tut.

So würde es in meiner Welt sein. Ein paar Worte. Schöne Art, eine Person anzu­spre­chen. Um sie etwas fühlen zu lassen. Tun Sie nichts Böses. Nicht verschlimmern.

Es gibt spezi­elle Teams für jede einzelne mobile App auf der Welt, und der Staat hat nicht eine einzige Person, die irgend­etwas textet. Und es gibt über zwei Milli­arden pro Jahr für Kommu­ni­ka­tion aus, mehr als Alza.cz. Doch es ist nirgends zu sehen, es ist zersplit­tert, jeder benutzt ein anderes Logo. Nur Minis­te­rien, Regionen, Städte und Verfas­sungs­in­sti­tu­tionen haben unter­schied­liche Logos, Schrift­arten und Dokumentenlayouts.

All dies erwartet uns. Und glück­li­cher­weise digi­ta­li­sieren wir wie keine Regie­rung vor uns.

Sehen Sie.

DIGITALISIERUNG

In meiner früheren Firma hatten wir einen IT-Chef, der dafür verant­wort­lich war, dass alle unsere Geschäfts­be­reiche mit modernen Compu­tern und den neuesten Systemen ausge­stattet waren, dass alles verbunden war und so funk­tio­nierte, wie es sollte. Nur um sicher­zu­stellen, dass die Computer dem Unter­nehmen so gut wie möglich helfen und die Mitar­beiter so effi­zient wie möglich sind. Und wir haben auch genau darauf geachtet, wie viel die Computer und die darauf laufende Soft­ware kosten und ob man sie billiger kaufen kann. Natür­lich haben wir alles in großen Mengen für die ganze Firma gekauft, um es noch güns­tiger zu machen.

Im Jahr 2014 verließ ich das Unter­nehmen und wurde Finanz­mi­nis­terin. Und dort, im Zentrum von Prag, sah ich mit eigenen Augen, was ich bis dahin nur aus Erzäh­lungen kannte. Beamte, die immer wieder die glei­chen Daten in graue Bakelit-Tasta­turen hämmern, weil sie keine verknüpften Daten­banken haben.

Sie warten mit den Händen im Schoß oder gehen Kaffee kochen, „während er lädt“. Blauer oder grüner Bild­schirm mit quadra­ti­schen Käst­chen und aufsprin­genden Buch­staben. Kein Touchpad, keine Maus, aber eine Million Tastenkombinationen.

„Wie komme ich in das Hauptmenü?“

„Drücken Sie Strg+Umschalt+F8.“

Hölle.

Ein Blick und Sie wissen, dass diese Programme ganz am Anfang von Bill Gates‘ Karriere entstanden sind. Nein, das ist nicht lustig. Das erste Windows wurde 1985 einge­führt. Ich habe 2014 heraus­ge­funden, dass meine Sach­be­ar­beiter unter MS-DOS arbeiten und dass der Vertrag, den ihre dama­ligen Vorge­setzten 1992 geschlossen haben, nicht gekün­digt werden kann.

Ein unkünd­barer Vertrag.

Stellen Sie sich das vor. Das System zur Steu­er­erhe­bung und ‑verwal­tung lief auf einem Betriebs­system aus den 1980er Jahren, war also bereits veraltet, als der Staat es 1992 in Auftrag gab.

Der Staat zahlte riesige Summen für uns alle. Aber denken Sie nicht, dass es dadurch zum Eigen­tümer des Systems wird. Nein, ganz und gar nicht. Die Lizenz blieb beim Hersteller des Programms und der Staat musste jedes Jahr dafür bezahlen. Ein Super-Deal für einen multi­na­tio­nalen Konzern, ein konti­nu­ier­li­cher Geld­fluss aus den Taschen der Steu­er­zahler. Niemand hatte den Mut, es zu ändern. Es war ein so komplexer Rechts­fall, dass ich mich die ganze Zeit, in der ich Finanz­mi­nister war, damit beschäf­tigt habe, und erst Alena Schiller hat ihn beendet.

Man könnte meinen, dass der Staat diese super-inef­fi­zi­enten, über­teu­erten Deals gemacht hat, weil die Beamten in den frühen 1990er Jahren keine Erfah­rung damit hatten, wie IT funk­tio­niert. Aber das war keine Naivität. Das war Absicht. Einzel­per­sonen und Unter­nehmen haben zig Milli­arden unseres Geldes für IT gestohlen. Sie haben sich auf niemanden verlassen, der sie kontrol­liert. Das konnten sie auch nicht.

Sehen Sie sich nur diese drei Projekte an.

MEGATUNELY

IZIP, oder die Elek­tro­ni­sche Gesund­heits­akte aus der ODS-Ära. Sie haben es nie gestartet, aber sie haben 1,8 Milli­arden Kronen dafür ausgegeben.

Zentrales Register der Verwal­tungs­ge­bäude. Wiederum ein Projekt von ODS und Finanz­mi­nister Miroslav Kalousek. Es war eine einfache Excel-Tabelle, für die sie 4 Mrd. CZK ausgaben.

Und drit­tens: sKarta, ein Projekt von TOP 09. Kosten 2,5 Milli­arden Kronen.

Wir sind bei 8,3 Milli­arden, die frühere Regie­rungen uns allen aus der Tasche gezogen haben, für ein Stück Schrott, das nutzlos war.

Bei den meisten IT-Projekten, die schließ­lich ins Rollen kamen, wieder­holte sich das gleiche Szenario. Der Staat oder die Stadt zahlt viel Geld für die Soft­ware­ent­wick­lung und dann wird jedes Jahr mehr Geld für die Lizenz versalzen, und oben­drein sind die Verträge so geschrieben, dass man aus ihnen nicht heraus­kommt oder es gibt riesige Strafen.

Leider haben wir bis heute mit den Schäden zu kämpfen, die sie ange­richtet haben. Und die Poli­tiker, die damals die Deals gemacht haben, laufen immer noch frei herum oder kriti­sieren uns sogar offen, wenn sie das Gefühl haben, dass die Digi­ta­li­sie­rung des öffent­li­chen Dienstes zu langsam vorangeht.

Falsch. Die Digi­ta­li­sie­rung des öffent­li­chen Dienstes geht keines­wegs langsam voran. Aber es ist brutal schwierig, und wir müssen Millionen von kleinen Schritten in diesem Prozess machen, von denen jeder durch das korrupte System, das von den Poli­ti­kern vor uns aufge­baut wurde, erschwert wird. Und ich habe nichts bemerkt, was die Piraten in der Zeit, in der sie in der Politik waren, getan haben. Sie haben eine große Klappe, aber alles, was sie in Prag geschafft haben, ist, das Smetana-Ufer zu schließen, eine Kaffee­ma­schine für 100 000 CZK zu kaufen und nichts von den Inves­ti­ti­ons­gel­dern zu verwenden, die wir ihnen hinter­lassen haben. Wie auch immer, lassen Sie uns weitermachen.

Zunächst eine kleine Auswahl dessen, was die soge­nannten „demo­kra­ti­schen Parteien“ in der Vergan­gen­heit verbockt haben. Gleich danach sehen Sie einen Vergleich, was wir gemacht haben. Was wir in nur wenigen Jahren geschafft haben, zu moder­ni­sieren, zu vernetzen, online zu bringen, den Menschen auf dem Handy und dem Computer zur Verfü­gung zu stellen, und trotzdem machen wir es inhouse, also im eigenen Haus, und sparen so Milli­arden von Dollar für uns alle.

Ich werde jetzt nicht alle Projekte aufzählen, die wir gemacht haben, um die Kommu­ni­ka­tion zwischen dem Bürger, der Wirt­schaft oder den Unter­nehmen und dem Staat zu verein­fa­chen. Dafür ist dieses Buch zu kurz.

Eines müssen wir jedoch bedenken. Neue Systeme für das 21. Jahr­hun­dert zu imple­men­tieren, die Behörden und Minis­te­rien mitein­ander verbinden, ist nicht einfach. Selbst wenn Sie ein tolles und ausge­klü­geltes Programm haben, können Sie es nicht einfach laufen lassen. Sie müssen zuerst die Gesetze ändern, die das abde­cken. Diese Arbeit ist nicht sichtbar, obwohl wir von Anfang an an einer neuen Gesetz­ge­bung gear­beitet und sie durch das Haus geschleust haben. So haben wir zum Beispiel bereits das Gesetz für digi­tale Dienst­leis­tungen, das Bank­iden­ti­täts­ge­setz und die Digi­ta­li­sie­rung von Bauver­fahren durch­ge­setzt, und mehr als 150 weitere Gesetze befinden sich in der zweiten Lesung.

Damit die Digi­ta­li­sie­rung so schnell wie möglich voran­schreitet, haben wir in diesem Jahr zusätz­lich 1,4 Milli­arden für die Digi­ta­li­sie­rung bereit­ge­stellt. Die Digi­ta­li­sie­rung ist der Schlüssel in unserem natio­nalen Coro­na­virus-Wieder­her­stel­lungs­plan. Es gibt mehr als 60 Projekte für Bürger und Unter­nehmen sowie für die öffent­liche Verwal­tung und Justiz.

DIGITALE IDENTITÄT

Es geht darum sicher­zu­stellen, dass jeder Bürger eine digi­tale Iden­tität hat. Das ist in den 10 Jahren, seit Poli­tiker den Menschen eine digi­tale Regie­rung verspre­chen, nicht passiert. Wir haben es geschafft, in Zusam­men­ar­beit mit den Banken, mit denen wir seit 2 Jahren hart verhan­delt haben, eine Lösung zu finden. Jeder, der Elec­tronic Banking hat, kann sich auf die gleiche Weise in die Datenbox und das Bürger­portal einloggen und die Online-Dienste des Staates nutzen. Bis Ende Januar haben wir dies für 1,5 Millionen Menschen möglich gemacht, und wenn sich die Banken nach und nach anschließen, werden bis zu 5,5 Millionen Kunden diese einfache Lösung in die Hände bekommen.

Mit der fort­schrei­tenden Digi­ta­li­sie­rung konnten wir auch ein einheit­li­ches Tarif­system einführen. Im Moment funk­tio­niert es haupt­säch­lich für Personen, die mit der Bahn reisen, aber es wird nach und nach auf andere Verkehrs­mittel ausge­weitet, unab­hängig vom Unter­nehmen, das die Trans­port­leis­tungen erbringt.

Die Digi­ta­li­sie­rung erlaubt es uns auch, viel besser zu kontrol­lieren, wie das Geld der Steu­er­zahler ausge­geben wird. Wir haben ein elek­tro­ni­sches System für das öffent­liche Beschaf­fungs­wesen in klei­nerem Umfang einge­führt. Wir haben alle Infor­ma­tionen und Formu­lare an einem Ort für Unter­nehmen in digi­taler Form zusam­men­ge­stellt. Auch alle Anträge auf staat­liche Beihilfen sind digital.

Bald können Sie Ihren Führer­schein machen und Ihr Auto online anmelden. Apropos Verkehr: Sie erin­nern sich viel­leicht noch an die ganzen Fälle mit dem Maut­system, das wir endlich in Ordnung gebracht haben.

DIGITALISIERUNG UNTER DEM CORONAVIRUS

Wie groß­artig unsere Digi­ta­li­sie­rungs­ex­perten sind, wurde während der Coro­na­virus-Krise deut­lich. Sie werden von Vladimir Dzurilla, dem Beauf­tragten unserer Regie­rung für Infor­ma­ti­ons­tech­no­logie und Digi­ta­li­sie­rung, geleitet, aber auch Experten aus der Armee haben sich als hervor­ra­gend erwiesen.

Sie alle haben schon von Smart Quaran­tine gehört, aber niemand kann sich die Arbeit und die Anzahl der Projekte vorstellen, aus denen es besteht.

Ohne das Daktela-System wäre das nicht möglich gewesen. Es ist die virtu­elle Tele­fon­zen­trale, in der Gesund­heits­sta­tionen posi­tive und gefähr­dete Kontakte anrufen. Wir haben mehr als 3.500 Bediener darauf geschult. Bisher liegt unser Rekord bei 1.970 Opera­toren, die 13.000 Posi­tive anrufen und insge­samt 40.000 Personen an einem einzigen Tag.

Smart Quaran­tine basiert eben­falls auf der Samm­lung und Analyse von Daten. Wir haben die Kapa­zi­täten aller Labore und Probenah­me­stellen mitein­ander verknüpft und begonnen, sie zu bewerten. Auf der Situa­ti­ons­karte haben wir jeden Tag die Situa­tion in unserem Land und in der Welt vergli­chen und bewertet, Infor­ma­tionen über durch­ge­führte Tests, posi­tive Fälle, Todes­fälle, Heilungen. In aller Ausführ­lich­keit, bis auf die Ebene der Bezirke. Wir haben einen eRouche entwi­ckelt, der Sie anonym über Blue­tooth auf Ihrem Mobil­te­lefon benach­rich­tigt, wenn Sie eine Person treffen, die positiv getestet wurde.

Selbst­aus­kunft. Wir haben die Arbeit der Gesund­heits­ämter verein­facht, indem wir die Möglich­keit einge­führt haben, dass jeder Covid-Posi­tive ein Online-Formular ausfüllen kann. Wir haben ein zentrales Buchungs­system einge­richtet, die Haupt­bu­chungs­stelle sowohl für PCR- als auch für Anti­gen­tests. Wir verwenden jetzt ein ähnli­ches System für die Buchung von Impfungen.

All dies würde nicht passieren, wenn es nicht für Vlad Dzurilla wäre.

Vielen Dank, Vlado, du bist großartig!

MIT IHNEN

Vielen Dank an Frau Sobí­š­ková aus Jáchymov, die mich auf den Artikel in der Zeit­schrift über einen kleinen Jungen namens Albín Augustín Balát aufmerksam gemacht hat, der in Waisen­häu­sern in Ostrava und Staňkov in Domaž­lice, aber auch in einer Pfle­ge­fa­milie in Ostrov nad Ohří aufge­wachsen ist.

Als ich ihn kennen­lernte, war er 21 Jahre alt. Er entschied sich, nach Ungarn zu gehen, um einen euro­päi­schen Frei­wil­li­gen­dienst zu leisten und Fami­lien und Kindern in der Umge­bung zu helfen, und wurde sogar für die Volun­tee­ring Awards 2019 für die Tsche­chi­sche Repu­blik in Brüssel nomi­niert. Und es ist groß­artig. Ich musste ihn zum Kaffee einladen.

Albin hat unheim­lich viel Energie und hat mir mit Begeis­te­rung Videos auf seinem YouTube-Kanal gezeigt. Wir haben viele von ihnen beob­achtet. Respekt! Er sagte, seine Freunde würden nicht glauben, dass er hier war. Er war hier. Ein offi­zi­elles Treffen im Büro der Regie­rung der Tsche­chi­schen Repu­blik. In vollem Ornat. Ich fühlte mich geehrt.

IDEEN FÜR INTELLIGENTES FAHREN

Als ich beim Vignetten-Hacka­thon dabei war, habe ich mich mit den Entwick­lern unter­halten und mir dann von Vlad Dzurilla erklären lassen, wie Soft­ware heute entwi­ckelt wird.

Ich meine, erklären ☺ Nicht, dass ich es super gut verstehen würde, aber ich war sehr inter­es­siert an etwas, das sich das Agile Entwick­lungs­ma­ni­fest nennt. Sehr schnelle Soft­ware-Entwick­lung. Coole Methode.

Es ist so einfach, dass sogar ich es verstanden habe, und ich denke: Was wäre, wenn der Staat so funk­tio­nieren würde? Als Service für den Bürger.

Sehen Sie:

Unsere oberste Prio­rität ist es, den Kunden zufrieden zu stellen, indem wir früh­zeitig und konti­nu­ier­lich wert­volle Soft­ware liefern.

Wir begrüßen Ände­rungen der Anfor­de­rungen, auch in späteren Phasen der Entwicklung.

Agile Prozesse unter­stützen den Wandel zur Stei­ge­rung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Kunden.

Wir liefern funk­tio­nie­rende Soft­ware in Inter­vallen von Wochen bis Monaten, mit einer Präfe­renz für kürzere Zeiträume.

Geschäfts- und Entwick­lungs­leute müssen während des gesamten Projekts täglich zusammenarbeiten.

Wir bauen Projekte um moti­vierte Indi­vi­duen herum.

Wir schaffen ein Umfeld für sie, unter­stützen ihre Bedürf­nisse und vertrauen darauf, dass sie einen guten Job machen.

Ich frage mich also, ob das nicht eine sehr inspi­rie­rende Sache für die Entwick­lung und das Manage­ment von klei­neren Dingen im Staat ist. Projektleitung.

Bevor es agile Entwick­lung gab, wurde Soft­ware so entwi­ckelt, dass genau fest­ge­legt war, wie das Ergebnis aussehen sollte. Aber der ganze Prozess braucht Zeit und das Leben geht weiter. Etwas zu entwi­ckeln, das niemand mehr will, weil sich die Anfor­de­rungen der Zeit geän­dert haben, ist keine gute Idee. Diese neue Methodik ist in der Lage, flexibel auf sich ändernde Anfor­de­rungen während der Entwick­lung zu reagieren.

Und eine der Grund­lagen der agilen Entwick­lung ist es, iterativ zu testen, man nennt das „Testen in Itera­tionen“. Zurück­gehen an denselben Ort und Heraus­finden des aktu­ellen Zustands und der Reak­tionen auf der Grund­lage dessen, was wir bereits wissen.

Coro­nacrisis hat uns auch gezeigt, dass wir einige Projekte durch Online- und Cloud-Tools unglaub­lich schnell verwalten können. Viel­leicht können wir uns Methoden aus der Soft­ware­ent­wick­lung ausleihen, die wir nutzen können, um den Zustand schneller zu machen.

Warum kann es keine Hacka­thons zu Gesetzen geben?

Ein Sach­be­ar­beiter wird keine sechs­mo­na­tigen Fristen für eine große Sache haben, sondern wöchent­liche „Sprints“ für eine kleine Sache. Der Staat könnte sich sehr schnell auf den Bürger zube­wegen und alle „Benut­zer­schnitt­stellen“ in Rich­tung des Anwen­ders oder Bürgers vereinfachen.

Und natür­lich war der Hacka­thon, den ich damals erlebt habe, unglaub­lich. Mir fällt ein, dass ich gerne Regie­rungs-Hacka­thons machen würde, bei denen in Rekord­zeit viele Ideen gene­riert werden, um zum Beispiel Prozesse in den tausenden von IT-Systemen des Staates zu verein­fa­chen. Für den Bürger. Für jeden einzelnen von uns. Wissen Sie, wenn Sie, sagen wir mal, fünfzig super­in­tel­li­gente Leute haben, Analysten, Entwickler, Benut­zer­ober­flä­chen­ex­perten, Projekt­ma­nager, die sich zwei Tage lang einem Projekt völlig widmen, muss das irgendwo auftauchen.

Und noch eine Idee, die mir kam. Neben der Entwick­lung können wir auch verschie­dene Gesetze in Pilot­pro­jekten testen. Ein Land­kreis, Bezirk oder eine Stadt, in der wir eine neue Reform mit der Zustim­mung der Bewohner und mit einem Bonus für sie testen können, bevor sie im Gesetz­ge­bungs­ver­fahren landes­weit umge­setzt wird. Dazu braucht es nur eine Stadt. Und natür­lich wäre es toll, die vernach­läs­sigten Regionen einzubeziehen.

Eine letzte Sache, die mir aufge­fallen ist. In den Nieder­landen kauft der Staat über öffent­liche Ausschrei­bungen ein. Jeder kann mitma­chen und folgen. Hier? Ich habe manchmal das Gefühl, dass der Staat nicht in der Lage ist, sehr effi­zient einzu­kaufen. Bevor wir kamen und das Vertrags­re­gister durch­setzten, gab es bei fast allen staat­li­chen Beschaf­fungen allge­gen­wär­tige Korrup­tion. Das Register der Verträge hat die Korrup­tion erheb­lich redu­ziert. Seit sieben Jahren haben wir in den Medien nichts mehr von den großen Tunneln gelesen.

Aber es ist noch etwas anderes passiert. Manchmal habe ich das Gefühl, dass staat­liche Anschaf­fungen von einer allge­gen­wär­tigen Angst der Beamten begleitet werden, dass sie einen Fehler machen könnten. Der Zustand hat sich verlang­samt und ist ins Stocken geraten.

Wenn es öffent­lich online gekauft würde, so wie wir die ganze Koro­na­krise gema­nagt haben, würde es niemand in Frage stellen.

Multi­dis­zi­pli­näre Teams können sich umsehen.

Das SAO kann der Garant für Käufe sein und den Vertrag jetzt abstem­peln, nicht erst DANN prüfen.

Sicher, es sind nur Ideen, aber stellen Sie sich vor, dass, um etwas zu bewirken, erst einmal jemand die Idee haben muss.

Ich denke, wir haben etwas davon von den neuen poli­ti­schen Parteien erwartet, aber wir haben nicht viel bekommen.

Ich muss es wieder tun! ☺ Klassisch.

TEIL DREI

Seien Sie stolz! Und hören Sie, wie wir unserem Land helfen können

Der wich­tigste Teil dieses Buches beginnt. Jetzt möchte ich Ihnen sagen, warum Sie stolz auf unser Land sein sollten. Und warum ich weiterhin Ihr Premier­mi­nister sein möchte. Warum ich weiterhin für die Tsche­chi­sche Repu­blik arbeiten möchte. Warum ich weiterhin um 5:30 Uhr aufstehen und jeden Tag arbeiten möchte, einschließ­lich Samstag und Sonntag.

DIE VERFASSUNG UND WAS ICH VON IHR HALTE

Das Wich­tigste zuerst. Die Verfas­sung. Das Grund­ge­setz dieses Landes. Es wurde sehr schnell nach der Revo­lu­tion geschaffen und dann durch den Zusatz der direkten Präsi­den­ten­wahl grund­le­gend verän­dert. Und ich wage zu behaupten, mehr als die allge­gen­wär­tigen Verfas­sungs­rechtler in den Medien hat Miloš Zeman unsere Verfas­sung in den letzten Jahren populär gemacht. Ja, das hat er. Er brachte die Leute dazu, es zu lesen, wenn er es inter­pre­tierte. Und er inter­pre­tierte es auf seine eigene Weise.

Ganz auf seine Art.

Genau wie jeder Präsi­dent unseres Landes seit 1989.

Aber ich will hier keine poli­tik­wis­sen­schaft­liche Studie versu­chen. Dafür haben wir genug Poli­tik­wis­sen­schaftler, und ich denke, wir wissen, was passiert, wenn ein Poli­tik­wis­sen­schaftler eine poli­ti­sche Partei leitet. Wir haben viele Theo­re­tiker. Ich bin Prak­tiker und weiß etwas über die Funk­ti­ons­weise der Verfas­sung im Laufe der Jahre in der Politik. Und in diesem Buch möchte ich sagen, was ich über unsere Verfas­sung denke. Und ich denke, jeder Poli­tiker, der um Ihre Stimme kämpft, sollte das tun. Lassen Sie uns das klarstellen.

Nur ein paar Gedanken. Ich werde Sie nicht lange aufhalten. Wie sollte unsere Verfas­sung aussehen? Was soll unser Land sein?

Lassen Sie es mich einfach ausdrü­cken. Ich möchte einen Zustand, der nicht kompli­ziert ist und funktioniert.

Aber unser Staat ist komplex. Je mehr Insti­tu­tionen und bezahlte Volks­ver­treter wir haben, desto lang­samer wird unsere Repu­blik, desto teurer, und es gibt eine Viel­zahl von Inter­essen, die oft gegen­ein­ander laufen. Es kann nicht effektiv verwaltet werden. Sie kann nicht koor­di­niert werden. Es kann nicht schnell verein­bart werden. Es ist nicht möglich, hier stabil zu arbeiten. Fast jedes Jahr finden Wahlen statt. Nächstes Jahr gibt es eine weitere. Und dann wieder und wieder. Erst im Jahr 2027 können die Wähler ein Jahr Pause machen. Und diese riesige Anzahl von poli­ti­schen Posi­tionen ist nichts anderes als Chaos, mit allen mögli­chen Poli­ti­kern, die Posi­tionen unter sich anhäufen und dafür riesige Geld­be­träge nehmen.

Viele Abge­ord­nete sitzen gleich­zeitig in der Abge­ord­ne­ten­kammer, in den Regio­nal­räten und in den Gemein­de­räten. Erscheint Ihnen das normal? Eine Person, die ihren Job richtig und in Voll­zeit machen will, kann nicht auf drei oder mehr Stühlen sitzen. Wer das tut, ist einfach ein Funk­ti­ons­sammler und kümmert sich nicht darum, ob er seine Arbeit gut und für die Menschen macht.

In diesem Jahr finden Wahlen zum Unter­haus statt, was Sie natür­lich wissen.

Es wird viel darüber geredet, dass das Wahl­system unfair ist. Das denke ich auch, aber auf eine ganz andere Art und Weise als das, was die kleinen Parteien in der Oppo­si­tion sagen. Ich denke, es ist etwas völlig anderes als das, was das Verfas­sungs­ge­richt entschieden hat, und etwas anderes als das, was die Parteien im Parla­ment verein­bart haben, um diese kommenden Wahlen durchzuführen.

Ich bin radikal in dieser Sache, also werde ich mich kurz fassen.

Ich glaube, dass der Gewinner der Wahl regieren sollte, die volle Verant­wor­tung für die Regie­rung und ihr Programm über­nehmen sollte, und nach 4 Jahren sollten die Wähler entscheiden, ob die Regie­rung erfolg­reich war und weiter­ge­führt werden sollte, oder ob sie geschei­tert ist und Platz für jemand anderen machen sollte.

Ich mag das derzei­tige System nicht, das die Parteien zwingt, in Koali­tion zu regieren. Ich finde es inef­fektiv und, was noch schlimmer ist, unwahr. Es ist ein Betrug an den Menschen. Und die Stabi­lität der tsche­chi­schen Regie­rungen seit 1993, als die unab­hän­gige Tsche­chi­sche Repu­blik gegründet wurde, ist leider katastrophal.

Nur drei Regie­rungen haben ihre Amts­zeit ordnungs­gemäß beendet. Ja, nur drei Regie­rungen der Tsche­chi­schen Repu­blik sind nicht gestürzt und haben bis zu den Wahlen regiert. Ob regel­mäßig oder früh. Schauen wir uns das mal an.

Die erste Regie­rung von Václav Klaus 2. Juli 1992 – 4. Juli 1996

Regie­rung von Miloš Zeman 22. Juli 1998 – 15. Juli 2002

Und die Regie­rung von Bohuslav Sobotka 29. Januar 2014 – 13. Dezember 2017

Und jetzt können wir sagen, dass es der zweite von Babiš war.

Die einzige Regie­rung, die keine Koali­ti­ons­re­gie­rung war, war die zweite. Die Regie­rung von Miloš Zeman. Die einzige einfar­bige Regie­rung in der Geschichte unseres Landes. Sie regierte bis zu den regu­lären Wahlen. Ich werde mir hier nicht verzeihen, wenn ich sage, dass mein erstes, einfar­biges Minder­heits­ka­bi­nett zwar 208 Tage lang ohne Vertrauen regierte, aber eine Regie­rung mit einem Glücks­fall war. Wir waren immer online, konnten uns schnell abstimmen und die Dinge sofort erle­digen. Es ist über­haupt nicht vergleichbar mit einer Koali­ti­ons­re­gie­rung, wo man zwei Jahre damit verbringt, ein Problem zu lösen, obwohl es in zwei Tagen gelöst werden könnte,

Wie Sie sehen, schließt unser Proporz­system die Stabi­lität von Regie­rungen absolut aus. Insge­samt hat es 15 Regie­rungen gegeben, einschließ­lich der jetzigen, die ich gebildet habe und die ich leite.

Wie ich schon sagte, haben nur drei Regie­rungen bis zum Ende der Legis­la­tur­pe­riode durchgehalten.

Was ist mit dem Rest, fragen Sie? Nun, bitte, lassen Sie uns das in Ordnung bringen.

Die zweite Regie­rung von Václav Klaus, 4. Juli 1996 – 2. Januar 1998. ODS-Finanzskandale.

Die büro­kra­ti­sche Über­gangs­re­gie­rung von Josef Tosovsky 2. Januar 1998 – 22. Juli 1998.

Regie­rung von Vladimír Špidla 15. Juli 2002 – 4. August 2004. Diese Regie­rung wurde durch das Schei­tern der ČSSD bei den Euro­pa­wahlen wieder demon­tiert. Špidla trat nach den Wahlen zurück. 2 Jahre. Ein typi­sches Beispiel dafür, wie das Proporz­system uns nicht hilft.

Die Regie­rung von Stanislav Gross, 4. August 2004 – 25. April 2005. Weniger als ein Jahr. Stanislav Gross konnte nicht erklären, woher seine Wohnung in Barrandov kam, und seine Frau lieh sich 6 Millionen für ein Haus von einem Bordell­be­treiber. Schreck­lich. Verrückt.

Die Regie­rung von Jiří Paroubek 25. April 2005 – 16. August 2006. Nach Gross über­nahm Premier­mi­nister Paroubek das Amt bis zu den Wahlen 2006.

Erste Regie­rung von Mirek Topolánek 4. September 2006 – 11. Oktober 2006. Der erste Versuch, eine Regie­rung zu bilden, schei­terte daran, Vertrauen zu gewinnen. Er musste Über­läufer holen, um die 100:100-Patt-Situation zu lösen.

Und hier hat es angefangen.

Die zweite Regie­rung von Mirek Topolánek 9. Januar 2007 – 26. März 2009. Die erste und bisher einzige Regie­rung in der Geschichte der Tsche­chi­schen Repu­blik, die durch ein Miss­trau­ens­votum im Unter­haus gestürzt wurde. Ein klas­si­sches Beispiel für ein propor­tio­nales System.

Die kleri­kale Regie­rung von Jan Fischer 8. Mai 2009 – 13. Juli 2010. Bis zu den Wahlen 2010.

Regie­rung von Petr Nečas 13. Juli 2010 – 10. Juli 2013. Auch Koali­tion. Richtig, der Fall Nagy.

Offi­zi­elle Regie­rung von Jiří Rusnok 10. Juli 2013 – 29. Januar 2014.

So funk­tio­niert das in unserem Land. Nicht sehr gut. Parteien gehen zur Wahl, sie haben alle ein Programm, der Wähler wählt dieje­nige, die ihm gefällt, basie­rend auf den Kandi­daten, der geleis­teten Arbeit und dem Programm.

Aber unser System erlaubt es dem Gewinner einer Wahl kaum, allein zu regieren. Sie müssen einen Koali­ti­ons­partner finden, meist zwei. Sie machen dann aus den Programmen ein Maglajz, das sie Programm­aus­sage nennen. Das bedeutet, dass der Wähler nie das bekommt, was er an der Wahl­urne gewählt hat. Sie bekommen nie das Programm, für das sie gestimmt haben. Das kommt nicht in Frage.

Die Regie­rungs­par­teien können sich dann bei der Koali­tion entschul­digen und tun dies oft auch, wenn sie irgendein Verspre­chen aus dem Wahl­kampf nicht erfüllen.

Dann darf man sich nicht wundern, dass die Menschen poli­tik­müde sind, den Poli­ti­kern nicht vertrauen und nach jeder Wahl enttäuscht sind.

Das derzei­tige System besteht aus schwa­chen und insta­bilen Regie­rungen. Es erzeugt ein schreck­li­ches Gefühl der Insta­bi­lität in den Menschen, eine Depres­sion, dass sowieso nichts mehr etwas wert ist, und wir haben uns daran gewöhnt, dass Regie­rungen fallen.

Deshalb bin ich für ein Mehrheitssystem.

Ich sage, lasst es uns richtig machen. Meine Ideal­vor­stel­lung? Ändern wir das Wahl­system für das Unter­haus so, dass die sieg­reiche Partei tatsäch­lich regieren und sich zeigen kann. Alles auf ihrem Shirt und ihrem Namen. Vier Jahre, um aufzu­tau­chen. Machen wir es wie in Großbritannien.

Führen wir doch einfach 200 Einzel­wahl­kreise ein, und derje­nige mit den meisten Stimmen würde gewinnen. Einfache Zahlen, ohne Neube­rech­nungen von Sitzen. Der Wähler weiß, wer in seinem Wahl­kreis gewählt wurde und ob er alles tut, um das zu halten, was er verspro­chen hat. Totale Offen­heit und totale Kontrolle der Politiker.

Eine solche Rege­lung würde auch bedeuten, dass nur eine Partei regieren könnte. Auch die regio­nale Dimen­sion wäre wichtig. Es gäbe auch keine Notwen­dig­keit für Koali­tionen, und viel­leicht würden wir endlich einige Persön­lich­keiten in der Abge­ord­ne­ten­kammer sehen, anstatt der alten meri­to­kra­ti­schen Partei­männer, die ihre Plätze auf dem Wahl­zettel in den Hinter­zim­mern der Kongresse gewinnen und nicht einmal zum Volk gehen müssen.

Das ist eine Ände­rung der Verfas­sung, die der Tsche­chi­schen Repu­blik sehr helfen würde. Jeder soll zeigen, wie sehr ihn die Wähler in seinem Wahl­kreis mögen.

Und Sie wissen wahr­schein­lich, dass das Verfas­sungs­ge­richt in diesem Jahr eine Mist­gabel in unser Wahl­system geworfen hat, die dem Wahl­sieger mehr Sitze bescherte, damit er eine Chance hat, eine stabile Regie­rung zu bilden. Über 20 Jahre lang hat es niemanden gestört, aber dieses Jahr schon. Dabei hat das Verfas­sungs­ge­richt selbst schon einmal gesagt, dass das bestehende System verfas­sungs­kon­form ist. Aber dieses Jahr hat es das geän­dert, indem es das Verhält­nis­wahl­recht noch STÄRKER gemacht hat. Stellen Sie sich also vor, wie stabil Regie­rungen nach dieser Ände­rung wahr­schein­lich sein werden. Anstatt den Weg Groß­bri­tan­niens zu gehen, hat uns das Verfas­sungs­ge­richt in Rich­tung Italien geschickt, wo Regie­rungen fast nie ihre Amts­zeit beenden.

Richtig. Weiter geht’s.

ICH BIN VENKED

Nahrung und Wasser sind die kost­barsten Güter der Welt. Wer frucht­baren Boden und reich­lich Wasser hat, hat eine Zukunft.

Boden.

Es ist der Ort, an dem alles wächst.

Es gäbe keine Wirt­schaft, keine Kultur, keine Dienst­leis­tungen und keine Bildung, wenn die Land­wirt­schaft nicht am Anfang von allem gestanden hätte. Hier werden die ersten Werte geschaffen, von denen andere profitieren.

Das habe ich schon als kleiner Junge gelernt, als ich meiner Groß­mutter und meinem Groß­vater im Hof und im Garten geholfen habe. Sie hatten zwei Pferde, eine Kuh, ein Schwein, Enten, Gänse und Kanin­chen. Dann wurden sie verstaat­licht, sie verloren das Pferd und die Kuh, und mein Groß­vater, der Schmied war, ging zur Arbeit für JZD. Aber es blieb ihnen ein Garten, in dem ich hart gear­beitet habe. Ich habe auch Opa mit den Bienen geholfen.

Ich habe jetzt selbst­ge­machten Honig in meinen Cappuc­cino getan. Keiner meiner Kollegen versteht es, aber ich mag es. Ich lese gerade eine Fami­li­en­ge­schichte, die meine Mutter geschrieben hat. Ich erin­nere mich, dass ich die Henne beob­ach­tete, bis das Ei aus ihr heraus ins Stroh fiel, dann schnappte ich es mir schnell und lief zu meiner Groß­mutter in die Küche. Und wie ich geweint habe, als das Kanin­chen unter den Stall kam. Aber es hat mir gezeigt, wie Lebens­mittel tatsäch­lich herge­stellt werden. Wie schwer es ist, es zu verdienen, und was man tun muss, und was man lernen muss, bevor man Essen auf den Tisch bringen kann. Und dann lebt die ganze Familie, das ganze Dorf, das ganze Land von seiner Arbeit. Manchmal habe ich das Gefühl – und ich entschul­dige mich, wenn ich zu hart bin -, dass einige der heutigen jungen Leute nichts mehr davon sehen und nicht sehen wollen. Sie wollen nur hören, dass das, was sie in einem gläsernen Café im Stadt­zen­trum bestellt haben, biolo­gisch und aus Frei­land­hal­tung ist. Das ist alles, was sie interessiert.

Aber im Boden liegt die tiefste Wahr­heit. Je weniger Kontakt ein Volk mit dem Boden hat, desto schneller verschwindet der gesunde Menschen­ver­stand. Was ist gesunder Menschen­ver­stand? Nun, ein Bewusst­sein dafür, wie die Welt funk­tio­niert. Nicht das, was ich möchte und was ich gerne hätte. Aber wie es wirk­lich ist. Ein Land­wirt zu sein, bedeutet, unun­ter­bro­chen Zeuge zu sein, wie die Welt funk­tio­niert. Was ich tun muss, was ich vermeiden muss, worauf ich achten muss.

GEMEINSAMER VERSTAND.

Als ich noch in der Land­wirt­schaft tätig war, stand ich immer vor Sonnen­auf­gang auf und fuhr herum, um meine Ställe zu kontrol­lieren, um sicher­zu­stellen, dass unsere Kühe ihre Hufe geschoren und ihren Dung ausge­schieden hatten. In Halb­stie­feln. Und wehe, wenn sie es nicht sind. Da habe ich den Zoowärter aus dem Bett geholt. Und es gab einen Schrei.

Seitdem sind viele Jahre vergangen. Ich erin­nere mich, wie ich als Minis­ter­prä­si­dent am frühen Morgen auf einem Feld in der Nähe von Trotina in der Region Trutnov stand. Ich habe mir den Bau der Auto­bahn D11 ange­sehen, die hier in Rich­tung Hradec und weiter nach Polen verlaufen wird. Die Leute liefen mit Bana­nen­kisten um mich herum. Es waren Archäo­logen, die bei der Vorbe­rei­tung der Auto­bahn unter­ir­di­sche Denk­mäler der ersten Bauern in unserem Gebiet gefunden hatten. Sie fanden so viele zurück­ge­las­sene Arte­fakte, dass sie 2.000 dieser Kisten damit füllten. Sie waren 7.000 Jahre alt. Ja, am Anfang jeder Zivi­li­sa­tion gab es und gibt es noch immer Bauern.

Einige unserer jungen Leute leben heute in einem solchen Wohl­stand und Komfort, dass sie sich mit nichts Wirk­li­chem ausein­an­der­setzen müssen. Viele von ihnen haben sich von der realen Welt isoliert, funk­tio­nieren nur noch auf Social Media und in Coffee Shops und wollen die berühmte „Work-Life-Balance“. Über­an­strengen Sie sich nur nicht. Sie verwenden Infor­ma­tionen aus zweiter Hand, sie haben nichts davon erlebt. Sie haben also ihre eigene Vorstel­lung von der Welt, aber sie wissen nicht, wie sie wirk­lich funk­tio­niert, welche Anfor­de­rungen sie stellt und welche Gesetze sie hat. Sie denken zum Beispiel, dass wir die Welt retten werden, wenn wir aufhören, Autos zu fahren und statt­dessen mit Elek­trorol­lern aus China fahren. Oder dass wir kein Fleisch mehr essen und statt­dessen Tofu aus Brasi­lien mit Cous­cous aus Italien essen. Dann fangen sie an, unter­ein­ander zu streiten, wer die radi­ka­lere „Lösung“ hat, bis es darauf hinaus­läuft, dass wir Menschen aufhören sollten, uns fort­zu­pflanzen und die Welt den Eisbären überlassen.

Ich war auch jung, aber ich kann mich nicht daran erin­nern, dass ich so herab­las­send und aggressiv gegen­über der älteren Genera­tion war oder gegen­über Leuten, die mir nicht sofort in allem entge­gen­kommen wollten.

GRETA

Viele junge Leute schauten zu der berühmten Greta auf. In Greta Thun­berg, einem damals 16-jährigen schwe­di­schen Mädchen, das dafür berühmt wurde, Staats­männer der Welt anzu­schreien. Sie beschul­digt die ältere Genera­tion, ihre Zukunft zu ruinieren, während alles, was sie isst, trägt, in dem sie reist und über das sie mit ihren Freunden kommu­ni­ziert, von genau der Genera­tion erfunden, ange­baut und produ­ziert wurde, die sie nun verärgert.

Ich empfinde es als eine große Unge­rech­tig­keit und ich erlebe es als Minis­ter­prä­si­dent unseres Landes. In diesem Kapitel werde ich beschreiben, was wir für unsere Land­wirte, für den Kampf gegen den Klima­wandel und für das Über­leben unserer Nation im Allge­meinen tun. Das sind logi­sche Lösungen, die auf gesundem Menschen­ver­stand beruhen, nicht das Kuschel-Marke­ting, das Akti­visten auf den Plätzen und die Klima-Lobby in Brüssel betreiben. Zum Beispiel dieje­nigen, die vor dem Cabinet Office demons­trierten, als wir eine Pres­se­kon­fe­renz mit Minis­tern zum Thema Klima hatten. Die Demons­tranten, die noch keine zwanzig Jahre alt waren, schrien uns über den Zaun zu, dass wir nichts tun würden. Also habe ich sie nach drinnen einge­laden, direkt in die Straka-Akademie.

AKTIVITÄTEN

Ich wollte wirk­lich wissen, warum sie streiken und was wir ihrer Meinung nach falsch machen. Und ich war genauso ehrlich über­rascht von ihrem Hand­lungs­stil. Ich nehme mein Alter nicht wirk­lich als eine Art Verdienst, ich stelle mich nicht über die Jüngeren und ich führe gerne ein offenes Gespräch, aber das war selbst für mich ein biss­chen viel. Das letzte Mal, dass ich eine ähnliche Herab­las­sung und Aggres­si­vität gesehen habe, war bei der UNO, als ich die Rede von Greta Thun­berg auf Band sah.

Wir haben den Umwelt­mi­nister und den Minister für Handel und Indus­trie um ihre Meinung gebeten. Ob wir Atom­kraft­werke bauen sollten, ob wir Kohle­kraft­werke schließen sollten, aber sie sagten uns, dass sie es selbst nicht wüssten und dass wir mehr mit Klima­wis­sen­schaft­lern spre­chen sollten. Richtig. Aber genau das tun wir regel­mäßig. Und Klima­to­logen sitzen in unserer National Drought Coali­tion, über die ich gleich noch mehr schreiben werde.

Die Akti­visten forderten uns auf, mehr in erneu­er­bare Ener­gien zu inves­tieren. Sie lesen wahr­schein­lich nie die Zeitung oder sehen die Nach­richten. Sonst wüssten sie, was mit den Solar­kraft­werken passiert ist, mit diesem Mega­tunnel aus der Topolánek-Ära, der eine Milli­arde wert ist, wegen dem wir jedes Jahr 40 Milli­arden Kronen zahlen, um Solar­kraft­werke zu begünstigen.

Sie haben wahr­schein­lich auch noch nie auf eine Karte geschaut, wie die Tsche­chi­sche Repu­blik aussieht. Sie hätten gewusst, dass Wasser­kraft­werke in diesem Land aufgrund der Trocken­heit leider keine große Zukunft haben. Und Wind­parks? Unsere schöne Land­schaft mit Säulen von riesigen Wind­rä­dern aufbauen? Ich glaube nicht, dass das jemandem gefallen würde. Außerdem haben wir bekannt­lich nicht das Meer, wo Wind­kraft­an­lagen souverän am effek­tivsten sind. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auf erneu­er­bare Ener­gien setzen; wir unter­stützen weiterhin Solar­pa­neele, aber haupt­säch­lich auf den Dächern von Häusern oder Super­märkten und Fabrik­hallen. Dort machen sie sicher­lich mehr Sinn als auf Feldern und Wiesen.

Als wir den Akti­visten all diese logi­schen Argu­mente präsen­tierten, sah ich nicht einen einzigen von ihnen auch nur mit dem Kopf nicken oder vernünftig reagieren. So wie sie hoch­mütig herein­kamen, gingen sie auch hoch­mütig wieder hinaus. Zwischen den Türen warf noch einer von ihnen ein: „Findet es selbst heraus.“ Ja, natür­lich. Und tschüss.

Wohin führt das?

Februar 2021 und in den News steht:

In Schweden fehlt ein still­ge­legtes Kern­kraft­werk. Stoppt das Staub­saugen, mahnt die Bürger

Schweden kämpft mit einem ernsten Problem. Nach der Abschal­tung des ersten Blocks des Kern­kraft­werks Ring­hals 1 Ende letzten Jahres und einem harten Frost zu Beginn des neuen Jahres, hat das nordi­sche Land nicht genug Strom. Das schwe­di­sche Staats­fern­sehen SVT ruft deshalb die Anwohner auf, nicht mehr zu saugen. Einige Fabriken haben die Produk­tion gestoppt, aber das ist nicht genug.

Der Wind ist nicht genug. Schweden hat Probleme mit der Strom­ver­sor­gung. Oppo­si­tion fordert Rück­kehr zur Atomkraft

Die Vorsit­zende der schwe­di­schen Christ­de­mo­kraten, Ebba Busch, hat sich mit der Forde­rung nach zwei neuen Atom­re­ak­toren in die Debatte um die Lösung der Ener­gie­krise des Landes einge­schaltet. Schwe­dens Ener­gie­stra­tegie drängt das Land in Rich­tung erneu­er­bare Ener­gien, zu denen die Kern­kraft nicht gehört. Im Dezember wurde ein weiterer Reaktor abge­schaltet, und das nordi­sche Land leidet unter Stromknappheit.

Sie können wahr­schein­lich selbst sehen, wie es ihnen in Gretas Heimat geht. Wie auch immer.

Deshalb erzähle ich Ihnen jetzt, wie wir den Klima­wandel, die Dürre und die nach­hal­tige Land­wirt­schaft angehen. Wir tun es mit Logik und gesundem Menschen­ver­stand. Natürlich.

Und geben Sie es weiter. Es ist immer gut, den Menschen zu erklären, wie wichtig die Umwelt ist, sie aufzu­klären und sie dadurch dazu zu bringen, aus eigenem Antrieb, weil sie einen gesunden Menschen­ver­stand haben, Verant­wor­tung für einen besseren Umgang mit ihrer Umwelt zu über­nehmen. Und das haben die Tschechen.

Immerhin ist die Tsche­chi­sche Repu­blik auf Platz 7 der Welt­rang­liste für nach­hal­tige Entwick­lung. Das ist die offi­zi­elle Zahl, an die ich nicht nur unsere Akti­visten, sondern die ganze Welt bei der UN-Gene­ral­ver­samm­lung im September 2019 erin­nert habe.

Wir Tsche­chen brau­chen uns nichts sagen zu lassen, und wenn uns etwas sinn­voll erscheint, nehmen wir es gerne selbst in die Hand, aber wir wollen immer selbst entscheiden. Lassen Sie nicht zu, dass uns jemand in die Quere kommt.

WIR PFLANZEN BÄUME

Ich habe mich gerade bei der UNO verpflichtet, dass wir bis 2025 10 Millionen Bäume und in den nächsten zehn Jahren eine Milli­arde Setz­linge pflanzen werden.

Ein Baum ist die beste Klima­an­lage der Natur, er hat sogar die Kühl­leis­tung von 10 künst­li­chen Klima­an­lagen, er erzeugt Sauer­stoff für 10 Menschen an einem Tag, und er absor­biert in seinem Leben so viel Kohlen­di­oxid, wie ein Auto in die Luft abgeben würde, wenn es dreimal die Erde umrundet. Außerdem befeuchtet er seine Umge­bung. Es ist ein erstaun­li­cher Organismus.

Bäume zu pflanzen ist also kein Popu­lismus, wie manche Jour­na­listen behaupten, sondern lebens­wichtig. Und wie ein Sprich­wort sagt: Wer einen Baum pflanzt, kann kaum erwarten, zu Lebzeiten in seinem Schatten zu ruhen. Bäume zu pflanzen ist das Gegen­teil von Populismus.

Das Umwelt­mi­nis­te­rium, die Part­ner­schafts­stif­tung, der Städte- und Gemein­de­bund und viele andere helfen maßgeb­lich bei dem Plan, 10 Millionen neue Bäume zu pflanzen. Seit 2017 haben wir mehr als 665 Millionen Setz­linge in Wäldern und eine Million Bäume außer­halb von Wäldern gepflanzt.

Noch schneller ginge es, wenn all die Schüler, die frei­tags statt in die Schule kommen, um für das Klima zu demons­trieren, sich uns anschließen würden. Dieses Projekt sollte alle Genera­tionen, die ganze Nation vereinen. Jeder kann mitma­chen, aber es wäre toll, wenn möglichst viele Kinder und Jugend­liche mitma­chen würden. Wir haben 420 000 Gymna­si­asten und 290 000 Univer­si­täts­stu­denten. Sie alle können in der Schule in der Erde graben und einen Baum pflanzen.

Es gibt 364 000 Kinder in Kinder­gärten und weitere 941 000 in Grund­schulen. Wenn Sie Kinder haben, wissen Sie, dass sie begeis­tert sind, mit Schmutz und einer Schaufel zu arbeiten. So soll jeder seinen eigenen Schöss­ling pflanzen. Es ist winzig, es ist 15 Zenti­meter lang, ich bin sicher, die Kinder werden es genießen. Es ist ihre Zukunft und sie sind in dem Alter, in dem sie lernen sollten, die Natur zu lieben.

Darüber habe ich auch mit den Leite­rinnen der Kinder­gärten gespro­chen, die nach Prag gekommen sind, um über Löhne im Bildungs­wesen und die Novelle des Bildungs­ge­setzes zu disku­tieren. Am Ende des Tref­fens fragte ich sie, ob die Kinder meinen Plan begrüßen würden, ihnen Schau­feln zu geben und kleine Baum­setz­linge zu pflanzen. Es hat ihnen sehr gut gefallen und wir müssen die Logistik noch ausar­beiten. Natür­lich, wenn wir an der nächsten Regie­rung betei­ligt sind.

Wir haben gerade 250 Millionen an Zuschüssen für Schulen ange­kün­digt, um mit dem Anlegen von Natur­gärten zu beginnen. Danach haben wir weitere 100 Millionen frei­ge­geben, um die sich absolut jeder bewerben kann, der sich entschließt, Bäume zu pflanzen. Gemeinden, Einzel­per­sonen, Schulen und sogar der Verband der mähri­schen Winzer. Wir pumpen weitere Hunderte von Millionen in die Bepflan­zung, wo immer wir können. Rasen­flä­chen, Alleen, Gärten. Überall im Land.

Ich, zum Beispiel, habe meine Studen­ten­jahre mit stän­digen Neben­jobs verbunden. Alle meine Klas­sen­ka­me­raden haben während des Studiums für ihren Lebens­un­ter­halt gear­beitet. Und dank der Baum­pflan­zung bin ich sogar als Minis­ter­prä­si­dent wieder in Teil­zeit tätig. Meinen ersten Baum habe ich in Kramářs Villa gepflanzt. Natür­lich haben meine Kollegen und ich unseren Natio­nal­baum, die Linde, gewählt. Und ich pflanzte drei weitere Linden in Horní Jiřetín während einer Reise mit den Pfar­rern Richard Brabec und Karel Havlíček. Wir waren an der Pflan­zung von 150 Birnen‑, Kirsch- und Pflau­men­bäumen in der Obst­allee bei Vyskera betei­ligt, die an den 150. Jahrestag der Geburt von Mahatma Gandhi erin­nert. Dort haben nicht nur ich und Richard Brabec die Schaufel geworfen, sondern auch die indi­sche Botschaf­terin Frau Narinder Chauhan.

Und nicht weit von meinem Wohnort, in Průho­nice, habe ich drei Bäume gepflanzt. Eine Strauch-Eiche, eine Sommer-Eiche und eine Iberi­sche Eiche. Es war in unserem berühmten Dendro­lo­gi­schen Garten, der absolut erstaun­lich ist. Er ist über 80 Hektar groß, mit Tausenden von Baum­arten. Vom Früh­ling bis zum Herbst blüht hier immer etwas. Und hier testen die Experten des Forschungs­in­sti­tuts für Land­schafts- und Zier­pflan­zenbau, welche trocken­heits­re­sis­tenten Bäume und Sträu­cher sich am besten für die Stadt­be­pflan­zung eignen.

Sie haben ihn den „Drought Trail“ genannt, und das bringt mich zu einem weiteren großen Problem.

DRY

Dürre. Wo immer ich Bäume gepflanzt habe, mussten wir uns um die Bewäs­se­rung kümmern. Bäume brau­chen natür­lich Wasser, genau wie Menschen, aber sie sind auch der beste Weg, um Wasser in der Land­schaft zu halten. Als wir zum Beispiel einen Wasser­kanal in Lodě­nice bei Nenačo­vice restau­rierten und erwei­terten, haben wir das Ganze auch mit 10 000 Bäumen und Sträu­chern bepflanzt. In nur 5 Jahren, seit wir das Umwelt­mi­nis­te­rium über­nommen haben, haben wir 1 000 solcher Projekte im ganzen Land durch­ge­führt und dafür 3,5 Milli­arden CZK ausgegeben.

Unsere Vorfahren haben in den letzten 100 Jahren eine Million Hektar Feucht­ge­biete und Teiche trocken­ge­legt, Tausende von Kilo­me­tern Land­ge­win­nung gebaut, um Acker­land zu nutzen, Fluss­betten beto­niert, damit das Wasser schneller fließt. Die Gesamt­länge des Fluss­netzes hat sich um 30 % verrin­gert, die Fläche der Über­schwem­mungs­ge­biete und Feucht­ge­biete ist um wahn­sin­nige 80 % zurück­ge­gangen, die Fläche der Teiche ist seit dem 17. Jahr­hun­dert um 70 % geschrumpft, und 270 000 Hektar Grün­land wurden umge­pflügt. Es wurde alles getan, um Wasser umzu­leiten, damit das Land besser bewirt­schaftet werden kann. Aber heute müssen wir aufgrund der Trocken­heit genau das Gegen­teil tun. Das wissen wir schon seit vielen Jahren.

Alle Regie­rungen vor uns haben die Tatsache, dass unser Land austrocknet, völlig igno­riert. Einige Umwelt­mi­nister haben sich sogar als Grüne bezeichnet, ohne zu wissen, dass die Land­schaft um sie herum immer weniger grün und immer trockener wird. Es ist so weit gekommen, dass einige Gemeinden ihr Trink­wasser ganz verloren haben.

Im Jahr 2017 haben wir die Wahlen gewonnen und in der Programm­erklä­rung der Regie­rung haben sie es zur Prio­rität gemacht, Wasser in der Land­schaft zu halten und den Boden vor Erosion zu schützen. Als Premier­mi­nister habe ich erklärt, dass Wasser eine Ange­le­gen­heit von höchstem öffent­li­chem Inter­esse ist, und einen Plan vorge­legt, in den nächsten 10 Jahren 30 Mrd. CZK zur Bekämp­fung der Dürre zu inves­tieren. Ich habe auch dafür gesorgt, dass die Natio­nale Massen­re­ser­ve­be­hörde genü­gend Tank­wagen für Trink­wasser hatte, denn niemand in unserem Land darf von der Dürre ausge­schlossen werden.

Ein Jahr später grün­deten wir die National Coali­tion to Combat Drought. Dazu gehören nicht nur Poli­tiker, sondern auch renom­mierte Wissen­schaftler und Profes­soren, Vertreter des Städte- und Gemein­de­bundes, des Verbandes der Wasser­ver­sor­gung und Abwas­ser­ent­sor­gung, der Land­wirt­schafts­kammer, des Moldau-Fluss­ge­biets, des Indus­trie­ver­bandes, des Staat­li­chen Umwelt­fonds, des Tsche­chi­schen Geolo­gi­schen Dienstes, des Forschungs­in­sti­tuts für Wasser­wirt­schaft und des Tsche­chi­schen Hydro­me­teo­ro­lo­gi­schen Instituts.

Wir waren die erste Regie­rung, die sich der Wahr­heit gestellt hat. Die, die kein Poli­tiker jemals zuvor sehen wollte. Die Tsche­chi­sche Repu­blik ist das Dach Europas und alles Wasser fließt von uns weg, kein großer Fluss, aus dem wir Wasser von unseren Nach­barn nehmen könnten, fließt zu uns, wir sind nur von dem abhängig, was in unserem Land regnet oder schneit. Und so machten wir uns daran, Tausende von Teichen, Tümpeln und Feucht­ge­bieten wieder­her­zu­stellen, Flüsse und Bäche zu revi­ta­li­sieren, damit das Wasser nicht so schnell abfließt und wie ein Spar­schwein im Boden versi­ckert, wo es am besten geschützt ist. Jeden Tag wird in der Tsche­chi­schen Repu­blik ein Teich trockengelegt.

Ich habe persön­lich gesehen, wie das funk­tio­niert, zum Beispiel in Past­visko in Südmähren, wo wir 10 Millionen in einen Wasser­kanal und ein Feucht­ge­biet gesteckt haben, die als natür­liche Klima­an­lage für die weitere Umge­bung fungieren, und dank unserer Subven­tion befinden sich dort 8 000 Kubik­meter mehr Wasser als vorher.

Ich war auch in Rakovník in Mittel­böhmen, das zu den trockensten Orten in unserem Land gehört. Hier werden für 3,5 Milli­arden Euro die Stau­seen Šanov, Senomaty und vor allem Kryry gebaut, die Wasser aus dem Fluss Blšanka spei­chern werden, sowie eine Wasser­ent­nahme aus dem Fluss Ohře. Das Wasser wird vor allem für die Bewäs­se­rung der Land­wirte und der lokalen Indus­trie verwendet und um den Wasser­stand in den lokalen Flüssen und Bächen zu verbes­sern, damit diese nicht komplett austrocknen und das Leben erhalten bleibt.

DER VORSTAND

Für alle, die von der Dürre betroffen sind, haben wir das Rain­fall Project ins Leben gerufen. Wir haben bereits 127 Projekte in Gemeinden und Städten mit einer halben Milli­arde unter­stützt. In Přís­no­tice zum Beispiel haben sie ein System gebaut, das Wasser von Dächern und Gehwegen in ein unter­ir­di­sches Reser­voir leitet und zur Bewäs­se­rung eines Parks und von Grün­an­lagen verwendet. Über­schüs­siges Wasser wird dann in den Stadt­teich geleitet. In Bratčice haben sie einen alten Feuer­tank in einen natür­li­chen Teich umge­wan­delt, in dem sie das Regen­wasser der umlie­genden Häuser und der angren­zenden Gebiete sammeln. Aber auch Projekte, die helfen, Wasser in der freien Land­schaft zurück­zu­halten, werden unter­stützt. In Šardice zum Beispiel haben sie verschie­dene Bios­wales und Land­schafts­ele­mente geschaffen, um große land­wirt­schaft­liche Felder zu unter­teilen und das Wasser von den Feldern in ein Feucht­ge­biet zu leiten, wodurch der Boden vor Erosion geschützt und die umlie­gende Land­schaft abge­kühlt wird. Wir haben über 1 700 ähnliche Projekte unter­stützt und 7 Mrd. CZK auf sie verteilt.

Auch Subven­tionen für Trink­was­ser­quellen für Gemeinden sind beliebt. Jetzt läuft eine weitere Runde für 1,1 Mrd. CZK, um tiefere kommu­nale Brunnen zu graben oder Trink­wasser von anders­woher zu holen. Damit werden die Wasser­res­sourcen für mindes­tens 460.000 weitere Menschen erhöht.

Nicht nur Gemeinden, sondern jeder von Ihnen kann bis zu 55.000 CZK für die Regen­was­ser­nut­zung zur Bewäs­se­rung Ihres Hauses oder Ihrer Hütte bean­tragen, oder bis zu 105.000 CZK, wenn Sie ein komple­xeres Regen­was­ser­nut­zungs- oder Abwas­ser­re­cy­cling-System planen. Es gibt bereits mehr als 7.000 solcher Personen und das Inter­esse ist nach wie vor groß.

WASSER

Wir stecken das meiste Geld in die Vernet­zung von Wasser­ver­sor­gungs­sys­temen und den Bau von Entnah­me­stellen, um das Trink­wasser zu den Menschen zu bringen. Dafür schi­cken wir eine halbe Milli­arde Kronen an die Kommunen. Weitere 2 Mrd. fließen in den Bau von Klär­an­lagen, um unser Ober­flä­chen- und Grund­wasser sauberer zu machen und zu verhin­dern, dass Abwässer z.B. aus undichten Klär­gruben in das Wasser gelangen.

Das größte derar­tige Projekt im Wert von fast 700 Mio. CZK wird in den Bezirken Náchod und Hradec Králové durch­ge­führt, wo wir Wasser­ver­sor­gungs­sys­teme bauen, die es uns ermög­li­chen werden, im Falle eines Ausfalls in der Region Hradec Králové 600 000 Menschen mit Wasser zu versorgen. Insge­samt werden wir zwischen 2020 und 2024 1,8 Milli­arden in die Wasser- und Abwas­ser­sys­teme in Náchod und Hradec Králové inves­tieren. Darüber hinaus rekon­stru­ieren wir die Wasser­werke Kladno und Mělník. In der Region Chrudim rekon­stru­ieren wir außerdem Zubrin­ger­lei­tungen, von denen 300 000 Menschen abhängig sind.

In Jivno haben wir das Problem der Wasser­knapp­heit gelöst, das sie seit vielen Jahren haben. Allein im August 2018 mussten wir 156 Kubik­meter Trink­wasser per Tank­wagen an sie liefern. Gleich­zeitig gaben wir ihnen einen Zuschuss für hydro­geo­lo­gi­sche Bohrungen, die Modi­fi­zie­rung eines Bohr­lochs zum Pumpen von Wasser und dessen Anschluss an ein Wasser­re­ser­voir. Jivno muss sich nicht mehr um Wasser sorgen, und auch das Problem von Vyhlídky nebenan ist gelöst.

WASSER AUF DEM LAND

Wir versu­chen, das Wasser in der Land­schaft zu halten, nicht nur, um das Grund­wasser wieder aufzu­füllen, sondern auch, um den Boden vor Erosion zu schützen und vor Über­schwem­mungen zu bewahren. Denn nicht nur extreme Trocken­heit, sondern auch extreme Regen­güsse sind eine Mani­fes­ta­tion des Klima­wan­dels. Gerade im Gebiet von Nenaco­vice, über das ich schon einmal geschrieben habe, sind durch die Bach­re­vi­ta­li­sie­rung mehrere Tümpel entstanden und das aufge­weichte Gerinne entwäs­sert weniger den Boden um sich herum. Dies ist ein großer Vorteil in Zeiten der Trocken­heit. Gleich­zeitig bedeutet ein solch zerklüf­tetes Gerinne, dass das Wasser bei Hoch­wasser lang­samer fließt und leichter in die umlie­gende Aue über­schwappt. Daher werden die Auswir­kungen auf die tiefer gele­genen Gemeinden nicht so stark sein.

Das funk­tio­niert auch am Cehnický-Bach, wo wir ein Rück­hal­te­be­cken wieder­her­ge­stellt haben. Die Menschen in Cehnice und Umge­bung haben jetzt reich­lich Wasser, sie haben einen neuen Super-Bade­platz, und nach den Worten der Bürger­meis­terin Helena Sosnová muss sich niemand mehr um hundert Jahre Wasser sorgen. Die gleiche Geschichte sah ich in Heřman, Südböhmen, wo wir bei der Revi­ta­li­sie­rung des Flusses Stara Blanice halfen.

BÍLINA

Und jetzt ein Mega­pro­jekt. Stellen Sie sich vor, wir würden all die Seen verbinden, die in Nord­böhmen entstehen, wo es früher Kohle­gruben gab. Im Moment sind bereits die beein­dru­ckenden Milada- und Most-Wasser­kraft­werke gebaut worden, und weitere Seen werden entstehen, wenn der Bergbau aufhört. CSA, Bílina, Tuši­mice und seit einiger Zeit auch Vršany. Wir wollen sie verbinden, so dass der Fluss Bílina durch sie alle fließt. Natür­lich ist dies ein Plan für 20 bis 30 Jahre, so dass unsere Nach­kommen in den Genuss kommen werden. Aber es würde ein einzig­ar­tiges Wasser­ma­nage­ment­system schaffen, das uns im Kampf gegen die Dürre und bei den Trink­was­ser­res­sourcen erheb­lich helfen würde.

Und das Wich­tigste! Das ganze Werk würde durch kleine und große Wasser­kraft­werke ergänzt werden. Wir berechnen, dass ihre Leis­tung zwei Atom­re­ak­toren entspre­chen würde! Darüber hinaus konnten einige der Wasser­werke von den Menschen zur Entspan­nung genutzt werden. Wir wollen einfach wieder Leben in die Land­schaft bringen und saubere Energie liefern. Das Volumen des gesamten Stau­damms wäre um einiges größer als der bisher größte, der Orlik. Wir haben diesen Plan den Bürger­meis­tern von Ústí nad Labem vorge­stellt und sie waren begeistert.

Als Premier­mi­nister versuche ich, mich ständig weiter­zu­bilden. Ich verlasse mich auf das Wissen der tsche­chi­schen Top-Experten, und wir schauen ins Ausland, um zu sehen, wie erfolg­reich sie anderswo auf dem Planeten im Kampf gegen den Klima­wandel sind. Wir versu­chen dann, dieses Know-how hier anzu­wenden. Wir haben zwei große inter­na­tio­nale Klima­ver­an­stal­tungen orga­ni­siert. Dieje­nigen, die zu ihnen kamen, haben uns bestä­tigt, dass wir alle Maßnahmen, über die ich geschrieben habe, richtig machen.

FARMERS

Es ist uns gelungen, die Aufrecht­erhal­tung des Haus­halts für die Gemein­same Agrar­po­litik der Euro­päi­schen Union auszu­han­deln. Wenn wir nicht hart­nä­ckig und beharr­lich gewesen wären, wäre die jähr­liche Zahlung pro Hektar an die tsche­chi­schen Land­wirte deut­lich unter das Niveau von 2020 gefallen.

Im Rahmen dieser euro­päi­schen Agrar­po­litik ist es uns gelungen, einen vernünf­tigen Kompro­miss zwischen Umwelt­schutz und der Produk­tion von Quali­täts­le­bens­mit­teln zu finden, so dass es sich für die tsche­chi­schen Bauern über­haupt lohnt. Wir haben einfach den gesunden Menschen­ver­stand walten lassen und nicht zuge­lassen, dass unsere Land­wirte wegen unrea­lis­ti­scher Möch­te­gern-Umwelt­vor­schriften in Konkurs gehen. Natür­lich verbes­sern wir den Natur­schutz weiter, aber nicht auf Kosten derer, die uns alle ernähren.

Wir haben die Inves­ti­ti­ons­för­de­rung für kleine und mitt­lere Unter­nehmen erhöht. Zum ersten Mal haben wir für Klein­bauern bis zu 150 Hektar Inves­ti­ti­ons­för­de­rungen einge­führt, bei denen fast 100 % der Anträge erfolg­reich waren. Wir haben es geschafft, das gesamte Budget für die Inves­ti­ti­ons­för­de­rung im Zeit­raum 2013–2020 auszu­schöpfen. Wenn Sie dieses Thema verfolgt haben, werden Sie wissen, dass frühere Regie­rungen oft euro­päi­sche Gelder zurück­geben mussten. Sie konnten das Geld einfach nicht zu denen bringen, für die es bestimmt war.

Frühere Regie­rungen konnten unsere Land­wirte nicht einmal auf dem hart umkämpften euro­päi­schen Markt schützen. Wir haben ihre natio­nalen Subven­tionen erhöht und damit ihre Benach­tei­li­gung gegen­über anderen euro­päi­schen Ländern verrin­gert. Vor uns gaben die Regie­rungen nicht mehr als 1 Mrd. CZK. Wir geben den Bauern 4 Milliarden.

Gleich­zeitig haben unsere Subven­tionen die Qualität der land­wirt­schaft­li­chen Produkte erhöht, was sich direkt auf die Gesund­heit der Menschen und auf eine bessere Umwelt auswirkt. Ich kann das am Beispiel der Schwei­ne­zucht verdeut­li­chen, wo der Einsatz von Medi­ka­menten, insbe­son­dere von Anti­bio­tika, von 3 CZK auf 0,5 CZK pro Kilo gesunken ist. Mit diesen Subven­tionen haben wir auch viele Land­wirte gerettet, die aufgrund des starken Preis­ver­falls bei bestimmten Rohstoffen ihre Produk­tion hätten redu­zieren müssen.

Land- und Forst­wirt­schafts­fonds. Bevor wir an die Regie­rung kamen, war auch sie brutal arm, und so haben wir das Budget hier deut­lich erhöht. Sie ist von einer halben Milli­arde auf 2 Milli­arden hoch­ge­schnellt, wovon kleine und mitt­lere Unter­nehmen profi­tieren, die Kredite aufnehmen konnten, um zu arbeiten, zu inves­tieren und Land zu kaufen. Gleich­zeitig wurde auch den Klein­bauern ein Teil des Kapi­tals erlassen.

Wir haben den grünen Diesel wieder einge­führt, wie andere Länder in der Euro­päi­schen Union auch. Darüber hinaus ermu­tigt das neue System die Land­wirte, die Vieh­zucht oder den Anteil arbeits­in­ten­siver Feld­früchte zu erhöhen. Infol­ge­dessen wächst die Beschäf­ti­gung in der Land­wirt­schaft. Wir haben auch die Büro­kratie für Land­wirte redu­ziert, indem wir einfache Verbrauchs­sätze pro Hektar oder pro Groß­vieh­ein­heit einge­führt haben.

Wir haben unsere Land­wirte in Schwie­rig­keiten nie ohne Unter­stüt­zung gelassen. Wir haben drei Notsub­ven­ti­ons­wellen ausge­rollt, um die Schäden zu decken, die den Land­wirten durch die außer­ge­wöhn­liche Dürre entstanden sind. Dank dieser Unter­stüt­zung ist es den betrof­fenen Betrieben gelungen, nicht nur zu über­leben, sondern auch ihre Arbeits­plätze zu erhalten.

Schließ­lich haben wir einen effek­tiven Schutz vor Boden­ero­sion einge­führt, indem wir die Fläche geschützter land­wirt­schaft­li­cher Flächen in Tsche­chien von 10 auf 25 Prozent erhöht haben. Auf diesen Flächen müssen die Land­wirte einen modernen Erosi­ons­schutz für die gefähr­deten Kulturen anwenden. Wir haben auch den Schutz von hoch­wer­tigen land­wirt­schaft­li­chen Flächen vor der Entnahme aus dem land­wirt­schaft­li­chen Boden­fonds erhöht.

Wir schützen die Natur, indem wir den Pesti­zid­markt regu­lieren und die Regeln für den Einsatz von Pesti­ziden klar vorgeben. Wir haben die Pflege des Vieh­be­standes verbes­sert. Endlich, nach vielen Jahren, können einige Medi­ka­mente direkt vom Land­wirt verab­reicht werden, so dass kranke Tiere billi­gere und vor allem schnel­lere Hilfe erhalten.

Dank unserer Maßnahmen sind wir das einzige Land in der Euro­päi­schen Union, dem es gelungen ist, die Afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest voll­ständig loszuwerden.

Was ich für das absolut Wich­tigste halte – wir sind eine Regie­rung, die endlich den Verzehr von hoch­wer­tigen tsche­chi­schen Lebens­mit­teln unter­stützt hat. Wir fördern sie, wir schützen sie vor der erheb­li­chen Markt­macht der Super­markt­ketten und wir haben die Doppel­qua­lität redu­ziert. Infol­ge­dessen ist das Inter­esse an hier­zu­lande produ­zierten Lebens­mit­teln deut­lich gestiegen.

Es gibt Zeiten, in denen man ein wenig mehr begreift, warum man das alles tut. Warum wir unsere Land­wirte so sehr unter­stützen wollen. Einen solchen Moment hatte ich auf der Ausstel­lung Země živi­telka in České Budě­jo­vice. Es ist eine legen­däre Veran­stal­tung, bei der unsere tsche­chi­schen Bauern und Lebens­mit­tel­pro­du­zenten vorge­stellt werden. Lokale Pasteten, Butter, Gebäck, Wurst­waren. Einfach alles, was ich auch liebe. Ich erin­nere mich an die 46. Ausgabe, bei der auch Präsi­dent Miloš Zeman eine Rede hielt. Er appel­lierte an alle Bürger, Lebens­mittel von heimi­schen Bauern und Vieh­züch­tern zu kaufen. Sie sind von hoher Qualität und haben eine nach­voll­zieh­bare Herkunft.

Ich werde nie aufhören, für sie zu kämpfen. Ich möchte, dass sie moderne Geräte haben, damit sie auf dem euro­päi­schen und dem Welt­markt konkur­rieren können. Denn unser Ziel ist die Selbst­ver­sor­gung. Zumin­dest bei den Grund­nah­rungs­mit­teln. Damit unsere Leute immer genug haben, auch wenn auf dem Welt­markt etwas schief läuft und die Preise steigen und die Qualität sinkt. Wir haben einen großen Nach­hol­be­darf, nicht nur in der Vieh­zucht, sondern auch bei Obst, Gemüse und Kartoffeln.

Selbst­ver­sor­gung bedeutet auch, dass es immer Arbeits­plätze auf dem Lande geben wird. Nicht nur auf den Feldern und in den Ställen, sondern in der gesamten Kette von Liefe­ranten und Kunden.

BIENEN

Ich weiß genau, dass die Bienen ohne uns leben können, aber wir können nicht ohne sie leben. Nicht, weil uns Honig, Wachs, Propolis oder Gelée Royale fehlen, sondern weil Bienen einfach Pflanzen bestäuben.

Zum Glück sind wir eine Imker-Super­macht. Es gibt etwa 650 000 über­win­terte Bienen­völker in der Tsche­chi­schen Repu­blik, und wir helfen unseren Produ­zenten mit Subven­tionen, um ihnen einen besseren Zugang zum Markt zu ermög­li­chen. Weil wir die Imker wert­schätzen müssen.

Sie erin­nern sich viel­leicht an das Pseudo-Thema „Verge­wal­ti­gung und Bienen“. Ich habe also ganz bewusst Imker nach den land­wirt­schaft­li­chen Sprit­zungen und speziell nach dem Raps gefragt. Sie sagten mir, dass wir eine gute Gesetz­ge­bung haben und es dank dieser bis zu zehn nach­ge­wie­sene Bienen­ver­gif­tungen pro Jahr gibt.

Tsche­chi­sche Land­wirte sind es seit Jahr­zehnten gewohnt, auf Bienen Rück­sicht nehmen zu müssen. So ist das Massen­sterben durch chemi­sches Sprühen auf ein Minimum redu­ziert. Die Vorsit­zende des tsche­chi­schen Imker­ver­bandes, Jarmila Machová, erzählte mir, dass sie ihre Bienen in der Region Beroun in der Nähe der Raps­felder hält. Sie erhält Benach­rich­ti­gungen von Land­wirten über geplante Sprit­zungen per SMS und hat noch nie ein Problem mit ihren Bienen bemerkt. Und sie sagte, dass sie den Rüben­honig am liebsten mag.

Also noch einmal. Ich persön­lich danke Ihnen allen, den Imkern, für Ihre flei­ßige und unglaub­lich segens­reiche Arbeit für unser Land.

ES LEBEN DIE GÄRTNER!

Wir brau­chen sie. Mehr als uns viel­leicht bewusst ist. Was wären wir ohne sie?

Sie sind der Grund, warum wir dieses Jahr das Garten­ge­setz verab­schiedet haben. Sie kämpfen seit 2001 darum. Viermal waren sie nah dran, viermal sind sie geschei­tert. Die Poli­tiker haben falsche Verspre­chungen gemacht und wir haben sie wahr gemacht. Endlich bekommen unsere Gärtner Aner­ken­nung und Rechte für ihre Arbeit, so wie sie es in Öster­reich haben.

Garten­ar­beit ist nicht nur der Anbau von Blumen, Obst und Gemüse, sondern eine öffent­liche Aufgabe. Gärtner verbes­sern den Boden, helfen, Wasser in der Land­schaft zu halten, machen die Natur viel­fäl­tiger, helfen bei der Bewäl­ti­gung des Klima­wan­dels und erziehen die junge Genera­tion zur Liebe zur Natur.

So haben sie endlich ihr eigenes Gesetz. Und zwar eine großartige.

Die Aner­ken­nung des orga­ni­sierten Gärt­nerns als gemein­nützig wird dazu beitragen, diese Akti­vi­täten für die Zukunft zu erhalten, insbe­son­dere für die Arbeit mit Kindern und Jugend­li­chen, Programme für lebens­langes Lernen, profes­sio­nelle Bera­tung und Ausstel­lungen. Die Umwelt pflegen, den Boden berei­chern und dafür kämpfen, die letzten Reste der städ­ti­schen Gärt­ner­sied­lungen vor der Zerstö­rung zu retten.

Die Defi­ni­tion von Begriffen wie Gärt­nerei oder Garten­sied­lung bringt nach jahre­langem Fehlen in den Rechts­normen Hilfe bei der Erhal­tung, aber vor allem bei der Neuan­lage von Gartensiedlungen.

Es gibt den Gemeinden die Möglich­keit, im Rahmen der Raum­pla­nung Flächen für gärt­ne­ri­sche Akti­vi­täten auszu­weisen und geeig­nete Flächen an Garten­bau­ver­eine zur Nutzung zu übergeben.

Gemeinden und Behörden unter­stützen die Entwick­lung von gärt­ne­ri­schen Akti­vi­täten in ihrem Zustän­dig­keits­be­reich und tragen so dazu bei, den Zugang zum Gärt­nern für eine brei­tere Bevöl­ke­rung zu erweitern.

So. Und mit der Erin­ne­rung an die Zutei­lung schließe ich dieses Kapitel ab. Es ist eine Erin­ne­rung, die reich an Farbe, Geruch und Geschmack ist. Der Garten meiner Groß­el­tern, in dem ich ein wenig gear­beitet habe und mich auf den Juni freute, um im Gras zu liegen und die Erdbeeren zu genießen.

REINE LUFT

Um gesund zu sein, brau­chen wir nicht nur Sport, sondern auch saubere Luft. Ich bin kein Umwelt­fa­na­tiker, der die tsche­chi­sche Indus­trie abschneiden oder den Leuten ihre Autos wegnehmen will, die nicht den neuesten Umwelt­stan­dards entspre­chen. Nein, wir sind nicht die Grüne Partei, wir vertei­digen keine Menschen. Wir wissen, dass es der bessere Weg ist, den Menschen zu helfen. Und das Beste: Geben Sie ihnen etwas, damit wir alle gemeinsam an der Luft­qua­lität arbeiten können. Was soll das sein? Also, moderne, umwelt­freund­liche Heizkessel.

Ich gehöre zu der Genera­tion, die sich daran erin­nert, wie jeden Winter tonnen­weise Kohle in die Kessel geschau­felt wurde. An die Ökologie hat absolut niemand gedacht. Die Asche, der Staub, die krebs­er­re­genden Partikel in der Luft wurden als selbst­ver­ständ­lich hinge­nommen. Die Tech­no­logie hat sich in dieser Zeit enorm weiter­ent­wi­ckelt. Es gibt inzwi­schen Heiz­kessel, die hundertmal effi­zi­enter und sauberer sind. Und sie werden sogar direkt hier in der Tsche­chi­schen Repu­blik herge­stellt. Zum Beispiel in Ostrava-Radva­nice, wo ich persön­lich die Firma Kotle Kamna besucht habe. Wenn Sie einen Heiz­kessel von ihnen kaufen, helfen sie Ihnen mit einem staat­li­chen Zuschuss. Mit der von unserer Regie­rung einge­führten Subvention.

KOTLE

Und hier komme ich zu der Revo­lu­tion, die wir 2014 begonnen haben, sobald wir das Umwelt­mi­nis­te­rium unter uns hatten. Eine Revo­lu­tion, die nach­weis­lich die Luft gerei­nigt hat, vor allem in den Gebieten, die am meisten von Flug­asche betroffen sind.

Wir haben staat­liche Gelder zusam­men­ge­legt und mehr von der Euro­päi­schen Union bekommen und den Menschen dieses groß­ar­tige Angebot gemacht. Haben Sie einen alten Heiz­kessel zu Hause? Müssen Sie die ganze Zeit herum­laufen, um sich im Winter warm zu halten? Wachen Sie nachts auf und kämpfen darum, am Morgen nicht zu frieren? Riechen Sie unter den Nasen aller Ihrer Nach­barn? Schauen Sie, bestellen Sie einen Heiz­kessel, der effi­zient und hundertmal umwelt­freund­li­cher ist, und wir bezahlen den größten Teil davon. Jeder Haus­halt hat die Chance, bis zu 127.500 Kronen zu sparen. Viele Leute konnten diese Summe nicht glauben, als wir sie ankün­digten. So etwas hat es noch nie gegeben.

Und die Aufre­gung war groß. In der mährisch-schle­si­schen Region haben die Menschen die Subven­tionen im Internet in einer Minute zerlegt. Überall im Land mussten wir schnell eine weitere Welle ankün­digen und dann noch eine. Bisher haben wir den Menschen geholfen, 95 000 Heiz­kessel zu ersetzen, wofür wir 10,5 Mrd. CZK beigesteuert haben, und wir zahlen weitere 1,5 Mrd. CZK aus. Dafür wird es weitere 15 000 Kessel geben.

Als wir 2014 die Kessel­re­vo­lu­tion star­teten, setzten wir uns das Ziel, 100.000 Heiz­kessel auszu­tau­schen. Wir wissen bereits, dass es noch mehr sein wird.

Sie sehen also, auch saubere Luft lässt sich in Zahlen ausdrü­cken. Das können Ihnen zum Beispiel die Menschen in Ostrava sagen. Viele Jahre lang hieß diese Metro­pole im Norden Schwarzes Ostrau. Nicht mehr. Die Luft­qua­lität ist völlig anders als noch vor 20 Jahren. Wir haben neue umwelt­freund­liche Heiz­kessel, neue Erdgas­busse, und wir haben eine Verein­ba­rung mit der Třinec-Hütte unter­zeichnet, um die Staub­emis­sionen zu redu­zieren und weiterhin Gene­sungs­auf­ent­halte für lokale Kinder zu bezahlen.

Solche Geschichten machen die Geschichte einer ganzen Nation aus. Ich wollte sie in Erin­ne­rung rufen, weil Menschen schnell vergessen.

TIPP:

Tsche­chen sind Hunde­men­schen. Wir haben unser ganzes Leben lang Katzen und Hunde zu Hause gehabt. Jetzt haben wir drei Hunde. Giggi, der Toy-Pudel, Tang, der Deut­sche Schä­fer­hund, und Ella, der Golden Retriever. Davor hatten wir noch einen Deut­schen Schä­fer­hund Max und einen Belgi­schen Zwergspitz.

Ich frage mich also, wie es mit dem kosten­losen Chippen von Hunden für Rentner aussieht. Und wir könnten ihnen auch die Hunde­steuer erlassen. Viele alte Menschen sind einsam und der Hund ist ihr einziger Begleiter. Sie haben es verdient. Ich weiß, dass einige Gemeinden dies bereits tun, und sie sollten es alle tun.

MIT IHNEN

Das Erlebnis des Lebens. Milan Kundera, einer der berühm­testen Schrift­steller der Welt, dessen 17 Romane in 44 Spra­chen über­setzt wurden, lud Monica und mich ein, seine Pariser Wohnung zu besu­chen. Es ist voll von inter­es­santen Dingen. Am meisten inter­es­sierte mich eine Lampe mit der Aufschrift „Je m’en fous“, oder „Ich schere mich nicht darum“. Dann luden wir die Kunders zum Mittag­essen in ihr Lieb­lings­re­stau­rant ein. Die Küche war ausge­zeichnet, wir haben uns amüsiert und drei Stunden mitein­ander verbracht. Es war eine große Ehre. Frau Kundera, eine unglaub­lich ener­gi­sche Dame, hatte die Leitung. Ich lud sie ein, zu uns nach Tsche­chien zu kommen, wo sie seit 22 Jahren nicht mehr gewesen waren, und ich denke, sie hätten die tsche­chi­sche Staats­bür­ger­schaft verdient, die Milan Kundera nach seiner Emigra­tion verloren hat. Ich bin stolz, dass ich ihm dabei helfen konnte, und ich danke dem dama­ligen Botschafter in Frank­reich, Herrn Petr Drulák, sehr dafür, dass er alles arran­giert hat.

Herr Kundera, ich danke Ihnen für alles und auch dafür, dass Ihr letztes Buch, Die Feier der Bedeu­tungs­lo­sig­keit, auf Tsche­chisch und in einer groß­ar­tigen Über­set­zung erschienen ist!

EIN ZUSTAND, AUF DEN MAN SICH VERLASSEN KANN

Die meisten Menschen in diesem Land haben mich nur als Chef eines großen Unter­neh­mens und unter den ersten fünf auf der Liste der tsche­chi­schen Milli­ar­däre kennen­ge­lernt (eine ziem­lich mick­rige Liste übri­gens), deshalb ist es für sie wahr­schein­lich schwer, sich vorzu­stellen, dass ich mit 28 Jahren mit einer Schlange auf dem Kopf Sand in eine Rühr­schüssel werfe. Aber ich erin­nere mich sehr gut an das Jahr, als ich als junger Mann ein Reihen­haus für meine Familie in Bratis­lava baute.

Und ich erin­nere mich auch daran, wie der Staat uns als junge Familie unter­stützt hat. Wir bekamen einen güns­tigen Kredit für Neuver­mählte, um unsere Wohnung einzu­richten, und sie vergaben uns einen Teil davon, weil wir zwei kleine Kinder hatten. Da habe ich erfahren, wie wichtig das soziale System ist. Das hat uns in diesen schwie­rigen Anfängen sehr geholfen.

Zwanzig Jahre später sitze ich in einem Büro in einer Firma und öffne Briefe von allein­ste­henden Müttern. Jeden Tag bekomme ich eine Anfrage von der Firma, begleitet von einer trau­rigen Geschichte. Darüber, dass ihr Partner sie verlassen hatte, ein Versager war und keinen Pfennig für das Baby geschickt hatte. Wie sie sich keine Schul­sa­chen leisten können. Dass sie sich nicht einmal Essen leisten können. Am Anfang habe ich es so gehand­habt, dass ich den Betrag auf jeden Umschlag geschrieben und ihn dem Buch­halter über­geben habe. Allmäh­lich hörte ich damit auf, und so beschloss ich, eine Stif­tung dafür zu gründen. Diese Agro­fert-Stif­tung hat bereits über 60 Millionen Kronen an Allein­er­zie­hende verteilt. Und insge­samt 538 Millionen seit seiner Grün­dung, Tendenz steigend.

Aber keine Stif­tung der Welt kann den Staat die ganze Zeit abde­cken. In unserem Land gibt es 10 Millionen Menschen, die sich in verschie­denen Lebens­ab­schnitten in unter­schied­li­chen Situa­tionen befinden. Manche können wir planen und uns darauf vorbe­reiten, aber manchmal kommen sie völlig uner­wartet über uns. Angst­zu­stände, Depres­sionen, schwarze Gedanken, wenn wir einen Tief­punkt erreicht haben.

Und gerade dann, wenn ein Mensch arbeitslos wird, sich in einer schwie­rigen exis­ten­zi­ellen Situa­tion ohne Einkommen befindet oder von einem Unfall oder einer Fami­li­en­tra­gödie betroffen ist, die ihm die Rück­kehr in den Beruf unmög­lich oder deut­lich erschwert, zeigt sich, ob das staat­liche Sozi­al­system gut aufge­stellt ist und seine Schutz­funk­tion erfüllt.

FEUERPRÜFUNG

Das Schre­ckens­jahr 2020 hat uns eine Menge neuer Sorgen beschert, die wir uns bis dahin nicht hätten vorstellen können, aber ich würde behaupten, dass es uns auch eine Menge neuer Erkennt­nisse gebracht hat, die wir ohne diesen globalen Schre­cken nie gewonnen hätten. Es hat gezeigt, wie schnell kleine Fehler im System zu großen Ausmaßen anwachsen können. Genauso wie wenn Müdig­keit und Krank­heit einen Menschen über­wäl­tigen, werden seine schwächsten Punkte sichtbar.

Während der Pandemie haben wir jeden mit Unter­stüt­zung über­schüttet. Ange­stellte, Hand­werker, Eltern, die mit ihren Kindern zu Hause fest­sitzen. Dutzende von Milli­arden auf einmal. Das geht völlig an der Sozi­al­po­litik vorbei. Es ging darum, die gesamte Gesell­schaft zu retten.

Es war die Coro­na­virus-Krise, die mit voller Wucht gezeigt hat, wie furchtbar verletz­lich Eltern sind, die sich allein um Kinder kümmern müssen. Sie leben oft am Rande der Armut, und jede Lücke oder jeder Rück­gang des Einkom­mens bedeutet, dass sie manchmal zwischen der Bezah­lung der Miete oder dem Kauf von Lebens­mit­teln für ihre Kinder wählen müssen.

Wie Pavlina. Sie hat früher als Arbei­terin gear­beitet, aber die Firma ging 2019 in Konkurs. Sie fand einen Job am Post­schalter. Während der ersten Welle der Pandemie musste sie sich krank­schreiben lassen, weil sie als allein­er­zie­hende Mutter ihren 12-jährigen Sohn groß­zieht. Und stellen Sie sich vor, der Post­stel­len­leiter hat ihr während ihrer Krank­schrei­bung eine Kündi­gung geschickt, einen Tag vor Ablauf der Probezeit.

Pavlina hat nicht aufge­geben. Sie fand einen Job in einem Restau­rant, das aber in der zweiten Welle schließen musste. Also ist sie wieder arbeitslos. Keine Erspar­nisse, um die Miete zu bezahlen, natür­lich. Sie landete mit ihrem Sohn in einem Tier­heim. Unsere Stif­tung schickte ihr Geld, um ihre Kaution und ihre erste Miete in einer normalen Wohnung zu bezahlen.

Und es half vielen anderen, wie Nadya, einer allein­er­zie­henden Mutter, die sich um zwei Söhne kümmert, ihren Mindest­schul­ab­schluss zu machen, und dank dessen fand Nadya einen Job als Englisch­leh­rerin in einer Grund­schule. Oder Maria, die sich sogar als allein­er­zie­hende Mutter und Groß­mutter um ein Kind kümmert, das ihre gestörte Tochter nicht groß­ziehen konnte. Sie wiederum ließ sich mehrere Mieten und Ausstat­tungen für ihr Kind von der Stif­tung bezahlen. Sie hat auch allein­ste­henden Männern wie Antonín, der durch die Hölle ging, als seine Frau einen Monat nach der Geburt an Krebs starb, mit einem Zuschuss zum Lebens­un­ter­halt im ersten Jahr geholfen.

Und nicht nur allein­er­zie­hende Mütter, sondern auch Zdeněk nach einem schweren Herz­in­farkt, Filip mit Muskel­dys­tro­phie, Romana mit schwerem Autismus oder Jan nach einem Auto­un­fall. All diese Lebens­ge­schichten waren umso schwie­riger, weil sie während der Coro­na­virus-Pandemie stattfanden.

OHNE ANGST ZU LEBEN

Aber in diesem Kapitel geht es nicht um die Pandemie oder die Stif­tung; es geht um das wohl­fahrts­staat­liche System, das funk­tio­nieren soll, egal ob es eine Krise gibt oder ob das Land prospe­riert. Egal, was passiert. Es ist ein System, das den Menschen vom ersten bis zum letzten Tag ihres Lebens dient. Es ist furchtbar schwer, es gut einzu­richten, aber wenn man es tut, ist es leicht zu erkennen. Die Menschen haben keine Angst. Denn sie haben das Vertrauen, dass ihnen der Staat auch dann hilft, wenn etwas schief läuft oder ihnen trotz aller Bemü­hungen etwas passiert. Außerdem wissen sie genau, welche Hilfe sie in welcher Situa­tion erwarten können.

Ich denke, dass wir viel mehr dieje­nigen unter­stützen sollten, die sich konse­quent um ihre Kinder kümmern und sie zu aktiven, hart arbei­tenden Menschen erziehen, die eine Berei­che­rung für unsere Wirt­schaft und für andere Menschen sein werden. Das sieht man zum Beispiel daran, dass sie sie nicht nur in den Kinder­garten schi­cken, sondern auch in Vereine, Spra­chen und Sport. Für all das verdienen sie mehr Steu­er­erleich­te­rungen. Wir wollen auch die Arbeit­geber dazu ermu­tigen, flexible Arbeits­zeiten, Betriebs­schulen und Kinder­gärten für ihre Mitar­beiter anzubieten.

Kommu­nales, betrieb­li­ches, genos­sen­schaft­li­ches Wohnen. Davon gibt es nie genug. Das ist kein sozialer Wohnungsbau, aber wir müssen alles tun, um sicher­zu­stellen, dass junge Fami­lien ihren eigenen anstän­digen und bezahl­baren Wohn­raum haben. Und für die Schwächsten müssen wir Sozi­al­woh­nungen haben, die ihnen ein Leben in Würde ermög­li­chen. Kein Kind sollte in einer Anstalt oder einem Heim aufwachsen müssen.

Wenn die Unan­nehm­lich­keit eintritt, dass eine Person ihren Arbeits­platz verliert, dann wird klar, warum sie die ganze Zeit, in der sie gear­beitet hat, Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge gezahlt hat. Der Staat hilft ihm durch die Zeit der Unsi­cher­heit. Niemand, der ehrlich und fleißig ist, kann in exis­ten­zi­elle Probleme geraten. Er kann auf staat­liche Sozi­al­hilfe und ggf. auf mate­ri­elle Härte­leis­tungen zurück­greifen. Dieses Sicher­heits­netz verschafft vielen Menschen Zeit, z. B. eine Umschu­lung zu machen, um eine neue Quali­fi­ka­tion zu erwerben, und das eröffnet ihnen neue Chancen auf dem Arbeits­markt. Das ist für die gesamte Wirt­schaft von Vorteil, weil wir die Berufe unter­stützen können, die am meisten gebraucht werden.

DAS ARBEITSAMT KOMMT VON DEM WORT ARBEIT

Ich habe „wir können“ geschrieben, weil der Staat dies leider noch nicht tut.

Milli­arden Kronen fließen vergeb­lich in das, was sich aktive Beschäf­ti­gungs­po­litik nennt. Beamte im Minis­te­rium für Arbeit und Soziales entscheiden, wie dieses Geld verwendet werden soll, ohne eine wirk­liche Vorstel­lung davon zu haben, was unsere Wirt­schaft braucht. Deshalb sage ich schon seit langem, dass diese ganze Politik der Umschu­lung von Arbeits­losen dem Minis­te­rium für Indus­trie und Handel über­tragen werden sollte. Schließ­lich kommu­ni­zieren sie direkt mit Unter­nehmen und haben Infor­ma­tionen aus erster Hand. Welche Berufe sind am knappsten, in welchen Regionen, bei welchen Unter­nehmen. Die Umschu­lung der Mitar­beiter sollte von den Unter­nehmen durch­ge­führt werden und sie sollten sich für einen bestimmten Zeit­raum verpflichten, diese Mitar­beiter nicht einfach zu entlassen.

Sie sind alle voll davon, wie eine Person, die ihren Job verloren hat, so schnell wie möglich wieder in die Arbeits­welt zurück­ge­bracht werden muss, da sie sonst ihre Gewohn­heiten verliert und arbeits­un­fähig wird. Ich habe nun beschrieben, wie man diese Weis­heit tatsäch­lich in die Praxis umsetzt.

Solange die Menschen weiterhin auf Arbeit ange­wiesen sind, wird sich nichts ändern.

Das Sozi­al­system muss so aufge­baut sein, dass es sich für einen gesunden Menschen immer lohnt, zu arbeiten.

Ich habe einen weiteren Fall aus meiner Stif­tung, den ich nicht begreifen kann. Frau Jana erzieht ihre behin­derte Tochter allein und wollte eine Teil­zeit­be­schäf­ti­gung aufnehmen. Aber die Sozi­al­ar­bei­terin redete ihr das aus, weil die zusätz­liche Arbeit auto­ma­tisch ihre Sozi­al­leis­tungen kürzen würde. Stellen Sie sich das vor. Wenn sie arbeiten gehen würde, hätte sie weniger Geld für sich und ihre behin­derte Tochter zur Verfü­gung, als wenn sie bei den Leis­tungen bliebe. Die Lösung liegt auf der Hand. Geben Sie allein­er­zie­henden Müttern und gene­rell allen Menschen, die abwägen, ob sie Sozi­al­leis­tungen beziehen oder arbeiten sollen, eine Steu­er­erleich­te­rung, so dass die Arbeit eindeutig gewinnt. Allein­er­zie­hende Mütter, die gerade genug haben, um Miete und Essen zu bezahlen, sollten logi­scher­weise über­haupt keine Steuern zahlen.

Wir sollten uns darauf konzen­trieren, den Ärmsten zu helfen. Eine bedürf­tige Person braucht einen Sozi­al­ar­beiter, der ihre beson­dere Situa­tion kennt und in der Lage ist, lang­fristig mit ihr zu arbeiten und das Sozi­al­system so einzu­richten, dass sie wieder auf die Beine kommt.

Das heutige System ist ziem­lich unbrauchbar. Die Leis­tungen werden vom Arbeitsamt ausge­zahlt, aber es arbeitet nicht mit dem Antrag­steller zusammen, um seine Situa­tion in irgend­einer Weise zu ändern, so dass es die Menschen in Not nirgendwo hinbringt. In diesem dummen System sind dieje­nigen im Vorteil, die bei der Auszah­lung von Leis­tungen „durch­kommen“. Umge­kehrt fallen Menschen, die Hilfe verdienen, aber vor den Beamten hilflos sind, oft durch das Netz und bekommen keine Leis­tungen. Auch hier habe ich eine Geschichte aus der Stif­tung, die ich absolut unglaub­lich finde. Der Ehemann von Frau Blanka starb, und als allein­er­zie­hende Mutter in Not erhielt sie Unter­stüt­zung von der Stif­tung. Und was hat das Arbeitsamt gemacht? Sie stri­chen ihr die Sozi­al­hilfe für die nächsten drei Monate und stürzten sie damit in noch größere Armut. Ich möchte schreien vor Wut.

Seit der letzten Wahl setzen wir uns dafür ein, dass diese Fälle nicht von irgend­einem völlig anonymen Beamten des Arbeits­amtes, sondern von städ­ti­schen Beamten bear­beitet werden. Wir drängen auch auf eine voll­stän­dige Reform des medi­zi­ni­schen Beur­tei­lungs­dienstes. Es ist immer noch ein Schla­massel, und wir haben dem Minister für Arbeit und Soziales längst einen kompletten Reform­vor­schlag über­geben, einschließ­lich einer Schritt-für-Schritt-Anlei­tung, wie man ihn errei­chen kann.

Wir alle wissen, dass es ganze Bevöl­ke­rungs­gruppen und ganze Gebiete gibt, die zu Armut und Ausgren­zung verur­teilt sind. Es ist ein Teufels­kreis, aus dem es nur einen Ausweg gibt. Die Arbeit mit Kindern, die in einer so dysfunk­tio­nalen und wenig anre­genden Umge­bung aufwachsen und ohne Hilfe auf dem besten Weg sind, genau wie ihre Eltern auf Sozi­al­hilfe zu enden. Das ist die Aufgabe von Gemein­de­so­zi­al­ar­bei­tern und Non-Profit-Orga­ni­sa­tionen, die Clubs anbieten, für Schul­mit­tag­essen sorgen und Veran­stal­tungen mit anderen Kindern orga­ni­sieren. Aber es braucht ein klares und effek­tives System, um seine Nach­hal­tig­keit zu gewährleisten.

WIR FEUERN DIEJENIGEN AN, DIE NICHT AUFGEBEN

Wir alle wissen, dass es noch schlimmer als der Verlust des Arbeits­platzes ist, seine Gesund­heit zu verlieren. Wir alle haben das während der Koro­na­krise gesehen. Wenn klar ist, dass eine Person für eine wirk­lich lange Zeit ausfallen wird oder ihre Arbeits­fä­hig­keit erheb­lich einge­schränkt sein wird, muss sie in der Lage sein, schnell eine Inva­li­di­täts­rente und andere mögliche Leis­tungen zu erhalten, die den Einkom­mens­ver­lust zumin­dest ein wenig ausglei­chen. Nicht wie heute, wo es manchmal mehr als ein halbes Jahr dauert, um eine Inva­li­den­rente zu klären.

Hinzu kommt, dass das System zur Auszah­lung der Beihilfe völlig unper­sön­lich ist, da es Menschen mit Behin­de­rungen anhand von Tabellen in vier Gruppen einteilt und die indi­vi­du­elle Situa­tion jedes Antrag­stel­lers in keiner Weise berück­sich­tigt. Das muss sich ändern. Das ist natür­lich eine Ange­le­gen­heit des Minis­te­riums für Arbeit und Soziales, das wir seit Jahren um eine Ände­rung bitten. Die Regie­rungs­ko­ali­tion… nun, Sie wissen schon. Immerhin haben wir den Frei­be­trag für Schwer­be­hin­derte, unab­hängig vom Alter, erhöht. Dadurch fließt viel mehr Geld in die Pflege von Menschen mit Behin­de­rungen der Stufen 3 und 4.

Wir vergessen dabei nicht die trau­rigsten Fälle. Unheilbar kranke Kinder. Für ihre Eltern, die die trau­rige Diagnose vom Arzt erfahren, haben wir ein Pilot­pro­jekt des VZP-Bera­tungs­zen­trums geför­dert. Die Eltern erhalten im Kran­ken­haus fach­kun­dige psycho­lo­gi­sche Hilfe, um sie durch den ersten Schock zu begleiten und sie mit sozialen Diensten zu verbinden. Es ist uns auch gelungen, nach mehreren Jahren ein Projekt zu starten, bei dem die Versi­che­rung einen erheb­li­chen Teil der inten­siven Neuro­reha­bi­li­ta­tion für Kinder mit Zere­bral­pa­rese erstattet hat. Früher mussten sie für diese Behand­lung, die z.B. im Heilbad Klim­ko­vice statt­findet, zehn­tau­sende Kronen aufbringen. Daran werden wir auf jeden Fall weiter arbeiten, denn es ist klar, dass Kinder mit Hirn­schä­di­gungen einfach eine inten­sive Reha­bi­li­ta­tion brauchen.

Ich habe in meinem Leben viele unglaub­lich hand­lungs­ori­en­tierte Menschen kennen­ge­lernt, die sich nicht davon beein­dru­cken ließen, dass sie im Roll­stuhl landeten. Genauso wie ich schon viele action­ge­la­dene Acht­zig­jäh­rige und sogar Neun­zig­jäh­rige getroffen habe. Sie alle zeich­neten sich dadurch aus, dass sie weiter arbeiten, aktiv sein und Werte schaffen wollten. Sie sind der Beweis, dass Verlet­zung, Krank­heit oder Alter kein Grund zum Rück­tritt sind. Und genau diese Ethik des „niemals Aufge­bens“ muss der Staat fördern. Alles zu tun, was möglich ist, damit die Menschen aktiv bleiben und weiterhin einen Wert für sich und andere schaffen.

Gerade jungen Menschen mit Behin­de­rungen muss jede Unter­stüt­zung geboten werden, um selbst­ständig zu werden. Viele von ihnen könnten ins normale Leben und auf den offenen Arbeits­markt zurück­kehren, nicht nur auf den geschützten. Dafür brau­chen wir aber genü­gend Assis­tenten in der Ausbil­dung und der anschlie­ßenden Beschäf­ti­gung. Das Problem ist heute die hohe Fluk­tua­tion der persön­li­chen Assis­tenten. Wir können dies durch eine ausrei­chende finan­zi­elle Vergü­tung verhin­dern, indem wir einfach das allge­meine Pres­tige ihres Berufes erhöhen.

Auch hier sollte ein Steu­er­bonus greifen, um die arbei­tenden Menschen zu unter­stützen. Wir werden einen großen Steu­er­vor­teil und viel­leicht sogar einen Erlass der Beiträge für dieje­nigen vorschlagen, die ihre Behin­de­rung nicht als „Quali­fi­ka­tion“ für den geschützten Arbeits­markt ansehen. Und diese Leis­tung muss direkt an sie gehen, nicht an ihre Arbeitgeber.

KEINE ANGST VOR DEM ÄLTERWERDEN HABEN

Ein starkes Sozi­al­system wird auch von den Menschen selbst getragen. Wir müssen mehr tun, um sie davon zu über­zeugen, die Zukunft zu anti­zi­pieren und sich darauf vorzu­be­reiten, wenn sie jung, gesund und aktiv sind. Wir sollten alle eine Hintertür haben. Das Mindeste, was wir tun können, ist, für eine ange­mes­sene Versi­che­rung zu sorgen. Heute können wir uns nicht nur gegen blei­bende Schäden versi­chern, sondern wir sollten auch eine Pfle­ge­ver­si­che­rung einführen.

Keine Angst zu haben, heißt auch keine Angst zu haben, alt zu werden. Ich schreibe Ihnen dies als ein fast 67-jähriger Mann. Das Alter kann eine groß­ar­tige Zeit des Lebens sein. Wer jahre­lang ehrlich gear­beitet und dabei für den Ruhe­stand gespart hat, sollte im Herbst des Lebens genug Komfort haben, die Möglich­keit, seinen Hobbys nach­zu­gehen, die Dinge zu genießen, für die er wegen der Arbeit und der Versor­gung der Familie keine Zeit hatte. Und dafür brau­chen Sie eine anstän­dige Rente.

Ein freier, glück­li­cher, aktiver Rentner ist auch dann ein großer Gewinn für den Staat, wenn er oder sie nicht mehr arbeitet. Zum Beispiel, indem Sie sich ehren­amt­lich mit Kindern und Jugend­li­chen in einem Hort enga­gieren oder jungen Menschen mit ihren Enkeln helfen. Er kümmert sich um sie, erfreut sich an ihnen, nimmt sie mit auf Reisen. Das sind unver­gess­liche Momente, aber sie spie­geln sich auch in der Wirt­schaft des Landes wider. Die Hilfe der Groß­el­tern ist oft das, was es den Eltern ermög­licht, in den Beruf zurückzukehren.

Wir werden ganz klar dieje­nigen unter­stützen, die trotz ihres Renten­al­ters in Arbeit bleiben wollen. Nicht wie heute, wo zusätz­liche Arbeits­jahre nur eine mini­male Erhö­hung der Rente bringen. Das ist eine schreck­liche Unge­rech­tig­keit. Dieje­nigen, die länger in Arbeit geblieben sind, haben dem Staat Zehn­tau­sende pro Jahr an Beiträgen und Steuern eingebracht.

Wir wollen wirk­lich nicht, dass sich alte Menschen Sorgen darüber machen, „wo sie enden werden“ und das Gefühl haben, dass sie jemandem „zur Last fallen“. Die beste Lösung war, ist und wird immer sein, dass ein Mensch von seiner eigenen Familie betreut wird. Wenn sich Fami­li­en­mit­glieder dazu entschließen, dies zu tun und viel­leicht ihren eigenen Arbeits­platz für eine Weile aufzu­geben, muss es für sie auch wirt­schaft­lich sinn­voll sein. Solche Menschen müssen moti­viert und unter­stützt werden. Seit Jahren wird über „infor­melle“ Pfle­ge­kräfte gespro­chen, aber wir haben keine große Verän­de­rung gesehen.

Wenn das Alter so weit fort­ge­schritten ist, dass die Menschen nicht mehr ohne fremde Hilfe auskommen, dann kommt wieder das Sozi­al­system ins Spiel. Der Staat muss dafür sorgen, dass genü­gend Kapa­zi­täten in der Pflege und bei den Betreu­ungs­diensten vorhanden sind, damit wir im Alter in einem fami­liären Umfeld bleiben können, am besten bis zum letzten Tag. Und wenn das aus irgend­einem Grund nicht möglich ist, damit die Senioren nicht mona­te­lang darauf warten müssen, was für ein Haus für sie frei wird, und insge­heim hoffen, dass ihre Kinder zu etwas Schö­nerem beitragen werden. Das ist auch der Grund, warum wir massiv in moderne Pfle­ge­heime und Pallia­tiv­ein­rich­tungen investieren.

Machen Sie sich keine Gedanken darüber, was passieren wird. Das ist das Wichtigste.

WIE

Wir haben bereits eine groß­ar­tige Flat Tax für Selbst­stän­dige mit einem Umsatz von bis zu einer Million im Jahr einge­führt. Gesundheits‑, Sozial- und Einkom­men­steuer in einer Zahlung. Ich denke also, was wäre, wenn wir es allen, auch Einzel­un­ter­neh­mern mit einem Umsatz von über einer Million, die Mehr­wert­steuer zahlen, ermög­li­chen würden. Sie würden an einem Ort zahlen und alle Zahlungen zusammen. Einfach ☺

INSOLVENZ, ZWANGSVOLLSTRECKUNGEN UND VERBRAUCHER

Wenn eine Person wirk­lich arm ist, bedeutet das, dass sie niemanden hat, von dem sie sich etwas leihen kann. Er kann sich nicht von seinen Eltern, Freunden oder Bekannten etwas leihen. Er hat einfach niemanden, zu dem er gehen kann. Keiner, der ihn über Wasser hält. In einer solchen Situa­tion ein leeres Porte­mon­naie zu haben, ist ein schreck­li­cher Stress. Sie machen oft etwas Dummes. Viel­leicht leiht er sich von dem erst­besten Dreck­sack, dem er begegnet, denn wie wir wissen, verleihen Banken nie an Leute, die pleite sind.

Und der Dreck­sack leiht gerne.

Warum nicht, wo er doch vor nicht allzu langer Zeit selbst eine Million zu 3 % bei der Bank leihen konnte und sie dann zu Tausenden zu 30 % an Leute in Not auslieh. Diese Kredit­haie versteckten sich unter dem Etikett „Nicht-Banken“ und die Poli­tiker sahen tatenlos zu, wie sie unser Land überschwemmten.

Das ging jahre­lang so weiter, aber dann kamen wir dazu. Und sie machten eines deut­lich. Sie wollen anderen Geld leihen? Okay, aber nur, wenn Sie von der Tsche­chi­schen Natio­nal­bank lizen­ziert sind. Und die bekommen Sie nur, wenn Sie nach­weisen können, dass Sie solide, vertrau­ens­würdig, kapi­tal­kräftig und in der Tsche­chi­schen Repu­blik ansässig sind. Es sei denn, Sie haben eine klare Begren­zung der Strafen und vergeben verant­wor­tungs­be­wusst Kredite. Dies geschah am 1. Dezember 2016.

Das ist der Tag, an dem 60.000 Kredit­un­ter­nehmen ihr Geschäft aufgeben mussten. Ja, Sie haben richtig gelesen, es gab 60.000 Orga­ni­sa­tionen in diesem Land, die Tag und Nacht Jagd auf arme Menschen in Not machten. Nicht-Bank-Kredite. Wird oft sofort mit Gerichts­voll­zie­hern in Verbin­dung gebracht. Was glauben Sie, wie viele dieser Nicht-Bank-Unter­nehmen waren tatsäch­lich solide? Oder solche, die zumin­dest versucht haben, bei der Tsche­chi­schen Natio­nal­bank eine Lizenz zu beantragen?

108, meine Freunde!

So haben wir ange­fangen, unser Land von Schurken zu säubern.

HOFFNUNG STATT FALLE

Wenn ein Kredit einen Kredit über­trifft, kann das nicht gut ausgehen. Man tappt in eine Schul­den­falle und dann klopft der Gerichts­voll­zieher an die Tür und das war’s.

Die einzige Möglich­keit, danach wieder ein normales Leben zu führen, ist, sich zu verschulden. Zahlungs­un­fä­hig­keit. Sicher, die Leute sind ziem­lich auf sich allein gestellt, aber auf der anderen Seite haben unsere undichten Gesetze in diesem Land jahre­lang ein totales Klon­dike für eine Menge Dreck­säcke und Kredit­haie ermög­licht. Die Art, die sich nicht scheute, auch die Schwächsten, wie alte Menschen, anzu­greifen. Wie Kinder. Und der Staat hat jahre­lang still­schwei­gend zugesehen.

Diese Geschichte ist Zehn­tau­senden von Menschen passiert. Sein Anfang ist so banal und sein Ende so verzwei­felt, dass es weh tut.

Anika, 15 Jahre alt. Sie war in Eile. Sie ist auf eine Stra­ßen­bahn aufge­sprungen. Ohne Ticket. Und natür­lich das Gesetz der Bequem­lich­keit, der Inspektor. Sie bekam ein Ticket, aber es war ihr zu pein­lich, es zu Hause zu sagen. Klas­sisch. Niemand hat ihr darüber geschrieben, sie hat keine Zahlungs­auf­for­de­rung erhalten, sie hat sich nicht darum geküm­mert. Sie hat es hinter sich gebracht. Dann passierte es wieder, aber nichts. Mit 18 ging sie dann mit einem Nebenjob nach England, um die Sprache richtig zu lernen und etwas Geld zu verdienen. Sie hat ihr Barge­halt auf ein Bank­konto einge­zahlt. Als sie das Geld abheben wollte, wurde sie über­rascht. Der Gerichts­voll­zieher nahm alles für die beiden unbe­zahlten Bußgelder, die sie längst vergessen hatte. Aus einem Bußgeld von fünf­hun­dert Dollar wurde plötz­lich eine Schuld von 30.000 Dollar. Das war Annes Start ins Erwachsensein.

Wie ich schrieb, gab es Zehn­tau­sende solcher Geschichten. Und es sind nicht nur Studenten. Die Gerichts­voll­zieher kamen auch für ältere oder behin­derte Menschen. Bevor wir auf den Plan traten, verloren Menschen routi­ne­mäßig ihre Häuser für läppi­sche Summen, die die tatsäch­li­chen Schulden um ein Viel­fa­ches über­steigen konnten, weil verschie­dene Gerichts­voll­zie­her­ge­bühren und Zinsen anfielen.

Glück­li­cher­weise hat sich in den 8 Jahren, in denen wir uns mit Zwangs­voll­stre­ckungen und Insol­venzen beschäf­tigen, eine Menge geän­dert. Trotz der besten Bemü­hungen verschie­dener Lobby­isten. Wir haben Mensch­lich­keit in die Kredit­ver­gabe und Schul­den­ein­trei­bung gebracht, wir haben immer versucht, totale Extreme zu vermeiden, wir sind geduldig und syste­ma­tisch vorge­gangen. Wir haben uns entschieden, dass wir verant­wor­tungs­vollen und ehrli­chen Schuld­nern helfen wollen, aber auch seriösen Gläu­bi­gern nicht schaden wollen. Schließ­lich schuldet Ihnen viel­leicht auch jemand etwas, und Sie wollen Ihr Recht. Daran arbeiten wir seit vier Jahren mit Patrick Nacher, den ich Ihnen gleich vorstellen werde.

Doch nun zurück zur Schul­den­falle. Wenn Sie hinein­fallen, haben Sie zwei Möglichkeiten.

1. Privat­kon­kurs und Konkurs bzw. Insolvenz.

2. Endlose Zwangs­ver­stei­ge­rungen, die Sie in ein Leben in der Grau­zone drängen. In dem es dem Schuldner mise­rabel geht, aber weder der Kredit­geber noch der Staat profi­tiert. Der Schuldner muss unter dem Tisch arbeiten, um die Schulden nicht bezahlen zu müssen, aber dadurch hat er keinen Rechts­schutz, er ist angreifbar, er kann leicht erpresst werden. Und er kann jede Rente vergessen. Der Gläu­biger verliert jede Chance, wenigs­tens einen Teil seines Geldes zu sehen. Und der Staat, an den die Menschen in der Grau­zone keine Steuern zahlen, verliert.

ZURÜCK ZUM LEBEN

Deshalb wollten wir die Regeln für die Insol­venz so gestalten, dass möglichst viele Menschen ermu­tigt werden, ihr Problem zu lösen. Wir haben ihnen eine echte Chance gegeben, in ein normales Leben zurück­zu­kehren. Und das merkt man schon. Im Jahr 2011 wurden 936.000 Zwangs­ver­stei­ge­rungen einge­leitet, im Jahr 2020 sind es knapp 408.000. Zum ersten Mal seit drei Jahren ist die Zahl der neuen Zwangs­ver­stei­ge­rungen nied­riger als die Zahl der abge­schlos­senen Zwangsversteigerungen.

Die Gesamt­zahl der Zwangs­ver­stei­ge­rungen ist rück­läufig. Endlich.

Das Wich­tigste für uns war, die Verschul­dung der Kinder zu beenden. Und dafür haben wir eine Menge getan. Dank uns liegen die Schulden von Kindern unter 15 Jahren nun in der Verant­wor­tung ihrer Erzie­hungs­be­rech­tigten, haupt­säch­lich ihrer Eltern. Jugend­liche zwischen 15 und 18 Jahren können dann nicht mehr schulden, als sie bei Errei­chen der Voll­jäh­rig­keit haben. Also, ja, sie werden bestraft werden, aber sie werden nicht mehr bis über beide Ohren verschuldet ins Erwach­se­nen­alter eintreten.

Aber wir spre­chen nicht nur von Kindern und Jugend­li­chen. Wir wollten durch mehrere Ände­rungen der Insol­venz­ord­nung gleiche Bedin­gungen für hundert­tau­sende Schuldner schaffen. Deshalb haben wir den Betrag, der unein­bring­lich ist, um das Drei­fache erhöht. Wir haben die Schwelle, ab der das gesamte Gehalt abge­zogen wird, auf 28 495 CZK erhöht. Und dabei haben wir die Menschen moti­viert, sich ihren Problemen zu stellen.

Wir haben auch deut­lich gemacht, dass jeder, der mindes­tens 30 % der Schulden bezahlt, diese ganz los wird. Aber gleich­zeitig entfällt diese 30%-Grenze beim Eintritt in den Schul­den­er­lass, was eine große Erleich­te­rung ist. Wir haben die Möglich­keit einer schnel­leren Schul­den­til­gung nach drei Jahren einge­führt, wenn mindes­tens 60 % zurück­ge­zahlt werden. Wir haben eine verkürzte Frist von drei Jahren für Personen einge­führt, die eine Alters- oder Erwerbs­un­fä­hig­keits­rente erhalten, und auch für Personen, deren Schulden vor ihrem 18.

Wir haben auch die Höhe der Voll­stre­cker­ver­gü­tung für die Vorbe­rei­tung eines Insol­venz­an­trags auf 4 000 CZK begrenzt und den Kreis der Personen defi­niert, die einen Antrag vorbe­reiten können, wie z.B. Rechts­an­wälte, Notare oder beim Justiz­mi­nis­te­rium regis­trierte Orga­ni­sa­tionen. Außerdem haben sie einen klar defi­nierten Tarif.

Was Zwangs­ver­stei­ge­rungen angeht, so haben wir endlich der irrsin­nigen Praxis ein Ende gesetzt, dass jemand Ihre Wohnung wegen ein paar tausend Kronen Schulden verstei­gert. Heute kann es nicht mehr passieren, dass eine Schuld von weniger als 100 000 dazu führt, dass der Gerichts­voll­zieher Ihnen das Dach über dem Kopf nimmt. Übri­gens: Gerichts­voll­zieher hätten nie priva­ti­siert werden dürfen.

Wir haben auch die Einrich­tung des Schutz­kontos einge­führt, das den unein­bring­li­chen Mindest­be­trag vor dem Gerichts­voll­zieher schützt. Wir haben einen besseren Schutz für den Ehepartner des Schuld­ners durch­ge­setzt und die Liste der von der Zwangs­voll­stre­ckung ausge­schlos­senen Gegen­stände erwei­tert. Und wir haben auch schon mehrere Zwangs­voll­stre­ckungen gegen denselben Schuldner durch denselben Gerichts­voll­zieher abge­wi­ckelt. Testa­ments­voll­stre­cker werden in solchen Fällen ihre Erstat­tungs­kosten redu­ziert sehen. Darüber hinaus haben wir die Vergü­tung für die Durch­füh­rung von Zwangs­voll­stre­ckungen redu­ziert. Es ging uns einfach um Fair­ness, was auch Ange­mes­sen­heit bedeutet.

GO

In diesem Früh­jahr haben wir uns weitere Verbes­se­rungen einfallen lassen. Wir haben vorge­schlagen, vergeb­liche Zwangs­voll­stre­ckungen abzu­schaffen, d.h. für Kapi­tal­be­träge bis zu 1.500 CZK, wie z.B. Schulden bei Mobil­funk­be­trei­bern, die unter dem Tisch fahren, wo drei Jahre lang nichts einge­trieben wurde. Jetzt bekommt der Gläu­biger 30 % der Haupt­summe, d.h. maximal 450 CZK, und der Gerichts­voll­zieher bekommt sein Honorar. Und das war’s.

Wir haben auch mobile Zwangs­voll­stre­ckungen huma­ni­siert, um beson­ders schutz­be­dürf­tige Menschen zu schützen, vor allem ältere Menschen oder Menschen mit Behin­de­rungen, bei denen davon ausge­gangen werden kann, dass sie nicht über Dinge verfügen, die sich mone­ta­ri­sieren lassen. Bisher haben die Gerichts­voll­zieher die Menschen psychisch miss­braucht, indem sie ihnen ihr Hab und Gut vorent­halten haben, obwohl jeder wusste, dass sie höchs­tens ein paar Hundert für einen Wasser­ko­cher bekommen würden. Wir haben auch vorge­schlagen, dass Gespräche zwischen dem Büro des Gerichts­voll­zie­hers und dem Schuldner aufge­zeichnet werden sollten. Lassen Sie sie mit offenen Karten spielen.

Und wir waren maßgeb­lich an der Verab­schie­dung eines Antrags betei­ligt, der es Schuld­nern ermög­licht, ihre Zwangs­voll­stre­ckungs­akte online einzusehen.

Dank einer Ände­rung des Verbrau­cher­kre­dit­ge­setzes haben wir die unmensch­li­chen Schieds­klau­seln abge­schafft, mit denen manche Zwangs­voll­stre­ckungen kleine Häuser über­boten. Und weil es so viele dieser Fälle gab, ließen wir die Gerichte wissen, dass sie Zwangs­ver­stei­ge­rungen, die unter ungül­tigen Schieds­klau­seln durch­ge­führt wurden, iden­ti­fi­zieren und auto­ma­tisch stoppen sollten. Das Justiz­mi­nis­te­rium fand über 130.000 davon.

Die 60.000 dubiosen Firmen, über die ich anfangs geschrieben habe, haben ihr Geschäft auf Schieds­klau­seln aufge­baut. Wir haben ein abso­lutes Verbot für sie ange­ordnet. Also gingen diese Unter­nehmen in Konkurs.

WIR SCHÜTZEN ALLE VERBRAUCHER

In diesem Kapitel kann es nicht nur um dieje­nigen gehen, die Kredite nutzen. Wir haben von Anfang an für alle Verbrau­cher gekämpft. Und wir haben genug getan. Ich gebe Ihnen nur die Slogans.

Mit der Novelle des Verbrau­cher­schutz­ge­setzes wurde die außer­ge­richt­liche Streit­bei­le­gung für Verbrau­cher­strei­tig­keiten in den Berei­chen Finanz­dienst­leis­tungen, elek­tro­ni­sche Kommu­ni­ka­tion oder Energie einge­führt. Wir haben einen Stan­dard verab­schiedet, um zu verhin­dern, dass Zeit­schrif­ten­be­trüger, wie wir sie nennen, den Kunden Geld für fiktive Medi­ka­mente abknöpfen, und wir haben auch das Gesetz über elek­tro­ni­sche Kommu­ni­ka­tion geän­dert, wodurch Geld­strafen für die vorzei­tige Kündi­gung von Verträgen abge­schafft wurden und der Wechsel zu einem anderen Mobil­funk­be­treiber viel einfa­cher und schneller möglich ist. Was früher einen Monat dauerte, hat sich auf zwei Tage redu­ziert. Keine Fragen, keine Strafen. Passt Ihnen Ihr Bediener nicht oder hat Sie etwas gestört? Zwei Tage später sind Sie mit einem anderen zusammen, kein Problem.

Und an dieser Stelle muss ich unbe­dingt Patrik Nacher erwähnen.

Sie kennen ihn wahr­schein­lich. Patrik ist sehr ausdrucks­stark und geht oft gegen den Strich. Ich denke, Sie sollten ihm in den Netz­werken folgen. Beson­ders auf Twitter. Sie werden manchmal viel Druck bekommen, aber das ist es wert. Er ist ein echtes Original. Einzig­artig. Und er hat keine Angst. Sie werden sehen. Kein Abge­ord­neter hat mehr für Menschen in der Zwangs­voll­stre­ckung getan als Patrick.

PATRIK NACHER

Patrick hat es geschafft, einige wich­tige Ände­rungen für die Menschen im Haus zu befür­worten und durch­zu­setzen. Sein beson­deres Enga­ge­ment gilt dem Verbrau­cher­schutz. Er war bei der Erhö­hung der Arbeits­un­fall­renten, er war bei der Been­di­gung von Zeit­schrif­ten­be­trug, er war bei der Ände­rung des Elec­tronic Commu­ni­ca­tions Act. Er hat die Posi­tion des Verbrau­chers gegen­über Geld­wechs­lern durch­ge­setzt, indem er die Möglich­keit einführte, Umtausch­vor­gänge zu stor­nieren, und auch die Kunden gegen­über Immo­bi­li­en­mak­lern entlas­tete. Auch die Besei­ti­gung von Wracks, die die Straßen vor allem in Groß­städten über­säen, ist dadurch einfa­cher geworden.

Im Rahmen einer Novelle des Ener­gie­ge­setzes geht sie nun gegen Ener­gie­be­trug vor. Und lang­fristig hat er an absolut entschei­denden Berei­chen für unsere gesamte Gesell­schaft gear­beitet, die mitein­ander verbunden sind und die ich Ihnen soeben beschrieben habe. Zwangs­voll­stre­ckungen und Insol­venz. Hier hat Patrick die wich­tigsten Ände­rungs­an­träge einge­bracht, von denen ich Ihnen erzählt habe.

Im Bereich des Verbrau­cher­schutzes arbeitet er an unserer Prio­rität, der neuen Insti­tu­tion der Sammel­klagen, die in unserem Land schmerz­lich vermisst wird und die wir in dieser Legis­la­tur­pe­riode leider nicht durch­setzen konnten. Oder über eine deut­liche Stär­kung der Kompe­tenzen und Erwei­te­rung der Themen­be­reiche für die außer­ge­richt­li­chen Stellen, an die sich Verbrau­cher mit ihren Beschwerden wenden. Solche Organe sind der Finanz­schieds­richter, das Ener­gie­re­gu­lie­rungsamt und das Tsche­chi­sche Amt für Telekommunikation.

MIT IHNEN

Und ein weiteres Treffen für dieses Buch. In diesem Jahr, am 4. März, starb mein Vater Fran­tišek Lízna. Unter­zeichner der Charta 77, Kaplan im Gefängnis in Mírovo, selbst inhaf­tiert in Bory. Viele Jahre lang kümmerte er sich um Obdach­lose und Roma. Ein Mann mit einer unglaub­li­chen Lebens­ge­schichte. Obwohl wir beide aus unter­schied­li­chen Verhält­nissen kamen, hatten wir uns immer etwas zu sagen, und ich werde seine inspi­rie­renden Einsichten immer in Ehren halten. Und ich werde nie seine Groß­zü­gig­keit, Freund­lich­keit und seinen groß­ar­tigen Humor vergessen.

Ich war froh, dass ich ihn besu­chen konnte. Er und seine lang­jäh­rige Assis­tentin, Jose­phine. Ich dankte ihr für alles, was sie für Francis während seines Lebens getan hatte. Dann nahm mich Pater Francis sanft am Arm und verkün­dete allen, dass wir gemeinsam in sein Zimmer gehen würden. Bei unserem persön­li­chen Treffen hinter verschlos­senen Türen hatte ich das Gefühl, dass wir uns schon sehr lange kennen. Viel­leicht lag es auch daran, dass er schon seit mehreren Jahren für mich gebetet hatte. Er salbte mich mit dem Öl des Heiligen Charbel vom Libanon. Er zeigte mir eine Dimen­sion des Lebens, die ich so nicht kannte oder erkannte. Seine Groß­zü­gig­keit, Freund­lich­keit und vor allem sein wunder­barer Humor gingen mir sehr nahe. Er hat mein Buch mit einer Widmung signiert. Er versprach, beim nächsten Mal die Fragen zu beant­worten, die ich mit ihm geteilt hatte und die mich bedrückten. Aber wir haben es nicht geschafft.

Pater Francis, ich danke Ihnen. Ich werde mich an Sie erinnern.

WAS ES BEDEUTET, TSCHECHISCH ZU SEIN

20. Mai 2021, 21:30 Uhr Ich lese dieses Buch etwa zum zweiten Mal in Folge. Ich hatte etwas Port­wein. Ich schaue aus den offenen Fens­tern auf den Garten der Straka-Akademie. Sie haben es gemäht, es riecht gut. Ich bin jetzt ganz allein im Haus. Es sind nur mein Sicher­heits­dienst und Eliska vom Sekre­ta­riat. Sie sind alle nach Hause gegangen. Es ist ruhig. Es ist Nacht. Es schreibt mir nicht einmal mehr jemand auf WhatsApp. Nur Medi­en­über­wa­chung. Es sind Dutzende von Nach­richten jeden Tag, den ganzen Tag lang. Wer will das schon die ganze Zeit lesen? Ich möchte eine Weile nach­denken. Ich schreibe einfach eine SMS nach Hause und sage ihnen, dass sie heute Abend nicht auf mich warten und ins Bett gehen sollen. Ich möchte dieses Buch jetzt beenden.

Ein Buch über vier Jahre an der Spitze der Tsche­chi­schen Republik.

Vier Jahre an der Spitze des Landes, das ich liebe. Ein Land, das mir alles gegeben hat, was ich habe.

An der Spitze eines Landes, mit dem wir erst die besten wirt­schaft­li­chen Ergeb­nisse der Geschichte erzielt haben, besser als Italien, Spanien und Portugal, und dann haben wir gemeinsam die größte Krise in der modernen Geschichte des Landes durch­lebt. Zusammen.

Und dann haben wir geimpft. Ich vertraue darauf, dass Sie zu dem Zeit­punkt, an dem Sie dieses Buch in der Hand halten, geimpft sein werden.

Das glaube ich. Ich habe gelernt zu vertrauen. Ich wusste immer, dass da etwas über uns ist. Ich nenne es das Universum.

Ich bin Tscheche. Und ich bin ein stolzer Tscheche. Ebenso wie meine Frau und meine Kinder.

Sie wissen auch, dass ich ehrlich bin und dass ich, wenn ich etwas sagen will, es einfach sage. Sie wissen, wenn ich meine Meinung ändere, und das tun Sie, wenn Sie wech­selnde Nach­richten aus der Welt bekommen, müssen Sie Ihre Meinung ändern.

Du weißt, dass ich hart sein kann. Ja, das bin ich. Das hat mich das Geschäft gelehrt, und ich denke, dass ich deshalb in der Lage bin, schwie­rige Entschei­dungen zu treffen.

Für die Tsche­chi­sche Repu­blik. Für die Tsche­chen, Mährer und Schlesier.

Und was halten sie davon?

Laut einer Umfrage des Zentrums für öffent­liche Meinungs­for­schung des Insti­tuts für Sozio­logie der Tsche­chi­schen Akademie der Wissen­schaften aus dem Jahr 2019 war die Zufrie­den­heit der Bürger mit der Politik die höchste seit November 1989.

Zu diesem Zeit­punkt war Babiš bereits vier Jahre in der Regie­rung und ein zweites Jahr Premier­mi­nister. Viel­leicht ist es das.

Ich möchte sagen, dass es ange­messen ist, stolz zu sein.

Stolz.

Davon hatten wir in den letzten 30 Jahren in der Tsche­chi­schen Repu­blik nicht viel. Stolz auf das eigene Land sein. Wir haben viel ins Ausland geschaut, vor allem in den Westen. Es machte Sinn. In den 40 Jahren des Kommu­nismus sind wir in vielen Berei­chen wirk­lich zurück­ge­fallen, vor allem wirtschaftlich.

Aber das ist schon mehr als 30 Jahre her.

Wir können nicht ständig Ausreden für das vergan­gene Regime finden. Wir sind eine stabile Demo­kratie, wir sind in der NATO und in der Euro­päi­schen Union. Jetzt müssen wir unser Leben endlich selbst in die Hand nehmen. Das habe ich versucht zu tun. Und eine Menge Leute mit mir.

Wir haben eine Menge, auf das wir stolz sein können. Und niemand wird es für uns tun.

Lasst uns an uns selbst glauben!

Wie Masaryk sagte: „Patrio­tismus ist Liebe zur eigenen Nation, nicht Hass auf andere.“

Und er hatte Recht.

In Amerika sind sie besessen von Flaggen.

Die Deut­schen sind stolz auf ihre Ordnung und Präzision.

Die Briten lassen ihren sprich­wört­li­chen Frieden nicht aufgeben, egal was passiert.

Die Fran­zosen hingegen sind sich sehr wohl bewusst, dass sie die reichste Kultur der Welt haben.

Die Finnen sind das fried­lichste Volk der Welt. Und sie zeigen es.

Die Schweizer rühmen sich mit ihren hoch­mo­dernen Zügen, Auto­bahnen und Tunneln.

Die Italiener schätzen ihre Küche und welt­be­rühmte Luxusmarken.

Und die Spanier lassen sich ihr heiliges Recht auf eine Siesta nie nehmen.

Findet das jemand seltsam? Nein. Es ist das Rich­tige, und es ist völlig angemessen.

Und darauf sollten wir auch stolz sein.

Viel­leicht können wir es manchmal nicht. Viel­leicht haben wir Tsche­chen, Mährer und Schle­sier einen kleinen Block. Ein Block zum Stolz. Viel­leicht haben wir manchmal Angst zu sagen, dass wir stolz auf etwas sind. Aber ich denke, es ist eher Demut. Oder schämen wir uns, stolz zu sein? Viel­leicht ein bisschen.

Wir sollten also keine Angst haben. Wir brau­chen uns nicht zu schämen. Lassen Sie uns stolz auf unser Land sein. Wir haben etwas, auf das wir stolz sein können.

Und lassen Sie uns unserem Land helfen.

Was ist die beste Art, ihm zu helfen?

Lassen Sie uns zusammenhalten.

Zuge­hö­rig­keit. Einfüh­lungs­ver­mögen. Verstehen. Liebe.

Anstelle von Neid und Hass.

Sicher, wenn wir jemanden hassen, sind wir viel­leicht für einen Moment erleich­tert, aber eigent­lich halten wir uns gegen­seitig zurück. Und das verbreitet schlechte Laune.

Ändern wir das also.

Warum sind die Deut­schen und Öster­rei­cher so erfolg­reich? Die gesamte Wirt­schaft basiert auf kleinen und mitt­leren Unter­nehmen. Auf Quali­täts­pro­dukte und Inno­va­tion. Das ist der rich­tige Weg.

Meis­tens geht es um Einfalls­reichtum und Geschick­lich­keit. Die Kunst, neue Dinge zu erfinden, ist uns angeboren.

Und das ist genau das, was wir tun müssen. Kombi­nieren Sie Akti­vität und Unter­neh­mertum. Ich stelle mir Tausende von kleinen, fami­li­en­geführten Unter­nehmen vor. Das ist die gesunde Grund­lage, zu der wir zurück­kehren wollen.

Und wir kommen wieder! So besagt die aktu­elle Prognose der Euro­päi­schen Kommis­sion, dass unsere tsche­chi­sche Wirt­schaft in diesem Jahr um 3,4 % und im Jahr 2022 sogar um 4,4 % wachsen wird.

Das Finanz­mi­nis­te­rium hat auch einen Super­ab­schluss. Basie­rend auf den Prognosen von 16 Exper­ten­in­sti­tuten hat sie fest­ge­stellt, dass unsere Wirt­schaft in diesem Jahr um 3 % wachsen und sich im nächsten Jahr sogar auf 3,9 % beschleu­nigen sollte.

Und andere Fakten?

Allein im ersten Quartal 2021 wurden in der Tsche­chi­schen Repu­blik 7 % mehr neue Unter­nehmen regis­triert als im Vorjahr. Wir fangen an, mehr Geschäfte zu machen! Die tsche­chi­sche Indus­trie wuchs im März um 14,9 % im Vergleich zum Vorjahr, ange­trieben von den Auto­mo­bil­her­stel­lern, deren Produk­tion um 47 % im Vergleich zum Vorjahr stieg.

Los geht’s!

LOB FÜR DIE TSCHECHISCHE NATION

Wir wissen sehr gut, dass die Tsche­chen einen gesunden Menschen­ver­stand haben. Wir lassen uns einfach von niemandem etwas vorschreiben. Wir hatten ein schwie­riges 20. Jahr­hun­dert. Zwei tota­li­täre Dikta­turen, zwei Inva­sionen und Jahr­zehnte der Unfrei­heit. Deshalb sind wir Tsche­chen sehr empfind­lich gegen­über der Frei­heit. Deshalb müssen wir sie vertei­digen. Und das von allen Seiten. Niemand hat geklin­gelt, damit sie Angst haben müssen, ihre Meinung zu sagen. Nur weil einige modi­sche Trends und Meinungen aus dem Westen kommen, heißt das nicht, dass wir sie um jeden Preis über­nehmen werden.

Die Haupt­sache ist und war immer die Frei­heit und Unabhängigkeit.

Ich war schon überall in der Repu­blik. Ich weiß es, glaube ich, so gut wie jeder andere. Und überall habe ich unter­neh­mungs­lus­tige und aufge­schlos­sene Menschen gesehen, die ihre Heimat lieben. Das ist etwas Einzig­ar­tiges. Ich bewun­dere Soli­da­rität und Offen­heit, denn Tsche­chen, Mährer und Schle­sier sagen die Dinge unver­blümt. Genau so, wie sie sind. Manchmal sieht es so aus, als würden wir uns streiten, aber wir tauschen nur Meinungen aus.

Es gibt Dinge, die alle Bewohner der böhmi­schen Länder gemeinsam haben.

Sie beschweren sich wenig, sie arbeiten hart, und sie wollen nur ein wenig Aner­ken­nung, weil unsere ganze Repu­blik auf ihrer Arbeit beruht.

Sie sind schlau und lassen sich nicht täuschen. Betrunken auf einer Rolle.

Ich habe so viele von ihnen auf unseren Reisen kennen­ge­lernt. Wie viele groß­ar­tige Menschen, die unser Land zum Funk­tio­nieren bringen und die es uns ermög­li­chen, auf dem neuesten Stand zu sein.

Danke an alle, die Unter­nehmen führen und Verant­wor­tung für die Menschen tragen, denen sie jeden Monat ihren Gehalts­scheck schicken.

Danke an alle unsere Rentner, die unser Land aufge­baut haben und für die wir sorgen wollen.

Danke an alle, die jeden Tag zur Arbeit gehen.

Es gibt Millionen von ihnen, und ich schreibe dies für sie. Für jeden einzelnen von ihnen.

Sie stehen morgens auf, um ihre Kinder zur Schule zu bringen, und fahren dann gemäch­lich 40 Meilen zu einem Job, den sie treu ausführen und nie verpassen.

Wenn sie krank sind, würden sie lieber Urlaub machen.

Nach der Arbeit gehen sie einkaufen, sie wollen gute Qualität essen. Lokal, aber zu einem guten Preis.

Dann holen Sie die Kinder ab und gehen mit ihnen in den Club.

Dann nach Hause, an dem Haus arbeiten, für das sie die Hypo­thek bezahlen.

Und abends eine in der örtli­chen Kneipe.

Jeder von ihnen hat seine eigenen Meinungen und Über­zeu­gungen. Er will keine Kinder eines von 58 oder wie viele auch immer Geschlech­tern haben, und er wird nicht den Rassismus in den Verei­nigten Staaten anspre­chen oder irgend­eine unsin­nige Sache, die für die Tsche­chi­sche Repu­blik nicht wichtig ist. Er wird abends den Fern­seher einschalten und sich von Kommen­ta­toren aus Prag sagen lassen, dass er über­haupt nicht progressiv denkt.

Also schalten sie den Unsinn ab und gehen schlafen.

So können sie am nächsten Tag um 4:00 Uhr aufstehen und zur Arbeit gehen.

Weil sie dieje­nigen sind, die das Essen machen.

Sie sind dieje­nigen, die in den Fabriken arbeiten.

Sie betreiben die Kraftwerke.

Sie arbeiten auf den Feldern.

Sie arbeiten in Krankenhäusern.

Sie sind dieje­nigen, die das Trans­port­wesen betreiben.

Sie sind dieje­nigen, die unsere Kinder in den Schulen unterrichten.

Sie sind dieje­nigen, die Pakete, Briefe und Waren ausliefern.

Sie sind dieje­nigen, die an den Post­schal­tern geduldig mit uns sind.

Sie sind dieje­nigen, die unsere Wasch­ma­schinen repa­rieren, die Leitungen im Haus verlegen, den Putz anbringen und die Stei­glei­tungen herstellen.

Sie sind dieje­nigen, die den Bedürf­tigsten in den Sozi­al­diensten und Pfle­ge­heimen helfen.

Sie sind dieje­nigen, die unsere Autos reparieren.

Sie sind dieje­nigen, die unsere Straßen, Brücken und Bürger­steige reparieren.

Sie sind dieje­nigen, die sich um unsere Wälder, Teiche und Natio­nal­parks kümmern.

Und das sind die Menschen, die Aner­ken­nung verdienen, und ich werde für sie kämpfen.

Für alle normalen Menschen.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich außer mir kein Poli­tiker um sie kümmert, aber das sind die Menschen, auf denen unsere Gesell­schaft, Wirt­schaft und Kultur beruht.

Und sie sind die Menschen, auf denen unsere Demo­kratie steht.

Das sind die Leute, für die ich kandi­diere. Das sind die Menschen, für die ich lebe und arbeite. In erster Linie für sie.

Und ich werde noch viel mehr für sie tun, als ich hier geschrieben habe.

Im September werden wir unser Programm für die Wahl vorstellen. Ich werde bald 67 Jahre alt. Und ich will es noch einmal probieren. Nicht für mich selbst. Aber für Sie. Ich wage zu behaupten, dass ich so viel Erfah­rung in der Führung eines Landes und der inter­na­tio­nalen Politik habe wie jeder andere in diesem Land.

Also habe ich dieses Buch darüber geschrieben. Es ist Ihre letzte Chance, für mich zu stimmen. Ich kandi­diere zum letzten Mal. Letzte Chance, für Babis zu stimmen.

Die, die Sie kennen. Derje­nige, der noch arbeitet. Derje­nige, der alles geben will.

Derje­nige, der überall die tsche­chi­schen Inter­essen fördert.

Bis zum Punkt der Tränen.

DANKE, DANKE!

26. Juni 2021. Ich habe dieses Buch gerade beendet. Vielen Dank an alle, die mir dabei geholfen haben. Viele Leute haben daran gear­beitet, jemand hat eine Idee geäu­ßert, jemand hat Zahlen, Fakten, Analysen hinzu­ge­fügt, Korrektur gelesen und eine Unzahl anderer Dinge getan. Viele Leute lieferten umfang­rei­ches Hinter­grund­ma­te­rial, von dem ich am Ende nur ein paar Sätze oder gar nichts verwendet habe. Ich hätte viel­leicht eine andere Meinung gehabt. Das passiert oft. Ich danke ihnen allen. Sie alle arbei­teten unent­gelt­lich und in ihrer Frei­zeit, obwohl sie anspruchs­volle Jobs haben.

Es gibt über 700 Ausgaben in diesem Buch und wir gingen am 4. Juli 2021 in Druck, also ist es klar, dass sich einige der Zahlen geän­dert haben können. Immerhin ist es schon eine Weile her. Wir werden aber versu­chen, die elek­tro­ni­sche Version des Buches zu aktua­li­sieren, die Sie herun­ter­laden können. Hoffent­lich bleibt dafür in diesem arbeits­rei­chen Wahl­kampf noch Zeit. Und laden Sie sich unbe­dingt das Hörbuch herunter und hören Sie es auf dem Rückweg vom Urlaub.

Und wenn Sie eine Idee oder einen Kommentar haben, oder wenn Sie mir einfach ein paar Zeilen schreiben wollen, hier ist eine speziell einge­rich­tete E‑Mail-Adresse dafür:

babis@​sdilejteneztozakazou.​cz

Und ich denke, viele von Ihnen wissen, dass ich die Emails lese, auch wenn ich es nicht immer schaffe, sie zu beantworten.

Natür­lich ist es besser, ein gedrucktes Buch zu haben. Es ist hübsch und jeder mag Bücher. Aber noch besser ist es, das Buch jemandem zu schenken. Also bitte, es ist nicht mehr viel Zeit übrig, und wenn Sie bis hierher gelesen haben, hat es Ihnen wahr­schein­lich gefallen. Ich hoffe es. Und selbst wenn nicht, geben Sie es weiter. Es liegt nicht in meiner Macht, 8 Millionen Bücher zu drucken und jedem von Ihnen eines in die Hand zu drücken.

Ich werde Sie bitten, es zu tun.

Geben Sie es allen. Mami. Oma oder Opa. Papa. Kinder oder Enkel­kinder. Ein Freund, ein Bekannter, ein Arbeits­kol­lege, ein Nachbar. Oder jeden, den Sie treffen, wenn Sie auf die Straße gehen. Das sollte jeder wissen.

Ich flehe Sie an.

Teilen Sie es, bevor es verboten wird!

Andrej Babiš

Ich werde der erste in der Tsche­chi­schen Repu­blik sein, der geimpft wird. Ich gehe mit gutem Beispiel voran!

Mit mir, einer Kriegs­ve­te­ranin, Frau Emilie Řepíková.

Im Weißen Haus. Melanie und Monika unter­hielten sich, als ob sie sich schon seit Jahren kennen würden. Und sie waren sehr gut darin.

Das Treffen mit Donald Trump dauerte uner­wartet lange. Er ist ange­nehm, ganz anders als das Pressekorps.

Der Empfang des US-Präsi­denten bei der UN-Jahrestagung.

Mein persön­li­ches Geschenk an den Präsi­denten der Verei­nigten Staaten. EN 75 Republik.

Neujahrs-Mittag­essen. 2018. Wir hatten Rinder­brühe, Lenden­steak und einen Eisbecher!

Mit dem Präsi­denten. Ich treffe ihn oft und gerne. Er hat Spaß an der Politik.

Angela Merkel. Sie ist nett, sie hat hier studiert und spricht ein biss­chen Tsche­chisch, sie mag Schnitzel und Ruland-Grau aus Mähren.

Europa-Saal, Brüssel. Hier wurden Quoten diskutiert.

Wir beginnen mit der Restau­rie­rung von Karl­s­tejn. Karl IV. war für mich der größte Tscheche.

Die Staats­oper wird nach der Reno­vie­rung wieder­eröffnet. Goldene tsche­chi­sche Hände! Basteln!

23. 3. 2020. Wir filmen meine außer­ge­wöhn­liche Rede. Das erste Mal auf dem Coro­na­virus. Ein sehr schwie­riger Moment.

Das Natio­nal­mu­seum wird nach der Reno­vie­rung wieder­eröffnet. Einer der Höhe­punkte des 100-jährigen Bestehens der Tsche­cho­slo­wakei. Ich bin stolz und gerührt.

Mit Monika und Vivien an der Freiheitsstatue.

29. 7. 2017. Ich werde Monika heiraten. Endlich!

Wir feiern unseren ersten Jahrestag.

Auf dem Weg nach Finn­land. Ich bin froh, wenn Monika manchmal mit mir kommt.

Die Ernen­nung von Kaiser Naru­hito von Japan. Zum zweiten Mal in meinem Leben in einem Smoking. Wir haben uns wirk­lich nicht blamiert.

Vivien hat ihren Abschluss gemacht! Ich bin sehr glücklich.

Unser Frederik und ich kaufen zweimal im Jahr für Lebens­mit­tel­banken ein.

Darja wird heiraten.

13. September 2019. Unsere komplette Familie. Da hatten wir Gigi noch nicht.

Ein Geschenk von den Mädchen aus dem Sekre­ta­riat. Jedes Jahr suchen sie einen Pull­over für mich aus.

Mit dem Sekre­ta­ri­ats­team auf Darjas Hochzeit.

Slivo­vice in Lysá nad Labem. Und das andere Bein!

Largos auf dem Land des Ernäh­rers. Ich werde wieder zunehmen!

Mit Bill Gates, dem Gründer von Microsoft.

Mit Tim Cook, dem Chef von Apple.

Mein Freund Viktor Orbán.

Babiš, Orbán, Heger, Mora­wi­ecki. Die V4 ist eingeschaltet!

Mit dem ehema­ligen japa­ni­schen Premier­mi­nister Shinzo Abe.

Mit der Präsi­dentin von Singapur, Halimah Yacob.

Mit dem stell­ver­tre­tenden Premier­mi­nister von Oman, Sayyid Asa’ad bin Tariq bin Taimur al-Sayed.

Mrs. Rose war jahre­lang meine Nach­barin aus Průho­nice. Hundert Rosen zu ihrem 100. Geburtstag.

10 Downing Street. Mit der ehema­ligen briti­schen Premier­mi­nis­terin Theresa May.

Mit dem briti­schen Premier­mi­nister Boris Johnson.

In Prag auf ein Bier mit dem fran­zö­si­schen Präsi­denten Emma­nuel Macron.

Brüssel, gegen vier Uhr morgens, ein Medienbriefing.

Mit unserer Ella.

Und mit unserem Tang.

Mit dem Chef des Gene­ral­stabs der tsche­chi­schen Streit­kräfte, Ales Opatou.

Mit unseren Soldaten vor dem Natio­nalen Impf­zen­trum im O2 Universe. Ein tolles Projekt, das ich dank Radek Moun­a­jjed orga­ni­siert habe.

Im Friseur­salon des Regie­rungs­büros. Sie schneidet Haare für 200 Kronen. Sie hat genau zehn Minuten Zeit, dann renne ich zu meinem nächsten Termin.

Korb in der Rudna-Grundschule.

Foto von christ­li­chen Waisen­kin­dern in Syrien. Ich war gerührt.

Mit einem Haufen Fans in Čapák.

Wir filmen Hi, Leute. Es regnet und ist kalt.

Ich filme „Hey People“ und schaue „Gigi“. Ich meine, sie beob­achtet mich.

18 Knödel! 6 Apri­kose, 6 Pflaume und 6 Erdbeere. Ich konnte einfach nicht widerstehen.

Ich versuche, im Flug­zeug von Brüssel zu schlafen. Nach vier schlaf­losen Nächten. Wir nehmen 972 Milli­arden mit nach Hause.

Ich unter­stütze unsere Spa-Industrie.

Los geht’s!

Mit George, als sie 90 war. Herz­li­chen Glückwunsch!

Die legen­däre Viper. Als ich jünger war, habe ich auf Baustellen ausge­holfen und Beton und Mörtel gemischt.

ANDREJ BABIŠ

Manager. Premier­mi­nister der Tsche­chi­schen Repu­blik. Der erfolg­reichste Finanz­mi­nister in der Geschichte des Landes. Geboren 1954 in der Tsche­cho­slo­wakei. In seinem Leben hat er mehrere beispiel­lose Erfolge erzielt. Er baute von Grund auf eines der größten tsche­chi­schen Unter­nehmen auf, das heute 34.000 Mitar­beiter in 18 Ländern auf 4 Konti­nenten beschäf­tigt. Nach seinem Ausscheiden aus der Unter­neh­mens­füh­rung gelang es ihm, als Gründer der ANO-Bewe­gung sieben Wahlen in Folge in der Tsche­chi­schen Repu­blik zu gewinnen. Während seiner Regie­rungs­zeit wurde die Tsche­chi­sche Repu­blik zu einem der wirt­schaft­lich stärksten Länder Europas. Er hat vier Kinder, Vivien, Frederik, Andrej und Adriana, und drei Hunde, Ella, Tango und Gigi.

Er lebt in Průho­nice. Er wird höhere Gehälter, nied­ri­gere Steuern und hohe Renten für alle Tsche­chen sicher­stellen. Und vor allem: eine sichere Tsche­chi­sche Repu­blik. Aber nur, wenn Sie die Bewe­gung diesen Oktober in die Abge­ord­ne­ten­kammer wählen.

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Ausgabe Eins

Prag 2021

Beauf­tragt und erstellt von ANO 2011

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oder Hörbuch:

www.sdilejteneztozakazou.cz

www.facebook.com/AndrejBabis

ISBN 978–80-11–00010‑3 (EPUB)

ISBN 978–80-11–00027‑1 (MOBI)

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