Bedingte Frei­las­sung der Szekler-Akti­visten István Beke und Zoltán Szőcs

HWIM · Bildquelle: hvim.hu

Rumä­nien – Das Amts­ge­richt im sieben­bür­gi­schen Kron­stadt (Brassó/Brașov) hat gestern (10. Juni) entschieden, dem vierten Antrag auf bedingte Frei­las­sung der beiden Szekler Akti­visten István Beke und Zoltán Szőcs statt­zu­geben, die 2018 zu fünf Jahren Haft wegen „Terro­rismus“ verur­teilt wurden. Dieses Urteil ist noch nicht rechts­kräftig, da die rumä­ni­sche Staats­an­walt­schaft noch in Beru­fung gehen kann.

Fünf Jahre Haft für ein paar… Kracher

Am Ende eines Verfah­rens, das vor drei Jahren für Schlag­zeilen gesorgt und die Empö­rung sowohl der unga­ri­schen Gemeinde in Sieben­bürgen als auch der Behörden in Buda­pest hervor­ge­rufen hatte und über das die Visegrád Post berichtet hatte, hatte das Oberste Gericht Rumä­niens am 4. Juli 2018 István Beke und Zoltán Szőcs, zwei sieben­bür­gi­sche Akti­visten der unga­ri­schen natio­na­lis­ti­schen Bewe­gung HVIM („Jugend­be­we­gung der 64 Burg­ko­mi­tate“) zu fünf Jahren Haft „wegen terro­ris­ti­scher Hand­lungen und Anstif­tung zu terro­ris­ti­schen Hand­lungen“ verur­teilt. Sie wurden beschul­digt, einen Bomben­an­schlag während der Parade anläß­lich des rumä­ni­schen Natio­nal­fei­er­tags in Szekler Neumarkt (Kézdi­vá­sá­r­hely/Târgu Secuiesc), im Herzen des Szekler­landes – eines Gebiets Sieben­bür­gens mit großer unga­risch­spra­chiger Mehr­heit – am 1. Dezember 2015 geplant zu haben, was nie bewiesen wurde, da sich der „Spreng­stoff“, den die rumä­ni­sche Polizei in István Bekes Wohnung fand, als bloße Feuer­werks­körper heraus­stellte. In erster Instanz hatte das Buka­rester Gericht zunächst übri­gens die meisten Ankla­ge­punkte der Staats­an­walt­schaft für unbe­gründet befunden.

Diese verspä­tete Beschwich­ti­gungs­maß­nahme, die schließ­lich die Haft­strafe dieser beiden lokalen Figuren der magya­ri­schen Szene in Sieben­bürgen um sieben Monate redu­zierte, wird u.U. etwas zur Beru­hi­gung der Gemüter in einer Region beitragen, in der ethni­sche Span­nungen zwischen Magyaren und Rumänen immer noch regel­mäßig vorkommen.

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