Chine­si­scher Batte­rie­her­steller baut 185 Millionen Euro teures Werk in Ungarn

Standbild der Hungarian Investment Promotion Agency · Quelle: Youtube

Ungarns Politik der starken Handels­be­zie­hungen mit dem Osten hat sich zu einer Erfolgs­ge­schichte entwickelt

Das chine­si­sche Unter­nehmen Semcorp inves­tiert mehr als 65 Milli­arden Forint (185 Millionen Euro) in Debrecen und tätigt damit eine der größten Inves­ti­tionen des Jahres in Ungarn, teilte Außen- und Handels­mi­nister Péter Szij­jártó mit. Er sagte, dass Semcorp im Rahmen dieser Inves­ti­tion bis Ende 2022 ein Werk für Sepa­ra­tor­fo­lien für Lithium-Ionen-Batte­rien errichten werde.

Der Staat werde das mehr als 65 Milli­arden Forint teure Projekt, das 440 Arbeits­plätze in der Stadt schaffen werde, mit 13 Milli­arden Forint unter­stützen, sagte der Minister am Montag bei der Grund­stein­le­gung für die Groß­in­ves­ti­tion des chine­si­schen Unternehmens.

In seiner Rede betonte der Minister, dass in mehreren domi­nanten, revo­lu­tio­nären Sektoren der neuen Welt­wirt­schaftsära „der Wind aus dem Osten weht“, wie es in der Elek­tro­au­to­in­dus­trie der Fall ist. Als Beispiel führte er an, dass im Jahr 2007 81 Prozent der welt­weiten Inves­ti­tionen durch west­li­ches Kapital und nur 17 Prozent durch den Osten finan­ziert wurden. 2017–2018 hatte sich dieses Verhältnis in etwa einge­pen­delt und im vergan­genen Jahr komplett umge­kehrt: Der Anteil des Ostens war auf 70 Prozent gestiegen, während der des Westens auf 29 Prozent gesunken war.

Szij­jártó fügte hinzu, dass der Anteil Chinas an der Welt­wirt­schafts­leis­tung im Jahr 2000 nur 4 Prozent betrug, inzwi­schen aber 18 Prozent erreicht hat, und dass der Ferne Osten im vergan­genen Jahr bereits der wich­tigste Handels­partner der Verei­nigten Staaten und der Euro­päi­schen Union war.

Der Leiter des Minis­te­riums wies auch darauf hin, dass die tech­no­lo­gi­sche Über­le­gen­heit der west­li­chen Welt deut­lich abge­nommen hat, und fügte hinzu, dass beispiels­weise die größten Batte­rie­her­steller in der Elek­tro­au­to­in­dus­trie alle­samt östliche Unter­nehmen sind. Aller­dings, so Szij­jártó, werden die Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dungen dieser Unter­nehmen auch darüber entscheiden, welche EU-Mitglied­staaten in den kommenden Jahren erfolg­reich sein werden.

Szij­jártó sagte, dass die Errich­tung der 97.000 Quadrat­meter großen ersten auslän­di­schen Produk­ti­ons­ein­heit von Semcorp ein weiteres Kapitel in der Erfolgs­ge­schichte der unga­risch-chine­si­schen wirt­schaft­li­chen Zusam­men­ar­beit sei. Die Arbeiten haben bereits im Sommer begonnen, die Anlage soll im ersten Quartal 2023 in Betrieb genommen werden, wodurch die Kapa­zität des markt­füh­renden Unter­neh­mens in diesem Bereich um 12 Prozent steigen wird.

In Ungarn werden dann jähr­lich 400 Millionen Quadrat­meter Sepa­ra­tor­folie produ­ziert. Szij­jártó betonte, dass die Öffnung der unga­ri­schen Wirt­schafts­po­litik nach Osten eine echte wirt­schaft­liche Erfolgs­ge­schichte sei und nun auch von Kriti­kern aner­kannt werden müsse.

In den vergan­genen elf Jahren sei der Handel zwischen Ungarn und den östli­chen Ländern um 28 Prozent gestiegen. Der größte Investor in Ungarn war 2019 Südkorea und im vergan­genen Jahr China. Ungarns Handels­um­satz mit China stieg in der ersten Hälfte dieses Jahres um 24 Prozent, das Volumen der unga­ri­schen Exporte nahm um 51 Prozent zu.

Quelle: Magyar Nemzet


4 Kommentare

  1. „Ungarns Politik der starken Handels­be­zie­hungen mit dem Osten hat sich zu einer Erfolgs­ge­schichte entwickelt“

    Ich lach mich gleich kaputt !! Wenn schon, ist das die Erfolgs­ge­schichte der Chinesen

  2. Ja Glück­wunsch an Ungarn. Auf das rich­tige Pferd gesetzt. Natür­lich ist es so, das ohne dem Osten nichts mehr geht. Wer das erkannt hat, der kann seine Erfolgs­ge­schichte schreiben. Und natür­lich muß deshalb Frau VdL ganz böse werden. Der Westen hat jetzt ausrei­chend mit den neuen Fach­kräften zu tun, die werden den wissen­schaft­li­chen Stan­dard ganz bestimmt erhöhen- in ein Paar Genera­tionen. Immerhin kann es wichtig sein, den Koran in arabisch zu lesen !

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    • Wenn der Nachbar auf meinem Grund­stück ein Haus baut, ist das dann meine Erfolgs­ge­schichte? Bevor man jubelt, erstmal nach­denken, wessen Pferd gerade durch die Ziel­linie gelaufen ist.

  3. Der Geist von König Attila schwebt über der Donau! Von Debrecin nach Sieben­bürgen ist es nur noch ein Katzensprung!

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