Corona-Konkurs­la­wine: und wie soll es weitergehen?

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Von Dr. Johann Hüthmair
(emeri­tierter Sanie­rungs­be­gleiter, lebt in Oberösterreich)

Der nach der letzten Finanz­krise geschaf­fene Euro­päi­sche Ausschuss für System­ri­siken warnt vor dem Heran­nahen einer Corona-Pleitewelle
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/511679/Ausschuss-fuer-Systemrisiken-Staaten-muessen-sich-auf-herannahende-ewelle-vorbereiten

Durch die Corona-Krise kommen viele Personen in Zahlungs­sto­ckung, werden insol­vent. Steu­er­be­las­tungen, enorme Wohnungs­kosten und andere Kosten verschärfen die Situa­tion. Viele Unter­nehmer kommen wegen Bürg­schaften für Banken in private Notlage.

Die Exeku­ti­ons­ord­nungen in Öster­reich und Deutsch­land nehmen vom Einkom­mens-Betrag über dem Exis­tenz­mi­nimum 70% für die Gläu­biger (nach Steuern). Auch die laufenden Zinsen fressen den Gestran­deten die Butter vom Brot.

Gläu­bi­ger­rechte zählen mehr als Familienrechte

Diesen empfun­denen Ausbeu­tungs­ver­su­chen weichen viele Menschen aus; Erträge werden priva­ti­siert und die Kosten der Sozi­al­sys­teme sozia­li­siert (über Notstands­hilfen umverteilt).

Wenn der Finanz­mi­nister die Fällig­keits­ter­mine von Abgaben hinaus­schiebt, das Mora­to­rium wieder­holt verlän­gert, kommt das beim vege­ta­tiven Nerven­system der Gestran­deten nicht gut an; viele Unter­neh­mern haben bereits jetzt schlaf­lose Nächte, sie spüren das dicke Ende.

Wir haben es hier mit insti­tu­tio­na­li­siertem System­ver­sagen zu tun: die Partei­po­litik ist in Neben­schau­plätzen verwi­ckelt. Finanz­sa­nie­rung bei privaten Gestran­deten scheint hingegen keinen hohen Stel­len­wert zu haben.

Wenn  in Öster­reich die Ausstiegs­hürden nach einer Pandemie oder Planungs­ab­wei­chung derart mise­rabel sind, sollte sich jeder redliche Kauf­mann als Fami­li­en­ver­sorger über­legen, das Risiko gar nicht einzu­gehen. Auch Drachen­fliegen oder Motor­rad­fahren sollte er ja meiden, da diese Sport­arten zu gefähr­lich ist.

Befreiung der Schuldgeld-Sklaven

Schulden machen krank und Ehen gehen in Brüche, doch weder Gewerk­schaft noch Caritas nehmen sich der Schul­den­sklaven an. Die Verjäh­rungs­frist für Giral­schul­den­sklaven beträgt in Öster­reich noch 30 Jahre; daran erkennt man, dass Schuldner weder eine Lobby noch hinrei­chend Rechte haben.

Wir fordern eine Novel­lie­rung der einschlä­gigen Gesetze mit dem Ziel einer huma­neren Restschuldbefreiung.

Dazu müssten die Exeku­ti­ons­ord­nungen vom Kopf auf die Beine gestellt werden: 2/3 für Gestran­dete und 1/3 für Gläu­biger, also die Vertei­lung umdrehen! Ferner: Zinsen­stopp bei Exeku­tion! Auch in der Insol­venz­ab­wick­lung bei Abschöp­fung und zur Zahlungs­plan-Berech­nung trifft das zu, obwohl es kaum debat­tiert wird.

Die Schweiz ist bei Schul­den­re­gu­lie­rung wesent­lich fami­li­en­freund­li­cher und könnte bei Armuts­be­kämp­fung als Vorbild dienen: Grund­satz­lich (gemäss Art. 127 OR) gilt in der Schweiz eine Verjäh­rungs­frist von zehn Jahren für alle Forde­rungen, wenn nichts anderes bestimmt ist.

Weitere Beispiele: Auch Holland und England haben die Struk­tur­re­formen besser ange­passt als Öster­reich oder Deutschland.

Zum Vergleich:

Öster­reich Exekutions-Tabelle:
www.schuldenberatung.at/schuldnerinnen/pfaendungsrechner.php
Deutsch­land Pfandtabelle:
www.juraforum.de/lexikon/existenzminimum
Schweiz: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/11/529_488_529/de

Wenn sich Unter­nehmer bei Zahlungs­sto­ckung aus der Struktur nicht gegen die vermeint­li­chen Verur­sa­cher (also Bank, Finanzamt, OGK etc) wehren bzw. abre­agieren können, liegen die Nerven blank. Wenn Part­ne­rinnen (Ehefrauen) diesen Span­nungs­zu­stand nicht mehr ertragen, verlassen sie oft das Haus.

Die Corona-Epidemie bringt viele Fami­lien in Bedrängnis; die uner­füll­baren Versor­gungs­pflichten der Männer beschämen die Männer bis auf die Knochen. Dasselbe kann man auch bei Hengsten in der Wildnis beob­achten, zB bei Mustangs oder Zebras (vgl www.youtube.com/watch?v=Rh2IEbKjdjY Pferd geht durch: Tamme Hanken – Der Knochenstrecker).

Die Stra­tegie zur Entschul­dung im Umgang mit den Gläu­bi­ger­inter­essen sollte bei Pfän­dungs­mo­dellen berück­sich­tigt werden, wenn es zu Zahlungs­plan­be­rech­nung oder zur Abschöp­fung kommt, aber auch bei außer­ge­richt­li­chen Vergleichen.

Über den Stau der Struk­tur­re­formen in der öster­rei­chi­schen Insol­venz­ord­nung siehe den Artikel:

Öster­reich: Stau bei Struktur-Reformen der Ökonomie – Bevor­ste­hende Ände­rungen im Insolvenzrecht

Der  Wert­be­rich­ti­gungs­be­darf in den Bilanzen der Banken hat bei Zahlungs­sto­ckung als Refe­renz­adresse die Abschöp­fungs­er­war­tungen zu berück­sich­tigen! Eine Forde­rungs­ein­lö­sung (§ 1422ff), die wir als Alter­na­tive zur Abschöp­fung gerne anbieten, ist ein Vorteil für die Bank, um alles mit einer Buchung aus den Büchern zu bekommen.

Die Wurzeln bei Part­ner­pro­blemen liegen oft in der Unver­hält­nis­mä­ßig­keit des Vertei­lungs­schlüs­sels Gläu­biger : Schuldner und nicht daran, was die Statistik an Symptomen erwähnt, wenn es zu einem Suizid kommt.  Konfliktum­lei­tung der Austra­gung nach Inhalt und Adres­saten (zB beim Mord an einer Frau und Mutter durch einen Bier­wirt in Wien nach 1 Jahr ohne Einkommen) zeigt die Dynamik von Beschä­mung und Angst.

Auch die 30 Jahre Verjäh­rungs­frist trägt zu Angst und Panik bei, die Schweiz hat bloß 10 Jahre. Der Stau der Struk­tur­re­formen in Öster­reich ist beson­ders in der Schuld­ner­ver­skla­vung deut­lich: während die Staaten viel Geld für Corona-Maßnahmen ausgeben, was verge­sell­schaften Schulden zur Folge hat, werden gestran­dete Unter­nehmer über­pro­portinal ausge­beutet und die Fami­li­en­be­din­gungen struk­tu­rell verschlech­tert, wobei „ein Durch­drehen“ in Kauf genommen wird.

Flucht oder Selbstmord

Konkurs im Handels­be­trieb (Holz­fur­nier- und Parkett­bo­den­branche ) eines Kauf­manns als persön­lich haftender Komman­di­tist: Wohnung weg, schlechte Aussichten. Die gesamte Holz­fur­nier- und Parkett­bo­den­branche wurde durch Kunst­stoff­drucke kompen­siert. Reihen­weise konnten die Unter­nehmer nicht schnell genug aussteigen. Ich selbst hatte in der Branche mehrere Insol­venz­an­träge aufbe­reitet und begleitet. Da ist von Schuld und Schuldner eine ganz andere Betrach­tung erfor­der­lich, die Kolla­te­ral­schäden sind größer als bekannt.

Der gestran­dete Handels­un­ter­nehmer erklärt es so: „Gleich zwei Wochen nach Been­di­gung des Konkurs­ver­fahren stand der Exekutor vor der Tür. Damals war kaum eine Chance auf Rest­schuld­be­freiung in Sicht, es blieben mir zwei Alter­na­tiven: Selbst­mord oder Flucht. Wir flüch­teten ins Ausland, um dieser Beschä­mung und Knebe­lung auszu­wei­chen. Mit der neuen Schul­den­re­gu­lie­rung ab Juli 2021 prüfen wir, diese Möglich­keit zu beantragen.“

Mir sagte ein verzwei­felter Unter­nehmer bei der Erst­be­spre­chung zu einer Sanie­rungs­re­ge­lung: „Ich erschieße meine Familie und dann mich selbst!“ In solchen Fällen ist Beson­nen­heit gefor­dert, was jedoch anonyme Anwalts­kanz­leien oder Steu­er­be­rater etc. meist überfordert.

Poly­vagal-Modell zu „Flucht oder Selbstmord“:
Die Angst­steue­rung lautet Angriff – Flucht – Erstarren

Juris­ti­sche Strafe-Abschre­ckungs­ver­suche greifen kaum, wenn der Über­le­bens­modus akti­viert wird, der unserer Spezies über Millionen Jahre das Über­leben gesi­chert hat. Vgl. den Artikel: Das Leben selbst beenden? Eine abwend­bare Tragödie.

Was haben Frau­en­morde mit der Pfän­dungs­ta­belle zu tun?

Es gibt viele Fälle wo die Männer wegen Beschä­mungen aus Geldnot „ausge­rastet“ sind. Das bereits erwähnte Beispiel des Wiener „Bier­wirts“, der nach 1 Jahr ohne Einkommen einer Frau und Mutter ermor­dete schlug medial hohe Wellen, doch die Motive sind tief­grün­diger. So zeigte sich bereits zuvor eine umge­lei­tete Aggres­si­vität gegen­über der Partei­en­po­litik (Sigrid Maurer/Grüne), die man als „Ventil“ diagnos­ti­zieren könnte. Die Medien bringen vorwie­gend die emotio­nalen Wirkungen, jedoch kaum dahinter liegende Ursa­chen, die zur Tat führten.

Frau­en­morde durch den Partner oder Ehemann sind im west­li­chen Kultur­kreis keine Raub­morde und auch keine Ehren­morde wie bei Moslems oder anderen Ideo­lo­gien, sondern sozi­al­psy­cho­lo­gisch gesehen ein Hilferuf um Zuwen­dung und Aufmerk­sam­keit in umge­lenkter Form. Es geht um den ökono­mi­schen Kontroll­ver­lust von „Macho-Männern“, der zu Beschä­mung führt; die Konflikt­aus­tra­gung läuft dann oft umgeleitet.

Mehr zu Konfliktum­lei­tungen: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8b/Konfliktumleitung_nach_Euler.png

Ein Schockt­rauma wie eine Entwür­di­gung des Fami­li­en­ver­sor­gers in die Versor­gungs­un­fä­hig­keit durch Exeku­tion kann als Auslöser von Kurz­schluss­hand­lungen gelten. Da hilft spätere Verur­tei­lung nicht als Abschre­ckung, da die Konflikt­struktur anders verläuft. Juristen und Partei­po­li­tiker sind leider kaum ausge­bildet, um Konflik­t­ur­sa­chen und psycho­lo­gi­sche Verlauf­struktur zu erkennen, geben jedoch ihre Meinung ober­fläch­li­cher Kausa­li­täts­ein­schät­zung von sich. Weshalb kümmert sich weder der Sozi­al­mi­nister noch Caritas noch Sozi­al­partner darum? Wenn Gläu­bi­ger­schützer bei Gestran­deten von Wohl­ver­halten reden, ist das zynisch, zumal wenn man die öster­rei­chi­schen Pfän­dungs­normen mit denen der Nach­bar­staaten vergleicht.

Covid wird die Regie­rung noch zwingen, sich des Themas anzu­nehmen. Mögli­cher­weise werden weitere Morde die Trau­ma­ex­perten auf den Plan rufen, um damit die Zukunft Gestran­deter zu regeln, weil letzt­lich die Waisen­ver­sor­gung zu teuer wird. Traurig aber wahr.

www.europeandatajournalism.eu/ger/Nachrichten/Daten-Nachrichten/Frauenmord-in-Europa-Ein-Vergleich-zwischen-unterschiedlichen-Laendern

Zahl der Frau­en­mord-Opfer auf 100.000 Frauen (2015)

Quelle: Euro­stat Bear­bei­tung und Veröf­fent­li­chung dieser Grafik Öster­reich kehrt die Statis­tik­daten unter den Teppich?appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=crim_hom_vrel&lang=en

Öster­rei­chi­sche Fami­lien sind, was die Pfän­dungs­be­träge speziell bei Unter­halts­pflichten betrifft, ganz mise­rabel gestellt

Ein Beispiel: Bei Netto­pen­sion € 2010 werden nur € 220 monat­lich für die Gattin ange­rechnet, während € 490 exeku­tiert werden und der Staat zuvor € 455 an Steuern einbe­hält. Dabei fällt Öster­reich weit hinter Deutsch­land zurück.

Kein ausge­prägtes Rechts­emp­finden zeigte auch ein Salz­burger Rechts­pfleger, der eine Exeku­tion geneh­migte, ohne zuvor die Versor­gungsplicht zu prüfen, obwohl in der Sozi­al­ver­si­che­rung der Frau des Schuld­ners eindeutig die Mitver­si­che­rung erkennbar gewesen wäre. Der Salz­burger, der sich im Ausland aughält, wird nun von einer Bank aus der Stei­er­mark zu 100% gepfändet, obwohl die Bank ledig­lich ca 1/3 der Gläu­bi­ger­for­de­rungen hält. Der Schutz der Gläu­bi­ger­inter­essen ist im § 159 StGB  als „Grob fahr­läs­sige Beein­träch­ti­gung von Gläu­bi­ger­inter­essen“ beschrieben; der Bank aus der Stei­er­mark sind zwar auch die übrigen 22 Gläu­biger aus dem Anmel­de­ver­zeichnis im Konkurs­ver­fahren bekannt, der Wille des Gesetz­ge­bers der Gläu­bi­ger­gleich­be­hand­lung wird aber igno­riert. Es gibt im Insol­venz­recht voraus­se­hend die Anfech­tungs­ord­nung § 27ff IO, um derar­tige egois­ti­sche Miss­bräuche rück­wir­kend zu reparieren.
Diese ursprüng­liche irrtüm­liche Pfän­dungs­be­wil­li­gung wurde ab Mai berichtigt:

Im Vergleich: Deutsch­land hat bei 2.010,00 pfänd­barem Einkommen einen Pfän­dungs­be­trag von € 581,99 (ohne Unter­halt) oder € 193,92 (mit Unter­halts­pflicht, also für Ehegattin € 390,- für Unter­halt). In der Schweiz sind gestran­dete natür­liche Personen wesent­lich besser gestellt. Auch die (Selbst-)Mordstatistik bringt dies zum Ausdruck.

Wenn der Staat die Gläu­biger derart begüns­tigen will, auch für solche Unter­nehmer, die in die Covid-Falle tappten, dann könnte der Steu­er­be­rech­nungs­be­trag auch nach den Pfän­dungs­ab­zügen erfolgen.

Moderne Hals­krause für Giralgeldschuldner

Die Gläu­biger haben Gläu­bi­ger­schutz­ver­bände, jedoch die Giral­sklaven sind nicht koor­di­niert, sondern es wird eine Rechts­norm aus der Kirche und Kaiser­zeit weiterhin prak­ti­ziert: eine elek­tro­ni­sche Giro­schuld-Hals­krause, ähnlich seiner­zeit in Afrika. Von David Living­ston wurde bekannt, dass er einige Skla­ven­treiber in die Fluch geschlagen hatte, um die Sklaven zu befreien, die sonst zur Handels­ware geworden wären. In ähnli­cher Weise schmü­cken heute die Forde­rungen gegen künf­tige Einkünfte die Bilanzen der Banken.

de.wikipedia.org/wiki/Datei:Slaves_ruvuma.jpg

Die Gesund­heit geht mit Verar­mung oft Hand in Hand. Wenn die Würde des Menschen unan­tastbar sein soll (Grund­recht), dann wäre hier ein radi­kales Umdenken erfor­der­lich. Wenn nun Corona-geschä­digte Klein­un­ter­nehmer und Bürgen ihr Vermögen zur Verfü­gung stellen, sollte dies für die Rest­schuld­be­freiung reichen, also Abwick­lung wie bei Kapi­tal­ge­sell­schaften ohne Verskla­vung betref­fend künf­tiger Erträge. Wenn der Staat einen Gläu­bi­ger­aus­gleich geben will, wären diese Lasten zu sozia­li­sieren, etwa so wie seiner­zeit nach der DDR-Inte­gra­tion ein Soli­dar­bei­trag einge­for­dert wurde. In Rela­tion macht es zu den übrigen Stüt­zungs­zu­wen­dungen ohne­dies nur eine Baga­telle aus, wenn zuvor Frist der Entschul­dung und exeku­tier­barer Anteil über das Exis­tenz­mi­nimum neu geordnet würde.

Schluss­fol­ge­rung

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird durch Corona vergrö­ßert, viele Fami­lien des Mittel­standes rutschen in die Armuts­grenze und das zeigt sich auch an den Symptomen. Doch Partei­po­li­tiker wollen lieber Symptome bekämpfen (Strafmaß etc) als die Ursachen.

Unser Finanz­system ist ohne­dies mit viel Geld geflutet, das sollte in der Vertei­lung auch jenen Fami­lien zugute kommen, die aufgrund der Pandemie in die Not geraten sind. Die Ange­mes­sen­heit von Exeku­ti­ons­ta­bellen im Vergleich mit den Nach­bar­län­dern in Europa, speziell der Schweiz, wäre neu zu ordnen und Gestran­deten müsste mehr Schutz gewährt werden. Die Beschä­mung der Fami­lien hat viele Bezie­hungs­ka­ta­stro­phen zur Folge, Ehen brechen infolge umge­lei­teter Konflikt­aus­tra­gung. Wenn dann Frauen Unter­halts­leis­tungen fordern, rasten manche Männer aus.

Refe­renzen

Donald D. Hoffman, (2020) Relativ real: Warum wir die Wirk­lich­keit nicht erfassen können und wie die Evolu­tion unsere Wahr­neh­mung geformt hat

Gerald Hüther, (2021) Lieb­lo­sig­keit macht krank.

Ders., (2020) Würde.

Bruce Lipton (2016) Epige­netik, Intel­li­gente Zellen – Wie Erfah­rungen unsere Gene steuern

Post­scriptum

Wir ersu­chen Rechts­pfleger und Anwälte etc., diese Denk­an­sätze zum Refor­men­stau noch anzureichern.

Vöck­la­bruck – Wien, am 23. Mai 2021


Dr. Johann Hüthmair

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Dr. Johann Hüthmair
Obmann: Bürger­initia­tive Zivil­cou­rage (BiZ)
www.buergerinitiative.biz
BiZ@​buergerinitiative.​biz
Tel: +43 7672 27898
4840 Vöck­la­bruck, Austria
ZVR: 832775826


11 Kommentare

  1. Tiroler Tages­zei­tung schrieb am 24.06.2021: Beschä­mung aus Konkurs und emotio­nale Reaktionen?
    „Ziel war, sie zum Schweigen zu bringen.
    Die Ehe eines türkisch­stäm­migen Paares in Imst stand von Anfang an nicht unter einem beson­ders guten Stern. Animo­si­täten unter den Fami­lien hatten zur Reduk­tion der Hoch­zeits­gäste geführt. Dennoch ließen die ersten Ehejahre Glück verspüren, ein gemein­sames Kind war vor drei Jahren auf die Welt gekommen. Dann der Konkurs des 34-Jährigen, der zu nicht mehr endenden wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­keiten führte. Ein Umstand, mit dem die Ehefrau offenbar nur schwer zurechtkam, beson­ders störte die Frau, dass der Mann von der eigenen Familie Geld geborgt hatte.

    Letzten Juni hatte die 31-Jährige den Mann dann um drei Uhr morgens geweckt, um mit ihm die wirt­schaft­liche Situa­tion zu bespre­chen. Nach einem Streit, bei dem die Frau erst ein Messer aus der Küche geholt hatte, würgte der 34-Jährige seine Ehefrau und erstickte sie darauf mit einem Polster. Im Neben­raum schlief der kleine Sohn. Im gest­rigen Mord­pro­zess am Landes­ge­richt kam Staats­an­wältin Adel­heid Steiner dazu nur zu einem Schluss: „Was tatsäch­lich zum Tod führte, war das Ziel des Ange­klagten, seine Frau zum Schweigen zu bringen!“

    Vertei­diger Markus Abwerzger fragte nach der Moti­va­tion für den Femizid: „Es gibt für so eine Tat keine Recht­fer­ti­gung. Man kann nur Erklä­rungen für das Warum suchen.“ Das Mord­motiv fasste der umfas­send Gestän­dige mit „Selbst­ver­ach­tung, Trauer und Wut“ zusammen. Das Opfer habe er in den Inn geworfen und dessen Handy mani­pu­liert, um es wie einen Selbst­mord aussehen zu lassen: „Ich wollte nicht, dass das Kind ohne Eltern aufwächst.“

    Noch schwerer erträg­lich war es für die Opfer­fa­milie wohl, vom Ex-Schwie­ger­sohn und Schwager zu hören, dass er seine Frau „ja immer geliebt habe und noch immer liebe“. Richter Hermann Hofer: „Ja warum haben Sie es beim Würgen denn dann nicht recht­zeitig sein lassen?“ Der Ange­klagte: „Es ging alles so schnell!“ Mit 6:2 der Stimmen Mord (und nicht Totschlag) für die Geschwo­renen. 20 Jahre Gefängnis ergingen darauf nicht rechts­kräftig.“ www.tt.com/artikel/30794656/femizid-an-31-jaehriger-in-imst-ehemann-zu-20-jahren-haft-verurteilt

  2. Vielen herz­li­chen Dank für diesen wirk­lich sehr prägnanten und bestens ausge­führten Artikel über den Unfug der Totpfän­derei von (aus welchen Gründen auch immer) Gestran­dete und die Folgen für diese. Auf diesem Gebiet ist ja jahre­lang nur herum­dis­ku­tiert worden, ohne das vernünf­tige Lösungs­an­sätze umge­setzt werden konnten.

    Es gibt viele Beispiele von initia­tiven Unter­neh­mern, die gestrau­chelt sind und dann ein ganzes Berufs­leben als Wert­schöp­fungs­quelle ausfallen, weil sie unter diesen Bedin­gungen nicht mehr Tritt fassen können. Das ist auch volks­wirt­schaft­lich eine Kata­strophe, von fami­liären Tragö­dien und anderen sozialen Kosten ganz zu schweigen. In den USA sind solche Leute oft sehr gesucht und hoch­will­kommen als Sanierer oder für andere wich­tige Tätig­keiten, weil sie Erfah­rungen haben, die sonst niemand besitzt.

  3. Herr Dr. Hüth­mair ist inter­es­san­ter­weise auf zwei unge­wöhn­li­chen Arbeits­ge­bieten tätig. Zum einen ist er ein lang­jäh­riger und erfah­re­nerer Sanie­rungs­be­gleiter und gleich­zeitig Obmann einer Bürger­initia­tive für Zivil­cou­rage. Anschei­nend braucht es beides um mit dieser Thematik an die Öffent­lich­keit zu gehen. In seinem Artikel weist er auf einen gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Miss­stand hin, der in der breiten Öffent­lich­keit kaum Beach­tung findet. Und er setzt sich für eine Gesell­schafts­schicht ein die zwar eine tragende Säule im wirt­schaft­li­chen und allge­meinen Leben bildet aber deren Nöte nicht nur durch die Coro­na­si­tua­tion, sondern schon seit Jahren, verschärft wurden. Die Selb­stän­digen in den Klein- und Mittel­be­trieben leiden still, sie haben keine Lobby und auch sonst keine gewich­tigen poli­ti­schen Vertreter die sich ihrer Nöte – die Herr Hüth­mair sehr gut beschreibt- annimmt.

    Nicht nur die Kluft zwischen arm und reich wird ‑von der breiten Öffent­lich­keit auch wahr­ge­nommen – immer größer, auch die Kluft zwischen der Gruppe von den „Sie säen nicht und sie ernten nicht, aber der Steuerzahler/ Beitrags­zahler ernährt sie doch“ und den kleinen Selb­stän­digen ‑von der Öffent­lich­keit nicht wahr­ge­nommen- wird immer größer. Damit meine ich nicht nur die von Herrn Hüth­mair geschil­derten persön­liche Haftungen und die damit verbunden lang­jäh­rigen Folgen für die Betrof­fenen und ihre Fami­lien, sondern die enormen Belas­tungen (Büro­kratie, Arbeits- und Steu­er­recht, Mitar­bei­ter­the­ma­tiken, Auto­ma­ti­sie­rung usw.) welche die Selb­stän­digen in einer immer mehr von Narzissmus geprägten Umfeld zu tragen haben. 

    Dieser Artikel würde es verdienen einem brei­terem Publikum vorge­stellt zu werden. Viel­leicht gibt es ja eine Person, welche diese Möglich­keit hat, mit der dafür nötigen ZIVILCOURAGE.

  4. Ein inter­es­santer Artikel. Ich denke auch dass die Fami­li­en­rechte mehr Berück­sich­ti­gung finden sollten, insbe­son­dere die Unter­halts­an­sprüche, soferne diese tatsäch­lich bedient werden. Grund­sätz­lich bin ich der Meinung schon im Vorfeld mehr Energie aufzu­wenden um Insol­venzen zu vermeiden. Die Gründe für Pleiten sind viel­schichtig. Die Gläu­biger von heute sind oft die Schuldner von morgen. Auch hier bestünde Hand­lungs­be­darf. Jedem müsste die Möglich­keit geboten werden, Infos zu erhalten mit wem er Geschäfte macht. Trans­pa­renz wäre ange­sagt. Coro­na­po­litik hat die ganze Sache verschärft und bringt das System ins wanken. Viel­leicht kommt was Besseres? (EM Anwalt)

  5. Dieser folgende Satz aus dem Text zeigt, um was es m. E. wirk­lich geht:

    „Auch solle der Aufbau örtli­cher Impf­stoff­fa­briken unter­stützt werden.“

    Solches muss sich ja amor­ti­sieren und das tut es, indem eine entspre­chende Nach­frage erzeugt wird, die zu entspre­chender Produk­tion, zu entspre­chendem Verkauf mit entspre­chendem kalku­lierten möglichst Maxi­mal­ge­winn führt.

    Die bauen nicht mal eben zig Fabriken für eine begrenzte Zeit. – Das allein sagt aus, dass die diese (und womög­lich weitere) Pöndemie/n als lang­fris­tiges Geschäfts­mo­dell geplant bzw. kalku­liert haben – meines Erach­tens jedenfalls.

    Was das für die Mensch­heit bedeutet dürfte klar sein.

  6. Die abso­lute Über­ge­wich­tung des Mate­ri­ellen und somit auch die Negie­rung der Familie, ist DAS Problem unserer Gesellschuft!

    Es gilt, die vermeint­li­chen „Ansprüche“ einiger Weniger zu sichern, die uns zum Spiel­ball ihrer mate­ri­ellen Inter­essen gemacht – versklavt – haben! 

    Solange aus diesem Umstand keine Rück­schlüsse und keine Hand­lungen dagegen stehen, wird die Situa­tion – global – so bleiben! 

    Letzt­end­lich bedeutet das: Ende, aus, Micky Maus…

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