Coro­na­virus wurde in Taiwan einge­schleppt: Ende einer Erfolgsgeschichte?

Die Straßen des Inselstaats leeren sich, mehr Menschen als je zuvor werden registriert · Bildquelle: Magyar Nemzet

Von Loretta Tóth

Taiwans Seuchen­ma­nage­ment-Stra­tegie wurde in den letzten Monaten welt­weit als posi­tives Beispiel gepriesen. Denn während fast alle Länder der Welt verzwei­felt gegen die neue Welle der Coro­na­virus-Epidemie ankämpfen, sind Monate vergangen, ohne dass in dem fern­öst­li­chen Insel­staat ein einziger Infek­ti­ons­fall regis­triert wurde.

Doch die Erfolgs­ge­schichte scheint nun zu Ende zu sein: Am Samstag wurden die Beschrän­kungen in der Haupt­stadt Taipeh auf das höchste Niveau seit Beginn der Pandemie ange­hoben, nachdem die Behörden an einem Tag 180 Fälle von lokaler Infek­tion regis­triert hatten.

Aus dem Ausland einge­schleppte Fälle sind in dem Land mit fast 24 Millionen Einwoh­nern bereits aufge­treten, aber dank extrem gründ­li­cher und strenger Tests und Kontakt­ver­fol­gung konnte die lokale Ausbrei­tung der Epidemie – bisher – voll­ständig einge­dämmt werden. Die hohe Zahl der am vergan­genen Samstag regis­trierten Fälle ist jedoch mehr als die Hälfte der 344 Fälle, die seit Beginn des Ausbruchs als lokal infi­ziert regis­triert wurden. 132 der 180 Fälle sind trotz gründ­li­cher Kontakt­ver­fol­gung noch immer nicht als infi­ziert bekannt, berich­tete die New York Times. Taiwans Premier­mi­nister Su Tseng-chang versi­cherte am Samstag zusammen mit anderen Regie­rungs­be­amten, dass der Insel­staat über genü­gend Masken und andere medi­zi­ni­sche Hilfs­mittel verfügt, um den Ausbruch zu bekämpfen,

rief aber die Öffent­lich­keit auf, den Behörden zu folgen und „sich selbst, ihre Fami­lien, die ganze Gesell­schaft und ihr Heimat­land zu schützen“.

Ange­sichts der alar­mie­renden Zahlen für das Land hat die Regie­rung sofort den Grad der Einschrän­kungen von zwei auf drei auf einer Skala von vier – eine totale Schlie­ßung – erhöht: Das bedeutet immer noch keine Ausgangs­sperre, aber Versamm­lungen in Innen­räumen sind nun auf fünf Personen und Veran­stal­tungen im Freien auf zehn Personen begrenzt, auf öffent­li­chen Plätzen herrscht Masken­pflicht und Arbeiter in vielen Bran­chen sind gezwungen, die Arbeit nieder­zu­legen. In dem Insel­staat sind nur noch Super­märkte, die den Grund­be­darf decken, sowie Kran­ken­häuser und Poli­zei­sta­tionen geöffnet. Hoch­zeiten und Beer­di­gungen wurden nicht abge­sagt, aber die Regie­rung verlangt eine Regis­trie­rung der Teil­nehmer. Diese Einschrän­kungen bleiben vorerst bis zum 28. Mai in Kraft, so die Ankündigung.

Inner­halb weniger Stunden nach der Ankün­di­gung stürmten laut Berichten vor Ort Anwohner Super­märkte, obwohl diese weiterhin zu den normalen Öffnungs­zeiten geöffnet waren.

Das Gesund­heits­mi­nis­te­rium sagte am Samstag, dass es die Ausbruchs­re­ak­tion nur dann auf Stufe vier anheben würde, wenn an sieben aufein­an­der­fol­genden Tagen mehr als 100 Fälle regis­triert würden. In jedem Fall nehmen die Einhei­mi­schen die Situa­tion sehr ernst. Auf Twitter wurden Videos gepostet, die zeigen, dass die Stadt bis zum Abend prak­tisch menschen­leer ist.

Mit den am Samstag regis­trierten Fällen ist die Zahl der Infi­zierten in Taiwan seit Beginn der Pandemie auf 1.475 gestiegen, und die Zahl der Todes­fälle durch das Coro­na­virus hat laut Wordo­me­ters 12 erreicht.

Bisher hat Taiwan noch nie eine Ausgangs­sperre verhängt oder gar dras­ti­sche Maßnahmen zur Kontrolle der Epidemie ergriffen. Der Insel­staat war einer der ersten, der die Bedro­hung durch das Coro­na­virus im vergan­genen Jahr erkannte, und als sich die Epidemie ausbrei­tete, verhängten die Behörden strenge Reise­be­schrän­kungen aus Fest­land-China und später aus dem Rest der Welt. Dieje­nigen, die aus dem Ausland einreisen, unter­liegen einer zwei­wö­chigen Quaran­täne, die viel strenger ist als die in der EU übliche Haus­qua­ran­täne, wobei poten­ziell infi­zierte Personen mit einem speziell konstru­ierten „Quaran­tä­ne­taxi“ zu einem Ort trans­por­tiert werden, der für die Eindäm­mung der Epidemie vorge­sehen ist, wo sie zwei Wochen lang unter offi­zi­eller Über­wa­chung stehen.

Der Insel­staat konnte, wie auch Singapur und Hong­kong, aufgrund seiner früheren bitteren Erfah­rung so effektiv und schnell auf den Ausbruch derSeuche in der chine­si­schen Stadt Wuhan reagieren. Die SARS-Epidemie von 2002–2003 veran­lasste viele Länder des Fernen Ostens, ihre epide­mio­lo­gi­schen Pläne zu über­ar­beiten, und die Ankunft des neuen Coro­na­virus wurde mit einer Epide­mie­stra­tegie anti­zi­piert, die mit einigen der modernsten Tech­no­lo­gien der Welt ausge­stattet war.

Quelle: MAGYAR NEMZET


1 Kommentar

  1. Auch in Taiwan hat man wohl einen Wink bekommen, sich nach der Decke zu stre­cken und das Corona – Regime im Dienste der NWO zu errichten, sonst…

    12

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